Bundeswehr-Stärke im August 2017: Ziel wieder knapp verfehlt

Nein, das ist kein Schreibfehler in der Überschrift. Erst am (heutigen) 2. Oktober, so spät wie nie und erstmals nicht im Folgemonat, hat die Bundeswehr die Zahlen zu ihrer militärischen Personalstärke im August 2017 veröffentlicht. Das mag vielleicht damit zu tun haben, dass erneut ein wichtiger Meilenstein verfehlt wurde, wenn auch nur knapp: Nach wie vor sind in der Truppe nicht ganz die angestrebten 170.000 Zeit- und Berufssoldaten aktiv. Diese Zahl hatte als Teil der Trendwende Personal eigentlich schon Ende vergangenen Jahres erreicht werden sollen und war dann für Sommer dieses Jahres angepeilt worden.

Nach den Zahlen, die die Bundeswehr unter dem immer gleichen Link  veröffentlichte, gab es zum Stichtag 31. August 178.641 aktive Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr – geringfügig weniger als die 178.823 Ende Juli. Unter ihnen waren 169.993 Berufs- und Zeitsoldaten, knapp mehr als die 169.856 Berufs- und Zeitsoldaten im Monat zuvor. Angesichts der Tatsache, dass die Bundeswehr bereits für Juli gemeldet hatte, zwischenzeitlich die Schwelle von 170.000 überschritten zu haben (wenn auch ohne nähere Dokumentation für die Öffentlichkeit), scheint es nach wie vor schwierig bis nicht möglich, diese Grenze dauerhaft zu überwinden.

Die Statistik für August:

178.641 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 1.005
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 2.276
Streitkräftebasis: 28.201
Zentraler Sanitätsdienst: 19.905
Heer: 60.907
Luftwaffe: 28.336
Marine: 16.256
CIR: 12.218
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 971
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.541
Bereich Personal: 7.025, davon 4.174 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 169.993 Berufs- und Zeitsoldaten und 8.648 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt Januar bis August: 9.651).

Zur Bundeswehr gehören 20.734 Soldatinnen.

Stand: 31. August 2017

Der Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen:

Juli 2017

Juni 2017

Mai 2017

April 2017

März 2017

Februar 2017

Januar 2017

Dezember 2016

November 2016

Oktober 2016

September 2016

August 2016

Juli 2016

Juni 2016

Mai 2016

April 2016

März 2016

Februar 2016

Januar 2016

Januar 2013 bis Dezember 2015

Nachtrag: Beginnend mit den Zahlen für August 2017 stelle ich die Statistik der Bundeswehr-Webseite auch als pdf-Datei zur Verfügung, damit bei der Suche künftig auch die Originalquelle zumindest in der Form vorhanden ist:
20171002_mil_Personalstaerke_Bw_Aug2017

(Archivbild: Bundeswehrsoldaten im MINUSMA-Einsatz in Gao, Mali, im April 2017 – Florian Gaertner/ photothek.net )

121 Kommentare zu „Bundeswehr-Stärke im August 2017: Ziel wieder knapp verfehlt“

  • Koffer   |   03. Oktober 2017 - 18:47

    @Insider | 03. Oktober 2017 – 17:41
    „Ja bei den Schülern mag es so sein, weil dort noch der Hochglanzwerbung geglaubt wird.“

    Das war schon so, bevor die Bw mit „Hochglanzwerbung“ angefangen hat. Die gute Positionierung der Bw als „Arbeitgeber“ bei Schülern ist schon jahrelang konstant.

    Übrigens auch das allgemeine Ansehen der Bw im Vergleich zu anderen Regierungsinstitutionen…

    Das mag mancher intern nicht gerne hören, denn das stört dann sein „ich-rede-gerne-alles-schlecht-an-der-Bw“, aber es ist nun einmal so.

    „Spätestens wenn sich das Kasernentor hinter einem Bewerber schliesst und die Wirklichkeit Einzug hält, ändert sich das Bild sehr häufig.“

    Und warum haben wir dann jedes Jahr mehr BS-Anträge als wir brauchen? Und warum reichen nur sehr wenige ihren Abschied ein?

    Weil objektiv alles so schlecht und „draußen“ viel besser ist, oder vielleicht weil man im innersten weiß, dass es im ganzen gar nicht so schlecht ist, aber das nörgeln über die Details so weit verbreitet ist?!

    „Natürlich sollte das eigentlich nicht so sein, aber was soll man denn heute noch wirklich gut finden?“

    Eine Menschenführung, die im Vergleich zu vielen zivilen Unternehmen vorbildhaft ist, ein Berufsfeld, welches im Vergleich zu einem großen Teil des Rests des öffentlichen Dienstes abwechslungsreich UND sinnstifend ist?! Ein Dienstherr, der mehr für Bildung und Ausbildung ausgibt als nahezu JEDER andere „Arbeitgeber“?

    „Die (wahrscheinlich) durchaus gut gemeinten Dinge wie z.B. SAZV, sind in der Praxis einfach nur grottenschlecht gemacht.“

    In der Tat müssen wir auch in solchen Dingen besser werden, die SAZV hat das Kinde mit dem Bade ausgeschüttet, aber das „alles-ist-so-schlecht-Reden“ geht schon viel länger zurück als dieses Ärgerliche „vdL-Geschenk“…

    „Oder warum muss ich z.B. als Fernpendler jeden Monat meine Miete für die TG Wohnung beantragen? Reicht es nicht, das die grundsätzlich so lange weitergezahlt wird bis sich etwas ändert? Oder traut man mir nicht, dass in dienstlichen Angelegenheiten zur Wahrheit verpflichtet bin?“

    Und was hat das mit der Bundeswehr zu tun? TG und RK sind ein allgemeines Ärgernis in der DEU Verwaltung und werden überwiegend durch BMF und BMI gesteuert. Das BMVg hat daran nur einen sehr geringen Anteil.

  • Koffer   |   04. Oktober 2017 - 0:02

    @Elahan | 03. Oktober 2017 – 18:44
    „Schön, dass die Situation bei den StOffz so ist.
    Bei den Uffz m.P. BS ist es nicht so und die sind es welche uns fehlen.“

    Das ist nicht korrekt. Mit Ausnahme von einigen Spezialverwendungen haben wir volle BS Jahrgänge und immer mehr Bewerber als notwendig um gut auswählen zu können.

    Und eine vergleichbare Aufzählung an Vorteilen wie ich sie für Offiziere bereits gemacht habe, lässt sich leicht jeweils auch für Landser/UoP/UmP als sowohl als SaZ , als auch als BS im Vergleich zu den zivilen „Counterparts“ machen. Wie gesagt mit Ausnahme von einigen wenigen Spezialisten…

    Müssen wir (noch) besser werden? Ja.
    Sind wir schon gut? Ja, definitiv!

  • Insider   |   04. Oktober 2017 - 0:44

    @Koffer
    Bei der Menschenführung gebe ich Ihnen Recht, wobei das stark von den handelnden Personen abhängig ist. Das ist aber in jeder großen Firma so. Die Personalführung verdient ihren Namen jedoch in keinster Weise.
    Außerdem behaupte ich nicht das draußen alles besser ist, deswegen macht es das trotzdem innerhalb der BW nicht besser.
    Zum abwechslungsreichen und sinnstiftenden Dienst in Ämtern und KdoBehörden verkneife ich mir besser jeden weiteren Kommentar. Und wenn ich Ihre Kommentare richtig interpretiere, sehen Sie das genauso.
    Zum Thema Bildung und Ausbildung ist das bei den SAZ vielleicht richtig. Ist man aber einmal BS, sieht das völlig anders aus. Ich wollte früher gerne hier und da mal fachlich weitergebildet werden, aber versuchen sie mal dafür Unterstützung oder ggf.auch Gelder oder frei zu bekommen. Selbst für einen banalen Englisch SLP musste ich in Eigeninitiative kämpfen. Und dann bekommt man noch Sprüche zu hören als ob man in Urlaub geht.
    Und für Lehrgänge, die man vor Jahren mal besucht hat, kann man sich heute nichts mehr kaufen, wenn man nicht regelmäßig zur Scheinerhaltung geschickt wurde oder weil sich die Lehrgangslandschaft gravierend geändert hat.

