Personalstärke im Dezember: Von der Leyen erwartet Rekordzuwachs

Die militärische Stärke der Bundeswehr wird nach den Erwartungen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Dezember so stark steigen wie seit Jahren nicht mehr. Wir erreichen am Ende dieses Jahres die Marke von 182.000 Soldatinnen und Soldaten, das sind 2500 mehr Zeit- und Berufssoldaten als noch vor einem Jahr und ein Plus von 6500 gegenüber dem Tiefststand 2016, sagte die Ministerin der Rheinischen Post*.

Offizielle Zahlen für diesen Monat gibt es noch nicht; im November hatte die Bundeswehr nach Angaben des Ministeriums 180.997 aktive Soldaten und Soldatinnen. Nach der kleinsten Bundeswehr aller Zeiten im Juni 2016 waren die Zahlen langsam, aber kontinuierlich angestiegen. Einen Zuwachs um 1.000 aktive Soldaten in einem Monat hatte die Truppe allerdings bislang nicht zu verzeichnen.

Interessant werden die Details – wie viele der 1.000 neuen Soldatinnen und Soldaten Berufs- oder Zeitsoldaten sind und wie viele Freiwillig Wehrdienst Leistende. Die Statistik wird allerdings meist erst spät im Folgemonat veröffentlicht.

*Deutsche Verlagswebseiten werden hier i.d.R. nicht verlinkt; in diesem Fall handelt es sich um eine Pressemitteilung der Zeitung. Das Interview wurde bereits am 20. Dezember geführt, aber erst zwischen Weihnachten und Neujahr veröffentlicht.

(Foto: Bundeswehrsoldat bei der NATO-Großübung Trident Juncture 2018 in Norwegen – Jana Neumann/Bundeswehr)

37 Gedanken zu „Personalstärke im Dezember: Von der Leyen erwartet Rekordzuwachs

  1. Zum Bild:
    Dieser Soldat schaut zu 100% nicht aus einem BV206S. Ich tippe auf SPz MARDER.
    OT:
    Übrigens sieht man auch hier: Während die BW interne Rüstungsmafia überall „unter Luke“ Lösungen für sehr viel Geld einbaut, behilft sich die Kampftruppe mit Brettchen, Kabelbindern und DF…

    [Bei näherer Betrachtung des Bildes stimme ich Ihnen zu – hatte die Bildunterschrift von der Bundeswehr-Redaktion übernommen, ändere das aber nachher mal… Und bitte ansonsten darum, diesen OT hier nicht weiter zu verfolgen. T.W.]

  2. Der Personalaufwuchs ist und bleibt doch eine Blase,

    Unteroffiziere als SaZ25
    Mannschaften als lange SaZ
    Staber die auf ihren dienstlich gelieferten Rollator warten…

    …alles nur kurzfristige Aufwüchse die mit nichts untermauert sind.

    Mich würde auch mal interessieren wer da alles rein gerechnet wird, wahrscheinlich sogar die scheidenden Soldaten die ihre BfD-Zeit noch während der Dienstzeit haben.

    Wir nehmen mittlerweile alles und jeden, trotzdem stimmen die Zahlen nicht.

    Bedingt durch meinen Dienstposten bekomme ich das leider sehr gut mit, trotzdem bleibt es meine subjektive Meinung die ich hier nicht substanziell untermauern kann.

    Meine Meinung bleibt, der olle Spruch „Bedarf schafft Eignung“ ist der treibende Faktor hinter unserer Personalgewinnung.

    OT: Auf dem Bild schaut der Soldat übrigens aus einem Wiesel 1 Mk20mm, ist der Kommandantenstuhl. ;)

  3. Ich hatte ja darauf hingewiesen, dass die Bildunterschrift nicht das Thema dieses Threads ist; jetzt dürfte es damit endgültig geklärt sein.

  4. @Helmchen | 28. Dezember 2018 – 13:24
    „Der Personalaufwuchs ist und bleibt doch eine Blase,

    Unteroffiziere als SaZ25
    Mannschaften als lange SaZ“

    Wieso? Wenn das keine kurzfristige Maßnahme ist, sondern wir dauerhaft mit SaZ Langdienern arbeiten ist es doch keine Blase!

    „Mich würde auch mal interessieren wer da alles rein gerechnet wird, wahrscheinlich sogar die scheidenden Soldaten die ihre BfD-Zeit noch während der Dienstzeit haben.“

    Natürlich ja und natürlich nein.
    da wir vor einigen Jahren das BFD System umgestellt haben und der BFD seit dem grundsätzlich nicht mehr in der Dienstzeit liegt, wäre die Antwort eigentlich: Quatsch.

    Aber da es nich zahlreiche Altfälle gibt, ist die Antwort statt dessen: Ja, klar, was denn sonstige?!

    „Wir nehmen mittlerweile alles und jeden, trotzdem stimmen die Zahlen nicht.“

    1. ist das so, querschnittlich ist das nicht mein Eindruck
    2. wieso stimmen die Zahlen nicht? Wir sind doch ganz objektiv auf einem guten Weg.

    Zumindest wenn wir nur die Zahlen anschauen. Altersdurchschnitt und Einsatztauglichkeit ist da natürlich eine anderen Frage, aber die Zahlen an sich sind jetzt nicht schlecht…

  5. In der Bundesrepublik – West schaffte man es bis zum Jahr 1990 dank der Wehrpflicht, eine Mannschaftsstärke der damaligen Bw von 495.000 Soldaten Friedensstärke, 1.340.000 Soldaten Verteidigungsstärke ( und ohne Frauen, weil die durften damals keinen Dienst an der Waffe leisten ) zu halten. Heute fast 3 Jahrzehnte nach dem Mauerfall schafft man es nicht, im wiedervereinigten Deutschland die derzeitige Mannschaftsstärke von bisher 181000 Soldaten sicher zu stellen. Jetzt sollen es ja doch 182000 Mann sein. Das ist aber letztendlich kein Problem der Bundeswehr, sondern ein Problem der Politik und der Gesellschaft. Was man nicht achtet, wird auch nicht geschätzt.

