Personalstärke Juli 2018: So viele Berufs- und Zeitsoldaten wie seit 2014 nicht mehr (Nachtrag)

Die neuen Zahlen zur militärischen Stärke der Bundeswehr für den Monat Juli 2018 liegen vor, und eines fällt auf: Die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten ist mit 171.931 auf den höchsten Stand seit 2014 gestiegen – es sind gut 1.500 mehr als die 170.394 im Juni dieses Jahres. Insgesamt stieg die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten auf 179.797, im Juni waren es noch 178.904.

Der Anstieg der Berufs- und Zeitsoldaten – bei gleichzeitigem Rückgang der Freiwillig Wehrdienst Leistenden von 8.510 im Juni auf 7.866 im Juli – dürfte nicht zuletzt mit höheren Einstellungszahlen zum 1. Juli zusammenhängen. Es ist noch ein bisschen früh für die Antwort auf die Frage, ob das schon bedeutet, dass der Trend nach oben geht.

Die Zahlen für den Juli 2018, vom Verteidigungsministerium am (heutigen) Dienstag wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht:

179.797 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 986
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 3.033
Streitkräftebasis: 27.601
Zentraler Sanitätsdienst: 20.145
Heer: 61.290
Luftwaffe: 27.794
Marine: 16.339
CIR: 12.599
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 965
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.602
Bereich Personal: 7.443, davon bis zu 5.400 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 171.931 Berufs- und Zeitsoldaten und 7.866 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt 2018: 8.831).

Zur Bundeswehr gehören 21.643 Soldatinnen.

Stand: 31. Juli 2018

Nachtrag: Ich habe mir jetzt auch noch mal zwei Kennziffern angeschaut: Die Steigerung von Juni auf Juli in den Vorjahren und die Durchschnittszahl der FWDL.

Die Zahlen/Steigerung bei Berufs- und Zeitsoldaten

Juni 2016: 166.523 -> Juli 2016: 167.462
Juni 2017: 168.446 -> Juli 2017: 169.856

Mit anderem Worten: Eine deutliche Steigerung im Juli ist nicht ungewöhnlich – wenn mir auch leider für die Jahre 2013 bis 2015 die durchgehende Monats-Statisitk fehlt, so dass unklar ist, ob das zuvor auch immer so war. Ein Anhaltspunkt, dass nicht: 2015 war die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten von 169.058 im Mai auf 169.327 im August gestiegen. Also kein so massiver Aufwuchs erkennbar wie 2016 und 2017.

Und, weil das in den Kommentaren auch schon angesprochen wurde: Die Zahl der FWDL ist seit Mai 2017 nicht mehr über die 10.000-er Marke geklettert. Die Durchschnittszahl für die Monate Januar bis Juli 2016 hatte die Bundeswehr im August 2016 mit 11.790 angegeben. Im August 2017 wurde als Durchschnitt für Januar bis Juli 9.838 genannt. Jetzt sind es für die ersten sieben Monate dieses Jahres durchschnittlich 8.831 Freiwillig Wehrdienst Leistende.

Nachtrag 2: Wie in den Vormonaten hat ein Leser die neuen Zahlen in eine fortgeschriebene Excel-Tabelle gegossen (vielen Dank!):

20180822_BWPers_Juli2018

Der Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen:

Juni 2018
Mai 2018
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Januar 2013 bis Dezember 2015

(Foto: Ein Beach-Clearance-Team der Minentaucher markiert im auf dem Truppenübungsplatz Putlos mit Leinen den Anlandungsweg unter Wasser bei der Übung Very-Shallow-Water-Diving im Juli 2018 – Bundeswehr/Andrea Bienert)

31 Gedanken zu „Personalstärke Juli 2018: So viele Berufs- und Zeitsoldaten wie seit 2014 nicht mehr (Nachtrag)

  1. Da darf man davon ausgehen, dass der Löwenanteil des Anstieges durch die gebündelte Einstellung der OA’s zum 01.07. entstanden ist. Folglich sind die Zahlen nicht für Tendenzen zu gebrauchen.

  2. werden bei den veröffentlichen Zahlen eigentlich auch die Soldaten die sich derzeit in der Ausbildung befinden miteingerechnet?