    Das Thema TG war vielleicht nicht zu 100% passend, nehmen Sie n dessen Stelle gerne einen anderen Vorgang. Beispiel: Befehl für eine dienstliche Veranstaltung geselliger Art. Da müssen Sie den Befehl schon 4-6 Wochen vorher schreiben und mind. 3x überarbeiten, bis er inhaltlich jedem passt, er durch sämtliche Mitprüfungsinstanzen gelaufen ist und jemand seine Unterschrift darunter gesetzt hat.

  • ThoDan   |   04. Oktober 2017 - 0:58

    @Koffer

    Mkn verdienen zumindest manche Facharbeiter pro h mehr als Feldwebel, selbst wenn man sich an die SAZV hielte.

    Schichtdienst ohne Vergütung, Schicht nach Belieben – damit kämen sie im zivilen nie durch.

    @Insider

    Was spricht gegen die private Nutzung?

  • DeltaR95   |   04. Oktober 2017 - 10:38

    @ koffer

    Verzeihen Sie mir den ironischen Nachschlag, aber die Zahl von Bewerbern sagt ohne Wertung deren Qualität – und damit meinen wir nicht das schiefgelegte Korridorbewertungssystem der Bundeswehr – gar nichts aus. Die Bundeswehr steht weniger vor einem quantitativen als qualitativen Personalproblem, sprich, sie braucht z.B. nicht irgendeinen ITler, sondern einen aus dem oberen Drittel. Die Besoldung der Bundeswehr ist speziell für ungelernte und allerwelts Berufe sehr gut, das steht außer Frage. In den richtigen Fachverwendungen ist sie es nicht. Deshalb hat ja manche Landespolizei den mittleren Dienst de facto abgeschafft…

    Thema TG… natürlich ist das ein generelles Problem, dennoch könnte ein Ressort, das häufig durch Kampfansagen in der Werbung um Personal auffällt, die Änderungen initial anstossen… das würde auch was für das Image tun.

    Ansonsten gebe ich ihnen Recht, Schlechtreden in der Öffentlickeit sollte nicht sein. Intern muss man auf berechtigte Kritik eingehen. Das hat man mMn jahrelang verschlafen und damit das Fehlverhalten der Belegschaft, wie Sie es so gern negativ darstellen, selber heraufbeschworen… zu neudeutsch, Change Management fand halt nicht statt.

  • ThoDan   |   04. Oktober 2017 - 13:43

    @DeltaR95  

    Schlechtreden nicht, aber die Öffentlichkeit hat ein Recht auf die Faktenlage der BW.
    Auch um den Verbrauch an Steuergeldern zu rechtfertigen, für an dysfunktionale Ausrüstung(Veraltet, ungeeignet etc.) verschwendete Gelder zahle ich z.B. nur ungern Steuern.

  • Insider   |   04. Oktober 2017 - 19:08

    @ThoDan
    Ich gehe davon aus das sie die private Nutzung der Ladesäulen meinen.
    Gründe das zu verhindern gibt es immer und bevor auch nur der Verdacht entsteht, das dem Soldaten ein, wie auch immer gearteter Vorteil entstehen könnte, wird es erst einmal verboten. Aber so ist die Bundeswehr heute eben. Da sind wir wieder beim Absicherungsdenken und der Bürokratie, welche der Attraktivität an vielen Stellen im Weg steht.
    Noch ein Beispiel,
    Da werden werden die tollen Flachbildschirme und Wandhalter für Lehrgangsteilnehmer angeschafft und dann verzögert sich die Installation über mehrere Wochen, weil keine Dübel vorhanden sind. Die naheliegende Lösung, mal eben zum Baumarkt und Dübel kaufen? Nicht bei der Bundeswehr.
    Ich weiß, dass das alles nichts mit dem Kernauftrag zu tun hat, aber daran zeigt sich die nach wie vor vorhandene Denkweise in vielen Bereichen, die viele Bestandssoldaten frustriert.

  • ThoDan   |   04. Oktober 2017 - 19:52

    @Insider

    Liest sich für mich, vernünftige Gründe gibt es keine und wo dem Soldaten daraus ein finanzieller Vorteil entstehen könnte sehe ich auch nicht

    Da sowas ja der Umwelt nützen soll, wüsste ich gerne wie der Verantwortliche das verantworten will?

  • IstEgal   |   04. Oktober 2017 - 20:06

    @Insider

    Kleine Geschichte am Rande….

    Bei WhiteBoards und Pin-Wänden für die Bürowände hat bei uns die Fertigstellung, von Feststellung das wir sie brauchen bis nutzen können 6 Monate gebraucht. Das lag nicht daran das wir ewig für die Feststellung gebraucht hätten aber die Firma die sie anbauen sollte kam erst nach 5 1/2 Monaten und hatte dann nicht die richtigen Dübel für die Wände dabei, unser Vorschlag dann machen wir den Schei…. eben schnell selber wurde abgelehnt und verboten mit der Begründung Unfallschutz und für so was gibt es Verträge mit Firmen.
    Da schüttelt man halt den Kopf und macht weiter aber es befremdet halt schon.

  • Elahan   |   04. Oktober 2017 - 20:53

    @Koffer

    „Das ist nicht korrekt. Mit Ausnahme von einigen Spezialverwendungen haben wir volle BS Jahrgänge und immer mehr Bewerber als notwendig um gut auswählen zu können“

    Das ist kein Widerspruch zu dem was ich schrieb!
    BS haben wir genug, aber das ist kein Nachwuchs, das ist Bestand.
    Wenn es Ihnen um die Besetzung der BS Stellen geht, haben wir kein quantitatives Problem.

    Also wo fehlt uns der Nachwuchs?

  • Koffer   |   04. Oktober 2017 - 23:06

    @Elahan | 04. Oktober 2017 – 20:53
    „Wenn es Ihnen um die Besetzung der BS Stellen geht, haben wir kein quantitatives Problem.“

    Und auch (überwiegend) kein qualitatives Problem.

    „Also wo fehlt uns der Nachwuchs?“

    In Spezialverwendungen (z.B. Technik, Beamte, nur Bachelor oder Sanität, Soldat Fw oder Sanität SanOffz, Spezialist, einsatztauglich und einsatzwillig).

    Und teilweise auch bei Niedrigqualifizierten, mit guter körperlicher Gesundheit/Leistungsfähigkeit, außerhalb der Kampftruppe (die hat immer genug Bewerber).

  • Elahan   |   05. Oktober 2017 - 7:01

    @Koffer

    So ist es und laut PersAmt vorwiegend SaZ Uffz m.P.

  • Kerveros   |   05. Oktober 2017 - 13:07

    @Koffer

    Und warum haben wir dann jedes Jahr mehr BS-Anträge als wir brauchen? Und warum reichen nur sehr wenige ihren Abschied ein?

    Weil es eben sehr bequem ist… allen Nachteilen des Soldatenberufes zum trotz. Unkündbar auf einer Stelle zu sitzen und am Monatsanfang ein definitiv nicht schlechtes Gehalt zu bekommen…
    Und ja, viele haben Angst vor ‚draußen’… viele der ‚Stellenbesetzer‘ sicherlich auch nicht zu Unrecht, draußen kämen die mit ihrer ‚Arbeitshaltung‘ nämlich regelmäßig nicht durch.

