Personalstärke Juni 2020: Erneut unter 184.000

Die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ist im Juni erstmals seit Februar dieses Jahres wieder unter 184.000 gefallen. Während die Zahl der Berufssoldaten ungefähr gleich blieb, sank die Zahl der Zeitsoldaten um rund 300 und die der Freiwillig Wehrdienst Leistenden um knapp 500. Insgesamt dienten Ende Juni 183.466 Soldatinnen und Soldaten gegenüber 184.223 im Mai in der Bundeswehr.

Die am (heutigen) Mittwoch veröffentlichte Statistik für Juni 2020, wie üblich unter dem immer gleichen Link eingestellt:

Insgesamt leisten 183.466 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr.
Bundesministerium der Verteidigung 1.124
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 3.240
Streitkräftebasis 27.774
Zentraler Sanitätsdienst 19.799
Heer 63.353
Luftwaffe 27.564
Marine 16.620
Cyber- und Informationsraum 13.330
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 969
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.668
Bereich Personal 8.025
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten

54.003 Berufssoldaten
120.845 Zeitsoldaten
8.618 Freiwillig Wehrdienstleistende

Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:

22.665 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; rund 12 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr

Heer 4.423
Luftwaffe 2.334
Marine 1.689
Streitkräftebasis 2.911
Sanitätsdienst 8.042
Cyber- und Informationsraum 1.271
Ministerium und andere Bereiche 1.995

Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 5.795
Unteroffizierinnen mit Portepee 7.986
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.515
Mannschaften 5.369

Status
Berufssoldatin 3.748
Zeitsoldatin 17.307
Freiwillig Wehrdienstleistende 1.610

Die von einem Leser (vielen Dank!) immer wieder aktualisierte Tabelle mit den Zahlen zur Übersicht:

20200729_BWPers

Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten:

Beschäftigt sind 80.166 Zivilistinnen und Zivilisten. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 1.631
Bundeswehrverwaltung, Rechtspflege, Militärseelsorge und weitere, dem zivilen Bereich zuzurechnende Dienststellen: 55.645
Streitkräfte und dem militärischen Bereich zuzurechnende Dienststellen: 22.890

Von den 80.166 Zivilbeschäftigten sind 30.337 weiblich. Das entspricht rund 38 Prozent.

(Stand aller Zahlen: Juni 2020, keine Angabe zum Stichtag)

Die Angabe zur Personalstärke der Auslandseinsätze (weiterhin ohne die anerkannten Missionen wie die NATO-Battlegroup in Litauen), Stand 20. Juli:

Einsatz Einsatzgebiet Stärke davon Frauen davon Reservisten davon FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende
Resolute Support Afghanistan 1.112 118 66 0
KFORKosovo Force Kosovo 66 9 8 0
UNMISSUnited Nations Mission in South Sudan Südsudan 8 0 0 0
UNAMIDNations-African Union Hybrid Mission in Darfur Sudan 2 0 0 0
UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon Libanon 123 3 4 4
EUTMEuropean Union Training Mission Mali Mali 64 5 7 0
MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali Mali 896 66 49 0
Atalanta Horn von Afrika 16 1 5 0
Sea Guardian Mittelmeer 185 26 2 20
EUNAVOR MEDMediterranean Irini Mittelmeer 7 0 0 0
Anti-IS„Islamischer Staat“-Einsatz/Fähigkeitsaufbau Irak Syrien/Irak 214 16 16 0

 

 

Einsatz/Mission Einsatzgebiet Stärke
STRATAIRMEDEVACStrategic Air Medical Evacuation Deutschland 48
MINURSOThe United Nations Mission for the Referendum in Western Sahara Westsahara 3
UNMHA Jemen 0

 

Der Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen (die der Zivilbeschäftigten ab Mai 2019; die der Auslandseinsätze ab November 2019):

Mai 2020
April 2020
März 2020
Februar 2020
Januar 2020
Dezember 2019
November 2019
Oktober 2019
September 2019
August 2019
Juli 2019
Juni 2019
Mai 2019
April 2019
März 2019
Februar 2019
Januar 2019
Dezember 2018
November 2018
Oktober 2018
September 2018
August 2018
Juli 2018
Juni 2018
Mai 2018
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Januar 2013 bis Dezember 2015

(Foto: 15 Rekrutinnen und Rekruten der Bundeswehr legen am 20. Juli 2020 mit Sicherheitsabstand beim feierlichen Appell ihr Gelöbnis im Stauffenbergsaal des Bundesministeriums der Verteidigung in Berlin ab – Sebastian Wilke/Bundeswehr)

80 Gedanken zu „Personalstärke Juni 2020: Erneut unter 184.000

  1. Nunja, wir sind nun 4,5 Jahre in der Trendwende Personal und haben einen Aufwuchs von 178.573 ( 01/2016) auf 183.466 ( 06/2020) hinbekommen.
    Das ist ein Plus von 4.893.
    Zielstellung ist ja 198.500 ( + 4.500 ReservistenDP = 203.000) in 2025. Das sind von jetzt nochmal 4,5 Jahre. Bei gleicher Rate kommen wir aber nur auf 188.359!
    Wo kommen die anderen 11.000 her??

    Vor allem, wenn man bedenkt, dass in den letzten Jahren viele Zahlen hochgehalten wurden durch Z-Verlängerungen mir Prämien usw.
    Da liegt noch ein hartes Stück Arbeit vor der Brust, aber bitte keine weitere Herabstufung der Eingangsvoraussetzungen mit dem Halbsatz, das ist ja alles ausbildbar, die Truppe leistet das.

  2. Ich weiß es auch nicht.

    Vielleicht sollte man doch nochmal an die Zielstruktur gehen und diese auf personaltechnisch realistische Füße stellen.

    Perspektivisch wird dann die Überalterung das nächste Problem, eigentlich müsste man insgesamt mal einen großen Wurf wagen.
    Andere Nationen mit Berufsarmee haben eben auch andere SaZ/BS Verhältnisse entwickelt.

  3. @Flieger
    Habe Ihre Berechnung schon vor Monaten hier im Forum ähnlich gepostet und die Frage gestellt, wie man das Delta zwischen Soll- und Iststärke denn eigentlich erreichen will.
    Wurde dafür von der „Das-Glas-ist-halbvoll-Fraktion“ hier im Blog als Miesepeter verunglimpft, ohne dass valide Argumente geliefert wurden, wie man diese gebetsmühlenhaft erklärte „Trendwende Personal“ vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und der nachlassenden Bereitschaft junger Menschen, in eine Bw einzutreten, die seit vielen Jahren für erfolglose Auslndseinsätze missbraucht wird, denn real erreichen will.
    Den von LLTr angesprochenen „großen Wurf“ wird die GroKo nicht mehr wagen.
    Mal sehen, ob sich die nächste Bundesregierung endlich der Realität stellt oder sich weiter mit schönen Parolen durchwurschtelt.
    Ich befürchte letzteres!

  4. Wie soll es momentan auch funktionieren. Aus eigenem Erlebnis kann ich Berichten, das die Karrierecenter nur mit gebremsten Schaum arbeiten und die Berater, zumindest in Niedersachsen, bis Ende September keine persönlichen Gespräche mit Interessenten führen dürfen.
    Wie will man so Nachwuchs generieren?

  5. @Flieger
    Sie schrieben: „Wo kommen die anderen 11.000 her??“

    — Die Corona-Krise könnte da ein wenig Vorschub leisten, indem sie Arbeitsplätze vernichtet. Alles in allem glaube ich aber, dass das Knacken der Marke von 190.000 illusorisch ist. Will man langfristig mehr Masse, braucht es die Wiedereinführung der Wehrpflicht.

    @LLTr
    Sie schrieben: „Andere Nationen mit Berufsarmee haben eben auch andere SaZ/BS Verhältnisse entwickelt.“

    — Da liegt der Hund begraben. Ich denke, man kann hier noch viel Flexibilität aufbringen. Warum sollte es bspw. nicht möglich sein, einem SaZ, der am Ende seiner Vertragszeit steht, aber noch nicht genau weiß, wie es weiter geht, eine unbürokratische Verlängerung anzubieten?

    Warum sollte es nicht überhaupt möglich sein, maßgeschneiderte Dienstzeiten anzubieten? (Selbstverständlich unter Berücksichtigung des zum Erlangen der jeweiligen Verwendungsfähigkeit nötigen Zeitrahmens.)

