Bundeswehr-Personalstärke im Oktober: Gleichbleibend

20160921_colibri2016

Deutlich früher als in den vorangegangenen Monaten, bereits am (heutigen) 10. November, hat die Bundeswehr die aktuelle militärische Personalstärke für den Oktober 2016 veröffentlicht: 176.752 aktive Soldatinnen und Soldaten, nur wenig verändert im Vergleich zum September mit 176.162 Soldaten. Der minimale Zuwachs ist auf eine Steigerung bei den Freiwillig Wehrdienst Leistenden von 8.410 auf 9.028 zurückzuführen; die Zahl der Zeit- und Berufssoldaten ging dagegen von 167.752 auf 167.724 leicht zurück. (Dass die angepeilte Gesamtzahl von 170.000 Zeit- und Berufssoldaten nach wie vor nicht erreicht wird, ist offensichtlich.)

Die Gesamtzahlen zum Ende Oktober 2016:

176.752 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 964
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 1.442
Streitkräftebasis: 41.156
Zentraler Sanitätsdienst: 19.648
Heer: 59.136
Luftwaffe: 28.186
Marine: 16.242
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 946
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.785
Bereich Personal: 7.247, davon 4.524 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 167.724 Berufs- und Zeitsoldaten und 9.028 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt Januar bis Oktober: 9.718).

Zur Bundeswehr gehören 19.975 Soldatinnen.

Stand: 31. Oktober 2016

Wie hier gewohnt, die Vergleichszahlen (die Bundeswehr stellt die Daten unter dem immer gleichen Link ein und löscht dabei die Zahlen des Vormonats):

September 2016

August 2016

Juli 2016

Juni 2016

Mai 2016

April 2016

März 2016

Februar 2016

Januar 2016

Januar 2013 bis Dezember 2015

(Archivbild: Soldaten des Fallschirmjägerregimentes 26 üben gemeinsam mit Fallschirmjägern des 8e Régiment de Parachutistes d’Infanterie de Marine das Überwinden der Hindernisbahn im Rahmen der multinationalen Übung Colibri 2016 in Frankreich am 21.09.2016 – Bundeswehr/Sebastian Wilke)

146 Kommentare zu „Bundeswehr-Personalstärke im Oktober: Gleichbleibend“

  • Georg   |   11. November 2016 - 20:07

    @ Zimdarsen

    Ich kann leider auch nur Tendenzen beschreiben, da mir die absoluten Zahlen fehlen.

    Selbst wenn nach der Wende, bzw. nach der Wiedervereinigung 1990 die Übernahmequote gesenkt wurde, sind ab 1992 von der ehemaligen NVA, nach der SaZ 2 Bewährungszeit in der Bw, massiv Berufssoldaten übernommen worden. Wir waren zeitweise mit der NVA bei knapp 600000 Soldaten. In absoluten Zahlen vermute ich, dass sich zwischen 1987 und 1994 die absolute Zahl der Berufssoldaten der Bw aufgrund des beschriebenen Effekts mit den ehemaligen NVA-Soldaten, sogar erhöht hat.

  • Thomas Melber   |   11. November 2016 - 20:20

    Was machen eigentlich alle Beschäftigten im einfachen oder mittleren Dienst, insbesondere bei Kommunen und im Landesdienst? Arbeiten diese nicht auch bis zur Rente / Pension?

    Die Frage ist immer, welche DP mit Soldaten und welche mit Zivilisten zu besetzen sind – der Busfahrer ist dabei ein gutes Beispiel. Daher kam ja auch die Idee der HIL.

  • Georg   |   11. November 2016 - 20:28

    @ Thomas Melber

    Viel Spaß dabei wenn sie den zivil beschäftigten Busfahrer oder den Staplerfahrer für den Luftumschlagzug gegen seinen Willen in AFG oder Mali einsetzen wollen.

  • ThoDan   |   11. November 2016 - 20:34

    @Fux

    Und jedesmal wenn ein Soldat das über Mannschaften kommuniziert, stirbt irgendwo ein Welpe vermute ich.
    MWn dauert die Ausbildung eines Infantristen 2 Jahre, wenn der Infantrist nur Hilfsarbeiter ist wieso dauert das 2 Jahre?
    Wenn nicht, ist das eine Herabwürdigung – die auch noch dem Mannschaftsdienstgrad weitere Chancen verbaut weil er mit der Reputation Hilfsarbeiter ankommt.

  • Fux   |   11. November 2016 - 20:38

    @Thomas Melber

    Die Frage ist berechtigt. Aber insbesondere vor dem Hintergrund unserer stetig umstrukturierten Bundeswehr ist häufig auch einfacher Soldaten nach Bedarf an einen neuen Standort zu versetzen. Das gilt eben auch für den – grundsätzlich sich auch zivil besetzbaren – Mannschafter als GeZi-Soldat, Kraftfahrer, Luftumschlagsoldat, Sporthallenwart usw.

    Bei zivilen Angestellten geht das eben nicht. Da spielt Sozialverträglichkeit eine wesentlich größere Rolle. Daher hinkt ihr Vergleich mit den Kommunen und Landesbetrieben ein wenig, da der städtische Bauhof oder das Landesamt für XYZ nur selten ihren regionalen Standort weiträumig verändern.