    Das heisst nicht, dass in der einen oder anderen Richtung alles schlecht wäre – aber auch: dass die reine Besetzungszahl von Stellen auch ein fragwürdiger Indikator ist.
    Da das BAPersBw aber eben auf genau diesen abstellt und Leute qua Bedarf geeignet erklärt werden, ist der Rest dann auch wieder irrelevant (sprich: das qualitative Problem gibt es per Definition regelmäßig nicht)

  • gast   |   05. Oktober 2017 - 13:31

    @ koffer

    Interessanterweise fehlt es der Bundeswehr genau da, wo jeder (ehemalige) Soldat auch außerhalb der Bundeswehr problemlos eine adäquate Stelle angeboten bekommt. Daher ist die Attraktivität auch nur durch diesen Bereich zu bewerten. Als Soldat per se habe ich grundsätzlich wenig Alternativen im Zivilen, als Arzt, Techniker, etc. finde ich problemlos ein entsprechendes Stellenangebot.

    Aber grundsätzlöich darf ich Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, dass nicht nur die Entlohnung zählt: Ich als ehemaliger SanStOffzArzt kann Ihnen sagen, dass letzlich nicht der knappo 3fache Bruttoverdienst im Zivilen nicht das entscheidende Kriterium für einen Wechsel des Arbeitgebers den Auschlag gegeben hat (auch ich weiss die Add-Ons der Bw wie UTV, angemessene Pension etc. zu schätzen). Aber ich weiss noch viel mehr zu schätzen, dass mein jetziger Arbeitgeber meine Fähigkeiten als Spezialist würdigt, und mich nicht ständig quengelt, mich mit „Uniformität“ auf die gleiche Stufe mit deutlich geringer Quzalifizierten stellt, etc. Auch wenn das nicht gerne gehört wird: 6 Jahre Studium und eine mind. 5 jährige Fachausbildung qualifizieren mich nuneinmal anders als einen Ungelernten. Und daher ist es nunmal für mich nicht nachvollziehbar, dass ich bspw. in AFG wie alle Soldaten auch mit mind. 4 Mann auf einer Stube schlafen soll. Ein adäquater Umgang mit dem eigenen Personal ist nunmal ein Zeidehen der Wertschätzung. Und das sollte nunmal nicht damit aufhören, dass ich als SanStOffzArzt grundsätzlich nicht nach Altersband 2 vorzeitig meinen Dienst beenden darf, weil der Bedarf – ach Oh Wunder, auf absehbare Zeit nicht gedeckt werden kann, oder eine deutlich erhöhte Einsatzfrequenz inzwischen selbstverständlich ist. Andernorts werde ich als qualifizierte Fachkraft einfach ernst genommen. Und daher glaube ich nicht, dass die Bw eine ausreichende Anzahl „der Besten“ jedweden Berufszweiges für sich gewinnen kann.

    Gast

  • Koffer   |   06. Oktober 2017 - 1:10

    @gast | 05. Oktober 2017 – 13:31
    „Und daher ist es nunmal für mich nicht nachvollziehbar, dass ich bspw. in AFG wie alle Soldaten auch mit mind. 4 Mann auf einer Stube schlafen soll.“

    Das (als Symptom/Beispiel) ist in der Tat ein gutes Argument, warum die Bw vielleicht nicht der richtige „Arbeitgeber“ für Sie war. Und ich meine das ganz ohne Vorwurf und fern jeglicher Disqualifizierung. Unser Beruf und die damit einhergehenden (aus externer/ziviler Sicht) „unlogischen“ Eigentümlichkeiten ist eben nicht für jeden der richtige. Manche fühlen sich halt als „Nur-Spezialisten“ in einem zivilen Umfeld wohler…

    „Und daher glaube ich nicht, dass die Bw eine ausreichende Anzahl „der Besten“ jedweden Berufszweiges für sich gewinnen kann.“

    Die Antwort hierauf ist hier wiederum, dass nicht immer der fachliche „Qualifizierteste“ auch der „Beste“ für uns ist…

  • DeltaR95   |   06. Oktober 2017 - 11:14

    @ Koffer

    Genau ihre Aussage ist der ideale Spiegel für das Problem der Bundeswehr… sie will sich den Ansprüchen ihrer Bewerber nicht (im erforderlichen und dennoch angemessenen Rahmen für die Auftragserfüllung) anpassen… und alleine deshalb wird sie bald richtig qualitative Probleme in den Spezialverwendungen bekommen – und so leid es mir tut, meiner Meinung nach ist der „einfache Infanterist“ im Schlachtfeld der Zukunft (autonome Systeme lassen grüßen) eine Nischenerscheinung …

    Btw… warum hatten eigentlich andere Nationen im Auslandseinsatz Einzelunterkünfte für ihre Offiziere? Wenn das bei der Bundeswehr ein „Kill-Kriterium“ ist, wie sie es darstellen?

  • Koffer   |   06. Oktober 2017 - 11:46

    @DeltaR95 | 06. Oktober 2017 – 11:14
    „Genau ihre Aussage ist der ideale Spiegel für das Problem der Bundeswehr… sie will sich den Ansprüchen ihrer Bewerber nicht (im erforderlichen und dennoch angemessenen Rahmen für die Auftragserfüllung) anpassen…“

    Ich sehe nicht, dass die Bw (derzeit!) ein großes, querschnittliches Problem mit Bewerbern hätte.

    „und so leid es mir tut, meiner Meinung nach ist der „einfache Infanterist“ im Schlachtfeld der Zukunft (autonome Systeme lassen grüßen) eine Nischenerscheinung …“

    LOL. Das höre ich seit 20 Jahren (solange ich Soldat bin) und seit dem ist nur eines passiert: die Infanterie hat sich zuerst relativ vergrößert und dann absolut. Und etwas ähnliches gilt für die Kampftruppe allgemein. Hier kam es zwar zeitweise zu einer absoluten und auch relativen Verkleinerung, aber das Pendel schwingt ja gerade wieder zurück (übrigens so, wie es zahlreiche Fachleute vor 15 Jahren bereits prophezeit hatte).

    Von daher bin ich da SEHR gelassen :)

    Aber unabhängig davon, ging es bisher in diesem Faden ja (bis zu Ihrem Post) gar nicht um Infanterie (oder Kampftruppe), denn diese haben ja überproportional viele Bewerber und bei denen würde sich auch niemand über eine Mehrfachbelegung im Einsatz „beschweren“.

    Es ging zunächst um die Frage, ob die Bw ein attraktiver „Arbeitgeber“ ist und meine Antwort war: JA, sowohl absolut, als auch erst Recht relativ im Vergleich zu zivilen „Arbeitgebern“ und anderen Dienstherren.

    Sowohl bei den „weichen“ Faktoren wie Menschenführung, Fürsorge, interessanter Beruf etc., als auch bei den „harten“ Faktoren wie Besoldung, Pension etc.

    Dann wurde behauptet, dass die Bw als „Arbeitgeber“ ein schlechtes Image in der Öffentlichkeit habe und dies habe ich mit aktuellen und früheren Erhebungen widerlegt.

    Dann ging es um die Frage ob die Bw INTERN ein schlechtes Ansehen hat und dem habe ich zugestimmt. Denn es ist nun einmal eine Tatsache, dass die Stimmung schon seit längeren nicht gut ist (ob das objektiv berechtigt ist, spielt hierfür zunächst einmal ja auch gar keine Rolle).

    „Btw… warum hatten eigentlich andere Nationen im Auslandseinsatz Einzelunterkünfte für ihre Offiziere? Wenn das bei der Bundeswehr ein „Kill-Kriterium“ ist, wie sie es darstellen?“

    Wieso? Habe ich doch nie.

    Nicht in jedem Einsatz sind Bw Offiziere in Mehrfachunterkünften und nicht in jedem Einsatz haben andere Nationen ihre Offiziere in Einzelunterkünften…

    Das ist doch immer von der konkreten Lage abhängig!

