Personalstärke Mai 2019: Es bleibt unter 182.000 (Neu: jetzt auch Zivil-Statistik!)

Die Bundeswehr hat die Zahl ihrer Soldaten in diesem Jahr bislang nicht deutlich steigern können. Ende Mai 2019 dienten 181.463 Männer und Frauen in den Streitkräften, etwas weniger als die 181.816 im April. Zum Jahresende 2018 hatte die Bundeswehr 181.274 Soldatinnen und Soldaten umfasst und war in den Monaten seither nur im Februar einmal knapp über die derzeit angepeilte Marke von 182.000 gekommen.

Im Vergleich von April zu Mai war der leichte Rückgang überwiegend durch die um knapp 250 Personen gesunkene Zahl der Freiwillig Wehrdienst Leistenden bedingt; die Zahl der Zeit- und Berufssoldaten blieb weitgehend konstant.

Die Statistik zu der militärischen Personalstärke für Mai, vom Ministerium wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht:

181.463 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 1.126
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 3.147
Streitkräftebasis: 27.629
Zentraler Sanitätsdienst: 19.972
Heer: 62.008
Luftwaffe: 27.791
Marine: 16.413
CIR: 13.118
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 979
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.639
Bereich Personal: 7.641, davon bis zu 5.400 Studierende an den Bw-Universitäten
Die Bundeswehr umfasst aktuell 53.034 Berufs- und 120.167 Zeitsoldaten (Gesamt: 173.201) sowie 8.262 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt 2019: 8.456).
Zur Bundeswehr gehören 22.098 Soldatinnen.

Erstmals für Mai 2019 lieferte das Verteidigungsministerium auch Einzelheiten zu den Zivilbeschäftigten sowie eine detaillierte Übersicht zu den Soldatinnen. (Jetzt fehlt eigentlich nur noch entsprechendes Zahlenmaterial zu den Reservedienst Leistenden…)

Die Statistik zu den Zivilbeschäftigten, unter einem gesonderten Link:

Insgesamt sind 81.255 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bundesministerium der Verteidigung und in der Bundeswehr beschäftigt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 1.563
Bundeswehrverwaltung, Rechtspflege, Militärseelsorge und weitere dem zivilen Bereich zuzurechnende Dienststellen: 56.566
Streitkräfte und dem militärischen Bereich zuzurechnende Dienststellen: 23.126

Statusverhältnis aller zivilen Beschäftigten
24.360 Beschäftigte sind Beamte/Beamtinnen, Richter/Richterinnen und Professoren/Professorinnen.
51.483 Beschäftigte sind Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen.
5.412 stehen derzeit in einem Vorbereitungsdienst für eine Beamtenlaufbahn oder in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis.

Frauen im Zivilpersonal
Von den insgesamt 81.255 zivilen Beschäftigten sind 30.440 Frauen. Das entspricht rund 37 Prozent. Frauen sind in allen Bereichen der Bundeswehr beschäftigt.

Statusverhältnis der zivil beschäftigten Frauen
21.061 Arbeitnehmerinnen
1.737 Frauen im Vorbereitungsdienst beziehungsweise in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis
7.642 Beamtinnen, davon
1.444 im höheren Dienst,
3.159 im gehobenen Dienst,
3.009 im mittleren Dienst und
30 im einfachen Dienst

Stand: 31. Mai 2019

Die Statistik zu Frauen in den Streitkräften (hier nur Soldatinnen), ebenfalls unter gesondertem Link:

Derzeit macht der Anteil der Soldatinnen in der Bundeswehr circa zwölf Prozent aus: Von den insgesamt rund 182.000 Soldaten der Bundeswehr – Berufssoldaten, Zeitsoldaten und Freiwillig Wehrdienstleistende – sind 22.098 Frauen.
2001 dienten noch gut 6.700 Soldatinnen in der Bundeswehr. Seitdem stieg ihre Zahl kontinuierlich an. Dieser Trend soll sich fortsetzen.