  • Hans Schommer   |   11. November 2016 - 20:41

    ThoDan | 11. November 2016 – 20:34:
    “ … MWn dauert die Ausbildung eines Infantristen 2 Jahre, wenn der Infantrist nur Hilfsarbeiter ist wieso dauert das 2 Jahre? …“
    Weil es ja generell in einem gewissen Zusammenhang mit der Personalstärke steht:
    Wollen wir hier nicht mal versuchen, dieses „Ausbildung zum Infanterist dauert zwei Jahre“ – Gerücht aufzulösen?
    Hans Schommer

  • klabautermann   |   11. November 2016 - 20:53

    „Einige Bundespolizisten stehen nach dem schweren Gefecht unter Schock, sie wurden noch am Morgen aus Masar-i-Scharif ausgeflogen. Das Auswärtige Amt will auch alle Diplomaten vorerst zurückholen, an eine Wiedereröffnung des Konsulats ist erst in Monaten zu denken. Damit der Rückzug schnell vonstattengeht, bot der Bundesnachrichtendienst (BND) sogar seinen Learjet an, denn auch die Agenten des Geheimdienstes waren bis Donnerstagnacht im Konsulat untergebracht.“
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/taliban-anschlag-in-masar-i-scharif-aussenamt-zieht-diplomaten-vorerst-ab-a-1120912.html

  • Fux   |   11. November 2016 - 20:56

    @ThoDan

    Es wäre mir neu, dass die Ausbildung eines Inf 2 Jahre dauert. Sie mag sich vielleicht über 2 Jahren erstrecken, doch was ist davon wirklich reine Ausbildungzeit zur Erlangung des Ausbildungs-&Tätigkeitsnachweises (ATN) gem. Stundenberechnung und was davon bereits Dienst in der Tätigkeit auf dem Dienstposten, was ist Inübunghaltung, was ist ggf. Erlangung einer zusätzlichen Qualifikation (weitere ATN). Aber diese Fragen kann hier sicher die Schwarmintelligenz aus dem entsprechenden Bereich des Heeres deutlich kompetenter beantworten.

  • Thomas Melber   |   11. November 2016 - 20:56

    @Georg
    Das Problem haben Sie grundsätzlich auch bei den Mitarbeitern von KMW oder MTU – das sind schließlich auch Zivilisten. Oder bei den Kameraden der Wehrverwaltung.

    @Fux
    Wenn ein Standort aufgelöst wird gibt es ein Angebot einer Anschlußverwendung – wie in der „freien Wirtschaft“ auch. Kann man, muß man nicht annehmen. Auch Landesbedienstete (Polizisten, Lehrer) können versetzt werden, Bundesbedienstete sowieso. Richtig ist, daß die Kollegen auf kommunaler Ebene i.d.R. ihren Arbeitsplatz ein Leben lang behalten können – außer es wird „outgesourct“.

  • Hans Schommer   |   11. November 2016 - 21:00

    klabautermann | 11. November 2016 – 20:53:
    „„Einige Bundespolizisten stehen nach dem schweren Gefecht unter Schock, sie wurden noch am Morgen aus Masar-i-Scharif ausgeflogen. …“
    Keine hinreichende infanteristische Ausbildung (und wohl auch nicht die erforderliche Ausrüstung und Bewaffnung).
    Doch zurück zum OT: Wollen wir hier nicht mal versuchen, dieses „Ausbildung zum Infanterist dauert zwei Jahre“ – Gerücht aufzulösen?
    Hans Schommer

  • Georg   |   11. November 2016 - 21:01

    @ Thomas Melber

    Mitarbeiter von KMW oder MTU gehen nach Mazar oder nach Gao ?

    Wohl eher nicht und die Kameraden der Wehrverwaltung gehen doch meist als Reservist im Soldatenstatus in den Einsatz, oder ?

  • Thomas Melber   |   11. November 2016 - 21:11

    Die Wehrverwaltung geht als Einsatzwehrverwaltung im Soldatenstatus in den Einsatz – auch mit Verlusten.

    Tja, und wenn MTU und KMW nicht gehen wollen, wie macht man das dann mit der Inst / Schadenbegutachtung o.ä. vor Ort?

  • Fux   |   11. November 2016 - 21:12

    @klabauter: falschen Faden erwischt? ;-)

  • Hans Schommer   |   11. November 2016 - 21:21

    Fux | 11. November 2016 – 21:12
    „@klabauter: falschen Faden erwischt? ;-)“
    Musste das jetzt so brutal rüber gebracht werden?
    SNCR – oder so.

  • Zimdarsen   |   11. November 2016 - 21:33

    @Georg

    Danke.

    @Thomas Melber

    Tja, ein Busfahrer in ziv ist ein Busfahrer und ein Mannschaftssoldat mit Berechtigung zum Busfahren ist eben ein Soldat der auch einen Busfahren kann.

    Warum reden wir unsere Profession -Soldat- immer selbst klein? Warum beachten wir bei einem Soldat immer nur die ziv Fähigkeiten.

    Ein SaZ mit 12Jahren Dienst ob mit oder ohne Lehrgänge hat 12Jahre Erfahrung und tausende Dinge gelernt.

    Wir sind geistig alle noch im Altland und beachten nur Lizenzen und nicht die Fähigkeiten der Menschen.

  • marvin   |   11. November 2016 - 21:36

    Also bei den Jägern war schon vor dem Ende der ersten 12 Monaten die Ausbildung der Mannschaften durch und danach wurde nur noch geübt wenn man sich nicht selbst für weitere Ausbildung eingesetzt hat.

  • Thomas Melber   |   11. November 2016 - 22:22

    @Zimdarsen
    Warum reden wir unsere Profession -Soldat- immer selbst klein?

    185?

  • Schnellmerker   |   11. November 2016 - 22:27

    @ Thomas Melber:

    Zu meinen Hesedorfer Zeiten war einer unserer InstFw bei KFOR (Kosovo). Einen Panzer während eines KFOR-Einsatzes durch KMW instandsetzen zu lassen – zumindest war es zu der Zeit so – bedeutete für die Truppe, das Ding tagelang auf einem SLT Elefant nach Slowenien zu kutschieren, dort KMW schrauben zu lassen und anschließend das Ding wieder tagelang mit dem SLT Elefant zurück in den Kosovo zu juckeln. … Und während KMW schraubte mussten die Soldaten natürlich dort warten.