    Ich habe lediglich gesagt, dass wir (die Bw) für jemanden, dem eine Einzelunterkunft im Einsatz wichtig ist (erst Recht mit dem Hinweis auf seine „höhere fachliche Qualifikation und sein langes Studium) vielleicht bei einem anderen „Arbeitgeber“ (zurecht) glücklicher wird…

    Nicht immer ist der „fachlich qualifizierteste“ auch der „beste“ Bewerber für uns!

  • Insider   |   06. Oktober 2017 - 12:15

    @Koffer
    Was schlagen Sie denn vor, wie die Bundeswehr wieder intern ein besseres Ansehen bekommen kann?

  • Gast   |   06. Oktober 2017 - 20:35

    @koffer

    Bedenken Sie aber bitte eines:

    Die bw hat sich selbst eine hohe fachliche Qualität für die Einsätze auferlegt: Stichwort „Sanitätsdienstliche Maxime“. Das diese schon lange unreine Fasade ist, ist Ihnen sicherlich bekannt und Nachweis hierfür auch insbesondere bw-intern ebenso bekannt. Nach bw eigener Aussage der bw ist der Zuspruch in den kämpfenden Einheiten auch ein Verdienst des scheinbar gut aufgestellten Sanitätsdienstes. Mit Ihrer Meinung locken sie aber leiderkeinen hochqualifizierten Arzt hinter dem Ofen hervor. Oder wie erklären Sie sich insbesondere den Mangel in allen Fachrichtungen an einsatzbereiten Fachärzten. Da gibt es schon seit Jahren lediglich eine Quote von teilweise unter 20% und damit wollen Sie dann eine Versorgung wie im Inland aufrecht erhalten???

  • Koffer   |   06. Oktober 2017 - 22:53

    @Insider | 06. Oktober 2017 – 12:15
    „Was schlagen Sie denn vor, wie die Bundeswehr wieder intern ein besseres Ansehen bekommen kann?“

    Ich bin nicht für die Kommunikation der Bundeswehr zuständig (weder intern noch extern), aber ich persönlich denke es müsste eine komplexe und mindestens mittelfristig angelegte Operation sowohl durch weitere Verbesserung der „harten“ Fakten (z.B. Situation Pendler, grundlegende Überarbeitung SAZV, Intensivierung militärischer Übungsvorhaben zur Steigerung der soldatischen Befähigung), als auch „weicher“ Faktoren (z.B. Betreuungseinrichtungen, Orden/Ehrenzeichen/Uniformen, Stil und Form).

    Darüber hinaus müsste sich die politische Leitung wieder stärker darum kümmern wofür sie eigentlich da ist. Gleichzeitig müssten die militärische Führer vom GI bis zum GrpFhr einerseits in ihrer jeweiligen Rolle gestärkt werden, aber auch deutlicher persönlich mit ihrem Erfolg/Mißerfolg verbunden werden.

    Und schlussendlich käme m.E.n. der Kommunikation über die Kernforderungen an Soldaten ggü. Bewerbern und dann jungen Soldaten vom ersten Tag ihres Dienstes an eine entscheidende Bedeutung zu. Nur jemand, dem man von Anfang an klar und deutlich gesagt hat, was zum Beruf dazu gehört, kann sich auch mittel- und langfristig mit diesem Beruf identifizieren.

    @Gast | 06. Oktober 2017 – 20:35
    @koffer
    „Die bw hat sich selbst eine hohe fachliche Qualität für die Einsätze auferlegt: Stichwort „Sanitätsdienstliche Maxime“.“

    Ja, das hat sie in der Tat. Ob das zum einen wirklich die richtige „Maxime“ ist und ob diese selbst wenn zum anderen auch eingehalten würde, sei hier aber mal dahin gestellt.

    „Nach bw eigener Aussage der bw ist der Zuspruch in den kämpfenden Einheiten auch ein Verdienst des scheinbar gut aufgestellten Sanitätsdienstes.“

    Was für ein „Zuspruch in den kämpfenden Einheiten“?! Natürlich ist das Vertrauen in eine leistungsfähige sanitätsdienstliche Versorgung ein relevanter Faktor im inneren Gefüge, aber deswegen hat der SanDst in seiner jetzigen Form doch keinen „Zuspruch in den kämpfenden Einheiten“?! Ich bin jetzt über 19 Jahre in der Kampftruppe und ich kann ihnen versichern, dass der SanDstBw in seiner jetzigen Form einen miserablen Ruf bei der Kampftruppe hat. Vor allem, weil er m.E.n. in den letzten 10-15 Jahren noch undisziplinierter und unsolidatischer und bürokratischer geworden ist, als er es früher eh schon war. Und seit er auch einen immer größeren Teil an Ressourcen im Einsatz frisst mögen ihn sogar noch nicht einmal mehr die Planer :(

    Ausnahmen sind nach meiner Erfahrung nur diejenigen Sanitäter (vom Landser über den Fw bis zum SanOffz), die auch noch glaubwürdig als Soldaten überzeugen. Beispielhaft sind hier sicherlich die LLSan, die SanKr der Marine und das Kdo SES und manche Teileinheiten mit konkretem Einsatzbezug, aber dann wird es auch schon langsam auf.

    „Mit Ihrer Meinung locken sie aber leiderkeinen hochqualifizierten Arzt hinter dem Ofen hervor.“

    Ich muss niemanden „mit meiner Meinung hinter dem Ofen hervorlocken“. Wenn jemand nicht Soldat sein will (mit allem was dazu gehört), dann sollte er auch kein SanOffz werden… Wir können niemanden brauchen (egal wie „fachlich“ qualifiziert er sein mag), der der falsche für unseren Beruf ist.

    „wie erklären Sie sich insbesondere den Mangel in allen Fachrichtungen an einsatzbereiten Fachärzten. Da gibt es schon seit Jahren lediglich eine Quote von teilweise unter 20% und damit wollen Sie dann eine Versorgung wie im Inland aufrecht erhalten???“

    Entschuldigung, warum machen Sie mich denn für die Strukturfehler der Sanität verantwortlich?! Die Sanität, die jetzt seit fast 15 Jahren ausschließlich von SanOffz geführt wird, liegt jetzt nun in dem Bett, auf dem sie sich selbst gebettet hat.

    Natürlich gibt es auch grundsätzliche Probleme, die selbst mit besten Willen nicht lösbar wären, aber ein Großteil der Probleme des ZSan kommt doch daher, dass man sich (und seine Angehörigen) mehr und mehr versucht zu „zivilisieren“ uns ich dann wundert, warum die Leute dann nicht mitspielen, wenn man dann verlangt, dass sie sich hin und wieder auch mal wie Soldaten verhalten sollen.

  • Gast   |   07. Oktober 2017 - 1:39

    @ Koffer

    Ich stimme ihnen in fast allem zu.

    Nun stellt sich aber die Frage an „die führung“ (wer auch immer das sein mag …):

    Wenn dies nun ja so nicht funktioniert (ich würde sogar sagen wollen „versagt hat“), wann überdenkt man seine Entscheidungen und zieht klare Konsequenzen, oder wie lange pflegt man die äußere Fassade (im Fall des sandst zu Lasten der Gesundheit im Zweifel der im Einsatz verwundeten).

    Und trotzdem denke ich, hat der sandst im Einsatz einen guten Zuspruch – oder denken sie, dass die kampftruppen ohne einen aus deren Sicht handlungsfähigen sandst im Einsatz wären …?

  • ThoDan   |   07. Oktober 2017 - 7:11

    @gast  

    Warum ist es für sie ein Ausdruck der Geringschätzung, sich ihre Unterkunft im Einsatz teilen zu müssen?
    Behindert es Sie in der Erfüllung ihrer Pflichten oder ist es sonst irgendwie für einen Arzt/SanOffz unzumutbar.

    Wie würden sie das vor Eisenhower oder Slim rechtfertigen?