    Warum versucht man nicht, die Personalführung so zu reformieren, dass Soldaten nicht mehr andauernd umziehen müssen? Auch sollte man sich bemühen, in Ausbildung und Verwendung noch mehr Inhalte einfließen zu lassen, die in einem Zivilberuf einen klaren Vorteil bieten.

    Mir scheint überhaupt, dass weniger der deutsche Pazifismus die Bundeswehr vor Nachwuchssorgen stellt – und auch nicht die zunehmende physische Verkümmerung der Jugendlichen –, sondern vor allem ein gewandeltes Verständnis von Beruf und Karriere.

    In früheren Generationen war das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein klar definiertes wechselseitiges Geben und Nehmen. Ein heutiger Schulabgänger sieht dieses Verhältnis weniger hierarchisch und fordert nicht mehr nur eine finanzielle Entlohnung seiner Arbeitskraft, sondern auch immaterielle Vorteile in puncto weitere Karriere und persönliche Annehmlichkeiten.

    Die Bundeswehr konkurriert mit Arbeitgebern, deren erste bereits Auszubildenden (!) einen „Dienstwagen“ zur Verfügung stellen. Natürlich kann und darf sie nicht auf jedem Gebiet Entgegenkommen beweisen, aber sie muss die Amtsstuben-Mentalität ablegen und das maximal machbare Maß an Selbstverwirklichungsmöglichkeiten bieten, wenn eine echte Trendwende erfolgen soll.

    Nicht zuletzt muss auch die Zahl derer gesenkt werden, die die Ausbildung abbrechen. Den Einheiten, die die AGA durchführen, muss klar sein, dass die Nachwuchswerbung auch bei ihnen und während der Ausbildung stattfindet.

    Ich sage nicht, dass man den Rekruten in den Hintern kriechen sollte, aber wenn jemand die Absicht äußert, während der Schnupperzeit auszusteigen, sollten Vorgesetzte und Ausbilder eine Charmeoffensive starten. Ob sie das dürfen, weiß ich nicht, aber jedenfalls sollten sie es dürfen.

    Eine letzte Möglichkeit, die mir persönlich nicht behagt, aber vielleicht überlegenswert wäre, ist ein System á la Staatsbürgerschaft gegen Dienst nach amerikanischem Vorbild. Vielleicht ließe sich hier nicht nur Personal gewinnen, sondern auch gesellschaftliches Integrationspotential freisetzen.

    Sie schrieben: „[…] eigentlich müsste man insgesamt mal einen großen Wurf wagen.“

    — Ein zweiter, in der Politik gerne verdrängter Punkt ist eine bessere materielle Ausstattung. Deutschland betreffende Zahlen und Berichte kenne ich aus dem Effeff keine, aber solche aus dem Ausland und es ist nur folgerichtig, entsprechende Kauskalketten auch hierzulande zu vermuten. Ein Beispiel: Großbritanniens UK Military Flying Training System.

    Wie jedes derartige Programm auf Kosteneffizienz getrimmt, reißt das MFTS große Lücken in die militärische Karriere angehender Luftfahrzeugbesatzungen. Laut einem Bericht der Royal Aeronautical Society (12.03.19) warten Rekruten, die Hubschrauber fliegen wollen, durchschnittlich 2 Jahre und 2 Monate auf einen freien Platz in der H135.

    Bei Kampfpiloten könnten sich die Wartezeiten derart summieren, dass ein frisch aus der Offiziersausbildung kommender Flugschüler damit rechnen muss, erst nach insgesamt sieben Jahren und sechs Monaten in der Typhoon zu sitzen.

    Die negative Berichterstattung hat bereits zu einem spürbaren Rückgang an Interessenten bei Royal Air Force, Royal Navy und Army Air Corps geführt. Was kaum verwunderlich ist, denn wer will immer wieder jahrelang Däumchen drehen? Man geht mittlerweile davon aus, dass das System keine fünfzehn Jahre übersteht, bevor es hoffnungslos festgefahren ist und eingestampft werden muss.

    Entsprechendes haben wir auch in Deutschland, dessen bin ich sicher. Dazu tragen bereits weidlich die Medien bei, denen zufolge bei der Bundeswehr rein gar nichts funktioniert. Und natürlich drückt eine ungenügende Ausstattung auch eine Missachtung von Menschen aus, die schwören, dass sie für Deutschland ihr Leben aufs Spiel setzen werden. Das hinterlässt einen schalen Geschmack im Mund.

  6. Pio-Fritz
    Corona ist aber erst seit diesem Jahr, die Sollzahlen werden aber seit 4,5 Jahren nicht erreicht und es gibt auch keinen deutlichen Trend das sie jemals erreicht werden. Daher greift die „Entschuldigung“ das ja im Moment keine persönlichen Gespräche geführt werden können zu kurz. Das Problem liegt an der Quantität und Qualität der Bewerber, und die reichen offenbar nicht aus.
    Lösung? Verabschieden aus einzelnen Aufträgen um daraus frei werdendes Personal sinnvoller zu verwenden. Oder Reduzierung der Anforderungen an Bewerber. Oder Erhöhung des Anreizes, vulgo bessere Besoldung. Oder die Verabschiedung vom Personalziel. Oder, oder, oder.

    Goldrandlösung wird es nicht geben.

  7. @Pio-Fritz
    „keine persönlichen Gespräche“

    Auch nicht per Telefon – Videotelefonie?

  8. @Luftikus sagt:
    30.07.2020 um 10:23 Uhr
    „Auch nicht per Telefon – Videotelefonie?“

    Nur per Telefon, das ist dann ungefähr so, als als ob man mit seinem Mobilfunkanbieter wegen einer Vertragsänderung telefoniert. es funktioniert einfach nicht mit Personal.

  9. Jenseits von Bezahlung und Werdegangsmodellen, muss man mal die Frage stellen, was will der junge Mensch, wenn er zur Bw geht ?

    Da gibt es durchaus eine Palette von unterschiedlichen Motivationen, von Abenteuerlust bis zu einem Job von 9 to 5 mit sicherere Bezahlung und ohne große Anforderungen.

    Die nächste Frage ist dann, wie hält man einen guten Soldaten der SaZ 8 oder SaZ 12 ist ?

    Mit Prämien oder der Aussicht auf BS oder ein völlig neues Versorgungs- und Pensionierungssystem ?
    Man redet über ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Gesellschaft, aber man schafft es nicht einen SaZ der 8 / 12 / 15 oder gar 25 Jahre gedient hat mit einer sofortigen Pension nach Hause zu schicken. Soll er oder sie doch nach 15 Jahren Dienstzeit eine Sofortpension von z.B. 1000 Euro auf Lebenszeit bekommen. Das senkt den Druck gewaltig nach der Dienstzeit eine gleichwertig bezahlte Beschäftigung zu bekommen.

    Aber dies ist die „heilige Kuh“ des deutschen Pensionssystem für Beamten. Mit so einer Regelung wäre auch engagierte und leistungsfähige Spezialisten bereit nach 12 Jahren zu verlängern. So verlängern nur die, die man ohnehin nicht gebrauchen kann, weder innerhalb der Bw noch außerhalb der Bw.

  10. Mein Sohn fragte mich, ob ich ihm zwei Jahre BW Dienst empfehlen würde. Er ist Kickboxer und im DAV, glaubt an Kameradschaft und will an seine Grenzen gehen. Kann ich wirklich nicht. Hier ein Ausschnitt aus einem Bericht des Wehrbeauftragten:

    „Ein Petent schilderte, ihm seien in den ersten beiden Tagen nach Versetzung in die Einheit Testmarsch,
    Ablegen der Leistungen für das Deutsche Sportabzeichen sowie für den Basisfitnesstest und die Durchführung eines Zwölf-Kilometer-Marsches abverlangt
    worden. Den Zwölf-Kilometer-Marsch mit 15-Kilogramm Gepäck habe er nach der Hälfte erschöpft
    abgebrochen. Dem Verteidigungsministerium ist inder Bewertung zuzustimmen, dass ein solcher organisatorischer Ansatz die Gefahr einer Überforderung
    birgt. “

    Mir ist von einem Bekannten glaubwürdig versichert worden, einen Rekruten dürfe man heute nicht mehr anbrüllen. Die fangen dann an zu flennen und man kriegt Ärger. Seltsamerweise sind auch im Netz als erstes Soldatinnen mit Gewehr zu sehen, wenn man sich die Seite für Zeitsoldaten aufruft.

