Bundeswehr-Personalstärke im Oktober: Gleichbleibend

20160921_colibri2016

Deutlich früher als in den vorangegangenen Monaten, bereits am (heutigen) 10. November, hat die Bundeswehr die aktuelle militärische Personalstärke für den Oktober 2016 veröffentlicht: 176.752 aktive Soldatinnen und Soldaten, nur wenig verändert im Vergleich zum September mit 176.162 Soldaten. Der minimale Zuwachs ist auf eine Steigerung bei den Freiwillig Wehrdienst Leistenden von 8.410 auf 9.028 zurückzuführen; die Zahl der Zeit- und Berufssoldaten ging dagegen von 167.752 auf 167.724 leicht zurück. (Dass die angepeilte Gesamtzahl von 170.000 Zeit- und Berufssoldaten nach wie vor nicht erreicht wird, ist offensichtlich.)

Die Gesamtzahlen zum Ende Oktober 2016:

176.752 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 964
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 1.442
Streitkräftebasis: 41.156
Zentraler Sanitätsdienst: 19.648
Heer: 59.136
Luftwaffe: 28.186
Marine: 16.242
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 946
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.785
Bereich Personal: 7.247, davon 4.524 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 167.724 Berufs- und Zeitsoldaten und 9.028 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt Januar bis Oktober: 9.718).

Zur Bundeswehr gehören 19.975 Soldatinnen.

Stand: 31. Oktober 2016

Wie hier gewohnt, die Vergleichszahlen (die Bundeswehr stellt die Daten unter dem immer gleichen Link ein und löscht dabei die Zahlen des Vormonats):

September 2016

August 2016

Juli 2016

Juni 2016

Mai 2016

April 2016

März 2016

Februar 2016

Januar 2016

Januar 2013 bis Dezember 2015

(Archivbild: Soldaten des Fallschirmjägerregimentes 26 üben gemeinsam mit Fallschirmjägern des 8e Régiment de Parachutistes d’Infanterie de Marine das Überwinden der Hindernisbahn im Rahmen der multinationalen Übung Colibri 2016 in Frankreich am 21.09.2016 – Bundeswehr/Sebastian Wilke)

146 Kommentare zu „Bundeswehr-Personalstärke im Oktober: Gleichbleibend“

  • CRM-Moderator   |   12. November 2016 - 21:36

    @Voodoo/all:
    Komplette Wartung Heron ist zivil.
    Alle. Chef/Prüfer/Schrauber/Elektrotechniker (komplex) und die Piloten für Nachprüfflüge bzw. Gnd Ops/Start/Landung ebenfalls.

    Bw hat „nur“ Piloten (taktischer Teil), Kamerabediener sowie Auswertung (GES).

  • Schorsch   |   12. November 2016 - 21:53

    @Georg
    Die Neueinstellungen kommen ja auch.
    So werden für die Lw 2ß17 600 OAs eingestellt. Fast 50% mehr als laut PSM 185 geplant.
    Chancen BS zu werden oder nach 12 Jahren Hauptmann zu werden? Gering…

  • Georg   |   13. November 2016 - 8:26

    @ Schorsch

    So weit so gut !

    Mit den 300 zusätzlichen OA Trd betreiben Sie aber keinen Flugplatz, kein Schiff und keine Sanitätseinheit. Dazu sind Fw – OStFw und Hptm milFD notwendig. Die sind aber (fast) alle Berufssoldaten und solche möchte man drastisch weniger haben.

  • Ben   |   13. November 2016 - 9:29

    Es gilt hierbei auch anzumerken, dass eine vermehrte Einstellung von X OA der Luftwaffe nicht zwangsweise dazu führt, dass nach Abschluss der unterschiedlich langen Ausbildungsverläufe pauschal attestiert werden kann, dass weniger Chancen auf die Übernahme zum BS oder eine Beförderung in A11 respektive die Einweisung in A12 bestehen.

    Gerade in der Ausbildungsphase der OA/Offz verdeutlicht sich der „atmende Personalkörper“ durch mitunter hohe Ausfallquoten – hier sei beispielsweise auf Lehrgangswiederholungen aus Krankheits- oder Leistungsgründen; Rückstufung, Wechsel oder gar Abbruch des Studiums verwiesen. Die UniBw HH verweist selbst in Broschüren auf eine Bestehensquote von „nur“ 67% aller (!) Studiengänge – die schwankt natürlich von Studiengang zu Studiengang zwischen 20% und 50%.

    Dies alles berücksichtigend, sind Reduktionen eines GEWET (Jahrgangs) von bis zu 40% (Heer) zum Abschluss der Basisqualifizierung (OffzAnw, Stud & Militärfachliche Ausbildung) festzustellen. Eine deutliche Überhöhung der Planvorgaben des PSM 185 kann solchen Entwicklungen Folge leisten (signifikante Defizite im Bereich ObjS etwa), aber auch aufgrund struktureller Verschiebungen geschuldet sein, etwa durch Aufwuchs bei UAS (Heron) oder dergleichen.

    Vor ein paar Jahren könnte man im der Bereich der UmP FD vergleichbares beobachten. Es wurden etwa 120% eingestellt um oben skizzierte „Verluste“ zu kompensieren – wenn aber in diesem Jahrgang nun weniger Schwund anfällt als erwartet, dann hat man ausgebildete Fw FD mit Anspruch (!) auf einen DP, aber nicht ausreichend DP verfügbar. Die Folge waren sog. „Wolke DP“ oder kurzfristige Umplanungen in andere AVR. Aufgrund der langen Ausbildungsverläufe ist personelle Planung innerhalb der Bw nicht so einfach, wie das mancher erwarten mag.

  • Ben   |   13. November 2016 - 9:41

    Eine notwendige Ergänzung: Die Angaben zu dem Ausbildungsmodell Fw FD beziehen sich auf den alten Ausbildungsgang vor Umstellung auf das FA/UA Btl Modell und vor (!) Änderung der Inanspruchnahme des BFD. Ab Mitte 2012 (?) ist das dahingehend verändert worden, dass die BFD Ansprüche erst nach Ende der Dienstzeit eingelöst werden können.
    Das verlängert die Stehzeiten auf den DP und beeinflusst letztlich auch den Regenerationsbedarf und den daraus abzuleitenden Einstellungszeitpunkt. Die Frage der Wahl der „richtigen“ Einstellungsumfänge bleibt davon natürlich unbenommen.

  • Koffer   |   13. November 2016 - 9:46

    @Zimdarsen | 12. November 2016 – 20:28
    Sie argumentieren nur mit den finanziellen Attraktoren des Status/DGrad. Aber gerade hierum geht es in unserem Beruf erst in zweiter Linie.