  • DeltaR95   |   07. Oktober 2017 - 9:56

    Warum werden bei diesem Thema immer historische Personen angeführt, deren Meinung aus der Zeit des 2. WK für die Bewertung heutiger Probleme keine Rolle spielt? Zu jener Zeit hätten in der Marine nicht mal alle Offiziere an Bord in dieselbe Offiziermesse Zutritt gehabt… also müssen wir hier gar nichts vor diesen Herren rechtfertigen.

    Die Bundeswehr und das Minsterium muss sich heute nur dafür national und international rechtfertigen, wenn der Umfang und die Qualität der Auftragserfüllung nicht mehr zu gewährleisten ist. Für die Aufträge der heutigen Zeit brauche ich leider Personal entsprechender Eignung und Qualität – dummerweise wird das zivil auch gesucht.

    Für mich ist die Formel sehr einfach… die Bundeswehr braucht Personen mit Fachqualifikation, nicht für alle, aber für vieles. Das Personal soll aber ZUSÄTZLICH noch Soldat sein, körperlich fit sei usw… das sind alles Add-Ons, die den Arbeitgeber in die Pflicht nehmen, dass zu honorieren. Immerhin gehen die Leute das Risiko ein, nach 12 oder mehr nicht so ganz beruflich zivil anerkennbaren Jahren nur mit Problemen wieder einen Job zu finden.

    Für können uns natürlich auch schmollend auf das „Damals gings doch auch!“ zurückziehen und die Probleme auf uns zurollen lassen, wenn sie nicht sowieso schon da sind… @ Koffer sagt, die Bundeswehr ist schon gut? Dann muss sich ja keiner Gedanken machen…

  • ThoDan   |   07. Oktober 2017 - 12:12

    @DeltaR95  

    Weil diese beiden 5 Sterne General und Field Marshall zu dem Thema Unterbringung für höhere Dienstgrade etc. ne sehr eigene Meinung hatten.

    This is Not my Villa, and this isn´t General Spaatz Villa.

    Slim hat sich mkn über die Zusendung seines MHQ beschwert wegen der Verschwendung von Platz etc.

    Irgendwas müssen sie richtig gemacht haben, sie waren erfolgreich.

    Andererseits je mehr Platz in einem Feldlager, BasisCamp etc pro Person verbraucht wird, desto mehr Aufwand muss bei der Sicherung und Verteidigung aufgewandt werden und da hätte ich doch gerne eine Begründung für den Aufwand, der über Dienstgrad, TSK etc. hinausgeht.

    „Das Personal soll aber ZUSÄTZLICH noch Soldat sein, körperlich fit sei usw… “ also sollte man Sport etc. nicht als Privileg betrachten, sondern als Teil des Dienstes.

    Mal prüfen welche Härten des Soldatenberufes mit diesem wirklich verbunden sind, und welche eher war schon immer so, da könnt ja jeder kommen etc. sind.
    Mal die Unterkünfte der Soldaten anderer westlicher Nationen mit denen der BW vergleichen, AFAIK leben das Marines USMC und britische Soldaten im Vergleich zur BW im Luxus.
    Marines ein Mann eine Stube, bei den Briten auch oder sogar mehr als ein Zimmer.

  • Spike   |   07. Oktober 2017 - 13:21

    Ja, die Stimmung in der Truppe ist schon seit Jahren sehr schlecht. Ich erinnere an die Umfrage des DBwV unter Führungskräften im Jahr 2011. Damals sagten 70% der Befragten das die Neuausrichtung scheitern wird und 80% gaben an ihren Kindern nicht die Bw als Arbeitgeber zu empfehlen!
    Das sagten die Führungskräfte. TdM erklärte die Befragung für irrelevant und heute sehen wir, dass er auch hier irrte.

  • Spike   |   07. Oktober 2017 - 14:43

    @Gast
    Der ZSan wird seit 2001 ausschließlich von Ärzten geführt und obwohl bereits bei der Aufstellung des OrgBereiches gröbste Fehler gemacht wurden sind die meisten dieser „Führungskräfte“ weiterhin beratungsresistent gegenüber Fachleuten für z.B. Logistik und IT.
    Grundlegende Fehler werden begangen und alles ohne disziplinare Würdigung, man ist ja schließlich „Kollege“.
    Also, selbstgewähltes Schicksal.

  • Georg   |   07. Oktober 2017 - 15:53

    Ich finde die Diskussion sehr interessant, speziell zwischen @Koffer und @gast.

    Stellt sie doch die quasi offizielle Sichtweise der Bw-Führung und die eines Spezialisten, der auch im Zivilleben einen guten Arbeitsplatz bekommt, gegenüber.

    Ich bin gespannt, wann der Leidensdruck der Bw bei der Personalgewinnung von auch zivil gesuchten Spezialisten so groß wird, dass man auch die offizielle Philosophie der Bw-Werber ändert, nach dem Motto „Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler !“

  • Insider   |   07. Oktober 2017 - 16:24

    @Koffer
    Mit Ihren Vorschlägen kann ich gut leben.
    Ich würde aber noch einen Schritt weiter gehen und alle nicht mehr einsatzfähigen Berufssoldaten spätestens ab dem 50. Lebensjahr konsequent in eine zivile Verwendung im öffentlichen Dienst umsetzen oder mit den bisher erworbenen Pensionsansprüchen nach Hause schicken. Wer noch einsatzfähig ist, kann gerne auch weiterhin Soldat bleiben. Die ärztliche Begutachtung erfolgt zentralisiert in einer speziellen Einrichtung einschließlich altersangepasstem Fitnesstest.
    Somit würde alternativ für jeden eine heimatnahe Verwendung möglich werden und dem Dienst bis zur allgemeinen Altersgrenze stünde grundsätzlich nichts im Weg. Und wer nichts mehr machen will, muss eben mit den erworbenen Ansprüchen zurecht kommen. Mir ist durchaus klar, das dafür viele dicke Bretter gebohrt werden müssen. Aber so wie es ist, kann es auch nicht weitergehen.
    Jetzt warte ich auf die Kritik…

  • Georg   |   07. Oktober 2017 - 18:16

    @ Insider

    Sie gehen m.M.n mit ihren Fragen am Zielkonflikt vorbei.

    Niemand, d.h. keine Verwaltung will den 50 jährigen Berufssoldaten als Neueinsteller in seinen Dienst aufnehmen, nicht einmal die bw-eigene BW-Verwaltung.

    Nun könnte man die DU-Verfahren stringenter durchführen und die Soldaten als dienstunfähig vorzeitig in die Pension schicken, aber will man das wirklich ? Wäre dies attraktiv für die Aussenwerbung der Bw ?

    Was eine echte Alternative wäre, wäre das amerikanische Modell ab 20 Dienstjahren mit 50 % Pension, freier Krankenversicherung usw in den Ruhestand geschickt zu werden, wenn der Soldat entweder nicht mehr gebraucht wird oder seine Leistung nicht mehr bringt. Dieses Modell will aber auf keinen Fall der Innenminister, der für die Beamtenversorgung und die gesetzlichen Beamtenstatus zuständig ist.

    Was bleibt ?

    Der 37 jährige StUffz SaZ 20+, der voraussichtlich mit 45 – 50 Jahren aus der Bw ins Zivilleben tritt und dann allergrößte Schwierigkeiten haben wird nicht zum Sozialfall zu werden. Stichwort „Atmender Personalkörper“

    Ergebnis: Jeder leistungsfähige und willige Spezialist der sich den Soldatenberuf überlegt, sollte seine Chancen auf den BS-Status abwägen und ansonsten nach 12 Jahren die Bw verlassen und eine zivile Karriere aufbauen.

