Im Auge behalten: Personalstärke der Bundeswehr (Nachtrag: fast 15.000 minus in drei Jahren)

20150603_Noble_Jump_Biwak

Während es in den vergangenen Wochen eine Debatte über eine Aufstockung der Bundeswehr gab, scheint der aktuelle Trend eher, dass die Truppe bereits unter der derzeit angestrebte Stärke bleibt. Die am (heutigen) Montag veröffentlichten aktuellen Zahlen für Dezember 2015 sind im Vergleich zum Vormonat noch mal etwas gesunken, und die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten liegt unter dem angepeilten Wert. (Mehr dazu unten.)

Nun ist das mit der Statistik so eine Sache – nur zwei Monate zu betrachten, kann ja in die Irre führen. Nur, leider, stellt die Bundeswehr auf ihrer Webseite jeweils die aktuellsten Zahlen ein; die früheren Statistiken werden zwar teilweise in Suchmaschinen oder im Beitragsarchiv der Bundeswehr-Webseite angezeigt, der Link führt aber dann doch wieder auf die aktuelle Statistik.  Unter der gleichbleibenden Adresse wird wohl regelmäßig aktualisiert.

(Nachtrag unten: Die Statistiken für frühere Jahre habe ich, dank Leserhilfe, nun doch noch gefunden. Grob gerechnet ist die Truppe in den vergangenen drei Jahren, von Januar 2013 bis Ende Dezember 2015, um rund 14.800 Soldatinnen und Soldaten geschrumpft.)

Deshalb fangen wir doch mal an, ab dem Jahresende 2015 zu sammeln und fortzuschreiben… und zu schauen, wohin der Trend geht.

Die Zahlen für Dezember 2015:

177.069 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 944
Streitkräftebasis: 41.999
Zentraler Sanitätsdienst: 19.564
Heer: 59.021
Luftwaffe: 28.321
Marine: 16.045
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 938
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.767
Bereich Personal: 6.964, davon 4.260 Studierende an den Bw-Universitäten
Sonstige: 1.506
Die Bundeswehr umfasst aktuell 168.277 Berufs- und Zeitsoldaten und 8.792 Freiwillig Wehrdienstleistende (Jahresdurchschnitt: 9.964).
Zur Bundeswehr gehören 19.284 Soldatinnen.
Stand: 31. Dezember 2015

Zum Vergleich die Zahlen für November 2015, die sich noch bei Wikipedia finden (abgerufen 11.01.2016):

178.198 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 948
Streitkräftebasis: 42.114
Zentraler Sanitätsdienst: 19.671
Heer: 59.553
Luftwaffe: 28.504
Marine: 16.227
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 938
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.770
Bereich Personal: 6.979
Sonstige: 1.494
Die Bundeswehr umfasst 168.700 Berufs- und Zeitsoldaten und 9.498 Freiwillig Wehrdienstleistende.
Zur Bundeswehr gehören 19.377 Soldatinnen.
Stand: 30. November 2015

Nachtrag: Weitere Statistiken aus den Monaten zuvor, gefunden bei archive.org (leider nicht komplett; hier einige ausgewählte Monate):

August 2015:

178.595 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 929
Streitkräftebasis: 41.948
Zentraler Sanitätsdienst: 19.564
Heer: 60.436
Luftwaffe: 28.607
Marine: 16.170
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 938
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.786
Bereich Personal: 6.706
Sonstige: 1.511
Die Bundeswehr umfasst 169.327 Berufs- und Zeitsoldaten und 9.268 Freiwillig Wehrdienstleistende.
Zur Bundeswehr gehören 19.268 Soldatinnen.
Stand: 31. August 2015

Mai 2015

179.884 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 925
Streitkräftebasis: 42.687
Zentraler Sanitätsdienst: 19.655
Heer: 60.857
Luftwaffe: 28.723
Marine: 16.038
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 929
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.785
Bereich Personal: 6.799
Sonstige: 1.486
Die Bundeswehr umfasst 169.058 Berufs- und Zeitsoldaten und 10.826 Freiwillig Wehrdienstleistende.
Zur Bundeswehr gehören 19.094 Soldatinnen.
Stand: 31. Mai 2015