    Gut, es gibt ja bei der BW noch andere Einheiten: Fallschirmspringer, Gebirgsjäger usw. Nur da scheint es einen Nazi Skandal nach dem anderen zu geben. Letztens sogar den Leiter für Social Media. Dass die BW ihn gleich abgesetzt hat, bedeutet offensichtlich, dass die Vorwürfe stimmen. Immerhin ein höherer Offizier. Nein, einem normalen jungen Kerl kann man die BW wirklich nicht empfehlen.

    [Das ist jetzt eine wilde und etwas merkwürdige Mischung – also die meisten Verwendungen kommen nicht infrage, weil da Frauen mit Gewehr sind, angebrüllt wird man auch nicht mehr, und bei den harten Kampftruppen gibt’s Nazis, und deshalb sollte keiner zur Bundeswehr gehen? Hm, ja, Kampftruppen ohne Nazis sind sicherlich erstrebenswert, aber was für ein Bundeswehrbild Sie sonst vor Augen haben, erschließt sich nicht recht. T.W.]

  11. @Muck, 30.07.2020 um 10:09 Uhr

    „Ich sage nicht, dass man den Rekruten in den Hintern kriechen sollte, aber wenn jemand die Absicht äußert, während der Schnupperzeit auszusteigen, sollten Vorgesetzte und Ausbilder eine Charmeoffensive starten.“

    Wenn ein Interessent bereits in der Schnupperphase (die eigentlich eher angenehm und „werbend“ ist?!) aussteigen will, dann sollte man ihn oder sie ziehen lassen! Sonst zieht man einen Soldaten durch die Ausbildung, dessen Motivation auf Ameisenkniehöhe ist – das kann nicht das Ziel sein.

    Aber Sie sprechen ein grundsätzliches Problem an: Will man das Ziel einer bestimmten quantitativen Menge erreichen, oder sollen (mindestens ein Großteil) der gewonnenen Soldatinnen und Soldaten auch qualitativ dem entsprechen, was man sich landläufig als „Kämpfer“ vorstellt? Und ja, ich weiß, die nächste Falltür lauert schon: Was sind Kämpfer, wollen wir so etwas überhaupt? Oder soll es doch eher der/die Verteidigungssachbearbeiter/in sein….?

  12. Sorry, aber ich kann die meisten der Kommentare hier noch nicht einmal ansatzweise nachvollziehen.

    Die Fakten sind doch eindeutig: in den letzten Jahren gab es von Mai auf Juni immer eine Reduzierung der Zahl. Von Juni auf Juli gab es dann wiederum eine deutlich (!) höhere Steigerung als das Absinken von Mai auf Juni. Im August und September kam es dann überwiegend wieder zu einem leichten Absinken und im IV. Quartal wurden die Minuszahlen von August und September wieder aufgeholt.

    Und von Jahr auf Jahr hat es bisher jedes Jahr einen Zuwachs um min. 1.000 (meistens mehr).

    Also alle die immer wieder erzählen es liefe von den Zahlen her nicht positiv, kontinuierlich und signifikant in die richtige Richtung ignorieren schlicht die Fakten.

    Auch der Verweis auf das angeblich „unter“ von tausenden DP ist einfach nicht richtig, denn die immer wieder genannten (irreführenden) Zahlen geben im Regelfall die Ziele von 2024 bzw. von 2027 an (und nicht die von 2020) und da wir in Jahrestranchen aufwachsen sind eben nicht die zukünftigen Zahlen, sondern die für DIESES Jahr geplanten Zahlen die Zielgröße.

    Darüber hinaus darf man die mehrere tausend FWD flex nicht dazu rechnen, weil die ja nur eine Plangröße sind und derzeit nicht wirklich geworben werden sollen.

    Und ein außerdem gerne gemachter Fehler ist das Vergleichen der Zahlen ohne Reservedienstleistenden mit den Soll-Zahlen inkl. Reservedienstleistende.

    Also: Eigentlich befinden wir uns seit über vier Jahren, wenn man auf die Zahlen schaut auf einem sehr (!) guten Weg.

    Das Glas ist also nicht halb voll, sondern mindestens dreiviertel voll (wenn man über die Zahlen spricht).

    Dabei wird übrigens fast immer das wirkliche Problem unterschlagen: nicht die Zahlen sind kritisch, sondern der Wasserkopf und das durchschnittliche Dienstalter! Wir haben einfach zu viele Stabsfeldwebel/Oberstabsfeldwebel sowie Oberstlt A14+. Und die, die wir haben sind sehr häufig außerdem noch zu alt.

    TRENNUNG

    So, nachdem ich jetzt hoffentlich die unsachlichen und faktenfremden Standardkommentare abgeräumt habe, müssen wir uns die eine wirklich bedenkliche Nachricht ansehen: Die saisonale Reduzierung von Mai auf Juni fällt deutlich größer aus, als normal!

    Statt die üblichen 300 (+/-200) fällt die Gesamtzahl diesmal um 750!

    Ich vermute mal, dass das mit der eingeschränkten Rekrutierung im Zuge von COVID-19 begründet ist.

    Sollte (!) die saisonale Steigerung im nächsten Monat nicht im üblichen Rahmen liegen (1.500 +/-), dann werden wir möglicherweise erstmalig seit Jahren das Jahresziel am Ende des Jahres deutlich verfehlen.

    Ich kann nur hoffen, dass die Unterdeckung in diesem Monat durch die Lockdown-Hochzeit im März/April begründet ist und das die nächsten Monate wieder einigermaßen „normal“ laufen. Auf ein nachträgliches „über-Ausgleichen“ hingen kann man mEn mit Blick auf die Kapazitätsgrenzen der Grundausbildungen unter aktuellen Auflagen keinesfalls hoffen.

    [Vorsicht bitte mit so pauschalen Anwürfen wie „die unsachlichen und faktenfremden Standardkommentare“ – so was kommt dann auch gegen Sie zurück, und diese Art der Debatte lassen wir hier einfach. T.W.]

  13. „Wir haben zu viele Stabsfeldwebel-/ Oberstabsfeldwebel sowie Oberstleutnante A14+“ Bei allem Respekt, wann waren Sie denn das letzte Mal in der Truppe, abseits von Amtsdenken und Trendwendenparolen?
    Wir haben generell zu viele Häuptlinge! In manchen Kompanien springen mehr Hauptleute rum als früher in einem ganzen Verband… In jedem Zug gibts mehr Feldwebeldienstgrade als früher in einer Kompanie.. Und ich wage die böse Formulierung: Sehr viele davon sind „Attraktivitätstouristen“ die mit null soldatischem Verständnis, sondern rein aus finanziellen Gründen gekommen sind…
    Und übrigens auch weiterhin kommen, dank der „wow super wir liegen voll im Plan und stellen alles ein was nicht bei drei auf den Baum kommt“ Personalpolitik.

    Bitte, ich gestehe jedem zu seine eigene Überzeugung und Einstellung zu der Thematik zu haben, aber etwas realistisch sollte man schon bleiben… Die Truppe sollte m.E. langsamer in der Quantität wachsen, dafür aber wieder mehr Wert auf Qualität legen.
    Mich interessieren die Zahlen nicht solang ich mich auf die Führer und Unterführer verlassen und auf sie zählen kann. Leider ist das nicht mehr durchgängig der Fall letztendlich nicht nur aus gesellschaftlichen Gründen, sondern imho auch aus Gründen einer vollkommen fehlgeleiteten Personalpolitik…

  14. @T.W.
    [Vorsicht bitte mit so pauschalen Anwürfen wie „die unsachlichen und faktenfremden Standardkommentare“ – so was kommt dann auch gegen Sie zurück, und diese Art der Debatte lassen wir hier einfach. T.W.]

    Sorry, aber diesmal haben Sie mich mit dem Rüffel nicht mitgenommen.

    Meisten wenn Sie einschreiten erkenne ich warum, aber diesmal habe ich ausschließlich an nachweisbaren Zahlen orientiert Fakten dargestellt.

    Und das dies mit nahezu genau den gleichen Zahlen schon zum wiederholten Male erfolgt ist, kann man eine gewisse Schärfe nicht vermeiden.

