Reden wir über den Tod

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Immer wieder kommt die Kritik (auch von mir), dass die Bundeswehr in ihren eigenen Publikationen und Medien das Thema Tod und Verwundung ausspart – und dass es vor allem in der Nachwuchswerbung zu wenig eine Rolle spielt, dass Soldaten eben nicht nur bewaffnete Mechatroniker sind, sondern sich darauf einlassen (müssen), zu töten und getötet zu werden.

Deshalb finde ich es nicht nur bemerkens-, sondern auch höchst lobenswert, dass das Bundeswehr-Monatsmagazin Y seine November-Ausgabe genau diesem Thema widmet: Tod und Verwundung. Nicht in heroisierender Form, sondern sehr nüchtern. Einschließlich der Frage, welche Rolle dieses Thema in der Ausbildung spielt. Und ergänzt mit sehr eindrücklichen Bildern der Fotografin Anja Niedringhaus von verwundeten Soldaten.

Dringender Lesetipp. Und danke an die Y-Redaktion für dieses Heft.

Nachtrag: Da es etliche Nachfragen gibt, wie man an das Heft kommt – im freien Handel ist es ja nicht: Zum einen ist es in Teilen online zu finden (und es sollen noch mehr Geschichten aus diesem Heft online gestellt werden). Zum anderen können von der Druckversion einzelne Exemplare angefordert werden bei der Redaktion der Bundeswehr über die E-Mail-Adresse

redaktionbwy-magazin@bundeswehr.org

BGH wird entscheiden: Bundeswehr-Lagemeldung urheberrechtlich geschützt?

Der Bundesgerichtshof (BGH) will am 9. Februar kommenden Jahres darüber verhandeln, ob die Lagemeldungen der Bundeswehr für das Parlament urheberrechtlich geschützt sind und deshalb nicht veröffentlicht werden dürfen. Die BGH-Pressestelle bestätigte am (heutigen) Donnerstag auf Anfrage von Augen geradeaus!, dass das Gericht die so genannte Nichtzulassungsbeschwerde der Funke-Mediengruppe zur Entscheidung angenommen hat. Damit ist die Revision gegen ein Urteil des Landgerichts Köln zulässig, das vor zwei Jahren entschieden hatte, dass die Papiere den Schutz des Urheberrechts genießen und deshalb nicht im Original im Internet eingestellt werden dürfen. weiterlesen

Lesetipp: „Im Zermürbungskrieg gegen die Taliban“

Auch wenn es hier in der Regel keine Links zu deutschen Verlagswebseiten gibt: Die Reportage von Marco Seliger in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus Kundus im Norden Afghanistans muss ich, ausnahmsweise abweichend von dieser Praxis, nicht nur empfehlen, sondern auch verlinken.

Also der Lesetipp: Im Zermürbungskrieg gegen die Taliban

Steinmeier-Aussage: Original und Meldung

Das Interview, das Außenminister Frank-Walter Steinmeier der Bild am Sontag gegeben hat, hat eine Menge Staub aufgewirbelt – sowohl in Deutschland als auch international (ein paar Links dazu hier, hier, hier, und hier). Kern der wiedergegebenen Aussagen: German minister warns Nato against ‚warmongering‘, die Warnung des deutschen Außenministers vor Kriegstreiberei der NATO mit ihren Übungen im Osten.

Nun beruhen praktisch alle – deutschen wie internationalen – Berichte am (gestrigen) Samstag auf der Vorabmeldung der Bild am Sonntag. Auch der Eintrag auf Augen geradeaus! basierte auf der Vorabmeldung bzw. Berichten dazu.

Deshalb dokumentiere ich nachfolgend noch mal als Gegenüberstellung sowohl diese Vorabmeldung als auch die vom Auswärtigen Amt am Sonntag, mehr als 24 Stunden später, veröffentlichten Wortlaut-Zitate Steinmeiers. Und da zeigt sich doch, um es mal mit Bundeswehr-Worten zu sagen, ein gewisses Delta. Insbesondere ist mir nicht ganz klar, wo Steinmeier die Nato-Manöver in Ost­eu­ropa kri­ti­siert hat.

Die Frage stellt sich, warum das Auswärtige Amt ungeachtet der weltweiten Wahrnehmung so lange gewartet hat, bis die Zitate veröffentlicht wurden. Es wird doch kaum so sein, dass dem Ministerium die Sicherung des Geschäftsmodells eines Unternehmens wichtiger war als die außenpolitischen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland? weiterlesen

Anakonda und die Russen: Live auf FB

Heute hab‘ ich mal ein neues Format ausprobiert und war Gast eines Live-Videos der Welt auf Facebook…

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