    Zu viele, zu alte UmP in einem KpfTr Zug machen das Gefüge kaputt und führen zu einem verringerten Einsatzwert bei gleichzeitiger Berufsunzufriedenheit.

    @0815 | 12. November 2016 – 21:16
    1. Kritik am neuen System –> Zustimmung
    2. Kritik am BAPersBw –> Zustimmung in dieser Frage
    3. YouTube –> Sie sind ja auch nicht die Zielgruppe!

  • Hans Dampf   |   13. November 2016 - 16:14

    @ Koffer:

    Schorch möchte vermutlich auf Urteile hinaus, die in Bezug auf den besonderen Status BO 41 gesprochen wurden. Hier hatten Strahlflugzeugführer bzw. WSO dagegen geklagt, dass Ihr Status von BO 41 auf „BO, lang“ verändert wurde, obschon sie dies nicht wollten und es der – aus Ihrer Sicht – gängigen Praxis widersprach.
    Die Gerichte wiesen die Klage ab, da bei der Verpflichtungserklärung darauf hingewiesen worden sei, dass bei Bedarf die besondere Altersgrenze (41) durch die allgemeine Altersgrenze ersetzt werden kann. Dem berechtigten Interesse des Einzelnen auf Planbarkeit werde dadurch Rechnung getragen, dass fünf Jahre vor dem Erreichen dieser besonderen Altersgrenze festgelegt wird, ob es nun bei BO 41 bleibt oder nicht.
    Inwieweit dies nun einen Präzedenzcharakter für alle Berufssoldaten hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Ansonsten Zustimmung, was Wasserkopf und Dienstgradinflation anbetrifft. Mein Vater war seinerzeit als Gefr (OA) Schützentruppführer bei den PzGren. Heute machen das HptFw (ja, so kürzt man Hauptfeldwebel ab) oder ein StFw. Es ist absolut lächerlich. Und wer glaubt, der „Wasserkopf“ baue sich in einigen Jahren von selbst ab, der glaubt auch, dass Fahrstühle Stühle fahren ;-).

  • Koffer   |   13. November 2016 - 18:34

    @Hans Dampf | 13. November 2016 – 16:14
    Das mag er GEMEINT haben. Aber GESCHRIEBEN hat er etwas (und vor allem falsches):

    „…dass die Pensionierung mit Erreichen der besonderen Altersgrenze die Ausnahme ist und der Dienst bis zur allgemeinn Altersgrenze die Regel sein soll…“

    Und das haben Gericht weder so entschieden, noch habe ich bisher irgendwelche Gerüchte gehört, dass dies von Seiten des Dienstherren so beabsichtigt sei (auch wenn er es nach meiner Meinung jederzeit dürfte).

  • Zimdarsen   |   13. November 2016 - 19:19

    @Koffer

    „Sie argumentieren nur mit den finanziellen Attraktoren des Status/DGrad. Aber gerade hierum geht es in unserem Beruf erst in zweiter Linie.“

    Nein, ich hätte die Situation unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen beschrieben.
    Die meisten Berufssoldaten machen ihren Dienst, weil sie Geld verdienen müssen und dabei sind Kriterien wie Spaß, Vergnügen, Sicherheit, Bequemlichkeit, Pflicht, Neugierde, Karrier, Prestige uvm mitbestimmend. Doch in erster Linie geht es ums Einkommen, dies mit Pflicht zu verknüpfen ist kein Gegensatz. Was da jeder priorisiert ist oft hauch abhängig von der Lebenssituation. Am Ende muss Leistung gerecht belohnt werden.

    „Zu viele, zu alte UmP in einem KpfTr Zug machen das Gefüge kaputt und führen zu einem verringerten Einsatzwert bei gleichzeitiger Berufsunzufriedenheit.“

    Ja, so ist das in einem KpfTr Zug. Aber der größte Teil der Soldaten dient eben nicht in einem KpfTr Zug. Der größte Teil der Soldaten kämpft indirekt und trägt Waffe zum Selbstschutz.

  • Zimdarsen   |   13. November 2016 - 19:27

    @Schorsch

    …und der Rest der von 600 OA der Lw über bleibt, verteilt sich auf SKB, CIR, SAN, PersAmt uvm. Zudem haben weibliche Offiziere einen verhältnismäßig geringeren Drang BS zu werden. Bei Erhöhung der Anzahl des Frauenanteils schlägt auch dies zu Buche.
    Auch soll es bei BS noch eine Auslese geben ;-)

  • Insider   |   13. November 2016 - 19:55

    Ich denke, das Thema Weiterverwendung über die besondere Altersgrenze hinaus, wird nach der Bundestagswahl auf die Agenda kommen. Es wird einfach aus der Not heraus notwendig werden. Das Fass will jetzt nur keiner aufmachen.

  • Koffer   |   13. November 2016 - 20:06

    @Insider | 13. November 2016 – 19:55
    Absolut richtig, das Thema muss ja auch angegangen werden. Allerdings bezweifle ich, dass es bei jedem bis zur allgemeinen Altersgrenze gehen wird.

    Schon rein rechnerisch würde das ja alle Alterskonstrukte bei den Unteroffizieren zum kollabieren bringen.

    Vielmehr vermute ich, dass (so wie ja schon das ganze Jahr) Einzelfall und AVR bezogene Entscheidungen getroffen werden. Ich könnte mir auch vorstellen, dass man nochmals ein oder zwei Jahre auf die Besonderen Altersgrenzen drauflegt. Mal sehen.

    Aber alle bis zur Allgemeinen Altersgrenze? Abwegig.

  • Georg   |   13. November 2016 - 20:06

    @ Insider

    Das sehe ich auch so. Es wird bereits jetzt bei Spezialisten ein gewisser Druck aufgebaut um zu verlängern. Es ist für mich auch die einzige realistische Option sofort mehr erfahrene Spezialisten mit besonderen Fachkenntnissen zu gewinnen.

    Zum Einen muss man das Demografieproblem sehen, die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer-Generation bewegen sich auf das Pensionsalter zu, und zum Anderen der fehlende Nachwuchs aufgrund der viel geringeren Jahrgangstärken der jungen Generation. Diese Wenigen werden auf den Arbeitsmarkt hart umkämpft und da hat die Bw einfach die schlechteren Karten gegenüber der freien Wirtschaft.

