Afghanistan: Taliban scheinen so stark wie seit 2001 nicht mehr

US Army and Afghan National Army Soldiers Conduct Patrol in Nangahar Province

Die NATO-Unterstützungsmission Resolute Support (RS) und die US-Streitkräfte in Afghanistan werden angesichts anhaltender Auseinandersetzungen der afghanischen Sicherheitskräfte mit den Taliban, aber auch mit ISIS-Gruppierungen aktiver. Die US-Luftwaffe habe ihre Angriffe deutlich ausgeweitet, um vor allem ISIS-Mitglieder am Hindukusch zu treffen, berichtet die New York Times. Zudem seien die Taliban so stark wie seit 2001 nicht mehr. Alle RS-Länder weiteten die Unterstützung der ihnen zugeordneten afghanischen Truppen aus und werden dafür auch außerhalb ihrer eigenen Feldlager aktiv, auch die Bundeswehr.

Aus dem Bericht der New York Times:

The United States has significantly intensified its bombing campaign in Afghanistan in the past two months as part of President Obama’s widening war against the Islamic State militants who have seized territory outside of Iraq and Syria, according to senior military commanders. weiterlesen

Taliban-Frühjahrsoffensive: Schwerpunkt Kundus? (mit Updates)

Auch wenn die aktuellen Nachrichten ein wenig bruchstückhaft sind: Die von den Taliban angekündigte Frühjahrsoffensive in Afghanistan scheint sich derzeit im Schwerpunkt rund um Kundus im Norden des Landes abzuspielen. Nach der gestrigen Zusammenfassung in der New York Times: Afghan Troops Rush to Kunduz Amid Taliban Assault einige aktuelle Meldungen vom (heutigen) Mittwoch:

Reuters: U.S. military sends jets to northern Afghan city under siege The U.S. military has sent fighter jets to Afghanistan’s northern province of Kunduz, where Taliban insurgents have launched a major offensive and overrun government checkpoints close to the main city, U.S. and Afghan sources said. weiterlesen

RC N Watch: Was sich so tut im Norden Afghanistans

Faryab_trainingcamp_dec2014

Wenige Tage vor Auslaufen des ISAF-Mandats und des Beginns der Mission Resolute Support in Afghanistan scheinen die schlechten Nachrichten vom Hindukusch zu dominieren. Landesweit verzeichnet die UN-Mission mehr getötete und verwundete Zivilisten; in allen Landesteilen häufen sich die Anschläge der Taliban und anderer Anti-Regierungs-Gruppen. Und im Norden, für den Deutschland auch unter Resolute Support mit dem Train/Advise/Assist Command North die Verantwortung übernommen hat, gibt es einige sehr unschöne Nachrichten.

Die Taliban brüsten sich mit einem Trainingscamp in der Provinz Faryab und haben dazu ein Video veröffentlicht, wie das Long War Journal berichtet: weiterlesen

RC N Watch: Deutsche Soldaten beschossen, keine Verwundeten

Aktuell von der Bundeswehr-Webseite (der Vorfall war bereits am gestrigen Donnerstag):

Am 4. September wurden gegen 15.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (18 Uhr Ortszeit) deutsche Kräfte – die eine afghanische Polizeieinheit beratend begleitet haben – , etwa 40 Kilometer westlich von Masar-i Scharif durch Aufständische beschossen.
Eigene Kräfte wurden nicht verletzt.

Das erste Mal seit längerem, dass es eine solche Meldung gab – was natürlich mit dem Rückzug der ISAF aus der Fläche zu tun hat.

RC N Watch: Blick auf Kundus

Noch sind knapp 1.800 deutsche Soldaten im ISAF-Einsatz – aber das Interesse an der Afghanistan-Mission hat in Deutschland spürbar nachgelassen. (Vielleicht auch, weil die ganzen aktuellen Krisen von Ukraine bis Irak vergessen lassen, dass es am Hindukusch auch alles nicht so rosig aussieht). Zum Blick auf die aktuelle Lage im Norden Afghanistans deshalb ein Blick auf Kundus, einst der Schwerpunkt der deutschen Aktivitäten:

With the support of local residents, the Afghan National Security Forces (ANSF) were successful in driving the Taliban insurgents away from two districts of Kunduz province, local officials said.
According to Sarwar Hussaini, the spokesman for the Kunduz police chief, residents of Chahar Dara and Khan Abad districts of the province have started uprisings against the Taliban, helping the ANSF take control of the province. weiterlesen

weiter »