Soldatinnen nach Teilstreitkraft/Organisationsbereich
Heer 4.169
Luftwaffe 2.313
Marine 1.607
Streitkräftebasis 2.821
Sanitätsdienst 8.107
Cyber- und Informationsraum 1.215
Ministerium und andere Bereiche 1.866

 

Soldatinnen nach Dienstgradgruppe (Inklusive Anwärter)
Offiziere 5.511
Unteroffiziere mit Portepee 7.919
Unteroffiziere ohne Portepee 3.484
Mannschaften 3.643

 

Soldatinnen nach Status
Berufssoldat 3.374
Zeitsoldat 17.183
FWDL 1.541

Stand aller Tabellen: 31. Mai 2019

Der Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen – bislang natürlich nur für die militärische Personalstärke; für die Zivilbeschäftigten wurden ja zuvor keine so detaillierten Zahlen veröffentlicht:

April 2019
März 2019
Februar 2019
Januar 2019
Dezember 2018
November 2018
Oktober 2018
September 2018
August 2018
Juli 2018
Juni 2018
Mai 2018
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Januar 2013 bis Dezember 2015

(Foto: Ein Seaking-Hubschrauber der Deutschen Marine landet bei der Übung BALTOPS am 11. Juni 2019 auf dem norwegischen Minenjagdboot Rauma – Emil Wenaas Larsen /Forsvaret/Norwegische Streitkräfte)

37 Gedanken zu „Personalstärke Mai 2019: Es bleibt unter 182.000 (Neu: jetzt auch Zivil-Statistik!)

  1. Ähem,
    ist zwar OT aber der genannte norwegische Minenjäger hat kein Flugdeck.

    [Sorry, die Bildunterschrift habe ich von Original übernommen. T.W.]

  2. „… nicht deutlich steigern können …“ scheint mir wie „Schönreden“.
    Fakt ist, dass die Personalstärke im Vergleich zu Januar 2019 klar geringer ist. Von (selbst undeutlicher) STEIGERUNG nicht die Spur!
    Wie lange will man im BMVg noch die Augen vor der Realität verschließen?
    Die „Trendwende Personal“ fällt schlicht aus.
    Die demographische Entwicklung und die vielen Negativschlagzeilen aus der und über die Bundeswehr treiben junge, motivierte Menschen nun nicht gerade in Scharen in die Karrierecenter.

  3. Interessant. 30 Personen im einfachen Dienst. Würde mich mal interessieren, was die so machen.

  4. @Landmatrose3000
    Das FGG Finanzen (CJ8/NATO) befindet sich in Frankreich, auch in anderen Staaten, in Verantwortung, Führung und Umsetzung von Soldaten. Weitere Aufgaben DEU BwDLZ, wie z.B. Beschaffung von Verbrauchsgütern, Auftragsvergabe an gewerbliche Wirtschaft, der Gesamtbereich Brandschutz, nicht zuletzt auch Truppenverwaltung und Zahlstellenaufgaben sind militärisch geführt und bindet somit uniformiertes Personal, was in Bw beamtenseitig gehandhabt ist.
    Sie erinnern sich mglw. an Berichterstattung zum Brand in „Notre Dames de Paris“: mehrfach erfolgte der Hinweis, dass die Feuerwehr Teil der Streitkräfte als „Brigade de sapeurs-pompiers de Paris (BSPP)“ und damit einer Pioniereinheit ist.
    Der Gesamtumfang wird einen beachtenswerte Zahlenwerte ausmachen und kann die deutlich abweichenden Größen erklären.
    Ähnlich sieht es in den NLD aus. Selbst erlebt habe ich, dass der S8 als Teil des Stabes Befehlsempfänger seines Kommandeurs ist, was in täglichen Abläufen vieles vereinfacht.
    Der Vorteil dieses Verständnisses wird auch bei Einsätzen unter FRA Führung deutlich: Der Kommandeur, le commandant, entscheidet.

  5. @O.Punkt: Vielleicht etwas, was man erst vermisst, wenn es wegrationalisiert wurde?
    *räusper* Botendienst *räusper* Registratur *räusper* Schriftgutbearbeitung

  6. Die Übersicht weißt nur die Aufteilung von Frauen in den verschiedenen zivilen Laufbahnen aus. Es sind also 30 Frauen im eD, Einfacher Dienst ist zum Beispiel zu finden in: Registraturen, Botendienst, Poststellen, Druckereien, Vorzimmer. Als es noch das eigene zivile Wachpersonal gab, waren das auch überwiegend eD

  7. @Landmatrose 3000
    Das erklärt sich zumindest teilweise damit, das Dienstposten bzw. Aufgabenbereich, die bei uns zivil sind, in FRA militärisch besetzt sind. Z.B. Rechtsberater oder der S8.

  8. @Lucky.Sailor sagt: 26.06.2019 um 19:59 Uhr
    „Wie lange will man im BMVg noch die Augen vor der Realität verschließen?
    Die „Trendwende Personal“ fällt schlicht aus.“

    Um das bewerten zu können, müssen wir glaube ich die Monate Juli (traditionell Sprung nach oben) und Oktober (Pensionierungsmonat) abwarten.

