Personalstärke zum Jahresende 2019: Jetzt mehr als 183.000 (Vorsicht Fehler)

[Hinweis: Den wie immer aufmerksamen Lesern hier ist aufgefallen, dass die aufaddierten Zahlen des Verteidigungsministeriums um 3.000 höher liegen als die genannte Gesamtstärke. Ich bemühe mich um Klärung und veröffentliche dann eine Neufassung. ]

Die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ist zum Ende des vergangenen Jahres erneut leicht angestiegen und hat die Marke von 183.000 – wie geplant – überschritten. Insgesamt stieg die Zahl auf 183.667 und lag damit um 688 Soldatinnen und Soldaten über der vom November 2019. Der moderate Anstieg ereignete sich in allen Statusgruppen, vergleichsweise am stärksten stiegen aber die Zahlen der Berufssoldaten und der Freiwillig Wehrdienst Leistenden (FWDL).

Die am (heutigen) Freitag veröffentlichten Zahlen für Dezember 2019, wie üblich unter dem immer gleichen Link* eingestellt:

Insgesamt leisten rund 183.667 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr

Bundesministerium der Verteidigung 1.123
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 3.203

Streitkräftebasis 27.825

Zentraler Sanitätsdienst 19.882

Heer 66.555

Luftwaffe 27.535

Marine 16.516

Cyber- und Informationsraum 13.370

Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 972

Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.647

Bereich Personal 8.039
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten

53.965 Berufssoldaten
121.365 Zeitsoldaten
8.337 Freiwillig Wehrdienstleistende

Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:

22.594 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; rund 12 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr

Heer 4.390
Luftwaffe 2.331
Marine 1.634
Streitkräftebasis 2.903
Sanitätsdienst 8.098
Cyber- und Informationsraum 1.268
Ministerium und andere Bereiche 1.970

Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 5.854
Unteroffizierinnen mit Portepee 7.950
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.509
Mannschaften 5.281

Status
Berufssoldatin 3.618
Zeitsoldatin 17.429
Freiwillig Wehrdienstleistende 1.547

Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten (allerdings ohne die frühere Aufschlüsselung nach dem jeweiligen Status):

Beschäftigt sind 81.535 Zivilistinnen und Zivilisten. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 1.582
Bundeswehrverwaltung, Rechtspflege, Militärseelsorge und weitere, dem zivilen Bereich zuzurechnende Dienststellen: 56.518
Streitkräfte und dem militärischen Bereich zuzurechnende Dienststellen: 23.435

Von den 81.535 Zivilbeschäftigten sind 30.629 weiblich. Das entspricht rund 38 Prozent.

Die Angabe zur Monats-Personalstärke der Auslandseinsätze (ohne die, wie sie jetzt heißen, anerkannten Missionen wie die NATO-Battlegroup in Litauen):

Einsatz Einsatzgebiet Stärke davon Frauen davon Reservisten davon FDWL
Resolute Support Afghanistan 1.289 101 87 1
KFORKosovo Force Kosovo 69 7 7 0
UNMISSUnited Nations Mission in South Sudan Südsudan 14 0 0 0
UNAMIDNations-African Union Hybrid Mission in Darfur Sudan 3 1 0 0
UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon Libanon 125 12 7 2
EUTMEuropean Union Training Mission Mali Mali 153 20 20 0
MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali Mali 903 72 43 2
Atalanta Horn von Afrika 24 2 7 0
Sea Guardian Mittelmeer 237 24 3 17
Anti-IS„Islamischer Staat“-Einsatz/Fähigkeitsaufbau Irak Syrien/Irak 406 39 25 1

Weitere Missionen/Unterstützungsleistungen

Einsatz/Mission Einsatzgebiet Stärke
STRATAIRMEDEVACStrategic Air Medical Evacuation Deutschland 48
MINURSOThe United Nations Mission for the Referendum in Western Sahara Westsahara 2
UNMHA Jemen 1

(Stand aller Angaben: Dezember 2019)

*Der dauerhafte Archiv-Link zu der Webseite mit diesen Angaben:
http://web.archive.org/web/20200124122328/https://www.bundeswehr.de/de/ueber-die-bundeswehr/zahlen-daten-fakten/personalzahlen-bundeswehr

Der Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen (die der Zivilbeschäftigten ab Mai 2019; die der Auslandseinsätze ab November 2019):

November 2019
Oktober 2019
September 2019
August 2019
Juli 2019
Juni 2019
Mai 2019
April 2019
März 2019
Februar 2019
Januar 2019
Dezember 2018
November 2018
Oktober 2018
September 2018
August 2018
Juli 2018
Juni 2018
Mai 2018
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Januar 2013 bis Dezember 2015

