Südafrikanisch-deutsches Seemanöver: Fischerboot fast versenkt (mit Korrektur)

Beim Artillerieschießen während des gemeinsamen südafrikanisch-deutschen Seemanövers Good Hope vor der Küste Südafrikas ist ein Fischerboot fast versenkt worden. Offensichtlich war das gut acht Meter lange Boot mit einer der ferngesteuerten Überwasserdrohnen verwechselt worden, die zur Zieldarstellung verwendet werden. Nach Angaben der Deutschen Marine ist bislang unklar, ob die fehlgeleiteten Schüsse von einem deutschen Schiff oder einem Schiff der südafrikanischen Marine abgegeben wurden. (Korrektur nach neuen Angaben:)Das Schießen wurde nach Angaben der Deutschen Marine nur von den deutschen Einheiten veranstaltet; südafrikanische Schiffe waren daran nicht beteiligt.

Im Rahmen des deutschen Einsatz- und Ausbildungsverbandes nahmen die Fregatten Hessen (Foto oben) und Karlsruhe an der Übung teil, die am (heutigen) Freitag zu Ende geht.

Über die Schüsse auf das Fischerboot am vergangenen Mittwoch hatte der Kapitän der Arctic südafrikanischen Medien ausführlich berichtet:

Skipper Anthony Day said he believed the warship thought his 28-foot ski boat was one of the small radio-controlled vessels taking part and which are blown up in the naval exercise. (…) weiterlesen

Bundestag verlängert Ausbildungsmission in Somalia

Fürs Archiv: Der Bundestag hat am (heutigen) Donnerstag die deutsche Beteiligung an der EU-Ausbildungsmission in Somalia verlängert. Für den Einsatz sprachen sich in der namentlichen Abstimmung 454 Abgeordnete aus, 115 stimmten dagegen und neun enthielten sich. Die Opposition von Linkspartei und Grünen stimmte geschlossen nicht zu, nur bei den Grünen gab es einige Enthaltungen.

Nach der Beschlussvorlage des Kabinetts sollen auch weiterhin bis zu 20 Bundeswehrsoldaten an EUTM Somalia teilnehmen. Derzeit sind acht deutsche Soldaten eingesetzt, die im Jazeera Training Camp (Foto oben) künftige Kompaniechefs der somalischen Streitkräfte ausbilden.

(Foto: EU-Ausbilder im Camp Jazeera (der Soldat vorne links wirkt fast wie ein Deutscher; die Ausschnittvergrößerung zeigt allerdings, dass es sich um einen Finnen in seiner ähnlich aussehenden Tropenuniform handelt) – AMISOM Photo / Raymond Baguma)

 

Überraschung: Bundeswehr will Waffensystem mit Munition kaufen

Das ist eine echte Überraschung: Die Bundeswehr plant ernsthaft, bei der Beschaffung neuer Waffensysteme auch gleich die dazugehörige Munition zu bestellen. Die revolutionäre Neuigkeit enthüllte die Bild-Zeitung (Link aus bekannten Gründen nicht) nach der Sitzung des Verteidigungsausschusses am (heutigen) Mittwoch: Generalinspekteur Volker Wieker und Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder hätten dort durchblicken lassen, dass die Truppe nicht nur, wie schon lange von Verteidigungsministerin von der Leyen angekündigt, neue Drohnen bekommen soll, die auch bewaffnet werden können. Sondern die Bundeswehr soll zugleich auch die Bewaffung dafür erhalten.

Aus der Meldung:

Die Bundesregierung plant, bis Jahresende Kampfdrohnen zu beschaffen – samt Munition! (…) weiterlesen

Die Bundeswehr bei den Peshmerga: Ausbildung in Kurdistan

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Wie sieht sie eigentlich aus, die Ausbildung der kurdischen Peshmerga-Kämpfer im Norden des Irak? Die Kollegen von War is Boring haben sich mal ein Trainingszentrum angeschaut, wo unter anderem deutsche Soldaten die Kurden für den Kampf gegen die islamistischen ISIS-Milizen fit machen sollen:

We Went Inside a German Training Camp for Kurdish Troops

Nachtrag 24. März: Der zweite Trainingskurs unter deutscher Leitung hat begonnen.

(Foto mit freundlicher Genehmigung von Matt Cetti-Roberts)

Zum Beispiel NH90: 158 Monate später, 1,2 Mrd € teurer

Nach dem Rüstungsboard in der vergangenen Woche hat das Verteidigungsministerium, wie angekündigt, einen Bericht zu Rüstungsangelegenheiten vorgelegt. Die beiden öffentlichen Teile finden sich hier und hier (und werden auch schon diskutiert, s.u). Dazu gibt es einen Teil als Verschlusssache, der vermutlich noch sehr interessante Details enthält und den ich mal suchen muss.

Aber schon der öffentliche Bericht enthält interessante Zahlen. Die vermutlich die Kenner nicht überraschen, aber so deutlich aufgeschrieben noch mal anders aussehen. Zum Beispiel beim Transporthubschrauber NH90: Eine Zeitüberschreitung von derzeit 158 Monaten (das sind gut 13 Jahre) und Mehrkosten von 1,121 Milliarden Euro – davon entfallen rund 84 Prozent auf die vertraglich festgelegte Preisstandsanpassung.

Das ganze Paket muss man mal in Ruhe durchlesen. Das tun jetzt vermutlich auch die Abgeordneten, wenn sie klug beraten sind, ehe sie sich dazu äußern.

(Foto: NH90 – Flickr-User Airwolfhound unter CC-BY-SA-Lizenz)

 

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