    Von den reinen Zahlen her lief es die letzten drei Jahre eigentlich recht gut. Mit dem Altersdurchschnitt kann man sicherlich nicht zufrieden sein (Wasserkopf etc.), aber mit der aktuellen BS-lastigkeit ist das leider systemimmanent…

  9. 180000 Soldaten, dass ist etwas weniger als 1/3tel der alten BW.
    Die hatte von jetzt auf gleich 12 einsatzbereite Divisionen mit 3000 Panzern, 900 Kampfflugzeugen und was man sonst noch braucht, inklusive prall gefüllter Vorratslager.
    Der Verteidigungsetat betrug damals ca 32 Mrd Euro im Jahr.
    Mit 42 Mrd/a sollten also trotz Inflation wenigstens 3 einsatzbereite Divisionen mit 750 Panzern, 250 Kampfflugzeugen und was man sonst noch braucht hergeben, inklusive der voll gefüllten Vorratslager.
    Israel stellt fürs halbe Geld die 10-fache Feuerkraft unserer heutigen Parlamentsarmee in die Wüste.
    Es fehlt kein Geld.
    Es fehlt der politische Wille und die planerische Fähigkeit der fachfremden Politiker im MInisterium.
    Die Bundeswehr hat ein Führungsproblem.

  10. Bei der Frage Bang for the Buck und dem Bereich Frankreich. Eigentlich wäre das doch Aufgabe des Ministeriums ggf durch externe Berater erarbeitet^^ und nicht dieses Forums, was in Deutschland und in Frankreich wie abgebildet wird bzw dazu zählt oder nicht und was am Ende dafür rauskommt. Ich fürchte der Vergleich geht nicht gut für uns aus, aber andererseits möchte ich auch nicht im Niger in einem befestigten Feldlager monatelang in einer Dackelgarage pennen. Container statt Zelt samt schicker Betreuungseinrichtung kostet nun mal Ressourcen.
    ja off topic, ich weiß.

  11. @ Klaus-Peter Kaikowsky, PzH2000

    Danke für die Erläuterungen! Ich staune dann nur immer wieder darüber, dass vor diesem Hintergrund die Zahl der Soldaten in FRA gemäß dem obigen Link in 2018 ja auch “nur” 206.409 betrug. Und demnach die Gesamtsumme Personal Militär+Zivil in FRA nur ca. 3.500 Mann+Frau über der der BW liegt – und abzüglich der Sonderfunktion der beiden Militär-Berufsfeuerwehren Paris +Marseille mit etwa 10.500 Mann+Frau ca. 7.000 darunter.

  12. @Koffer sagt:26.06.2019 um 21:11 Uhr

    @Lucky.Sailor sagt: 26.06.2019 um 19:59 Uhr
    „Wie lange will man im BMVg noch die Augen vor der Realität verschließen?
    Die „Trendwende Personal“ fällt schlicht aus.“
    Um das bewerten zu können, müssen wir glaube ich die Monate Juli (traditionell Sprung nach oben) und Oktober (Pensionierungsmonat) abwarten.

    Ich weiß nicht, ob es Ihnen schon aufgefallen ist, aber solche Begründungen sind Ihr monatliches Mantra. Regelmäßig sehen Sie Sondereffekte, die für die dürftige Personallage verantwortlich sein sollen. Die Regelmäßigkeit zeigt eben, das es keine Sondereffekte sind, sondern die Bundeswehr, insbesondere die Personalführung, es nicht schafft, bekannte Effekte in der Personalstruktur entsprechend zu kompensieren.
    Und wieder sind sechs Monate vergangen, in denen das Ziel >182.000 zum 31.12.2018 nicht erreicht wurde.

  13. @ 0300-Infanterie

    zu “ Eigentlich wäre das doch Aufgabe des Ministeriums ggf durch externe Berater erarbeitet^^ und nicht dieses Forums, was in Deutschland und in Frankreich wie abgebildet wird bzw dazu zählt oder nicht und was am Ende dafür rauskommt.”

    Ich wünsche mir dazu tatsächlich mal eine(n) wissenschaftliche Analyse/Bundesrechnungshof-Bericht/Consulting-Report/Parlamentsausschuss-Bericht/oder meinetwegen auch als journalistisches Erzeugnis, eigentlich fast egal in welcher Form, nur fundiert bitte, wo genau das Thema mal untersucht wird.

    Titelvorschlag “Effizienz und Effektivität der Bundeswehr im Vergleich mit Bündnispartnern”.