  3. @Flix

    Entscheidend ist der Status; aktiver Soldat ist aktiver Soldat, ob „in der Ausbildung“ oder Vier-Sterne-General.

  4. Möglich wäre auch das die (noch) freiwillige Verlängerung der Dienstzeit bei den BS über die Besondere Altersgrenze hinaus sich ebenfalls positiv auswirkt.

  5. Gibt es eigentlich eine Übersicht, aus der man die Alters- und Dienstgradstruktur entnehmen kann?

  6. Warten wir erstmal auf die Zahlen August/September 18. Dann haben viele ihren Widerruf gezogen und die Zahlen werden in die richtige Richtung korrigiert.

    @Auslandsdiener genaue Zahlen kenne ich persönlich nicht. Ich weiß nur so viel: An Stabsoffizieren, Obristen und Generalen mangelt es keinesfalls. Der Wasserkopf wird in hundert Jahren nicht kleiner.

  7. die Zahl der Studierenden oder der Soldaten im Personalbereich hat sich nicht erhöht im Vergleich zu dem Vormonat. So daß wir zwar vermuten können, daß es an den OA liegt, aber sich dies überhaupt nicht aus den Zahlen belegen lässt.

    Dramatisch ist der ‚Einbruch bei den FWL. Eine so geringe Zahl an Freiwillig Wehrdienstleistenden gab schon seit Jahren nicht mehr. Ohne diesen Einbruch wäre die Zahl der BW-Soldaten wenigstens über 180.000 gesprungen bzw. die ‚BW hätte endlich mal wieder ihre Sollstärke erreichen können.

    Es fragt sich, ob nicht viele Bewerber für den FWD überredet wurden Zeitsoldaten zu werden, um die Zahl der Zeitsoldaten zu erhöhen zu Lasten des FWD?

    Jedenfalls sprechen die schlechten Zahlen der FWL gegen den Erfolg der Serie die Rekruten!

  8. Ja, gibt es !

    Bundestagsdrucksache 19/3613 vom 30.07.2018

    Dienstgradstruktur in Anlage 1
    Altersstruktur in Anlage 3

    @TW : Anlagen einfügen geht nicht ? Oder bin ich nur zu doof ?

    [Anlage geht nicht, Link geht – s. weiter oben, da war schon einer schneller ;-) T.W.]

  9. Man muss sich unbedingt vor Augen führen, für welchen immensen Preis wir diesen kleinen Fortschritt (?) erkauft haben!

    Ich habe in den letzten Tagen wieder haarsträubende Geschichten aus dem Bereich der Personalverwaltung mitbekommen.
    Da stellen Soldaten kurz nach der Grundausbildung, ohne überhaupt eine ATN erworben zu haben und ohne, dass man sie in der Stammeinheit überhaupt kennt, einen Antrag auf die Übernahme zum SAZ12. Der Chef lehn das schriftlich ab und will den Soldaten erst noch kennenlernen, aber das BAPers kassiert die Ablehnung und verlängert die Verträge blind.
    Anderes Beispiel: Der Chef lehnt Anträge auf die Verlängerung der Dienstzeiten von Mannschaftssoldaten ab, weil die Soldaten mehrere Monate lang Krank zu Hause und charakterlich nicht geeignet sind. Auch hier kassiert das BAPers die Entscheidung und verlängert die Verträge.
    Das ist doch ein Wahnsinn! Wir holen uns hier teures und unfähiges Personal ins Haus, nur damit Stellen auf dem Papier besetzt sind und das BAPers brav melden kann. Diese Leute belasten die Truppe nur und schädigen darüber hinaus das innere Gefüge der Einheiten. Wenn man dann noch liest, dass man ja eine gute Bewerberlage hat, weil auf eine offene Stelle zwei Bewerbungen kommen, der soll sich bitte mal die Qualität der heutigen Bewerbungen anschauen. Ein großer Teil davon ist hoffnungslos und dürfte nicht im entferntesten in Betracht gezogen werden. Aber wir tun es trotzdem und holen uns sehendes Auges massenhaft Pflegefälle in die Truppe. Kein ziviles Unternehmen kann sich so ein Missmanagement erlauben, aber in der Bundeswehr ist es möglich und nichts passiert.
    Es ist zum verrückt werden!

