Fürs Archiv: Die britische Sicht auf den Cyber-Krieg

Fürs Archiv, zum Nachlesen und – hören: Der Chief of Defence Intelligence (was wäre denn die adäquate deutsche Position?) im britischen Verteidigungsministerium, Air Marshal Phil Osborn, hat sich am (gestrigen) Freitag im Royal United Services Institute (RUSI) in London zum Thema Cyberwar geäußert, auch wenn das ja so nicht heißt, sondern Intelligence and Information Advantage in a Contested World.

Die Rede oben im verlinkten Video zum Anschauen und hier zum Nachlesen, eine Kernpassage aus meiner Sicht:

Depending on opposition capability and intent, and critically our resilience, a full-scale cyber confrontation could have nationally strategic crippling effects in minutes and hours. weiterlesen

Jetzt 100 Hacker in Flecktarn bei der Bundeswehr

Fürs Archiv heben wir uns das auf: Irgendwann in den vergangenen Wochen hat die Bundeswehr aus ihren bisherigen Computer Network Operations (CNO) das neue Zentrum Cyber-Operationen gemacht. Und aus der am heutigen Mittwoch veröffentlichten Mitteilung* dazu geht auch hervor, wie viele Hacker in Flecktarn, pardon, offensive Cyber-Kräfte der Bundeswehr es derzeit gibt: Rund 100. (Jahrelang geisterte die Zahl von 60 durch die verschiedenen Berichte, jetzt scheint ein Aufwuchs zu passieren.)

Was sie tun, klingt im Bundeswehr-Deutsch so:

Die Angehörigen des Zentrums planen und bereiten militärische Computernetzwerkoperationen für den Verteidigungsfall sowie mandatierte Einsätze der Bundeswehr aus ortsfesten und mobilen Anlagen vor und führen diese – wenn die rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind – auch aus. weiterlesen

Angeblicher Hacker-Angriff auf Bundesregierung – Außen- und Verteidigungsministerium im Visier?

Die Meldungen sind noch hinreichend vage, aber schrecken auch so schon auf: In das Daten-Netzwerk der Bundesregierung sollen – ausländische – Hacker eingedrungen sein und insbesondere das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium im Visier gehabt haben. Das berichten die Deutsche Presse-Agentur und die Süddeutsche Zeitung.

Die Attacke sei von deutschen Sicherheitsbehörden im Dezember erkannt worden, berichtet die dpa. Der Angriff sei da schon über eine längere Zeit gelaufen, womöglich ein ganzes Jahr. Aus Sicherheitskreisen heißt es, es seien vermutlich Cyberspione der russischen Gruppe „APT28“ gewesen, die das deutsche Außen- und das Verteidigungsministerium erfolgreich angegriffen hätten.

fasst tagesschau.de zusammen.

Das Thema wird weitergehen, weiter also nach Entwicklung.

Unbedingt nachlesen und -hören: Als Akteur im Cyberkrieg

Dieses Deutschlandfunk-Feature vom heutigen Tag empfehle ich dringend zum Nachlesen oder besser Nachhören: Der Kollege Tom Schimmeck hat – als Mitspieler – an Cyberkrieg-Übung der NATO in Estland im vergangenen Jahr, Übungsname Locked Shields, teilgenommen.

Seine Erlebnisse als Akteur und viele interessante Beobachtungen schildert er hier (als Text) und hier (als klassisches, echtes

 

Radio-Audio     

Fitness-Tracker: Jeder Meter nachzuverfolgen (Zusammenfassung)

Im Sommer vergangenen Jahres machte sich ein Mann zu seinem regelmäßigen Lauf am Morgen auf. Nicht daheim in der Bundeswehr-Garnisonsstadt, wo er sonst wohnt, sondern in einem Camp der UN-Blauhelme nahe der Stadt Gao in Mali. Mit seinem vollen Namen und seinem deutschen Wohnort ist das Computer-Protokoll dieser 6,8 Kilometer in 40 Minuten und 59 Sekunden und mit einer für malische Temperaturen um 40 Grad beachtlichen Durchschnittsgeschwindigkeit von sechs KORREKTUR:  zehn Kilometern pro Stunde im Internet für jeden nachzulesen.

Die Daten (siehe ausschnittsweisen Screenshot oben) sind auf der Webseite der Fitness-App Strava zu finden. Und dieses Beispiel macht deutlich, dass die am Wochende aufgefallenen Nebenwirkungen dieser App und der so genannten Fitness-Tracker, die die Daten sportlicher Aktivitäten ins Netz schicken, natürlich nicht nur das US-Militär betrifft – sondern die Streitkräfte praktisch aller Länder, in denen es eine nennenswerte Internet-Affinität gibt.

Dabei ist es überraschend, dass erst jetzt aufgefallen ist, was der Datenschatz der Fitness-Affionados hergibt. weiterlesen

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