    Herr Wiegold, vielleicht wäre das ja sogar mal was für Sie? Oder für einen Mitleser als Dissertationsthema an einer BW-Uni?

  14. Ich fürchte von außerhalb wird es nicht gehen da die Einsatzbereitschaft der Bw ja als VS eingestuft wurde. Spätestens bei der Frage wieviel KPz könnten übernächste Woche auf den Truppenübungsplatz verlegen würde Herr Wiegold auf dem offiziellen Kanal sich eine Abfuhr holen. Oder um den Bogen zum Artikel zu spannen, eine Eskalation im Kosovo auch mit regulären Truppen von beiden Seiten, wieviel Personal wäre kurzfristig verlegefähig und könnte auch transportiert werden. Hmm als Minister würde ich das Antwort auch nicht wissen wollen, also stellt auch keiner die Frage 😞

  15. @Konrad Vogeler

    Früher gab es aber auch eine ganz andere politische Gemengelage. Das G3 ist in Afrika (und anderswo) das nach dem AK-47 vermutlich meistverbreitete Sturmgewehr. Die F-4 (gut, nicht unser Rüstungsprojekt) und der KPz Leopard wurde auch oft und gern exportiert. Und heute? Eurofighter-Export? Deutschland ist dagegen. MBDA Meteor? Deutschland dagegen. Und ich habe vor einer Stunde gelesen, dass die Bundesregierung den Export von Kleinwaffen außerhalb EU/NATO/Verbündete ebenfalls verbieten will. Da kann sich ja jeder selbst ausmalen, wie teuer die neue Ordonnanzwaffe der Bundeswehr werden wird. Außer, natürlich, man beschafft im Ausland.

    Da kommt es dann eben zu weniger Bang for Buck. Von dank ausgefeilterer Elektronik immer teurer werdenden Systemen ganz zu schweigen…

    P.S. Früher war allerdings auch nicht alles besser. Ich erinnere mich noch gut, dass mein G3 1994 mit bei Übernahme 29 Jahren auch schön ein geradezu methusalemisches Alter hatte.

    [So bitte nicht – das ist schon sehr arg OT. Die neuen Rüstungsexportrichtlinien sind übrigens öffentlich, und wie ich von H&K höre, sind sie dennoch nicht unglücklich. Also bitte das hier nicht weiter verfolgen, ggf. gibt’s einen gesonderten Thread mal dazu, aber dann bitte fakten- und nicht empörungsbasiert. T.W.]

  16. @ 0300-Infanterie

    McKinsey zum Beispiel hat sowas in der Art ja mal versucht…https://www.mckinsey.com/~/media/mckinsey/dotcom/client_service/public%20sector/pdfs/mck%20on%20govt/defense/mog_benchmarking_v9.ashx.

    Jaja, Vorsicht, McKinsey ;-)

    Ganz ehrlich: ich glaub allein mit den offen verfügbaren Daten käme man schon recht weit. Aber klar ist ein Beurteilen von Strukturen als hohl oder nicht-hohl, von Einsatz- und Durchhaltefähigkeiten schwierig ohne die eingestuften Infos.

    I

  17. @Pio-Fritz sagt: 27.06.2019 um 9:53 Uhr
    „Ich weiß nicht, ob es Ihnen schon aufgefallen ist, aber solche Begründungen sind Ihr monatliches Mantra.“

    Genau, denn an der Begründung und den Rahmenbedingungen ändert sich ja nichts!

    Die drei wichtigen „veränderungsintensiven“ Termine sind der 31.03./30.09. (Pensionierungstermin) und der 01.07. (traditionell starker Einstellungsmonat wegen Schuljahrsende.

    „Regelmäßig sehen Sie Sondereffekte, die für die dürftige Personallage verantwortlich sein sollen.“

    Sehe ich nicht so. Ich habe regelmäßig ngenau das Gegenteil gesagt! Nach meiner Bewertung hat sich die Personallage über die letzten 3,5 Jahre kontinuierlich und signifikant verbessert!

    Zumindest wenn man die reinen Zahlen anschaut.

    Unzufrieden bin ich mit der Überalterung und der Wasserkopflastigkeit.

    Sorgen mache ich mir auch hinsichtlich der Frage, ob die positive Entwicklung der letzten 3,5 Jahre bis 2020+ aufrecht erhalten werden kann um den Aufwuchs in Richtung 190.000+ zu ermöglichen.

    Aber nochmals die bisherigen Zahlen (!) sind nicht schlecht.

