Nach einem Vierteljahrhundert: Schützenpanzer Puma fliegt im A400M
Wahrscheinlich erinnern sich nur noch die Älteren (wie ich) daran: Als vor gut einem Vierteljahrhundert sowohl der Schützenpanzer Puma als auch das Transportflugzeug A400M auf ihren langen Beschaffungsweg gebracht wurden, war eine wesentliche Forderung: der Puma solle im A400M fliegen können. Inzwischen ist viel Zeit vergangen, aber – der Erstflug hat stattgefunden!
Beim Lufttransportgeschwader 62 (LTG) in Wunstorf bei Hannover, Heimatstandort der deutschen A400M-Flotte, wurde der Transport im vergangenen Juni erprobt (Heer und Luftwaffe hatten das vor sechs Tagen bereits auf Instagram mitgeteilt, für die übrigen gab’s am heutigen Donnerstag dann einen Beitrag auf der Webseite).
Zu Beginn dieses Jahrtausends waren die Vorgaben für die Entwicklung des neuen Schützenpanzers und des neuen Transportflugzeugs zumindest zeitweise eng aufeinander abgestimmt worden: Der Transporter sollte zwar das Gefechtsfahrzeug nicht an eine europäische Front bringen, die um 2000 in der Vorstellung gar nicht existierte, nicht mehr und noch nicht wieder. Sondern den Einsatz des Puma in Szenarien des Internationalen Krisenmanagements ermöglichen.
Dafür musste der Schützenpanzer auch eigens so konstruiert werden, dass man ihn abspecken konnte: Um das Gesamtgewicht zu verringern, kann ein wesentlicher Teil der Panzerung abgenommen werden. Der muss dann mit einer zweiten Maschine hinterhergeflogen werden. Und das nackte Fahrzeug sieht dann so aus:
Aber auch so war es noch schwierig genug, den Schützenpanzer in das Flugzeug zu bringen, wie das LTG 62 erläuterte:
Nachdem alle theoretischen Vorplanungen erfolgreich abgeschlossen werden konnten, ging es im Juni an die praktische Umsetzung. Hierfür wurden zunächst zwei SPz vom Panzergrenadierbataillon 212 aus Augustdorf nach Wunstorf verlegt. Auf dem Gelände des ebenfalls auf dem Fliegerhorst Wunstorf stationierten Systemzentrums 23 folgte dann die Abrüstung des Pumas in zwei Schritten.
Das Ziel war es, am Ende ein Gewicht zu erreichen, dass den maximalen Vorgaben für den Laderaum des A400M entspricht. Dies sind aktuell 32 Tonnen für die gesamte Last, aber je Kettenseite maximal 16,2 Tonnen. Hier stellte die Gewichtsverteilung innerhalb des SPz eine zusätzliche Herausforderung dar. Er ist auf einer Seite ca. eine Tonne schwerer als auf der Anderen. Auf der Straße und im Gelände ist dies natürlich irrelevant, aber für den Lufttransport und den Laderaum des A400M entscheidend. (…)
Die größten Herausforderungen bestanden darin, den Schützenpanzer in den Laderaum zu bewegen, ohne das Transportflugzeug zu beschädigen. Daher wurde der Puma im Leerlauf zunächst mit der Winde des A400M hineingezogen. Dabei wurde immer genau geschaut, wie sich die Zusatzstützen (Stabilizer Struts) verhalten. Nachdem der vorher genau berechnete Haltepunkt erreicht wurde, folgte die Verzurrung mit schweren Ketten. Hierbei musste berücksichtigt werden, dass der SPz Puma über eine begrenzte Anzahl von Anschlagpunkten verfügt, die unterschiedliche Lasten aufnehmen können. Diese können wiederum jeweils nur eine begrenzte Anzahl von Ketten aufnehmen. Weiterhin sind die Anschlagpunkte im Laderaum des A400M auf unterschiedliche Lasten ausgelegt. Dennoch musste sichergestellt werden, dass der PUMA absolut fest mit dem Luftfahrzeug verbunden wird. Eine Lastverschiebung während des Starts oder der Landung könnten ansonsten verheerende Folgen haben.
Der folgende Testflug verlief dann eher unspektakulär und damit umso erfolgreicher.