  6. Personelle Stärke und militärische Stärke bitte nicht durcheinanderbringen! :D

    1.000 Personen mehr wäre gut und schön. Allerdings schon bei den bestehenden Verbänden nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn ~demnächst ja noch ein PzBtl aufgestellt werden soll (wennauch diese Truppengattung ja Personalstärkefreundlich ist), dann relativiert sich das alles. Für PR immer noch gut, für die Truppe okay.

    Und: am Ende müssen die Aussagen von Frau Ministerin auch erstmal hinterlegt werden.

  7. Die Zahlen sind doch super ….
    Und wenn dann zukünftig hochqualifizierte Spezialisten, die sonst nirgendwo arbeiten können oder wollen dazu kommen, nimmt die Trendwende dermassen an Fahrt auf, dass die vor Jahren verteilten Schutzbrillen zumindest einen Zweck auch im Personalamt erfüllen könnten …
    Nun aber im Ernst:
    Aber weiss vielleicht jemand, wieviel bisher in die Rekrutierung(sversuche) investiert wurde und wieviel dann wirklich (insbesondere an qualifiziertem) Personal zumindest mittelfristig gebunden werden konnte?

    Ich stelle mal einfach die These auf, dass hier ein ganz schlechtes Ergebnis zu verzeichnen ist. Oder kann mich jemand wenigstens dahingehend beruhigen, dass zumindest hier Steuergelder sinnvoll/vernünftig eingesetzt wurden.

  8. Dazu passt doch das die 1.PzDiv kurz vor Weihnachten erst eine Stellenausschreibung schaltete um 1200 Reservisten zu beordern. Ohne die scheint es zumindest auch nicht zu gehen.

  9. „Aber weiss vielleicht jemand, wieviel bisher in die Rekrutierung(sversuche) investiert wurde und wieviel dann wirklich (insbesondere an qualifiziertem) Personal zumindest mittelfristig gebunden werden konnte? “

    Ein guter Freund von mir hatte sich vor 7 Monaten beworben für die Trp OpInfo.
    Er hat ein Dr. Titel und ein Philosophiestudium. Er ist 37 Jahre alt.
    Leider wurde er nicht genommen. Begründung: Personal wäre für 2019 für den OpInfo Bereich gedeckt.
    Schade. Wirklich Schade und Dumm zugleich…er ist ein fähiger Mann.

    Was sagt uns das? Ehrlich, ich bin mit meinem Latein am Ende.

  10. @Gast | 28. Dezember 2018 – 20:31
    „Ich stelle mal einfach die These auf, dass hier ein ganz schlechtes Ergebnis zu verzeichnen ist.“

    Angesichts der recht ansprechenden Zahlen der letzten beiden Jahre stelle ich jetzt mal die These auf, dass ein recht gutes Ergebnis zu verzeichnen ist.

    Und jetzt?!?!

  11. @Koffer

    Ich verstehe Ihre Defensivität nicht, die eingeleitete „Trendwende“ ist einzig aus diesem Grund eingeführt worden, um alle paar Monate neue „Rekordzahlen“ zu präsentieren.
    Das man dabei auch gefüllt 40-jährige Wiedereinsteller SaZ 25 Mannschaften in „infanterisitische Verwendungen“ hievt und dabei verkennt das man dadurch nur den Personalbedarf im GeZi deckt.

    Darüber hinaus stellen sich mir bei der BS-Auswahl seit Jahren die Nackenhaare auf..durchaus fähige Männer werden kein Berufssoldat, weil spezifische Wörter in der BU fehlen. Dann kommt irgendein Meister aus dem BmVg, mit fast ausschließlich Stabsverwendungen und ist ein sogenannter „Wasserläufer“ mit fast ner 9.

    Tja, so fördert der Bund halt nicht die Leistungswilligen sondern die vermeintlichen Stabsschranzen, die schön nah an der oberen Führung sitzen. Solange sich an dieser Gesamtproblematik nichts ändert werden viele fähige Soldaten dem Bund entnervt den Rücken kehren.

  12. UmPp | 29. Dezember 2018 – 1:43
    „Ein guter Freund von mir hatte sich vor 7 Monaten beworben für die Trp OpInfo.
    Er hat ein Dr. Titel und ein Philosophiestudium. Er ist 37 Jahre alt.
    Leider wurde er nicht genommen. […] Was sagt uns das? Ehrlich, ich bin mit meinem Latein am Ende.“

    Das sagt uns, dass die Bewerberlage gerade bei den geisteswissenschaftlich hoch qualifizierten gut ist und die Bw hier keinen Bewerbermangel hat.

    Übrigens kein Einzelfall. Es gibt viele Bereiche in denen es sehr gut aussieht!

  13. @Ha-Wa | 29. Dezember 2018 – 9:37
    „Ich verstehe Ihre Defensivität nicht“

    Ich kann das ständige Rumnörgeln und Schlechtreden nicht unwidersprochen stehen lassen. Liegt einfach nicht in meiner Natur ;)

    Es gibt wahrlich besorgniserregende Entwicklungen (Durchschnittsalter und Einsatztaugglichkeit zB), aber es is nicht alles schlecht und nicht jedes Argument passt zu jedem Bericht des Hausherren…

    „Das man dabei auch gefüllt 40-jährige Wiedereinsteller SaZ 25 Mannschaften in „infanterisitische Verwendungen“ hievt und dabei verkennt das man dadurch nur den Personalbedarf im GeZi deckt.“

    Deswegen macht man das ja auch im Regelfall nicht. Und so etwas zu behaupten gehört genau zu dem von mir kritisierten Schlechtreden :(

    „durchaus fähige Männer werden kein Berufssoldat, weil spezifische Wörter in der BU fehlen“

    Naja, „durchaus fähig“ ist ja auch nicht unbedingt das, was wir als BS benötigen. Glücklicherweise haben wir in den meisten Verwendungen noch die Möglichkeit der Bestenauswahl :)

    „Dann kommt irgendein Meister aus dem BmVg, mit fast ausschließlich Stabsverwendungen und ist ein sogenannter „Wasserläufer“ mit fast ner 9.“

    ?!?!?! Was wären wir nur ohne unsere Vorurteile:(

    Sowohl Offiziere als auch UMP werden überwiegend erst deutlich NACH ihrer BS Ernennung im BMVg verwendet (liegt daran, dass die Masse der UmP DP OStFw, die Masse der MilFD Hptm und die Masse der Offz TrD Oberstlt++ sind). Können wir jetzt mal wieder sachlich werden?