  18. @ Koffer

    Heisst „nicht schlecht“ in ihrem Sprachgebrauch „gut“?
    Ich denke auch, es könnte deutlich schlechter sein (aus verschiedensten bereits in verschiedenen Fäden repetitiv vorgebrachten gründen). Aber die Trendwende Personal und dessen bisheriges Ergebnis als nicht schlecht (=gut) zu bezeichnen auf dem Hintergrund der bisherigen Bemühungen/Investitionen (nicht nur finanziell) zu bewerten, halte ich für sehr euphemistisch. So verschliesst man sich (bisher sehr erfolgreich) einer kritischen Analyse. Und das ist aus meinen Augen der bisher einzige Erfolg der letzten 3,5 Jahre Personslmanagement ….

  19. @Gast sagt: 28.06.2019 um 0:35 Uhr
    „@ Koffer Heisst „nicht schlecht“ in ihrem Sprachgebrauch „gut“?“

    Nein. Es heißt nicht schlecht. In Schulnoten würde ich die Entwicklung der letzten Jahre als 3+ bezeichnen.

    Das ist übrigens unter Berücksichtigung der aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt ziemlich gut ;)

    Ganz ehrlich, als Nachwuchswerber wäre ich zufrieden.

    Die Frage ist halt, wie es ab jetzt weitergeht und ob die Trendwende nachhaltig ist oder dieses Jahr versandet…

  20. Die Trendwende Personal kann zum Erfolg „erklären“ werden, indem deklariert wird: Die Zahl 182.000 ist nun fast erreicht.

    Die Trendwende Personal soll aber auch als Erfolg verstanden werden. Und dazu wird mindestens ein qualitativ valides Argument benötigt. Und weil es an glaubhaften Kriterien zur Konstruktion eines solchen qualitativen Argumentes möglicherweise fehlt, gibt es auch keine kritische Analyse.

    Ich erfahre jedenfalls von keiner signifikanten Verbesserung bei dringend benötigten qualitativen Fähigkeiten des Personalkörpers. Allerorten fehlen Spezialisten, das Personal wird immer älter. Die Bundeswehr selbst wird aber technisch immer komplexer und damit zeichnet sich vor dem Hintergrund fehlender Spezialisten das Dilemma der nächsten Jahre ab.

  21. Ich würde den Erfolg der Trendwende (verstanden im eigentlichen Wortsinn: Der Trend ändert sich) weniger an den 182.000 festmachen, sondern an der allgemeinen Entwicklung der letzten Jahren (eben dem Trend). Der Hausherr hat ja im April dankenswerterweise eine Excel-Datei mit den Zahlen seit Januar 2016 hochgeladen, und die Entwicklung da war eigentlich sehr klar: Bis Sommer/Frühherbst 2016 war der Trend negativ, die Zahlen gingen runter, von 178.573 im Januar 2016 zum Tiefpunkt im Juni und September mit knapp über 176.000. Seither hat sich der Trend umgekehrt und zeigt nach oben, sodas wir jetzt bei fast 182.000 sind. In Anbetracht der Arbeitsmarktsituation kommt mir das so schlecht nicht vor.

  22. Landmatrose3000 sagt:
    26.06.2019 um 17:51 Uhr
    Ah, mit Zahlen fürs Zivilpersonal!
    Warum aber nur brauch BW 20.872 mehr Zivilpersonal als FRA in 2018?

    in der BW werden z.B. die ortsfesten logistischen Einrichtungen (MatLgr, MunLgr,…) zum größten Teil (>85%) von Zivilisten betrieben.

    Konrad Vogeler sagt:
    26.06.2019 um 21:12 Uhr

    Ich weiß jetzt nicht wann Ihr „damals“ war, aber es wäre mal Interessant zu wissen wie hoch „damals“ der Personalkörper finanziell in die Bücher geschlagen hat.
    Ich kenne die genauen Zahlen nicht, aber man dürfte aktuell bei >40% des Etats alleine beim Personal sein. Von daher fehlt sicher Geld. Und das wird zukünftig auch nur weiter nach oben gehen, weil der BW gefühlt nicht viel mehr einfällt um Personal zu rekrutieren oder zu binden als die Dienstgrad Inflation weiter zu forcieren und die Besoldung und Bezüge weiter anzuziehen. Teilweise in fragwürdige Höhen.

    Und wir sind jetzt bei der 182k Schwelle, wollen wir nicht demnächst bei 203k sein? Wie soll das funktionieren?
    Es war jetzt auch zu lesen das insgesamt 560 Puma beschafft werden sollen, das macht ~12 PzGrenBtl. Jetzt haben wir 9… Woher soll das Personal kommen?

