Personalstärke Januar 2019: Ganz leichte Steigerung, mehr Berufs- und weniger Zeitsoldaten

Die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr ist im Januar leicht auf 181.512 gestiegen, fast 240 mehr als die 181.274 zum Jahresende 2018. Damit wurde weiterhin die Marke von 182.000 knapp verfehlt, die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im vergangenen Jahr als neue Größenordnung ausgegeben hatte.

Der leichte Zuwachs ging überwiegend auf die Steigerung der Zahl der Freiwillig Wehrdienst Leistenden von 8.252 im Dezember auf  8.447 im Januar zurück; die Zahl der Zeit- und Berufssoldaten stieg dagegen nur um 43 von 173.022 auf 173.065. Diese Zahl enthält  zugleich eine Verschiebung von den Berufs- zu den Zeitsoldaten ; mit einer Steigerung von 53.045 auf 53.172 Berufs-, aber einem Absinken von 119.977 auf 119.893 Zeitsoldaten.

Die Statistik zum Stand 31. Januar 2019, vom Ministerium wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht:

181.512 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 1.117
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 3.111
Streitkräftebasis: 27.603
Zentraler Sanitätsdienst: 20.150
Heer: 61.837
Luftwaffe: 27.902
Marine: 16.438
CIR: 12.997
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 971
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.631
Bereich Personal: 7.755, davon bis zu 5.400 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 53.172 Berufs- und 119.893 Zeitsoldaten (Gesamt: 173.065) sowie 8.447 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt 2018: 8.408).

Zur Bundeswehr gehören 22.098 Soldatinnen.

Stand: 31. Januar 2019

Wie immer hat ein Leser (vielen Dank!) die Zahlen in eine aktualisierte Tabelle eingepflegt:

20190226_BWPers_Jan2019

Der Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen:

Dezember 2018
November 2018
Oktober 2018
September 2018
August 2018
Juli 2018
Juni 2018
Mai 2018
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Januar 2013 bis Dezember 2015

(Foto: Gebirgsjäger üben die Befreiung nach Einbruch im Eis bei der Übung ‚Eiskristall 2019‘ in Skjold in Norwegen im Januar 2019 – Jana Neumann/Bundeswehr)

10 Gedanken zu „Personalstärke Januar 2019: Ganz leichte Steigerung, mehr Berufs- und weniger Zeitsoldaten

  1. Bei dieser Statistik fehlt mir immer die alles entscheidende Angabe
    “davon ineffizient eingesetzt bzw. auf Wasserkopf-Dienstposten:……”
    Ohne die Antwort sind das alles doch wertlose Aneinanderreihungen von Zifferfolgen.
    Und jedes Mal liegt mir die naive Frage auf der Zuge, à la Kentucky Fried Movie,
    “Aber wofür brauche ich denn Soldaten im Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen???”

  2. Das Problem an diesen Zahlen sind die Zahlen. Gerade in sehr spezialisierten Verwendungen hat man nunmehr das Gefühl, dass aufgrund Bewerbermangel ( Konkurrenz zur deutlich besser zahlenden Wirtschaft ) mittlerweile auch Bewerber zur Bundeswehr und in die Ausbildung aufgenommen werden, welche nur bedingt geeignet sind. Der Outcome, also der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung ohne Qualitätsverlust ist bescheiden. Also passende Zahlen zu Lasten der Sichheit? Das darf nicht sein.

  3. Jörg | 26. Februar 2019 – 23:39uch Bewerber zur Bundeswehr und in die Ausbildung aufgenommen werden, welche nur bedingt geeignet sind.

    Wofür denn bedingt geeignet?

    Nach meinem Dafürhalten war ich wohl als Ersatzreserve 3 für die PzGrenTrp nicht oder nur bedingt geeignet. vom Weitverkehrsspezialisten bis zum Weitverkehrsmechanikermeister bei der FlaRak(HAWK) zuletzt als Werkstattleiter(FmGer) doch sehr wohl.