  14. @ Koffer:
    Schreibt mittlerweile wer anders unter Ihrem Pseudonym? Falls ja, verstanden. Falls nein, wie können Sie das, was Sie hier schreiben, mit dem vereinbaren, was Sie sonst geäußert haben, z.B. in Bezug auf Kampfkraft, Einsatzfähigkeit, Befähigung zum Kampf u.ä. Die angestrebten Zahlen mit mehr BS, BS, die ihre Dienstzeit freiwillig um zwei Jahre verlängern und Bewerbern jenseits der 40, teilweise 50 zu erfüllen, soll man jetzt diesbezüglich als Erfolg werten? Aber naja, das Modell „überalterte Armee“ hat ja schon mal gut funktioniert, immerhin wurde danach notgedrungen tabula rasa gemacht.

    Ansonsten:
    Der ein oder andere erinnert sich: Die Ministerpräsidenten der Länder hatten um 2010 herum ausbaldowert, dass ihrer Auffassung nach die Bundeswehr mindestens 180.000 Soldaten umfassen solle, damit sie in der Fläche präsent bleiben und im Katastrophenfalle eingesetzt werden kann. Dies gewissermaßen als Schock-Reaktion auf die seinerzeit mal kurz in Rede stehende 163.000-Mann Bundeswehr.
    Soweit ich weiß, gab es mal Zeiten, da wurde gänzlich anders verfahren: Es wurde gefragt: Was müssen Streitkräfte können und dies in welcher Stärke/Struktur (Himmeroder Denkschrift). Zu den so definierten Feldheer, Luftwaffe und Flotte wurden die nunmal notwendigen Stäbe und Ämter hinzugefügt, fertig.
    Heute ist das ganze auf den Kopf gestellt: Man hat BS als Bestandspersonal, die beschäftigt werden müssen, also sind Stäbe, Kommandos und Ämter gesetzt. Der Rest (vollmundig immer noch als Flotte oder Feldheer bezeichnet) sinkt demgegenüber zum schmückenden Beiwerk herab, das vom Umfang her im Rahmen freier Kapazitäten ausgestaltet wird, soweit es das „freie Spiel der Kräfte“ erlaubt.
    Für diesen verqueren Bedarf wird nun eingestellt/vermehrt zum BS ernannt und es wird dann als Erfolg gewertet, wenn der Wasserkopf auch in Zukunft genährt werden und wachsen kann bzw. wird es als Herkulesaufgabe gewertet, wenn für ein sechstes Panzerbataillon ein Stab und zwei Kompanien zusätzlich entstehen.
    Aber bis 2032 wird alles besser – die Rezession ist zwar bereits jetzt erkennbar und in der damit einhergehenden schlechten wirtschaftlichen und haushälterischen Lage wird man sich mit Sicherheit noch daran erinnern, was man in Bezug auf die Bundeswehr (die politisch im Vergleich zu anderen Themenfelder eine marginale Rolle spielt) im Jahr 2018 für 2032 in Aussicht gestellt hat…
    Um das ganze langfristig zu lösen, wären Maßnahmen vonnöten, zu denen offenbar niemand bereit ist (Konzentration auf das Wesentliche [= Truppe], damit einhergehend drastischer Abbau des Wasserkopfes/Bestandes an älteren BS [„Goldener Handschlag“], Reform des BS-Status, um diese Situation in Zukunft zu vermeiden), lieber wird nun herumgewerkelt und eine kranke Struktur noch kränker gemacht. Weitermachen…

  15. Sicherlich nicht der allgemeine Zustand, aber was man bei uns so beobachten kann:

    – Wer geht ist trotz möglicher Gehaltseinbußen oder fehlender anderer Leistungen der BW heilfroh, dass er endlich raus ist. Manche sind mit dieser Ansicht sehr offen, andere verrichten Dienst nach Vorschrift und reden über ihren dienstlichen Frust eher selten vielleicht mal bei einer Zigarette.

    – Wer neu kommt hat innerhalb kurzer Zeit von bürokratischem Unsinn oder Ungleichbehandlungen zu berichten, die eine Beschwerde nicht wert sind, aber die Motivation schnell stark abfallen lassen.

    – Einheiten, manchmal sogar Teileinheiten, die häufig miteinander zu tun haben, wirken wie konkurrierende Fürstentümer. Man macht sich gegenseitig das Leben schwer und erfindet dafür irgendwelche Begründungen. Wegen der teils sehr unterschiedlichen Unterstellungsverhältnisse kann keiner was dagegen tun. Manchmal müssen doch recht banale Dinge durch eine übergeordnete Dienststelle festgelegt werden.

    – Häufig weiß man schon sehr sehr früh, wer BS wird und wer nicht. Wer aus Sicht der offiziellen und inoffiziellen Führungskaste mit irgendeinem problematischen Sachverhalt in Verbindung gebracht wird (also nicht zwingend selbst verschuldet die Ursache ist), kann davon ausgehen, dass die 6 vor dem Komma in der Beurteilung zuverlässig nicht überschritten wird. Wer einmal den richtigen Vorgesetzten als Kumpel hat und (auch oft nur deshalb) als förderungwürdig gilt, kann sich jeden Fauxpas erlauben, es ist egal, die Karrierewürfel sind bereits günstig gefallen.

    – „Die zahlen viel und das Geld ist am Monatsersten ist es auf dem Konto“ sowie „wer ein Problem hat, das aus Sicht des Vorgesetzten der BW schaden könnte, kann eher mit Unverständnis/Ignorieren als mit Fürsorge rechnen“ sind zwei äußerst wichtige Säulen, die die BW nicht zusammenbrechen lassen.