    In dem man auf primitivste Art (Gas, Wasser, Schießen) Handwerker abwirbt? Die Handwerker die übrigens momentan eine Menge Steuern produzieren und die BW finanzieren?

  23. @ koffer

    schulnote 3 ist befriedigend. das heißt es genügt den anforderungen …

    ergebniszufriedenheit ist eben immer abhängig von den eigenen ansprüchen. das ihre doch so niedrig sind verwundert mich etwas, aber ich lasse mich immer wieder gerne überraschen.

    @ hagiographie

    auch ich habe nicht nur jetzt eher das gefühl, das es schon ein erfolg ist, wenn zahlen produziert werden, ohne über die qualität des erreichten selbstkritisch zu reflektieren … a la“ hauptsache die xls-liste ist gefüllt, egal mit wem …“. ist das ist das was ich genauso schon seit 1993 kenne. bedarf schafft dann im zweifel eben kompetenz….

  24. @RoterMilan sagt: 28.06.2019 um 19:33 Uhr
    „In dem man auf primitivste Art (Gas, Wasser, Schießen) Handwerker abwirbt? Die Handwerker die übrigens momentan eine Menge Steuern produzieren und die BW finanzieren?“

    Nope.

    Was wir für die Wehrverwaltunb gerade suchen, ist die (weit überwiegend) der Geselle. Der „produziert“ im zivilen nicht signifikant mehr Steuer als als Soldat!

    Bitte sachlich bleiben!

  25. Also ich glaube die reine Personalstärke wird sich die nächsten Jahre nicht allzu negativ entwickeln. Dazu erhalten gerade viele PUO einen Brief vom BAPers mit folgendem Inhalt:

    (Zitat)
    Ich kann Ihnen nunmehr mitteilen, dass es hierzu gern. Bezug 5 und Bezug 6 eine neue Weisungslage gibt. Hiernach ist über die Zurruhesetzung der Soldatinnen und Soldaten, die 2023 die besondere Altersgrenze überschreiten, nach den bisherigen Verfahrensregelungen zu entscheiden, bzw. wurde zusätzlich die sogenannte ..Zusicherung“ auf diesen Personenkreis ausgeweitet. Im Klartext: Im Falle einer Fortsetzung Ihrer Dienstzeit über mindestens 2 Jahre würde Ihnen das neue Zurruhesetzungsdatum zugesichert werden. Das bedeutet, dass auch bei geänderter Gesetzeslage eine weitere Fortsetzung Ihrer Dienstzeit gegen Ihren Willen nicht möglich wäre. Ich bitte Sie, diese neue Weisungslage in Ihre Überlegungen zu einer eventuellen Interessenbekundung zur Fortsetzung Ihrer Dienstzeit mit einzubeziehen, denn im Ergebnis der nunmehr erfolgten Beratung teile ich Ihnen mit, dass derzeit aus Sicht der Personalführung nicht beabsichtigt ist, Sie bereits mit Überschreitung der besonderen Altersgrenze in den Ruhestand zu versetzen. Vielmehr besteht ein dienstliches Interesse, Ihre Dienstzeit über diesen Zeitpunkt hinaus fortzusetzen. Einzelheiten hierzu würden wir gerne mit Ihnen in einem Personalentwicklungsgespräch erörtern.
    Wir bitten Sie um Übersendung des Empfangsbekenntnisses über Ihren zuständigen Disziplinarvorgesetzten.
    Auf die Ausführungen des beiliegenden Merkblattes zur Thematik der Flexibilisierung der Zurruhesetzung wird in diesem Zusammenhang besonders hingewiesen. (Zitat Ende)

    Wenn das willig angenommen wird um einer zwangsweisen Verlängerung bis z.B. 62 zu entgehen, dann dürfte es für die nächsten fünf Jahre auf dem Papier ganz gut aussehen. Wie sich das auf die Beförderungszeiten, das Durchschnittsalter und die allgemein Motivation auswirken wird, bleibt abzuwarten. Außerdem kann man dieses Spielchen ja nur einmal spielen.

  26. Für sich genommen ist die Entwicklung nicht soooo schlecht.
    Wenn man aber den enormen Aufwand der letzten Jahre einkalkuliert (tapezieren von Bushaltestellen in großem Umfang, mehrere Youtube-Serien und Youtube-Erklärvideos, Karriere-LKW an jeder Ecke), sind die Zahlen schlecht.
    Wenn andere diese Maßnahmen ergreifen (mit dem Budget dahinter), kommen ganz andere „Trendwenden“ dabei heraus.