  10. Vielen Dank für den Link zur BTDrs. Aber wo sind die OrgBer IUD, AIN, MilS und Rechtspflege ?

  11. Was nützt alleine die Mannstärke einer Armee, wenn hier schlecht ausgebildetes Personal an allen Ecken und Enden, durch eigene Unfähigkeit und dem unerschütterlichen Willen nix dazu zu lernen, Chaos verbreiten und hinterlassen?

    Ich bin froh wenn ich nach meinem BfD den Verein verlassen kann.

    [Wie viele Nicks wollen Sie sich denn noch zulegen, um Ihre praktisch immer wortgleiche Nachricht zu verbreiten? T.W.]

  12. @SF Isso | 22. August 2018 – 11:34

    Wahrscheinlich sind Sie der einzige vernünftig ausgebildete Soldat der Bundeswehr, der weiß, wo es langgeht. Schade nur, das Ihre Talente und besonderen Fähigkeiten verkannt wurden./sarc

    Um es mit Atze Schröder zu sagen: „Nee, is´ klar, nech.“

    Ihre Aussage ist unkameradschaftlich und an Illoyalität kaum zu überbieten.

  13. Seltsam, dieses Qualitätsproblem ist mir in ca 30 Jahren Arbeitszeit nicht so aufgefallen.
    Liegt das Problem vielleicht wo anders.
    Personen allerdings die über andere so herziehen….

  14. Ohne dz selbst allzu tiefe Einblicke zu haben, halte ich es aufgrund von diversen Gesprächen mit jungen Offz (Studium, OL…), KpChef, TrSchul-Lehrpersonal und älteren aus der „Schlammzone“ leider für nicht generell übertrieben, schon gar nicht falsch („gelogen“), daß „von (ganz) oben“ Kandidaten, die „eigentlich“ ihre mangelhafte Leistungsfähigkeit (Lehrgang, ATN-Prfg, körperlich…) und/oder inakzeptable Einstellung bereits BEWIESEN und dies auch durch die UNMITTELBAREN Vorgesetzten bestätigt bekommen haben, dann doch „irgendwie“ durch- oder weitergewunken werden.
    Teils in für die Truppe, spätestens im Einsatz „kritische“ Verantwortung bzw Aufgaben, die dann aber auch kein anderer retten kann, da kein anderer Spezialist verfügbar ist.
    „Zahl vor Wahl“ war noch nie das richtige Kriterium, da helfen auch die – ja immer nur für die jeweilige Amts-/Bilanzzeit erhobenen – „tollen Statistiken“ rein gar nichts!
    Daß das wirkliche Leben und menschliche Mit- und natürlich auch – wie schon IMMER – GEGENeinander „eigentlich“ keiner „betriebswirtschaftlichen“ Betrachtung und schon gar nicht totalen Unterwerfung bedarf, sollte, auch in der ach so „reichen“ „juristischen Verwaltungsrepublik D“ mittlerweile angekommen sein!

  15. @Mackiavelli

    Dazu kommen noch die Quereinsteiger mit atemberaubenden Qualifikationen und Dienstgraden. Da gibt es Geschichten da wird jeder BS Hauptfeldwebel mit 20 Jahren Diensterfahrung, unzähligen Einsätzen und Meisterqualifikation (EQR 6) blass.

  16. Als Absolvent der Hochschule der Bundeswehr München fällt mit auf, dass seit Februar 2018 die Anzahl der Studierenden an den Hochschulen der BW mit konstant 5400 angeheben wird. Vorher gab es aber immer gewisse Schwankungen von Monat zu Monat. Stimmt da etwas nicht mit der Statistik ???

    [Dazu ist in dem Beitrag zu den Juni-Zahlen was gesagt; bitte dort nachlesen. T.W.]

  17. Wenn man sich die Anlage 3 zum Altersdurchschnitt der Soldaten anschaut, dann kann man ein paar Ableitungen erstellen.

    Im Schnitt sind bei allen 3 TSK Heer, Lw, Marine die Durchschnittsalter der Soldaten um 3 Jahre gestiegen (BMvg und höhere Kdo-Behörden mal außen vor).