    Wenn es jetzt etwas wäre, dass man solider so sehen kann, dann würde ich mich jetzt entschuldigen (z.B. meine persönliche Bewertung, dass wir zu viele Oberstaber und Oberstlt+ haben), aber Zahlen bleiben nun einmal Zahlen…

  15. Robert A. Heinlein (amerikanischer Schriftsteller) hat hat zu einem ähnlichen Thema (Wehrpflicht) folgendes gesagt:

    „If a country can’t save itself through the volunteer service of its own free people, then I say: Let the damned thing go down the drain!“

    Vielleicht meint man in der Gesellschaft ja auch, daß das Ganze nicht wert ist verteidigt zu werden.

  16. @ Koffer:

    Da bin ich ja total erleichtert, dass Sie als Mann vom Fach bescheinigen können, dass wir auf einen sehr (!) guten Weg sind. Dann mache ich mir für die Zukunft keine Sorgen. Auch wenn nahezu alle anderen Teilnehmer dieses Fadens etwas anderes prophezeien. Aber vielleicht kann noch jemand Koffers Auffassung bestätigen. That Wohls make my day – und ich kann heute und die zukünftigen Nächte beruhigt unter der Decke der nationalen Sicherheit schlafen, die eine in Qualität und Quantität perfekt aufgestellte Armee über mich spannt.

    Besten Dank dafür

    Gast

  17. @Neuling 18:54 Uhr
    1+
    Dieser Zahlenfanatismus ist für mich auch völlig unverständlich. Wir sollten uns mal lieber fragen warum wir mit 5-6k Soldaten zeitgleich im Einsatz an der Belastungsgrenze der Bundeswehr sind. Nahezu jede Einheit (nicht in den KdoBeh, da sinds noch mehr) schleppt ausserdem bis zu 10 % Personal mit sich herum, die sich mit ärztlicher Unterstützung im dauerkrank, Hamburger Modell oder DU – Verfahren befinden und quasi keinen Dienst mehr leisten, weil sie wissen, wie man unser System 2-3 Jahre bei voller Bezahlung ausnutzen kann. Wir haben auch nicht zu viele OSF oder OTL+ oder zu viele Alte, sondern zu viele, die nach erreichen der allgemeinen Laufbahnperspektive ihre Motivation verloren haben und deren BMI sich an den Wert 30 annähert und damit auch Fähigkeit und Bereitschaft noch in den Einsatz zu gehen. Warum auch, wenn in Zeiten von Telearbeit das Geld trotzdem immer kommt, egal was man nicht überprüfbar leistet oder nur treu dient. Und ob man noch in den Einsatz geht, kann man mit dem Truppenarzt quasi selbst entscheiden, dann zwickt halt ein bisschen der Rücken oder meine Psyche ist belastet. Ich kenne genug A14 + oder OSF, die äussern “ Ich gehe doch nicht mehr in den Einsatz, das lass mal die Jungen machen. “ Wie man ohne Einsatz egal in welcher Laufbahn oberhalb der allg. Laufbahnpersktive gefördert werden kann, ist mir völlig unbegreiflich. Mir würden auch 150000 Soldaten reichen, wenn sie auslandsdienstverwendungsfähig sind und ihren Dienst motiviert verrichten. Lieber Lücke als Krücke. Sorry, ob des unfangreichen Sarkasmus, aber das sind leider meine realen Erfahrungen derzeit ohne Aussichtauf Besserung…

  18. Spooner, Zustimmung.

    Ich selbst komme als BS aus dem Sandst. Hier gibt es Fachgebiete, die noch über 10% auslandsdienstverwendungsfähige Fachärzte verfügen … aber insgesamt ist die Stellenbesetzung zeitgleich >90%.
    Aber ehrlich: ich würde auch nicht in den Busch gehen wollen, wenn es mich mehrere Tausend Euro Privatliquidation Einbussen jeden Monat im Ausland kosten würde – so gut kann der AvZ gar nicht festgelegt werden. Und das System gibt es her. Und wenn man sich manche Vita der Generalität anschaut, scheint unbequemes Engagement nicht unbedingt Beförderungsförderlich zu sein…. wenn ich mir die Auslandsdienstzeiten der Generalärzte und Generalstabsärzte zusammengerechnet anschaue, kommen alle miteinander nicht auf die Summenzeiten im Ausland eines einzigen bspw. Chirurgen eines BwK. Aber das verstehe ich natürlich: Netzwerken ist im Csmp Marmal schwieriger als im Amt. Und dieses Signal setzt deutliche Richtungsvorgaben. Und ob ich dann Höchstleistungen bringe oder lediglich „treu diene“ macht ja unterm Strich de facto keinen Unterschied …, die Alimentierung läuft tapfer weiter. Und zur Not bleibe ich mal für den ein oder anderen Tag/Woche/Monat daheim ….

    Und deshalb bin ich froh, nicht mehr BS zu sein ….

    Gruss aus der Sonne …

    Ein Gast

  19. @Trevor Faith
    Wenn Sie auf die Minutemen o.ä. abheben: das war seinerzeit ja noch einfach. Man hatte ein Gewehr zu Hause oder hat es sich abgeholt, und dann ging es nach kurzer Ausbildung in den Kampf. Man war im Hauptberuf Zivilist.

    Heute geht das nicht mehr, man ist entweder Zivilist oder Soldat. Der angestrebte Freiwilligendienst kann diese Grenze ggf. aufbrechen, zumindest aufweichen. Zudem gibt es ein recht großes Interesse älterer Ungedienter sich ausbilden zu lassen.

  20. @ASpooner

    Ihr Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf !

    Ein weiteres großes Problem sehe ich mit der Vielzahl an Wiedereinstellern. Irgendwann mal den GWDL gemacht, zivil nicht glücklich geworden und schwupp steht ein OG im gehobenen Lebensalter vor der Tür. Sind dann im GeZi/Freizeitbüro u name it keine Stellen frei bleibt dann ein nicht mehr ganz frischer Mann in der Gruppe hängen. Das der dann nach drei Tagen „Rücken“ hat ist nachvollziehbar hilft aber der Einheit überhaupt nicht weiter. Während BAPers sich den Bauch pinselt weil der DP ja „besetzt“ ist habe ich in der Realität nen Dauer-MsGler der altersbedingt den Belastungen nicht mehr gewachsen ist. Das Problem mag durch die Leistungsträger in der Arbeitsebene kompensiert werden, jedoch zu einem hohen Preis. Denn eins ist mal völlig klar, solange Beförderungen und die damit einhergehende Besoldung nicht mehr Leistungsgerecht sind sondern mit der Gießkanne verteilt werden schaffe ich in der Arbeitsebene keine Anreize motiviert und einsatzbereit zu sein. Denn selbst ein dauerhaftes neukrank melden vor Übungen, Schießen oder Gefechtsdienst hat keinerlei Konsequenzen, neben dem soldatischen Ansehen natürlich.
    Und in der langfristigen Konsequenz habe ich dann eine Heerschar an SG/OSG‘s, HptFw und H die leistungsmässig im unteren Drittel hängen, aber durch das erfolgreiche Absitzen der Zeit und durch die unfallfreie Teilnahme an der Gemeinschaftsverpflegung ihre beförderungsreife erreicht haben.

    @Koffer

    Nicht falsch verstehen, ich schätze ihre Beiträge sehr, aber ihr allmonatliches Mantra der „guten Zahlen“ wird auch nach mehrmaliger Wiederholung nicht besser. Wenn sie den Blick der Arbeitsebene hätten würden sie verstehen warum.

  21. @Georg:

    In die Richtung eines solchen Pensionsmodells denke ich auch immer wieder.
    Auch sonst muss eher der große Rahmen stimmen als die Kleinigkeiten wie Stubenausstattung oder (Schein)Attraktivität über Dienstgradinflation:
    Lange Stehzeiten in der selben Einheit/am gleichen Standort, möglichst gute Versorung nach schwerer Verwundung u.Ä., Fokus auf das Ergebnis und nicht auf den bürokratischen Prozess.
    Für ein ziviles Unternehmen würde ich jetzt noch flache Hierarchien nennen, aber das ist in diesem Kontext dann wohl doch zu radikal… ;)

    Und grundsätzlich gehört endlich – mein ceterum censeo – das SaZ-/BS-System grundlegend überholt bzw. ersetzt.
    Es flexibilisiert sich ja immer weiter, aber trotzdem gibt es da noch viel zu viel, was schon immer so gemacht wurde und keinen greifbaren Vorteil bringt, aber vielen Betroffenen Optionen verbaut, allen auf den Keks geht und viel zu viel Aufmerksamkeit in der Personal- und Karriereplanung frisst.
    Auch wenn mir bei dem Satz in vielen anderen Zusammenhängen das Messer im Sack aufgeht: Hier könnte die BW tatsächlich mal zusehen, wenigstens ein Stück weit ein Arbeitgeber wie jeder andere zu werden.

