Bundeswehr-Stärke im August 2017: Ziel wieder knapp verfehlt

Nein, das ist kein Schreibfehler in der Überschrift. Erst am (heutigen) 2. Oktober, so spät wie nie und erstmals nicht im Folgemonat, hat die Bundeswehr die Zahlen zu ihrer militärischen Personalstärke im August 2017 veröffentlicht. Das mag vielleicht damit zu tun haben, dass erneut ein wichtiger Meilenstein verfehlt wurde, wenn auch nur knapp: Nach wie vor sind in der Truppe nicht ganz die angestrebten 170.000 Zeit- und Berufssoldaten aktiv. Diese Zahl hatte als Teil der Trendwende Personal eigentlich schon Ende vergangenen Jahres erreicht werden sollen und war dann für Sommer dieses Jahres angepeilt worden.

Nach den Zahlen, die die Bundeswehr unter dem immer gleichen Link  veröffentlichte, gab es zum Stichtag 31. August 178.641 aktive Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr – geringfügig weniger als die 178.823 Ende Juli. Unter ihnen waren 169.993 Berufs- und Zeitsoldaten, knapp mehr als die 169.856 Berufs- und Zeitsoldaten im Monat zuvor. Angesichts der Tatsache, dass die Bundeswehr bereits für Juli gemeldet hatte, zwischenzeitlich die Schwelle von 170.000 überschritten zu haben (wenn auch ohne nähere Dokumentation für die Öffentlichkeit), scheint es nach wie vor schwierig bis nicht möglich, diese Grenze dauerhaft zu überwinden.

Die Statistik für August:

178.641 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 1.005
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 2.276
Streitkräftebasis: 28.201
Zentraler Sanitätsdienst: 19.905
Heer: 60.907
Luftwaffe: 28.336
Marine: 16.256
CIR: 12.218
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 971
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.541
Bereich Personal: 7.025, davon 4.174 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 169.993 Berufs- und Zeitsoldaten und 8.648 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt Januar bis August: 9.651).

Zur Bundeswehr gehören 20.734 Soldatinnen.

Stand: 31. August 2017

Der Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen:

Juli 2017

Juni 2017

Mai 2017

April 2017

März 2017

Februar 2017

Januar 2017

Dezember 2016

November 2016

Oktober 2016

September 2016

August 2016

Juli 2016

Juni 2016

Mai 2016

April 2016

März 2016

Februar 2016

Januar 2016

Januar 2013 bis Dezember 2015

Nachtrag: Beginnend mit den Zahlen für August 2017 stelle ich die Statistik der Bundeswehr-Webseite auch als pdf-Datei zur Verfügung, damit bei der Suche künftig auch die Originalquelle zumindest in der Form vorhanden ist:
20171002_mil_Personalstaerke_Bw_Aug2017

(Archivbild: Bundeswehrsoldaten im MINUSMA-Einsatz in Gao, Mali, im April 2017 – Florian Gaertner/ photothek.net )

121 Kommentare zu „Bundeswehr-Stärke im August 2017: Ziel wieder knapp verfehlt“

  • Elahan   |   09. Oktober 2017 - 14:26

    @T.W.

    Leider gibt es selbst in der Bw Führung Personal, welches weder den Unterschied zwischen Einsatz, V-Fall und Grundbetrieb kennt und dann noch nicht vertehen, dass Mannschaften (bis 62+) pendeln müssen damit zB der Partner notwendige eigene Erwerbsbiografie aufrecht erhält und die Kinder weiter versorgt werden oder Angehörige gepflegt werden können.

    Mannschaften sind heute nicht zwingend spätpupertierende männliche Staatsbürger ohne Lebenserfahrung, sondern gestandene gut ausgebildete Menschen (m/w) mit ggf Hausstand (nicht am Dienstort), Partner, Familienanhang und viel Erfahrung.

    Der 18jährige männliche Panzergrenadier mit dem Hang zum Abenteuer ist in der Bw nur noch in homoeopathischer Dosis anzutreffen.

    Dass Leistung (Schlagkraft) im Einsatz nicht von schlechter Behandlung im Grundbetrieb abhängt, sollte allgemeines Führungswissen sein. Wenn nicht, dann hilft evtl ein Gesprächstermin bei Jogi Löw.