    KMW, MTU & Co. sind doch nicht mit dem Klammerbeutel gepudert und schickt ihr Personal in Krisen- und Kriegsgebiete. Die Bundeswehr ist es – zumindest teilweise – schon und passt sich allzu oft den Forderungen der „Vertragsfirmen“ an.

  • verlässlicher realist   |   11. November 2016 - 22:29

    Anders gefragt: wie lange dauert die Ausbildung zum Soldaten und was kommt dann an profession oben drauf.
    Und schlussendlich, wann ist er einsatzbereit?

  • T.Wiegold   |   11. November 2016 - 22:29

    Manchmal hilft es, sich auszukennen. In MeS waren (sind?) KMW, Rheinmetall & andere natürlich mit zivilen Mechanikern vertreten. War schon jemand hier mal im Camp Marmal?

  • Voodoo   |   11. November 2016 - 22:45

    Klar, aber das Camp ändert sein Gesicht quasi in jedem Kontingent. 2010 waren aber auf jeden Fall alle namhaften Firmen mit ziviler Instandsetzung auf der sog. „Inst-Meile“ vertreten.

    Frei nach dem Motto: „If you got a problem, throw money at it (and the mechanics will come soon after…)“ ;-)

  • Sailor   |   11. November 2016 - 22:48

    @verlässlicher Realist:

    Für den Fachdienst ist das Recht einfach:

    Uffz: 3 Monate Grundausbildung, 1 Monat Truppenpraktikum, ca 3 Monate Uffz-Lehrgang (je nach beruflicher Vorbildung dann 21 Monate ZAW), ca zw. 5 & 8 Monate Fachlehrgang -> Fertig

    Feldwebel: Wie Uffz, nur entsprechend längere Feldwebelausbildung inkl. Sprachausbildung etc. Danach dann Verwendung als „Meister“ in der Truppe, nach 3-4 Jahren Verwendung dann idR noch die 12 Monatige Fortbildung zum Meister/Fachwirt

    Da im Truppendienst die Ebene Unteroffizier ohne Portepee ja mittlerweile nicht mehr existiert, gibt es hier ja nur noch entweder den Mannschaftssoldaten oder den Fw im Truppendienst.

    Der Fw TD macht einen relativ ähnlichen Ausbildungsverlauf wie der Fw FD, zumindest am Anfang. (GA, Praktikum, Fw-Lehrgang) danach dann die Truppengattungsspezifische Ausbildung in der Einheit bzw. an den jeweiligen Fachschulen.

    Mannschaftsoldat macht idR die 3 monatige GA, wird im Anschluss in die Stammeinheit versetzt und durchläuft dort zu 80-90% den Rest der Ausbildung. Sicherlich auch hier und dort Lehrgangsgebunden an anderen Ausbildungseinrichtungen.

    Aber da kann ein aktiver Truppendienstler sicher bessere Auskünfte zu geben

  • Voodoo   |   11. November 2016 - 22:48

    Am Rande: Das gilt übrigens auch für HERON. Viele (alle?) Mechaniker für die Drone(n) waren (sind?) zivil und haben neben uns im Camp gelebt und gearbeitet.

  • Koffer   |   11. November 2016 - 22:53

    @Fux | 11. November 2016 – 20:56
    „Es wäre mir neu, dass die Ausbildung eines Inf 2 Jahre dauert.“

    Die Ausbildung eine heutigen Infanteristen dauert zwischen 12 und 18 Monaten, je nach konkretem DP (MKF, FmSdt, „DMR“ etc.). Im Schnitt kann man sagen 15 Monate inkl. Grundausbildung.

    @all
    Alle die noch mehr BS haben wollen sei mahnen der Post von @Sepp | 11. November 2016 – 15:22 vor Augen gehalten:
    37.000 Offz
    97.000 Uffz
    58.500 Landser (inkl. FWDL)

    Wir verkorkst muss eine Struktur sein, wenn die Offz/Uffz mehr als doppelt so stark sind wie die Mannschaften?!?!

    Und wer mir jetzt mit BS Mannschaften kommt hat den Auftrag und die körperlichen Anforderungen an Mannschaften in einer Einsatzarmee m.E.n. einfach nicht verstanden.

  • T.Wiegold   |   11. November 2016 - 23:05

    @Voodoo

    Yep. Das galt den Ahnungslosen hier, die behaupten, zivile Firmen würden ihre Techniker nicht in Bw-Einsatzgebiete schicken.

    (Ich weiß nicht was heute abend los ist und woran es liegt, aber die Tendenz zur starken Meinung ohne Sachhintergrund scheint gerade besonders ausgeprägt, in allen Threads.)

  • Zimdarsen   |   11. November 2016 - 23:20

    Man nehme das Geld was eine ziv Sicherheits-Person und ein Kfz Mech von KMW in AFG verdient und weiß ca den Marktwert unserer Soldaten mit ziv Quali ….. wenn die Nachfrage da ist ;-)

    Dabei wird Ausbildung überbewertet, das Können und Wollen ist ausschlaggebend.