Für den Beginn der regulären Puma-Fliegerei im A400M fehlt noch die Freigabe des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Aber der Projektleiter des Koblenzer Amtes schien von dem Test recht angetan:
(Foto oben: Verzurrter Puma im A400M am 24. Juni – Julia Dahlmann/Bundeswehr; Foto unten: Puma mit abgenommener Panzerung – Luka Wolff/Bundeswehr; Video: Bundeswehr)

Ich erinnere mich daran, dass ich das im Mai 2000 beim Gammeldienst in der U-Last der Gorch Fock in „Soldat und Technik“ gelesen habe, daß das geplant sei. Gut daß das endlich nachgewiesen wurde ;)
Der nackte Puma Schützenpanzer ist kaum wiederzuerkennen, weil wir üblicherweise das Bild mit Zusatzpanzerung sehen und im Kopf haben. Ein Wunder, daß der Puma Transport nach einem Vierteljahrhundert doch funktioniert. Kaum verständlich, daß die BW erst jetzt nachweist, daß die Abstimmung der beiden Rüstungsprojekte A 400 m & Schützenpanzer Puma doch funktioniert hat.
Denn ohne diese verlangte Transportfähigkeit im A 400 m wäre wahrscheinlich viel billiger gewesen, den Marder II fertig zu entwickeln. Aber der Marder II war zu schwer für den Lufttransport im A 400 m. Also musst ein ganz neuer Schützenpanzer her.
Hochzeit im Himmel, ein netter Spruch für den Flug!
Die Puma könnten jetzt also alle nach Litauen oder zurück geflogen werden. Eine Alternative zum Bahntransport. 3 A 400 m können zwei Puma transportieren. Dasselbe gilt für den Boxer, daß 3 A 400 m zwei Boxer transportieren können. Da auch der Boxer, je nach Missionsmodul, zu schwer ist für den Einzeltransport im A 400 m. Daß der Boxer transportiert werden kann, wurde aber schon im letzten Jahr demonstriert.
Wenn die BW solche Beweise in Zukunft etwas schneller erbringt, dann besteht doch noch Hoffnung auf eine Zeitenwende in der BW. Diese Hochzeit ist eine gute Nachricht/Tag für die BW.
Typisch deutschessGroßprojekt mit Hindernissen!
Den hohe Preis des SPZ Puma kann sich nur Deutschland leisten.
Nun nach 25 Jahren kann er fliegen. Das war gedacht für Operationen zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung und zwar in 1. Prio!
Der Kernauftrag der Bundeswehr ist die Landes- und Bündnisverteidigung, alle Aufgaben ordnen sich diesem Auftrag unter. Ob ein Puma dann noch unbedingt lufttransportfähig sein sollte?
Wie der Airbus ist SPZ Puma ein unheimlich überteuertes Prestigeprojekt mit vielen Problemen.
Was wird wohl erst geschehen, wenn man 500 Mrd verschwenden kann, wenn man schon mit deutlich weniger Geld so viele Pannen und „Wunder“ in einem SPz vereint hat?
Dann können SPZ tauchen.
Konsequenz dieser und ähnlicher Probleme sollte endlich eine grundlegende Veränderung in den Strukturen und Verfahren der Rüstungsbeschaffung erfordern.
Doch mit Blick auf die ReOrg BMVg kann man nur zweifeln! Verzweifeln!
Chaos im HEER (!!) – PUMA = Pleiten, Pannen, Puma
Der völlig überteuerte Schützenpanzer Puma der BW ist seit seiner Einführung immer wieder von technischen Problemen und Verzögerungen betroffen. Die Vorfälle, bei denen mehrere Puma-Panzer bei Übungen ausfielen, haben zu erneuter Kritik und der Infragestellung der Einsatzfähigkeit des Fahrzeugs geführt. Es gab auch wieder und wieder Diskussionen über die viel zu hohen hohen Kosten für die Nachrüstung und die Beschaffung neuer Fahrzeuge, was regelmäßig zu finanziellen Engpässen im Verteidigungshaushalt führte.
Das der Puma zum Bundeswehrdebakel wurde, ist nicht nur den „Rüstern“ und Beschaffern“ anzulasten.
Man gehe zurück zur Ursprungsidee. Man erinnere an unzulässigen und inhaltlich falschen „Wettbewerb“ mit dem Boxer, alles im Heer, an der Spitze des Heeres.
Alles lag in den Händen des FüH und des Kdo H. Seit 25 Jahren!
Versäumte Reformen. Das sieht man wieder und wieder beim Schützenpanzer PUMA. Sonderwünsche des Heeres sorgten über Jahrzehnte für teure Umrüstungen.
Nun sind sie wieder vereint: A400M und Puma: Auslieferungsqualität noch steigerungsfähig. Aber: Schützenpanzer Puma fliegt im Transportflugzeug A400M. Nach 25 Jahren!
@T.W.
Ich erinnere mich, dass als einer der Gründe, warum man den Puma nicht in den A400M bekam, die zu schwach konstruierte Laderampe des A400M genannt worden war..