    Dass die Schlagkraft der Truppe auch ein Attraktivitätsmerkmal ist dürfte klar sein, doch diese wird erhöht durch motiviertes, gut ausgebildetes Personal, gute Führung und einsatztaugliche/überlegene Ausstattung in ausreichender Zahl. Frei nach dem Motto des ehem WB: „Man braucht keine dreckigen Toiletten um einen Krieg zu gewinnen.“

    @0815

    „Dies mag vmtl. je nach Truppengattung variieren….am Anfang stand die Berufswahl ;-)“

    …..nicht der Beruf ist das Problem, sondern in manchen Bereichen die Umstände und Rahmenbedingungen (auch in der Gesellschaft), die haben sich seit 1989 unglaublich geändert und dies nicht immer zum Besten.

  • ThoDan   |   10. Oktober 2017 - 12:31

    Waren sie vor 25 Jahren auch nicht unbedingt alle und das

    „sondern gestandene gut ausgebildete Menschen (m/w) mit ggf Hausstand (nicht am Dienstort), Partner, Familienanhang “ kommt mir sehr bekannt vor.

  • Koffer   |   11. Oktober 2017 - 0:19

    @Elahan | 09. Oktober 2017 – 14:26
    „Der 18jährige männliche Panzergrenadier mit dem Hang zum Abenteuer ist in der Bw nur noch in homoeopathischer Dosis anzutreffen.“

    Ihre Aussagen entsprechen nicht den Bewerberzahlen! Weder relativ noch absolut!

    Zwar haben wir (glücklicherweise) in der Zwischenzeit eine breite Bewerberbasis mit unterschiedlichen Lebensaltern und Berufsvorstellungen und damit können wir auch immer besser die unglaubliche Bandbreite von Berufen und Dienstposten und Verwendungen in unseren Streitkräften und der Wehrverwaltung besetzen, aber die beliebtesten und begehrtesten Truppengattungen (sowohl relativ, als auch absolut) sind immer noch die Kampftruppe und die überwiegende Masse an Bewerbern sind junge Menschen unmittelbar nach Schulabschluss oder Ausbildung!

    Damit meine ich nicht, dass wir nicht auf den 35jährigen Familienvater (immer noch Exot!) eingehen sollten, aber damit meine ich, dass wir nicht unsere „Systematik“ nach dem Exoten ausrichten dürfen, sondern uns immer noch auf die „Masse“ ausrichten müssen (ohne dabei natürlich berechtigte Einzelfallregelungen auszuschließen).

  • Elahan   |   11. Oktober 2017 - 17:57

    @Koffer

    Sehr geehrter Herr Koffer, ich schrieb nicht über die Relation der Neueinsteller, sondern es ging um jene welche in der Truppe (in der Bw) sind und da sind die männlichen 18jährigen Panzergrenadiere (Zeit der Grundwehrdienstleistenden) im Vergleich zum Rest in der Minderheit. Durchschnittsalter SaZ 33, BS 44.

  • Koffer   |   12. Oktober 2017 - 0:58

    @Elahan | 11. Oktober 2017 – 17:57
    „ich schrieb nicht über die Relation der Neueinsteller, sondern es ging um jene welche in der Truppe (in der Bw) sind und da sind die männlichen 18jährigen Panzergrenadiere (Zeit der Grundwehrdienstleistenden) im Vergleich zum Rest in der Minderheit. Durchschnittsalter SaZ 33, BS 44.“

    Das mag so sein, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass wir bei den Bewerbern und bei den Neueinstellern und bei den jungen Soldaten einen großen Teil (sogar den größten Teil) von „Kämpfern“ bzw. von „Kämper sein wollen“ bzw. von „bereit sein zu akzeptieren, dass Kämpfer sein zum Soldat sein bis zu einem gewissen gerade immer dazugehört“ stellen.

    Meine Kernaussage ist, und damit widerspreche ich Ihnen inhaltlich und nicht nur in Bezug auf Ihre Zahlen, dass sich sowohl Werbung, als auch Konzepte im Umgang unter einander (das umfasst sowohl Werbung, als auch moätivationssysteme, als auch Fürsorge, als auch Unterbringung etc. etc. etc.) nicht am 40jährigen Rekruten-Exoten ausrichten darf, sondern einerseits auf die „Masse“ und anderseits auf das „gewünschte Optimalpersonal“ ausgerichtet sein muss…

  • Elahan   |   12. Oktober 2017 - 9:06

    @Koffer

    „..Werbung, als auch Konzepte im Umgang unter einander (das umfasst sowohl Werbung, als auch moätivationssysteme, als auch Fürsorge, als auch Unterbringung etc. etc. etc.) nicht am 40jährigen Rekruten-Exoten ausrichten darf, sondern einerseits auf die „Masse“ und anderseits auf das „gewünschte Optimalpersonal“ ausgerichtet sein muss…“

    Da stimme ich Ihnen doch zu, nur mir ging es auch nicht um Werbung, sondern um den zeitgemäßen Umgang mit Mitteleuropäern im Grundbetrieb. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man anständig untergebracht wird und als Soldat nicht Bürger 3. Klasse ist.

