Nächste US-Truppenrotation für ‚Atlantic Resolve‘: Mehr Sichtbarkeit in Deutschland

Seit nunmehr zwei Jahren haben die USA ihre Truppenpräsenz in Europa deutlich aufgestockt: Im Rahmen der Operation Atlantic Resolve soll  durch die rotierende Präsenz von zwei zusätzlichen US-Kampfbrigaden in den den osteuropäischen NATO-Staaten die Abschreckung vor allem gegenüber Russland demonstriert werden. Ausgangspunkt dafür sind die Beschlüsse auf dem NATO-Gipfel in Wales 2014 mit dem so genannten Readiness Action Plan.

Was die USA im Februar 2016 mit zusätzlicher Finanzierung in Aussicht stellten, im März 2016 mit zunächst der Ankündigung einer zusätzlichen Brigade, dann im November 2016 mit Plänen für eine gepanzerte und eine Heeresflieger-Brigade konkretisierten, wurde erstmals im Januar 2017 mit der Ankunft von schwerem Gerät in Bremerhaven und im Februar 2017 mit der Verlegung der Hubschrauberbrigade umgesetzt.

Inzwischen hat die U.S. Army für diese europäische Präsenz nicht nur viel mehr Geld zur Verfügung: Aus den 3,4 Milliarden US-Dollar im Fiscal Year 2017 wurden für das aktuelle Haushaltsjahr 6,7 Milliarden US-Dollar für die European Deterrence Initiative  (übrigens ungeachtet zwischenzeitlicher Drohungen von US-Präsident Donald Trump, die Europäer könnten nicht wie bisher auf US-Truppen setzen). Und in den nächsten Wochen steht die nunmehr vierte Rotation der beiden Kampfbrigaden an – mit Deutschland als Durchmarsch-, teilweise aber auch als Stationierungsgebiet. weiterlesen

Luftwaffe beim Air Policing über dem Baltikum: Keine unbekannten Maschinen am Wochenende

Der 14. September war auch für erfahrene Luftwaffenpiloten eine Überraschung. Vom russischen Festland aus flog eine Suchoi Su35, NATO-Bezeichnung Flanker, eines der modernsten russischen Kampfflugzeuge, hinaus auf die Ostsee. Was die vom estnischen Fliegerhorst Ämari zur Identifizierung aufgestiegenen Piloten der deutschen Eurofighter erlebten, war eine Flugshow: Wir haben Daten gesammelt ohne Ende, die wir noch nie hatten, sagt Oberstleutnant Swen Jacob, bis zum vergangenen Donnerstag Kommandeur des deutschen Kontingents im NATO-Luftwaffeneinsatz über dem Baltikum.

Das russische Flugzeug, alleine im internationalen Luftraum unterwegs, demonstrierte den Beobachtern in den Luftwaffenjets seine Fähigkeiten. Mehrfach wechselte der Pilot die Geschwindigkeit von langsam auf Überschall, drehte eine Rolle, und dann war der Pilot noch so dämlich, das Radar aufzuschalten – und zwar mehrfach, berichtet Jacob. Alles wertvolle Informationen für die NATO. weiterlesen

Heute im Baltikum

Heute: Beim Baltic Air Policing im Baltikum, schon beim Anflug eskortiert von zwei Eurofightern des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74.

Mehr dazu später (also eher am Freitag), mehr Bilder hier.

Die größte NATO-Übung seit langem: Jetzt noch größer, mit Flugzeugträger

Die in gut zwei Wochen beginnende NATO-Großübung Trident Juncture in Norwegen galt ohnehin schon als das größte Manöver der Allianz seit mehr als einem Jahrzehnt – und jetzt wird sie noch etwas größer. US-Admiral James G. Foggo, Kommandeur des Joint Forces Command der NATO in Neapel, kündigte bei einem Briefing zur Übung am (heutigen) Dienstag in Brüssel an, das nun auch der US-Flugzeugträger Harry S. Truman in die Übung einbezogen werde. Damit steigt die Zahl der Soldaten bei Trident Juncture auf gut 50.000 an.

Bei Nachfragen zu einem Vergleich der NATO-Übung mit russischen Manövern, die oft zusätzlich zu großen Übungen als so genannte Snap Drills, Bereitschaftsübungen, durchgeführt wurden, gab Foggo dem NATO-Vorgehen den Vorzug: auch wenn die Übungen der Allianz mit langem Vorlauf stattfänden, ließen sich daraus besser Lehren für das weitere Vorgehen ziehen. Für Russland, darauf pocht das Bündnis, sei die Übung kaum als Bedrohung zu verstehen: Im Unterschied zu russischen Großübungen finde sie rund 1.000 Kilometer von der russischen Grenze entfernt statt; auch Flugzeuge kämen ihr nicht näher als 500 Kilometer. weiterlesen

NATO-Nordostflanke: Mehr Blackjacks?

Den Einsatz deutscher Eurofighter zur Identifizierung russischer Langstreckenbomber über der Ostsee bereits am vergangenen Dienstag habe ich hier zunächst nicht aufgegriffen, als er am (gestrigen) Mittwoch bekannt wurde – die Alarmstarts des deutschen Kontigents in der Luftraumüberwachung über den baltischen Staaten kommen schließlich regelmäßig vor, bereits wenige Tage nach Übernahme des so genannten Baltic Air Policing (BAP) Anfang September war die Luftwaffe zu ihrem ersten Einsatz aufgestiegen.

Allerdings verdient der Alarmstart am Dienstag, der dritte des deutschen Kontigents (am 14. September gab es eine erneute Mission), wohl dennoch genauere Betrachtung: Meist steigen die Eurofighter – wie die Kampfjets anderer NATO-Länder – in dieser Region auf, wenn eine Transportmaschine von Russland zur russischen Exklave Kaliningrad oder umgekehrt unterwegs ist und weder den Transponder einschaltet noch sich bei der (zivilen) Flugsicherung anmeldet. Am Dienstag waren es eben keine Transporter, sondern russische Langstreckenbomber vom Typ Tupolew-160 über der Ostsee: weiterlesen

weiter »