  22. @Neuling sagt: 30.07.2020 um 18:54 Uhr
    „Bei allem Respekt, wann waren Sie denn das letzte Mal in der Truppe, abseits von Amtsdenken und Trendwendenparolen?
    Wir haben generell zu viele Häuptlinge! In manchen Kompanien springen mehr Hauptleute rum als früher in einem ganzen Verband… In jedem Zug gibts mehr Feldwebeldienstgrade als früher in einer Kompanie.. “

    Ich sehe keinen Widerspruch zu meinen Aussagen und stimme Ihnen zu.

    @Gadt sagt: 30.07.2020 um 21:31 Uhr
    „Da bin ich ja total erleichtert, dass Sie als Mann vom Fach bescheinigen können, dass wir auf einen sehr (!) guten Weg sind.“

    Merci. Und ja in der Tat, ich bin vom Fach.

    „und ich kann heute und die zukünftigen Nächte beruhigt unter der Decke der nationalen Sicherheit schlafen, die eine in Qualität und Quantität perfekt aufgestellte Armee über mich spannt.“

    Bitte mir nichts in den Mund legen, was ich nicht gesagt habe.

    Ich habe weder etwas über Qualität gesagt, noch habe ich die aktuelle Lage als positiv bewertet.

    Ich habe lediglich jegliche Kritik an den Zahlen (!) zurück gewiesen, denn diese sind grundsätzlich gut bis sehr. Bzw. waren bis zum letzten Monat. Diesen Monat haben wir das erste mal seit ich glaube vier Jahren eine besorgniserregend Entwicklung in den Zahlen. Das ist noch kein Nachweis, dass wir ein Problem haben (mit den Zahlen). Genaueres werden wir im nächsten Monat wissen und final (in die eine oder andere Richtung) werden wir es zum Ende des Jahres sehen.

    Wie gesagt. Wenn wir auf die Zahlen schauen.

  23. Problem ist die Überalterung der Streitkräfte. Wenn Personal geworben wird das Mitte Ende 30’ig ist oder BS Stellen geschaffen werden am Fließband und dazu die besondere Altersgrenze abgeschafft wurde.

    Den BS sollte man nur ab Oberst/Kapitän zur See aufwärts oder für Truppenärzte vorhalten.

    Alle anderen sollten SaZ 4-25 bleiben, flexibel weiter Verpflichten können und ab dem 20. Dienstjahr ein Übergangsgeld bis zur Rente bekommen.
    Dann muss man halt zwischen BFD und Übergangsgeld wählen. Kann sich noch eine entspannte Teilzeitstelle suchen und Glückseligkeit finden.

    Man müsste auch endlich den Korporal einführen damit die Fachdiener nicht alle einen Unteroffiziersdienstgrad brauchen, vielleicht kann man dann auch wieder einen StUffz ernstnehmen.

  24. @Tom67

    Mit anderen Worten, die Rekruten heute lassen sich nicht mehr solche Unverschämtheiten gefallen.
    Richtig so!

    Nebenbei, ich habe mal so mitbekommen, ein Vorgesetzter der schreit macht was falsch!

    @Trevor Faith

    oder der Dienst in der BW ist das Problem ob zu Recht oder Unrecht

    @ASpooner

    Je nach TSK, Waffengattung und Einheit …
    Ich wüsste nicht was Bodenpersonal für Kampfflieger in Mali zu suchen hätte und bei der Marine könnten da durchaus Flaggenstöcke fehlen

  25. @ Gadt sagt: 30.07.2020 um 21:31 Uhr

    Ich teile in vielen Bereichen Ihre Bedenken und stimme in vielen Punkten auch @ Neuling zu.
    Fakt ist aber: Wir bekommen das Personal das wir bekommen und müssen versuchen, daraus das beste zu machen.
    Das dies oftmals, selbst bei bestem Willen und Wollen und unabhängig ob Rekrut oder General, nicht für die Auftragserfüllung gem. GG reicht, ist nicht schwer zu erkennen.
    Das Thema Personal ist, glaube ich, zu vielschichtig um es mit ein paar einfachen Sätzen und Schlagworten auf den Punkt zu bringen.
    Und in einzelnen hat auch @ Koffer seinen berechtigten Punkt.

  26. @ MA

    Zitat:
    „Fakt ist aber: Wir bekommen das Personal das wir bekommen und müssen versuchen, daraus das beste zu machen.
    Das dies oftmals, selbst bei bestem Willen und Wollen und unabhängig ob Rekrut oder General, nicht für die Auftragserfüllung gem. GG reicht, ist nicht schwer zu erkennen.“

    Das ist aber nur der erste Schritt, die „Lagefeststellung“ . Jetzt muss man hergehen und fragen warum ist das so ?
    Warum bleiben in der Masse nur die schlechteren, unmotivierteren Soldaten und die guten gehen nach spätestens 12 Jahren Dienstzeit ?

    Und wenn man dann ehrlich zu sich selber ist und nicht die Dogmas der Personalbehörde nachplappert, dann kommt man stichpunktartig zu folgenden Erkenntnissen:

    – Saz 12+ ist aus vielen Gründen ein Fehler (Überalterung, Perspektivlosigkeit nach der langen Dienstzeit usw.)
    – Soziale Faktoren wie Laufbahnplanung am (Groß-)Standort, Berücksichtigung von Familienerfordernissen vom 30. – 50. Lebensjahr usw. – „Fehlanzeige“
    – Überbürokratisierung und organisierte Verantwortungslosigkeit und damit einhergehend mangelnde Entscheidungskompetenzen der vor Ort Verantwortlichen in vielen Fragen der Personalführung
    – Materielle Fehlausstattung lassen viele technische und sonsitige Spezialistenlaufbahnen als wenig erstrebenswert erscheinen – wer will schon in einer Armee dienen, wo die wenigsten Sachen funktionieren. Ob das tatsächlich so ist sei dahingestellt, auf jeden Fall ist die öffentliche Wahrnehmung so.

    So lange man diese Faktoren nicht angeht, kann man so viel Geld in Werbemaßnahmen usw. pumpen wie man will – man wird immer die falschen Bewerber bekommen !

  27. @ T.W. Danke für die Antwort. Damit es kein Missverständnis zu den Frauen mit den Gewehren gibt: ich habe zwei Söhne (12 und 16) , beide sportlich und beide zumindest theoretisch für die BW geeignet. Allerdings haben sie aus ihrer Schulzeit den Eindruck, dass Mädchen immer bevorzugt werden. Was denken die, wenn sie als erstes bei den Werbematerialien Frauen mit Gewehren sehen? Natürlich, dass das alles so weiter geht. Also Herabsetzung der körperlichen Eignungstests, damit auch die Frauen mithalten können. Ich weiß nicht, ob das so ist, aber so ist der Eindruck.
    Was Anbrüllen angeht: muss man aushalten können, um an Grenzen zu gehen. Zumindest in der Grundausbildung. Wer da anfängt zu flennen, hat in der Armee nichts zu suchen. Im Ernstfall müssen noch ganz andere psychische Belastungen ausgehalten werden. Wir haben schließlich eine Armee, um den Frieden zu sichern. Vis pacem para bellum.
    Was die „harten“ – und wohl zahlenmäßig sehr kleinen – Kampfeinheiten angeht: nach etwas Lesen kommt heraus, dass der Social Media Leiter der BW in Kundus war. Da hat er offensichtlich jenen Rechtsradikalen kennengelernt, dessen Beiträge er geliked hat. Wenn man die BW kennt und ihren Korpsgeist, dann muss etwas wirklich hartes (und nicht Veröffentlichtes) vorgefallen sein, wenn man dem Mann sofort seinen Posten nimmt. Denn das bloße Liken von doch relativ harmlosen Inhalten kann es nicht gewesen sein. Jedenfalls nicht in der BW, wie ich sie vor drei Jahrzehnten kennengelernt habe. Was mich (und bestimmt viele andere) wiederum auf den Gedanken bringt, dass das Problem der BW mit Nazis größer ist, als es dargestellt wird.
    Ich weiß, das obere ist widersprüchlich. Aber so präsentiert sich die BW mir. Ich denke, unter diesen Umständen bekommt die BW vor allem Leute, die einen möglichst sicheren und einfachen Verdienst suchen. Die also woanders nicht so einfach unterkommen. Oder aber Primitivlinge, die sich von nackter Gewaltausübung in den Spezialabteilungen angezogen fühlen. Vielleicht jedoch gibt es in der BW noch ein drittes. Ich weiß, das ist OT: aber wenn Sie eine Idee hätten, was man sich näher anschauen könnte, dann wäre ich Ihnen für einen kurzen Hinweis dankbar.