  • Schorsch   |   13. November 2016 - 21:06

    „Allerdings regelt Paragraf 44 Absatz 1 des Soldatengesetzes (SG), dass Berufssoldaten in der Regel bis zum Erreichen der sogenannten „allgemeinen Altersgrenze“ Dienst leisten. Die vorzeitige Versetzung in den Ruhestand nach Überschreitung der „besonderen Altersgrenze“ soll eigentlich nur einen Ausnahmefall darstellen.“

    „Es ist zukünftig beabsichtigt, dass jeder Personalführer die Berufssoldaten im Verantwortungsbereich erstmalig fünf Jahre vor Erreichen der besonderen Altersgrenze zur Festsetzung eines beabsichtigten Zurruhesetzungszeitpunktes individuell betrachtet. Das Ergebnis wird mit den betreffenden Soldatinnen und Soldaten im Rahmen eines Personalentwicklungsgespräches erörtert.“
    http://www.bundeswehr.de

    [Und warum nicht gleich die konkrete Fundstelle?

    https://bw2.link/K5G1w

    T.W.]

  • Koffer   |   13. November 2016 - 21:52

    @Schorsch | 13. November 2016 – 21:06
    Und wo ist jetzt die gerichtliche Aussage dazu, dass die Allgemeine Altersgrenze zukünftig die Regel sein soll?

    Da ist eine Aussage der Bw, die vermutlich so niemals eintreten wird (wer will schon lauter 62jährige StFw?!).

    Die Frage der individuellen Verlängerung abhängig von AVR, DGrad etc. etc. hingegen (derzeit noch mit Zustimmung in Zukunft vermutlich hin und wieder auch ohne Zustimmung) ist ein ganz anderer Schnack. Die wird vermutlich in Zukunft deutlich häufiger genutzt werden…

  • Schorsch   |   13. November 2016 - 23:31

    Verwaltungsgericht Aachen, 1 K 2856/13:
    „Nach Maßgabe dieser Vorschriften hat ein Berufssoldat grundsätzlich keinen Rechtsanspruch darauf, nach Überschreitung der besonderen verwendungsbezogenen Altersgrenze in den Ruhestand versetzt zu werden. Vielmehr steht diese Entscheidung im pflichtgemäßen Ermessen der Beklagten. Der Soldat muss nicht mit dem Überschreiten der besonderen Altersgrenze in den Ruhestand versetzt werden, sondern kann nach dem Willen der zuständigen Stelle weiter im Dienst bleiben, bis er die allgemeine Altersgrenze erreicht hat.“

  • Koffer   |   13. November 2016 - 23:43

    @Schorsch | 13. November 2016 – 23:31
    Auch das ist unstrittig. Natürlich kann der Dienstherr uns bis zur Allgemeinen Altersgrenze (und in bestimmten Fällen sogar darüber hinaus) im Dienst halten.

    Aber woraus ergibt sich jetzt die gerichtliche Aussage, dass das zukünftig die Regel sein soll?!

  • Zimdarsen   |   14. November 2016 - 8:21

    @Insider

    „Ich denke, das Thema Weiterverwendung über die besondere Altersgrenze hinaus, wird nach der Bundestagswahl auf die Agenda kommen. Es wird einfach aus der Not heraus notwendig werden. Das Fass will jetzt nur keiner aufmachen.“

    Es will keiner aufmachen, weil es der Bw nachhaltig nicht hilft. Die besondere Altersgrenze ist für die Uffze eine Attraktivitätsmerkmal und für eine Einsatzarmee angemessen. Doch schon jetzt können weniger länger dienen als gewollt. Es fehlen ja keine Uffze im Stabsdienst, aber gerade dort wo sie fehlen ist die Belastung und Einsatzhäufigkeit groß.
    Was nützen uns, bei der Reduzierung der Spitzendienstgrade, demotivierte HFw, bis 62+ meist dann noch ohne Auslandsverwendungsfähigkeit? Was bedeutet dies für die OFw in Warteposition?

  • Insider   |   14. November 2016 - 8:38

    @Schorsch
    „Es ist zukünftig beabsichtigt, dass jeder Personalführer die Berufssoldaten im Verantwortungsbereich erstmalig fünf Jahre vor Erreichen der besonderen Altersgrenze zur Festsetzung eines beabsichtigten Zurruhesetzungszeitpunktes individuell betrachtet. Das Ergebnis wird mit den betreffenden Soldatinnen und Soldaten im Rahmen eines Personalentwicklungsgespräches erörtert.“

    Na diesen Zeitpunkt habe ich seit einigen Monaten überschritten. Bin gespannt ob/wann ich da etwas zu höre.
    Unabhängig davon, wird es bei der Masse der evtl. Betroffenen bestimmt zu Begeisterungsstürmen führen. Wie man dann, den zu erwartenden Beförderungsstau vermeiden will, wird auch spannend.

  • Hans Dampf   |   14. November 2016 - 10:43

    In diesem Zusammenhang nicht ganz unwesentlich und auch eine Erklärung dafür, warum niemand jetzt „ein Faß aufmacht“, ist § 45, Absatz 4 Soldatengesetz:

    „Das durchschnittliche Zurruhesetzungsalter aller Berufssoldaten liegt ab 2024 um mindestens zwei Jahre über dem Zurruhesetzungsalter nach dem Stand vom 1. Januar 2007. Das Bundesministerium der Verteidigung berichtet hierüber alle vier Jahre dem Deutschen Bundestag, erstmals im Jahr 2018.“

    Insofern besteht kein Grund zur „Hektik“ bei der politischen Leitung/militärischen Führung. Da ja der Personalkörper demnach in Zukunft eher röcheln denn atmen wird, ist es vielleicht auch nicht verkehrt, eine IBUK zu haben, die promovierte Humanmedizinerin ist ;-).

    Und noch ein Späßken am Rande: Vor etwa fünf Jahren hatte man die Zahl der BS-Übernahmen in zumindest einer Truppengattung im Heer radikal reduziert – grob nur noch ein Drittel der vorherigen Zahlen. Etwas später wurde jemandem Gewahr, dass nunmehr im „Mittelbau“ eine große Lücke bei den Stabsoffizieren klafft, also hat man sukzessive wieder „nachgelegt“, um das drohende Fehl auszugleichen. Wirklich faszinierend.

    Übrigens: In den Niederlanden geht offenbar jeder, ob Uffz, Offz oder StOffz, mit Mitte 50 in Pension. So habe ich es zumindest bei einem OStFw (NLD) und Oberstlt (NLD) „erlebt“. So erhält man vermutlich eher eine gewisse geistige Frische und Wendigkeit.

  • Schorsch   |   14. November 2016 - 10:55

    @Koffer
    Wenn die Zurruhesetzung mit Erreichen der besonderen Altersgrenze der Ausnahmefall ist, ist die Zurruhesetzung mit erreichen der allgemeinen Altersgrenze die Regel!