    Übung und Einsatz ist nicht Grundbetrieb und es gibt für nicht angemessene Unterkünfte und Betreuung nur eine Begründung, -Geld sparen-.

  • Koffer   |   12. Oktober 2017 - 17:44

    @Elahan | 12. Oktober 2017 – 9:06
    „Da stimme ich Ihnen doch zu, nur mir ging es auch nicht um Werbung, sondern um den zeitgemäßen Umgang mit Mitteleuropäern im Grundbetrieb. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man anständig untergebracht wird und als Soldat nicht Bürger 3. Klasse ist.“

    Da bin ich absolut bei Ihnen, allerdings ist die Frage, was eine „anständige Unterbringung“ ist! Da haben wir beide offensichtlich unterschiedliche Bewertungen ;)

    Für mich ist WLAN zentral, kostenfreie Waschmöglichkeiten für Privatwäsche, moderne und schimmelfreie Sanitätseinrichtungen, Küchenzeilen zum Selbstischen, optisch ansprechende und gleichzeitig soldatisch belastbare Möbelausstattung und sehr gute Sportmöglichkeiten. DAS ist für mich relevant! Einzelbelegung für Landser hat für mich aber NICHTS mit Attraktivität und Angemessenheit zu tun, sondern mit einer falschen Vorstellung von Modernität…

    Aber wie gesagt, ich erkenne, dass wir in diesem Punkt Dissens haben ;)

  • Schnuckel   |   12. Oktober 2017 - 19:07

    @Koffer

    Da bin ich grundsätzlich mal voll bei Ihnen. Schade ist halt nur, dass sowas wie WLAN wieder gefühlt viel zu lange dauert und insgesamt viel zu teuer wird.

    Wenn Sie Soldaten in einer technischen Verwendung erzählen, dass beginnend ab 2018 alle unterkunftspflichten Soldaten (m.W. sind die anderen „Bestandskunden“ nicht berücksichtigt) kostenloses WLAN in den Unterkünften bekommen, dann ruft das kaum mehr als ein Stirnrunzeln hervor. Vor Allem, wenn dann auch weiterhin alle Soldaten über 25 aus der Kaserne raus müssen.

    Für deutlich unter 10 Euro bekommt man nämlich schon heute min. 4 GB im „besten Netz“ an fast jedem Standort. Wenn dann die kursierenden Zahlen (Die Bundeswehr zahlt laut B.Z. angeblich 167 Mio. jährlich an den Betreiber) auch nur ansatzweise stimmen, dann wird das Angebot, wenn es denn vielleicht um 2020 in der letzten Kaserne ankommt, bereits total veraltet und überteuert sein.

    Auch wenn wir in vielen Punkten wirklich gut sind:

    Bei sowas müssen wir einfach schneller werden. Ein einfaches Diensthandy für alle Soldaten mit Flatrate wäre da wohl schneller zu realisieren, deutlich günstiger und wir wären sogar alle überall erreichbar.

    Kostenloses Internet bis 25 in den Unterkünften reicht bei den heutigen Diensteintrittsaltern nämlich als Motivationsfaktor nicht mal bis zu dem Termin, an dem die Unterschrift zur Weiterverpflichtung ansteht.

  • Koffer   |   12. Oktober 2017 - 19:17

    @Schnuckel | 12. Oktober 2017 – 19:07
    +1
    :(

  • ThoDan   |   12. Oktober 2017 - 20:01

    @Koffer  

    Es ist schon bezeichnend das Selbstverständlichkeiten der Erwähnung bedürfen.
    Ich nehme an, wir könnten jetzt sinnvoll – sinnlos in die Details gehen.

