Großbritannien und Deutschland vereinbaren engere militärische Zusammenarbeit – der nächste Stolperstein ist schon in Sicht

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihr britischer Kollege Gavin Williamson haben am (heutigen) Freitag eine Vereinbarung zur engeren militärischen Kooperation beider Länder unterzeichnet. Das so genannte Joint Vision Statement sieht in allen Bereichen des Militärs, aber auch in der Rüstung ein engeres Zusammengehen vor.

In dem Dokument wird zwar der Brexit, das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU, nicht erwähnt – aber die deutsch-britische Erklärung reiht sich ein in mehrere bilaterale verteidigungspolitische Abkommen, die das Vereinigte Königreich derzeit mit anderen europäischen Ländern anstrebt oder abschließt. Allerdings zeichnet sich im deutsch-britischen Zusammengehen bereits ein Problem ab: In der Frage der Rüstungsexporte. weiterlesen

Bundesregierung genehmigt Rüstungslieferungen an Saudis (Nachtrag: SPD-Protest)

Trotz der Festlegung im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD, keine Waffen an unmittelbar am Krieg im Jemen beteiligte Länder zu liefern, hat die Bundesregierung die Lieferung von Rüstungsgütern an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate gebilligt. Saudi-Arabien erhält Artillerieortungsradare vom Typ COBRA (Foto oben), die Vereinigten Arabischen Emirate Teile für Flugabwehrsysteme. Das geht aus einem Schreiben von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vom 19. September an den Wirtschaftsausschuss des Bundestages hervor, das Augen geradeaus! vorliegt. weiterlesen

Deutsch-französischer Kampfpanzer-Demonstrator: Hier kommt der Leoclerc

Vive le Leoclerc, hatte ich vor vier Jahren etwas flapsig getitelt, als der Zusammenschluss der beiden Panzerunternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) aus Deutschland und Nexter aus Frankreich angekündigt wurde – orientiert an den Kampfpanzern Leopard (Deutschland) und Leclerc (Frankreich).

Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris war es am (heutigen) Montag so weit: Das gemeinsame Unternehmen, das als KNDS firmiert, präsentierte den Demonstrator eines neuen europäischen Kampfpanzers. Der heißt natürlich nicht Leoclerc, sondern European Main Battle Tank:

EMBT – First step towards an European Main Battle Tank
The E-MBT is an important step in the consolidation of KNDS Group. It is a proof that KMW and Nexter have established a first significant joint KNDS product together in record time: the EMBT drives and fires – in short, it works! weiterlesen

Aserbeidschans Waffenschau: Musikvideo mit israelischer Kampfdrohne

Aus verschiedenen Gründen bleibt hier heute einiges liegen (ich hoffe ich schaffe noch paar Nachträge später), und dann auch noch so was: Der Militär-Analyst Joseph Dempsey vom Londoner International Institute for Strategic Studies (IISS) hat einen – weiteren – Hinweis darauf gefunden, dass Aserbeidschan israelische Harop-Kamikazedrohnen besitzt. Der Hinweis fand sich, ausgerechnet, in einem Video der aserbeidschanischen Grenztruppen.

Aber auch sonst ist das Video, äh, interessant.

(Foto: Screenshot aus dem Video)

Türkische Operation gegen Kurden in Syrien: Einsatz von Leopard-Kampfpanzern offiziell bestätigt

Fürs Protokoll: Die zurückhaltenden Aussagen der Bundesregierung zu der Frage, ob die Türkei bei ihrer derzeitigen Operation gegen die Kurdenmiliz YPG in Syrien auch von Deutschland gelieferte Kampfpanzer des Typs Leopard 2A4 einsetzt, haben sich erledigt. Die Türkei selbst hat den Einsatz dieser Panzer bestätigt, wie Reuters am (heutigen) Montag berichtet:

“Nach Angaben der türkischen Regierung finden aus Deutschland gelieferte Leopard-2A4-Panzer im Rahmen der am 20. Januar 2018 begonnenen Operation ‘Olivenzweig’ der türkischen Streitkräfte Verwendung”, heißt es in einem Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums an den Bundestag, der Reuters am Montag vorlag. “Erkenntnisse zu konkreten Einsätzen liegen der Bundesregierung nicht vor.”

Das ist zwar wenig überraschend, aber immerhin eine offizielle Bestätigung. Für die Frage, ob die von der Türkei gewünschte Nachrüstung dieser Panzer von der (geschäftsführenden) Bundesregierung genehmigt wird, spielt sie inzwischen allerdings aktuell keine Rolle: Diese Entscheidung, so hatte Außenminister Sigmar Gabriel angekündigt, soll erst von einer neuen Bundesregierung getroffen werden.

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