  • Hans Dampf   |   14. November 2016 - 11:20

    @ Schorsch:

    Ja, wenn das so wäre, wäre es so. Mir wäre es jedoch völlig neu, dass dem so ist: Ich habe noch keinen StFw/OStFw kennengelernt, der mit 62 in Pension gegangen ist – dies ist die „allgemeine Altersgrenze“ für die breite Masse der Berufssoldaten.
    Im Übrigen: Vom „Sonderfall“ BO mit besonderer Altersgrenze (Piloten) auf die „regulären“ BS zu schließen, halte ich für unzulässig, u.a. auch deswegen, weil es diese Art von BO, wenn ich recht informiert bin, in Zukunft – bzw. schon jetzt – gar nicht mehr geben soll.

  • Schorsch   |   14. November 2016 - 11:57

    @Hans
    Ist so. Ein Blick ins Soldatengesetz und in die GAIP hilft weiter.
    Wurde bisher nur nicht so umgesetzt.

  • Hans Dampf   |   14. November 2016 - 13:36

    @ Schorsch:

    Könnten Sie Ihre eher kryptischen Aussagen mit etwas mehr „Fleisch“ versehen? Ins SG habe ich bereits geschaut, es wird mir jedoch nicht ersichtlich, inwiefern dies nun ein Beleg dafür sein soll, dass die allgemeine Altersgrenze zur „Regel“ werden soll. Wenn dem so sein sollte: Wofür gibt es dann noch eine besondere Altersgrenze?

  • Koffer   |   14. November 2016 - 17:13

    @Hans Dampf | 14. November 2016 – 13:36
    Ich denke @Schorsch verwendet hier den Begriff „im Regelfall“ einfach nicht korrekt und meint vermutlich etwas ganz anderes…

    @Schorsch | 14. November 2016 – 10:55
    „Wenn die Zurruhesetzung mit Erreichen der besonderen Altersgrenze der Ausnahmefall ist, ist die Zurruhesetzung mit erreichen der allgemeinen Altersgrenze die Regel!“

    Die von Ihnen zitierten internen und externen Stellen sind interessant, aber an keiner Stelle irgendwie etwas neues.

    1. Natürlich hatte ein BS noch niemals einen Rechtsanspruch auf eine Pensionierung mit Überschreitung der Besonderen Altersgrenze. Nur weil sich die BO41 seit Jahrzehnten daran gewöhnt hatten, war es rechtlich gesehen nie so.

    2. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation wird schon während des gesamten Jahres 2016 eine differenzierte Pensionierungspolitik praktiziert.

    3. Es ist absehbar, dass diese Einzelfallbetrachtung dauerhaft fortgesetzt werden wird und es ist darüber hinaus auch zu erwarten, dass der durchschnittliche Pensionierungszeitpunkt sich deutlich nach hinten verschieben wird. Auch könnte sich an den besonderen Altersgrenzen durchaus noch etwas (nach hinten) verschieben.

    4. Allerdings zu propagieren, dass die Pensionierung zukünftig „im Regelfall“ mit Erreichen der Allgemeinen Altersgrenze erfolgen wird ist schlichtweg falsch.

    Denn das würde ja bedeuten, dass auch ALLE StFw erst mit 62 gehen.

    Das will niemand und kann auch niemand wollen.

    Also: ruhig Blut und keine Latrinenparolen verbreiten!

  • Hans Dampf   |   15. November 2016 - 7:41

    @ Koffer:

    zu 3. Meinen Sie nicht die allgemeine Altersgrenze im letzten Satz? Die besondere Altersgrenze stellt ja im Grunde genommen den Pensionierszeitpunkt dar. Wenn sich die besondere Altersgrenze nach hinten verschiebt, dann verschiebt sich auch der Pensionszeitpunkt. Je nachdem, wie weit das „nach hinten“ ist, muss dann auch automatisch die allgemeine Altersgrenze verschoben werden.
    Am Ende ist es dann so ähnlich wie bei Preußens: So lange man noch in den Sattel kam, konnte man dienen – auf einen Schreibtischdrehstuhl kommt man wesentlich einfacher, als in einen Sattel – und man hat bis dann zu dienen ;-).

  • IstEgal   |   15. November 2016 - 9:19

    @Koffer

    Ich habe keine Ahnung welche schlechten Erfahrungen sie generell mit UmP gemacht haben, ich für meinen Teil kenne genug StFw/StBtsm die sich deutlich mehr den A… aufreißen als jüngere Kameraden(u.a. 250 See-/Einsatztage p.A. und das ohne zum Arzt zu rennen und sich krankschreiben zu lassen).

    Es wäre schön wenn sie die unterschwellige Pauschalkritik etwas zurückfahren.

    Ich für meinen Teil habe noch nie einen StOffz körperlich hart arbeiten gesehen und nehme mir trotzdem nicht heraus über alle pauschal zu urteilen.

  • martin   |   15. November 2016 - 20:40

    @Fux

    Ich bezog mich auf das verwendete Bild zu diesem Artikel, insofern ist der
    Vorwurf „offTopic“ … off topic ;-)

    Bezogen auf die „lanweiligen Hindernisbahnen“ – diese Konstanzbahn muss „neu“ sein, kannte die aber tatsächlich nicht ( DZE `98).
    UND: Sauber, 1! interessante Hindernisbahn… große Leistung vom Arbeitgeber…
    (Damals empfand ich die in Hammelburg „Ortskampfbahn“(?) als recht Spannend – aber noch lange nicht so gut wie das was z.B. die Franzosen bieten und In Eutin gab es eine schöne im Wald – die ist heute total verrottet…Stattdessen eine peinlich Lachnummer in der Kaserne)
    @Sachlicher
    Danke, – ich habe den Eindruck da quellen bei Ihnen zwischen den Zeilen Arroganz und Überheblichkeit hervor..
    Wie auch immer, es bleibt dabei : Die üblichen BW Bahnen sind öde. Wie von Hausmeister Krause für seinen Dackel entworfen

  • Sachlicher   |   15. November 2016 - 21:21

    @martin | 15. November 2016 – 20:40
    Danke, – ich habe den Eindruck da quellen bei Ihnen zwischen den Zeilen Arroganz und Überheblichkeit hervor..
    Nein, eher die Ermunterung an Sie sich mit der Ausbildungsstätte „HiBa-Bw unter dem Gesichtspunkt Methodik der Ausbildung sachlich auseinander zu setzen.

    Ich habe aber verstanden, dass Sie eher von der Lust zur Provokation getrieben sind. So what.

  • Koffer   |   16. November 2016 - 0:28

    @IstEgal | 15. November 2016 – 9:19
    „Ich habe keine Ahnung welche schlechten Erfahrungen sie generell mit UmP gemacht“

    Keine.

