Bundeswehr-Tradition: Von Waterloo bis Isa Khel

Verteidigungsministerium und Bundeswehr haben am (heutigen) Donnerstag die Reihe der geplanten Workshops zur Überarbeitung des Traditionserlasses für die Streitkräfte begonnen. Dabei spannte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen einen weiten Rahmen von den Befreiungskriegen gegen Napoleon bis zum Einsatz in Afghanistan als traditionsstiftende Linien für die Bundeswehr. Am gleichen Tag wurden Vorwürfe gegen das Kommando Spezialkräfte (KSK) des Deutschen Heeres bekannt: Bei einer internen Feier sollen Kommandosoldaten Musik rechtsextremistischer Gruppen abgespielt und den Hitlergruß gezeigt haben.

Aus der Eröffnungsrede von der Leyens beim Workshop an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg:

Wenn Tradition Halt und Orientierung für die militärischen Aufgaben von heute und morgen geben soll, dann muss sie zugleich einen klaren Bezug zur erlebten und möglichen Einsatzrealität der Streitkräfte haben, einschließlich des Einsatzes im Kampf – und zu den soldatischen Pflichten:wie Tapferkeit, Kameradschaft, Wahrhaftigkeit, Fürsorge. Denn wir brauchen Vorbilder für die Herausforderungen von heute und morgen. weiterlesen

Militärische Personalstärke der Bundeswehr: Leichte Steigerung im Juli

Mit dem Beginn des zweiten Halbjahres 2017 hat sich die militärische Stärke der Bundeswehr leicht erhöht – und die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten lag Ende Juli knapp unter den – vorerst – angestrebten 170.000. Insgesamt hatten die deutschen Streitkräfte zum Ende des vergangenen Monats 178.823 aktive Soldatinnen und Soldaten, fast 1.000 mehr als im Juni. Die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten stieg von 168.446 auf 169.856, während die Zahl der Freiwillig Wehrdienst Leistenden (FWDL) von 9.454 im Juni auf 8.967 im vergangenen Monat fiel.

Das Verteidigungsministerium wertete die neuen Zahlen als Beleg dafür, dass die Trendwende Personal greife. So gebe es inzwischen mehr als 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten (mehr dazu unten).

Die Statistik, die die Bundeswehr am (heutigen) Dienstag – wie üblich unter dem immer gleichen Link – veröffentlichte:

178.823 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt: weiterlesen

Dokumentation: Roadmap für den neuen Traditionserlass

In der Debatte über das Traditionsverständnis der Bundeswehr hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine Überarbeitung des seit 1982 geltenden Traditionserlasses für die Truppe angekündigt – noch in dieser Legislaturperiode (nicht, wie ich es zuerst falsch verstanden hatte, vor der Bundestagswahl im September). Für den Weg dorthin hat nun das Ministerium einen Zeitplan, den der Parlamentarische Staatssekretär Markus Grübel in dieser Woche dem Verteidigungsausschuss mitteilte.

Da es in diesem Schreiben Grübels auch heißt

Möglichst vielen Angehörigen der Bundeswehr, dem politisch-parlamentarischen Raum, der Wissenschaft und Gesellschaft sowie den Medien soll die Gelegenheit gegeben werden, sich am Prozess der Überarbeitung des Traditionserlasses aktiv zu beteiligen.

komme ich mal meiner Pflicht als Teil der Medien nach und dokumentiere den Brief im Wortlaut: weiterlesen

ExerciseWatch: 60 Bundeswehrsoldaten in Georgien

In Georgien hat am vergangenen Wochenende die von der U.S. Army Europe geführte Übung Noble Partner begonnen, und die Bundeswehr ist dabei. Die – inzwischen zum dritten Mal stattfindende – Übung soll die ehemalige Sowjetrepublik weiter an die NATO heranführen. Zumal georgische Soldaten nicht nur regelmäßig an der NATO-geführten Resolute Support Mission in Afghanistan beteiligt sind, sondern auch ein Kontingent für die NATO Response Force (NRF) bereitstellen – obwohl das Land nach wie vor kein Mitglied des Bündnisses ist und trotz einer Zusage 2008 auch so schnell nicht werden dürfte.

Der deutsche Anteil besteht nach Angaben des Verteidigungsministeriums aus gut 60 Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade, die mit sechs Boxer-Transportpanzern, einem Dingo-Patrouillenfahrzeug und einem Bergepanzer Büffel nach Georgien verlegt haben. weiterlesen

Abgestürzte Tiger-Piloten aus Mali nach Deutschland überführt

Die sterblichen Überreste der am vergangenen Mittwoch beim Absturz ihres Hubschraubers in Mali ums Leben gekommenen deutschen Soldaten sind am Samstag in die Heimat überführt worden. Am Abend landete ein Airbus A310 mit den Särgen des Majors und des Stabshauptmanns auf dem Flughafen Köln/Bonn, wo in Anwesenheit der Angehörigen und der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine so genannte Ehrenvolle Aufnahme stattfand.

Nach der Zeremonie machte sich die Ministerin direkt von Köln aus auf den Weg nach Mali, um das Kontingent im Einsatz zu besuchen.

Unterdessen wurde einer der zwei Flugschreiber der abgestürzten Maschine geborgen. Allerdings sei er beschädigt, so dass noch unklar sei, ob die Daten verwendbar seien, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums. Über die Unglücksursache gibt es weiterhin keine Klarheit.

Am Samstagmorgen hatte es in Gao, dem Stationierungsort des Bundeswehr-Kontingents in der UN-Mission MINUSMA, eine Trauerfeier vor dem Abflug gegeben. weiterlesen

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