Exercise Watch: Die russische Sicht

20160223_Cold_Response_LLKp310

In der Mitte Norwegens beginnt am (heutigen) Dienstag das Großmanöver Cold Response – vom NATO-Mitglied Norwegen regelmäßig ausgerichtet, unter starker Beteiligung von Streitkräften aus anderen Ländern der Allianz (auch die Bundeswehr ist mit 250 Soldaten dabei). Da ist es doch mal hilfreich, die Wahrnehmung solcher Übungen auf der anderen Seite zu sehen.

Von einer Organisation, die sich als unabhängig bezeichnet, auch wenn die recht eindeutige Tendenz ihrer Publikationen offensichtlich ist, gibt es dazu ein interessantes Video. Und ein weiteres, das mit zusätzlichem – russischen – Material angereichert wurde. Beide ein Blick auf  die russischen Streitkräfte im hohen Norden und worin sie ihre Aufgabe offiziell sehen:


(Direktlink: https://youtu.be/jN6bacS-x_U)


(Direktlink: https://youtu.be/8Vn4hoIQF64)

(Foto: Ein Soldat des Fernspähzugs der Luftlandekompanie 310 sichert das Gelände mit dem Gewehr G36 KA4 mit AG36 im Rahmen einer Vorübung zu Cold Response 2016 in Lakselv/ Norwegen am 23.02.2016 – Bundeswehr/LUI)

 

36 Gedanken zu „Exercise Watch: Die russische Sicht

  1. Ein Meisterwerk „unabhängiger“ Propaganda. Beeindruckend dargestellt!

  2. Das Bild zeigt den Zustand der Truppe. wie Peinlich. Der Kamerad trägt ja neben dem Nässeschutz in Flecktarn auch noch einen Multicamrucksack der US Truppe.
    Es ist echt schlimm was mit der Truppe gemacht wird. Wenn Deutschland es nicht schafft die Soldaten entsprechend den klimatischen Bedingungen auszustatten, dann sollen die es lassen. Wir sind eins der reichsten Länder und die die ihr Leben für den Staat gefährden werden schlechter behandelt als einer der Innendienst macht.

    Schande und die Vorgestzten sollten sich Schämen. Das ist keine Fürsorgepflicht.

  3. @ Berlinerratte es ist gängige Praksis, dass deutsche Soldaten sich teile der Ausrüstung selbst beschaffen(nicht die Goldrand Lösung aber ich denke da sind wir nicht die einzige Nation). Aber was den Nässeschutz angeht, es ist völlig normal das man in teilweise bewaldetem Gebiet auch die Flecktarn Komponenten einbezieht.
    Der Fürsorgepflicht ist in diesem Fall definitiv genüge getan, außer der Kamerad trägt keine lange Unterhose ;)

  4. @Berlinerratte

    Bitte keine Ausrüstungsdebatte… Der Kamerad trägt G36KA4AG40, Fleecemütze, den neuen Schneeanzug, Nässeschutzjacke (anzug) SpezKr und den dienstlichen Berghaus Rucksack. Alles in allem Material von dem die meisten Soldaten der Welt nur träumen.

    Das er seinen privaten Multicamrucksack mitführt ist eher seine urpersönlichste Entscheidung – denn dienstlich hat er einen Daypack (Berghaus Munro) und bei seinem Chestrig möchte ich nicht einmal die Hand dafür ins Feuer legen, dass es nicht sogar dezentral beschafft wurde.

    Ob er allerdings dienstliche Unterwäsche trägt kann ich Ihnen nicht sagen /src

  5. @Jas
    Seine „seine urpersönlichste Entscheidung, …“
    In welchem Kindergarten leben wir eigentlich, hat „Mutti“ ihm auch die Schulbrote mitgegeben?
    Lachhaft, jeder macht was er will, Hauptsache alle machen mit!

  6. @KPK

    damit wollte ich zum Ausdruck bringen, dass er diesen Rucksack nicht aus Mangel an dienstlicher Alternative mitführt sondern aus freien Stücken. Wenn sein Vorgesetzter die Nutzung von zusätzlichem Material erlaubt und es für zweckmäßig hält, ist das von uns allen so erst einmal zu akzeptieren und respektieren – außer sie sind natürlich direkter Vorgesetzter der Kameraden dann – hey – feel free…

    @Topic

    Durchaus interessant wie professionell und „westlich“ die Werbung/Doku/Propaganda der russischen Seite geworden ist.

  7. Würde dem Symbolbild auch keine weitere Beachtung zukommen lassen. Unsere Fernspäher wissen was sie tun, sind international geschätzt und müssen aus Sch… Gold machen. Also Puls runter.

    Das Video ist bildgewaltig…aber es lässt mich wirklich ratlos zurück, warum immer noch das Grundszenario einer NATO-Aggression aufrechterhalten wird. Sei es drum, dann wissen die Soldaten zumindest wozu sie in der Arktis frieren und warten.

    pi

  8. Das Oberteil das Soldaten ohne „Schneetarnung“, ob das nur für das Foto so ist oder der Normalfall? Auch scheint der Soldat schwarze Stiefel zu tragen.

