RC N Watch: Sieben Tonnen Sprengstoff bei Kundus sichergestellt

Sieben Tonnen Explosive Devices sind eine Menge Material für zahlreiche Sprengfallen (auch wenn, ich gebe es zu, das nicht zwingend sieben Tonnen Sprengstoff entspricht). Diese Menge haben die Afghanen in der Provinz Kundus im Distrikt Aliabad sichergestellt, der direkt südlich an die Stadt Kundus angrenzt, Richtung Baghlan. Von TOLO News:

Afghan security forces seized seven tonnes of explosive devices in northern Kunduz province on Sunday night, local officials said.
Five men, all Pakistani nationals, were arrested in connection with the cache.
The devices were placed in 138 cement packages and were being transported in a Pakistani truck in the province for insurgents, said the 303 Pamir Police Zone in northern Afghanistan spokesman Lal Mohammad Ahmadzai.

Preisfrage: Was sagt das über die Sicherheitslage in der Provinz? Gut, weil die Lieferung abgefangen wurde? Schlecht, weil überhaupt eine solche Menge Bombenmaterial da unterwegs ist?

10 Gedanken zu „RC N Watch: Sieben Tonnen Sprengstoff bei Kundus sichergestellt

  1. Bei guter Sicherheitslage würde man als Schmuggler das Material auf kleinere, unauffälligere Ladungen aufteilen müssen wäre mein Bauchgefühl.

  2. Vielleicht wurde der Sprengstoff (bzw. die explosive devices) in so großer Menge ja gerade deshalb dorthin geliefert, weil man Schwierigkeiten hat und wieder einen Fuß in die Tür kriegen möchte.

  3. @ tez .. erhöht damit aber wieder die wahrscheinlichkeit überhaupt entdeckt zu werden und damit das erste glied in ner verfolgbaren spur zu erzeugen.

    logistik wird ebenfalls komplizierter, da man das zeug nicht mehr auf einen schlag an die lokalen „kunden“ loswird. sprich man müsste lagerhaltung betreiben oder den distributionspunkt längere zeit aufrecht erhalten. wiederholter lieferverkehr könnte ebenfalls ungewollte aufmerksamkeit generieren.

    … da ergeben sich wieder diverse ansatzpunkte für die gegnerische aufklärung.

  4. Die Nachricht (wenn sie denn wirklich stimmt) ist schlecht, aber nicht überraschend. Sie besagt: Die Aufständischen wollen
    – erstens den abziehenden NATO-Truppen noch einmal eine Lektion erteilen, die sie von jeder Idee abhält, noch einmal zurückzukehren;
    – zweitens sich rüsten für einen möglichen bzw. wahrscheinlichen Bürgerkrieg in der post-ISAF-Zeit, dies auch im Norden.
    Alles zusammen sind das Indizien dafür, dass eine extrem kritische Phase in Afghanistan bevorsteht. Aber das wissen wir bereits.

  5. Vielleicht waren die Schmuggler auch nur Schmuggler?

    Tim Lynch von Free Range International hat vor ner Weile mal auf einen ähnlichen Fall aufmerksam gemacht (dort war es ein Jingle Truck voller Emulite), das aber wohl für den Bauindustrie-Schwarzmarkt bestimmt war.

    So genaues weiß man halt nicht, das ist auch nur eine Möglichkeit unter vielen.

  6. Interessant wäre zu wissen, ob es explosive devices waren, wie genannt, oder vielleicht nur Dünger (Ammoniumnitrat) als Zutat für HME (Home Made Explosive). Wer weiss außerdem wieviel es tatsächlich war? Afghanische Sicherheitskräfte neigen ebenso wie die Insurgenz gerne zu Übertreibungen.
    Ich denke nicht, dass es gebrauchsfertiger Sprengstoff war, denn dann wären sieben Tonnen eine ziemlich große Menge.

    @Alarich: Entweder aus Pakistan oder aus der Gegend. In den Bergen kann man so ziemlich alles verstecken und betreiben, auch HME-Küchen.

    Ansonsten pflichte ich KeLaBe bei…

  7. Hmmm… Hoffentlich kommt da nochn bißchen was nach (Bilder / Fakten)… So spärlich ist A / B / F schwierig… Vor allem weil die ANSF so zählen: eins, zehn, hundert, tausend… Meine Frage: Wer hat hier wem zuwenig gezahlt oder wie viele „Zementlaster“ fahren direkt an den feiernden Sicherheitskräften vorbei?

  8. @ Gladius
    Vielleicht war’s auch einfach „Pech“. Die 303 Pamir ist meines Wissens eine überregionale Polizeitruppe, und hatte unter General Daud Daud auch den Ruf wirksam zu sein.

    Nicht zuletzt deshalb wohl wurde wohl er letztes Jahr umgebracht, und nicht der ISAF-Kommandeur für den RC Nord. Von daher scheint es gar kein so schlechtes Zeichen zu sein, dass die 303 Pamir auch ohne ihn was zu leisten scheint.

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