RC N Watch: Deutsche Soldaten bei Hinterhalt nahe Kundus verwundet (mehr Einzelheiten)

Bei einem der ersten kombinierten Hinterhalte gegen deutsche Truppen im Norden Afghanistans seit längerem sind am (heutigen) Montag fünf Bundeswehrsoldaten leicht verwundet worden. Der Konvoi geriet im Distrikt Char Darrah bei Kundus, sieben Kilometer westlich des deutschen Provincial Reconstruction Teams (PRT), in eine Sprengfalle (Improvised Explosive Device, IED), teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mit. Dabei wurde ein gepanzertes Dingo-Transportfahrzeug angesprengt. Unmittelbar danach seien die Soldaten mit Gewehren und Panzerabwehrraketen, so genannten Rocket Propelled Grenades (RPG), angegriffen worden.

Die fünf Verwundeten wurden nach Bundeswehrangaben in das Polizeihauptquartier des Distrikts gebracht, das nördlich der Anschlagstelle liegt, und von dort mit Hubschraubern in das Rettungszentrum im deutschen Camp in Kundus ausgeflogen. Nach bisherigen Erkenntnissen saßen alle Verwundeten in dem angesprengten Dingo und wurden nicht während des anschließenden Feuergefechts verwundet.

Mehr Einzelheiten vielleicht später noch.

Auf die Schnelle habe ich die entsprechende Meldung nicht gefunden, aber nach meiner Erinnerung ist es schon länger her, dass deutsche ISAF-Truppen in einen kombinierten Hinterhalt mit IED und Feuergefecht gerieten – zumal so nah am deutschen Camp.

(Archivbild: IED-Suche im Distrikt Char Darrah, Oktober 2011 – © Timo Vogt/randbild.de)

 

17 Kommentare zu „RC N Watch: Deutsche Soldaten bei Hinterhalt nahe Kundus verwundet (mehr Einzelheiten)“

  • Rekom   |   05. August 2013 - 17:41

    Im Kosovo hätte man jetzt gesagt, dass sie uns unbedingt dort halten möchten …

  • küstengang01   |   05. August 2013 - 17:47

    Naja der Feind traut sich wieder was um die Int. Truppen unter Feuer aus dem Land zu jagen. Macht sich einfach besser wenn man den Druck in der Abzugsphase wieder erhöht, dann wird es wahrscheinlicher das der Westen eine Nulllösung wählt.
    Ergo sollte man jetzt auch im Gegenzug den Druck auf den Feind massiv erhöhen um ein Signal der Stärke zu senden. Sonst wird man bald den Abzugszeitplan nicht mehr halten können wenn erst wieder das Mörserfeuer auf die Feldlager zunimmt und man statt Material zu verladen im Schutzraum hocken muss.

  • wacaffe   |   05. August 2013 - 18:05

    Wäre ja was für den Tiger gewesen.

    Ach ne, den hat man ja strategisch so disloziert das ein scharfer Einsatz nahezu ausgeschlossen ist.

    Dürfte ja lustig werden wenn post 2014 dann mal ein reiner Sankonvoi auf einen deratigen hinterhalt mit killzone aufläuft. kein kampftruppen und so

  • xyz   |   05. August 2013 - 18:23

    „Ach ne, den hat man ja strategisch so disloziert das ein scharfer Einsatz nahezu ausgeschlossen ist. “

    Den scharfen Einsatz gab es längst. Das war das Gefecht bei dem der KSK-Soldat gefallen ist.

  • TomTom   |   05. August 2013 - 20:20

    War der NH-90 eingesetzt? Wäre ja wohl was gewesen.

  • Vtg-Amtmann   |   05. August 2013 - 21:24

    @TomTom: Mit ’nem „haushaltsausschuss-freundlich“ beigestellten MG links, dass man den Vogel von rechts mit ’nem abgesetzen Taliban samt Man-Pad oder SMG wie Holzadler-Schießen abschießen kann? Ihr werdet Euch noch wundern, was Eurem MH90NG bzw. SEA LION alles beigestellt wird und mangels MTOW bzw. Mission-Gross-Weight Eure Fregatten und EVG’s zu blinden, gehörlosen und faustlosen „Schiffchen“ macht! Aber irgendwie wird man Euch lästige und aufmüpfige Marineflieger mit Eurem Anspruch auf „Tiefe“ im Zuge der „Breite“ auch noch eliminieren können?