    [Danke für die Erläuterung. Ich wäre aber dankbar, wenn das Thema Bohnert & social media jetzt nicht in diesem Thread zum Kern würde… T.W.]

  28. @Koffer
    Sie widersprechen sich doch selbst in Ihren Kommentaren.

    Die Zahlen sind „gut“, aber nur weil man die Weiterverpflichtungen um jeden Preis durchdrückt und dann hat man am Ende den Wasserkopf und das hohe durchschnittliche Dienstalter.
    Das durchschnittliche Dienstalter wäre aber nicht so hoch, wenn man weniger Weiterverpflichtungen zieht. Dann wären die allgemeinen Zahlen aber nicht mehr gut, weil weniger Soldaten (weniger Weiterverpflichtungen sind mehr Verabschiedungen) im Bestand.

    Das Problem an den „Zahlen“ (!!!) ist eben hausgemacht und verschlimmert das Problem in der Zukunft nur.
    Ihr Mantra (und das Mantra des Ministeriums) ist ein hochhalten der Zahlen um jeden Preis, egal ob die Soldaten noch motiviert sind und effektiv überhaupt einen Mehrwert für die Armee haben außer dass sie den Dienstposten besetzen und die Zahlen hochhalten.
    Jemand, der die Bundeswehr aber nicht als Statistik begreift sondern als Mittel (für die Politik und Gesellschaft), der kann an den Zahlen nichts gut finden.
    Wenn ich hier die Quoten von der Auslandsdienstverwendungsfähigkeit und ähnlichem lese, wird mir schlecht.

  29. @ All
    Nochmal, das Durchschnittsalter einer Armee wird in einer älter werdenden Gesellschaft natürlich automatisch auch älter, das muss m.E. aber kein Nachteil sein, man kann auch mit Ende 50 noch körperlich fit und auslandsdienstverwendungsfähig sein, mann muss nur entsprechend leben, sich ernähren, Sport treiben etc., sollte als Soldat mit Sport sogar während der Dienstzeit sehr gut möglich sein, die Mehrheit lebt nur nicht danach bzw. hat das sich gehen lassen und es gibt ja auch keine negativen Konsquenzen, wie z.B. Gehaltskürzung wenn BMI zu hoch o.ä. Und ge-/ und befördert werden kann ich ja nach wie vor, sogar ohne Einsatzerfahrung, also warum soll man sich anstrengen ? Vorbild z.B. USA wo man in jeder Laufbahn und in jedem Alter Leistungstests bestehen muss für die nächste Beförderung z.B., wir sind da in DEU jedoch zu stark verbeamtet. Ich glaube auch nicht, dass die „guten“ als SAZ 12 nach Hause gehen, die BS-Auswahl funktioniert m.E. ziemlich gut und wir haben auch nach wie vor die Mehrheit, die hervorragend ihren Dienst verrichtet und zu Recht zum BS ausgewählt wurde. Die o.a. 10 -20 % sind für mich das Problem, die das System ausnutzen oder diejenigen die nach Erreichen des BS-Status, und der damit mindestens garantierte allgemeine LB-Perspektive, ihre Leistungsbereitschaft reduzieren bzw. die Motivation ganz einstellen und auch noch die erforderliche Mobilität, die nur auf dem Papier besteht „vergessen“. Es gibt da genug Ansatzpunkte, nur dass das zur Zeit nicht als Problem wahr genommen wird bzw. auch niemand ernsthaft Konsequenzen zu befürchten hat. BAPersBw, Laufbahn- und Verwendungsmodelle und auch der sich zu stark verselbstständigte ZSanDstBw (Z.B.: Hygienkonzepte) sind für mich hier dringend reformbedürftig. Auch die Bindung von Dienstposten an bestimmte Personalführer sorgt für viele Probleme und unnötige Versetzungen durch BAPersBw.
    Und nochmal zum Thema „Anbrüllen“, das sind doch nur noch althergebrachte Klischees, man kann doch anstrengende, abwechslungsreiche oder sogar Drillausbildung machen ohne ständig „brüllen“ zu müssen, also ich kann das jedenfalls, habe das auch selbst erlebt und die Masse unserer sehr guten Ausbilder in der Bw auch. Problematisch sind diejenigen, die dann ständig beleidigen müssen, denunzieren oder im Jahresbericht des WB erscheinen, immer noch zu viele, aber m.E. eine verschwindend kleine Anzahl.

  30. @Tom67

    Meine Reaktion, wenn man mich angebrüllt und beleidigt hat war nachdrücklich, energisch auf einem angemessenem Verhalten gegenüber einem Bürger zu bestehen das Angebot dies mit Spieß oder Bataillonskommandeur weiter aus zu führen definitiv eingeschlossen.

    Desweiteren bezweifle ich, das ich jemand neben mir hätte haben wollen, der so „motiviert“ wird aber ich bin mir absolut sicher das ich niemand wenn es hart auf hart gekommen wäre ich keinen „Brüller“ als Vorgesetzten hätte haben wollen.

    Wenn ihre Söhne das bei Frauen mit Gewehren denken, sollten sie mal etwas Zeit für Geschichte aufwenden.

    @ASpooner

    Dann müssen die Vorgesetzten auch dafür verantwortlich gemacht werden, das die Soldaten diesen Dienstplansport in ihrer Dienstzeit auch durchführen können und nicht erst um 22:00.
    Damit meine ich ausdrücklich nicht nur den direkten DV sondern auch deren Vorgesetzte.

    Desweiteren sollte mal geprüft werden, warum die Motivationslosen demotiviert sind.

  31. @Georg sagt: 30.07.2020 um 14:51 Uhr
    „Man redet über ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Gesellschaft, aber man schafft es nicht einen SaZ der 8 / 12 / 15 oder gar 25 Jahre gedient hat mit einer sofortigen Pension nach Hause zu schicken. Soll er oder sie doch nach 15 Jahren Dienstzeit eine Sofortpension von z.B. 1000 Euro auf Lebenszeit bekommen. Das senkt den Druck gewaltig nach der Dienstzeit eine gleichwertig bezahlte Beschäftigung zu bekommen.“

    Absolut. Dieser Vorschlag würde multiple Probleme lösen und hätte für die Streitkräfte nahezu keine Nachteile.

    „Aber dies ist die „heilige Kuh“ des deutschen Pensionssystem für Beamten.“

    Aber hier liegt der Hase im Pfeffer begraben. Genau deswegen hat der Vorschlag mEn kaum eine Realisierungschance.

    Trotzdem: Fordern sollten die Bundeswehr es beharrlich!

    „So verlängern nur die, die man ohnehin nicht gebrauchen kann, weder innerhalb der Bw noch außerhalb der Bw.“

    Das ist mir zu pauschal, zu abwertend und amS auch für eine große Anzahl von Fällen auch unzutreffend.

    @Küstengang01 sagt: 31.07.2020 um 6:07 Uhr
    „Problem ist die Überalterung der Streitkräfte. Wenn Personal geworben wird das Mitte Ende 30’ig ist oder BS Stellen geschaffen werden am Fließband und dazu die besondere Altersgrenze abgeschafft wurde.“

    Leider ja :(

    „Den BS sollte man nur ab Oberst/Kapitän zur See aufwärts oder für Truppenärzte vorhalten.“

    Naja, mir fallen auch noch zahlreiche Spezialisten im Bereich von Technikern und Spezialisten ein. Aber im Prinzip bin ich bei Ihnen.

    „Alle anderen sollten SaZ 4-25 bleiben, flexibel weiter Verpflichten können und ab dem 20. Dienstjahr ein Übergangsgeld bis zur Rente bekommen.
    Dann muss man halt zwischen BFD und Übergangsgeld wählen. Kann sich noch eine entspannte Teilzeitstelle suchen und Glückseligkeit finden.“

    Geht ja in die gleiche Richtung wie der Vorschlag von @Georg.