  4. @TomTom | 26. Februar 2019 – 23:09

    Schauen Sie mal in die Tabelle. Da sehen Sie in den unmittelbar nachgeordneten Dienststellen des Ministeriums Ihren gesuchten Wasserkopf. Die Anzahl der Soldaten dort hat sich von Januar 2016 bis Januar 2019 mehr als verdoppelt.
    Das ist zumindest der offensichtliche Teil.

  5. @Pio-Fritz 27.02.2019-09:50

    Es gab offenbar zweimal Umschichtungen hin zu den unmittelbar nachgeordneten Dienststellen: Einmal von Dezember 2016 auf Januar 2017 von der Streirkräftebasis (-463) zu den unmittelbar nachgeordneten Dienststellen (+548) und einmal von März 2018 auf April 2018 wiederum von der Streitkräftebasis (-870) zu den unmittelbar nachgeordneten Dienststellen (+780).

    Gruß, JNe

  6. Wenn die Steigerung nur bei den BS erreicht werden, liegt das nach meiner Vermutung daran das jetzt Leute BS werden, die vorher ausgesiebt worden wären. Gab ja auch schon einige Beispiele im eigenen Bereich.

  7. @Jörg | 26. Februar 2019 – 23:39
    „Der Outcome, also der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung ohne Qualitätsverlust ist bescheiden. Also passende Zahlen zu Lasten der Sichheit? Das darf nicht sein.“

    Naja, es ist ja auch auf dem zivilen Arbeitsmarkt aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der Quasi-Vollbeschäftigung derzeit für zahlreiche Arbeitgeber notwendig gewisse (!) Qualitätseinbußen bei den Einstellungen hinzunehmen.

    Warum sollte das für die Bundeswehr anders sein? Die Realität ist nun einmal die Realität.

    Und so schlimm ist das doch auch nicht. Hier wird m.E.n. häufig auch aus einer „früher war alles besser, die Gummistiefel waren noch aus Holz und die heutige Jugend ist sittenlos und verdorben“ argumentiert.

    @Pio-Fritz | 27. Februar 2019 – 9:50
    „Schauen Sie mal in die Tabelle. Da sehen Sie in den unmittelbar nachgeordneten Dienststellen des Ministeriums Ihren gesuchten Wasserkopf. Die Anzahl der Soldaten dort hat sich von Januar 2016 bis Januar 2019 mehr als verdoppelt.“

    1. Richtig, da ist ein Teil (!) des Wasserkopfes.
    2. Aber es sind in den letzten Jahren dort nicht so viele Stellen hinzugekommen, wie die Zahlen vermuten lassen. Die allermeisten Stellen war bereits vorher vorhanden, aber nicht als „unmittelbar nachgeordnet“ eingestuft und deswegen in anderen Zahlen erhalten (Beispiele hierfür vor allem FüAkBw und BAMAD).

    @Stefan | 27. Februar 2019 – 13:12
    „Wenn die Steigerung nur bei den BS erreicht werden, liegt das nach meiner Vermutung daran das jetzt Leute BS werden, die vorher ausgesiebt worden wären. Gab ja auch schon einige Beispiele im eigenen Bereich.“

    Ja und nein. Sicherlich gibt es in Mangelverwendungen auch einige BS, die früher (und auch heute noch!!) in „normalen“ Verwendungen nicht BS werden/geworden wären.