  • Knut   |   05. August 2013 - 22:03

    Aktualisierung: 20.30 Uhr

    Die fünf bei dem Sprengstoffanschlag leicht verwundeten deutschen Soldaten wurden per Hubschrauber in das Einsatzlazarett Kundus gebracht.

    Der beschädigte Dingo wurde geborgen und in das Feldlager Kundus verbracht. Alle beteiligten Soldaten des Konvois sind im Feldlager Kundus eingetroffen.

    Die verwundeten Soldaten haben ihre Angehörigen selbst informiert.

    Der Vorfall ist abgeschlossen.

    Einstellzeit: 21.05 Uhr

    Ansprechpartner für die Presse: Einsatzführungskommando der Bundeswehr

  • Voodoo   |   05. August 2013 - 22:26

    @Vtg-Amtmann
    Was hatte das Ganze jetzt mit Fregatten, EVGs und Marinefliegern zu tun?!

  • werner   |   05. August 2013 - 22:51

    @Vtg-Amtmann | 05. August 2013 – 21:24
    Verstehe den Zusammenhang nicht.

  • Frank ( der Andere)   |   06. August 2013 - 10:48

    Amtmann hält die Eigenschutzkomponente des Eskort NH 90 mit 1 MG3 für unterproportioniert.

  • Vtg-Amtmann   |   06. August 2013 - 11:21

    @voodoo, @werner: Ich gehe mal davon aus, dass tomtom Marineflieger und ein absoluter Verfechter des NH90 ist und das war ne ganz persönliche Message. >:-)

  • Marius   |   06. August 2013 - 11:25

    @Vtg-Amtmann: Nur weil er gefragt hat ob der NH-90 eingesetzt wurde? Na du bist ja echt ein Fuchs…

  • Voodoo   |   06. August 2013 - 11:42

    @ Frank (der Andere)

    Ist sie auch, nicht umsonst wurde für die CH das M3M angeschafft ;-)

    @ Vtg-Amtmann
    Verstehe, kam gestern allerdings irgendwie als nerd rage rüber…

  • Memoria   |   07. August 2013 - 16:57

    Sind wir eigentlich immernoch dauerhaft in Zugstärke im PHQ, obwohl die Raumverantwortung doch längst übergeben ist?
    Der Gesamtansatz (PHQ halten/ MAT auf Kdk-Ebene abziehen) erschließt sich mir nicht wirklich. Zumal die QRU im PHQ offenbar bei den zahlreichen Feuerkämpfen INS vs. ANSF im C.-D. nicht als takt. Reserve eingesetzt wird.

    Irgendwie im Kleinen wie im Großen: Just be.

  • Daniel S.   |   07. August 2013 - 20:16

    „Am 7. August um 16.15 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit kam es 13 Kilometer südöstlich des Feldlagers Kundus zum Beschuss deutscher Kräfte

    Während einer Aufklärungspatrouille wurden deutsche Soldaten von sechs bis acht Aufständischen mit Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen beschossen. Die deutschen Kräfte haben das Feuer mit Maschinengewehren MG 3 erwidert.

    Es wurden keine deutschen Soldaten verletzt. Ein Fahrzeug vom Typ Dingo wurde leicht beschädigt. Alle deutschen Kräfte sind wieder im Feldlager Kundus.

    Der Vorfall ist abgeschlossen.“

    http://www.bundeswehr.de

  • politisch inkorrekt   |   07. August 2013 - 20:37

    Hm seltsam…

    …wurde so etwas bisher auch schon mal gemeldet?

    „Die deutschen Kräfte haben das Feuer mit Maschinengewehren MG 3 erwidert.“

    Klingt, als würde es noch ein langer Sommer.

    pi

  • Memoria   |   16. August 2013 - 13:46

    Video-Bericht der Deutschen Welle, in dem auch der Angriff (ab 2:30) einschl. Tiger vorkommt:
    http://mediacenter.dw.de/german/video/item/1088525/Abzug_aus_Afghanistan/

    Auch im Jahr 2013 sind Dingos mit KMW 1530 im Einsatz – in MeS schickt man vermutlich derzeit welche mit FLW 100 nach Hause (die Bilder vom Abladen des Schiffes lassen das vermuten).