  • Spike   |   07. Oktober 2017 - 19:53

    @Insider, Georg

    Gute Idee. In der Realität sind A9er im Finanzamt gut bezahlte Sachbearbeiter, A13/14 sind Abteilungsleiter mit fantastischem Fachwissen, der Amtsleiter ist A16.
    Und da wollen Sie aussortierte BS unterbringen ? In anderen Ämtern sieht es ähnlich aus.

  • Insider   |   08. Oktober 2017 - 1:05

    @Georg
    Natürlich will das momentan keiner. Letztendlich fehlen aber auch in der öffentlichen Verwaltung zig Leute und ich sehe keinen Grund warum man Soldaten nicht gebrauchen könnte. Natürlich wird eine entsprechende Umschulung hier und da nötig sein. Aber ob ich bei der Bw im Amt sitze oder z.b. im Strassenverkehrsamt erscheint mir nicht unmöglich.
    Da für jeden Angehörigen des öffentlichen Dienstes das Geld nur einmal aus dem Staatshaushalt kommt, wird es auch nicht teurer. Man müsste es nur wollen. Für das BAMF waren wir doch auch gut genug.

  • Georg   |   08. Oktober 2017 - 13:19

    @ Insider

    Welche Tätigkeiten haben den Soldaten in der Flüchtlingshilfe erbracht ?
    mit welcher Entscheidungsbefungnis ?
    und welche Dienstgrade durften überhaupt zur Flüchtlingshilfe abgestellt werden ?

    Meines Wissens nur maximal Portepeeunteroffiziere, die maximal Hilfsarbeiten bei der Registrierung und Unterbringung und Versorgung erbringen durften, aber nicht über den Status der Flüchtlinge entscheiden durften.

    Aber das BAMF ist ein gutes Beispiel wie das im öffentlichen Dienst läuft. Nachdem der Leiter, der Hr. Weise kurzfristig 3000 zusätzliche Mitarbeiter für das Bundesamt rekrutiert und eingestellt hat, hat der Personalrat des BAMF den Leiter der Dienststelle vor Gericht verklagt, weil er seine Mitbestimmungsrechte bei der Einstellung von Mitarbeitern verletzt sah. So ähnlich würde es auch 50 jährigen Berufssoldaten ergehen, wenn sie denn in anderen Ämtern des Öffentlichen Dienstes „untergebracht“ werden müssten.

    [Vorsicht, hier werden zwei Dinge vermischt. Soldaten durften deshalb keine (Anerkennungs)Entscheidungen in diesen Fragen treffen, weil das hoheitliches Handeln der Streitkräfte im Inland bedeutet hätte, ohne die dafür nötigen rechtlichen Grundlagen. Mit dem öffentlichen Dienst an sich und Übernahme etc. hat das rein gar nichts zu tun. T.W.]

  • Insider   |   08. Oktober 2017 - 14:24

    @Georg
    Ich war, wie viele andere auch, als Anhörer eingesetzt. Die gesamte Erstregistrierung wurde von Soldaten gemacht. Was sie meinen, waren die Soldaten, die als helfende Hände zusätzlich für organisatorische Dinge abgestellt waren.
    Wenn man den Wechsel von Soldaten in den ÖD will, findet man Lösungen. Wenn nicht, sucht man Gründe.
    Das der PersRat geklagt hat, war ein klassisches Eigentor der Führung des BAMF, weil Herr Thiel ( damals stv. Leiter) meinte, er könne sich über den PersRat einfach so hinwegsetzen. Dem PersRat ging es nur um den formellen Vorgang und nicht um die Bewerber an sich.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   08. Oktober 2017 - 14:45

    @Georg
    Im BAMF hatten (haben?) Soldaten bis Oberstlt Aufgaben übernommen.
    Bereiche IT, Antragsannahme = unmittelbare Zuarbeit der Entscheidungsfindung und allgemeine Verwaltung.

    In den 12 Monaten SEP `15 bis SEP `16 hing das BAMF hinsichtlich Flüchtlingsaufnahme am Tropf der Bw. Ohne Teilhabe Bw wäre die Institution umgehend kollabiert.
    Die Arbeitsleistung von Soldaten innerhalb des BAMF kann, in diesem Zeitraum, gar nicht hoch genug eingeordnet werden und wird in der Öffentlichkeit kaum hinlänglich gewürdigt.
    Dass BMVg dies nicht offensiv als Positivbeispiel ZMZ dargestellt hat, ist eine vertane Chance.

  • Koffer   |   08. Oktober 2017 - 15:22

    @ThoDan | 07. Oktober 2017 – 12:12
    „Weil diese beiden 5 Sterne General und Field Marshall zu dem Thema Unterbringung für höhere Dienstgrade etc. ne sehr eigene Meinung hatten.“

    +1

    „Mal die Unterkünfte der Soldaten anderer westlicher Nationen mit denen der BW vergleichen, AFAIK leben das Marines USMC und britische Soldaten im Vergleich zur BW im Luxus. Marines ein Mann eine Stube, bei den Briten auch oder sogar mehr als ein Zimmer.“

    Das ist nicht mein Kenntnisstand! Meines Wissens nach sind die junge Marines/Landser in Doppelunterbringung. Und im Einsatz ganz häufig genauso wie wir oder viel schlechter oder manchmal auch etwas besser. Halt so wie es der jeweilige Einsatz erfordert!

    Ich sehe übrigens auch überhaupt keinen Vorteil darin junge Soldaten im Friedensdienst in Einzelunterbringung zu packen. Das ist zwar scheinbar attraktiver, in Wahrheit schädigt es aber den sozialen Zusammenhalt. Wenn es nach mir ginge, dass wären Soldaten grundsätzlich bis zum StGefr in Vier-Mann Belegung und ab OStGefr in Doppel-Stuben (ggf. mit eigenen Dusche). Uffz/StUffz würde ich auch auf Doppelbelegung packen und ab Fw dann Einzelbelegung.

    Das entscheidende für die Attraktivität ist m.E.n. nicht die Einzelbelegung, sondern die Frage von garantiert und unabhängig vom TG-Status bereit stehenden Unterkünften, von schnellem WLAN, von sauberen und angenehmen Stuben ohne Schimmel und Schäden, von guten Sporteinrichtung etc. etc.

    Und von garantiert bereit stehenden günstigen Wohnungen in Kasernennähe für umziehende Familien!

    @Spike | 07. Oktober 2017 – 14:43
    „Der ZSan wird seit 2001 ausschließlich von Ärzten geführt und obwohl bereits bei der Aufstellung des OrgBereiches gröbste Fehler gemacht wurden sind die meisten dieser „Führungskräfte“ weiterhin beratungsresistent gegenüber Fachleuten für z.B. Logistik und IT.“

    Jepp. Absolut. Leider :( Und der Bedarf der zu unterstützenden Truppe wird auch nur eingeschränkt berücksichtigt. Es geht zunächst immer um die „San-Brille“ und erst dann irgendwann um den Bedarf.

    „Also, selbstgewähltes Schicksal.“

    +1

    @Georg | 07. Oktober 2017 – 15:53
    „Ich bin gespannt, wann der Leidensdruck der Bw bei der Personalgewinnung von auch zivil gesuchten Spezialisten so groß wird, dass man auch die offizielle Philosophie der Bw-Werber ändert, nach dem Motto „Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler !““

    Ja, der Wurm muss dem Fisch schmecken, aber der Angler muss entscheiden WELCHE Fische er haben will!

    Wer mit den „Begleitumständen“ unseres Berufs nicht klar kommt, der kann fachlich noch so gut sein, er ist nicht der beste Bewerber!

    @Insider | 07. Oktober 2017 – 16:24
    „Ich würde aber noch einen Schritt weiter gehen und alle nicht mehr einsatzfähigen Berufssoldaten spätestens ab dem 50. Lebensjahr konsequent in eine zivile Verwendung im öffentlichen Dienst umsetzen oder mit den bisher erworbenen Pensionsansprüchen nach Hause schicken.“

    Halte ich für eine klasse Idee, aber aufgrund der Beharrungskräfte in der Verwaltung des Bundes und vor allem der Länder aber leider nicht für realistisch in der Umsetzung.