    Absolute Zustimmung!

    „Man müsste auch endlich den Korporal einführen damit die Fachdiener nicht alle einen Unteroffiziersdienstgrad brauchen, vielleicht kann man dann auch wieder einen StUffz ernstnehmen.“

    Kommt doch! Die Ausführungsdetails werden derzeit quasi im Wochentakt finalisiert. Diese Woche wurde z.B. das Auswahlverfahren erlassen (sehr truppennah! großartig, das beste Verfahren, was ich im Bereich von Personalauswahl seit langem gesehen habe).

    @Frodo sagt: 31.07.2020 um 11:07 Uhr
    „@Koffer Sie widersprechen sich doch selbst in Ihren Kommentaren.“

    Nein, ich differenziere nur nach dem was ich im großen und ganzen meine und dem was ich im speziellen sagen will.

    Wenn Sie sagen wollen, dass die Bundeswehr ein Struktur und Personalproblem hat, weil sie einen überalterten Wasserkopf hat, dann stimme ich ihnen DEUTLICH zu.

    Wenn Sie aber sagen die Zahlen stimmen nicht und meinen aber die Bundeswehr hat ein Struktur und Personalproblem, weil sie einen überalterten Wasserkopf hat, dann widerspreche ich, weil Sie unrecht haben. Und ich kann (und habe es) an den Zahlen nachgewiesen.

    @ThoDan sagt: 31.07.2020 um 15:03 Uhr
    „Dann müssen die Vorgesetzten auch dafür verantwortlich gemacht werden, das die Soldaten diesen Dienstplansport in ihrer Dienstzeit auch durchführen können und nicht erst um 22:00.“

    Ist kein Problem. Beim besten willen nicht (wenn Sie nicht gerade Adju beim DivKdr oder Referent im BMVg sind oder vergleichbare, wenige Spezialfälle). Wo haben Sie denn solche Geschichten her?

    Und was hat das überhaupt mit dem Thema dieses Fadens zu tun?!

  32. Villeicht sollte man die Struktur schlicht auf 180 000 runterdrehen. Dann könnte man alles wenigstens als Erfolg verkaufen.

  33. @Koffer

    Aussagen von (primär?) Offizieren hier und anderswo.

    Was das mit dem Thema zu tun hat müssen sie ASpooner fragen

    Nur wenn jemand nach Überstunden kommt und sagt den Dienstsport hätte man ja nachts wegen Arbeitslage nachholen können, dann betrachte ich sowas als unzumutbar

  34. @Dante u. Koffer:
    Das Herunterdrehen der Personalobergrenze erscheint mir beinahe „alternativlos“.
    Die Trendwende Personal basiert – wie die Trendwende Material – auf der Trendwende Finanzen. Diese gab es jedoch in dem geplanten Umfang schon vor Corona nicht.

    Nach der Wahl kommt es zum „Kassensturz“.
    Dann wird die – eigentlich schon jetzt offensichtliche – Wahrheit breit kommuniziert.

    Die Grundannahmen – insbesondere Finanzen – passen nicht. Also kann man dann entweder das Level of Ambition anpassen, also Strukturen reduzieren oder man betreibt erneut personell und materiell teilweise hohle Strukturen. Man kann dann natürlich auch mehr in Personal zu Lasten von Material investieren. Das hilft aber auch nicht bei der Erfüllung des in die NATO eingemeldeten Level of Ambition im NDPP.

    Gleichzeitig will die Ministerin die europäische Verteidigung energisch vorantreiben und den Abzug der USA durch die Bundeswehr unterstützen. Beides kostet weiteres Geld.

    Wie man es nicht machen sollte zeigt aktuell Österreich. Dort ist ein steht stark aufgeblähter und überalteter Personalkörper einer schlechten Infrastruktur und völlig unzureichendem Material gegenüber.
    Wenn wir so weiter machen, dann landen wir ungefähr dort in 10 Jahren.

    Nach der nächsten Wahl wird man also entweder harte Entscheidungen treffen müssen oder es einfach weiter aussitzen (siehe Österreich).

  35. @Fussgaenger

    Sie schrieben: „Wenn ein Interessent bereits in der Schnupperphase (die eigentlich eher angenehm und „werbend“ ist?!) aussteigen will, dann sollte man ihn oder sie ziehen lassen! Sonst zieht man einen Soldaten durch die Ausbildung, dessen Motivation auf Ameisenkniehöhe ist – das kann nicht das Ziel sein.“

    — Es mag sein, dass Ihre Beschreibung auf manchen Rekruten zutrifft.

    Aber bei anderen kommt meiner Meinung nach lediglich zum Tragen, dass sie in Schulen gegangen sind, wo „Teilnahmeurkunden“ verliehen werden, und die in ihrem ganzen Leben noch nicht gehört haben, wie eine Autoritätsperson die Stimme erhebt.

    Dies ist kein neues Phänomen, sondern taucht in jeder zu Wohlstand gelangten Zivilisation auf: Die Leistungs- und Verteidigungsbereitschaft der Nachgeborenen schrumpft.

    Ich glaube, es muss zu den Werbungsbemühungen der Bundeswehr gehören, allzu behütete junge Leute behutsam an die Realität heranzuführen. Wenn ich jeden aussortiere, weil er aus Unwissenheit zurückschreckt, weil der UvD laut wird, kann ich den Laden gleich dichtmachen. Denn diese gesellschaftliche Entwicklung wird eher noch zunehmen.

    Vermutlich wird sich die Armee auf lange Sicht die Rekruten danach aussuchen müssen, was aus ihnen werden kann und nicht danach, was sie sind.

  36. @koffer:

    Mit Verlaub: ihre zahlenbasierte Argumentationskette spricht für sich. Sie MÜSSEN vom Fach sein. Es erinnert mich leider nur zu deutlich an sämtliche Anfragen seitens und Diskussionen mit dem BAPers oder auch mit Ämtern, kdobehörden oh. (ich hoffe ich habe als ehemaliger Stabsoffz san die richtigen Termini genutzt): „es ist doch egal ob der OSA nötigenfalls in AFG State of the Art operieren kann, er wird einfach mal in die XLS Tabelle gesetzt, dann ist der DP versorgt. Da steht doch nur er muss FA Chirurgie sein, nicht das er Übung in der operativen Versorgung schwerstverletzter haben muss.“

    Und so zieht sich das eben – wenigstens zeigt sich hier eine gewisse Konsequenz, durch. Aber die Zshlen sind ja wenigstens sehr (!) gut.

  37. @dante: die Frage ist, ob 180.000 nicht zu hoch angesetzt ist.

    Interessant wäre, wie hoch die tagesantrittsstärke weitgehend uneingeschränkt einsatzfähiger Soldaten ist?

    Mein Tipp: durchschnittlich über das Jahr unter 75% ( so aus der Erfahrung meiner tuppenarztzeit) …..

  38. @tho Dan Ich verstehe nicht, was Sie bei dem Frauenthema mit „Geschichte“ meinen. Bitte erläutern Sie.
    Zum Anbrüllen: im Ernstfall wird man noch ganz andere Sachen aushalten müssen. Das ist der Grund, warum man Rekruten bei der Grundausbildung hart ran nimmt. Ist übrigens in jedem ernsthaft betriebenen Mannschaftssport nicht anders. Schließlich und endlich hängt die Sicherheit der Einheit davon ab, dass jeder sofort auf einen Befehl gehorcht. Nur wenn die Einheit als Einheit agiert und jeder bereit ist, sich für den anderen zu opfern, wird man Erfolg haben. Das ist Kameradschaft und für mich ein guter menschlicher Wert.

  39. @ThoDan sagt: 31.07.2020 um 17:29 Uhr
    „Nur wenn jemand nach Überstunden kommt und sagt den Dienstsport hätte man ja nachts wegen Arbeitslage nachholen können, dann betrachte ich sowas als unzumutbar“

    Ja und wenn jemand etwas schlechtes tut, dann ist das schlecht. Keine Überraschung.

    Können wir jetzt wieder zurück kommen zu Fragestellungen, die etwas mit dem Faden zu tun haben?

    @Memoria sagt: 31.07.2020 um 20:14 Uhr
    „Das Herunterdrehen der Personalobergrenze erscheint mir beinahe „alternativlos“.
    Die Trendwende Personal basiert – wie die Trendwende Material – auf der Trendwende Finanzen. Diese gab es jedoch in dem geplanten Umfang schon vor Corona nicht.“

    In der Tat.

