Kampf gegen ISIS: Keine deutschen Luftschläge; Fallschirmjäger zur Einweisung nach Kurdistan

Für das internationale Vorgehen gegen die islamistischen ISIS-Terrorgruppen im Nordirak hat die Bundesregierung eine deutsche Beteiligung an Luftangriffen kategorisch ausgeschlossen. Für die Waffen und die militärische Ausrüstung, die an die kurdischen Milizen für ihren Kampf gegen ISIS geliefert werden, sollen aber Fallschirmjäger der Bundeswehr in den Nordirak reisen, um dort kurdische Kämpfer in den Gebrauch einzuweisen.

Auf die Frage nach einer deutschen militärischen Beteiligung äußerte sich die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz am (heutigen) Freitag eindeutig:

Die Stabilisierung der Region ist ein großes Anliegen der Bundesregierung. Eine Beteiligung an militärischen Luftschlägen oder Ähnlichem kann ich aber ausschließen. weiterlesen

Insgesamt 40 deutsche Fallschirmjäger zur Ausbildung in den Nord-Irak (Update)

Ausbildung fuer Afghanistan

Insgesamt 40 Bundeswehr-Soldaten des Fallschirmjägerbataillons 261 sollen noch im September im Nord-Irak mit der Kurzausbildung kurdischer Kämpfer an deutschen Waffen und anderer militärischer Ausrüstung beginnen.

Fallschirmjäger aus Lebach werden noch in diesem Monat in den Irak entsandt. Dort weisen sie, gemeinsam mit anderen Soldaten der Brigade, kurdische Ausbilder in Waffen und Gerät ein.

teilte die Luftlandebrigade 26 Saarland in einer Pressemitteilung zum Tag der offenen Tür bei den Lebacher Fallschirmjägern am kommenden Wochenende mit.

Update: Nach Angaben der Brigade ist geplant, dass jeweils sechs Soldaten zu dieser Einweisung in den Nord-Irak reisen und nachfolgend von wiederum sechs Kameraden abgelöst werden.

Die Bundesregierung hatte beschlossen, den kurdischen Milizen für den Kampf gegen die islamistischen ISIS-Terrorgruppen Waffen und Ausrüstung zu liefern. Im Nordirak ist die Einweisung an den Infanterie-Handwaffen wie Sturmgewehr G3 und Maschinengewehr MG3 geplant. weiterlesen

Merkel: “Wir brauchen keine neuen finanziellen Mittel” für die Bundeswehr

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Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht keine Notwendigkeit, den Verteidigungshaushalt zu erhöhen – und baut darauf, dass das Ende der ISAF-Mission in Afghanistan der Bundeswehr neue Freiräume und damit Handlungsmöglichkeiten schafft. Aus einem Interview des Inforadios des Rundfunks Berlin-Brandenburg mit der Kollegin Angela Ulrich am (heutigen) Dienstag:

Ulrich: “Sie haben den NATO-Gipfel angesprochen, da haben Sie auch eine schnelle Eingreiftruppe beschlossen. Das wird Geld kosten. Braucht Ursula von der Leyen jetzt mehr Geld im Verteidigungsetat, weil eben Deutschland auch mehr in Krisen gefragt ist?”
Merkel: “In diesem Zusammenhang brauchen wir jetzt keine neuen finanziellen Mittel, das können wir auch aus dem heraus machen, was die Bundeswehr an Möglichkeiten hat. weiterlesen

Exercise Watch: ‘Sea Breeze’ kommt nicht allein

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Eine gewisse Aufmerksamkeit in den deutschen Medien (und darüber hinaus) hat am (heutigen) Montag die Übung Sea Breeze 2014 im Schwarzen Meer bekommen – vermutlich, weil Russland gegen diese Übung protestiert hat, an der neben der Ukraine und den USA auch Georgien und einige andere NATO-Staaten teilnehmen. In Deutschland ist dagegen weitgehend unbeachtet geblieben, dass kurz nach dem NATO-Gipfel in der vergangenen Woche ein etwas größeres Landmanöver in den östlichen Staaten des Bündnisses stattfand (Deutschland war zwar nicht direkt beteiligt, aber Aufmarschraum, siehe Foto oben). International hatte das dagegen schon Aufmerksamkeit gefunden:

NATO stages major military exercise in Latvia after Wales summit weiterlesen

RC N Watch: Deutsche Soldaten beschossen, keine Verwundeten

Aktuell von der Bundeswehr-Webseite (der Vorfall war bereits am gestrigen Donnerstag):

Am 4. September wurden gegen 15.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (18 Uhr Ortszeit) deutsche Kräfte – die eine afghanische Polizeieinheit beratend begleitet haben – , etwa 40 Kilometer westlich von Masar-i Scharif durch Aufständische beschossen.
Eigene Kräfte wurden nicht verletzt.

Das erste Mal seit längerem, dass es eine solche Meldung gab – was natürlich mit dem Rückzug der ISAF aus der Fläche zu tun hat.

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