    @Schnuckel

    Das einfache Diensthandy würde ich aber nicht mal regulär bei mir tragen wollen, selbst wenn mir schriftlich zugesichert würde für Schäden nicht aufkommen zu müssen, vom Ausland, gar nicht EU – NATO, gar nicht erst anzufangen.
    Es wäre einfach kein Ersatz fürs Smartphone

    Kostenloses WLAN ist mittlerweile ne Selbstverständlichkeit

  • Elahan   |   12. Oktober 2017 - 20:15

    Auch ich sehe das so…..nur tatsächlich mit dem Unterschied, dass ich zwischen dem Pendelnden Mannschaftsdienstgraden (bis 60+] in Kaserne oder draußen nicht mehr unterscheiden kann.

    Wenn die Mannschaften Kampftruppe es auch im Grundbetrieb so haben möchte, bitte. Meinem pendelndem OG mit 34 Jahren (und Familie) gestehe ich eine einfache Einzelstube mit Nasszelle zu.

    ;-)

  • 0815   |   12. Oktober 2017 - 21:00

    @ThoDan | 12. Oktober 2017 – 20:01

    „Kostenloses WLAN ist mittlerweile ne Selbstverständlichkeit“

    Wo?

    @Schnuckel | 12. Oktober 2017 – 19:07
    An dem Standort an dem ich derzeit Diene, bricht täglich der Internetverkehr infolge „Überlastung“ zusammen. Davon betroffen sind nicht nur die Soldaten ;-)
    Die Sendemasten (oder Transponder?) haben wohl auch so ihre Grenzen in der bandbreite. Da hilft auch das „beste“ Netz nichts mehr….und das beste Netz muss nicht immer wirklich gut sein ;-)
    OT-ENDE

    Hier wird schon wieder die Attraktivität der Streitkräfte (darf man das überhaupt noch sagen?) mit Komfort und Luxus definiert.

    @Koffer | 12. Oktober 2017 – 17:44
    +1 zum Thema Waschmöglichkeit,Sport usw.
    Als Pendler weis ich wovon ich rede. Allein der Bürokratische Wahnsinn, eine Waschmaschine „innerhalb der Liegenschaft (Gemeinschaftlich von TG`lern genutzt) betreiben zu wollen“ (gegen Strom und Wasserentgeld !) ist vom Stumpfsinn einiger Sesselstrategen im Keim erstickt worden.
    Wohlgemerkt, eine Waschmaschine! Kein Teilchenbeschleuniger…

  • Koffer   |   12. Oktober 2017 - 21:04

    @ThoDan | 12. Oktober 2017 – 20:01
    „Es ist schon bezeichnend das Selbstverständlichkeiten der Erwähnung bedürfen.
    Ich nehme an, wir könnten jetzt sinnvoll – sinnlos in die Details gehen.“

    Da muss ich Ihnen widersprechen. Es gibt Nationen, da ist das mehr oder weniger eine Selbstverständlichkeit. Nach DEU Verwaltungsverständnis ist es das nicht. Wenn wir das bekämen, dann wären wir in der Unterbringung besser gestellt als DEU Staatsdiener (inkl. ziviler Staatsdiener wie Polizei) als jemals zuvor.

    Es würde auch einen Systembruch bedeuten, denn der Dienstherr würde damit erstmals vom generellen Minimalprinzip bei der Unterbringung abweichen und zudem würde es massiven Neid von Seiten mancher zivilen Gewerkschaften und Beamten-Interessenverbände nach sich ziehen.

    Von daher halte ich das von mir angesprochene zwar für wünschenswert und angesichts der Besonderheiten des Soldatenberufs auch ggü. zivilen Staatsdienern rechtfertigbar, aber eben nicht für „selbstverständlich“.

    Wir werden gut argumentieren müssen um so etwas zu bekommen!

  • Koffer   |   12. Oktober 2017 - 21:07

    @Elahan | 12. Oktober 2017 – 20:15
    „Wenn die Mannschaften Kampftruppe es auch im Grundbetrieb so haben möchte, bitte. Meinem pendelndem OG mit 34 Jahren (und Familie) gestehe ich eine einfache Einzelstube mit Nasszelle zu.“

    Wie gesagt, da haben wir offensichtlich anderen Vorstellung von dienstlichen Strukturen und Angemessenheit….