  27. @Koffer

    Was wir für die Wehrverwaltunb gerade suchen, ist die (weit überwiegend) der Geselle. Der „produziert“ im zivilen nicht signifikant mehr Steuer als als Soldat!

    Ich denke hier haben Sie die Kernaussage falsch verstanden. Ein Geselle produziert Steuern, indem er für die Volkswirtschaft arbeitet. Von den Steuern wird u.a. die Bundeswehr finanziert. Wenn es nur um die Höhe der gezahlten Steuer ginge, dann könnten wir ja gleich jeden Schützen als B3 einstellen, dann finanziert sich die Bundeswehr bald selbst durch die hohe Steuerlast ihrer Soldaten ;->

  28. Richtig Schnuckelig.

    Das Handwerk produziert eine ganze Wertschöpfungs Kette. Bis ein Haus steht sind eine Menge Steuern beim Finanzamt gelandet.

    Der Soldat/die BE produziert außer Sicherheit und Amtshilfe nix. Überspitzt gesagt wird das Geld anderer einfach ausgegeben.

    Und damit der Soldat wenn er sich ein Eigenheim leisten möchte nicht in naher Zukunft 100€/h für den Maurer ausgeben möchte sollte man solch aggressive Werbung vielleicht unterlassen.

    Simone hat vollkommen recht. Der Aufwand ist riesig, das Ergebnis überschaubar.

    Im übrigen benötigt man in einer hochkinetischen Angelegenheit wie einen V-Fall nicht eine kleine Anzahl hochausgebildete Spezialisten, sondern Soldaten in Masse.

    Mit Blick auf die Problematik in den sozialen Bereichen der Republik frage ich mich ernsthaft warum das Thema Wehrpflicht nicht auf den Tisch kommt.

    [Glückwunsch. Irgendeiner ruft immer „Wehrpflicht“. Nicht so zielführend. T.W.]

  29. @Simone sagt: 30.06.2019 um 11:49 Uhr
    „Für sich genommen ist die Entwicklung nicht soooo schlecht.
    Wenn man aber den enormen Aufwand der letzten Jahre einkalkuliert (tapezieren von Bushaltestellen in großem Umfang, mehrere Youtube-Serien und Youtube-Erklärvideos, Karriere-LKW an jeder Ecke), sind die Zahlen schlecht.“

    Diese Argumentation kann ich noch nicht mal annähernd nachvollziehen.

    Nur weil wir (bei gleichem Finanzansatz!) unsere Werbung professionalisiert und verbessert haben, soll das Ergebnis nicht gut sein???

    Ganz ehrlich. Das ist hanebüchen. Entweder ist das Ergebnis „nicht soooo schlecht“ oder es ist nicht. Die Qualität und Intensität der Werbung ist ja so oder so nur ein Mittel zum Zweck“

    @Schnuckel sagt: 30.06.2019 um 11:57 Uhr
    „Ich denke hier haben Sie die Kernaussage falsch verstanden. Ein Geselle produziert Steuern, indem er für die Volkswirtschaft arbeitet. Von den Steuern wird u.a. die Bundeswehr finanziert. Wenn es nur um die Höhe der gezahlten Steuer ginge, dann könnten wir ja gleich jeden Schützen als B3 einstellen, dann finanziert sich die Bundeswehr bald selbst durch die hohe Steuerlast ihrer Soldaten ;->“

    Ich denke sehr wohl, dass ich die Kernaussage richtig verstanden habe, aber ich folge ihr nicht.

    Die Bw bildet selbst umfangreich (!) aus.

    Die Bw ist ein attraktiver Arbeitgeber. Wenn wir attraktivere Angebote machen, als der Handwerksbetrieb um die Ecke, dann darf das nicht unsere „Schuld“ sein. Niemand kann doch ernsthaft von uns verlangen, dass wir schlechte Angebote machen und halbherzige Werbung machen.

    Die Bw ermöglich als Produzent von Sicherheit, dass es überhaupt ein Wirtschaftsleben geben kann.

    Damit wir das tun können, müssen wir (auch) Handwerker haben.

    Wer darüber klagt, der sollte überlegen was ihm Freiheit, Sicherheit und Wohlstand wert ist!