  9. @ politisch inkorrekt

    Das Video ist bildgewaltig…aber es lässt mich wirklich ratlos zurück, warum immer noch das Grundszenario einer NATO-Aggression aufrechterhalten wird.

    War doch zu Zeiten des Kalten Krieges nicht einen Deut anders. Es war ja immer der „böse imperialististische Westen“, der Invasionspläne hegte … Aber hat in der modernen Geschichte irgendwann einmal ein Staat eigene evtl. vorhandene Invasionspläne nicht als rein defensiv darzustellen versucht? Ich meine selbst die Nazis haben versucht „Barbarossa“ als Präventivschlag hinzustellen und dazu im Tagesbefehl die Kulisse angeblicher sowjetischer Grenzverletzungen aufzubauen versucht. Also ist dieses „der andere ist der böse Invasor“ nur das übliche Vereinfachungsgewäsch, mit dem primär simple Gemüter eingefangen werden sollen …

  10. Ok. Ob wir die Debatte über Anzugordnung, Ausrüstung etc. auf einem Bw-Foto, das ich als Symbolbild aus der Übung oben drüber gestellt habe, vielleicht einfach beenden?

  11. Im ersten Video, welches toll gemacht ist, bleibt bei mir eine Frage.
    Man will sich gegen einen Angriff rüsten und stellt die 80. Brigade auf, die autark operieren kann; auch auf den vielen „Inseln und Archipelen des arktischen Operationsgebietes“. Und dann zeigt man neben den russischen Inseln Nowaja Semlja und Franz-Josef-Land auch Spitzbergen?

  12. “ Und dann zeigt man neben den russischen Inseln Nowaja Semlja und Franz-Josef-Land auch Spitzbergen?“

    Etwa 20% der Bewohner Spitzbergens sind Russen. /halbironisch

  13. @T.W.
    Verständlich Ihr Hinweis zum Einstellen der Anzugs-Ausrüstungsdebatte.
    Schlimm aber, es sind nicht nur Zufallsbilder, sondern drängt sich im täglichen Leben leider auf, als Normalfall! [Wie seit 2 Std in Oerbke sehen muss]

  14. Was macht man denn a.D. in Oerbke???

    a.D. ist doch in dieser Jahreszeit eher Toskana, Thailand oder Memoiren schreiben zu erwarten???

    ;)

    pi

  15. @politisch inkorrekt
    a.D. „quält“ das BAMF im Sinne von: Wir-schaffen-das, – vielleicht!

  16. Kann jemand die Kettenfahrzeuge im ersten Clip bei 4:50 identifizieren? Offensichtlich ist das die russische Variante der Hägglunds-BV206, aber auf die Schnelle finde ich keine Typbezeichung und damit auch keine technischen Daten.

  17. Ich denke es war 3:50 gemeint. Und nein, das ist ein anderes Fahrzeug. Und auch kein DT-10 / DT-30, sondern etwas deutlich Neueres.

  18. „Etwa 20% der Bewohner Spitzbergens sind Russen. /halbironisch“
    Bei eindeutig geklärtem Status sowohl der Insel als auch dieses Bevölkerungsteils. >Spitzbergenvertrag, 1920
    Hat im Kalten Krieg geklappt, warum also jetzt nicht? Also hoffentlich „ganzironisch“.

  19. Na ja, a bisserl „Säbelrasseln“ ist die Listung von Spitzbergen in diesem netten Werbefilmchen der russischen Arktistruppe schon, vor allem weil man – ohne Erwähnung des Spitzbergenvertrages – diese Inselgruppe als quasi-russisch darstellt, was natürlich völliger Blödsinn ist. Fragt sich bloß, ob diese South Front wirklich die „russische Sicht“ propagiert. Ist wohl ein ziemlich plumper „Deutschuß“, dass man eine militärische Nutzung Spitzbergens durch die NATO, bzw. Norwegen nicht akzeptieren würde – was natürlich auch Blödsinn ist, denn der Vertrag und auch die Position Norwegens ist da recht eindeutig: keine militärische Nutzung. Ansonsten können die Russen ja auch eine zivile „Forschungsstation“ aufmachen – gleiche Nutzungsrechte für alle Signatarstaaten ;-)
    Spitzbergen ist ein „Völkerrechtskrimi“: http://www.dw.com/de/rohstoff-krimi-im-eismeer-um-spitzbergen/a-15985722-0

  20. Das Southfront nicht gerade neutral berichtet sollte jedem klar sein der sich die Website ansieht. Dennoch nutze ich diese Seite hin und wieder eigentlich sehr gerne denn insbesondere die täglichen Videos mit dem „Battle Report“ aus Syrien sind (ebenso wie die oben gezeigten Videos) sehr gut/Professionell gestaltet und vermitteln einen Überblick über die Lage am Boden. Man muss sich eben immer bewusst sein welche Botschaft diese Seite vermitteln will und auch andere Quellen hinzuziehen.

