RC N Watch: Blick auf Kundus

Noch sind knapp 1.800 deutsche Soldaten im ISAF-Einsatz – aber das Interesse an der Afghanistan-Mission hat in Deutschland spürbar nachgelassen. (Vielleicht auch, weil die ganzen aktuellen Krisen von Ukraine bis Irak vergessen lassen, dass es am Hindukusch auch alles nicht so rosig aussieht). Zum Blick auf die aktuelle Lage im Norden Afghanistans deshalb ein Blick auf Kundus, einst der Schwerpunkt der deutschen Aktivitäten:

With the support of local residents, the Afghan National Security Forces (ANSF) were successful in driving the Taliban insurgents away from two districts of Kunduz province, local officials said.
According to Sarwar Hussaini, the spokesman for the Kunduz police chief, residents of Chahar Dara and Khan Abad districts of the province have started uprisings against the Taliban, helping the ANSF take control of the province. (…)
Hundreds of Taliban insurgents attacked Chahar Dara and Khan Abad districts last week, forcing tens of families to flee their homes. The ANSF operations that followed the attacks resulted in heavy insurgent casualties.

berichtet der afghanische Sender TOLO News.

Zur Erinnerung: Char Darrah war einer der Distrikte in der Provinz Kundus, in dem sich die Bundeswehr am stärksten engagiert hatte, wo die für die Deutschen verlustreichsten Gefechte und Anschläge passierten. Manche aktuelle Meldung kommt einem so vor, als sei sie vier oder mehr Jahre alt:

Um die Sieger von Kundus dreht sich auch eine Radio-Dokumentation, die bei WDR 5 zum Anhören und/oder Herunterladen steht:
Eine Bilanz der deutschen Afghanistan-Mission

(Mir ist klar, dass das bisherige Regional Command North inzwischen Train-Advise-Assist Command North, TAAC-N, heißt. Der Übersichtlichkeit halber bleibe ich dennoch mal bei RC N Watch.)

 

14 Gedanken zu „RC N Watch: Blick auf Kundus

  1. @T.Wiegold
    Vielen Dank für diesen Beitrag. Mehr zu diesem Thema währe sehr wünschenswert.

  2. AFG ist abgefrühstückt. Wie ist denn der Stand der Rückverlegung? Und natürlich: RSM?

  3. @aufmerksam:
    Danke für den Link.

    Unternehmensberatungen scheinen gerade en vogue im Geschäftsbereich des BMVg zu sein.

  4. Interessant im Artikel in der Washington Post:
    „Police say they feel outgunned by their opponents, who they claim are armed with sophisticated equipment like precision sniper rifles, night vision goggles and thousands of potent improvised explosive devices.“

    Tja die Gegenseite lernt auf der ganzen Welt schneller dazu als wir.

    Beim Blick in die UdÖ habe ich noch nicht den Eindruck, dass die INS im Norden geschlagen sind. Die Kämpfe in Sangin sind ja auch umfänglich. Das „Momentum“ der INS wurde mit dem „surge“ nicht gestoppt.

    Berichte von einem Sinneswandel der Bevölkerung gab es ja auch schon häufiger.

    Mal sehen wie das wird, wenn ab Ende 2016 auch die Luftunterstützung durch RSM nicht mehr zur Verfügung steht.

  5. @klabautermann:
    Richtig, das „Afghanistan am Mittelmeer“ interessiert in Deutschland wegen Ukraine, Gaza, Irak, etc. noch weniger Leute als Afghanistan.

    Und das gilt aus meiner Sicht nicht „nur“ für die Presse, sondern auch für die Bundesregierung.

    Man ist ja mit den anderen Krisen schon überfordert.
    Da man die Dinge ja auch reaktiv abarbeitet (siehe Irak) hat man natürlich auch keine Eventuallfallplanung (z.B. für Libyen).

    Aber Hauptsache man hat im BMVg ne Abteilung „Strategie und Einsatz“. Sollte man in „reaktives Mikromanagement und Einsatz“ umbenennen.

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