(Archivbild November 2019: Angehende Fernspäher sichern die Umgebung im Technologiestützpunkt Tarnen und Täuschen auf dem Truppenübungsplatz Storkow – Jana Neumann/Bundeswehr)

21 Gedanken zu „Personalstärke zum Jahresende 2019: Jetzt mehr als 183.000 (Vorsicht Fehler)

  1. Im Vergleich zu vor einem Jahr hat die Bw jetzt um mehr als 2000 Soldaten zugelegt. Geht man in den Dezember 20016 zurück, so ist die Bw seit dem um 6000 Soldaten gewachsen.

    Aber wenn man sich die Zahlen genau anschaut, so sieht man, dass tatsächlich nur das Heer um 6.000 Soldaten angewachsen ist und die anderen Teilstreitkräfte stagnieren !

  2. Mal ein kurzer Blick auf Dezember 2018 (dann sind alle jahreszeitlich bedingten Schwankungen weg): in den letzten 12 Monaten hat das Personal der Bundeswehr um ca. 1400 Soldaten zugenommen, davon ca. 600 Soldatinnen.
    Das könnte natürlich alles besser sein und schneller gehen, insgesamt aber sehe ich beide Zahlen als eine durchaus gute Entwicklung.

  3. *Langsam nährt sich das Eichhörnchen!*
    Immerhin geht die Kurve nach oben, wenn es bei dem Tempo bleibt hat man in 15 Jahren die 20.000 zusätzlichen Soldaten die man Mal haben wollte. Stichwort dritte Pz. Division….
    2035 wird alles wieder gut ;)

  4. Interessant wäre die Angabe der Verlängerungen von Berufasoldaten über die normalen Altersgrenzen hinaus und die Netto Zugewinne.

  5. Damit ist das IV. Quartal (noch) erfolgreicher, als es eigentlich im mehrjährigen Vergleich zu erwarten war.

    Sehr erfreulich.

  6. Wie immer wäre eine Aussage zur Altersstruktur sehr aufschlussreich.

    [Tja. Ich kann nur die Daten wiedergeben, die auch verfügbar sind… T.W.]

  7. Die Dienstpostenobergrenze des Heeres gem. Fähigkeitsprofil ist 60787. Was machen wir denn mit den überzähligen Soldaten? Dafür sind weder Dienstposten noch Geld vorhanden. Vermutlich wird diese Grenze in Kürze aus Kostengründen auch nochmal nach unten korrigiert.
    Wer macht so einen Murks? Spricht das Planungsamt nicht mit dem BAPersBw?

  8. @ Insider

    Danke! Heer2011 gilt weiterhin, allen Träumereien zum Trotze.

    Ansonsten: Mehr Berufssoldaten = mehr und dauerhafter Wasserkopf. Eine Erfolgsgeschichte, siehe Belgien, da werden die Streitkräfte immer älter. Effekthascherei das Ganze, mehr nicht.

  9. In seiner Abschlussrede auf der HiTaTa 2020 ist der Inspekteur der Marine, Andreas Krause, auch auf das Thema Personal eingegangen.
    https://deutsches-maritimes-institut.de/wp-content/uploads/2020/01/60.-HiTaTa_InspM_Abschlussrede.pdf

    Hier die wichtigsten Punkte:

    „Um unser Ziel einer vollumfänglichen Dienstposten-besetzung bis 2025 zu erreichen, benötigen wir bis dahin einen personellen Netto-Aufwuchs von 450 Soldatinnen und Soldaten pro Jahr – diesen Wert haben wir bisher regelmäßig verfehlt. Wir liegen im Moment bei etwa 300.“

    „Derzeit fehlen in der gesamten Bundeswehr – und das brauche ich Ihnen hier eigentlich gar nicht erzählen, denn insbesondere Sie merken dies tagtäglich – 2600 Soldatinnen und Soldaten in Marineuniform.“

    „Die Ergebnisse der letzten Auswahlkonferenzen zur Übernahme als BS stimmen uns nachdenklich und geben Anlass zur Sorge, dass wir die dringend benötigten Männer und Frauen zunehmend nicht langfristig an uns binden können.“

    „Auch wenn unsere Experten der Meinung sind, dass wir eigentlich noch mehr Männer und Frauen bräuchten, um alle uns zugewiesenen Aufgaben erfüllen zu können – angesichts der beschriebenen Rahmenbedingungen ist ein zusätzlicher Aufwuchs des Dienstpostenumfangs über die aktuell festgelegte Obergrenze nicht zielführend, da diese Stellen absehbar ohnehin nie besetzt werden könnten. Mit dieser Realität müssen wir umgehen.“