April 2015

180.676 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 914
Streitkräftebasis: 42.856
Zentraler Sanitätsdienst: 19.731
Heer: 61.152
Luftwaffe: 28.832
Marine: 16.135
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 932
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.787
Bereich Personal: 6.806
Sonstige: 1.531
Die Bundeswehr umfasst 169.419 Berufs- und Zeitsoldaten und 11.257 Freiwillig Wehrdienstleistende.
Zur Bundeswehr gehören 19.144 Soldatinnen.
Stand: 30. April 2015

Februar 2015

181.207 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 910
Streitkräftebasis: 42.921
Zentraler Sanitätsdienst: 19.824
Heer: 61.312
Luftwaffe: 29.052
Marine: 16.080
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 925
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.775
Bereich Personal: 6.891
Sonstige: 1.517
Die Bundeswehr umfasst 170.352 Berufs- und Zeitsoldaten und 10.855 Freiwillig Wehrdienstleistende.
Zur Bundeswehr gehören 19.091 Soldatinnen.
Stand: 28. Februar 2015

Januar 2015

181.755 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 916
Streitkräftebasis: 43.091
Zentraler Sanitätsdienst: 19.865
Heer: 61.559
Luftwaffe: 29.108
Marine: 16.095
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 925
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.772
Bereich Personal: 6.887
Sonstige: 1.537
Die Bundeswehr umfasst 170.556 Berufs- und Zeitsoldaten und 11.199 Freiwillig Wehrdienstleistende.
Zur Bundeswehr gehören 19.162 Soldatinnen.
Stand: 31. Januar 2015

Dezember 2014 (interessant: letztmals mit gesonderter Auflistung der Soldaten im Berufsförderungsdienst)

180.218 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 918
Streitkräftebasis: 42.902
Zentraler Sanitätsdienst: 19.868
Heer: 60.562
Luftwaffe: 29.076
Marine: 15.808
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 915
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.750
Bereich Personal: 6.952
Sonstige: 1.467
Die Bundeswehr umfasst 170.914 Berufs- und Zeitsoldaten und 9.304 Freiwillig Wehrdienstleistende. Davon bereiten sich 10.998 Soldaten und Soldatinnen auf ihren künftigen Zivilberuf vor.
Zur Bundeswehr gehören 18.915 Soldatinnen.
Stand: 31. Dezember 2014

November 2014

181.253 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 917
Streitkräftebasis: 42.959
Zentraler Sanitätsdienst: 19.963
Heer: 61.085
Luftwaffe: 29.232
Marine: 16.021
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 917
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.756
Bereich Personal: 6.960
Sonstige: 1.443
Die Bundeswehr umfasst 171.440 Berufs- und Zeitsoldaten und 9.813 Freiwillig Wehrdienstleistende. Davon bereiten sich 11.145 Soldaten und Soldatinnen auf ihren künftigen Zivilberuf vor.
Zur Bundeswehr gehören 18.992 Soldatinnen.
Stand: 30. November 2014

Februar 2014

184.828 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 902
Streitkräftebasis: 44.868
Zentraler Sanitätsdienst: 19.542
Heer: 62.247
Luftwaffe: 30.959
Marine: 15.874
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 878
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.695
Bereich Personal: 6.856
Sonstiges: 1.007
Die Bundeswehr umfasst 174.472 Berufs- und Zeitsoldaten und 10.356 Freiwillig Wehrdienstleistende.Davon bereiten sich 7.117 Soldaten und Soldatinnen auf ihren künftigen Zivilberuf vor.
Zur Bundeswehr gehören 18.695 Soldatinnen.
Stand: Februar 2014

Dezember 2013

184.044 aktive Soldaten und Soldatinnen, davon 7.692 Soldaten und Soldatinnen im Berufsförderungsdienst, umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 908
Streitkräftebasis: 44.994
Zentraler Sanitätsdienst: 19.463
Heer: 61.509
Luftwaffe: 31.175
Marine: 15.657
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 831
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.665
Bereich Personal: 6.846
Sonstiges: 996
Die Bundeswehr umfasst 175.286 Berufs- und Zeitsoldaten und 8.758 Freiwillig Wehrdienstleistende. 7.692 Soldaten und Soldatinnen bereiten sich derzeit auf ihren künftigen Zivilberuf vor.
Zur Bundeswehr gehören 18.549 Soldatinnen.
Stand: Dezember 2013