  • Closius   |   12. November 2016 - 0:05

    @Koffer: Vor allem die Zahl der Offiziere ist erschreckend! 1990 hat die BW noch über die Zahl der Offiziere in der NVA gespottet…

    Zum Vergleich zu den jetzigen Zahlen der BW mal die Zahlen von 1968. Damals hatte die BW 441.600 Soldaten. Aber nur

    26.200 Offiziere
    122.200 Unteroffiziere(57.600 o.P. und 64.600 m.P)
    293.200 Mannschaften, davon waren 235.200 Wehrdienstleistende

    Es ist schon eine Leistung, jetzt für weniger als halb so viele Soldaten jetzt 70 % mehr Offiziere zu benötigen. Dies belegt wieder, zuviele Häuptlinge und zu wenige Indianer.

  • Schnellmerker   |   12. November 2016 - 0:28

    @ T.Wiegold:

    Es ist zwar schon ein paar Jahre her, aber 2003/2004 war es tatsächlich so.

  • es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei   |   12. November 2016 - 2:40

    @ T.W.
    “ (Ich weiß nicht was heute abend los ist und woran es liegt, aber die Tendenz zur starken Meinung ohne Sachhintergrund scheint gerade besonders ausgeprägt, in allen Threads.)“

    Ist mir so auch aufgefallen. Das liegt vielleicht damit zusammen, dass gestern Martinstag war, und damit die Bereitschaft sein (manche sagen dramatisierend „gefährliches“) Halbwissen an solch einem Tag zu teilen besonders groß sein mag.
    Das mag zunächst ärgerlich erscheinen. Aber nur so können, nach dem Motto „gut dass wir darüber geredet haben“, unbeabsichtigte Wissensdefizite erkannt und dann behoben werden – und das öffentliche Meinungsbild in Einklang mit der Realität gebracht werden.

    Und das ist eben ein Aspekt der dieses Blog so wertvoll macht (als Zugabe zu Ihrer journalistischen Arbeit): Das interessierte Laien von Fachleuten erfahren können wie das eigentlich wirklich ist, und Fachleute erkennen worüber Laien nicht informiert sind. Oder das eine Teilstreitkraft auch mal die Sichtweise der anderen erfährt.
    Es gibt einige mit großem Fachwissen, die sich aufgrund der immer wiederkehrenden nervigen Fragen, auf das stille mitlesen reduziert haben. Aber das ist nun das Dilemma des Fachmannes: erklärt er nicht ständig seinen Fachbereich, versteht kein Mensch warum er das was er tut so tun muss; es wird halt niemals Allgemeinwissen.
    Die kompetenten Führer in einem Bergwerks-Museum machen das auch – tagein und tagaus um Wissen zu erhalten – also bitte, keep on digging!
    Durch gelebte Kommunikation lässt sich sicher die Hälfte aller Probleme beseitigen, auch wenn das anstrengend ist.

    Zurück zum Thema: Das von @Koffer (aber auch von Closius und in Teilen von Georg) erwähnte Mengen-Verhältnis Offiziere-Unteroffiziere zur Mannschaft. Ich erkläre mir das durch die ausgesetzte Wehrpflicht, deren Wirkung nun vor nicht allzu langer Zeit eintrat. Während der geltenden Wehrpflicht mussten Offiziere vorgehalten werden, die im Verteidigungsfall eintreffenden Wehrpflichtigen anzuleiten. So stehen aber zurzeit viele Offiziere wie noch unterforderte Border-Collies herum, ohne zu erwartende Aufgabe. Aus politischer Sicht ist aber die Aussetzung der Aussetzung, also erneute Einführung der Wehrpflicht, auch nicht mehr allzu unwahrscheinlich geworden.
    Ich denke, wir brauchen dringend ein neues und mit den Realitäten abgestimmtes Reserve-Konzept, welches nicht Überschwemmungen auf Landkreisebene o.Ä. als größte Herausforderung annimmt.

  • medi   |   12. November 2016 - 6:39

    zu der „Nutzungsdauer“ eines Soldaten:
    Was im Rahmen der o.g. „Hire and Fire“ Einstellung noch viel erschreckender ist: betrachtet man einen SanOffzArzt, so wird er als SaZ 20 mit Facharztzusage eingestellt. Das bedeutet: Er wird vorausgebildet (AGA, OL etc), kommt nach einem Jahr in Studium (Dauer 6 Jahre), geht in die Klinik (Facharztausbildung Teil I für 1 Jahr), wird dann für 4 Jahre TrpArzt, dann folgen die nächsten 4 Jahre Facharztausbildung. Macht insgesamt bei optimalem Verlauf 16 Jahre Ausbildung. Dann sammelt er Erfahrung und am Höhepunkt angekommen geht er in die zivile Klinik. Und das nur, weil als Perspektive A14 Oberstabsarzt ansteht.

    Und da wundert man sich an entsprechender Stelle, dass wir medizinische Fachgebiete haben, die wir de-facto aus den Auslandseinsätzen abmelden müssten. Und das dann im Zusammenhang mit der „Versorgung wie in Deutschland“ betrachtet ergibt aus meiner Sicht ein wahrlich grausiges Bild.

  • Fux   |   12. November 2016 - 7:08

    Was das Missverhältnis Offiziere/Uffz/Mannschaften betrifft, haben wir mit mehrern Problemen zu kämpfen, die aber gegeneinander arbeiten.