Könnte sich der Satz: „Dabei wurde immer genau geschaut, wie sich die Zusatzstützen (Stabilizer Struts) verhalten.“ auf eine zusätzliche Abstützung für die Laderampe beziehen? Leider zeigen weder weder Aufnahmen noch das Video die Laderampe während des Verladevorgangs.
Die Formulierung „Hochzeit am Himmel“ aus dem Schluß des Videos finde ich nicht so recht passend.
„Schwere Geburt“ wäre treffender gewesen. Vor allem nach dem erfolgreichen Entladen.
Wurde Zeit. Hoffnungsweise werden wir es nicht brauchen. Aber grundsätzlich verfügt die Bundeswehr jetzt wieder über die Möglichkeit, die neuen Schützenpanzer – egal ob auf Kette oder Rad mit unseren in substantieller Stückzahl vorhandenen Transportfliegern zu verlegen. Wenn es mal schnell und weit gehen muss.
Bei allem Spott muss man auch sagen, dass es für Puma-Lufttransporte bisher ja auch keinen Anlass gegeben hat und es wahrscheinlich zurecht als Vorhaben niedriger Priorität hintangestellt wurde.
Diese Annahme ist ebenso falsch wie hartnäckig: Um einen SPz vollumfänglich zu transportieren, bräuchte es zwei Maschinen, eine nur für den SPz, die andere für die Panzerungsmodule (nicht berücksichtigt die ERA-Module, die wohl nie eine Freigabe für den LTrsp außer evtl. im Kriegsfall bekommen würden). Viel Spaß bei der Verlegung einer Kp…
Die Forderung und Festlegung des Transports in A400M waren hirnrissig und haben das Projekt unfassbar teuer und komplex werden lassen; man kann sich eigentlich nur wundern, dass dafür bis heute niemand aus Politik und/oder Militär zur Rechenschaft gezogen wurde.
Überflüssig.
So ein Lufttransport wird eh nie stattfinden. Es ist viel zu aufwendig und zu kompliziert einen Puma lufttransportfähig zu machen.
Man stelle sich den Aufwand für nur eine Kompanie vor.
Wird aber auch Zeit.
Schön.
Lufthoheit haben ist schöner.
Flug Abwehr haben ist noch schöner.
Jens Plötner als zentrale Beschaffungsperson zu haben-
The sky is the Limit…
Sehr gut, dass nun nachgewiesen ist, dass der Puma per Lufttransport verlegt werden kann.
Interessant sind jetzt die Details. Wie weit fliegt denn der A 400M mit einem Puma?
Wenn ich richtig rechne, dann benötigt man über 60 A400M sorties, um ein Bataillon (quasi ein kleines Manöverelement) zu verlegen. In welchem Zeitintervall ist dies umsetzbar. Wieviel Munition kann denn vor dem Hintergrund Gefehrgut Luft mitgeführt werden? Logistik? Instandsetzung? Etc.
Also wie gesagt, ein gutes Zeichen, aber es hängt noch viel hinten dran, um irgendwo einen echten einsatzfähigen Footprint zu hinterlassen.
@shippo sagt:
10.07.2025 um 17:36 Uhr
Ja, weil IKM-Einsätze in ihrer qualitativen Intensität eher nachließen, während die wirkliche Einsatzreife des Puma unterdessen auf sich warten ließ. Nun ist die Lage eine andere, jedoch nicht im IKM sondern in der LV/BV. Wenn wir nun (zu Recht!) über größere europäische Eigenständigkeit innerhalb der NATO und hier wiederum über mangelnde strategic airlift capabilities in Europa reden, sollten wir zumindest das derzeit technisch machbare auch in die Tat umsetzen. Insofern: Sehr zu begrüßen dass dies nun endlich realisiert wurde!
Bravo, mit vielen Tricks und Kniffen fliegt also nun ein SPz Puma im A400. Aber wozu noch? Auslandseinsätze weit weg sind passe und mit 3 Flugzeugen 2 SPz ins Baltikum zu bringen ist weder zweckmäßig noch durchhaltbar. Im Konfliktfall freut sich nämlich die russische Fla über die fetten Ziele über der Ostsee. Und nur mit Schiff, Bahn oder Tieflader bewegt man Masse. Die Flugzeuge haben genug andere Aufgaben als Dickblech durch den Himmel zu bewegen.
Trotzdem bestimmt ein Heidenspaß für alle die mitgeflogen sind ;-)
@Voodoo: Wenn meine Annahme so falsch ist: Was ist denn Ihr Vorschlag, eine Kompanie Panzergrenadiere im Krisenfall schnell in den Norden Finnlands zu verlegen?