    Die Personalsituation in der Bundeswehr ist wie das Klischee des schlechten Döners. Da werden wenige sehr gute, überwiegend gut-durchschnittliche und zu viele Gammelfleischsorten zusammengeknetet und kommen dann aufgespießt auf einen Grill, der innen drin noch tonnenweise Fett aus seinem Herstellungsjahr 1955 aufweist, von außen aber regelmäßig oberflächlich gereinigt wird, um dem Qualitätsempfinden der hungrigen Nachtschwärmer zu entsprechen. Die Fleischschichten, egal wie verrottet, die nahe an der Aromazwiebel gelegen sind, gelten als besonders schmackhaft und förderungwürdig.

  16. @koffer

    Da Sie ja offensichtlich über ein gehöriges Mass an Hintergrundwissen verfügen, teilen Sie mir als Unwissendem doch mit, wieviel Geld in die Pwrsonalwerbung geflossen ist und wieviel qualifizierte Männerund Frauen längerfristig (nicht FWDL) verpflichtet werden konnten und auch über die Zeit der Eignungsübung (sagt man das so?) auch Ihre Verträge erfüllt haben. Das würde zumindest bei mir Licht ins Dunkel bringen ….

  17. @ UmPp | 29. Dezember 2018 – 1:43

    Ich mag das nicht so ganz unwidersprochen stehen lassen.
    Es kann vielleicht auch daran liegen, daß es eine „Trp OpInfo“ so schon seit 2013 nicht mehr gibt – die heißt jetzt „OpKomBw“. Guckst Du hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Truppe_für_Operative_Kommunikation
    Als ziviler Arbeitgeber (der ich bin) stelle ich auch niemanden ein, der nicht mal unseren Firmennamen richtig recherchiert hat …

    Ein Dr. Titel alleine sagt nichts über die Eignung als Person aus, und ist per se auch noch keine Eintrittskarte in irgend ein Unternehmen. Von daher hoffe ich doch sehr, daß man sich den Bewerber zumindest persönlich angeschaut hat.
    Leider sind wir aber schon so weit, daß aufgrund verschiedenster Gesetze und Vorschriften kein Bewerber mehr ein authentisches Feedback wie z.B. „wir halten Sie nicht für geeignet“ bekommt. Die Aussage „kein Bedarf“ ist da am wenigsten Konflikt trächtig – zumindest kann man gegen so einen Bescheid nicht klagen ;-)

    Wie gesagt: ich kenne den Bewerber nicht, und erlaube mir daher auch kein persönliches Urteil – mir geht es nur darum deutlich zu machen, daß die Bw eben (zum Glück) doch (noch) nicht jeden nehmen muß.

    Im Rahmen einer meiner RDL ist mir vor kurzem ein Reservist begegnet, der verzweifelt Wiedereinsteller werden wollte – oder zumindest „Dauerwehrübender“. Eigentlich ein ganz „netter“ Kerl, aber den wollte wirklich zu Recht keiner haben. Natürlich war sein Selbstbild komplett anders…

    Die Bw kann/darf nicht die letzte Auffangstation all derer sein, die es in der Wirtschaft nicht schaffen einen halbwegs vernünftigen Job zu bekommen. Zu seinem Beruf sollte man sich schon zumindest ein wenig berufen fühlen, und ihn nicht nur als Not-Versorgungsposten sehen.
    Dann lieber mit einer geringeren Stärke von Profis leben, als zu viele von den „Falschen“.
    Es geht eben nicht nur um den bloßen „Headcount“ – zum Glück brauchen wir ja kein reines „Kanonenfutter“ mehr.
    Der gegenteilige Begriff von „Elite“ darf nicht „Bundeswehr“ heißen.

  18. @Hans Dampf | 29. Dezember 2018 – 11:35
    „Schreibt mittlerweile wer anders unter Ihrem Pseudonym?“

    Nein, unverändert.

    „Die angestrebten Zahlen mit mehr BS, BS, die ihre Dienstzeit freiwillig um zwei Jahre verlängern und Bewerbern jenseits der 40, teilweise 50 zu erfüllen, soll man jetzt diesbezüglich als Erfolg werten?“

    Ich zitiere mich dazu gerne selbst (bitte einfach weiter oben nachlesen):
    @Koffer | 29. Dezember 2018 – 10:28 „Ich kann das ständige Rumnörgeln und Schlechtreden nicht unwidersprochen stehen lassen. Liegt einfach nicht in meiner Natur ;)

    Es gibt wahrlich besorgniserregende Entwicklungen (Durchschnittsalter und Einsatztaugglichkeit zB), aber es is nicht alles schlecht und nicht jedes Argument passt zu jedem Bericht des Hausherren…“

  19. @asplen | 29. Dezember 2018 – 13:05
    Zu jedem Ihrer Negativaufzählungen kann ich aus eigenem Erleben (und ich bin schon ein paar Jahre dabei) Positivaufzählungen entgegensetzen.

    Mal ganz ehrlich, die Frage ist doch immer ob das Glas halb voll oder halb leer gesehen wird.

    Ich persönlich würde mir da eine wesentliche differenziertere Antwort wünschen als Ihre allgemeine Schlechtmacherei.

    Wir haben z.B. bei den Offiziersanwärtern immer noch eine sehr gute Bewerberqualität und auch bei denn Feldwebeln Truppendienst (also dem vielgerühmten „Rückgrat der Armee“) sieht es recht gut aus.

    Problem haben wir doch im Bereich Personal überwiegend nur in Spezialistenverwendungen. Diese haben natürlich teilweise massive Auswirkungen auf die Gesamtarmee, aber deswegen ist doch nicht gleich alles auch querschnittlich schlecht…

    @Gast | 29. Dezember 2018 – 15:16
    „teilen Sie mir als Unwissendem doch mit, wieviel Geld in die Pwrsonalwerbung geflossen ist“

    Ich glaube dazu gab es vor einiger Zeit eine kleine Anfrage. Ich meine es sind pro Jahr irgendwas zwischen 30 und 35 Mio?!

    „und wieviel qualifizierte Männerund Frauen längerfristig (nicht FWDL) verpflichtet werden konnten“

    Keine Ahnung.

  20. @Koffer

    Tja wie sie halt sagen „in der Regel“, die echten Überflieger waren Adju oder haben im ZInFü ein paar Power-Point Präsentationen erstellt und schwupp winkt der BS. Ich will hier auch keine Debatte entfachen wer wo wann wie Berufssoldat wird, aber nach objektiver Leistung scheint es kaum zu gehen, die Karrierewürfel entsprechen hier schon der Wahrheit.