Juni 2013

185.498 aktive Soldaten und Soldatinnen, davon 6.236 Soldaten und Soldatinnen im Berufsförderungsdienst, umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 921
Streitkräftebasis: 46.822
Zentraler Sanitätsdienst: 19.133
Heer: 62.279
Luftwaffe: 32.111
Marine: 15.295
Territoriale Wehrverwaltung: 8
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 298
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.524
Bereich Personal: 6.858
Sonstiges: 249
Die Bundeswehr umfasst 176.834 Berufs- und Zeitsoldaten und 8.664 Freiwillig Wehrdienstleistende. 6.236 Soldaten und Soldatinnen bereiten sich derzeit auf ihren künftigen Zivilberuf vor.
Zur Bundeswehr gehören 18.244 Soldatinnen.
Stand: Juni 2013

Januar 2013

191.838 aktive Soldaten und Soldatinnen, davon 6.253 Soldaten und Soldatinnen im Berufsförderungsdienst, umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 934
Streitkräftebasis: 47.032
Zentraler Sanitätsdienst: 19.626
Heer: 67.133
Luftwaffe: 33.022
Marine: 15.721
Territoriale Wehrverwaltung: 14
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 52
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 927
Bereich Personal: 6.952
Sonstiges: 425
Die Bundeswehr umfasst 179.401 Berufs- und Zeitsoldaten und 12.437 Freiwillig Wehrdienstleistende. 6.253 Soldaten und Soldatinnen bereiten sich derzeit auf ihren künftigen Zivilberuf vor.
Zur Bundeswehr gehören 18.599 Soldatinnen.
Stand: Januar 2013

Und in den nächsten Monaten ergänzen wir das – Hinweise auf die neue Statistik (da dieser Thread dann schon geschlossen sein wird) jeweils im aktuellen Bällebad. Wer Statistiken aus früheren Monaten findet, kann die bitte hier beitragen…

Ergänzung: Die angepeilten Zahlen von 2011, die in Details später verändert wurden, sahen einen Streitkräfteumfang von bis zu 185.000 Soldatinnen und Soldaten einschließlich 2.500 Reservisten vor. Davon bis zu 170.000 Zeit- und Berufssoldaten (SaZ/BS), 5.000 Freiwillig Wehrdienstleistende und möglicherweise 10.000 weitere Freiwillig Wehrdienstleistende.

(Danke für den Hinweis auf die aktuellen Zahlen im Bällebad.)

79 Gedanken zu „Im Auge behalten: Personalstärke der Bundeswehr (Nachtrag: fast 15.000 minus in drei Jahren)

  1. @ Kerveros,
    ihr Beitrag von 16:25 entspricht meiner persönlichen Ansicht. Den freien heimatnahen Dienstposten hat übrigens ein junger SaZ aus dem Ruhrgebiet übernommen.
    Personalführung geht anders.

    @ Koffer andere: Ich habe meine Versetzungsbereitschaft 11 Jahre lang bewiesen. Aber eine Vororientierung in der das tiefste Bayern drinsteht mit dem Hinweis das je nach Bedarf auh kurzfristig an Schulen(in Bayern) und Standorte im Bundesgebiet(Köln, Niedersachsen) versetzt werden kann, bedeutet eine Planbarkeit von null. Verwendungsplanung von X Jahren, dann weiterschauen hätte ich aktzeptiert.
    Ist aber trotzdem OT.

  2. @KlausK | 13. Januar 2016 – 20:00

    Und ich werde im BESTEN Fall 168 Monate auf die Beförderung von A8 auf A9 warten ;-)

    Wie gesagt ich gönne jedem seinen Dienstgrad und will auch wirklich kein vs. denn am Ende dienen wir alle der selben Sache.