Ich bin allerdings auch der Auffassung, dass vor der Puma-Verlegung erst einmal die Schnelle Division mit ihren leichteren Kräften vorausfliegen würde. Aber was dann? Wenn es um Feuerkraft und Schutz im Sinne der mittleren oder gar schweren Kräfte geht, dann muss man nachlegen können. Wenn man da zusätzlich zu den Landwegen und dem Seetransport noch potentiell eine Lufttransport-Möglichkeit hat kann das nicht schaden. Und so ein A400M ist nun einmal unglaublich schnell 3000 km weit geflogen.
Ich sage nicht, dass die Entscheidung in der Vergangenheit sinnvoll war. Aber nun haben wir nun mal sowohl den Puma als auch den A400M. Das sollte man dann auch das Beste daraus machen. Wenn es mit vernünftigem Aufwand möglich ist die A400M auf 40 Tonnen zu trimmen, wird es noch einfacher werden.
Das ist das vielgepriesene „Deutschlandtempo“! Spendieren wir doch einfach jedem Puma einen SLT.
Ich halte es für ein Armutszeugnis den kürzlich erfolgten Nachweis einer jahrzehntealten Forderung als Erfolg zu verkaufen. Nach fünfundzwanzig Dienstjahren werden in anderen Streitkräften die aktiven Betriebsmuster vom Nachfolgemodell abgelöst, bei uns bestehen sie die letzten offenen Punkte aus dem Funktionsnachweis zur Einführung.
@ Schlammstapfer, 10.07.2025 um 16:54 Uhr
Das Ergebnis des oben beschriebenen Tests ist, dass die Rampe eben nicht „zu schwach“ konstruiert ist, sondern so stark oder schwach wie vertraglich vorgesehen und wie seit Jahrzehnten bekannt. Und weil bekannt war, dass die Nutzlast der Rampe so ist wie sie ist und der A400M sowieso keinen ganzen Puma tragen kann, wurde dieser gleich mit abnehmbarer Panzerung konstruiert.
Die Stützen werden an den Seiten aus dem Rumpfende ausgefahren, im Bundeswehrartikel auf Bild 4 zu sehen, hier im Video kurz bei 00:45, und verhindern das Abkippen des Rumpfes bei hecklastigen Beladungszuständen. Die Rampe selbst stützen sie nicht ab. Im eingefahrenen Zustand sind die Stützen als „Warzen“ zwischen den seitlichen Rumpffortsätzen und der Laderampe zu sehen.
@ Jon Dhoe, 10.07.2025 um 22:23 Uhr
Weder der A400M noch der Puma haben 25 Dienstjahre auf dem Buckel. Bei den deutschen A400M sind es jetzt gute 10 Jahre. Die Überschrift des Artikels verleitet zugegebenermaßen zu falschen Vorstellungen.
Nachhaltig sagt:
Hilft denn eine Kompanie irgendjemandem weiter? Für eine substantielle Unterstützung müsste im Krisenfall doch deutlich mehr verlegt werden.
hinterher ist man immer schlauer,
aber beim PUMA hätte man als der Prototyp mit 5 Laufrollen für die Serie auf 6 umgerüstet werden musste den Stecker ziehen sollen.
(ist der PUMA mit 5 Laufrollen noch in der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz ?)
Die A400M ist sowieso kein strategischer Transporter
https://augengeradeaus.net/2023/12/abzug-aus-mali-geraetetransport-nur-mit-us-hilfe/Schwertransporte
@shippo
Leider hatte die Vorgabe der Lufttransportfähigkeit mit dem A400M Konsequenzen, an denen das Waffensystem Puma bis heute krankt. Da der Turm nicht bemannt ist, musste die gesamte Besatzung in die Wanne passen. Der Puma ist zudem mit mehr Technik ausgestattet als der Vorgänger und das alles musste in dem vorgegebenen Volumen untergebracht werden.
Ich würde sagen, besser spät als nie. Jetzt zu sagen, IKM Einsätze gibt es nicht mehr, wir machen nur noch LB/BV ist genauso falsch, wie vor Jahren die LV/BV Fähigkeit runtergefahren zu haben.
Wer weiß denn heute, was in fünf oder zehn Jahren benötigt wird?
Wenn die Bundeswehr in Zukunft die Fähigkeit hat zukünftig eine gewisse Stückzahl Puma schnell zu verlegen, dann wird es im Zweifelsfall die Kameraden freuen, die irgendwo auf der Welt auf die Feuerkraft zurückgreifen können.
