Seenotrettung im Mittelmeer: Deutsche Fregatte nimmt an einem Tag 880 Menschen auf

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An einem Tag haben Kriegsschiffe der EU-Länder mehr als 1.000 Migranten von nicht seetüchtigen Booten vor der Küste Libyens im Mittelmeer gerettet. Allein die deutsche Fregatte Hessen nahm am (heutigen) Freitag 880 Menschen auf, wie die Bundeswehr mitteilte. An Bord des irischen Schiffes Eithne wurden 300 Flüchtlinge genommen; vermutlich bewegen sich die Aufnahmezahlen weiterer Schiffe in ähnlichen Größenordnungen.

Die Meldung der Bundeswehr in der letzten Fassung vom Freitag:

Am Morgen des 29. Mai wurde die Fregatte Hessen von der Seenotleitstelle (Maritime Rescue Coordination Centre – MRCC) Rom zu mehreren Seenotfällen etwa 30 Seemeilen nordwestlich der Stadt Abu Kammash (Libyen) gerufen.
Nach Absprache mit den italienischen Behörden trafen der deutsche Verbandsführer und der Kommandant der Fregatte Hessen die Entscheidung, zunächst 104 Menschen aus einem voll besetzten Schlauchboot zu retten, darunter 24 Frauen und fünf Kinder.
In unmittelbarer Nähe kam die Hessen danach weiteren 103 Menschen zu Hilfe, die ebenfalls aus einem Schlauchboot aufgenommen wurden, unter ihnen sind eine Frau und zwei Kinder.
Bei dem dritten Seenotfall dieses Tages retteten die deutschen Soldaten am frühen Nachmittag 100 Personen von einem Schlauchboot, darunter neun Frauen und drei Kinder.
Im Anschluss fuhr die Fregatte Hessen zur Position eines vierten gemeldeten Seenotfalls. weiterlesen

Fregatte ‘Hessen’ nimmt an einem Tag 590 Migranten im Mittelmeer an Bord (Update)

Pictured: 369 migrants crammed into a heavily overcrowded wooden hulled boat which was located in the waters just north of Libya.  They were led to safety from their stricken boat to Landing craft from HMS Bulwark, which can be seen here in the background. The Fleet Flagship has once again played a leading role today [28 May] in an international rescue of hundreds of migrants from their stricken craft in the Central Mediterranean. This afternoon HMS BULWARK recovered 369 migrants crammed into the heavily overcrowded wooden hulled boat which was located in the waters just north of Libya. The ship dispatched 5 of its landing craft to rescue the migrants from their unstable Ôdouble-deckerÕ craft, 50 of whom were small children. All 8 of BULWARKÕs specialist landing craft have been converted into rescue boats, loaded with lifejackets, medical facilities and emergency supplies for this search and rescue mission Ð codenamed ÔOperation WEALDÕ.  A total of 5 ÔSafety of Life at SeaÕ or SOLAS incidents have been conducted concurrently today by UK, Italian, German and Irish naval units operating together in the area.

Kriegsschiffe mehrerer EU-Länder, darunter die deutsche Fregatte Hessen, haben am (heutigen) Freitag erneut hunderte von Migranten von nicht seetauglichen Booten im Mittelmeer vor der libyschen Küste gerettet.

Allein die Hessen nahm bis zum Freitagnachmittag 376 Personen an Bord, wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte.

Update: Die Fregatte Hessen hat am heutigen Tag 590 Schiffbrüchige an Bord genommen, davon 78 Frauen und 15 Kinder, teilte die Bundeswehr am Freitagabend mit.

Bereits am (gestrigen) Donnerstag hatten die deutsche Fregatte, das britische Flaggschiff HMS Bulwark und Schiffe aus Irland und Italien hunderte der Flüchtlinge gerettet.

Die Hessen hatte am Nachmittag Kurs auf ihren fünften Seenotfall genommen, nachdem die Besatzung im Laufe des Tages schon vier Schlauchboote mit Migranten entdeckt hatte. Von einem Boot wurden 100 Personen, von einem weiteren 69 Menschen an Bord der Fregatte genommen. Auch die Schiffe anderer Nationen waren im Dauereinsatz: Allein die irische Eithne nahm am Freitag 300 Menschen an Bord.

Am Vortag hatte die deutsche Fregatte 166 Menschen aufgenommen, die dann mit Landungsbooten auf das britische Flaggschiff HMS Bulwark gebracht wurden: weiterlesen

Open Source: Russlands militärische Aktivitäten in der Ukraine

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Der Atlantic Council veröffentlicht am (heutigen) Donnerstag eine Dokumentation über (offiziell von Russland dementierte) russische Militäraktivitäten in der Ukraine, die – so weit ich das bisher sehen kann – ausschließlich auf der Zusammenstellung offener Quellen beruht. Das Projekt Hiding in Plain Sight – Putin’s War in Ukraine wurde zusammen mit dem britischen Blogger Elliot Higgins und seinem Open-Source-Project Bellingcat realisiert und bezieht auch Erkenntnisse aus dem Bericht ein, den der ermorderte russische Oppositionsführer Boris Nemzow initiiert hatte.

Kernaussagen aus dem Bericht, wie sie der Atlantic Council veröffentlichte: weiterlesen

Exercise Watch: Die nächsten NATO-Übungen

Die NATO hat, darauf legt die Allianz großen Wert , ihre großen Manöver nicht nur lange geplant, sondern veröffentlicht sie auch – das ist aus Brüsseler Sicht ein Abgrenzungsmerkmal gegenüber den nicht angekündigten Übungen, den snap drills, Russlands.

Um mal wieder ein bisschen Übersicht zu schaffen, aus dem NATO-Kalender die nächsten größeren Übungen, an denen auch die Bundeswehr beteiligt ist: weiterlesen

Ukraine-Update: Die Sicht der Bundesregierung (mit Nachträgen)

Zum Thema Ukraine war es hier im Blog in den vergangenen Wochen sehr ruhig, auch wenn es im Osten der Ukraine selbst keineswegs ruhig war. Deshalb ein Update – aus gegebenem Anlass: Außenminister Frank-Walter Steinmeier wird in den nächsten Tagen in die Ukraine reisen, und zwar nicht nur nach Kiew, sondern auch in den Osten des Landes. In den Teil, der unter Kontrolle der Zentralregierung ist.

Die ausführliche Reiseankündigung machte Steinmeiers Sprecher Martin Jäger am (heutigen) Mittwoch in der Bundespressekonferenz, dazu gab es Fragen und Antworten. Im wesentlichen: Die Bundesregierung setzt weiterhin auf das Abkommen von Minsk und sieht in den anhaltenden Kämpfen nur Auseinanderseitzungen von lokalem Charakter, aber noch keine regionale Ausweitung und damit keine militärische Eskalation, die auch zu einer politischen Eskalation führen könnte. weiterlesen

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