Anschlag auf den BVB: Mit Remote Controlled IED

Fußball ist hier kein Thema, Terrorismus im Inland in der Regel auch nicht. Beim Anschlag auf den Mannschaftsbus des Fußballvereins Borussia Dortmund am 11. April mache ich eine Ausnahme: Die Bundesanwaltschaft hat einen Tatverdächtigen festgenommen und dazu am (heutigen) Freitag eine ausführliche Pressemitteilung veröffentlicht. Und da ist die Tatwaffe von Interesse – etwas, das Deutsche bislang nur aus Afghanistan (und vielleicht auch Mali) kennen: Eine selbstgebaute Sprengvorrichtung, im internationalen Sprachgebrauch ein Improvised Explosive Device (IED). Mit Funkfernzündung, Remote Controlled (RC). Und mit Metallstiften gefüllt.

Die Schilderung in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft:

Die drei Sprengsätze waren über eine Länge von 12 Metern in einer Hecke entlang der Fahrstrecke des Mannschaftsbusses angebracht. Die Sprengwirkung der Sprengsätze war auf den Bus ausgerichtet. Die Sprengsätze wurden zeitlich optimal gezündet. Der vordere und der hintere Sprengsatz waren in Bodennähe platziert. Der Mittlere befand sich in einer Höhe von etwa einem Meter. Damit war er zu hoch angebracht, um seine Wirkung voll entfalten zu können. Die Sprengsätze waren mit Metallstiften bestückt. weiterlesen

Leserservice: 36 neue Hi-Tech-Störsender für die Truppe

Die Bundeswehr soll 36 neue Störsender mit modernster Technologie erhalten, die die Funkauslösung von Sprengfallen (Improvised Explosive Devices, IED) gezielt verhindern sollen. Das Neue an der Technik: Im Gegensatz zu herkömmlichen Jammern sollen die neuen Geräte nicht komplette Frequenzbänder blockieren (was ja auch für den eigenen Funk problematisch ist), sondern in weniger als einer Milisekunde genau die Frequenz, die zur Auslösung einer Sprengfalle verwendet wird.

Dazu gab es eine interessante Geschichte auf den Bundeswehr-Webseiten, die zwar bislang noch in der Suche angezeigt wird, ansonsten aber verschwunden ist. Deshalb als Leserservice: Das Internet vergisst ja nicht – zum einen hatte die Welt daraus eine Meldung gemacht (Link aus bekannten Gründen nicht), zum anderen hat ein Düsseldorfer Internetportal* den Text der Bundeswehr-Geschichte im Wortlaut übernommen. Die wesentlichen Aussagen:

Die Bundeswehr soll jetzt eines der weltweit modernsten Schutzsysteme gegen Bomben erhalten, die durch Funksignale ausgelöst werden. Die Airbus-Rüstungssparte hat hierfür eine Technologie entwickelt, die nicht mehr das gesamte Funk-Umfeld stört, sondern den tödlichen Anruf herauspickt. (…) weiterlesen

IED-Anschlag auf Fennek in Nordafghanistan – ein leicht Verwundeter

Bei einem IED-Anschlag auf einen Fennek-Spähwagen ist im Norden Afghanistans am (heutigen) Freitag ein deutscher Soldat leicht verwundet worden. Was die Bundeswehr bislang dazu meldet:

40 Kilometer südlich von Kundus wurde am 20. September gegen 10.20 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (12.50 Uhr Ortszeit) ein Spähwagen vom Typ Fennek mit einem IED angesprengt.
Dabei erlitt ein Soldat leichte Verletzungen. Der Soldat verblieb bei seiner Einheit, der Fennek wurde beschädigt, ist jedoch fahrbereit.

Ich bemühe mich um weitere Details, insbesondere um den genaueren Ort.

Nachtrag: Der Anschlag ereignete sich im Distrikt Baghlan-e Jadi, sagt das Einsatzführungskommando. Genauer gibt es das bislang nicht.

Nachtrag 2: Die ARD meldet, gestern sei der erste Konvoi mit Waffen und anderem sicherheitsrelevanten Material von Kundus nach Masar-i-Scharif gefahren. Wer die Ecke kennt, weiß, wo diese Konvois langfahren. Unter anderem durch Baghlan-e Jadid.

(Ausnahmsweise eine ganz private Meinung: Die Meldung, wie die ARD sie gebracht hat, hätte ich nicht gemacht. Und wenn ich sie xmal exklusiv gehabt hätte. /private Meinung off)

(Archivbild: Spähtrupp mit zwei Fenneks – Bundeswehr/PIZ Heer via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

RC N Watch: Deutsche Soldaten bei Hinterhalt nahe Kundus verwundet (mehr Einzelheiten)

Bei einem der ersten kombinierten Hinterhalte gegen deutsche Truppen im Norden Afghanistans seit längerem sind am (heutigen) Montag fünf Bundeswehrsoldaten leicht verwundet worden. Der Konvoi geriet im Distrikt Char Darrah bei Kundus, sieben Kilometer westlich des deutschen Provincial Reconstruction Teams (PRT), in eine Sprengfalle (Improvised Explosive Device, IED), teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mit. Dabei wurde ein gepanzertes Dingo-Transportfahrzeug angesprengt. Unmittelbar danach seien die Soldaten mit Gewehren und Panzerabwehrraketen, so genannten Rocket Propelled Grenades (RPG), angegriffen worden.

Die fünf Verwundeten wurden nach Bundeswehrangaben in das Polizeihauptquartier des Distrikts gebracht, das nördlich der Anschlagstelle liegt, und von dort mit Hubschraubern in das Rettungszentrum im deutschen Camp in Kundus ausgeflogen. weiterlesen

Der fünfte französische Gefallene in Mali – durch eine IED

In der seit zwei Monaten laufenden französischen Intervention in Mali ist der nunmehr fünfte Franzose gefallen, wie die Armee in Paris am (heutigen) Sonntag mitteilte. Neben der Tatsache, dass fünf Gefallene in einer solchen Operation bislang vergleichsweise (!) wenige sind, ist an der Meldung etwas auffällig:

Am Nachmittag (des 16. März) wurde während des Vorstoßes in Richtung Süden ein AMX 10 RC von einer Explosion getroffen. Der Fahrer wurde dabei getötet. Drei weitere Besatzungsmitglieder wurden verwundet, zwei von ihnen schwer.

Im Unterschied zu den vier französischen Gefallenen im bisherigen Verlauf der Operation Serval traf es diesmal Soldaten in einem gepanzerten Fahrzeug, dem Spähpanzer AMX 10 RC. Von einer Explosion getroffen legt, auch wenn es so genau nicht dargestellt wird, eine Sprengfalle (Improvised Explosive Device, IED) nahe. In Mali hatte es schon mehrere solcher Angriffe mit Sprengfallen gegeben, denen aber malische Soldaten in ungeschützten Fahrzeugen zum Opfer gefallen waren. Dass es mittlerweile IEDs mit der nötigen Sprengkraft dort gibt, die auch einen Spähpanzer außer Gefecht setzen können, deutet auf eine neue Qualität hin.

(Foto: AMX 10 RC im Mali-Einsatz – Französisches Verteidigungsministerium/EMA)

weiter »