Ok. Jammern und Häme sind etwas Verbreitetes. Und trotzdem: es ist wie es ist. Und daraus ist unter wechsenden Lagebedingungen stets das Beste zu machen. Mich interessiert, ob und ggf. wie der für den Transport „abgespeckte“ PUMA am potentiellen Zielort mit „Bordmitteln“ wieder „aufgespeckt“ werden kann. „Abgerüstet“ wurde er dem Bericht nach in der Lw-Werkstatt…
Proof of Concept. Haken dran. Man kann hieraus immerhin lernen und für die Zukunft ableiten, dass man, wenn man Panzergrenadiere überhaupt sinnvoll verlegen will, dafür ein Flugzeug braucht, das einen Puma (besser zwei) in Vollausstattung verladen und transportieren kann. Kann man sich natürlich vorstellen, welche Dimensionen das hätte. Physik lässt sich nicht von frommen Wünschen stören.
Und ist auch die Frage, ob das letztlich die Rolle ist, die wir unmittelbar in unserer neu wiederentdeckten Ausrichtung auf Bündnis- und Landesverteidigung in Kontinentaleuropa brauchen, oder ob es nicht auch vielmehr ein Fokus auf schnellen Überland- und Schienentransport ist, der künftig gewährleisten soll, dass das PzGrenBtl aus Pusemuckel schnell dorthin gelangt, wo es im Fall der Fälle gebraucht wird, um z.B. die Brigade in Litauen in der Verteidigung zu verstärken, o.ä.
Zumal ja ohnehin im Kriegsfall mit der nicht unüblichen Verstärkung der Grenadiere durch eine Kompanie Kampfpanzer im Tausch gegen eine Kompanie Grenadiere, die zum PzBtl abgestellt werden, ja ohnehin ein taktischer Lufttransport des entstehenden Gesamtkunstwerks faktisch ausscheidet…
Ich gestehe, ab und an selbst mit einem gerüttelt‘ Maß an Sarkasmus aufzuwarten. Bloß entsteht mir bei der Lektüre der Kommentare hier so langsam der Eindruck, dass doch recht viele hier die Artikel des Hausherrn – egal zu welchem Thema – nur zum Anlass nehmen sich ihren Frust über die eigene Dienstsituation von der Leber zu schreiben. Wenn mal was auf dem richtigen Weg ist, oder gelingt, ist es wahlweise zu spät, nicht genug oder man findet irgendeine Tangente, wo dann der eigene pet peeve nicht bedient wurde, die Truppenküche in Bimbach a/d Knatter nicht oft genug Bratkartoffeln macht, etc. pp.
Man kann sich durchaus auch mal drüber freuen, wenn was klappt, ohne sich dadurch gleich als Clacqueur verstehen zu müssen..
2060 hat man dann endlich die Produktion von PH2000 und Granaten hochgefahren.
Inwieweit ist die modular ausgelegte Panzerung des Puma eigentlich eine Schwachstelle? Wäre das Fahrzeug wesentlich leichter, wenn man die maximale Schutzstufe integriert hätte?
Cool. Da kann ich endlich mit meinem Wissen reüssieren. Wir müssten schon vor 20 Jahren an der OSH lernen, wieviele Puma in einen A400M passen.
Ist doch gut, dass das ab sofort nicht mehr in die Kategorie unnützes Wissen fällt :-)
@Singulativ
„Hilft denn eine Kompanie irgendjemandem weiter? “
Ein paar Schützenpanzer haben oder sie nicht haben, macht im Ernstfall schon einen Unterschied würde ich meinen.
Russische Panzer sind ja auch keineswegs Unsichtbar, also werden nicht plötzlich im Norden Finnlands mal überraschend viele davon auftauchen.
Die Frage ist natürlich, wie lange dauert es denn real, die Panzer per Luft zu verladen? Abbauen, verstauen, wieder aufbauen?
Wenn das geübt wird und es eine gewisse Routine gibt das relativ zügig zu machen, ist es schon eine nützliche Fähigkeit (wenn auch teuer bezahlt).
Aktuell ist man aber vermutlich mit dem Zug schneller im Norden.
Wie einige Kommentatoren bereits angemerkt haben, ist die Wahrscheinlichkeit des Lufttransports von SPz PUMA in A 400M eher gering. Warum also das ganze jetzt? Dieser mMn vollkommen überflüssige Test, hat nur wieder einen Haufen Geld und Lebenszeit der Beteiligten verschlungen. Irgendwelche „hätte“ Bemerkungen verkneife ich mir heute. Sowohl beim PUMA als auch beim A 400m ist das Kind schon in den Brunnen gefallen.
