Luftwaffe beim Air Policing über dem Baltikum: Keine unbekannten Maschinen am Wochenende

Der 14. September war auch für erfahrene Luftwaffenpiloten eine Überraschung. Vom russischen Festland aus flog eine Suchoi Su35, NATO-Bezeichnung Flanker, eines der modernsten russischen Kampfflugzeuge, hinaus auf die Ostsee. Was die vom estnischen Fliegerhorst Ämari zur Identifizierung aufgestiegenen Piloten der deutschen Eurofighter erlebten, war eine Flugshow: Wir haben Daten gesammelt ohne Ende, die wir noch nie hatten, sagt Oberstleutnant Swen Jacob, bis zum vergangenen Donnerstag Kommandeur des deutschen Kontingents im NATO-Luftwaffeneinsatz über dem Baltikum.

Das russische Flugzeug, alleine im internationalen Luftraum unterwegs, demonstrierte den Beobachtern in den Luftwaffenjets seine Fähigkeiten. Mehrfach wechselte der Pilot die Geschwindigkeit von langsam auf Überschall, drehte eine Rolle, und dann war der Pilot noch so dämlich, das Radar aufzuschalten – und zwar mehrfach, berichtet Jacob. Alles wertvolle Informationen für die NATO. weiterlesen

Heute im Baltikum

Heute: Beim Baltic Air Policing im Baltikum, schon beim Anflug eskortiert von zwei Eurofightern des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74.

Mehr dazu später (also eher am Freitag), mehr Bilder hier.

Die größte NATO-Übung seit langem: Jetzt noch größer, mit Flugzeugträger

Die in gut zwei Wochen beginnende NATO-Großübung Trident Juncture in Norwegen galt ohnehin schon als das größte Manöver der Allianz seit mehr als einem Jahrzehnt – und jetzt wird sie noch etwas größer. US-Admiral James G. Foggo, Kommandeur des Joint Forces Command der NATO in Neapel, kündigte bei einem Briefing zur Übung am (heutigen) Dienstag in Brüssel an, das nun auch der US-Flugzeugträger Harry S. Truman in die Übung einbezogen werde. Damit steigt die Zahl der Soldaten bei Trident Juncture auf gut 50.000 an.

Bei Nachfragen zu einem Vergleich der NATO-Übung mit russischen Manövern, die oft zusätzlich zu großen Übungen als so genannte Snap Drills, Bereitschaftsübungen, durchgeführt wurden, gab Foggo dem NATO-Vorgehen den Vorzug: auch wenn die Übungen der Allianz mit langem Vorlauf stattfänden, ließen sich daraus besser Lehren für das weitere Vorgehen ziehen. Für Russland, darauf pocht das Bündnis, sei die Übung kaum als Bedrohung zu verstehen: Im Unterschied zu russischen Großübungen finde sie rund 1.000 Kilometer von der russischen Grenze entfernt statt; auch Flugzeuge kämen ihr nicht näher als 500 Kilometer. weiterlesen

NATO-Nordostflanke: Mehr Blackjacks?

Den Einsatz deutscher Eurofighter zur Identifizierung russischer Langstreckenbomber über der Ostsee bereits am vergangenen Dienstag habe ich hier zunächst nicht aufgegriffen, als er am (gestrigen) Mittwoch bekannt wurde – die Alarmstarts des deutschen Kontigents in der Luftraumüberwachung über den baltischen Staaten kommen schließlich regelmäßig vor, bereits wenige Tage nach Übernahme des so genannten Baltic Air Policing (BAP) Anfang September war die Luftwaffe zu ihrem ersten Einsatz aufgestiegen.

Allerdings verdient der Alarmstart am Dienstag, der dritte des deutschen Kontigents (am 14. September gab es eine erneute Mission), wohl dennoch genauere Betrachtung: Meist steigen die Eurofighter – wie die Kampfjets anderer NATO-Länder – in dieser Region auf, wenn eine Transportmaschine von Russland zur russischen Exklave Kaliningrad oder umgekehrt unterwegs ist und weder den Transponder einschaltet noch sich bei der (zivilen) Flugsicherung anmeldet. Am Dienstag waren es eben keine Transporter, sondern russische Langstreckenbomber vom Typ Tupolew-160 über der Ostsee: weiterlesen

Lesetipp: Hotspot Ostsee

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Die Kollegin Sabine Siebold von Reuters hat einen etwas genaueren Blick auf die Nordostflanke der NATO geworfen – präziser: auf die Ostsee. Ihre Story als Lesetipp:

Militärs ringen um die Ostsee – Der Hotspot vor Deutschlands Haustür

 

(Archivbild, aufgenommen bei der Übung BALTOPS 2016 über der Ostsee: A United States Air Force ‪‎B52‬ Stratofortress leads a formation of aircraft including two Polish air force ‪‎F16‬ Fighting Falcons, four U.S. Air Force F16 Fighting Falcons, two German ‪‎Eurofighter‬ ‎Typhoons and four ‪‎Swedish‬ ‎Gripens over the Baltic Sea, June 9, 2016 – U.S. Air Force photo/Senior Airman Erin Babis)

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