    „Es wäre schön wenn sie die unterschwellige Pauschalkritik etwas zurückfahren.“

    Kein Ahnung wovon Sie reden. Vielleicht sollten Sie nochmals genau lesen, was ich geschrieben habe.

    „Ich für meinen Teil habe noch nie einen StOffz körperlich hart arbeiten gesehen“

    Aha. Na dann.

    „und nehme mir trotzdem nicht heraus über alle pauschal zu urteilen.“

    Warum sollten Sie das auch?!

    Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung was Sie meinen gelesen und/oder verstanden zu haben…

  • Koffer   |   16. November 2016 - 0:28

    @Sachlicher | 15. November 2016 – 21:21
    +1

  • Georg   |   16. November 2016 - 12:38

    @ Koffer

    Zitat: „Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung was Sie meinen gelesen und/oder verstanden zu haben…“

    Na, das ist meiner Meinung nach nicht so schwer zu verstehen.
    Sie wehren sich vehement gegen Berufssoldaten im Dienstgrad HFw / StFw in den Kampftruppen. Dabei ist klar, dass man StFw meist erst mit Anfang bis Mitte 40 wird, also jenseits der „Knackigkeitsgrenze“ für Kampftruppen.

    Ich habe aus meinem Bereich (lfz-technische / -elektronische Instandsetzung bei der Lw) genau die gegenteilige Erfahrung gemacht. Die HFw, StFw und als absolute Überschweber die OStFw (…werden nicht mehr beurteilt, sondern nur bewundert…) sind das fachliche Rückgrat jeder hochspezialisierten Instandsetzungseinrichtung. Dann noch ein, zwei fähige Offfz mil FD als Zugführer für die technischen Bereiche und dann ist es (fast) egal welcher StOffz als Disziplinarvorgesetzter die Einheit führt.
    Wie man feststellen kann, alles Berufssoldaten mit langer Stehzeit auf den Dienstposten um Erfahrung zu sammeln (außer dem Einheitsführer, der kann alle zwei Jahre wechseln).

    ( Ich weiß, dass ist etwas überspitzt dargestellt, trifft aber ziemlich genau den Punkt auf dem es in einer technischen Instandsetzungseinheit ankommt. )

  • IstEgal   |   16. November 2016 - 12:55

    @Koffer

    „Denn das würde ja bedeuten, dass auch ALLE StFw erst mit 62 gehen.

    Das will niemand und kann auch niemand wollen.“

    Wer ist in dem Fall niemand und warum sollte er das nicht wollen?

    Wobei vielleicht habe ich sie da auch einfach falsch verstanden. Für mich ist das Thema erledigt habe meinen Punkt gebracht sie sind anderer Meinung ist ok für mich man muss ja nicht immer auf einen Nenner kommen.

    @Georg
    +1

  • Zimdarsen   |   16. November 2016 - 13:18

    @Georg

    Zustimmung!

    Wie hoch ist der Anteil der Kampftruppen und DP mit körperlichem Kampfauftrag in der Bw?
    Gerade die erfahrenen Kämpfer sind in Stäben, Ausbildungseinrichtungen und Schulen wichtg und das auch mit einem Arm oder Herzschrittmacher.

    Die Menschen sind alles Volljährig und wer länger machen möchte, sollte es selbst entscheiden können.

  • Hans Dampf   |   16. November 2016 - 18:35

    @ Georg und IstEgal:

    Was dichten Sie da eigentlich Koffer an? Vielleicht unterhalte ich mich auch mit den falschen Unteroffizieren mit Portepee, aber
    a) ich habe bislang noch keinen getroffen, der mir gesagt hätte, dass er froh wäre, wenn er länger als 54 oder 55 machen müsste. Der ein oder andere macht dann sogar drei Kreuze, wenn das Vaterland und er quitt sind.
    b) wer länger machen möchte, der kann sich seit einiger Zeit, wenn er noch mindestens sieben Jahre Restdienstzeit hat, für die Laufbahn der Offz milFD bewerben. Wer also diesen Drang verspürt, et voila. Der Dienstgrad „StFw/Btsm“ (OA) ist nunmehr keine Theorie mehr, sondern kommt auch schon praktisch vor.
    c) ich habe erst wenige getroffen, insbesondere von den altgedienten, die die Dienstgradentwertung bei den Unteroffizieren, die de facto stattgefunden hat, nicht verteufeln. Wenn heute HptFw Truppführer und StFw Gruppenführer sind, dann läuft etwas falsch. Wenn in einem Zug alle Führer denselben Dienstgrad haben, ja teilweise sogar der Führer einen niedrigeren als die Geführten (was in Einzelfällen vorkommen kann), dann läuft etwas falsch. Bevor jemand aufjault: Es ist genauso grundfalsch, wenn in einem Bataillonsstab fünf oder mehr Oberstleutnante herumlaufen. Das alles ist an Albernheit kaum zu überbieten.
    d) Habe ich schon oft die Legende gehört, dass Berufsunteroffiziere deswegen mit Anfang/Mitte 50 in den Ruhestand geschickt werden, weil sie eben mit Masse jahrzehntelang auf Übungen und im Gelände zugebracht haben. Das macht man nicht bis ins hohe Alter, zumal dies, wie es auch schon gesagt wurde, durchaus ein Attraktivitätsmerkmal ist. Wenn nun also Koffer sagt, dass es keiner wollen kann, dass Unteroffiziere mP bis 62 dienen, dann gehe ich stark davon aus, dass er dies in obigem Sinne meint, als Anerkennung dessen, was ein Berufsunteroffizier, insbesondere, aber nicht nur, in der Kampftruppe leistet. Und bevor einer aufjault: Ja, früher ging ein UmP ab einem bestimmten Alter „aus der Truppe raus“ ins „Amt“. Heute, der Stellenbündelung, dem Wasserkopf und der Tatsache, dass die Spieße OStFw geworden sind, sei Dank, gibt es deutlich weniger Dienstposten „in der Etappe“ für lebensältere Kameraden als früher. Man bleibt also nun länger in der Truppe. Umso merkwürdiger wäre es dann ja, wenn man dann auch noch länger dienen müsste.
    Noch ein Punkt dazu: Idee war und ist es, dass junge, leistungsstarke UmP in jungen Jahren Spieß und OStFw werden. Was ist die Realität? Nicht wenige sind dann zehn Jahre und länger Spieß, bis sie eben in den Ruhestand gehen. Soll also analog dazu jemand künftig 20 Jahre Spieß sein, bis er 62 ist? Das ist doch alles Käse.
    e) Der wiederholte Hinweis, dass nur noch ein (kleiner) Teil der Bundeswehr aus „Truppe“ und „Kämpfern“ besteht, ist korrekt, aber eine Bankrotterklärung für eine Institution, die sich Streitkräfte nennt.