Als ich das Bild sah, musste ich laut lachen…!
Man stelle sich vor, das Ding muss mit 9g in Flugrichtung verzurrt werden. Dann möchte ich nicht die knapp 400 kg Verzurrmittel anbringen/entfernen, wenn da Eile angesagt ist! Hoffentlich schafft es die hauseigene Bürokratie, hier immer (!) den NATO-Standard (3g) durchzusetzen…
Wie schon von einem der vor-Kommentatoren bemerkt: Es braucht zwei Flugzeuge, um einen einzigen Puma vollausgerüstet zu verlegen. Vielleicht nur drei um zwei zu verlegen. Aus taktisch-operativer Sicht also eher fragwürdig…dafür wurde das „fairly likely aircraft“ (FLA) eben nicht wirklich konstruiert.
Trotzdem: Glückwunsch an alle Beteiligten, dass wieder ein Punkt auf dem Zettel der TTVG im Rahmen der Truppenerprobung abgehakt werden konnte.
Ein paar kurze Antworten.
1/ offizieller A400M-Programmstart war 2003 (2000 war Start der A380), Studien eines „FLA“ gab es schon seit Anfang der 1990er Jahre.
2/ Stabilizer Struts, siehe Foto auf hartpunkt, entlasten das Fahrwerk und verhindern, dass der Flieger vorne hoch geht.
3/ Airbus ist unterwegs eine Nutzlasterhöhung von 37 auf 40to zuzulassen, Meldung im Juni 25 von der Pariser Luftfahrtmesse.
Ich habe keine Ahnung von praktischen militärischen Einsätzen, aber wie wäre es denn wenn ich einen Einsatz wie in Afghanistan oder im Sudan habe – ein Krisenland, bei dem ein Flughafen (noch) sicher ist. Was spricht denn dagegen, da eine Evakuierungszone zu etablieren, 2-3 Schützenpanzer mit 6 A400M zu verlegen, um den Flugplatz etwas, sagen wir mal, robuster abzusichern bzw. auch um Evakuierungen zu unterstützen? Zur Not sprengt man den dann am Ende und lässt ihn zurück.
Ich habe keine Ahnung von den jeweiligen Taktiken, aber wäre das ein sinnvolles Einsatzszenario?
Kann man eventuell die ganzen Anbauteile samt Munition schon mal irgendwo deponieren/vorstationieren und dann nur die nackten Katzen durch die Gegend fliegen?
Dann hätte man schon wesentlich Material vor Ort, allerdings ohne sich den Vorwurf geben zu müssen, dass die NATO direkt Panzer an der Grenze auffährt. Billiger wäre es auch?
Dann auch gleich in der richtigen Tarnfarbe, Ordnung muss ja sein. 😉
Es sind jetzt viele Artikel/Berichte erschienen zu dem Puma Flug. Die Frage von @lukan, wie lange in Zukunft eine Puma Verladung dauern würde, wurde in einem beantwortet mit 2 Stunden in Zukunft. Eine schnelle Verlegung wäre also in Zukunft möglich. Was für eine Luftverlegung noch spricht ins Baltikum ist, dass eine Rakete aus Kaliningrad auf einen A 400 m auf jeden Fall einen kriegerischen Akt darstellt. Ein Anschlag auf eine Bahnlinie kann dagegen leicht abgeleugnet werden von Russland bei Transport ins Baltikum.
@Michael S.
Ich denke nicht, dass diese Fähigkeit für das von ihnen beschriebene Szenario nützlich wäre, Da man die Dinger ja auch wieder rauskriegen muss sollte die Situation kollabieren und der Verladeprozess klingt doch eher langwierig.
Eher nützlich für sowas wie Afghanistan wenn man langfristige militärische Präsenz plant. Wobei bei solchen Fällen Seetransport ja auch ne Option sein könnte, wenn man Zeit hat.
Ich denke im Kontext eines IKM Fokus wenn konventioneller Krieg in Europa unwahrscheinlich scheint macht so ne Fähigkeit schon Sinn, aktuell scheint sie aber durch die Änderungen der internationalen Lage etwas überholt.
Ich hoffe irgendwo sitzen Controller und machen einen Variantenvergleich.
Kosten für Sonderkonstruktion Puma und A400 M. Beziffern wie schwer die Einschränkungen beim PUMA wiegen (max Körpergröße und Gewicht des Personals).
Was hätte es gekostet eine Staffel strategische Transportflugzeuge zu kaufen/leasen.
Was ist überhaupt der UseCase?