    @asplen

    Auch wenn ihre Dönermetapher ein wenig bizarr ist, weil ich selber Teil dieses Fleisch-Humunkulus bin. Dennoch habe ich herzlich gelacht und muss zugeben, damit ist schon der Wesenskern des Problems getroffen.

  21. @koffer

    was besagt denn bitteschön der Begriff „Bestenauslese“? wenn man von zweien den Besseren auswählt, ist das auch „Bestenauslese“.
    In der Rewalität ist es doch so, dass insbesondere in Bereichen, die besonders qualifiziertes Personal so, dass bereits nicht alle zugesprochenen BS Urkunden überhaupt angenommen – oder ist das etwa auch eine Mär?
    In der Realität ist es doch so, dass die früher so begehrten Laufnahmen mit Studienplatzzusage (bspw. Sanitätsdienst) schon lange nicht mehr in der Auswahl aus den vollen schöpfen können – oder ist das etwa auch eine Mär?

    Welchen Wert hat der Terminus „Bestenauslese“ derzeit denn noch? Findet denn wirklich eine Auslese nach den Besten statt – oder eine Auslese aus dem kleinsten „Übel“. Verzeihen Sie mir diese drastischen Worte, aber man sollte sich nicht die Realität nur aufgrund von political correctness“ schönreden.

    @POO
    Sie glauben doch nicht wirklich was Sie da schreiben?
    „Es geht eben nicht nur um den bloßen „Headcount“ – zum Glück brauchen wir ja kein reines „Kanonenfutter“ mehr.“
    Um was geht es denn bitteschön bei den derzeitigen Massnahmen und der Veröffentlichung der Zahlen denn sonst.
    Schon bei der Einplanung zu Auslandseinsätzen ging es nur um das Befüllen von Listen. Qualifikation war da oft eher zweitrangig: Schlicht weil das „geeignete“ Personal“ nicht auslandsdienstverwendungsfähig verfügbar war.
    Ich selbst war in AFG ohne geeignete Vorausbildung. Aussage damals war: „Dann holen Sie das NACH dem Einsatz einfach nach …

    Und dann erzählen Sie, es geht nicht um Headcounting (im übrigen eben nicht erst seit jetzt …)?????

  22. Also jetzt verstehe ich hier aber langsam die Welt nicht mehr. Mit dem vorangegangenen Artikel diskutieren wir über einen Fachkräftezuwachs aus den EU-Staaten ( was ich übrigens sehr gut finde, bringt Leben in die „Bude“). Hier reden wir über einen Rekordzuwachs von Rekruten mit einer positiven Prognose in Richtung 2019.
    Ist unter diesem Zuwachs keine „Fachkraft“ mehr zu identifizieren?
    Natürlich steigen die Zahlen wenn die Anforderungen reduziert werden. Nach meinem Wissenstand ist ja auch die Eignungsprüfung (Übernahme BS bzw. Saz Feldwebeleignung)
    ausgesetzt. So „einfach“ wie heute wurde man noch nie BS oder Fw-Anwärter. Wie soll ich nach diesem „Police Academy“ – Verfahren, Fachkräfte finden bzw. fördern. Wo ist der Leistungsanspruch? Die Ausbildungen werden doch nach der PISA-Studie angepasst und jeder schafft es irgendwie. Note ? EGAL. GEHALT? Kann sich sehen lassen.

  23. @gast | 29. Dezember 2018 – 18:15
    „was besagt denn bitteschön der Begriff „Bestenauslese“? wenn man von zweien den Besseren auswählt, ist das auch „Bestenauslese“.“

    Glücklicherweise haben wir in den allermeisten Bereichen deutlich (!) mehr als 2:1 Bewerber für eine BS übernähme. Bei den meisten SaZ ist BS halt immer noch ein attraktives Angebot :)

    Ausnahmen gibt es natürlich im Bereich von (auch zivil) begehrten Spezialisten, aber querschnittlich sind wir bei der BS Auswahl (zumindest noch) gut aufgestellt.

    „In der Realität ist es doch so, dass die früher so begehrten Laufnahmen mit Studienplatzzusage (bspw. Sanitätsdienst) schon lange nicht mehr in der Auswahl aus den vollen schöpfen können – oder ist das etwa auch eine Mär?“

    Jepp, dass ist eine Mär. Beim SanDst können wir uns vor Bewerber immer noch nicht retten. Wir stehen derzeit so gut da, dass wir selten Kandidaten mit einer 2,x überhaupt nach Köln einladen.

    Also: bißchen mehr bei den Fakten bleiben und bißchen weniger alles schwarz sehen :)

  24. @Ha-Wa | 29. Dezember 2018 – 18:06
    „Tja wie sie halt sagen „in der Regel“, die echten Überflieger waren Adju oder haben im ZInFü ein paar Power-Point Präsentationen erstellt und schwupp winkt der BS“

    Sorry, aber auch hier hapert es wieder mit dem Realitätscheck. Erst musste ich Ihnen die BMVg Behauptung zerschießen, jetzt gerne diese:

    Das Heer hat aber noch nicht mal ein Dutzend Adju-Stellen A11/A12, zudem wird man üblicherweise erst Adju, wenn man eine überzeugende ZgFhr-Verwendungs hinter sich hat. Im ZInFü sind es noch weniger und das ist für die meisten TrGttg sogar gar nicht karriereförderlich.

    Wollen Sie es vielleicht nochmal versuchen?!?!

    Oder noch besser, kommen wir wieder zurück zum Thema dieses Fadens?!

  25. Da ist ja Einiges an Meinung in den letzten Beiträgen zusammengekommen. Vom schlechten Dönerfleisch bis zum überqualifizierten Doktor der Philosophie !

    Vielleicht mal ein paar gegenteilige Gesichtspunkte zu den geäußerten Punkten.

    Zum Zahlenverhältnis Soldaten in der Truppe zu Ämtern und Kdo-Behörden.

    Truppe braucht funktionsfähige Waffensysteme in einer proportionalen Anzahl zur Truppenstärke.
    Ämter brauchen nur PCs, Telefon und Lotus Notes !