  21. @Spitzbergenvertrag
    Schon interessant, wie fortschreitend uralte Gesetze hervorgekramt werden. Iphone, Spitzbergen etc.
    Möglicherweise könnte das gleiche Nutzungsrecht für alle aber schon eingeschränkt sein; ich meine, eine Motivation für das Aufrechterhalten eines unprofitablen Minenbetriebs durch SU/ RUS in Barentsburg sei der Erhalt einschlägiger Rechte gewesen.
    Gewissermaßen auf dem Wege Gewohnheitsrecht. Norwegen traue ich es aber zu, im Zweifel lieber selbst auf Rohstoffförderung zu verzichten.
    Ich denke, die vielen beteiligten Staaten beim Spitzbergenvertrag sollten der Anerkennung der Neutralität dienen, an eine tatsächliche, praktisch vogelfreie Ausbeutung war hier eher nicht gedacht. Dem Niederlassungsrecht für Bürger ist ja durch die schwierige Versorgung ein natürlicher Riegel vorgeschoben. Belegen kann ich das gerade aber nicht, im Vertrag steht das nicht.

  22. Wenn man sich diesen Videobeitrag anschaut, kann man sich nur „die Augen reiben“. Artillerie, Flugabwehr und Pioniertruppe in der TSK Heer und dann auch noch auf der Brigadeebene. Die Russen haben von Wirtschaftlichkeitsaspekten (bezüglich „Outsourcing“ und „Alles aus einer Hand – Bsp. Fla)“ null Ahnung und hinken zumindest der deutschen Heeresentwicklung weit hinterher. Die hängen tatsächlich noch den Vorstellungen eines „Gefechtes verbundener Waffen“ an. Dabei sind wir schon längst beim Einsatz zusammengewürfelter Kräfte angekommen.
    Wie sagen wir’s dem Volke – am besten garnicht. Wir habe ja gerade genug andere Probleme.
    Hans Schommer

  23. Minute 3:58
    „Its personnel which contain a high proportion of contract soldiers is also receiving specialiced training …“

    Die setzen „Contractors“ ein? Habe ich das richtig verstanden, dass das keine regulären russischen Streitkräfte sind?
    Das würde die mitunter westliche Ausrüstung erklären.

  24. mein Fazit::
    – alle gezeigten Übungen wurden wie Früher nur mit scharfen Schuss ausgeführt
    – auf Komfort wird keinen Wert gelegt
    – der Ka- 27 ist immer noch im Dienst
    – alle gezeigten Einheiten bis auf die Admiral-Kusnezow funktionieren unter Polaren Bedingungen
    – Der MT-LB ist vollständig amphibisch und ist deshalb ideal in jedem Gelände und wird warscheinlich in der Gegend monatelang nicht abgeschaltet
    – die Kombi zwischen sovjetischer und russischer Technik funktioniert unter extremsten Bedingungen auch unter Einbeziehung einheimischer archaischer Fortbewegungsmittel

    es wird sich hoffentlich nie zeigen müssen das das ein Nachteil für Europa ist

    .

  25. @Tom | 01. März 2016 – 10:54

    Gefunden:
    TTM-4902 PS-10

    Danke!

    @Hans Schommer:
    Mit etwas Recherche bei Youtube und Co. sowie der richtigen Schnittsoftware könnte man sowas auch für die Bundeswehr hinkriegen. Zumindest habe ich im ersten Clip nur maximal 6 verschiedene Panzerfahrzeuge gesehen – achten Sie mal auf die Seitennummern.

  26. @Martin Zacherl

    Nein, „Contract Soldiers“ sind das russische Gegenstück zu SaZ in Deutschland. Es wird also im Bericht nur betont, dass vergleichsweise wenige Wehrpflichtige dort eingesetzt werden, ein Hinweis auf einen höheren Ausbildungsstand als in anderen Teilen der russ. Streitkräfte…

  27. @Martin Zacherl

    Contractors steht hier für Vertragssoldaten, nach unserem Verständnis SaZ.

    Edit: Da war jungchen schneller..

  28. @ Hans Schommer

    „Artillerie, Flugabwehr und Pioniertruppe in der TSK Heer und dann auch noch auf der Brigadeebene“
    und
    „Die hängen tatsächlich noch den Vorstellungen eines „Gefechtes verbundener Waffen“ an“

    Wo sehen Sie das?? Bitte Minute aus o.g. Video angeben, danke!

  29. @mil FKr
    Ich denke Hans Schommer bezieht sich auf 0:57 die Aufzählung der Truppen der 206th

  30. Huch die Russen fürchten sich vor dem NATO Aggressor……
    Propaganda vom feinsten….hat auch gar nichts mit NATO Osterweiterung zu tun…nicht wahr?
    Ich denke eher, das ist so langsam die Antwort darauf, das der ein oder andere geglaubt hat Russland als Global-Player nicht wahr zu nehmen und mit ins internationale Boot/Parkett zu holen.
    Schon mal darüber nachgedacht das das Russische Engagement in Syrien auch dazu dienen könnte, noch mehr Flüchtlinge gen Europa-Mitte zu senden um das System Europa zu destabilisieren?
    Danach könnte man ja auch fordern die Sanktionen gegen Russland, gegen Einstellung des Bombardements in Syrien einzutauschen….Vllt. hab ich auch nur schlecht geträumt!

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