    Die Erhöhung begründet sich nicht nur auf die Erhöhung der besonderen Altersgrenzen zur Pensionierung, sondern auch auf höheres Einstellalter der Rekruten. Im Schnitt 0,5 bis 1 Jahr bei allen 3 TSK.

    Besonders deutlich wird dies im Dienstgrad Oberfähnrich, der bei den 3 TSK um 2 – 4 Jahre höher liegt als noch vor 10 Jahren (vermutlich Fachdienstoffiziere). Bis zum Hauptmann war das wieder ausgeglichen.

    Das Durchschnittsalter der Hauptfeldwebel und Stabsfeldwebel sank teils deutlich, was auf eine frühere Beförderung schließen lässt und das Durchschnittsallter der OStFw erhöhte sich ebenso deutlich um etwas mehr als 1 Jahr, was aufgrund der Anhebung der Besonderen Altersgrenze um 1 Jahr nicht verwundert, aber der Rest auf viele freiwillige Dienstzeitverlängerungen in diesem Dienstgrad bei Lw, Marine schließen lässt.

    Ausnahme in der Altersstruktur beim Heer, aber hier vermute ich einen „Verschiebebahnhof“, dass die Kameraden über einer gewissen Altersgrenze von Heereseinheiten zu SKB-Einheiten versetzt werden. Weitere Ausnahme beim Heer ist, dass sich das Offizierkorp von Lt bis Major teils deutlich über ein Jahr verjüngt hat. Damit ist es gegen den Trend der anderen TSK, was aber aufgrund der besonderen Anforderung der Heereseinheiten nur zu begrüßen ist.

  18. @ Mackiavelli
    Sehr gute Zustandsbeschreibung die ich gerne aus dem System vdL heraus ergänzen möchte:
    Die Ministerin WILL, dass die Zahlen steigen. Sts Hoofe weist an, DASS die Zahlen zu steigen haben.
    BAPers SETZT um und STELLT ein wie von Mackiavelli beschrieben. Der Presse/Infostab TROMMELT und FEIERT die gestiegenen Zahlen. Den Preis BEZAHLT die Truppe, die mit dem Personal leben muss, bzw. eben nicht leben muss, weil die Kameraden schnell wieder gehen bzw nicht bereit sind, das Vereinbarkeit von Dienst und Familie als wechselseitiges Verhältnis zu verstehen und immer den Vorrang bei Familie sehen.
    Und dann gibt es Kommandeure, die dieses Missverhältnis öffentlich ansprechen, so wie etwa KptzS Horn (man mag sich noch an ihn erinnern). Diese Herren werden dann RUHIG gestellt.
    Und die Truppe reibt sich verwunder die Augen und fragt sich, wo die vielen neuen Soldaten denn bleiben und zur individuellen Entlastung beitragen….
    So läuft das System vdL.

  19. Bei aller (berechtigten) Kritik an, das sind grundsätzlich gute Zeichen :)

    Wenngleich es auch nicht so früh erfolgte wie eigentlich gewünscht und leider auch m.E.n. nicht mit der richtigen Dienstgradstruktur (durch die freiwillige Dienstzeitverlängerung bei nicht wenigen SaZ und BS) wird der Wasserkopf halt im Ergebnis noch größer und noch älter), aber trotzdem: Es geht zumindest schon mal in die richtige Zahlenrichtung!

    Besonders deutlich wird der positive Trend, wenn man die Zahlen mit denen von letztem Jahr vergleicht: Da sind es knapp über 2.000 neue SaZ/BS…

    Das ist schon mal ein ordentlicher Schluck aus der Pulle ;)

    Aber jetzt heisst es natürlich nicht nachlassen in der Nachwuchsgewinnung, denn durch die Freigabe des weitere Jahresanteils am „atmenden Personalkörper“ ist man natürlich im Ergebnis wieder hinter den Sollzahlen zurück. So ein bißchen Hase und Igel :(

  20. @ Mackiavelli
    Volltreffer.