    – das Beklagen Häuptlinge vs. Indianer
    – Ausführung von Tätigkeiten heute durch Uffz / Fw / JungOffz, welche frpher durch Mannschaften / Uffz / UmP durchgeführt wurden im Rahmen der „(monetäre) Attraktivitätssteigerung“ –> Bindung an die Bundesbesoldungsordnung für Beamte und Angestellte
    – Ruf nach mehr Berufssoldaten, welche dem Gesamtsystem dann 45 Jahre an der Backe kleben vs. unsteten Strukturen mit drastischem Personalabbau in den letzten 25 Jahren, permanenter Schwerpunktänderung und „atmendem Personalkörper“

  • Sailor   |   12. November 2016 - 7:47

    Meiner Meinung nach ist die Entscheidung die so um 2003 oder 2004 getroffen wurde, nämlich die arbeitsebenen bzw. Tätigkeiten um eine Dienstgradgruppe anzuheben der Fehler, der zu dem Ungleichgewicht führt.
    Davor war die „Gesellenebene“ nämlich in der Mannschaftslaufbahn, der Uffz hatte zwar Zivil keine höhere Qualifikation, war aber eben militärisch gesehen schon der erste „wirkliche“ vorgesetzte mit der dazugehörigen Verantwortung.
    Aufgrund der auch schon von Fux angesprochenen Koppelung der Soldatengehälter an die Besoldungsstufeb der Beamten blieb der Bundeswhe ja nix anderes übrig als Arbeitsebenen zu verlagern um finanzielle „Anreize“ zu setzen. Das wiederum führte dazu dass der Uffz absolut abgewertet wurde (zumindest aus militärischer Sicht). Im Truppendienst gibt es diese Ebene ja gar nicht mehr. Dementsprechend ist der Feldwebel natürlich auch „abgewertet“ worden , ebenso der Offz, da diese jetzt den Tätigkeitsschwerpunkt eben nicht mehr bei Aufgaben haben die früher einen Feldwebel oder Offizier erfordern. (Die Ebene Stabsoffizier vll ausgenommen)

    Ein eigenes Besoldungssystem hätte zumindest in dieser Hinsicht meiner Meinung nach diese Dienstgradinflation aufhalten können.

  • ht_   |   12. November 2016 - 8:12

    [blockquote]Hans Schommer | 11. November 2016 – 21:00
    klabautermann | 11. November 2016 – 20:53:
    „„Einige Bundespolizisten stehen nach dem schweren Gefecht unter Schock, sie wurden noch am Morgen aus Masar-i-Scharif ausgeflogen. …“
    Keine hinreichende infanteristische Ausbildung (und wohl auch nicht die erforderliche Ausrüstung und Bewaffnung).
    Doch zurück zum OT: Wollen wir hier nicht mal versuchen, dieses „Ausbildung zum Infanterist dauert zwei Jahre“ – Gerücht aufzulösen?
    Hans Schommer[/blockquote]

    Das wäre unseren super ausgebildeten BW Soldaten natürlich nicht passiert, oder wie soll man es verstehen?
    Es scheint in MES BEVOR die QRF eintraf ziemlich heftig zur Sache gegangen sein. Dürfte sich fast auf Nahkampf Ebene befunden haben. Sowas hat wahrscheinlich bis jetzt nur das KSK in der Dimension erlebt. Bei den regulären Truppen war doch eher „Blei in die Heide“ und „durchstoßen“ die Maßgabe…

    SRY für OT.

  • Georg   |   12. November 2016 - 9:02

    @ Koffer Zitat: (bezogen auf Struktur 2016)

    „37.000 Offz
    97.000 Uffz
    58.500 Landser (inkl. FWDL)

    Wir verkorkst muss eine Struktur sein, wenn die Offz/Uffz mehr als doppelt so stark sind wie die Mannschaften?!?!“

    @ Closius Zitat:

    „Zum Vergleich zu den jetzigen Zahlen der BW mal die Zahlen von 1968. Damals hatte die BW 441.600 Soldaten. Aber nur

    26.200 Offiziere
    122.200 Unteroffiziere(57.600 o.P. und 64.600 m.P)
    293.200 Mannschaften, davon waren 235.200 Wehrdienstleistende

    Es ist schon eine Leistung, jetzt für weniger als halb so viele Soldaten jetzt 70 % mehr Offiziere zu benötigen. Dies belegt wieder, zuviele Häuptlinge und zu wenige Indianer.“

    Wenn man die Struktur von 1968 mit 2016 vergleicht, muss man aufpassen, dass man nicht „Apfel“ mit „Birnen“ vergleicht !

    Rein objektiv gab es 1968 viel weniger Offiziere in der Bw in Relation zur Gesamtstärke als heute, aber bei oftmals anderen Aufgaben.

    Erstens gab es damals auch noch die „Stabs- und Oberstabsfeldwebel alter Bauart“, die heute durch die Offiziere des militärfachlichen Dienstes ersetzt worden sind. Also weniger Portepees und mehr Offze bei gleichen Aufgaben auf der Ebene Zugführer.

    Zweitens war damals für die Tätigkeiten eine allgemein niedrigere Besoldungs- und Dienstgradstruktur vorhanden. Viele wissen heute nicht mehr, das damals Starfighterpiloten im Dienstgrad Uffz bis HFw neben den vorhandenen Piloten in Offizierdienstgraden geflogen sind. Fast alle Piloten von Hubschraubern und Transportfliegern waren im Unteroffizierskorps angesiedelt.

    Drittens haben sich die Anforderungen an die Dienstposteninhaber geändert und folgedessen mussten die Tätigkeiten höher bezahlt und bewertet werden. Als Beispiel sei der Beauftragte für Ausbildung, Umweltschutz und Gefahrguttransporte genannt, der mittlerweil in Stabsverwendungen nach A12 besoldet wird.

    Viertens. Was tatsächlich weitgehend gleich geblieben ist, ist der Infanterie-, der Panzergrenadier- oder der Fallschirmjägerzug. Hier gibt es rein zahlenmäßig heute in ungefähr das gleiche Verhältnis von Mannschaften / Uffz / Offz wie 1968. Die Grpführer sind vermutlich auf Fw angehoben worden, der stellvertretende Zugführer auf HFw / StFw und der Zugführer als Offz-DP.
    Allerdings muss bei der Zahlenaufstellung bedacht werden, dass diese Art von infanteristischen Verbänden in Relation zu anderen Verbänden übermäßig reduziert worden sind, mit dem Ergebnis, dass weniger Mannschaftsdienstgrade in der Bw Dienst leisten.

