Exercise Watch: Trident Juncture 2015 – die deutsche Beteiligung

Ein Soldat der Tragtierkompanie der Gebirgsjägerbrigade 23 im Gebirge

Wie versprochen, zur NATO-Großübung Trident Juncture 2015 im Herbst weitere Informationen vor allem zur deutschen Beteiligung (und da das Zentrum für Tragtierwesen dabei ist, kann ich das hübsche Symbolbild oben verwenden). Zur Bedeutung dieser größten Übung des Bündnisses mit mehr als 30.000 Soldaten in Südeuropa hat die NATO vor ein paar Tagen einiges gesagt. Und zu dem zu Grunde liegenden Szenario gibt es hier mehr Details – Krieg ums Wasser und hybride Kriegführung sind einige Schlagworte.

Die Bundeswehr stellt mit rund 3.000 Soldatinnen und Soldaten etwa zehn Prozent der insgesamt eingesetzten Truppe:

Das deutsche Heer ist mit einem Gefechtsverband der Gebirgstruppe und amphibischen Pionieren, die Marine mit zwei Fregatten, einem Einsatzgruppenversorger und weiteren Schiffen und Booten , die Luftwaffe mit Lufttransport- und Luftbetankungskapazitäten, die Streitkräftebasis mit dem MN KdoOpFü, dem Zentrum Operative Kommunikation sowie verschiedenen Unterstützungskräften und der Sanitätsdienst mit einem Rettungszentrum zur Notfallchirurgischen Versorgung beteiligt. weiterlesen

Ausbildung für den Kampf gegen ISIS im Nordirak: Nicht nur in Erbil

Chamchamal_openstreetmap

Die Bundeswehr hat die Ausbildung von kurdischen – und inzwischen auch jesidischen – Kämpfern im Nordirak vorübergehend regional ausgeweitet. In den nächsten zwei bis drei Wochen soll ein mobiles Trainingsteam Soldaten des Kaka’i-Bataillons der kurdischen Peshmerga in Melina bei Chamchamal (Dschadschamal) zwischen Kirkuk und Suleymanya für den Kampf gegen die Islamistischen ISIS-Milizen ausbilden, teilte das Verteidigungsministerium den Abgeordneten des Verteidigungsausschusses mit.

Der Einsatz der deutschen Ausbilder und Sanitäter zusammen mit norwegischen, britischen und niederländischen Soldaten soll unter anderem die Ausbildung für Operationen in offenem Gelände und die Instandsetzung von Waffensystemen umfassen. Der Hauptteil der deutschen Ausbildungsunterstützung konzentriert sich aber weiterhin auf Erbil und Umgebung.

(Als Referenz der Text des Mandats für diesen Einsatz hier)

(Karte: OpenStreetMap)

Mehr als eine halbe Mrd Euro für die Bundeswehr – zur Bewältigung von Altlasten

Orion_P-3C_ILA2012

Verteidigungs- und Haushaltsausschuss des Bundestages befassen sich am (heutigen) Mittwoch mit Ausgaben von weit über eine halbe Milliarde Euro für die Bundeswehr. Für die Streitkräfte bitter: Der weitaus überwiegende Teil des Geldes kommt nicht etwa der Truppe für neues Gerät oder Ausrüstung zugute. Sondern ist Steuergeld, mit dem Fehler der Vergangenheit bereinigt werden sollen oder müssen.

Der größte Brocken ist die Sanierung eines vermeintlichen Schnäppchens. 2004 nahm die Bundeswehr der niederländischen Marine acht Seefernaufklärer des Typs Lockheed Orion P-3C ab (Foto oben). Die geplanten Beschaffungskosten mit Zubehör betrugen zunächst knapp 300 Millionen Euro, später stiegen sie auf mehr als 400 Millionen.

Jetzt wird für diese Flugzeuge mehr als eine halbe Milliarde Euro sozusagen an Reparaturkosten fällig. weiterlesen

Von der Leyen: Bundeswehr soll bis Frühjahr 2016 im Norden Afghanistans bleiben

Left to right: Ursula von der Leyen (Minister of Defence, German) in discussion with Jeanine Hennis-Plasschaert (Minister of Defence, The Netherlands)

 

Fürs Protokoll: Die Bundeswehr soll sich nach den Vorstellungen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bis zum Frühjahr 2016 im Norden Afghanistans engagieren, bevor sich Deutschland wie die anderen Länder in der Resolute Support Mission auf die Hauptstadt Kabul konzentriert. Vor Beginn der Beratungen der NATO-Verteidigungsminister am (heutigen) Donnerstag über den Einsatz in Afghanistan sagte die deutsche Ressortchefin: Ich hielte es für sinnvoll, dass wir in der Speiche im Norden bis Anfang 2016 blieben. Für den Rückzug vom Hindukusch sei es wichtig, mit Augenmaß zu agieren und nicht überstürzt das Land zu verlassen.

Das Statement von der Leyens hat das Verteidigungsministerium hier als Video veröffentlicht.

Damit nannte die deutsche Ministerin erstmals ein konkretes Datum für den Abzug aus Masar-i-Scharif – damit das verwirklicht werden kann, müssen allerdings auch die anderen Nationen, mit denen die Bundeswehr im Norden agiert, dieser Zeitplanung zustimmen.

Der aktuelle Stand des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan: Knapp 800 Soldaten, davon gut 650 in Masar-i-Scharif, knapp 120 in Kabul und rund 25 auf dem weiterhin vorgehaltenen Lufttransportstützpunkt in Termes in Usbekistan.

(Foto: von der Leyen, l., mit ihrer niederländischen Kollegin  Jeanine Hennis-Plasschaert beim Verteidigungsministertreffen – NATO Photo)

Rühe-Kommission: Der Bericht (Update: Video)

Die Kommission um den früheren Verteidigungsminister Volker Rühe hat am (heutigen) Dienstag ihren Bericht über Parlamentsrechte und Auslandseinsätze der Bundeswehr vorgelegt. Teile der Vorschläge waren bereits zuvor bekannt geworden, hier der vollständige Bericht als Bundestagsdrucksache:

Unterrichtung durch die Kommission zur Überprüfung und Sicherung der Parlamentsrechte
bei der Mandatierung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr

Tilo Jung hat die Vorstellung des Berichts vor der Bundespressekonferenz im Video dokumentiert:


(Direktlink: https://youtu.be/QyFAtg7LY7M) weiterlesen

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