Die PUMA müssen ja auch erstmal zu einem Flughafen, dort verladen und am Zielflughafen entladen und von dort zum Zielort. Ob das wirklich so viel schneller geht als mit Schiff und SLT?
@Schnallendorf
Danke für die Klarstellung.
Wir sind uns wohl alle einig, dass ein Lufttransport nur dann Sinn ergibt, wenn der Transport über Straße, Schiene oder See oder eine Kombination daraus nicht möglich ist. Oder extrem aufwändig oder viel zu langwierig. Afghanistan und Mali waren natürlich solche Orte. Langfristig gedacht bin ich natürlich auch der Auffassung, dass Europa sich eine gewisse strategische Lufttransport-Kapazität aufbauen sollte. Schade, dass ein Umbau der A380 wohl nicht in Frage kommt.
@Michael.S
Man braucht 4 A400 für 3 Pumas, 3 A400 für die „Autos“ und 1 A400 für die 3 Sätze Zusatzpanzerung, wobei man diese ggf auch weglassen könnten gegen Kleinwaffen schützt auch das Basisfahrzeug.
Aber um ein FH abzusichern würde ich doch eher 4-6 Wiesel MK 20 ein einen A400 packen.
Wenn ich die ggf zurücklassen muss kostet das weniger als 1 Puma.
Ohne zynisch klingen zu wollen, das 2. Bild erinnert irgendwie an den Marder A1.
Ich frage mich was das soll?
Nimmt man jetzt ein ganzes Battalion, 44 Pumas auseinander, fliegt sie mit hunderten A400 irgendwo hin, bastelt sie vor Ort wieder zusammen… . Ich tippe auf die gute alte Eisenbahn!
@Ungedient!
Zwei Notwendigkeiten
1. Als strategischer Lufttransport, also in weiter Vorausplanung bei strategisch relevanten Entfernungen, in den Seetransport zu zeitaufwändig/Seetransportraum nicht verfügbar ist, und E-Transport mangels Schienenverbindung kein Mittel der Planung ist.
2. Als taktischer Lufttransport präemptiv (auch präventiv), meist also Notlagen geschuldet, in denen E-Transport aus Zeit-, sicher auch Bedrohungsgründen ausscheidet.
Der Lufttransport war, so weit ich mich erinnern kann, ein „selling Point“ womit man das Fahrzeug (das zuerst Panther hieß, dann aufschrei beim Spiegel wegen 2. Wk, dann „Igel“, das wollte die Truppe nicht) dem Scharping verkaufen konnte. Da Landesverteidigung ja praktisch undenkbar war mußte man irgendwie das Ding für Auslandseinsätze geeignet machen, ansonsten hätte es wohl gar keinen neuen Schützenpanzer gegeben und man hätte vielleicht die ganze Truppengattung abgeschafft.
Ich verstehe nicht, warum die Diskussion hier entweder in Richtung, Blödsinn, brauchen wir nicht, abdrifftet. Oder, es geht in die Richtung, der A400m ist zu klein, da müssen zwei rein passen.
Zum letzteren Punkt. Das ist von der Argumentation ungefähr so, als wenn Hermes Versand demnächst mit Sattelzügen ausliefert, für den Fall, dass einer Mal was richtig schweres bei Amazon bestellt. Für so was gibt es Speditionen, und das waren bis dato die Amis.
Zu dem anderen Extrem. Wenn ich so ein Flugzeug doch habe, dann ist es doch nur normal, dass ich den Transport der schwerst möglichen Last auch Mal durchspiele.
Wenn der Fall irgendwann Mal Eintritt, dass man es wirklich muss, mit , das müssen wir erstmal probieren, zu antworten, wird die Kommentarspalte hier mit nochmehr Unverständnis füllen.
Es geht hier also lediglich um einen Beladungsversuch, der vielleicht für die Öffentlichkeit interessant ist, und daher von der Bundeswehr medial begleitet wurde.
@ad astra
Die BW hat größtenteils nicht die Amis sondern gecharterte An-124 von SALIS.
Der eine oder andere Kommentator muss scheinbar beim Attestieren des Versagens auf Seiten der Bw daran erinnert werden, dass die Bw selbst weder Flugzeuge noch Schützenpanzer baut. Sie ist der Auftraggeber, der Kunde. Sicherlich kein einfacher Kunde, daran muss gearbeitet werden. Aber als allererstes haben bei diesem Ergebnis die Firmen und der europäische Maschinenbau versagt, denn die sollte man am Ergebnis messen.
