DroneWatch: Die aktuelle Drohnen-Liste und -Planung der Bundeswehr

In der Bundestags-Fragestunde am vergangenen Mittwoch hat der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium Ralf Brauksiepe recht detailliert eine Übersicht über den derzeitigen Bestand der Bundeswehr an unbemannten Luftfahrzeugen gegeben; dazu einen Einblick in die Planung. Mit zum Teil noch nicht so bekannten Details, wie der kurzfristigen Beschaffung einer Marinedrohne für den Einsatz im Mittelmeer (nein, nicht die Kleinen, sondern zusätzlich was Größeres).

Der Linken-Abgeordnete Alexander Neu hatte danach gefragt, und inzwischen gibt es Brauksiepes Mitteilung zum Nachlesen im Plenarprotokoll .

Die Angaben wird man bestimmt noch mal brauchen können; deshalb zur Dokumentation und zum späteren Nachschlagen:

Derzeit umfasst der Bestand der Bundeswehr insgesamt 567 unbemannte Luftfahrzeuge. Diese unterteilen sich wie folgt: weiterlesen

DroneWatch: Gerichtsbeschluss verzögert Drohnen-Beschaffung weiter (mehr Details)

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Die geplante Beschaffung der ersten Drohne der Bundeswehr mit möglicher Bewaffnung, des israelischen Modells Heron TP, dürfte sich noch weiter verzögern. Im Rechtsstreit um das unbemannte Flugsystem, angestrengt vom US-Hersteller des Konkurrenzmodells, hat das Oberlandesgericht Düsseldorf eine Beschwerde wegen beklagter Verletzung des Vergaberechts nicht nur angenommen, sondern ihr auch aufschiebende Wirkung zugebilligt: Vorerst darf das Verteidigungsministerium keinen Vertrag über die Beschaffung von Heron TP abschließen, entschied das Gericht am 13. September.

Der  Beschluss, über den zuerst tagesschau.de berichtete, enthält einige Aussagen, die den Juristen des Ministeriums  Sorge bereiten dürften. weiterlesen

DroneWatch – der Sammler, 2. Septemberhälfte 2016

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Ich aktiviere jetzt doch wieder einen DroneWatch-Sammler, um eine Geschichte hier als Merkposten zu parken: Neben den Heron-Drohnen der Bundeswehr, die derzeit für den Einsatz nach Mali geschickt werden, gibt es bereits weitere zivile Überwachungsdrohnen mit ähnlicher Reichweite in dem westafrikanischen Land: Im Auftrag der UN-Mission MINUSMA fliegt die Firma Thales Drohnen des israelischen Herstellers Elbit, von Timbuktu aus, wie der Fachinformationsdienst Jane’s schon Ende August berichtete:

Thales starts flying Hermes 900 in support of UN mission in Mali

Das eigentlich Interessante dabei:

The UAVs will be controlled by MINUSMA’s civilian leadership rather than its military commanders. Their primary mission will be to conduct flights in support of civilian operations, such as providing surveillance for humanitarian convoys.
MINUSMA’s military force can, however, request support from the UAVs for specific taskings when required.

Hm. Unitiy of effort, einheitliche chain of command, einheitliche Informationsgewinnung… sind nicht so das Ding. Neben der Frage für Mali (angesichts des Nebeneinanders von UN, EU und Franzosen, ganz zu schweigen von den malischen Truppen) Who owns the battlespace? steht dann auch die Frage: Who owns the sky?

Livestream: Russische Drohne über Aleppo

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Ich kann nicht recht beurteilen, ob es ein (technischer) Gag ist, Teil des Infowars oder wirklich nützlich: Über dem Osten der syrischen Stadt Aleppo kreist eine russische Drohne, die offensichtlich beobachten soll, ob die vereinbarte Feuerpause eingehalten wird – und jeder kann zuschauen.

Den Livestream gibt es auf der Seite des russischen Verteidigungsministeriums.

Kleindrohnen für die Marine: Bundeswehr-Luftfahrtamt testet Phantom4

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Mitte Juli hatte ich berichtet, dass die Deutsche Marine – nach niederländischem Vorbild – handelsübliche Kleindrohnen zur Unterstützung ihrer Boardingteams beschaffen will. Inzwischen ist klar, dass für SAliRFA* (Sofortinitiative Seegestützte Aufklärung aus der Luft im Rahmen Friendly Approach) das Modell Phantom 4 des Herstellers DJI gekauft werden soll. Jetzt hat aber erst mal das Luftfahrtamt der Bundeswehr das Sagen, wie das Bundesamt für Ausrüstung, IT und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) auf Anfrage mitteilte:

Die Sofortinitiative Seegestützte Aufklärung aus der Luft im Rahmen Friendly Approach (SALiRFA ) wurde zwischenzeitlich auf der Basis des handelsüblichen Systems DJI Phantom IV gebilligt. Die Beschaffung als Kauflösung wird zur Zeit vorbereitet. Das Luftfahrtamt der Bundeswehr prüft das System auf sicheren Betrieb. Abhängig von den Ergebnissen der amtsseitigen Prüfung, ist innerhalb von 2-3 Monaten die anschließende Übergabe des Systems an den Nutzer geplant. Der Beginn der Nutzung im Einsatz wird durch die Deutsche Marine festgelegt.

Das behalten wir mal im Auge. Wer eine dieser Drohnen im Bundeswehr-Einsatz sieht, könnte kurz Bescheid sagen…

(* In der vorangegangenen Meldung hatte ich mich mit der Abkürzung vertan und SALiFRA statt SALiRFA geschrieben…)

(Foto: Screenshot aus dem DJI-Video https://youtu.be/dY8KIMQRTf0)

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