    @ThoDan
    Mal aus der Schlammzone, hier im Hause dienen mindestens 5 adipöse (nicht übertrieben) Soldaten die sind weder Einsatz/Seefahrt/IGF/-tauglich.
    In der letzten Dienststelle ähnliches Bild aber da war es Burn/Boredout, Übergewicht, keine Lust auf Einsatz.
    Es ist (noch) keine Mehrheit, aber eine spürbare Anzahl an Soldaten daher kann ich ihre Behauptung sie haben das in 30 Jahren bei noch nicht beobachtet nicht nachvollziehen.

    Übrigens aus der Froschperspektive sind oben genannte in den letzten 5-10 Jahren mehr geworden und zwar spürbar.

    Die Feststellung das die Qualität der Bewerber abgenommen hat sollte als hilfreiche Kritik angenommen und nicht als pauschales herziehen abgetan werden.
    Nur mal als Gedankenspiel: lassen sie doch mal Morgen alle Soldaten einer x-beliebigen Dienstelle antreten und alle die vollumfänglich Einsatz/IGF tauglich sind treten einen Schritt vor. Ich behaupte die Mehrheit bleibt stehen.

    Mit vollumfänglich meine ich übrigen nicht mit Ausnahmegenehmigung ;-)

  21. Die Anlage 2 ist auch sehr interessant. Dort kann man nun einmal sehen wie gross der Personalmangel wirklich ist und ebenfalls interessant Anlage 1. In der BW kommt mittlerweile EIN!!!! Mannschaftssoldat auf ZWEI!!!! Unteroffiziere und EIN Offizier auf Sieben Soldaten…. Einfach nur noch Wahnsinnig.

  22. @inside the system
    Ich habe heute zweieiige Zwillinge vom KarrC Hannover abgeholt, beide 1. Abitur, 3 sprachig.
    Jetzt raten Sie mal wen man genommen hat,
    das Mädel.
    Nicht schlimm, jeder Arbeitgeber sucht sich aus, wen er nimmt.
    Erschütternd fand ich nur, kein Kind berichtete,
    fair, okay, aufregend oder so, sondern,
    weil wir um 14.00 Uhr fertig sind gibt es kein Mittagessen oder Lunchpaket,
    die Bettwäsche war total verschlissen – bei der Annahme, nimm das oder nicht, außerdem beklaut worden trotz grünem BWSchloss)
    Der Junge: -„Psychologe darf wohl nur Frauen einstellen.“
    Vom Aufwand ohne Reisebüro oder DB Agentur überhaupt den „Gutschein“ einzulösen,
    will ich gar nicht reden.
    Will sagen, es wird nicht auf Gedeih und Verderb eingestellt, die Weisung heißt wohl eher, vergraulen, koste es was es wolle.
    Ein Detail noch am Ende, Montags waren wohl nur ein paar Männer eingeladen oder erschienen, die passten wohl in eine 8 Mann Stube,
    Dienstagmorgen nur junge Damen…
    Nochmal, der „Arbeitgeber“ ist frei, aber am Ablauf/Umständen des „Bewerbungsgespräches“ sollte man arbeiten.

  23. @Mackiavelli:
    Vermutlich wird BAPers aus den vielgerühmten „grundsätzlichen Erwägungen“ entscheiden. Entscheidend ist doch, das nichts passiert :O)
    Und wenn dann doch, ist Truppe schuld.
    Verrückt werden reicht da schon lange nicht mehr. Wut kommt schon eher hin.

  24. Es gibt doch derzeit massivste Probleme in der Personalbewirtschaftung der Bundeswehr. Zum einen werden mehr und mehr Leute eingestellt und auch noch verlängert, die ihre Unfähigkeit mehrfach erfolgreich unter Beweis gestellt haben. Frei nach dem Motto: „Lieber Krücke statt Lücke!“

    Des Weiteren wird für „Neukunden“ einfach alles getan, damit diese kommen oder dabeibleiben. Z.B. Prämien oder eine heimatnähere Verwendung. Bei „Bestandskunden“ wird seitens Personalführung überhaupt nichts getan, außer jegliche Maßnahme als unabdingbar abgetan und mit Mangel begründet.

