Somalia vor 25 Jahren: Der erste bewaffnete Auslandseinsatz der Bundeswehr

Der 16. Mai 1993 war für die Meisten in der zentralsomalischen Stadt Belet Huen ein ganz normaler Tag. Die Stadtbevölkerung und die Nomaden in der Umgebung gingen ihren Geschäften nach, die Fallschirmjäger der kanadischen Armee bereiteten ihren Abzug aus dem Einsatz der Vereinten Nationen in dem ostafrikanischen Land vor, die italienischen Bersaglieri kochten am Rande des kleinen Feldflughafens außerhalb der Stadt auf der mitgebrachten caffetiera ihren Espresso.

Für die Bundeswehr war es ein besonderer Tag.

Auf der staubigen, unbefestigten Piste des Flughafens landete am frühen Nachmittag eine Transall der Luftwaffe, an Bord das Vorauskommando der Bundeswehr für den deutschen Einsatz in der UN-Mission UNOSOM II. weiterlesen

Raumüberwachung fürs Bundeswehrcamp in Mali per Ballon: Kommt ca. 2022

Über den Einsatzgebieten der internationalen Truppen in Afghanistan gehörten (und gehören) sie zur Standardausstattung: Die stationären Luftschiffe, informell Blimps, formal Aerostat genannt, die über den Camps in der Luft hängen und mit daran montierten Kameras und Sensoren ein Überwachungsbild an den Boden übermitteln.

Solche Blimps, so hatte die Bundeswehr bereits vor mehr als einem Jahr überlegt, wären auch für den gefährlichen UN-Einsatz in Gao im Norden Malis eine praktische Sache. Über die US-Botschaft in Berlin war sogar bereits angefragt worden, ob gebrauchte, in Afghanistan nicht mehr benötigte Luftschiffe dieser Art günstig zu bekommen wären.

Gut ein Jahr später habe ich in dieser Woche mal nachgefragt, wie denn dieses Projekt vorangekommen ist. weiterlesen

Einsatz gegen Piraterie vor Somalia: Bundestag verlängert Beteiligung an EU-Mission

Mit einer – inzwischen nicht mehr selbstverständlichen – breiten Mehrheit aus fast allen Fraktionen hat der Bundestag am (heutigen) Donnerstag die Beteiligung der Bundeswehr an der EU-Antipirateriemission Atalanta vor Somalia verlängert. Für die Mission sprachen sich in namentlicher Abstimmung 531 Abgeordnete aus allen Fraktionen außer der Linkspartei aus. 78 stimmten dagegen, 35 enthielten sich.

Das neue Mandat (Bundestagsdrucksache 19/1596) verlängert praktisch unverändert den seit fast zehn Jahren laufenden Einsatz zur Bekämpfung der Piraterie vor der somalischen Küste. Dabei ist angesichts des Rückgangs der Piraterie aus dem ostafrikanischen Land allerdings vorgesehen, diese Mission zunächst bis 2020 auf minimalem Niveau weiterzuführen und ein Auslaufen anzustreben. Die Bundeswehr ist seit 2016 nicht mehr mit einem Kriegsschiff an Atalanta beteiligt; in regelmäßigen Abständen wird aber ein Seefernaufklärer Orion P-3C der Deutschen Marine von Djibouti aus in dieser Mission eingesetzt.

 

Bundestag verlängert Bundeswehreinsätze in Mali (Update)

Der Bundestag hat am (heutigen) Donnerstag die Einsätze der Bundeswehr in Mali verlängert. Mit den Stimmen der Regierungskoalition, der FDP und weitgehend der Grünen billigten die Abgeordneten sowohl eine weitere Beteiligung an der UN-Mission MINUSMA als auch an der EU-Trainingsmission in dem westafrikanischen Land.

Für die Fortsetzung der Beteiligung an der UN-Mission MINUSMA in Mali, die zugleich aufgestockt wird, sprachen sich in namentlicher Abstimmung 496 Abgeordnete aus. 156 stimmten dagegen, vier enthielten sich. Bei der ebenfalls namentlichen Abstimmung über die EU-Mission (EUTM Mali) sprachen sich 486 Parlamentarier dafür aus; 144 stimmten dagegen und zwei enthielten sich.

Das neue Mandat (Bundestagsdrucksache 19/1098) für die Blauhelmmission läuft über 13 Monate statt wie üblich über ein Jahr, um die UN-Mission mit der deutschen Beteiligung an der EU-Ausbildungsmission in Mali zeitlich zu synchronisieren. Die Obergrenze wird von bislang 1.000 Soldatinnen und Soldaten auf 1.100 erhöht. Für EUTM Mali sieht das neue Mandat (Bundestagsdrucksache  19/1597) eine Erhöhung von bislang 300 auf 350 Soldaten vor. Damit ist das Engagement in dem westafrikanischen Land der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr vor Afghanistan mit insgesamt bis zu 1.300 Soldaten.

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ExerciseWatch: Flintlock 18 mit deutschen Spezialkräften in der Sahel-Zone

Bereits in der vergangenen Woche hat im Niger die multinationale Übung Flintlock begonnen, die seit Jahren vom U.S. Africa Command in dieser Region organisiert wird, und wie in den Vorjahren sind auch in diesem Jahr deutsche Soldaten dabei. Die Übung steht unter dem Eindruck zunehmender terroristischer Aktivitäten in der Sahel-Region:

“This year, Flintlock is a tangible example of the commitment of the international community to come together and train together as brothers in arms in order to deal with the security situation in the Sahel and in the Lake Chad Basin,” said U.S. Air Force Maj. Gen. Marcus Hicks, commander, Special Operations Command Africa. weiterlesen

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