    Fünftens, war die Bw als Wehrpflichtarmee eine Ausbildungsarmee die immer mehr Mannschaftsdienstgrade in ihren Bestand hatte, als sie zur Auftragserfüllung brauchte. Daher auch die berüchtigten Berichte von den Gammeldiensten und Aufträgen als Kaffekocher, Telefonposten usw.

    Unter Strich denke ich, habe wir eine ausgewogene Struktur mit einem Fehl an erfahrenen Spezialisten von OStGefr. (Marine Bordverwendung) bis zum Hptm milFD in den einzelnen Spezialverwendungen.

  • Georg   |   12. November 2016 - 9:14

    P.S:

    Korrektur:

    Streiche: „Beauftragte für Ausbildung, Umweltschutz und Gefahrguttransporte“
    Setze: „Beauftragte für Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Gefahrguttransporte“

  • Zimdarsen   |   12. November 2016 - 9:41

    @Koffer

    Da sprechen sie in grundfalsche Entwicklung an.
    Dass wir heute mehr Offz/Uffz als Mannschaften haben ist die Folge der versuchten Attraktivtätssteigerung über Dienstgrad. Dabei benötigen wir heute eher weniger Führer als Geführte. Soldat sollte sein wer für den Kampf, über die Selbstverteidigung hinaus, oder Führung von Anvertrauten geplant ist.
    Funktionspersonal im Grundbetrieb und Menschen ohne Eignung (Körperlich) sollten keinen Dienstgrad tragen. Man kann auch in Uniform ohne Dienstgrad gutes Geld verdienen (und da meine ich nicht Mc Donald). Kaum ein Arzt, Lfz Prüfer, Ordonnanz, GeoInfo, Flugsicher, IT Pers, Sachbearbeiter uvm benötigen einen Dienstgrad. Es muss den Beamten im Kombattantenstatus geben. IGF können wir uns dann bis auf die Beherrschung der P8, ABC und SAN-Ausb sparen.

  • klabautermann   |   12. November 2016 - 10:10

    @Georg

    Zustimmung, insbesondere was die „administrative“ Aufgabenüberfrachtung anbelangt. Hinzu kommt der Faktor, dass wir den Bereich der technisch-logistischen Wartung und Instandhaltung/setzung auf Truppenebene eigentlich flächendeckend in der BW privatisiert haben. Das ergibt eben eine völlig andere tooth-to-tail-ratio und strukturell ein völlig anderes Indianer/Häuptling-Verhältnis. Außerdem ist durch die Einsätze mittlerweile ein echtes Bedarf an 24/7 Führungsfähigkeit entstanden, was natürlich die „Stäbe“ personell aufgebläht hat. Der Faktor für durchhaltefähigen Schichtbetrieb zum Beispiel im MOC in Glücksburg war – soweit ich mich erinnere – 3,5 Spezialisten für einen dauerhaft zu besetzenden Arbeitsplatz. Und dann natürlich die Fähigkeitsverbreiterung im Rahmen der technischen Entwicklungen, allein in Sachen C4ISR (neudeutsch Cyber). Dienstgradstrukturen sind imho mittlerweile keinerlei Indiz mehr für die strukturelle Leistungsfähigkeit der BW..
    Andere Streitkräfte haben für diesee Entwicklung andere Lösungen: die Norweger haben z.Bsp die DgGrp der PUO/UO abgeschafft, die Franzosen haben ein sehr Dp-orientiertes Zulagen-/Besoldungssystem etc.pp. Unser Laufbahnrecht ist da in der Tat ein wenig hinter der Zeit.

  • Koffer   |   12. November 2016 - 17:23

    Georg | 12. November 2016 – 9:02
    Zwar haben Sie einige vollkommen richtige „Klarstellungen“ aufgeführt, aber im Ergebnis liegen Sie meines Erachtens nach nicht richtig.

    Selbst wenn man alle Ihre Argumente akzeptieren würde und großzügig auf/abrunden würde, selbst dann hätten wir objektiv in fünfstelliger Höhe Offiziere und Unteroffiziere gewonnen.

    Das hat mit zwei mit einander verbundenen Dingen zu tun:
    1. Wir haben zu viele BS, die irgendwo untergebracht/geparkt werden müssen.
    2. Wir haben daher auch viel zu viele Ämter und KdoBeh die viel zu wenig Truppe führen.

    Das KdoH ist heutzutage viel größer als es „damals“ der Fü H war.

    Und führt dennoch gleich viele Ämter/KdoBeh (bzw. vergleichbar), MEHR Korps (bzw. Korpsanteile), aber nur noch ein ein Viertel der Divisionen und nur noch ein Sechstel der Brigaden (die zudem wesentlich weniger Bataillon haben).
    –> vollkommen kopflastig

    Und in einem Detail muss ich Ihnen deutlich widersprechen: selbst auf der Zg Ebene sind wir kopflastig geworden!

    Früher gab es einen Offizier/erfahrenen Fw und drei UoP oder Jung-UmP. Also insgesamt einen Häuptling, und drei Helfer und der Rest waren Landser.

    Heute haben wir einen Offz oder HptFw/StFw und sechs oder sieben UmP! D.h. nicht selten haben sich die Dienstgrade verdoppelt (bei gleichzeitig erhöhtem Alter/DGrad).

    @Zimdarsen | 12. November 2016 – 9:41
    +1!

