DroneWatch: Bewaffnungsfähige Drohnen? Bitte nicht so schnell

Reaper-Symbolbild

Etwas mehr als ein Vierteljahr ist es her, da hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ihre Haltung zu – auch bewaffneten – neuen Drohnen für die Bundeswehr festgelegt. In einer Rede vor dem Bundestag und zuvor schon in einem Zeitungsinterview kündigte die Ministerin an, die Bundeswehr solle grundsätzlich über Drohnen mittlerer Größe und Reichweite verfügen, die so genannte MALE (Medium Altitude, Long Endurance)-Klasse. Und bei Bedarf auch mit Bewaffnung. Vielleicht könnten die sogar geleast werden:

Der ISAF-Kampfeinsatz in Afghanistan geht zu Ende. Dort haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, eine Drohne zu leasen. Die ist jeden Tag im Einsatz gewesen, wohlgemerkt als reine Aufklärungsdrohne. Eine solche Lösung hat sich bewährt. Sie hat den Vorteil, dass man hierzulande keine eigene Zulassung braucht. Wir könnten jederzeit flexibel darauf reagieren, was künftige Einsätze von uns verlangen. Und da die neueren Modelle ohnehin bewaffnungsfähig sind, stünde uns damit künftig nicht nur die dringend benötigte Aufklärungsdrohne zur Verfügung. Für den heute noch nicht absehbaren Fall eines erneuten Kampfeinsatzes hätte das Parlament die Option, mit dem Mandat und auf den konkreten Fall bezogen auch die Frage der Bewaffnung der Drohne zum Schutz der entsandten Truppen zu entscheiden.

Nun, so denkt sich der Laie, wird doch wohl im Mininisterium, in der Luftwaffe und im Bundesamt für Ausrüstung, IT und Nutzung der Bundeswehr die Arbeit losgegangen sein. Vielleicht gibt’s sogar schon konkrete Pläne, welches Modell – faktisch stehen ja nur die US-Drohne Predator B/Reaper und die israelische Heron TP-Drohne zur Auswahl.

Das scheint nicht so zu sein. weiterlesen

Von der Leyen will neue Groß-Drohnen für die Bundeswehr beschaffen

Gut ein Jahr nach dem Scheitern des Drohnenprojekts EuroHawk der Bundeswehr hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen angekündigt, erneut die Beschaffung von großen, hochfliegenden Aufklärungsdrohnen für die deutschen Streitkräfte anzugehen. Dafür sei beabsichtigt, Drohnen des Typs Triton anzuschaffen (Foto oben), die ebenso wie der EuroHawk auf dem unbemannten Flugzeugmuster GlobalHawk des US-Herstellers Northrop Grumman basieren, kündigte die Ministerin am (heutigen) Sonntagabend in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin an.

Die Beschaffung der Aufklärungsdrohnen der so genannten HALE-Klasse (High Altitude, Long Endurance – Große Höhe, lange Ausdauer) ist zusätzlich zu den kleineren, optional auch bewaffneten Drohnen mittlerer Reichweite geplant, die von der Leyen vor der Sommerpause angekündigt hatte. weiterlesen

DroneWatch: Wortprotokoll der Bundestags-Anhörung

Reaper-Symbolbild

Fürs Archiv: Das Wortlaut-Protokoll der Anhörung des Verteidigungsausschusses zu Kampfdrohnen am 30. Juni hat der Bundestag dankenswerterweise jetzt zum Nachlesen online gestellt.

(Ist ja bislang nicht selbstverständlich und sollte deshalb auch mal gewürdigt werden. Allerdings: leider in einer grafischen Version, aus der man ohne weitergehende Bearbeitung nicht direkt etwas herauskopieren kann. Schade.)

(Archivbild 2007: MQ-9 Reaper, Unmanned hunter/killer weapon system – U.S. Air Force photo/Staff Sgt. Brian Ferguson)

DroneWatch: Die Kanzlerin zu (Kampf)Drohnen

Was sagt die Kanzlerin zu Drohnen und zu Kampfdrohnen? Kollege Tilo Jung von Jung&Naiv hat am (heutigen) Freitag Angela Merkel bei ihrer Sommer-Pressekonferenz gefragt (im Video ab 0:45):

(Direktlink: http://youtu.be/F27t1o-mTQI

DroneWatch: Großbritannien und Frankreich starten Planung für eigene Kampfdrohne

UK AND FRANCE STRENGTHEN DEFENCE COOPERATION

Großbritannien und Frankreich wollen, wie geplant, eine eigene bewaffnete Drohne für beide Länder entwickeln. Eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben der britische (Noch-)Verteidigungsminister Philip Hammond und sein französischer Kollege Jean-Yves Le Drian am (heutigen) Dienstag am Rand der Farnborough Air Show. Für die Entwicklung von Technologie und Konzept eines Unmanned Combat Air Vehicle (UCAV) mit den Unternehmen BAE Systems, Dassault Aviation, Thales France, Selex, Rolls Royce and Safran sollen zunächst für eine Machbarkeitsstudie 120 Millionen britische Pfund (gut 150 Millionen Euro) bereitgestellt werden.

Damit zeichnet sich ab, dass es zwei parallele Entwicklungsstränge für eigene europäische Drohnen geben wird. Neben der UCAV-Entwicklung, die Großbritannien und Frankreich angehen wollen, gibt es den Vorschlag der europäischen Unternehmen Airbus Defence&Space, Dassault und Alenia für eine HALE MALE (Medium Altitude Long Endurance-)Drohne mit möglicher Bewaffnungsoption. Auffällig ist zum einen, dass Dassault bei beiden Vorhaben mit im Boot ist. Und zum anderen, dass BAE Systems zufällig… ein bisschen mehr über seinen UCAV-Demonstrator Taranis vor ein paar Tagen mitteilte.

Die Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums im Wortlaut: weiterlesen

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