    Hinzu kommt noch, dass derzeit Leute BS werden, welche vor ein paar Jahren nicht ohne Grund eben KEIN BS oder OffzMilFd geworden sind (Beileibe natürlich nicht alle!). Aber es tut schon weh gute Leute vor Jahren gehen gesehen zu haben, wenn ich mir so einige Dienstverweigerer anschaue, die jetzt BS werden! Manchmal Frage ich mich einfach wo wir hin wollen? Es tut ja gut immer noch gute Leute zu treffen (Teilweise ja auch jüngere Kameraden). Aber ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass wir doch die Fähigkeiten zum Kampf verloren haben und uns nur noch selber verwalten.

    P.S. ich mach meinen Job immer noch gerne. So langsam merkt man aber, dass man Müde ist!

  25. Küstengang01 | 22. August 2018 – 19:42
    Die Anlage 2 ist auch sehr interessant. Dort kann man nun einmal sehen wie gross der Personalmangel wirklich ist und ebenfalls interessant Anlage 1. In der BW kommt mittlerweile EIN!!!! Mannschaftssoldat auf ZWEI!!!! Unteroffiziere und EIN Offizier auf Sieben Soldaten…. Einfach nur noch Wahnsinnig.

    Auch da empfiehlt es sich mal bei Facebook in der Bundeswehr Community mitzulesen.
    Ein jeder der auch nur auf die Idee kommt die Manschafts Laufbahn einzuschlagen bekommt zu höre:
    Mach das nicht
    Zu wenig Geld
    Mach Feldwebel

    Aber wahrscheinlich bekommen die jungen Leute die Interesse haben zur BW zu gehen auch zu Hause von den Eltern eingeimpft das Sie doch gleich was „besseres“ machen sollen.
    Ist ja das gleiche mit den Handwerks Berufen…

    Fragwürdige Entwicklung.

  26. @IstEgal

    Wurden diese Soldaten adipoes geworben?
    Warum ist die Mehrzahl der Soldaten dieser Dienststellen nicht IGF/Einsatztauglich?
    Warum der Vorwurf des Burnout?

    Ich rede von meinen Erfahrungen im zivilen Berufsleben und das passt nicht zusammen, u.a. die Art wie diese Vorwürfe erhoben werden erweckt den Verdacht in mir, das dieses Problem doch teilweise woanders liegen könnte.

  27. @Bjalle | 22. August 2018 – 20:15
    „Des Weiteren wird für „Neukunden“ einfach alles getan, damit diese kommen oder dabeibleiben. Z.B. Prämien oder eine heimatnähere Verwendung. Bei „Bestandskunden“ wird seitens Personalführung überhaupt nichts getan, außer jegliche Maßnahme als unabdingbar abgetan und mit Mangel begründet.“

    Formale Anmerkung: ich halte die Bezeichnung „Kunden“ für zukünftige bzw. aktuelle Soldaten für seltsam.

    Inhaltlich:
    Natürlich ist ein Großteil der finanzwirksamen Maßnahmen auf neueinzustellende Soldaten ausgerichtet. Das ist ja auch nur folgerichtig! So funktioniert Nachwuchsgewinnung nun mal.

    Aber auch für die aktiven Soldaten gibt es in der Zwischenzeit mannigfaltige Instrumente zur Unterstützung der (internen) Personalbindung.

    Sowohl finanzieller, als auch personalführungstechnischer Art.

    Bei allem was man der aktuellen IBuK (und teilweise auch ihrem Vorgänger vorwerfen kann), da hat sich in den letzten 6 Jahren wirklich viel getan…

  28. @Niels K.

    Vielen Dank für die Übersicht. Dabei überrascht mich die Anzahl der Generale. 193 aktive Generale scheint mir bei insgesamt 153.276 Mann doch etwas viel zu sein.

    Vom 01.01.1921 bis 09.05.1945 soll es insgesamt 5852 Generale gegeben haben. Berücksichtigt man, dass wir alleine 6 Millionen aktive Soldaten hatten (fast das 40fache), dann sind wir mittlerweile wohl sehr kopflastig geworden.

  29. Außer bei Leutnanten/Hauptleuten A9-A12 ist das BAPersBw besser besetzt als alle anderen OrgBereiche.

    Ein Schelm, wer böses dabei denkt…

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