  3. @KlausK

    Die Dramatik Ihrer gefühlten 20 Ausrufezeichen suggeriert, dass Sie Unrecht erfahren haben. Mir ist allerdings bekannt, dass gerade die StOffz über ihre Wartezeiten auf die begehrte A15 bestens informiert sind. Daher ist diesbezügliches Gejammer für mich eher Populismus.
    Ihr Salär ist indessen nicht mit dem eines PUO vergleichbar, insofern ist die Wartezeit auf Beförderung innerhalb der Laufbahn der Unteroffiziere mit Portepeè ungerechter. Und dies nicht nur, weil diese Klientel den Arbeitsmuskel des Systems darstellt … ;)

  4. @k.kunde | 13. Januar 2016 – 21:24
    „Sehe ich auch so! Der Sinn einer (großen) Stellenbündelung ist ja gerade, dass der Stelleninhaber möglichst wenig rotieren muss und eine Spezialisierung erwirbt.
    Die Personalführung der Bundewehr scheint aber genau das Gegenteil zu wollen und setzt auf Rotation und Verwendungsbreite.“

    Ja, aber die große Stellenbündung hat den Nachteil, dass Flexibiltät und Leistungswille nicht belohnt wird. Wenn man Grossstandorte hat, braucht man keine große Stellenbündelung mehr.

    @erzgebirger | 13. Januar 2016 – 21:29
    Ich stimme Ihnen zu, dass man uns Sdt mehr Planungshorizont geben sollte. In diese Richtung versucht die Personalführung sich ja auch seit letztem Jahr zu verbessern.

    Trotzdem: Dreh und Angelpunkt von SK ist flexibles und versetzungsfähiges Personal. Und mal ganz ehrlich, wenn schon die Karotte der BS Ernennung nicht hilft, was muss ein PersFhr dann noch schlimmeres für die folgenden 25 Jahre befürchten?!

  5. Die Bundeskanzlerin hat laut BILD in der gestrigen Sitzung des Verteidigungsauschusses eine weitere Erhöhung des Verteidigungshaushaltes angekündigt.

    Mal sehen was das konkret im Jahr 2017 bedeutet.
    Für Personal und Material.

    Erfreulicherweise kam es letztes Jahr zu einer Vollsausgabe.
    Somit können auch die Haushälter eine Erhöhung nicht mehr so einfach ablehnen.

  6. Und erneut sehr deutliche Worte des DBwV:
    „Wir haben eine Bundeswehr ausgeplant, die im Schwerpunkt eine Art ‚Kontingent-Bestellungs-Armee‘ wurde für kleinere Einsätze beispielsweise in Nordafrika, aber nicht das, was wir aktuell spätestens seit der Russland-Ukraine-Krise wieder vor Augen haben.“

    Man sei ein großes Risiko eingegangen und habe jetzt ein großes Problem, nachzusteuern, was die Bedrohungen angehe.

    http://www.ndr.de/info/sendungen/interviews/Wuestner-warnt-vor-Notlage-bei-der-Bundeswehr,wuestner100.html

    Mal sehn, wann die Kanzlerin welche Taten folgen läßt.

  7. Der Bundesüberschuss geht komplett in die Flüchtlingshilfe, Zusage Kanzlerin 2015!

  8. @IstEgal | 14. Januar 2016 – 6:25
    „Und ich werde im BESTEN Fall 168 Monate auf die Beförderung von A8 auf A9 warten“

    Entschuldigung, aber machen Sie das gerade mit Absicht?

    Sie nehmen zwei vollkommen unterschiedliche Zahlen und vergleichen Sie!

    Die derzeitige Wartezeit für A8Z auf A9 liegt unter einem Jahr!!!

    Was Sie meinen, ist die Zeit zwischen zwei Beförderungen!

    Aber hier ist die lange Dauer der heutzutage häufig sehr frühen HptFw geschuldet und ausdrücklich gewünscht.

    Vergleichen Sie also bitte zwei vollkommen unterschiedliche Werte nicht miteinander!

    Die vergleichbaren Werte (Wartezeit auf Beförderung bei vorliegenden Voraussetzungen) zwischen letzten und vorletzten durchschnittlichen Dienstgrad (das war Ihr Ausgangspunkt) liegt bei derzeit über 36 Monaten (StOffz) vs unter 12 Monaten (UmP).