  30. RoterMilan sagt:
    28.06.2019 um 19:33 Uhr

    40% von 40 Mrd sind Personalkosten?
    Das sind bei 180000 Soldaten ein Duchschnittsgehalt von 88 Tsd Euro/a.
    Nicht schlecht, aber im Sinne des Wortes unglaublich.
    Aber das ist nicht mein Punkt.
    Mein Punkt ist der:
    Soldat ist KEIN Beruf wie jeder andere. Es geht im Zweifel um Leben und Tod.
    Er erfordert eine Menge Idealismus, persönliche Einsatzbereitschaft und Vertrauen in die Führung.
    Bei gegebener Führungsschwäche der Politik werden es sich die geeigneten jungen Menschen dreimal überlegen, ob sie sich in dieser Parlamentsarmee unter das Kommando eines unwilligen Parlamentes mit unfähigen Politikern begeben.

    Kein Mensch wird sein Kind in eine Kinderklinik geben, die, weil er das richtige Parteibuch hat, von einem Panzergrenadier geführt wird.
    Da muss die Politik mal drüber nachdenken. Die potentiellen Bewerber für die BW machen das ganz sicher.

    [Zu Ihrer Vermutung zu den Personalkosten zu Beginn des Kommentars: Leider gleich mehrfach falsch gerechnet. Es geht nämlich längst nicht nur um die aktiven Soldatinnen und Soldaten. Sondern auch um die Zivilbeschäftigten und nicht zuletzt um die Versorgungsempfänger. Empfehle dazu einen Blick in den Eintrag zum Haushaltsentwurf:

    Mit den Bezügen allein für Berufs- und Zeitsoldaten in Höhe von 7,3 Milliarden Euro im kommenden Jahr und weiteren 3,3 Milliarden Euro Versorgungsbezügen machen die Personalkosten einen wesentlichen Anteil am Verteidigungshaushalt aus.

    Da sind sie, die fast 40 Prozent.
    T.W.]

  31. @T.W. @kvogeler

    Bei einem Haushalt von 43,2 Milliarden für 2019 sind 40% 17,28 Milliarden. Die von T.W. erwähnten Personalkosten sind insgesamt 10,6 Milliarden. Das Delta wollte ich jetzt nicht suchen, vielleicht ist auch die Prozentzahl falsch? Auf jeden Fall wirbt das Ministerium dafür, das die investiven Maßnahmen 9,9 Milliarden betragen sollen.

  32. @Pio-Fritz:

    man sollte nicht immer die Truppe hinter der Truppe vergessen. Da gehen auch noch ein paar Milliarden hin.

    @T.W.

    Ja da war der Ruf nach der Wehrpflicht. Sorry dafür, aber ohne wird es nicht klappen. Zumindest nicht mit den selbstgesteckten Zielen

  33. Das mit der Personalstärke wird schon. Auch ohne Wehrpflicht. Dann, wenn auch die Rahmenbedingungen (wieder) stimmen. Und damit meine ich nicht im Schwerpunkt Geld, Fernseher und Kühlschränke.

    Laut Bw Webseite wird zudem in Rheine der Kern eines neuen SanRegiment 4 aufgestellt. Ein neuer Schritt in einer neuen Reform, die dringend notwendig ist, aber keine sein darf weil die aktuelle ja ein großer Erfolg ist…

  34. @Klaus-Peter Kaikowsky sagt: 06.07.2019 um 19:24 Uhr
    Sehr interessant. Das die Amis für Mangelverwendungen (Technik, Special Forces etc.) für Verlängerung kräftig in die Tasche greifen ist bekannt (und übrigens strikt am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet, da kann es in einem Jahrgang massiv Zulagen geben und im nächsten Jahrgang wird niemand mehr übernommen, ganz wie es ein gesunder Personalaufbau aus Sicht der US-PersFü jeweils benötigt).

    Das aber aktuell Infanterie zu diesen Mangelverwendungen gehört ist schon herausragend. Da sieht man, wie stark sich die US-Army derzeit auf den klassischen Kampf ausrichtet…

    @alle
    Hieran sieht man übrigens auch, dass für eine gute und kluge Nachwuchsgewinnung mit vielen Instrumenten gespielt werden muss. Attraktiver Dienst – finanzielle Instrumente – Bildung für Abgänger (nach DEU Sprachgebrauch BFD, bei den Amis ist das Pendant der „GI Bill“) – UND Respekt und Anerkennung für den Dienst.

    Jeder der nur eines der Instrumente für die Bw fordert, unterschätzt die Komplexität von Personalgewinnung und Personalbindung für Streitkräfte i 21. Jhdt…

Kommentare sind geschlossen.