  • Koffer   |   16. November 2016 - 18:43

    @Georg | 16. November 2016 – 12:38
    Ich glaube, Sie liegen in Ihren Aussagen etwas neben der Frage, die Zwischen mir und @IstEgal anhängig ist.

    Mir wurde unterstellt ich hätte (emotional?!) irgendetwas gegen UmP und dies auch mit einer inhaltlichen Aussage mit Bezug auf die Allgemeine Altersgrenze der UmP (derzeit bei 62) hinterlegt.

    Das ist aber sachlich nicht der Fall.

    Ich habe nichts gegen UmP! Und ich habe auch nichts gegen UmP gesagt!

    Zum Inhalt muss ich Ihnen auch widersprochen, denn das was Sie ansprechen hat etwas mit einer Veränderung der Besonderen Altersgrenze, bzw. mit der Einzelfall und/oder AVR-bezogenen Pensionierung zu tun!

    Natürlich ist es sinnvoll zukünftig bestimmte UmP (ggf. freiwillig, ggf. „gegen ihren Willen“) im Dienst zu halten.

    Aber damit kann nicht gemeint sein, dass wir ALLE bis 62 (oder sogar noch länger) im Dienst halten.

    Denn dass würde notwendigerweise (KptTr und so) wiederum noch größere Elefantenfriedhöfe verlangen auf denen eben die bis 62 geparkt werden, die KEINE „Spezialisten“/Fachleute/etc. sind.

    Darüber hinaus würde es eine faktische (Be-)Förderungssperre für viele, viele junge UmP bedeuten.

    Deswegen NIEMAND kann wollen, dass zukünftig jeder UmP bis 62 dienen muss.

    @IstEgal | 16. November 2016 – 12:55 und @Zimdarsen | 16. November 2016 – 13:18
    s.o.

    @Hans Dampf | 16. November 2016 – 18:35
    90% –> +1
    Danke!

  • Georg   |   17. November 2016 - 9:19

    @ Koffer

    Ich glaube ich habe Sie aus der Gesamtheit ihrer Beiträge schon richtig verstanden. Sie wenden sich gegen eine höhere Berufssoldatenquote, weil dies das Durchschnittsalter der Soldaten der Bw erhöhen würde und man zusätzliche Dienstposten für die lebensälteren Kameraden in Ämtern und Kdo-Behörden brauchen würde.
    Ich unterstellen Ihnen nicht, dass Sie etwas gegen UmP haben, sie wollen lediglich jüngere Gruppenführer in den Kampftruppen und ein geringeres Durchschnittsalter der Kampftruppensoldaten.

    Manchmal hilft ja auch der „Blick über den Zaun“ um zu schauen wie machen es denn andere Nationen. Mein Beispiel ist hier Österreich. Die sind schon viel früher in Auslandseinsätze gegangen als die Deutschen, allerdings „nur“ in UN-Einsätze, die aber auch ganz schön heikel und belastend sein können.

    Was sind nur die Eingangsvoraussetzung für diese Auslandseinsätze der Österreicher?

    http://www.albernet.at/ausbatt/ausbatt_bezahlung.htm

    „Bundesheer Lohn und Gehalt Miliz und Reservisten: Wichtige Altersgrenzen

    Die Altersgrenzen liegen bei 50 Jahren für Rekruten, Chargen und bei 65 Jahren für Unteroffiziere und Offiziere. In bestimmten Verwendungen sind Englischkenntnisse absolut erforderlich. Sonstige Kenntnisse über Sprachen im Einsatzraum sind von Vorteil.“

    Im österreichischen Bundesheer dienen alle Uffze bis zum 65. Lebensjahr und zahlen außerdem in die allgemeine Rentenversicherung ein.

    Auch sonst lohnt sich der „Blick über den Zaun“, wie die Östereicher eigene Einheiten für die Auslandseinsätze aufstellen, hier „Kaderpräsenzeinheiten“ genannt, in der die Soldaten für 3 Jahre dienen.

    http://berufssoldat.bundesheer.at/Kaderpraesenzeinheiten-101

    @ Hans Dampf

    Die Dienstgradinflation ist nicht schön, aber sie ist aufgrund der Koppelung „Gehalt an dem Dienstgrad“ unvermeidlich.

    Ich weiß nicht wann Sie zuletzt mit ausscheidenen Berufsunteroffizieren gesprochen haben. Allein aus meinem Bekanntenkreis haben in den letzten Jahren 4 – 5 StFw ihre Dienszeit auf Antrag verlängert. Die Begründung ist relativ einfach. Was will der Mann mit 54 Jahren zu Hause anfangen, wenn seine Frau bis 65 Jahren noch arbeiten muss, um Rente zu bekommen ?
    Warum soll der erfahrene Spezialist, seinen guten Job als Praxislehrer in der Lfz-technischen Ausbildung aufgeben, um dann für vielleicht 8,50 Euro einen Kleintransporter zu fahren um Briefkästen auszuleeren oder Autoteile an Servicewerkstätten auszufahren ?

    Des weiteren hat die Bw festgestellt, dass gewisse Spezialisten im Dienstgrad StFw nur noch10 – 20 mal in der Bw vorhanden sind, man sie für routinemäßige, temporäre Auslandseinsätze benötigt, weil der weitgehend auf Zivilpersonal umgestellte Arbeitsbereich innerhalb der Bw nicht die Spezialisten für den Auslandsdienst aufbringt.
    Resultat: mehr oder weniger freiwillige Verlängerung der Dienstzeit von 54 auf 56 Jahre.

    Noch ein letzter Punkt zu der Stehzeit und dem Lebensalter von Spießen. Also ich kenne dies noch von Lw-Einsatzverbänden (Geschwader) so, dass man mit ca. 33 – 35 Jahren zum HptFw befördert wurde, den Spieß-DP bekam und dann bis zum 53. Lebensjahr als Spieß arbeitete unter geschätzt 6 – 8 verschiedenen Chefs, eben der „Fels in der Brandung“ der Staffel. Also war derjenige 18 Jahre Spieß, wenn nicht zufällig beim S3-Geschwader in den letzten 5 Jahren ein erfahrener StFw benötigt wurde, ging er von dem Spieß-DP in den Ruhestand. Was ist dagegen einzuwenden wenn ein Spieß 15 – 20 Jahre auf dem Dienstposten sitzt ?