  9. @KPK:
    Diese Zusage bezog sich auf die zunächst angenommene Höhe des Überschusses (6,1 Mrd.).
    Das BMF möchte offenbar auch weitere Mittel hierfür bereit halten. Die SPD hat hier andere Vorstellungen (s.o.), einschl. einer weiteren Personalverstärkung von Bundespolizei und BKA.

    Anscheind reift so langsam die Einsicht, dass die Organe der inneren und äußeren Sicherheit einsatzbereit sein müssen und notwendige Reserven bedürfen.

    Nun bedarf es noch der notwendigen Taten.

    Geld, Peronal undMaterial sind dabei nicht alles.

    Im Kern haben wir auch ein „mindset“-Problem auf vielen Ebenen.

    Politische Unentschlossenheit, Null-Fehler-Kultur und Verteidigungsbeamtenmentalität sind mindestens ebenso wichtig wie mehr Personal und Material.

  10. @all

    Laut Defence News von heute überlegt Schweden die Wiedereinführung der Wehrpflicht wegen der gleichen Probleme wie in Deutschland.

  11. IstEgal | 14. Januar 2016 – 6:25
    Koffer hat Ihnen den Unterschied zwischen Äpfel und Birnen schon erläutert. Danke an @Koffer.

    Müs_Lee | 14. Januar 2016 – 7:10
    StOffz Bashing bei diesem Thema – mir völlig unverständlich.
    ——
    Gehaltsunterschiede haben schon ihre Berechtigung in bestehenden Anforderungen und Verantwortungsbereich.
    Ohne abgeschlossenes Studium habe sie beispielsweise heutzutage genau 0% Chance BS zu werden.
    Ich hatte mit 25 mein Studium abgeschlossen und wurde mit 35 A13. Toll?—
    Nun, zunächst wird man mit A10,11 abgespeist. Wäre ich in den Öffentlichen Dienst gegangen wäre ich mit ca. 30 Jahren A13 geworden.

    Die Wartezeiten auf StOffz Dienstposten ergeben sich in erster LInie aus der Personalpolitik der OrgBereiche. Das Heer bringt z.Bsp. deutlch mehr A15-Dienstposten in die STAN als es über Haushaltskarten verfügt.
    Deshalb sind auch die Wartezeiten beim Heer deutlich länger als bei der Luftwaffe.

  12. @KlausK

    Kein StOffz Bashing, sondern eine seriöse Diskussion. Ich stimme Ihnen zu, dass Gehaltsunterschiede an den jeweiligen Verantwortungsbereich geknüpft sein sollten. Dennoch bin ich auch der Meinung, dass eben nicht nur Verantwortungsbereiche monetär bemessen werden sollten, sondern das Ergebnis. Ich bin mir sicher, dass Sie mir zustimmen werden, dass die Bundeswehr ebenda enormes Einsparpotenzial hätte oder womöglich Innovationsreserven freisetzen könnte. ;) Stichpunkt: Mitzeichnungsmentalität.

    Ihre Aussage zum BS ohne Studium ist nicht korrekt. Zumindest nicht bundeswehrweit.

    Auch wenn Ihre Wartezeiten länger sind, als bei anderen Orgbereichen oder TSK, werden Sie mir aber sicher zustimmen müssen, dass genau diese Wartezeit -wenn auch nur der Mindestansatz- Ihnen bekannt war.

    Ihren Vergleich mit dem öffentlichen Dienst verstehe ich, teile ich aber nicht. Entweder geht es um monetäre Dinge oder um Selbstverwirklichung in einem tollen Beruf. Wenn man beides nicht miteinander vereinen kann, muss eine Entscheidung getroffen werden. Sie haben sich offensichtlich für den interessanten Beruf entschieden. Insofern verstehe ich dann den Aufwurf der Entgeltproblematik in Verbindung mit Wartezeiten auf Planstelleneinweisungen, die zudem noch über der für Ihre Klientel gültigen allgemeinen Laufbahnperspektive liegt, nicht.

    Aber lassen wir das. Sie sind einer der StOffz, die in den Genuss der A15 gekommen sind. Möglicherweise geht es für Sie auch noch weiter. Das sei Ihnen gegönnt!

