UN bestätigen: Zwei deutsche Soldaten bei Hubschrauber-Absturz in Mali getötet

Ein kurzes Update:

Die Vereinten Nationen haben bestätigt, dass beim Absturz eines Tiger-Kampfhubschraubers der Bundeswehr im westafrikanischen Mali beide Besatzungsmitglieder ums Leben kommen sind. Der Hubschrauber war am (heutigen) Mittwochmittag nördlich von Gao im Norden des westafrikanischen Landes abgestürzt.

Aus der offiziellen Mitteilung der UN-Mission in Mali, MINUSMA:

Les indications préliminaires font état d’une défaillance technique. Les enquêtes ouvertes détermineront les circonstances exactes du crash. L’hélicoptère avait à son bord deux Casques bleus constituant l’équipage et qui, malheureusement sont tous décédés.

Neufassung folgt. weiterlesen

Militärische Personalstärke Juni 2017: Wieder unter 178.000 Soldaten

Die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ist im Juni erstmals seit Januar dieses Jahres wieder unter 178.000 gefallen. Nach den am (heutigen) Montag – wie üblich unter dem immer gleichbleibenden Link – veröffentlichten Zahlen gab es Ende Juni 177.900 Soldaten insgesamt, etwas weniger als die 178.304 im Mai. Die Zahl der Zeit- und Berufssoldaten stieg dabei leicht auf 168.446, im Monat zuvor waren es noch 168.186 gewesen. Dagegen sank die Zahl der Freiwillig Wehrdienst Leistenden (FWDL) von 10.118 im Mai auf 9.454 zum Ende des ersten Halbjahres. Das vorläufige Ziel von 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten wird weiterhin nicht erreicht.

Die Zahlen im einzelnen, wie von der Bundeswehr veröffentlicht:

177.900 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt: weiterlesen

Als Komplize von Franco A. verdächtigter Offizier kommt frei (Zusammenfassung)

Im Fall des festgenommenen Bundeswehr-Oberleutnants Franco A., der sich als syrischer Flüchtling ausgegeben hatte und nach Ansicht der Behörden Anschläge mit rechtsextremistischem Hintergrund plante, kommt ein ebenfalls festgenommener weiterer Offizier auf freien Fuß. Der Bundesgerichtshof hob am (heutigen) Donnerstag (Korrektur:)  Mittwoch den Haftbefehl auf, weil es keinen dringenden Tatverdacht gegen ihn gebe. weiterlesen

Bundeswehr und Tradition: Zum Beispiel Richthofen

Eigentlich hatte ich gehofft, die Debatte über die Bundeswehr und ihre Traditionspflege käme – nach zig Einträgen und Tausenden von Kommentaren allein hier im Blog – langsam ein wenig zur Ruhe. Dennoch scheint ein weiterer Eintrag nötig: Die Rede, die der stellvertretende Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 Richthofen, Oberstleutnant Gero Finke, am vergangenen Wochenende beim Richthofentreffen in Wittmund gehalten hat, dürfte die Diskussion erneut anfachen.

Finkes Rede wurde bereits von der Lokalpresse aufgegriffen, und damit ist es ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis sie weitere Kreise zieht. Deshalb dokumentiere ich sie hier (weitgehend) im Wortlaut:

Traditionen pflegen wir auch mit diesem alljährlichen Richthofentreffen.
Unser Namensgeber, Manfred Freiherr von Richthofen, starb am 21. April 1918. Ein Jahr zuvor – am 26. Juni 1917 – gründete er das erste Deutsche Jagdgeschwader, das folgerichtig den Namen JG 1 erhielt. Mit der Einsatztaktik, mehrere Jagdstaffeln zu einem großen Verband, sprich einem Geschwader, zusammenzuführen, um lokal schnell eine deutliche Luftüberlegenheit herzustellen, schlug Richthofen wie häufig zuvor neue und zukunftsweisende Wege ein, die sich bis heute in den Organisationsstrukturen aller Luftwaffen so weltweit wiederfinden.
Die Traditionsgemeinschaft Richthofen zusammen mit mir hat daher dieses fast genau auf den heutigen Tag 100jährige Jubiläum zum Anlass genommen, es als Motto unseres heutigen Richthofentreffens zu wählen. Darum steht auf der Einladungskarte, die Sie vor einigen Monaten erhalten haben: „100 Jahre vom JG 1 zum Taktischen Luftwaffengeschwader 71 Richthofen.“
Was einige Wochen nach dem Versand der Einladungen dann folgte, konnte ich nicht vorhersehen und es machte mich sprachlos. weiterlesen

Bundeswehr-Tradition und Selbstverständnis: Noch mehr Lesestoff (m. Nachtrag)

Passend zum heutigen Gastbeitrag auf Augen geradeaus! zur Traditionspflege der Bundeswehr noch ein wenig mehr aktueller Lesestoff zum Thema Tradition und Selbstverständnis:

• Der Deutsche Bundeswehrverband hat in der Juli-Ausgabe seines Mitgliedermagazins einen Schwerpunkt dem Thema Kein Beruf wie jeder andere: das Berufsethos des Bundeswehrsoldaten  gewidmet. Um die öffentliche Debatte zu unterstützen, steht dieser Teil des Magazins online (ein Text von mir ist auch dabei).

• Bei War on the Rocks ein interessanter – englischer – Text eines ehemaligen Bundeswehrsoldaten und heutigen Wissenschaftlers (danke für den Leserhinweis):

Germans Should Accept What a Military is For, or Get Used to Disappointment

Möglicherweise doppelt sich die Debatte dazu mit der zum vorangegangenen Gastbeitrag; ich fände es sinnvoll, die eigentliche Traditionsdebatte dort zu führen und hier was zum Ethos und Berufsverständnis zu sagen – sofern sich das trennen lässt.

• Nachtrag: Ein Interview der Zeitschrift IP der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, komplett nachzulesen hier:

„Man wächst mit seinen Aufgaben“

unter anderem mit der Aussage:

Was wir aber dringend brauchen, ist eine viel breitere Debatte. Das mag jetzt wie ein Gemeinplatz klingen. Aber in der aktuellen Diskussion darüber, inwiefern die Wehrmacht für die Bundeswehr traditions- und identitätsstiftend ist, ist mir aufgefallen, dass ein Narrativ über stolze 61 Jahre Bundeswehr bei uns schlicht nicht vorhanden ist.

(Foto: Offizier der Deutschen Marine am Strand des Truppenübungsplatzes Putlos in Holstein, im Hintergrund die USS Arlington)

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