Personalstärke April 2017: Fast keine Veränderung zum März

Die Zahlen zur militärischen Personalstärke der Bundeswehr im April 2017 liegen jetzt vor, wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht. Im Vergleich zum Vormonat sind die Zahlen praktisch unverändert: 178.179 Soldatinnen und Soldaten gegenüber 178.233 im März, 168.047 Berufs- und Zeitsoldaten gegenüber 168.287 im Monat zuvor.

Die Gesamtübersicht:

178.179 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt: weiterlesen

Gastbeitrag: Saving Private Schmitz

In der aktuellen Debatte über die Bundeswehr, was sie prägt, ihr Traditionsverständnis und natürlich auch die Fälle und Vorwürfe rechtsextremistischer Umtriebe freue ich mich über diesen Gastbeitrag: Gregor Weber ist Autor und bekannt als Schauspieler. Unter anderem spielte er zehn Jahre lang Kommissar Stefan Deininger im saarländischen Tatort. Die Bundeswehr ist seit vielen Jahren ein wichtiges Thema seiner Bücher und seines Lebens. Nach dem Wehrdienst als Funker bei der Marine wechselte er in der Reserve zum Heer und leistet dort seit gut zehn Jahren regelmäßig Dienst als Pressefeldwebel in der Gebirgs- und Fallschirmjägertruppe. In dieser Funktion war er 2013 auch im ISAF-Einsatz in Kunduz. Derzeit ist er bei der Division Schnelle Kräfte beordert. Sein aktueller Dienstgrad ist Hauptfeldwebel d.R.

Saving Private Schmitz – wie wir die Bundeswehr umarmen sollten

Ein Soldatenfriedhof am Strand der Normandie. Sonnenschein, viele Besucher. Stars and Stripes wehen majestätisch im Wind, daneben die Flagge Frankreichs. Ein alter Mann geht unsicher über das Gras, durch endlose Reihen weißer Steinkreuze und Davidssterne, in einigen Metern Abstand offenbar seine Familie. Vor einem Kreuz bleibt er stehen, muss, von überwältigender Regung erschüttert, in die Knie, hält sich am Kreuz fest. Er weint.

So beginnt und endet der Film „Saving Private Ryan“. Dazwischen entfaltet sich die Geschichte der Rettung dieses Mannes als junger Fallschirmjäger bei der Befreiung Frankreichs. Ein Trupp Ranger hat alles riskiert und das meiste verloren, um ihn zu finden. Der Führer des Trupps, Captain Miller, sagt am Ende sterbend zu dem jungen Ryan: „Earn this. Earn it!“, verdien dir diese Rettung. Und Ryan, jetzt ein alter Mann, fragt, fast bittend wie ein Kind, seine Frau, ob er ein gutes Leben geführt hat. „Tell me, I am a good man“, sag mir, dass ich ein guter Mensch bin.

In diesen wenigen Ausschnitten liegt – hochemotional aufbereitet – das Bestmögliche, was Soldat sein bedeuten und das Äußerste, was es fordern kann. Die Verpflichtung, dem Ruf der eigenen Nation in der Not zu folgen. Der Wille, einer anderen Nation im Kampf um die Freiheit beizustehen. Die Bereitschaft, für einen unbekannten Kameraden das Leben zu wagen. Kämpfen und dabei anständig bleiben. Den Tod anderer nicht achselzuckend hinzunehmen, sondern daraus ein Ethos fürs eigene Weiterleben abzuleiten. Die Gefallenen nicht vergessen. Dankbar sein für das eigene Leben und die eigene Freiheit. Die Anerkennung dessen, was der Soldat im Krieg erduldet und geleistet hat durch Familie und Gesellschaft.

Als Deutscher sieht man diesen und zahllose andere Filme mit gemischten Gefühlen. weiterlesen

Vermutlich keine Korvetten-Entscheidung vor der Wahl

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Über die geplante Beschaffung von fünf weiteren Korvetten für die Deutsche Marine wird voraussichtlich nicht mehr vor der Bundestagswahl entschieden. Das Verteidigungsministerium teilte den Berichterstattern im Bundestags-Haushaltsausschuss am (heutigen) Dienstag mit, dass die Behandlung dieses Vorhabens im Parlament bis zur Sommerpause nicht sicher sei.

Als Grund nannte der Parlamentarische Staatssekretär Ralf Brauksiepe, dass die Kieler Werft German Naval Yards (GNY), die an dem Auftrag für die neuen Kriegsschiffe nicht beteiligt werden sollte, ein Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer des Bundes angestrengt habe. Das war absehbar, GNY hatte zuvor schon das Vergabeverfahren formal gerügt. weiterlesen

Debatte um Kasernennamen der Bundeswehr: Wie denn nun?

Die Debatte über das Traditionsverständnis der Bundeswehr und die Bezüge zur Wehrmacht des NS-Regimes wird in den vergangenen zwei Wochen mit viel Emotion, aber auch mit einem gehörigen Maß an Missverständnissen geführt. Nachdem Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in einem Interview der Bild am Sonntag*  das Thema Kasernennamen der Bundeswehr erneut in die Diskussion eingebracht hatte (Wenn wir in den kom­men­den Mo­na­ten den 35 Jahre alten Tra­di­ti­ons­er­lass ‎mo­der­ni­sie­ren, müs­sen wir auch an das Thema Ka­ser­nen­na­men ran), habe ich den Sprecher des Verteidigungsministeriums gefragt, ob die Ministerin da ihre frühere Position geändert hat.

Ein Beispiel dafür ist der schon länger schwelende Streit um die Lent-Kaserne in Rotenburg in Niedersachsen, benannt nach Helmut Lent, Pilot der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg und einer der erfolgreichsten Nachtjäger der Wehrmacht. weiterlesen

Türkei untersagt Bundestagsabgeordneten Soldaten-Besuch in Incirlik (m. Transkript)

Nachdem die Türkei erneut Abgeordneten des Deutschen Bundestages den Besuch bei deutschen Soldaten im Anti-ISIS-Einsatz auf dem türkischen Stützpunkt Incirlik untersagt hat, mehren sich in Bundesregierung und unter Parlamentariern die Stimmen, die für eine Verlegung der Bundeswehr-Flugzeuge auf eine Basis in einem anderen Land plädieren. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, bestätigte am (heutigen) Montag, die türkische Regierung habe den für den morgigen Dienstag geplanten Besuch nunmehr abschließend untersagt. Damit sei die Bundesregierung in der Situation, sich Gedanken darüber machen zu müssen, andere Lösungen zu finden. weiterlesen

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