    Mit diesen Wünschen möchte ich mich auch aus dieser Diskussion zurückziehen. Allen ein schönes Wochenende! :)

  13. Eine grafische Aufarbeitung der Daten würde mehr Klarheit über die Entwicklung der Persoalstärke geben, als nur das reine Zahlenwerk.

  14. Die Bundeswehrführung sieht ihre Nachwuchswerbung dieses Jahr weiterhin als erfolgreich an und preist den Dienst der Frauen in der BW als Normalität an. (Der Link ist sicher wieder zu lang, aber die Linkkürzung kriege ich nicht hin)

    http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/DcLBDYAgDADAWVyg_ftzC-VDihTSQKqpRdbX3GHAn9IrlVwupY47HqesaUKameFxY_FmxMUZqg3NnSorFKPBGkVjZotp4t225QMCZ4Gb/

    Spiegel online hat diesen Artikel aufgegriffen, aber der Spon-Redakteur scheint keine Ahnung zu haben, denn die Frauenstärke in der BW hat sich seit 2012 nicht verdoppelt, wie er behauptet, sondern ist nur um 2.000 Frauen von 17.000 auf 19.000 gestiegen seit 2011, wie sich aus den obigen Zahlen von Herrn Wiegold ergibt.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-doppelt-so-viele-frauen-leisten-wehrdienst-a-1072158.html

    Der BW-Führung scheinen rosa Wolken als Erfolgsmeldungen wichtiger zu sein, als zu erklären, warum die BW bei so vielen Bewerbern es nicht hinbekommt, die Truppenstärke zu erhöhen und wir stattdessen 4.000 Soldaten innerhalb eines Jahres verloren haben und 7.000 seit dem Amtsantritt der Ministerin!

  15. @Müs_Lee | 15. Januar 2016 – 7:31
    „Dennoch bin ich auch der Meinung, dass eben nicht nur Verantwortungsbereiche monetär bemessen werden sollten, sondern das Ergebnis.“
    ?!

    Damit mehr ja-sagen mit mehr Geld belohnt wird?

    Besonderheit des Soldatenberufs ist, dass man für seine Treue besoldet und nicht für seine Arbeitsleistung bezahlt wird.

    Die sogenannte „leistungsbezogene“ Besoldung hat nur eines gebracht: Neid und Missgunst!

    Mehr Leistung sollte durch schnellere Beförderung und/oder spannendere Dienstposten und/oder Orden/Ehrenzeichen/Auszeichnungen belohnt werden, aber NICHT durch mehr Geld!

    „Ihre Aussage zum BS ohne Studium ist nicht korrekt. Zumindest nicht bundeswehrweit.“

    In der Absolutheit (0%) hat @KlausK natürlich etwas übertrieben (es gibt immer wieder den einen oder anderen Ausnahmefall), in der Tendenz hat er aber sehr wohl! Die Chance für einen normalen Truppenoffizier ohne erfolgreiches Studium BS zu werden tendiert gegen null.

    „Insofern verstehe ich dann den Aufwurf der Entgeltproblematik in Verbindung mit Wartezeiten auf Planstelleneinweisungen, die zudem noch über der für Ihre Klientel gültigen allgemeinen Laufbahnperspektive liegt, nicht.“

    Der Punkt sollte nur eine nicht angemessenen und sachlich falschen Aussage @IstEgal widerlegen.

    @Closius | 15. Januar 2016 – 12:49
    Der Spiegel Redakteur hat in der Tat keine Ahnung. Ich vermute er hat hier Zahlen von weiblichen FWD mit Zahlen weiblicher Soldaten statusübergreifend verwechselt.

    Eine Verdopplung des Gesamtanteils an weiblichen Soldaten erscheint mir abwegig. Eine Verdopplung des Anteils weiblicher FWD scheint nicht abwegig…

  16. @ Closius: Ich habe die genauen Zahlen jetzt nicht im vor mir liegen, wenn allerdings prozentual zur gesamtstärke der Truppe gerechnet wurde, ist eine Steigerung um 2000 Frauen bei gleichzeitig kleiner werdenden Truppe schonwieder ein wenig mehr…

  17. @ Closius

    Zitat: „Der BW-Führung scheinen rosa Wolken als Erfolgsmeldungen wichtiger zu sein, als zu erklären, warum die BW bei so vielen Bewerbern es nicht hinbekommt, die Truppenstärke zu erhöhen und wir stattdessen 4.000 Soldaten innerhalb eines Jahres verloren haben und 7.000 seit dem Amtsantritt der Ministerin!“

    Diese Reaktion ist ja auch logisch. Denn um die Misere zu erklären müssten man jede Menge organisatorischer Fehlentscheidungen der letzten Jahren öffentlich eingestehen.