    @0815 | 12. Oktober 2017 – 21:00
    „Allein der Bürokratische Wahnsinn, eine Waschmaschine „innerhalb der Liegenschaft (Gemeinschaftlich von TG`lern genutzt) betreiben zu wollen“ (gegen Strom und Wasserentgeld !) ist vom Stumpfsinn einiger Sesselstrategen im Keim erstickt worden.“

    +1
    :(

  • ThoDan   |   12. Oktober 2017 - 21:46

    @0815  

    Jeder zivilen Unterbringung die ich in den letzten 5 + Jahren benutzt habe, de facto kann ich mich in diesem Jahrtausend an keine ohne erinnern.

    @Koffer

    Hygienische Sanitäreinrichtungen, ne Waschmaschine oder 3, hygienische Unterbringung dreckiger Wäsche usw. ist ein Abweichen vom Minimalprinzip?

  • Koffer   |   12. Oktober 2017 - 22:24

    @ThoDan | 12. Oktober 2017 – 21:46
    „Hygienische Sanitäreinrichtungen“

    Ich schrieb schimmelfreie und MODERNE Sanitätseinrichtungen (meinte natürlich Sanitäreinrichtungen. Auf hygienisch hat man in Friedenszeiten ein Recht. Auf modern nicht.

    „ne Waschmaschine oder 3“

    Ich schrieb kostenfreie Waschmöglichkeiten für Privatwäsche. Das ist nach geltendem Recht eine reine Privatangelegenheit und hätte bei Bereitstellung durch den Dienstherren (neben grundsätzlichen Erwägungen der Zulässigkeit) auch nach geltender Rechtslage steuerliche Bedeutung (gleiches gilt übrigens für WLAN).

    „hygienische Unterbringung dreckiger Wäsche usw.“

    Ich schrieb optisch ansprechende und gleichzeitig soldatisch belastbare Möbelausstattung.

    Auf hygienische Stuben hat man in Friedenszeiten einen Anspruch, auf angenehme Stuben bisher nicht.

    „ist ein Abweichen vom Minimalprinzip?“

    Ja. Rechtlich gesehen sehr wohl und vor allem im Vergleich (zu den m.E.n. aber nicht vergleichbaren!) Zivilbediensteten.

    Ich halte die von mir erwähnten Punkte (und die Sporteinrichtungen und die Kleinküchen) und die von mir noch nicht erwähnte Wiedereinrichtung von guten Betreuungseinrichtungen (Casino, UHG, Mannschaftsheime, zugelassene Uffz-Keller etc. etc.) für essentiell, aber eben derzeit leider nicht selbstverständlich!

    Und das alles hat Auswirkungen auf den Personalbestand. Übrigens m.E.n. weniger auf die „Neusoldaten“, die kommen unabhängig von der Frage ob wir WLAN und Kleinküchen haben oder nicht. Sondern vielmehr für die Frage der Binnenwerbung (FWD –> SAZ, und SAZ zu SAZ lang)!!!

  • Schnuckel   |   12. Oktober 2017 - 23:02

    @ThoDan
    Sorry wenn ich das extra hätte erwähnen müssen: Mit „einfaches Diensthandy“ als Ersatz für WLAN meinte ich kein Nokia 3210 sondern natürlich ein Smartphone. Und jup, überall WLAN ist toll, aber wenn die Bw dafür mehr zahlt, als für eine Flatrate mit Smartphone, dann hätte ich lieber ein Smartphone mit Datenflat bzw. einfach nur eine SIM Karte. (Das habe ich jetzt ja ohnehin auf eigene Kosten weil die Bw es nicht hinbekommt WLAN zur Verfügung zu stellen. Zu Hause reicht mir auch WLAN)

    Mobiles Internet ist ja auch wirklich kein unbezahlbares Feature mehr und gerade deshalb ist das m.E. ein Punkt, wo man mit sehr wenig Geld die Attraktivität gefühlt deutlich verbessern kann. Von der Erreichbarkeit mal ganz abgesehen. Mein persönlicher Eindruck: Momentan kann die Bundeswehr einen BWI Totalausfall gut verkraften. Ein Ausfall von WhatsApp hingegen würde uns in vielen Bereichen zum Stillstand bringen.