    Aufgrund der Spartaktik seit 25 Jahren gibt es immer weniger Truppe und immer mehr Stäbe, weil sie schlichtweg billiger sind. Waffensysteme sind in den letzten 25 Jahre nur reduziert worden !

    Zum Argument wegen der überproportional hohen Anzahl der Berufssoldaten (BS) im Personalkörper brauchen wir so viele Stäbe und Ämter um sie zu beschäftigen :

    Sicherlich ist der junge Soldat eher in der Truppe als im Stäben und Ämtern anzutreffen, aber auch in der Truppe braucht man jede Menge Berufssoldaten, als Logistiker (Techniker, Nachschub), als IT-ler, als Sani usw. Wenn diese Berufssoldaten auf ihre alten Tage ( > 45 Jahre) in die Ämter und auch ins BAAINBw kommen würden, dann können diese Ämter von der Fachkompetenz der Truppenkarriere profitieren und gute Vorschriften und Entscheidungen produzieren sowie die richtigen Ersatzteile bestellen.

    Für die genannten Fachbereiche sollte der SaZ wie der Beamte auf Zeit sein und der Regelfall die Übernahme in das BS-Verhältnis sein – das schafft Kompetenz auf allen Ebenen über ein ganzes Berufsleben lang !

    Zum Argument der frühzeitigen BS-Auswahl und der Abhängigkeit vom jeweiligen Disziplinarvorgesetzten.

    Ja, es ist richtig ohne den entsprechend überzeugten Disziplinarvorgesetzten wird kein SaZ auf die BS-Schiene gehoben werden. Insofern ist es eine interpersonale Abhängigkeit. Wer mit seinem aktuellen Chef zum relevanten Zeitpunkt BS-Übernahme nicht kann, wird von ihm auch nicht zum BS vorgeschlagen werden. Der sollte sich dann in der restlichen Dienstzeit konsequent auf eine zivilberufliche Karriere vorbereiten. Es gibt auch die Möglichkeit, dass der Chef schlecht ist und man selbst sehr gut ist, aber eben auch umgekehrt !

    Nein, ohne das entsprechende Leistungsbild wird ein junger Fw oder ein junger Lt, OLt nicht die Aufmerksamkeit seines Chefs erregen im positiven Sinne um als BS-Kandidat in Betracht gezogen zu werden.
    Genauso wie bei zivilen Arbeitgebern wird es auch bei der Bundeswehr registriert, wenn eine Nachwuchskraft sich selbstständig weiterbildet um in seinem Beruf oder in seiner militärfachlichen Tätigkeit noch besser zu werden um aus der Vergleichsgruppe herauszuragen.
    Wenn dann am Ende des Auswahlprozesses zum BS die Frage auftaucht, will der Kandidat überhaupt aufgrund seiner umfassenden Qualifikation, seiner herausragenden Persönlichkeit, seines Charakters den Weg zum BS gehen oder die Karriere im Zivilen antreten, dann liegen wir in unserer Bewerberlage richtig (Elitegedanke).

    Und Nein, einen 37 jährigen Doktor der Philosophie, der einen hervorragenden Abschluss haben kann, sehe ich eher nicht als geeigneten SaZ-Kandidaten.

    Der 37 jährige IT-Spezialist wäre mir da schon lieber. Der hat aber vermutlich keine Beschäftigungssorgen – wenn er gut ist !

  26. @Koffer | 29. Dezember 2018 – 17:27

    Ohne Ironie, ich hätte wahrscheinlich weniger zu meckern, wenn Sie bei uns den Dienstposten der Aromazwiebel bekleiden würden.

  27. Ich sehe schon, die Bereitschaft zu weihnachtlichen low ops ist nicht gar so ausgeprägt… Ich hab‘ übrigens die Kommentarfunktionsdauer der Beiträge deutlich verkürzt, ab morgen werden sie wieder zu sein. Sonst wird das ja auch nix mit low ops über den Jahreswechsel…

  28. @Reiter | 29. Dezember 2018 – 18:20
    „Nach meinem Wissenstand ist ja auch die Eignungsprüfung (Übernahme BS bzw. Saz Feldwebeleignung)“

    Was ist denn eine Eignungsprüfung, seit wann wurde sie in der Bw durchgeführt und seit wann soll sie ausgesetzt sein?????

    An der Frage erkennen Sie vielleicht, dass sie wohl einem Gerücht aufgesessen sind ;)

    @Georg | 29. Dezember 2018 – 18:46
    „Für die genannten Fachbereiche sollte der SaZ wie der Beamte auf Zeit sein und der Regelfall die Übernahme in das BS-Verhältnis sein – das schafft Kompetenz auf allen Ebenen über ein ganzes Berufsleben lang !“

    Ohne Wettbewerb und Auswahl gibt es nach meiner Erfahrung keine Kompetenz, sondern nur Mittelmäßigkeit. Zudem würde eine hohe (oder sogar) 100% BS Quote den Wasserkopf ja nur erhöhen. Also das Problem der Überalterung und der Einsatzuntauglichkeit ja nur verschlimmern.

  29. @asplen | 29. Dezember 2018 – 19:25
    „Ohne Ironie, ich hätte wahrscheinlich weniger zu meckern, wenn Sie bei uns den Dienstposten der Aromazwiebel bekleiden würden.“

    Bin sehr beeindruckt ob dieses witzigen Kommentar…

  30. @koffer

    eigentlich möchte ich hier nicht auf kleinen Brötchen rumhacken, aber leider fehlt mir (offensichtlich) der Blick für das Grosse Ganze. Aber wenn doch alles so super zu schein scheint, sollte dies auch für kleine Teilbereiche gelten. Da frage ich mich allerdings, warum
    1. bspw. aus meinem SanOffz Jahrgang es nur 25% geschafft haben, überhaupt oder in der vorgesehen Zeit einen Studienabschluss zu schaffen
    2. im Bereich ALLER Fachrichtungen SanDst die „Regelpausenzeiten“ zwischen Einsaätzen nicht eingehalten werden können, wenn doch die Personalsituation so gut ist, das ausreichend Personal zum „Wechseln“ da sein sollte
    3. es Fachbereiche im SanDst gibt, die bereits seit mehr als 10 Jahren kein Personal für Auslandseinsätze stellen können, weil die Quote der auslandsdienstverwendungsfähigen Fachärzte <25% ist und irgendwann bei den geeigneten die Luft raus ist.
    4. es Fachbereiche gibt, bei denen regelmässige eine grosse zahl an BS Urkunden nicht angenommen werden
    5. die Zahl der (kurzdienenden) Seiteneinsteiger in SanDst zunehmenden auf hohem Niveau besteht, wenn doch die Zahl der eigenen SanOAs ausreichend hoch ist (Vorausgesetzt die als "Beste" auserkorenen schaffen dann auch alle das Studium und die Zahl des SanOA Nachwuchses wurde bedarfsgerecht kalkuliert).