    Aber das finde ich auch vollkommen in Ordnung. Jegliche Personalauswahl ist immer ein Abwägen zwischen Wunschkandidat und tatsächlichem Kandidat ;)

    Sofern eine „absolute“ Grenze nicht unterschritten wird, muss man hin und wieder halt auch einen vermeintlichen 3er Kandidaten nehmen, wenn es keine 1+er mehr gibt…

  8. @Stefan

    Was die Übernahmequoten BS angeht, so kann ich zumindest für ein paar wenige AVR (Ausbildungs- / Verwendungsreihen) im Heer sprechen, die ich die letzten Jahre beobachte.
    Die Übernahmequoten steigen. Gleichzeitig stagniert bzw. sinkt die Zahl der Bewerber, bzw. wachsen sie nicht in solchem Maß an, wie die Quoten.
    Das führt zwangsläufig dazu, dass man nun auch Soldatinnen und Soldaten übernimmt, die es z.B. die letzten 5 Jahre nicht geschafft haben.
    Ja nach AVR, Zahl der Antragsteller und Quote kann es so auch mal sein, dass man jetzt jemanden übernimmt, der in der letzten Beurteilung „nur“ eine Entwicklungsprognose 4 „bei Bedarf bis in die höchsten Verwendungen der Laufbahn“ erhalten hat.
    Vor zwei/drei Jahren wäre das in diesen AVR’s noch undenkbar gewesen…mittlerweile geht es.

    Man muss aber auch festhalten, dass da steht „bei Bedarf geeignet“, bedeutet also, der Chef sendet an die Personalführung das Signal „ja er/sie kann es, und wenn es geht, dann übernehmt ihn/sie“
    Der Chef will, der Chef kriegt!
    Wenn er jemanden hat, der kein BS werden soll, dann muss man es auch so in die Beurteilung (Planmäßig und Laufbahn) reinschreiben und dann gibts eben nur eine Entwicklungsprognose 1 (bis zur allgemeinen Laufbahnperspektive).

    Oft ist es aber leider so, dass man wohlwollend beurteilt, man will ja niemandem die Wahrheit sagen oder auf den Schlips treten und wenn dann die Personalführung den Bedarf sieht und die Übernahme signalisiert, dann ist immer alles sch***.

  9. Komisch in dem unmittelbar nachgeordneten Bereich in dem ich Dienst leiste, haben wir seit 2012 nur Dienstposten abgegeben. Abgaben erfolgten zum BMVg, Kdo CIR und bald zur NATO Kommandostruktur. Wo ist den jetzt der viel besagte Wasserkopf ? Mir fällt nur das BMVg mit einem deutlichen Aufwuchs seit TdM auf!

  10. @Mike | 28. Februar 2019 – 9:18
    „Komisch in dem unmittelbar nachgeordneten Bereich in dem ich Dienst leiste, haben wir seit 2012 nur Dienstposten abgegeben. Abgaben erfolgten zum BMVg, Kdo CIR und bald zur NATO Kommandostruktur.“

    Verstehe ich ehrlich gesagt nicht 2012 gab es kaum „unmittelbar“ nachgeordnete Dienststellen. Die BMVg-unmittelbare Unterstellung sind ja fast alles Erfindungen der aktuellen IBuK. Welche Dienststelle meinen Sie denn?

    Es sei denn Sie meinen die SKB, aber die ist ja keine unmittelbar nachgeordnete Dienststelle im Sinne der o.a. Statistik bzw. des Kommentar…

    Und gerade die wäre ja zudem ein gutes Beispiel den wachsenden Wasserkopf darzustellen.

    Seit 2012 hat man aus einem milOrgBer (SKB) zwei gemacht (SKB und CIR), dabei aber die Führungsorganisation auf der Ebene X, XX und XXX nicht erhalten oder verringert, sondern deutlich ausgedehnt. Auf der Ebene XXX z.B. hat man das Kdo SKB nahezu 1:1 gespiegelt und damit einen immensen Aufwuchs bei UmP, Offz und StOffz verursacht.

    „Mir fällt nur das BMVg mit einem deutlichen Aufwuchs seit TdM auf!“

    Sie meinen nach TdM, oder? Denn TdM hatte ja die signifikante Verkleinerung des BMVg veranlasst bzw. lange Zeit verteidigt.

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