Kategorie: Piraterie

Atalanta: Blankoscheck für die EU

Das Bundeskabinett hat heute, wenig überraschend, die Verlängerung der deutschen Beteiligung an der EU-Anti-Piraterie-Operation Atalanta vorgeschlagen. Und sehr wahrscheinlich dürfte der Bundestag diesem Vorschlag problemlos zustimmen – im Gegensatz zur Afghanistan-Mission ist dieser Einsatz weitgehend unumstritten. Wäre ich Abgeordneter, würde ich allerdings ein paar Fragen stellen. Nämlich Fragen nach der schleichenden Ausweitung des Einsatzgebietes – ohne die Information, geschweige denn Beschlussfassung des Deutschen Bundestages… In früheren Mandatierungen des Atalanta-Einsatzes, zum Beispiel 2008 (in der Bundestags-Drucksache 16/11337 dokumentiert) wurde das Einsatzgebiet

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Kenias Gerichte sollen Piraten laufen lassen

Eine der Säulen der internationalen Piraterie-Bekämpfung vor Somalia, die Aburteilung gefasster Seeräuber in Kenia, scheint zusammengebrochen: Ein Gericht in der  Hafenstadt Mombasa habe entschieden, berichtet die kenianische Zeitung Daily Nation, dass außerhalb der Hoheitsgewässer des Landes festgenommene Piraten nicht mehr in Kenia vor Gericht gestellt werden dürften. Nachdem das ostafrikanische Land schon das Abkommen mit der EU zur Übernahme der Seeräuber ausgesetzt hatte (und derzeit neu verhandelt), macht die neue Entwicklung die Anti-Piraterie-Operationen am Horn von Afrika noch schwieriger. Mit

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Piraten und der Fog of War

Die Piratensituation am Horn von Afrika, ich gebe es zu, habe ich hier in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt. Da muss und werde ich was gegen tun; erst mal nur der Hinweis auf zwei sehr mysteriöse aktuelle Vorfälle: Unstrittig scheint, dass eine Yacht vor der Küste Somalias gekapert wurde, und recht wahrscheinlich ist, dass eines der Besatzungsmitglieder getötet wurde. Unklar ist sonst so ziemlich alles: Der Flaggenstaat, die Nationalität der Piraterie-Opfer, die Nationalität des Toten – und: die merkwürdigen Berichte, dass

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Piraten oder nur Schmuggler?

Angesichts der zunehmenden Berichte über Piraten im Roten Meer – auch als Ausweichoption für den von Kriegsschiffen immer besser kontrollierten Golf von Aden – weist die dänische Firma Risk Intelligence darauf hin, dass es immer schwerer wird, Piraten und Schmuggler auseinander zu halten: (Jetzt wieder der übliche Service für iPad/iPhone-Nutzer und andere ohne Flash: Der direkte Link ist http://www.youtube.com/watch?v=2iax3uVoPbE)

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Flucht in den Safe Room schützte vor Piraten

Da ich derzeit unterwegs bin, kann ich hier nur kurz auf die aktuellen Meldungen verweisen: Der am Sonntag 1.500 Seemeilen vor der somalischen Küste gekaperte Frachter Beluga Fortune ist wieder frei. Das Entscheidende war offensichtlich, dass die Besatzung sich rechtzeitig in einen Safe Room zurückzog und damit für die Piraten unerreichbar war. Mehr dazu hat die FAZ aufgeschrieben: Flucht in den „Panikraum“ bringt die Freiheit Nachtrag 1: Ich gelobe Besserung und schreibe Schutzraum statt Safe Room ;-) Nachtrag 2: Am

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Piraterie update: Piraten kapern zwei Schiffe, drei deutsche Besatzungsmitglieder

Vor der Küste Somalias sind zwei Handelsschiffe gekapert worden, auf denen sich insgesamt drei deutsche Besatzungsmitglieder befinden: Der Flüssiggastanker York mit einem deutschen Kapitän relativ nahe an der kenianischen Hafenstadt Mombasa und der Frachter Beluga Fortune, bereedert von der deutschen Beluga-Reederei, mit zwei deutschen Crewmitgliedern 1.200 Seemeilen vor der somalischen Küste. Zur Kaperung der York hier mehr; zur Kaperung der Beluga Fortune gibt es bislang nicht mehr Einzelheiten – ausser dass es wohl der bislang am weitesten von der Küste

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Flüssiggastanker gekapert – und dann auch noch mit deutschem Kapitän

Die Meldungen kommen, bislang, interessanterweise nicht von den Organisationen, die die Piraterie am Horn von Afrika eindämmen sollen: Über die Kaperung des Flüssiggastankers York vor der kenianischen Küste, vermutlich durch somalische Piraten, gibt es Meldungen bislang nur unter Berufung auf die griechische Reederei und die Hafenbehörde von Singapur: Tanker mit deutschem Kapitän vor Singapur gekapert. Von der EU-Anti-Piraterie-Operation Atalanta dagegen merkwürdigerweise noch kein Wort. Inzwischen gibt es auch eine Mitteilung der EU-Anti-Piraten-Operation Atalanta dazu. Die York wurde von der türkischen

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Nach wie vor: Somalia bei Piraterie weltweit an der Spitze

Piraten aus Somalia nehmen nach wie vor den Spitzenplatz bei den Angriffen auf Handelsschiffe weltweit ein: Nach einer heute veröffentlichten Übersicht des International Maritime Bureau (IMB) waren Seeräuber aus dem Land am Horn von Afrika für 44 Prozent aller Angriffe in den ersten neun Monaten dieses Jahres  verantwortlich – und auch am erfolgreichsten: von den 39 gekaperten Schiffen weltweit gerieten 35 in die Hand somalischer Piraten. Besonders auffällig: Die Zahl der Piratenangriffe am Horn von Afrika, im Golf von Aden

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Was ist denn nun mit Kenia und den Piraten?

Das verwirrt mich jetzt ein bisschen: AFP berichtet aus Mombasa, die kenianischen Behörden hätten von der U.S. Navy die festgenommenen Piraten übernommen, die Anfang September den deutschen Frachter Magellan Star gekapert hatten, und wolle sie vor Gericht stellen. U.S. Marines hatten das Schiff befreit und die Seräuber festgenommen. So weit, so gut – aber hatte nicht Kenia angekündigt, keine somalischen Piraten mehr zu übernehmen? Und auch keine Gerichtsverfahren mehr durchzuführen? GULF OF ADEN (Sept. 9, 2010) The U.S. Navy amphibious

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