IED-Anschlag auf Fennek in Nordafghanistan – ein leicht Verwundeter

Bei einem IED-Anschlag auf einen Fennek-Spähwagen ist im Norden Afghanistans am (heutigen) Freitag ein deutscher Soldat leicht verwundet worden. Was die Bundeswehr bislang dazu meldet:

40 Kilometer südlich von Kundus wurde am 20. September gegen 10.20 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (12.50 Uhr Ortszeit) ein Spähwagen vom Typ Fennek mit einem IED angesprengt.
Dabei erlitt ein Soldat leichte Verletzungen. Der Soldat verblieb bei seiner Einheit, der Fennek wurde beschädigt, ist jedoch fahrbereit.

Ich bemühe mich um weitere Details, insbesondere um den genaueren Ort.

Nachtrag: Der Anschlag ereignete sich im Distrikt Baghlan-e Jadi, sagt das Einsatzführungskommando. Genauer gibt es das bislang nicht.

Nachtrag 2: Die ARD meldet, gestern sei der erste Konvoi mit Waffen und anderem sicherheitsrelevanten Material von Kundus nach Masar-i-Scharif gefahren. Wer die Ecke kennt, weiß, wo diese Konvois langfahren. Unter anderem durch Baghlan-e Jadid.

(Ausnahmsweise eine ganz private Meinung: Die Meldung, wie die ARD sie gebracht hat, hätte ich nicht gemacht. Und wenn ich sie xmal exklusiv gehabt hätte. /private Meinung off)

(Archivbild: Spähtrupp mit zwei Fenneks – Bundeswehr/PIZ Heer via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

15 Gedanken zu „IED-Anschlag auf Fennek in Nordafghanistan – ein leicht Verwundeter

  1. 40km südlich ist schon recht eindeutig.

    Das ist der nördliche Rand von Baghlan. Interessant wäre höchstens, ob es auf der LOC PLUTO geschah, oder abseits…

    pi

  2. Siehe oben: Baghlan-e Jadid, genauer derzeit nicht. Ob LOC und ähnliches wäre schon interessant.

  3. Ouvertüre des Abschiedskonzerts.
    Hoffe wir werden nicht auf dem falschen Fuß erwischt, denn Pik Ass haben wir nicht auf der Hand.

  4. Die ARD und andere fahren gerne mit ihren medialen Panzerketten (breit fahren, schmal denken) über die Sicherheitsinteressen Deutschlands und seiner Soldaten hinweg. Traurig, aber nicht mehr rückholbar.

  5. „Die ARD“ ist doch nicht (nur) auf eigene Faust in Nordafghanistan unterwegs. Derzeit meldet sich regelmäßig Schalten aus dem RC-North-Bereich. Und das nicht hinter irgendwelchen Büschen versteckt, sondern aus Feldlagern. Eben auch aus Kunduz.
    Wer wie die Bundeswehr Medienvertreter bei sich aufnimmt, der weiß und akzeptiert, dass diese auch berichten.
    Darüber hinaus ist der ‚Abzug‘ kein Geheimnis; schon gar nicht für die gegnerischen Kräfte vor Ort.

  6. Hm, ehe ich da missverstanden werde:

    Dass es Abzugskonvois gibt, ist kein Geheimnis – die sieht der Taliban vorbeifahren. Und dass die ARD, auch aus den Camps, darüber berichtet, halte ich für sinnvoll und angemessen.

    Ich hätte nur nicht veröffentlich, was jetzt so als erstes rausgeht, das war mein Punkt.

  7. Mal schauen wie sich die Sache in den nächsten Wochen entwickelt.
    Ist die IED ein Einzelfall oder will die andere Seite nochmal zeigen was sie kann?

    Beim rausgehen kann man auch noch stolpern.

  8. Nachtreten ist doch eigentlich eher unklug. Da wäre es doch besser, den abziehenden Gegner verschwinden zu lassen und sich auf das zu konzentrieren, was zurückbleibt. Oder haben die Aufständischen so viel Mensch und Material, daß man sich auch nutzlose Gefechte leisten kann?

  9. der sieg muss auch politisch sein. wenn man da nicht bis zum letzten moment druck macht bzw machen kann, könnte man sich hier ein klein wenig zufrieden mit der eigenen leistung fühlen.

    dazu die erniedrigung, die man mit ein paar schicke nhandyvideos noch erzeugen kann, wenn NATO in möglicherweise verlustreiche rückzugsgefechte verwickelt werden kann.

    im idealfall hat man am ende auch ein paar szenen ala botschaft in saigon im kasten.

  10. @ Markus:
    Genau das ist es…
    Selbst ein „kleiner“ Anschlag reicht, um vor Ort die mediale Wirkung zu erzielen.
    Causale Kette für den „Normal-Afghanen“:
    Anschlag auf ISAF–> ISAF macht Lager zu und zieht ab –> Anschlag Erfolg.

    Sozusagen ein „Ich wars“ der INS vor Ort…

    Plus natürlich Flöcke einschlagen „für später“…

  11. Weitere „Einschläge“ bei den ANSF:

    – Gestern: Kämpfe zwischen ALP (4 KIA) und INS (3 KIA) in Hazrat-e- Sultan

    – Heute: NDS-Chef von Chahar Dareh bei Anschlag getötet (http://inagist.com/all/382001976013496320/)

    Laut SPIEGEL-Artikel über Herat kostet ne AK-47 nun wieder 1500 US-Dollar – stets ja ein Index für die Instabilität.

    Wir verlassen das sinkende Schiff hoffentlich noch rechtzeitig.

  12. Aktualisierung des EinsFüKdo:
    Aktualisierung: 21. September, 10.15 Uhr
    „Bei dem leicht verwundeten Soldaten war eine über die Erstversorgung hinausgehende medizinische Behandlung nicht erforderlich. Der Soldat verblieb bei seiner Einheit. Ein Gefechtsfahrzeug vom Typ Fennek wurde beschädigt, ist jedoch weiterhin fahrfähig.

    Im Nachklang wurde ein zweiter Sprengsatz gefunden und entschärft. Die betroffenen Kräfte befinden sich wieder im Feldlager.

    Der Vorgang ist abgeschlossen.

    Einstellzeit: 10.45 Uhr“

    Interessant der offenbar geplante, aber nicht erfolgte „second hit“.

Kommentare sind geschlossen.