    Wenn die Finanzen nicht wie geplant weiter steigen, dann bricht das alles in sich zusammen.

    Und in der Tat würde es dann sich sogar gegenseitig negativ verstärken.

    @Gast sagt: 31.07.2020 um 21:41 Uhr
    „Mit Verlaub: ihre zahlenbasierte Argumentationskette spricht für sich.“

    Jepp. In der Tat die Zahlen für sich selbst genommen sind ziemlich gut.

    Wenn wir jetzt mal von der Diskussion über dieser sehr einfach zu belegenden Tatsache (siehe die oben durch den Hausherren verlinkte Übersicht der Entwicklung der letzten Jahre), endlich wegkommen.

    Dann können wir uns gerne über Dinge unterhalten die Ihnen (und mir) wirklich wichtig sind.

    Nämlich, warum wir nicht die richtigen (!) Soldaten in der richtigen (!) Struktur (und um @Memoria aufzugreifen mit der richtigen Ausrüstung/Finanzierung) haben.

    Es bringt niemand weiter leicht widerlegbare Behauptungen über schlechte Zahlen aufzustellen.

    Das lenkt von unseren echten (erheblichen!) Personalproblemen ab!

  40. @Tom67

    Ganz einfach Geschichte, Kriegsgeschichte und der Tatsache das Frauen in den Streitkräften Dienst tun und taten z.B. Scharfschützinnen der Roten Armee den Bergführerinnen der Gebirgsjäger, Lady Agnes Randolph und ihre „Schwestern“.

    Was sie hier propagieren ist Kadavergehorsam =l Kameradschaft.
    Meiner Erfahrung nach steht Brüller für einen toxischen Vorgesetzten, ein guter Vorgesetzter muss nicht brüllen oder schreien und nebenbei gut != hart

  41. Tom67 sagt:
    31.07.2020 um 22:14 Uhr
    „Zum Anbrüllen: im Ernstfall wird man noch ganz andere Sachen aushalten müssen.

    Ob Sie nicht untwerscheiden sollten zwischen lauten Rufen und Anbrüllen? Wer brüllt macht etwas verkehrt. Anbrüllen ist bei uns keine Ausbildungsmethode.

  42. @Koffer sagt: 30.07.2020 um 18:15 Uhr

    „Dabei wird übrigens fast immer das wirkliche Problem unterschlagen: nicht die Zahlen sind kritisch, sondern der Wasserkopf und das durchschnittliche Dienstalter! Wir haben einfach zu viele Stabsfeldwebel/Oberstabsfeldwebel sowie Oberstlt A14+. Und die, die wir haben sind sehr häufig außerdem noch zu alt.“

    +1!

  43. „Soldaten sind Mörder“ und zunehmend auf öffentlichen wie privaten Veranstaltungen unerwünscht. Inzwischen ist es soweit, daß selbst der öffentlich-rechtliche Rundfunk nach Belieben Schmutzkampangnen gegen Bundeswehrangehörige und damit die Bundeswehr veranstalten kann und der Dienstherr sofort umfassend einknickt und den Bundeswehrangehörigen seines Postens enthebt, statt erst einmal die Sachlage zu prüfen und dann zu handeln, und ggf. auch den Verursacher in die Schranken des Rundfunkrechtes zu verweisen (denn das gilt für die „Öffis“, nicht das Presserecht), das sehr viel enger als das Presserecht gefaßt und mit einigen wichtigen Verpflichtungen mehr versehen ist; insbesondere im Bereich des öffenlich-rechtlichen Rundfunkes und der Medienstaatsverträge.

    Da fragt man sich doch als Außenstehender:
    Warum um alles in der Welt soll ich mich einem Verein, Unternehmen oder eben der Bundeswehr anschließen, die so mit sich und ihren Angehörigen und mitarbeitern umgeht? Oder meinem Kind empfehlen, ausgerechnet bei der Bundeswehr eine Karriere anzustreben, um sich dann öffentlich und mit stillschweigender Duldung der Führung mit Dreck bewerfen zu lassen?
    Würden Sie das wollen oder tun?

    [Ihre Meinung ist Ihre Meinung; wir beenden jetzt aber recht schnell den Versuch, in diesem Thread auf diese Weise ein anderes Thema reinzudrücken zu versuchen. Inzwischen ist es ja so weit, dass selbst Mitglieder von in einem Land regierenden Parteien Schmutzkampagnen gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk fahren dürfen, weil Ihnen eine Sendung nicht passt. Und das war es damit. T.W.

  44. @Tom67
    die Ausbilder vor denen wir die geringste Achtung hatten. Waren die Brüllbullen die in ihren Einheiten einen Bock geschossen hatten und deshalb in der GA Einheit gelandet sind.

    Da merkte man schnell, fachlich/sachlich keine Substanz hinter. Komischerweise wude mir das in der Familie aus früheren Zeiten bestätigt. Mein Onkel war Ende 60’er Heeresoffizier und Kompaniechef… solche Uffze hat er schnell entsorgt.
    Und mein Opa 38-45 an vier Fronten…. die Schindler und Schleifer waren an der Front nur als Kugelfang zu gebrauchen.
    Gute Vorgesetzte gehen mit Charakterstärke und Kompetenz ein gutes Beispiel… dann wird ihnen auch gern gefolgt.
    In der Kaufahrteischifffahrt waren die besten und erfolgreichsten Kapitäne die, die niemals laut werden müssten. Die Choleriker haben nur Bruch gefahren.

  45. Selbst die 184.000 Soldatinnen und Soldaten sind noch zu viel. Die Zahl von 160.000 einfrieren und insgesamt an Qualität gewinnen. Was bringt eine steigende Quantität, wenn viele von ihnen im BFD, im Erziehungsurlaub, bei der Gleichstellungsbeauftragten, beim Pfarrer, im Eltern-Kind-Zimmer, im Home Office etc. sind. Alles gut und richtig und schön. Aber irgendwann geht es auch mal um die äußere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland.

    Im Übrigen braucht es einen Mentalitätswandel. Wer nicht in der Lage und bereit ist, klar definierte Anforderungen an die Leistungsfähigkeit zu erfüllen, der muss die Bundeswehr unverzüglich verlassen. Im Zweifel gilt: Lieber Lücke statt Krücke.

    Seit mehr als 20 Jahren gehöre ich der Bundeswehr an. Zunächst als Zeitsoldat und Offizier, dann als beorderter Reservist und mittlerweile als Beamter.

    Ich sehe jeden Tag die (teilweise) absurden Fälle der Personalpolitik. Es ist in Teilen alarmierend, welche jungen Menschen zur Bundeswehr geholt werden. Nicht alles und jeder ist schlecht!!! Aber vieles, was ich heute im größten Standort des deutschen Heeres tagtäglich sehe, habe ich Ende der 90iger Jahre so nicht gesehen.

  46. Was das ganze Gezeter hier mit der Personalstärke zu tun hat ist mir unerklärlich.
    Man(n) oder Frau muss gar nicht mehr angebrüllt werden damit diese „zurückziehen“ oder drohen sich bei Frau Ministerin persönlich zu beschweren.
    Es reichen schon nachfolgende Beispiele:
    – so wurde mir das aber nicht erklärt…(auf dem Weg zum Sport, joggen ?)
    – früh Aufstehen, Bettenbau, sauberer einheitlicher Anzug? (Ich sehe nicht ein diese Dicke Jacke zu tragen…zu schwer…)
    – wieso werden wir nicht die 2km zur Schiessanlage gefahren sondern müssen in voller Montur marschieren?

    Nur ein kleiner Auszug des letzten halben Jahres….
    Und dennoch es gibt sie noch. Diejenigen die nicht klagen und alles mitunter etwas „lasch“ empfinden.
    So einfach ist das im Jahr 2020.

    Zum Thema Nachwuchs. Die KarrC haben eine Monsterbugwelle von noch dienenden FWDL vor sich….teilweise warten mögliche Fw-Anwärter seit 7 Monaten auf Termine.
    So wird das nichts…da werden wir genügend motivierte verlieren.

  47. Man sollte nicht vergessen, dass die Bundeswehr auch vielen Menschen einen Halt bietet, die in unserem Wirtschaftssystem eher schlechtere bis gar keine befriedigende Perspektiven hätten. Das wird als Argument zwar von einigen abgelehnt, ändert aber nichts daran, dass es zutrifft und eine gute Sache ist.

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