  • gast   |   08. Oktober 2017 - 16:49

    @ koffer:

    Eine Einzelstube ist per se nicht das entscheidenede, es spiegelt aber seitens der Bundeswehr den Umgang mit dem Personal wider. Und so ist es eben nicht verwunderlich, dass hochqualifizierte Bewerber absolute Mangelware sind. So weiss ich bspw. da eine A16 dotierte Stelle als Abteilungsleiter in einem BwKrHs kanpp 7 Jahre unbesetzt war, weil sich eben keine Interessenten gefunden haben, oder die wenigen Bewerber kurz vor Vertragsabschluss wieder abgesprungen sind. Vielleicht schauen Sie sich doch einfach mal die realen Besetzungsprtobleme im ZSan an. Und hier rede ich nicht von Assistenzärzten in Ausbildung. Und ich befürchte, dass es sich im Bereich IT ähnlich entwickeln wird. Mit der von Ihnen vertretenden Meinung stehen Sie aber gewiss nicht alleine da. Und so sind wir wieder beim alten Problem der Personalgewinnung. Nebenbei angemerkt findet ja so oder so schon im Bereich Personalmanagment eher Verwaltung als Personalentwicklung statt. Das lassen sich aber die Kameraden mit sehr guten zivilen Perspektiven nicht bieten. Sollte ich aber einem Irrtum aufliegen, dass die Bw diese „Soldaten“ nicht braucht, sondern eben den sicherlich leichter zufriedenzustellenden querschnittlichen Bewerber, so ist die bisherige Haltung diesbezüglich auch nicht zu beanstanden.

    @ Insider:
    Pension ab 50: Machen Sie das und Sie können zumindest den Sanitätsdienst zumachen. Mit 50 fängt genau die Zeit in der Karriere eines Arztes an, in der man im Zivilen eben anfängt, Gerld zu verdienen (Stichwort Privatliquidation, Leitender Arzt, …).
    Und wenn ich dann noch berücksichtige, dass eben genau diese Personengruppe nicht selten 1000 und mehr Einsatztage hat, diese dann in der Pensionsberechnung nun auch doppelt zählen, sind die Verluste in der Pension für die verbliebenen 15 Dienstjahre in Relation zu den Gehaltsunterschieden absolut verschmerzbar.

    Es ist schon nicht grundlos so, dass ein Antrag auf vorzeitige Pensionnierung gem. der verschiedenen Altersbänder im Bereich der SanOffzArzt regelhaft abgelehnt wird.

    GAST

  • ThoDan   |   08. Oktober 2017 - 17:24

    @Koffer

    Der Nutzen von X Mann auf einer Stube für den sozialen Zusammenhalt ist meiner Erfahrung nach sehr begrenzt.
    Den Zusammenhalt wird erheblich durch gemeinsame Arbeit u.ä. gebildet und gefördert.

    Wenn wir jetzt noch unterschiedliche private und dienstliche Anforderungen haben sehe ich da mehr Nachteil denn Nutzen, Unfit for Duty/Life weil Stube.
    Von unkompatiblen Anforderungen in der Nutzung gar nicht erst anzufangen.

    Warum sollte sich das mit dem Dienstgrad ändern?

    btw. kriegt eigentlich inzwischen jeder Soldat mindestens einen Schlüssel für seine Stube?
    Wie bedürfnisgerecht/praktikabel sind die Stuben mittlerweile eingerichtet?

  • Elahan   |   08. Oktober 2017 - 19:12

    @Koffer

    „Ich sehe übrigens auch überhaupt keinen Vorteil darin junge Soldaten im Friedensdienst in Einzelunterbringung zu packen.“

    Nach Aussetzung der Wehrpflicht sind Mannschaften nicht zwingend junge Soldaten und die Soldaten nach Alter zu sortieren ist im Grundbetrieb evtl ein rechtliches Problem.
    Auch dürfte man diese Soldaten mit der selben Begründung nicht außerhalb der Kaserne wohnen lasse.

    Ein volljähriger Staatsbürger sollten Anspruch auf ein eigenes Zimmer im Grundbetrieb haben. Wer Gemeinschaft schaffen will muss dies mit der ganzen Einheit/Inspektion/Staffel tun und nicht nur mit den pendelnden Mannschaften.

  • Insider   |   08. Oktober 2017 - 19:26

    @Gast
    Ich habe von nicht mehr einsatzfähigen Soldaten gesprochen.
    Und wenn ein Arzt über 50 ist, mehr als 1000 Einsatztage hat und nun nicht mehr einsatzfähig ist, dann ist das ebenso. Soll er doch mit 50 eine eigene Praxis aufmachen wenn er das noch will. Ich bezweifle, dass das jeder will.

  • ThoDan   |   08. Oktober 2017 - 19:52

    @gast

    Ich sehe da noch immer kein Argument keinen Grund, das die „unqualifizierten“ Mannschaften mehr Perimeter sichern sollen, mit allen dazu gehörigen Risiken!

  • FlaOffz   |   08. Oktober 2017 - 19:59

    Elahan | 08. Oktober 2017 – 19:12:

    Zustimmung! Das Problem liegt doch nicht in Einzel- vs. Doppelstube bzw. Fernseher, Kühlschrank, Ganzkörperspiegel vs. nix. Sondern eben an Standortentscheidungen hinterm Wald, die Kaserne mit Einheiten so vollgestopf, dass es ab dem 25. Geburtstag jeder, sogar die Trennungsfälle, rausfliegen.
    Dann trennen wir den Wohn- vom Funktionsbereich und zusätzlich werden die UHG und OHG systematisch weggestrichen, weil Restaurant-Betrieb keine Kernaufgabe von Streitkräften ist.
    Später wundert man sich, dass die wenigen in der Kaserne wohnenden vorallem jungen Mannschaften unbeaufsichtigt auf ihren Stuben machen was sie wollen, niemand Abends Dienstaufsicht macht oder zufällig vorbei kommt um mal das Gespräch zu suchen oder einfach mal schaut was da los ist…

  • Koffer   |   08. Oktober 2017 - 20:18

    @ThoDan | 08. Oktober 2017 – 17:24
    „Der Nutzen von X Mann auf einer Stube für den sozialen Zusammenhalt ist meiner Erfahrung nach sehr begrenzt.“

    Da haben Sie und ich offensichtlich einen anderer Erfahrungshorizont.

  • Gast   |   08. Oktober 2017 - 21:30

    @insider

    Ich weiss von einem Kollegen, der in der Augenheilkunde tätig ist, das von knapp 35 DP Facharzt aktuell 25 besetzt sind, davon mehr als die Hälfte älter als 50. einsatztauglich aktuell 4 oder fünf. Na dannmal viel Erfolg mit Ihrem Vorschlag ….
    Und wenn Sie jetzt sagen, darauf kann man verzichten, frage ich mich wohin mit der Sanitätsdienstlichen Maximeeinerseits und frage mich andererseits wie Sie den Gutachtensuftrag erfüllen wollen. Übrigens: Eine Ausnahme ist das nicht ….

  • ThoDan   |   08. Oktober 2017 - 22:59

    @Koffer

    Sicher, wenn man 9 Monate die anderen Stubenbewohner nur durch Zufall beim antreten sieht und einmal auf der Stube bevor es nach Schwarzenborn ging, mit einer Ausnahme der man so ca einmal im Monat in der Stube begegnete.
    VS den Kameraden mit denen man Dienst tat oder den Kollegen mit denen man zusammenarbeitet.

    Betreffs junger Menschen, wenn der Mannschafter älter ist als der Unteroffizier – zieht der ins 4er Zimmer um und der Mannschafter ins 2er Zimmer?
    Was ist mit Schnarchern, Rauchern, unterschiedlichen Dienst und Schlafenszeiten…
    Ist die Einrichtung mittlerweile über „unteres Jugendherbergsniveau“ hinausgekommen?