  • Hans Dampf   |   17. November 2016 - 10:32

    @ Georg:

    Also nichts für ungut, aber die Österreicher dienen in meinen Augen in Teilen mehr als abschreckendes, denn als positives Beispiel. Vor etwa fünf Jahren las ich eine Zeitung auf dem Flug von Wien zurück nach Deutschland. Dort wurde doch allen ernstes die Etablierung des Leistungsprinzips, das nunmehr den Vorrang vor Anciennität bei Beförderungen erhalten soll, als bahnbrechende Neuerung verkauft – von Kritikern aber auch in Frage gestellt. Im Übrigen herrscht dort eine noch größere Dienstgraddichte als hier, ein wenig wie in der NVA, wo der Tankstellenwärter Oberstleutnant war ;-). Allein die Anzahl der Generale im ÖBH ist, in Bezug auf die Größe desselben, wahnwitzig. Aber wenn Sie ins Ausland schauen möchten: Dann gucken Sie bitte nach GBR oder USA. Die haben mit Sicherheit auch einen Wasserkopf – wie ihn jede Organisation nach einer bestimmten Zeit aufbaut – jedoch nicht derart wie bei uns. In NLD gehen alle mit 55 nach Hause.

    Aber um Ihre Frage zu den Spießen – ich kann nur für das Heer sprechen – zu beantworten: zunächst spricht per se nichts dagegen, dass jemand 10, 15 Jahre Spieß ist. Gleichwohl sind die Verlautbarungen dazu anders: Es soll nämlich nicht so sein, dass jemand so lange Spieß ist. Der junge „Brenner“ soll auf den Dienstposten, sich dort, was weiss ich, acht Jahre auswirken und dann soll es „weiter gehen“. Aufgrund der fehlenden Rahmenbedingungen – OStFw-DP in Ämtern und Stäben – bleiben die meisten de facto ewig auf einem Spieß-DP sitzen. Also Punkt 1: Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander. Punkt 2: ich möchte keinem zu nahe treten, aber ich glaube nicht, dass man eine gewisse, wie soll ich sagen, „Spannung“ auf einem so wichtigen Dienstposten über Jahrzehnte erhält. Plakativ gesprochen: irgendwann tangieren einen bestimmte Dinge nicht mehr – und irgendwann hat man vermultich auch keinen Bock mehr, mit Mitte 50 alle paar Wochen auf Übungsplätzen herumzuturnen. Wenn aber der Spieß Führer des Unteroffizierkorps und dadurch auch maßgeblich für die Disziplin der Einheit verantwortlich ist, dann ist das nachteilig. Ich will nicht in Abrede stellen, dass es Spieße gibt, die ihren Dienst nach 20 Jahren so verrichten wie am ersten Tag, aber ich habe diesbezüglich meine Zweifel. Von der Frage der altersmäßigen Homogenität in der Einheit ganz abgesehen. Hier der Anfang 30 jährige Chef, die Offiziere Mitte 20, dort der 60-jährige Spieß, der noch weitere 60 jährige StFw im Schlepptau hat. Dieses System überzeugt mich nicht, muss ich ganz ehrlich sagen. Wie gesagt: ich spreche nur für die TSK Heer. In der Lw mag es ganz anders sein, da maße ich mir kein Urteil an. Vermutlich macht es auch dort einen Unterschied, ob man Spieß in einer Technikstaffel oder einer (infanteristischen) Objektschutzstaffel ist.

    In meinen Augen (Idealvorstellung) soll die Truppe soll jung, frisch und altert sein. Wer das hinter sich hat (Anfang 40), kommt in die „Etappe“. Auch und gerade deshalb, um dort seine Erfahrung aus der Truppe gewinnbringend für die Organisation einzubringen. Wie sieht denn oftmals die Realität aus? Junge Kerle (Fw – HptFw) die in einem Amt sitzen und die Truppe nur aus Erzählungen kennen. Das mag im Einzelfall richtig sein, aber es sagt, und dabei bleibe ich, sehr viel über die massive Schieflage in diesen Streitkräften aus.
    Um es plakativ zu sagen: Sie möchten offenbar den Wasserkopf füttern, ich möchte ihn kappen. Und wie gesagt, für mich bedeutet der Begriff „Streitkräfte“ Truppe + X. Und nicht umgekehrt, wo die Truppe so ein lästiges Anhängsel von Ämtern und Stäben zu sein scheint. Das ist grundverkehrt. Und da hat Koffer auch recht: Dieses Problem wird sich nur durch weniger BS und eine stufenweise, leistungsabhängige Festsetzung von deren Verpflichtungsdauer – wie in den USA z.B. – lösen lassen. Zumindest unter der Prämisse, dass der Umfang der Streitkräfte tendenziell abnimmt, wie es ja in den letzten Jahrzehnten der Fall war.

  • Georg   |   17. November 2016 - 11:08

    @ Hans Dampf

    Zitat: “ Dieses Problem wird sich nur durch weniger BS und eine stufenweise, leistungsabhängige Festsetzung von deren Verpflichtungsdauer – wie in den USA z.B. – lösen lassen.“

    Sehr schön, dann können Sie sich auf zwei, drei Effekte einrichten:

    1. Die Bw wird dauerhaft zu wenig Spezialisten in technikaffinen Bereichen haben. Wie weit man mit der reinen Infanterie kommt bleibt fraglich, jedoch ohne massive Bodentruppen geht gar nichts.

    2. Werden Sie aufgrund des Demografieproblems den notwendigen Nachwuchs nur noch durch Öffnung Bw für Ausländer erreichen können.
    Unsere Autobahnen sind voll von osteuropäischen LKW mit ihren Fahrern, unsere Krankenhäuser haben zu 50 % Pflegepersonal mit ausländischen Wurzeln und die Versorgung unserer Alten schaffen wir auch nur noch durch südosteuropäisches Pflegerpersonal. Warum also nicht auch den unbeliebten Dienst in der Bw für osteuropäische Männer und Frauen öffnen ?
    Wer jemals mit den russlanddeutschen Mannschaftsdienstgraden in der Bw zu tun hatte, weiß was dann auf uns zukommt.

    3. Wenn Sie schon das Beispiel USA zitieren, dann bitte auch die Besoldung und vor allen Dingen auch die Versorgung von ehemaligen Soldaten (Veteranen) darstellen.
    Ab SaZ 20 hat der amerikanische Soldaten sofortige Versorgungsansprüche von ca. 50 % seines Gehaltes. Mit zunehmender Dienstzeit bis zu 30 – 35 Jahren steigen die dann in der Höhe entsprechend an. Wie ich schon einmal dargestellt habe, setzt das federführende Innenministerium bei uns alles daran, keine dauerhaften Pensionszahlungen / monatliche Versorgungsleistungen an nicht Berufssoldaten zu zahlen.

