Lesetipp: Russlands zunehmende Aktivität in der Arktis

Ein Lesetipp: Die Kollegen von Reuters haben sich die Aktivität Russlands in der Arktis genauer angeschaut:

Putin’s Russia in biggest Arctic military push since Soviet fall

Interviews with officials and military analysts and reviews of government documents show Russia’s build-up is the biggest since the 1991 Soviet fall and will, in some areas, give Moscow more military capabilities than the Soviet Union once had.
The expansion has far-reaching financial and geopolitical ramifications. The Arctic is estimated to hold more hydrocarbon reserves than Saudi Arabia and Moscow is putting down a serious military marker.

Bislang gilt im Westen die Einschätzung, dass es zwar einen (militärisch friedlichen, aber politisch ausgetragenen) Streit um die mögliche Nutzung der Bodenschätze in der Arktis gibt, eine Militarisierung der Region aber keine bevorstehende Gefahr ist. Unklar ist, ob diese Einschätzung bestehen bleibt.

(Foto: Soldaten der motorisierten Brigade der russischen Nordmeerflotte bei Übungen mit Rentier- und Hundeschlitten bei Murmansk im Januar 2017 – Russisches Verteidigungsministerium/Lew Fedosejew)

Exercise Watch: Cold Response 2016

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Die norwegische Winterkampfübung Cold Response steht eigentlich nicht so im Mittelpunkt der Exercise Watch hier: Es ist eine seit längerem alle zwei Jahre wiederholte Übung des NATO-Mitglieds Norwegen, nicht der NATO, und sie steht, genau genommen, nicht ursächlich im Zusammenhang mit den seit knapp zwei Jahren verstärkten Abschreckungsbemühungen der Allianz gegenüber Russland.

Allerdings ist das Bild beim diesjährigen Manöver Cold Response 2016 ein bisschen anders: Natürlich muss man die freilaufende Großübung mit 15.000 Soldatinnen und Soldaten mitten in Norwegen vor dem Hintergrund der veränderten Haltung zu Russland sehen – und da bekommt die Beteiligung der skandinavischen Nicht-NATO-Staaten Finnland und Schweden ebenso wie die massive Beteiligung der US-Streitkräfte eine doch etwas andere Bedeutung.

Das zeigte sich schon zum Auftakt der Übung: Da flog eine B-52 Stratofortress der U.S. Air Force in niedriger Höhe ins Manövergebiet ein. weiterlesen

Exercise Watch: Die russische Sicht

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In der Mitte Norwegens beginnt am (heutigen) Dienstag das Großmanöver Cold Response – vom NATO-Mitglied Norwegen regelmäßig ausgerichtet, unter starker Beteiligung von Streitkräften aus anderen Ländern der Allianz (auch die Bundeswehr ist mit 250 Soldaten dabei). Da ist es doch mal hilfreich, die Wahrnehmung solcher Übungen auf der anderen Seite zu sehen.

Von einer Organisation, die sich als unabhängig bezeichnet, auch wenn die recht eindeutige Tendenz ihrer Publikationen offensichtlich ist, gibt es dazu ein interessantes Video. Und ein weiteres, das mit zusätzlichem – russischen – Material angereichert wurde. Beide ein Blick auf  die russischen Streitkräfte im hohen Norden und worin sie ihre Aufgabe offiziell sehen: weiterlesen

Arctic Watch: Russische Basis auf 80 Grad Nord

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Der gelegentliche Blick auf die Ausweitung der Militäraktivitäten vor allem Russlands und der USA in der Arktis: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums vom (heutigen) Dienstag ist ein Gebäudekomplex der russischen Nordmeerflotte auf dem Franz-Josef-Land-Archipel fast fertiggestellt – es soll sich um den weltweit einzigen Gebäudekomplex auf 80 Grad nördlicher Breite handeln.

Construction of the “Arctic clover” administrative and housing complex, being built in order to develop infrastructure of the Northern Fleet in the Arctic on the Alexandra Land of the Franz-Joseph Land archipelago, is built by 97%. weiterlesen

Arctic Watch: USA und Verbündete nehmen den Nordpol ins Visier

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Mal wieder ein Blick in die Arktis: Schon in den vergangenen Monaten hatten dort sowohl Russland als auch die USA und mit ihr verbündete Länder zunehmend militärische Stärke demonstriert. Inzwischen hat auch China dort schon mal Präsenz gezeigt, und der Westen nimmt das Gebiet um den Nordpol genauer in den Blick, wie die Los Angeles Times berichtet:

As China and Russia boost their military presence in the resource-rich far north, U.S. intelligence agencies are scrambling to study potential threats in the Arctic for the first time since the Cold War, a sign of the region’s growing strategic importance.
Over the last 14 months, most of the 16 U.S. intelligence agencies have assigned analysts to work full time on the Arctic. (…)
In addition to relying on U.S. spy satellites orbiting overhead and Navy sensors deep in the frigid waters, the analysts process raw intelligence from a recently overhauled Canadian listening post near the North Pole and a Norwegian surveillance ship called the Marjata, which is now being upgraded at a U.S. Navy shipyard in southern Virginia.

Die ganze Geschichte: U.S. builds up Arctic spy network as Russia and China increase presence

(Foto: A crew chief walks past two F-22 Raptors parked on Joint Base Elmendorf-Richardson, Alaska, April 8, 2015 – U.S. Air Force photo by Justin Connaher)

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