  • Koffer   |   08. Oktober 2017 - 23:05

    @Gast | 08. Oktober 2017 – 21:30
    „Ich weiss von einem Kollegen, der in der Augenheilkunde tätig ist, das von knapp 35 DP Facharzt aktuell 25 besetzt sind, davon mehr als die Hälfte älter als 50. einsatztauglich aktuell 4 oder fünf. Na dannmal viel Erfolg mit Ihrem Vorschlag ….“

    Gerade das macht deutlich, warum der Vorschlag von @insider berechtigt ist.

    „Und wenn Sie jetzt sagen, darauf kann man verzichten, frage ich mich wohin mit der Sanitätsdienstlichen Maximeeinerseits und frage mich andererseits wie Sie den Gutachtensuftrag erfüllen wollen.“

    In der Tat die aktuelle Sanitätsdienstliche Maxime ist durchaus hinterfragenswürdig…

    Aber mal unabhängig davon, benötige ich im Einsatz mit Lazarett Ebene 2+ oder 3 natürlich auch einen Augenarzt, denn Augenverletzungen sind ja bei Gefechten nicht unwahrscheinlich!

    Eines sehe ich allerdings sehr wohl als fragwürdig an, nämlich warum alle Ärzte in BwKrhs SanOffz sein müssen… Gerade für den von Ihnen genannten Gutachterauftrag und die normale Versorgung in Friedenszeiten benötige ich keinen Soldatenstatus und dafür muss man auch nicht einsatztauglich sein. Und man braucht auch kein soldatisches Berufsverständnis. Man muss dafür „nur“ fachlich qualifiziert sein. Und die können dann meinetwegen auch so viel privat „liquidieren“ wie sie wollen… Wem so etwas wichtig ist, der soll das machen.

  • Klauspeterkaikowsky   |   08. Oktober 2017 - 23:18

    @Gast
    Hoffentlich kennen Sie auch Kameraden, dann klappt’s auch mit dem Einsatz.

  • Insider   |   08. Oktober 2017 - 23:32

    @Gast
    Ich sage es mal ganz provokant. Ob ein Arzt mehr oder weniger im Dienst ist, hat in der Truppe im Grundbetrieb keine Auswirkung. Ich sehe bei fast jedem Besuch im SanBereich sowieso einen neuen TrArzt oder einen Vertragsarzt. Dazu immer das Gefühl, das man als Patient eher lästig ist. Und wenn man etwas mehr als eine Erkältung hat, wird man meistens zum Facharzt überwiesen. Im Einsatz ist die Faktenlage anders, da möchte ich mich auf die Sanitäter verlassen können.

  • 0815   |   09. Oktober 2017 - 11:54

    @ThoDan | 08. Oktober 2017 – 22:59
    Vollkommen irrelevant ob die Unterkünfte „unteres Jugendherbergsniveau“ haben oder nicht.
    Die Unterbringung von Soldaten richtet sich nach Zweckmässigkeit, Funktionalität und vorhandenen Kapazitäten. (Individuelle Nachteile bringt der Dienst nun mal mit sich. Wer sich vorab informiert und sich nicht jeden Müll aufschwatzen lässt weis worauf er sich einlässt!)
    Durch „Verhätscheln des kleinen Kindes“ erreicht man gar nichts. Noch mehr Anspruchsdenken und rumgeheule an Nichtigkeiten sind der Fall.
    Erklären sie bitte einem Einsatzerfahrenen Soldaten, der am Standort/in Standortnähe wohnt, warum sein Spind in einer Kfz-Halle steht, sein Dienstzimmer schlicht keinen Platz für seine persönliche(dienstliche) Ausrüstung hat, der Trennungsgeldempfänger nicht den Luxus LED-TV-Badvorleger-LED Stehlampe und Ganzkörperspiegel besitzt.
    Und nebenbei bemerkt ist die Bundeswehr keine „Einrichtung“.

    Die meisten jungen Soldaten wollen eine herausfordernde nicht alltägliche Aufgabe, vernünftiges und vorhandenes Material anstelle von „Hotel Interconti“.
    In manchen Bereichen wird der Dienst schon als „chillig“ bezeichnet weil einfach kein Material vorhanden ist das es zulässt in der Größenordnung KP+ zu üben. Da liegt der Hund begraben.

    Dies mag vmtl. je nach Truppengattung variieren….am Anfang stand die Berufswahl ;-)

    @Insider | 08. Oktober 2017 – 23:32
    +1
    Das selbstgemachte Chaos in manchen SanEinr auf Standortebene ist seit mehr als 3 Jahrzehnten unverändert, wenn nicht sogar schlimmer geworden. es gibt aber auch positive Ausnahmen.

    @Georg | 07. Oktober 2017 – 18:16
    Wiedereinsteller mit einem Alter von 30++

    Das Problem ist Hausgemacht. Ich sehe bei denen, in manchen Verbänden eingestellten „Spezialisten“ aller Dienstgradgruppen meist nur Zivilversager oder Sozial-Absahner…sprich solche, die nebenher (auf den Namen der Frau) noch ihr Süppchen kochen und die Bundeswehr nur als „Absicherungsinstrument“ betrachten. Es mag Ausnahmen geben, sicher, jedoch meine Erfarungen sind negativ, die Personen maßlos überaltert und ein größer werdendes Altersproblem in den Streitkräften.
    Das mag vllt in einem hoch technisch geprägten Umfeld sinnvoll sein.
    Wenn aktive 50+ bessere körperliche Leistungen bringen als 20 und mehr Jahre jüngere, ist doch etwas faul!
    Ich bleibe dabei….mit Hochglanz Werbung und in breiter Masse vorhandendenen Materialproblemen ist die Zahl 170.000 nichts als eine Zahl. Sie sagt nichts über die „Schlagkraft“ aus…

  • gast   |   09. Oktober 2017 - 12:38

    insider:
    „Ich sage es mal ganz provokant. Ob ein Arzt mehr oder weniger im Dienst ist, hat in der Truppe im Grundbetrieb keine Auswirkung.“

    Sorry – aber da sieht man leider, dass die Fähigkeit sich ein Urteil zu bilden nunmal nicht unmassgeblich von gewissen Kenntnissen abhängig ist. Verfügbares Personal, Inübunghaltung, Be- und Erhalt der Weiterbildungsbefugnis, Attraktivität für Seiteneinsteiger, etc. sind sicher nicht nur in der Medizin eng miteinander verwoben.

    „Im Einsatz ist die Faktenlage anders, da möchte ich mich auf die Sanitäter verlassen können.“
    Da bin ich dann mal gespannt, wo Sie die her kriegen wollen, wenn Sie bereits im Grundbetrieb darauf verzichten können. Aber sicher finden Sie genug Reservisten, die bereit sind für ein deutlich geringeres Salär in AFG oder Mali Dienst für das Vaterland leisten wollen und daheim keine adäquate Beschäftigung finden. In Deutschland ist ja aktuell kein Bedarf für Ärzte (Ironie aus).

    Da mir leider die Diskusssion zum einen in den Bereich „Unterbringung“ abdriftet und zum anderen ja offensichtlich im Bereich der fachärztlichen Versorgung kein Personalbedarf besteht, halte ich es mit den „Löwen“: Ich bin raus … wünsche aber weiterhin viel Glück und vorallem Gesundheit.

  • T.Wiegold   |   09. Oktober 2017 - 13:23

    Ich nehme den Kommentar von @gast mal zum Anlass, darum zu bitten, dass die inzwischen bisschen absurde Unterbringungsdebatte mal zu einem Ende kommt. Die „Gelobt sei was hart macht“-Fraktion kann sich vielleicht woanders austauschen.