  • Hans Schommer   |   12. November 2016 - 18:03

    @ Koffer | 12. November 2016 – 17:23
    Ich würde noch etwas anders formulieren wollen:
    1. Wir haben zu viele BS, die irgendwo untergebracht/geparkt werden müssen.
    2. Wir haben (noch) zu viele Generalstabsoffiziere, die bis zu den Spitzendienstgraden Karriere machen sollen (und wollen).
    1 + 2 ergibt dann
    3. Wir haben viel zu viele Ämter und KdoBeh, die viel zu wenig Truppe führen.
    Hans Schommer

  • Thomas Melber   |   12. November 2016 - 18:32

    Einschub: ich habe gehört, daß für Offz TrD nicht mehr automatisch (bei Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung) A14 / OTL der Enddienstgrad ist sondern „schon“ bei A13 / Major Schluß sein kann. Stimmt das?

    Aktuell gibt es ja deutlich mehr OTL als Majore.

  • Georg   |   12. November 2016 - 19:00

    @ Koffer

    Alles was Sie schreiben ist vollkommen richtig und bei der Darstellung gehe ich mit Ihnen mit.

    Das wir zu viele Berufssoldaten haben, dem stimme ich zu. Dies ist jedoch aufgrund der langen Stehzeit von BS bedingt. Wie ich weiter oben ausgeführt habe, kann man die Anzahl der Berufssoldaten nur mit einer zeitlichen Verzug von ca. 25 Jahren abbauen. Das bedeutet die Bw ist wesentlich schneller reduziert worden, als die Anzahl der Berufssoldaten. In der Folge kommt es zu den von Ihnen beschriebenen Effekten.

    Die Kopflastigkeit auf Zugebene können Sie besser beurteilen als ich, aber wenn ich heute ein junger Landser wäre, würde ich mich lieber von einem 26 jährigen gut ausgebildeten Fw führen lassen, als von einem 23 jährigen Uffz o.P.
    Dies ist aber nur mein Bauchgefühl !

    Die andere Problematik ist eben, dass unsere Besoldung an den Dienstgrad gekoppelt ist und bei der eifersüchtigen Neiddiskussion zwischen den verschiedenen Bundesbeamten unter der Führung des Innenministerium eine andere, soldatenspezifische Lösung nicht machbar war. Abgesehen davon bezweifle ich, dass wir mit Besoldungsordnung „S“ für Soldaten besser gefahren wären.

    Nun wird also der sogenannte Wasserkopf in 25 Jahren endgültig abgebaut sein, aber ich bezweifle, dass wir dann wieder ein besseres Zahlenverhältnis zwischen Mannschaftsdienstgraden und Offizieren haben werden. Diese größere Anzahl von Mannschafter lassen sich in einem Deutschland von 2030/2040 nicht mehr generieren, ausser man öffnet die Bw für Ausländer.

  • Koffer   |   12. November 2016 - 19:14

    @Thomas Melber | 12. November 2016 – 18:32
    Diese Überlegungen werden immer wieder (und mehr oder weniger ernsthaft) seit min. 10 Jahren angestellt.

    Nach meiner persönlichen Bewertung wäre das zwar der richtige Schritt, aber solange wir am BO als Standardkonstrukt für die Ebene StOffz Major bis Oberstleutnant festhalten und wird gleichzeitig an die Beamtenbesoldung gekoppelt sind, wird das nicht passieren. Denn es ist nicht denkbar, dass wir als Offiziere als einzige Bundesbedienstete einer größeren Gruppe im höheren Dienst (oder vergleichbar) unter A14/ORR bleiben.

    Wenn man aber den BO erst ab A14 zu 2/3 und erst ab A15 zu 100% effektiv werden lassen würde (und den Major damit logischerweise auf SaZ15/20/25) begrenzen würde ODER wenn wir uns von der Beamtenbesoldung abkoppeln würden und einen Alt-Major dann finanziell einem Oberstudienrat an einem Gymnasium gleichstellen würden, dann wäre es denkbar.

    Aber für beide denkbaren Szenare habe ich keine glaubwürdigen Indizien.

    Zusammenfassung also: Nein, Laufbahnziel bleibt auf absehbare Zeit Oberstlt A14.

    Allerdings könnte die durchschnittliche Oberstlt Beförderung für nicht GenStOffz deutlich nach hintern wandern…

    @Georg | 12. November 2016 – 19:00
    „Die Kopflastigkeit auf Zugebene können Sie besser beurteilen als ich, aber wenn ich heute ein junger Landser wäre, würde ich mich lieber von einem 26 jährigen gut ausgebildeten Fw führen lassen, als von einem 23 jährigen Uffz o.P.“

    Da haben sich in manchen Fällen nicht ganz unrecht, aber das Problem in der Realität ja verzwickter.

    Das Problem ist ja nicht der 26jährige OFw als GrpFhr. Sondern, dass sein Stellvertreter ja auch ein UmP ist! Und das beide (!) DP Fw/StFw gebündelt sind.

    Das in der KpfTr tatsächlich StFw Gruppen führen (von den theoretisch derzeit sogar denkbaren StFw als stvGrpFhr ganz zu schweigen) konnten wir bisher verhindern, aber zahlreiche HptFw in einem Zug sind schon lange nichts ungewöhnliches mehr.

    Und das wird dann sowohl vom BAPersBw, als auch von der Ministerin, als auch von der Gewerkschaft als „Attraktivität“ verkauft.