    „Wir müssen uns ehrlich eingestehen, dass wir uns zwischen DIESEN Menschen [junge Kameradinnen und Kameraden, die nicht mehr mit derselben Einstellung zu uns kommen, wie vor 20 oder mehr Jahren] und KEINEN Menschen entscheiden müssen – denn es werden keine anderen kommen.“

  10. Schön, dass wenigstens die Marine die Lage nicht schönredet, sondern die Realität akzeptiert.
    Die Trendwende Personal erfüllt nicht die hochgesteckten Erwartungen und wird dies auch künftig nicht können, schon angesichts der demographischen Entwicklung.
    Ich denke, spätestens zur nächsten Legislaturperiode wird man sich „gesichtswahrend“ von den Träumen einer UvdL bzw. AKK verabschieden.

  11. @K.B. wt ak

    Ist das mit der Einstellung der jungen Menschen nun besser*, schlechter* oder einfach nur anders als vor 20 Jahren oder wollen zu wenige BS werden`?
    *wenn ja, warum?

  12. Welche Herausforderung braucht Deutschland noch, damit die weichgespülten Beschreibungen eingestellt werden/können/müssen ?

    Meine Generation der Babyboomer hat 9/11 erlebt. ISIS in den Nachrichten gesehen. Die iranischen Raketen auf Israel (hoffentlich) wahrgenommen. Vorsorge ? – Mir kommt das alles so vor, als könnten wir die Freiwillige Feuerwehr regional abschaffen, weil es zehn Jahre nicht gebrannt hat.

    Führt die Wehrpflicht in Deutschland wieder ein! – Danach können wir uns über Budget, Material und neue Aufgaben unterhalten. Aber von einem anderen Niveau aus. Bedrohungswahrnehmung, politischer Willen und Pflichten für den Staatsbürger – „den Bürger (Deutschlands) in Uniform“ eben. Alles andere ist unverändert Augenwischerei (nach innen) und falsche Signale (nach außen).

  13. In den Zahlen ist ein Typo drin (nicht bei Ihnen Herr Wiegold, sondern in der Quelle). Ich vermute bei der Heereszahl.

    Das Heer wäre demnach um 3.800 Soldaten zum Vormonat gewachsen und die Gesamtsumme im Dezember wäre 186.667.

    Ansonsten bleibt noch anzumerken:
    Zahl der Frauen auf neuem Allzeit-Hoch
    Die Luftwaffe hat erstmals weniger als 15% Truppenanteil bei sich.

  14. @ ThoDan

    Dem Vernehmen nach stehen z.B. Speditionen vor ähnlichen Problemen.
    Früher war es offenbar für junge Leute/Männer interessant, Fernfahrer zu werden. Man kam herum und verdiente dabei auch nicht schlecht.
    Das ist heute nicht mehr so en vogue. Daher wird die Fracht heute nicht mehr „in einem Rutsch“ von Hüh nach Hott gefahren, wodurch der Kraftfahrer teils Wochen lang unterwegs war, sondern von Hub zu Hub gefahren, als Tagestour. Und trotzdem gibt es ein Fehl an Berufskraftfahrern.
    Ähnliche Probleme hat die Marine im Speziellen offenbar auch – und die Bundeswehr im Allgemeinen. An bestimmten Stellschrauben kann man sicherlich drehen, aber dass Marinestandorte in Norddeutschland liegen und dass mit der Marine Seefahrerei verbunden ist, das wird man wohl nicht ändern können.
    Und last but not least: Der Arbeitsmarkt ist heute ein anderer. Die Wirtschaft brummt – wieso auch immer – und es herrscht Arbeitskräftemangel.

  15. @O.Punkt & all

    In der Tat, auf das Delta haben mich am Wochenende auch andere Leser hingewiesen: Die addierte Zahl der einzelnen Teilstreitkräfte, OrgBereiche usw. liegt um 3.000 höher als die genannte Gesamtstärke. Angesichts der wundersamen Vermehrung des Heeres würde ich ebenfalls dort den Fehler vermuten.

    Ich habe das Ministerium mal um Aufklärung gebeten.

  16. @all

    So, jetzt ist die Heeres-Zahl um 3.000 nach unten korrigiert, und die Gesamtsumme stimmt. Habe die berichtigte Fassung als neuen Eintrag gemacht; bitte ggf. die Debatte dort weiterführen.

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