@ad astra: Deshalb schrieb ich ja, dass die Dimensionen, die so eine Transportkapazität mit sich brächte, eher illusorisch sind. Oder wir entscheiden uns für strategische Lufttransportkapazität, was dann aber wieder die Frage der Ausrichtung der Bundeswehr auf den Auftrag LV/BV oder Auslandsarmee aufwirft.
Kannste drehen und wenden, wiede willst. Der A***h bleibt halt immer hinten.
Abgesehen davon, dass die an der Durchführung Beteiligten sicher was neues gelernt haben, gibt es durchaus vorstellbare Szenarien. SZENARIO 1: Schnelle Verlegung: Sollte sich zB ein russischer Überfall auf Finnland oder das Baltikum konkret anbahnen, ist man einige Tage schneller (wie viele?) als auf dem Landtransport mit Gerät vor Ort und kann schnelle und mittlere Kräfte, die gleichzeitig verlegt werden, mit relevantem Gerät untermauern. A400M können dafür ggf. um C17 und An124 ergänzt werden. SZENARIO 2: weite Verlegung: man könnte in gleicher Situation überraschend Einheiten in die Osttürkei, nach Georgien etc. verlegen, um russische Kräfte zu binden und die Schwerpunktsetzung zu beeinflussen. Wenn man dafür 30 A400m freibekommt, wären das etwa 6 Wellen für 1 PzGren Battaillon – immerhin. SZENARIO 3: Drohpotential: auf Seite eines Aggressors (zB Russland) muss man solche schnellen Schwerpunktverlagerungen berücksichtigen, was an sich Ressourcen bindet und Einfluss auf die strateg. Planung hat. SZENARIO 4: Überspringen: via Lufttransport kann man Kräfte auch in Regionen verlegen, die auf Land/Wasserweg aufgrund politischer oder geographischer Situation kaum erreichbar. Sollte man beispielsweise Armenien oder Kirgistan gegen drohende Invasion (zB durch Aserbaidschan oder China) unterstützen wollen, wäre die rasche Verlegung per Landweg nahezu ausgeschlossen und mit Puma könnte man mögliche Kontingente um eine Gewichtsklasse nach oben skalieren. FAZIT: der Lufttransport ermöglicht leichte/mittlere Kräfte aus eigener Hand rasch um eine ernstzunehmende Komponente zu verstärken. Die Möglichkeit des Lufttransport bringt strategische Flexibilität durch die Faktoren a) Reichweite, b) Geschwindigkeit und c) strategisches Überspringen. Sich Szenarien zu überlegen, dieses Asset zum eigenen Vorteil zu nutzen, ist nun Aufgabe der entsprechenden Stellen, die nun über ein weiteres Werkzeug verfügen.
Für die Entwicklung einer strategischen Lufttransport-Kapazität fehlt in Deutschland die kritische Größe. Diese sollte auf EATC-Niveau oder NATO (wie bei A330-MRTT oder AWACs) entwickelt werden.
Ist es denn ausgeschlossen, dass man ein modernes ziviles Muster wie den A350F als Basis dafür nimmt? Grundsätzlich reicht ja die Traglastfähigkeit. Allerdings müsste man sich ja ein Frachtraum-Konzept überlegen, dass die hohe, recht punktuelle, Belastung durch einen Panzer sowie ein adaptiertes Einbringungskonzept (Schwerlastkran? Schwerlast-Hubwagen ?). Aber was sind denn die harten technischen Punkte, die dies unmöglich machen würden? Ca. 60 Tonnen Verladegewicht würden im Notfall ja reichen.
Wenn es gelänge, auf Basis des A350F eine solche Lösung zu entwickeln, sollte man dies auf jeden Fall tun. Der Beschaffungs-Mehrwert und der betriebliche Mehrwert eines Systems auf Basis einer kommerziell genutzten Maschine lässt sich ja bei den entsprechenden anderen Mustern (A330-MRTT oder A145M) unzweifelhaft erkennen.
Was den strategischen Aspekt der deutschen Rüstungs-Industrie anbelangt: Man könnte dann ja zusätzlich zu Airbus auch die Lufthansa Technik mit ins Boot holen.
Ich halte den Test für sinnvoll, da der A400M momentan das größte in Produktion stehende militärische Frachtflugzeug des Westens ist.
Es wurde gerade eine Erhöhung der Nutzlast auf 40 Tonnen bekannt gegeben.
Auch ist Airbus mit den Studien zu einem NATO-Nachfolger der geleasten AN124 betraut, die zu einer Weiterentwicklung der A400M mit mehr Laderaumvolumen und Nutzlast führen könnten, da eine Neuentwicklung bei der kleinen Stückzahl viel zu teuer ist.
Von daher macht so ein Test Sinn.