    Und nun mal Butter bei den Fisch: Wie hoch ist denn bspw. die Bewerberquote geeigneter Bewerber – also Abi-Schnitt besser al 2,x, die sich für 17 Jahre versplichten wollen für die Laufbahn SanOA – so wie in den 90ern 30:1, oder schlechter? Und wenn schlechter – warum ?? Hat sich an der Laufbahn etwa was geändert? Sind die Kandidaten anspruchsvoller geworden? Ist die Bundeswehr weniger attratkiv?

    Das hat alles nichts mit Schwarzsehen zu tun, sondern nur mit einer realistischen Situationsanalyse.

    Und wenn ich mir anschaue, dass " pro Jahr irgendwas zwischen 30 und 35 Mio?!" für Personalrecruitment ausgegeben werden (Steuergelder) und noch nicht mal bekannt ist (in gut informierten Kreisen) wie hoch der Erfolg dieser Massnahmen zu sein scheint, dann bin ich doch etwas traurig …
    In einem zivilen Unternehmen kann sich dies Aussage verantwortliches Personal der Managmentebene sicher nicht leisten – und Personalrecruitment ist beileibe nichts, was die Bundeswehr von zivilen Unternehmen unterscheidet. Und da brauchen Sie mir nicht mit Besonderheiten des Soldatenberufs zu kommen.

    Solange die Bundeswehr nicht eine ehrliche Situationsanalyse zulässt und die Ergebnisse entsprechend umsetzt wird es auch nicht über eine Personalsteigerung im bsiher bekannten Masse kommen (für immerhin 35 Mio €/Jahr Kosten)

  31. @ Koffer

    Den Spezialisten in der militärfachlichen Verwendung muss man den BS wegen ihrer Verwendung anbieten oder man wird auf die lange Schiene keine Spezialisten mehr haben.

    Eignungsprüfung

    „Allgemeine Eignugsfeststellung“, als 2 Tage Prüf- und Auswahltest während dem Feldwebellehrgang. Die Abschlussempfehlung lautete geeignet als SaZ, Fw BS, Offz milFD oder Offz Tr Dst. Die Empfehlung zählte dann in der Laufbahnbeurteilung zur BS-Auswahl zwischen 20 und 40 %

    Also kein historisches Gerücht sondern ein jahrzehntelanger Fakt als Voraussetzung zum BS.

    @ gast

    Angebot und Nachfrage, als SanOffz im Auslands-Dauereinsatz hätte ich mir auch eine zivilberufliche Verwendung gesucht.
    Ich denke jeder Arzt kann seine zivilberufliche Karriere gut voraus sagen und dann eine Entscheidung treffen.

  32. @Koffer | 29. Dezember 2018 – 19:56
    „Was ist denn eine Eignungsprüfung, seit wann wurde sie in der Bw durchgeführt und seit wann soll sie ausgesetzt sein?????

    An der Frage erkennen Sie vielleicht, dass sie wohl einem Gerücht aufgesessen sind ;)“

    Das hier die Potentialfeststellung gemeint war, sollte Ihnen aufgefallen sein. Seit wann sie durchgeführt wird und das sie für das Auswahljahr 2019 kein Bestandteil des Auswahlverfahrens ist, dürfte Ihnen bekannt sein.
    Warum? Wissen sie sicher auch. . . . .

  33. @Koffer

    Keine Sorge, sie müssen mir meinen eigenen Verwendungsaufbau nicht erklären.

    Auch wenn es vielleicht nicht so klingt, das sind reale Beispiele aus meinem Btl, den einen aus dem ZInFü kenne ich sehr gut, war mit ihm auf dem EKL und er bestätigte das es enorm hilft wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und geradezu „durchstartet“.

    Mein Punkt war nur das der reine Leistungsgedanke und die entsprechende Förderung nicht allein vom Können und der vorbildlichen Erfüllung des Auftrages abhängen, sondern auch von subjektiven Faktoren wie der regelmäßige Umgang mit dem DV.

    Aber ich kann noch immer nicht verstehen wie sie 40-jährige Wiedereinsteller und dauerhaft Wehrübende als Erfolg verkaufen wollen, nur um irgendwelche Trendwenden zu unterfüttern.

  34. @gast | 29. Dezember 2018 – 20:38
    „Aber wenn doch alles so super zu schein scheint, sollte dies auch für kleine Teilbereiche gelten. Da frage ich mich allerdings, warum“

    Ich habe nicht gesagt, dass alles super ist. Ich möchte nur, dass Äpfel nicht mit Birnen verwechselt werden und das nicht alles schlecht geredet wird und das der nahende Weltuntergang nicht aufgrund schlechter Omen unwidersprochen als beweisen gilt ;)

    „2. im Bereich ALLER Fachrichtungen SanDst die „Regelpausenzeiten“ zwischen Einsaätzen nicht eingehalten werden können, wenn doch die Personalsituation so gut ist, das ausreichend Personal zum „Wechseln“ da sein sollte“

    In der Tat ist die Anzahl der für Einsätze zur Verfügung stehenden SanOffz teilweise bedenklich niedrig. Das hat aber nichts mit der von Ihnen ursprünglich behaupteten schlechten Einstellungssituation zu tun (vielmehr geht es hier um eine Kombination von hoher Abwesenheit durch Elternzeiten/Schwangerschaft mit geringen Einsatzuntauglichkeitszahlen mit den im SanDst üblichen Kurzeinsatzzeiten und mit dem notwendigem Erhalt der flächendeckenden SanVersorgung in DEU zu tun)! Hier nehmen Sie eine Tatsache und begründen damit etwas ganz anderes.

