Exercise Watch: ‘Siil’, Estlands größtes Manöver (Nachtrag zu ‘Dynamic Mongoose’)

Estonia_troops_mar2015

In Estland beginnt in diesen Tagen die Übung Siil (zu deutsch Igel, englisch Hedegehog), für die das kleine baltische Land so viele Soldaten wie noch nie mobilisiert hat. Unter den 13.000 Teilnehmern sind rund 7.000 estnische Reservisten – angesichts von 3.500 Wehrpflichtigen, die jedes Jahr ausgebildet werden, und einer Gesamtstärke von 60.000 Reservisten eine enorme Zahl.

Mehr Details dazu auf der Seite des estnischen International Centre for Defence and Security:

The Siil (Hedgehog) exercise will take place from 4 to 15 May in different parts of the country. The objective: the staging of the 1st Infantry Brigade for the first time in full (personnel, equipment, supplies), this being the main manoeuver unit and strike force of the Estonian Defence Forces. A total of 13,000 are expected to participate, including reservists, conscripts, active-duty personnel, officials, Defence League members and allied troops. (…) weiterlesen

Deutsche Seenotrettung im Mittelmeer: Da gibt’s noch ‘einigen Abstimmungsbedarf’

RAS- Manöver HESSEN - HAMBURG - BERLIN

Der Einsatzgruppenversorger Berlin und die Fregatte Hessen der Deutschen Marine liegen zwar inzwischen im Hafen Souda auf Kreta und bereiten sich auf die Rettung von schiffbrüchigen Flüchtlingen im Mittelmeer vor, die Bundeskanzlerin Angela Merkel beim EU-Gipfel am 23. April zugesagt hat. Allerdings sind die konkreten Rahmenbedingungen des Einsatzes nach wie vor unklar – da gibt es noch einigen Abstimmungsbedarf, wie das Verteidigungsministerium erklärte.

Während die beiden Schiffe zusätzliches Material – unter anderem zehn Rettungsinseln, 450 Rettungswesten und 1.000 Decken – und Personal – unter anderem acht zusätzliche Ärzte – an Bord nehmen, dauert das mit den politischen Absprachen und der Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen (im Klartext: Wo dürfen gerettete Flüchtlinge denn an Land gebracht werden?) noch ein bisschen.

Dazu in der Bundespressekonferenz am (heutigen) Montag neben Oberstleutnant Uwe Roth fürs Verteidigungsministerium der Außenamtssprecher Sebastian Schäfer und fürs Innenministerium Tobias Plate zum Nachhören:

 

BPK_Seenotrettung_04mai2015.mp3     

 

 

Nachtrag: dazu (also nicht zum politischen Drumrum, aber zu den Schiffen) gibt’s auch was auf der Webseite der Marine: Beide Schiffe zusammen sollen bis zu 350 Personen behelfsmäßig aufnehmen können. weiterlesen

Exercise Watch: Russisches Raketenschießen in der Ostsee

Da ich unterwegs bin (mit begrenztem Internet), erst mal nur der Hinweis, auf den mich ein Leser aufmerksam gemacht hat: In der Ostsee, vor der russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg), gab’s in den vergangenen offensichtlich ein russisches Raketenschießen. Sehr demonstrativ unter den Augen der NATO, die unter anderem in Gestalt des deutschen Flottendienstbootes Alster präsent war.

Das russische Video dazu:


(Direktlink: https://youtu.be/410jT98q9vY)

NATO-Oberbefehlshaber zeichnet düsteres Russlandbild

Der Kommandeur der US-Truppen in Europa (und zugleich der militärische Oberbefehlshaber der NATO), General Philip Breedlove, hat vor dem Verteidigungsausschuss des US-Senats für mehr Anstrengungen zur Abschreckung gegen Russland plädiert. Das Land stehe möglicherweise vor einer neuen Offensive in der Ukraine, sagte Breedlove am (heutigen) Donnerstag in Washington. Die US-Truppen in Europa wie auch die NATO bräuchten vor allem mehr Aufklärungs- und Überwachungsmöglichkeiten.

Nun ist die regelmäßige Anhörung der jeweiligen US-Befehlshaber vor dem Senate Armed Services Committee auch immer ein bisschen Werben für das eigene Kommando – und Breedlove verwies auch darauf, dass das U.S. European Command das kleinste der US-Regionalkommandos sei und trotz der jüngsten Verstärkungen auch immer wieder Einheiten abgeben müsse. Dennoch ist seine Aussage aber zugleich die Einschätzung der Lage in Europa, die aus seiner Sicht durch ein revanchistisches Russland, die Islamisten der ISIS-Terrormilizen an der Südostflanke und den zunehmenden Druck durch Flüchtlinge aus Nordafrika gekennzeichnet ist.

Aus den verschiedenen Meldungen zu Breedloves Anhörung: weiterlesen

‘Maersk Tigris': Genug Verwirrung auf See

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Preisfrage für die maritimen Experten: Wenn iranische Einheiten auf einer internationalen Schiffahrtsroute durch iranische Gewässer einen Containerfrachter aufbringen, der im Auftrag einer dänischen Firma fährt, aber von einer Reederei in Singapur bereedert wird, die eine Tochter einer deutschen Holding ist, das Schiff die Flagge der Marschallinseln führt, die zwar keine eigene Marine, aber ein Verteidigungsabkommen mit den USA haben, und der Frachter eine osteuropäisch-asiatische Besatzung aus wieder ganz anderen Ländern hat …. wer ist da eigentlich betroffen?

Fest zu stehen scheint nur: Der Containerfrachter Maersk Tigris wurde am (heutigen) Dienstag in der Straße von Hormuz von iranischen Kräften gestoppt und mit Waffengewalt zur Weiterfahrt in Richtung des iranischen Hafens Bandar Abbas gezwungen, wo er inzwischen weit vor der Küste ankert (siehe Karte oben). weiterlesen

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