  • IstEgal   |   17. November 2016 - 12:01

    Ich sagte ja kann auch sein das ich @Koffer falsch verstanden habe, der letzte Post erklärt für mich einiges und damit lasse ich das Thema nun wirklich ruhen.

    Zum Thema US-Prinzip:
    Nicht zu vergessen die jährlichen körperlichen Leistungstests für alle, dies vor allem in Verbindung vom Insp-SAN entworfenen 90/5er IGF!

    Das in den US Streitkräften nicht nur die Besten der Besten dienen hat jeder der schon mal mit ihnen zu tun hatte gemerkt denke ich. Beispiel, Aufbauanleitungen in Bildern erklärt wegen Leseschwächen; jeder macht nur die Tätigkeit für die er ausgebildet wurde und wenn was extra anliegt kommt der andere Spezialist….usw.

    @Georg
    „Wer jemals mit den russlanddeutschen Mannschaftsdienstgraden in der Bw zu tun hatte, weiß was dann auf uns zukommt.“

    Aus eigener Erfahrung: Ja Soldaten die nicht alles ausdiskutieren und permanent widersprechen nur um des wieder Sprechens willen. Soldaten die mit wenig zufrieden sind und sich sagen „Ich bekomme jeden Monat gutes Geld für eine Arbeit die leichter ist als das was meine Eltern für viel weniger schuften mussten“.
    Aber auch, das gebe ich zu, Soldaten die mit permanenten Kuschelkurs durch Vorgesetzte wenig anfangen können und die man führen muss.
    Man sieht ich habe gute Erfahrungen mit denen gemacht ;-)

  • Hans Dampf   |   17. November 2016 - 12:12

    @ Georg:

    zu 1.) Bereits jetzt besteht ja die Möglichkeit, Personal bis zur allgemeinen Altersgrenze einzusetzen. Wenn dies derjenige auch selber möchte, umso besser. Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Dass nicht die gesamte Bundeswehr aus Kämpfern bestehen kann, ist mir sehr wohl bewusst und angesichts des Technisierungsgrades selbstverständlich. Dennoch erachte ich das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Truppe/fliegenden Einsatzverbänden/Flotte und Ämtern/Kommandobehörden etc. pp. als grundfalsch.

    zu 1.) und 2.) Ich war seit jeher dagegen, die Wehrpflicht auszusetzen und bin es nachwievor. Insofern braucht mir niemand (damit meine ich nicht Sie, sondern die Entscheidungsträger) etwas von Nachwuchsmangel vorzuheulen. Das Problem ist hausgemacht, und zwar mit vollem Anlauf gegen die Wand. Meine unmaßgebliche Meinung: Man kann eigentlich nur zu drei Ergebnissen kommen: a) Wehrpflicht wieder einführen, wenn man eine bestimmte Truppenstärke sicher halten will; b) Personalstärke am Aufkommen der Bewerber orientieren –> wenn das „Soll“ nicht erfüllt wird, Pech gehabt, mit all den (bündnispolitischen/internationalen) Konsequenzen oder c) die Bundeswehr gleich ganz auflösen, wenn sich in der Gesellschaft nicht genügend Freiwillige finden; dann soll es ja offenbar so sein. Aber dieses Rumgeeier was wir im Moment haben, damit gewinnt man keinen Blumentopf. Es sei denn, man erwartet – und es ist nicht unwahrscheinlich angesichts der „verwalten statt gestalten“-Politik der letzten Jahre – dass wieder wirtschaftlich schlechtere Zeiten auf Deutschland zukommen und somit der Soldatenberuf mangels Alternativen automatisch wieder „interessanter“ wird.

    zu 3.) Ich habe nicht behauptet, dass diese Maßnahme kostenneutral sein wird. Ganz im Gegenteil. Ich stimme Ihnen vollumfänglich zu. Wer A sagt, muss auch B sagen. Bzw. musste das mal, denn heute gilt das ja offenbar nicht mehr.

  • Hans Dampf   |   17. November 2016 - 12:20

    @ IstEgal:

    Ich habe nicht davon gesprochen, das US-System in Gänze zu kopieren. Es ging mir um die Verpflichtungssystematik, im Schwerpunkt bei (Stabs-) Offizieren und Unteroffizieren mit Portepee. Übernähme man diesen Aspekt des US-Systems, würde es hoffentlich schon dabei bleiben, dass Offiziere und Unteroffiziere auch in Zukunft lesen und schreiben können. Ansonsten gilt für alle Freiwilligenarmeen dieses Planeten: Man kann nur mit den Bräuten tanzen, die im Saal sind. Und ob wir da – im Einzellfall – Grund zum Hochmut haben, naja, dazu denke ich mir mal meinen Teil.
    Zu den Rußlanddeutschen indes Zustimmung! In der Regel wackere und robuste Soldaten, die (körperlich) gefordert werden wollen. Und nein, ich möchte nicht alle über einen Kamm scheren.

  • Zimdarsen   |   17. November 2016 - 12:51

    @Hans Dampf

    „Dennoch erachte ich das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Truppe/fliegenden Einsatzverbänden/Flotte und Ämtern/Kommandobehörden en etc. pp. als grundfalsch.“

    Was gibt es denn noch? Ist doch nach der Neuausrichtung (Rekalibrierung in der Lw) fast nichts mehr da.
    Was genau von deren Aufgaben und Tätigkeiten kann/soll wegfallen?

  • Hans Dampf   |   17. November 2016 - 13:16

    Ich habe mich in erster Linie auf das Heer bezogen, wollte aber andere TSK nicht unerwähnt lassen. Sollte sich das Problem des Waserkopfes so nicht in der Lw stellen, dann umso besser.

  • 0815   |   18. November 2016 - 15:57

    Koffer | 13. November 2016 – 9:46
    Verspätet, da Pendler…

    Ich und Zielgruppe…Da haben Sie Recht! (Aber mein Sohn…)

    ..und der hatte ein nettes Schreiben aus Köln bekommen wo ich mich gefragt habe ob die noch „alle Latten am Zaun“ haben!
    Vermutlich war es das „einfache deutsch“ was wir nicht verstanden haben. „Sie“ ist da wohl ein Fremdwort. Da wird munter „rumgedutzt“…
    Ich warte immer noch Sehnsüchtig auf die Antwort von den Damen und Herren aus Köln! Das zugesandte Papier habe ich den Herrschaften „von mir, mit einigen Bemerkungen zu Stil und Form im Schriftverkehr…“ zurückgesendet (und zwar mit meiner eindeutig zuordenbaren Nummer)

  • Koffer   |   18. November 2016 - 20:05

    @0815 | 18. November 2016 – 15:57
    Vermutlich hätte es mehr gebracht wenn Ihr Sohn sich dazu geäußert hätte…