    Wenn Sie also angeführt hätten, dass wir ein Problem bei der Anzahl der einsatzfähigen SanOffz haben, dann hätte ich Ihnen zugestimmt.

    Aber Sie haben ja behauptet, dass wir zu wenig qualifizierte Bewerber für die Laufbahn der SanOAs hätten.

    Das eine ist richtig, das andere ist falsch.

    „Und wenn ich mir anschaue, dass “ pro Jahr irgendwas zwischen 30 und 35 Mio?!“ für Personalrecruitment ausgegeben werden (Steuergelder) und noch nicht mal bekannt ist (in gut informierten Kreisen) wie hoch der Erfolg dieser Massnahmen zu sein scheint, dann bin ich doch etwas traurig …“

    Naja, ich habe ja nicht gesagt, dass die Zahlen nicht existieren, ich denke nur nicht, dass diese öffentliches Wissen sind ;)

    @Georg | 29. Dezember 2018 – 22:36
    „Den Spezialisten in der militärfachlichen Verwendung muss man den BS wegen ihrer Verwendung anbieten oder man wird auf die lange Schiene keine Spezialisten mehr haben.“

    Sehe ich nicht so. Man sollte nur soviel BS „anbieten“, wie man auch tatsächlich benötigt. Eine zu hohe BS Quote fördert nur den Wasserkopf und untergräbt die Bestenauslese.

    @Fuddel | 29. Dezember 2018 – 22:56
    „Das hier die Potentialfeststellung gemeint war, sollte Ihnen aufgefallen sein.“

    Sorry, aber die Potentialfeststellung ist/war lediglich ein Teil des Auswahlverfahrens zum BS. Ich sehe nicht, dass man das mit einer angeblich (!) derzeit ausgesetzt „Eignungsprüfung“ gleichsetzen darf.

    Nur weil ein bisheriger Teil des Gesamtverfahrens derzeit nicht (mehr) einbezogen wird, heisst das ja nicht, dass wir kein (strenges) Auswahlverfahren mehr durchführen.

    @Ha-Wa | 29. Dezember 2018 – 23:15
    „Keine Sorge, sie müssen mir meinen eigenen Verwendungsaufbau nicht erklären.“

    Dann sollten Sie vielleicht auch mit tatsächlichen Zahlen arbeiten und nicht mit Verallgemeinerungen, die aus Einzelfällen Generalbehauptungen ableitet!

    „Mein Punkt war nur das der reine Leistungsgedanke und die entsprechende Förderung nicht allein vom Können und der vorbildlichen Erfüllung des Auftrages abhängen, sondern auch von subjektiven Faktoren wie der regelmäßige Umgang mit dem DV.“

    Das wiederum ist zutreffend (war schon immer so und ist auch mEn nicht per se verwerflich ;) ).

    Das hat aber rein gar nichts mit ihren bisherigen Behauptungen zu tun.

    „Aber ich kann noch immer nicht verstehen wie sie 40-jährige Wiedereinsteller und dauerhaft Wehrübende als Erfolg verkaufen wollen, nur um irgendwelche Trendwenden zu unterfüttern.“

    Wo tue ich das?! Sie verwechsle hier (wieder mal) A mit B. Nur weil ich mich über eine Sache freue, heisst das doch noch lange nicht, dass ich auch alles andere tolle finde ;)

    (Nebenbei: 1. Der 40jährige Wiedereinsteller ist mEn dort ein Erfolg, wo wo wir ihn tatsächlich zielführend einsetzen können, d.h. manchen sind ein großer Gewinn für die Bw, manche aber eben auch weniger 2. Der „Dauerwehrübende“ zählt nicht auf die durch @T.W. angegebenen Zahlen, sondern kommt oben drauf.)

  35. Georg | 29. Dezember 2018 – 18:46

    Genauso wie bei zivilen Arbeitgebern wird es auch bei der Bundeswehr registriert, wenn eine Nachwuchskraft sich selbstständig weiterbildet um in seinem Beruf oder in seiner militärfachlichen Tätigkeit noch besser zu werden

    Wenn die Nachwuchskraft mit einem SAP-eingabefähigen Zettel, der eine formelle Weiterbildung oder sonstwas dokumentiert, zum Perser geht, dann wird das registriert. Richtig.

    Verfügt die Bundeswehr über einen Mechanismus, der sowas regelmäßig überprüft und standardmäßig in einer für die Nachwuchskraft spürbaren Form in der Personalentwicklung berücksichtigt? Wäre mir neu.

  36. In vielen Punkten muss ich @Koffer beipflichten.

    Es ist bei der Bundeswehr nicht alles gut, das heißt aber nicht dass alles schlecht sei. Insbesondere die Personallage ist in meinem Bereich immer noch gut, auch verglichen mit den letzten Jahren (Aussagen verschiedener Vorgesetzter). Seiteneinsteiger jenseits der 30 braucht die Bundeswehr nicht in großen Mengen, und wenn dann nur als „Spezialisten“. Dass Philosophie dazu gehört, wäre mir neu (in meinem Bereich gibt es etwa 2 Dutzend Seiteneinsteiger dieses Modells). Einerseits meckern, dass die Bundeswehr jeden nimmt und dann wieder wenn Freunde, Bekannte nicht dabei sind ist auch etwas doppelzüngig…
    Zur BS Auswahl: Beurteilungen waren noch nie uneingeschränkt gerecht. Aber wer sich als Zugführer bewährt hat, sollte danach oftmals eine Ämterverwendung o. Ä. durchlaufen. Als Offz ohne Studium wurde es Kameraden dringend empfohlen, um die Befähigung zur Stabsarbeit zu zeigen. Der beste Truppenoffizier bringt nach der Chefverwendung nichts, wenn er bis zur Pension im Stab überfordert oder einfach falsch aufgehoben ist und nur davon redet wie toll die „Truppe“ ist zu der er wieder möchte.

    Ein gewisses Maß schadet nicht. Aber auch in der Wirtschaft sollte man mit Vorgesetzen klar kommen und sich in gewisser Weise zeigen.

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