    :(

  • Fux   |   12. November 2016 - 19:21

    @Georg: man könnte schon, wenn man wollte.. nur müsste man dafür auf einen Schlag einen richtig großen Batzen Geld in die Hand nehmen, um das gebrochene Versprechen „biete sicherer Arbeitsplatz bis zum Pensionsalter gegen treu dienen/tapfer verteidigen“ zu kompensieren. Und dann nicht mit solch komplizierten Konstrukten wie Altersbändern und Kontingenten und am Ende entscheidet die PersFü, wer denn nun gehen darf und wer nicht.
    Oder Frühpensionierung ganzer Jahrgänge ohne Abschläge und ohne Beschränkung von Zuverdienst auch nach der Pensionierung (mit z.B. 50 Jahren)
    Natürlich gehen dann vielleicht die, welche man gern behalten hätte, aber that’s life.

  • Hans Schommer   |   12. November 2016 - 19:38

    Thomas Melber | 12. November 2016 – 18:32
    „Einschub: ich habe gehört, daß für Offz TrD nicht mehr automatisch (bei Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung) A14 / OTL der Enddienstgrad ist sondern „schon“ bei A13 / Major Schluß sein kann. Stimmt das?“
    Ja.
    Hans Schommer

  • Schorsch   |   12. November 2016 - 20:16

    Die Reduzierung der Alt-BS findet ja zum Großteil gar nicht mehr statt.
    Stattdessen ist es ja mittlerweile gerichtlich geklärt, dass die Pensionierung mit Erreichen der besonderen Altersgrenze die Ausnahme ist und der Dienst bis zur allgemeinn Altersgrenze die Regel sein soll.

  • Zimdarsen   |   12. November 2016 - 20:28

    @Koffer

    „Und das wird dann sowohl vom BAPersBw, als auch von der Ministerin, als auch von der Gewerkschaft als „Attraktivität“ verkauft.“

    Ja, manchmal ist das Attraktiv, kommt immer auf die Sichtweise an.
    Früher waren zB bei der Lw in einem Wartungszug die einzigen BS => der Zugführer (StFw/OStFw), sein Stellvertreter (OFw/HFw) und evtl noch ein (OFw/Fw) der Rest waren SaZ und GWLer. Nun haben wir möglichst viel Langdiener und warum soll der nicht gutes Geld bekommen, wenn er gut ist!

    Wenn man dann noch die Lizenzen, Einsätze, (gab’s früher nicht), IGF, Mobilität uvm betrachtet, hat ein SaZ 12+ und BS eben einen Anspruch und der ist evtl höher als bei einem SaZ 4/8 vor 20Jahren.

    Die Besoldung von den Bundesbeamten zu entkoppeln, wäre nachhaltig (Konjunktur kann auch schlechter werden) ein riesen Fehler. Ein Solda Mit der DQR 5 Qualifikation sollte bei A8 beginnen, ein DQR 6 bei A10. Dies immer unter der Beachtung Ausbildungshöhe im Soldatenhandwerk/Verantwortung plus ziv vergl Ausbildung/Bildung.

  • Zimdarsen   |   12. November 2016 - 20:48

    @Schorsch

    Das stimmt so nicht die Bw hat und entlässt noch weiter BS noch im Altersnand 51+52 Jahre, gerade die Lw baut im Moment noch hunderte BS ab.

    Bis zur allgemeinen Altersgrenze hält man nur jene, welche benötigt werden wenn in ihren AVR Knappheit herrscht. Blöd für jene, welch auf die Haushaltskarten warten.

    Dass dann noch die DPäK die vermurkste Neuausrichtung kaschiert und Brücken-DPäk ohne Haushaltskarte keinen Sinn machen, ist absurd.

  • Koffer   |   12. November 2016 - 20:51

    @Schorsch | 12. November 2016 – 20:16
    „Stattdessen ist es ja mittlerweile gerichtlich geklärt, dass die Pensionierung mit Erreichen der besonderen Altersgrenze die Ausnahme ist und der Dienst bis zur allgemeinn Altersgrenze die Regel sein soll.“

    Wiederholen Sie – kommen!

    Wo ist das bitte in dieser Form gerichtlich „geklärt“ worden?

  • Georg   |   12. November 2016 - 21:15

    @ Schorsch

    Hier sieht man wiederum sehr schön die Diskrepanz zwischen der theoretisch wünschenswerten, idealen Personalzusammensetzung der Bw und des praktisch Machbaren !

    Machbar ist die Erhöhung der Personalstärke der Bw durch längere Dienstzeit von Berufssoldaten, wünschenswert wäre eine Verjüngung mit mehr Neueinstellungen.

  • 0815   |   12. November 2016 - 21:16

    …altgedienter aktiver, als schwervermittelbare Altlast oder gerne auch „Altbestand“ genannt, kann bei all der Kompetenzüberflutung in Truppe und Stab manchmal nur noch tief einatmen! Aussendienst kann und will ich, Stabsdienst muss ich BAPersBw gesteuert machen. Eignung Leistung und befähigung in seinem Fachbereich interessiert das Kölner Wolkenkuckucksheim meiner letzten persönlichen Erlebnisse nach eh nicht, solange nur die Zahl passt oder der DP besetzt werden kann.

    Da kann ich nur in alten Tagen träumen, als ich als ZgFhr UmP, einen stv UmP, bis zu sieben Gruppenführer UoP und/oder StGefr einen kleinen Zug mit ca 50 Mann hatte…..
    Und wie unattraktiv damals alles war, als Man(n) den Nachwuchs fast selber generieren konnte…..

    Nachdem ich mir die Youtube-Bw-Nachwuchskampange nun fast 2 Wochen zwanghaft angeschaut habe, bezweifle ich ob sich personell das „richtige“ Verändern wird!
    Habe aufgehört das anzuschauen….rege mich nur über das rumgehampel „aller Statisten“ auf… Sorry, aber das musste ich mal loswerden.