Wie im Koalitionsvertrag vereinbart: Dauerhaft Wahl zwischen Umzugskosten und Trennungsgeld

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Vor mehr als drei Jahren hatte die Große Koalition in ihrem Vertrag für die neue Legislaturperiode vereinbart, ein Herzensanliegen der Pendlerarmee Bundeswehr zu verwirklichen: Ein dauerhaftes Wahlrecht zwischen Umzugskostenvergütung und Trennungsgeld. Das war vor allem eine Klatsche für den früheren Verteidigungs- und heutigen Bundesinnenminister Thomas de Maiziére, der so was aus grundsätzlichen Erwägungen ablehnte – und deshalb nur für eine Übergangszeit während der Neuausrichtung der Bundeswehr zulassen wollte.

Als Innenminister ist de Maizière natürlich weiterhin für solche grundsätzlichen Fragen des Dienstrechts der Beamten (und eben auch Soldaten) zuständig, vielleicht hat es deshalb so lange gedauert: Am (heutigen) Donnerstag beschloss der Bundestag, ganz unauffällig, ohne Aussprache und in einem anderen Gesetz versteckt, auf Dauer das Wahlrecht zwischen diesen beiden Formen der Entschädigung (auch wenn es für den Einzelnen jeweils zeitlich begrenzt ist). weiterlesen

Neue Personalstrategie der Bundeswehr: Hoffen auf neue Zielgruppen (Nachtrag: Links)

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Dass die Bundeswehr seit Aussetzung der Wehrpflicht darauf angewiesen ist, verstärkt um ihren Nachwuchs zu werben, ist ebenso offensichtlich wie das Problem, dass das bislang nur eingeschränkte Wirkung hat. Der Apparat aus Verteidigungsministerium und Bundeswehr nimmt nun einen neuen Anlauf, die Bemühungen um neue Soldaten, die auch länger und besser qualifiziert dabei bleiben, zu bündeln – dazu hat Ministerin Ursula von der Leyen am (heutigen) 1. Dezember die Personalstrategie der Bundeswehr erlassen.

Eine der wesentlichen Aussagen:

Die bisherigen Ansätze der Personalgewinnung sind um neue Wege zu ergänzen, damit der Personalbedarf einer Freiwilligenarmee auch zukünftig erfolgreich gedeckt werden kann. Menschen entscheiden sich aus vielfältigen Gründen für einen Arbeitgeber. Das individuelle Potenzial der Menschen mit Freude am Dienst für die Gesellschaft steht dabei im Mittelpunkt, nicht ihre Herkunft, ihr Lebensalter oder ihr Bildungsstand. weiterlesen

Materiallage der Bundeswehr: Selbst schöngerechnet nicht schön (m. Nachtrag)

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Der inzwischen dritte Bericht zur materiellen Einsatzbereitschaft der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr, der seit zwei Jahren dem Bundestag regelmäßig vorgelegt wird, ist wie seine Vorgänger 2014 und 2015  vor allem eines: Nicht schön. Viel zu oft muss Generalinspekteur Volker Wieker beim Blick auf die 56 großen Systeme, vom gepanzerten Dingo-Transporter bis zum Tornado-Kampfjet, unzureichende Verfügbarkeit, mangelnde Einsatzbereitschaft, technische Probleme oder fehlende Ersatzteile melden. Der Bericht wird am (morgigen) Mittwoch eines der wichtigen Themen in der Sitzung des Bundestags-Verteidigungsausschusses. weiterlesen

Bundeswehr meldet Zuschauer-Rekord bei YouTube-Nachwuchswerbung

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Für ihre Nachwuchswerbung auf dem YouTube-Kanal Die Rekruten meldet die Bundeswehr Rekord-Zuschauerzahlen. Teilweise wurden einzelne Clips mit Szenen aus der Grundausbildung neuer Soldaten mehr als eine halbe Million mal angeklickt. In den zwei Wochen seit dem Serienstart am 1. November hätten über 200.000 Nutzer den Youtube-Kanal abonniert, teilte das Verteidigungsministerium am (heutigen) Mittwoch mit:

Die kontrovers diskutierte Serie ist damit eines der erfolgreichsten Social Media Projekte in Deutschland. (…)
„Mit der Serie „Die Rekruten“ über die Grundausbildung auf YouTube haben wir offenbar einen Nerv getroffen. Ich finde auch die Debatte um die Serie wichtig. Denn die Bundeswehr mit ihrem grundgesetzlichen Auftrag ist ein Teil dieser Gesellschaft“, so Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin der Verteidigung.

Nach Angaben des zuständigen Sales Directors von Google Deutschland, Markus Hinz, ist das Angebot einer der am schnellsten wachsenden Branded Channels der letzten Jahre – übrigens getrennt von bisherigen Bundeswehr-Videoangebot auf dieser Plattform. Laut Verteidigungsministerium gab es bislang mehr als 40.000 Kommentare, täglich knapp eine Million Views und einen regelmäßigen Spitzenplatz der täglich neu eingestellten Videos in den YouTube Trends.

(Foto: Screenshot aus dem „Die Rekruten“-Video vom 15.11.2016)

Bundeswehr-Personalstärke im Oktober: Gleichbleibend

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Deutlich früher als in den vorangegangenen Monaten, bereits am (heutigen) 10. November, hat die Bundeswehr die aktuelle militärische Personalstärke für den Oktober 2016 veröffentlicht: 176.752 aktive Soldatinnen und Soldaten, nur wenig verändert im Vergleich zum September mit 176.162 Soldaten. Der minimale Zuwachs ist auf eine Steigerung bei den Freiwillig Wehrdienst Leistenden von 8.410 auf 9.028 zurückzuführen; die Zahl der Zeit- und Berufssoldaten ging dagegen von 167.752 auf 167.724 leicht zurück. (Dass die angepeilte Gesamtzahl von 170.000 Zeit- und Berufssoldaten nach wie vor nicht erreicht wird, ist offensichtlich.)

Die Gesamtzahlen zum Ende Oktober 2016:

176.752 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt: weiterlesen

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