    Von den Standortentscheidungen über die Entscheidung alles Personal beim BAPersBw zu führen bis hin zur Prozessorientierung der Bw-Laufbahnen, wonach es im Regelfall während des Verpflichtungszeitraumes nicht mehr möglich ist die Laufbahn, bzw. die Dienstgradgruppe zu wechseln.

    Dies alles verursacht personelle Verluste wie jeder Insider nochvollziehen kann. Ein öffentliches Eingeständnis Fehler gemacht zu haben kann man heutzutage von der Politik nicht mehr erwarten. (siehe auch Personalentscheidung Kölner Polizeipräsident versus Innenminister NRW Jäger, Bezug war ja die schriftliche Anweisung vom Innenministerium NRW die Herkunft der Täter wenn es nicht für die Ermittlungen notwendig ist, nicht mehr im Polizeibericht zu nennen.)

    Auf die Praktiker der Truppe wird im politischen Bereich schon lange nicht mehr gehört.

  18. @KlausK

    Die Wartezeiten auf StOffz Dienstposten ergeben sich in erster LInie aus der Personalpolitik der OrgBereiche. Das Heer bringt z.Bsp. deutlch mehr A15-Dienstposten in die STAN als es über Haushaltskarten verfügt.
    Deshalb sind auch die Wartezeiten beim Heer deutlich länger als bei der Luftwaffe.

    Was mit der Zusammenlegung der Haushaltskarten jetzt wirklich lustig wird… die Wartezeiten werden sich angleichen, für eine eine TSK zum Vorteil, für den Rest zum Nachteil.

  19. Am Besten an dem Bw-Artikel ist der Hinweis auf den geringen Frauenanteil bei den Werks- und Berufsfeuerwehren:

    Deutlich niedriger ist der Frauenanteil bei den Berufs- und Werksfeuerwehren: Von den bundesweit rund 38.000 hauptberuflichen Brandschützern sind lediglich rund 1.100 Frauen.

    Dass zu den Einstellungsvoraussetzungen eine körperliche Leistungsfähigkeit gehört, die weit über der der Bundeswehr und der Bundespolizei liegt, hat man da mal geschickt weggelassen, genauso wie die handwerkliche Berufsausbildung (für den mittleren Dienst) bzw. das technische oder naturwissenschaftliche Studium (für den gehobenen Dienst), wo es nur wenige Frauen gibt.

  20. Mit Blick auf das Bestandspersonal und die Einsatzbereitschaft ist vielleicht ein Auszug aus einem Bericht der Augsburger Allgemeinen (Besucheransturm auf der Heimatbasis) vom 14.01. zum TaktLwG 74 interessant:

    „Derzeit stehen den aktuell 35 Piloten in Neuburg rund 25 Eurofighter (es sollen einmal 35 werden) zur Verfügung. Als Zielgröße bis 2020 nannte der Kommodore 44 Piloten mit jährlich jeweils rund 120 und somit insgesamt etwa 5000 Flugstunden im Jahr.“

    Dieses Jahr sollen es 3600 Flugstubden wedden.
    120 Flugstunden/ Pilot sind – wenn überhaupt – ein absolutes Minimum.
    Gerade in den fliegenden Verbänden DDR Luftwaffe scheint man weiterhin möglichst viele Piloten ausbilden zu wollen, anstatt weniger Piloten möglichst gut auszubilden.

    Das Beispiel zeigt darüberhinaus, dass den vielen Worten zur Verbesserung der Einsatzbereitschaft zumindest bei den Starrflüglern bis 2020 keine Taten folgen.