    @0815
    Komfort und Luxus sieht für mich anders aus. Das Gefühl habe ich dienstlich höchstens bei den vielen Dienstreisen mit Übernachtung im Hotel. Ansonsten 1+ für den bürokratischen Wahnsinn dem Pendler ausgesetzt. Das habe ich auch über 20 Jahre erleben dürfen und auch wenn vieles sehr viel besser geworden ist: Perfekt ist es noch nicht und von Luxus und Komfort sind wir m.E. noch Lichtjahre entfernt. Da ist vieles noch 0815 ;-)

    OT Ende und zurück zur Personalstärke:
    Ich habe persönlich den Eindruck, dass in vielen technischen Mangelverwendungen zu viele Gute einfach keine Zukunft als Berufssoldat sehen und lieber raus gehen. Und das betrifft nicht nur Leute, die einfach nicht Pendeln wollen sondern auch Leute, die einfach mit ihrem Job zufrieden sind und dabei bleiben würden, wenn das denn möglich wäre. Insofern freue ich mich sehr über die aktuelle Prüfung Unteroffiziere o.P. als Berufssoldaten zu übernehmen.

    Auch wenn wir in unseren Verwendungen fast nur noch PUO haben, könnte das ein Schritt in die richtige Richtung sein um gute Leute zu halten, die eben nicht unbedingt die ganze Republik kennen lernen wollen um dann etwas anderes zu machen als das, was ihnen Spass gemacht hat.

    Vielleicht ist das ja irgendwann leichter möglich, dass man einfach auf eigenen Wunsch auf Förderung verzichtet um auf seinem Dienstposten zu bleiben, (Natürlich vorausgesetzt, es ist auch im Interesse des Dienstherrn)

    Meine Wunschvorstellung wäre ja immer noch, eine echte Stellenbörse und analog zu den früheren Zählfällen beim Trennungsgeld eine z.B. zweimalige Tauschmöglichkeit von Verwendung und/oder Dienstort, gerne mit einer Verlängerung der Dienstzeit um die Zeiten der Umschulungsausbildung.

    Ich persönlich wäre nämlich noch zufriedener durch mein Berufssoldatenleben gekommen, wenn ich diese Möglichkeit zu bestimmten Zeiten gehabt hätte. Und das obwohl ich persönlich fast schon den für mich perfekten Werdegang durchlaufen durfte.

  • ThoDan   |   13. Oktober 2017 - 20:22

    @Koffer

    Ich weiß jetzt nicht ob wir aneinander vorbei so ziemlich das selbe meinen oder nicht.
    Aber ich rede hier von einem Minimalstandard im Grundbetrieb, der den mir bekannten Realitäten des Soldatenlebens entsprechen sollte.

    @Schnuckel

    Ja, sorry aber da sind meine Vorstellungen einfach andere und meine Ansprüche an ein Smartphone auch

  • Koffer   |   14. Oktober 2017 - 10:13

    @ThoDan | 13. Oktober 2017 – 20:22
    „Aber ich rede hier von einem Minimalstandard im Grundbetrieb“

    Ich rede nicht von einem Minimal(!)Standard, sondern von einem Standard. Das ist deswegen ein unterschied, weil Unterbringung standardisiert ist.

    „der den mir bekannten Realitäten des Soldatenlebens entsprechen sollte.“

    Wie ich bereits mehrfach schrieb, sind die aktuellen Realitäten aus unterschiedlichen rechtlichen, bürokratischen und inhaltlichen Gründen aber nun einmal nicht so, wie man es sich vielleicht wünschen mag. Und das ist nicht ohne weiteres zu ändern, da dies in rechtliche Grundlagen eingreifen würde (da würde der Innenminister nicht ohne weiteres mitspielen) und weil es viel Geld kosten würde (da macht der Finanzminister Ärger).

  • T.Wiegold   |   14. Oktober 2017 - 10:22

    Sorry, aber der Sinn dieses Threads zur Personalstärke ist wahrlich nicht, dass jetzt zwei oder drei Leute endlos die Unterbringungssituation in Kasernen und ihre unterschiedliche Sichtweise dazu darlegen.

  • Koffer   |   14. Oktober 2017 - 10:34

    @T.Wiegold | 14. Oktober 2017 – 10:22
    „Sorry, aber der Sinn dieses Threads zur Personalstärke ist wahrlich nicht, dass jetzt zwei oder drei Leute endlos die Unterbringungssituation in Kasernen und ihre unterschiedliche Sichtweise dazu darlegen.“

    Ich denke grundsätzlich sehr wohl, dass eine angemessene Unterbringung auch etwas mit Attraktivität zu tun hat und sich deswegen mehr als nur indirekt auf die Personalstärke auswirkt.

    Aber Sie haben natürlich Recht, dass sich die Diskussion irgendwie an Details festgefressen hat…

    Mea culpa.