  21. @Koffer:
    sorry für den verkürzten Post weiter oben. Ich will das, um Missverständnisse und persönliche Befindlichkeiten auszuschliessen kurz erläutern.
    Fallschirmjäger zeichnen sich durch sehr ausgeprägten Korpsgeist, Einsatzwillen und Disziplin aus, alles aus meiner eigenen Erfahrung. Das ist für diese TrG auch nötig.
    Damit verbunden ist allerdings und m.E. leider, dass sie sich als Nabel der Welt betrachten, alles was sie machen als das alleinig richtige und anderen oftmals Kompetenz und Fähigkeiten absprechen. Es gibt mehr als Schwarz/Weiss und es gibt auch in Armeen mehr nötige Kompetenzen, als aus noch fliegenden Lfz zu hüpfen (wobei das auch mehr Hobby zur Zulagenberechtigung ist, als echte Notwendigkeit für alle FJg (ich weiss, dass sie das anders sehen)). Damit ecken FJg regelmässig an und pflegen dies auch extensiv.
    Das ist MEINE Ansicht aus der Zusammenarbeit im Friedensbetrieb und im Einsatz in über 30 Dienstjahren. Wenns drum geht, bin ich gern in diesem Umfeld, fürs tägliche ist es nervig. Das ist dann die Kehrseite der Medaille.

  22. @diba | 17. Januar 2016 – 11:28
    Ich hatte das auch schon vorher verstanden ;)

    Aber sind wir hier nicht im falschen Faden?! Hatten Sie sich nicht im SAZV-Faden geäußert?!

  23. @diba | 17. Januar 2016 – 13:01
    ;)

    Nebenbei: ich widerspreche Ihrer Bewertung der Notwendigkeit des Fallschirmspringens. Sie ist sowohl taktisch, als auch für den Erhalt der Kohäsion und damit der Kampfkraft meiner TrGttg unabdingbar.

    Aber das ich diese Position vertrete, wussten Sie auch schon vorher, richtig? ;)

  24. Der Trend des sich reduzierenden Personals wird noch bis 2018/19 anhalten.

    Gründe hierfür sind verfehlte oder verpasste interne Werbung, bzw die Verweigerung zur Verlängerung. Wenn in Verbänden 80 Bewerbungen auf SaZ12 Msch verwehrt werden müssen – in 2 Jahren – muss man das eben ausbaden.

    Die Nachstellung des BFD wird die Situation etwas entspannen, da sie die Fluktuation – jedoch nur zeitweise – etwas straffen wird. Dieser Übergangseffekt tritt aber erst 2018/19 ein. Bis dahin sind alle froh wenn sie ne schwarze Null fahren können.

    Da haut derzeit einfach die Rechnung „Bedarf – Bewerberzahlen – Ausbildungskapazität“ nicht hin. Gerade letztere ist fast überall unterplant. Da ist sich die Bw selbst im Weg. Deshalb ja neuerdings wieder das „Kommando-Zurück“ der Flächenausbildung…

    @diba

    Ich muss da @Koffer sekundieren. Der Fallschirmsprung ist eine elementare und zu unrecht verwaiste Fähigkeit. Sie würden sich wundern wie oft die Frage danach bei unterschiedlichsten Szenaren fällt. (Aufgemerkt: nach der Art der Verbringung nicht der damit assoziierten AVR)

    Das einzige Szenario wo er nicht mehr up to date ist – ist der Automatiksprung ins laufende Gefecht – aber genau der wird immer wieder angeführt *seufz*

    Glauben sie mir – als vielseitig Angelernten – ausserhalb des Heeres würden viele gerne die Fähigkeit mehr nutzen, da es bei Lw und M eine manigfaltige Vielzahl an realen Anwendungsmöglichkeiten gibt. Gerade in der Marine – wo die Frage der Dropzone relativ simpel ist – steckt in vielen Bereichen noch Bedarf und Entwicklungspotential.

  25. @ Jens Schneider
    Ich habe es im Beitrag zur Karel Doorman deutlich ausführlicher erklärt aber die besondere Kurzfassung für das Personalproblem bei der Marine ist:
    Wir haben keinen Mangel an Marinesoldaten, sondern einen Mangel an Seefahrern!

Kommentare sind geschlossen.