Zivile Hubschrauber für Afghanistan: Nicht neu, aber zunehmend? (Nachtrag)

Es war ein Routineflug, am 2. Dezember vergangenen Jahres: Zwei Hubschrauber vom russischen Typ Mi-17, betrieben von einem zivilen Unternehmen, flogen wie schon oft Soldaten der NATO-geführten Resolute Support Mission (RS) von Kundus im Norden Afghanistans zurück nach Masar-i-Scharif. Über dem Distrikt Char Darrah bei Kundus gerieten die Maschinen unter Beschuss – und nach der Landung im Camp Marmal bei Masar-i-Scharif wurden mehrere Treffer von Handwaffen entdeckt. Weder die Besatzung noch die beförderten Personen (ein afghanischer Zivilist und 13 RS-Angehörige, darunter ein deutscher Soldat) kamen zu Schaden, berichtete das Verteidigungsministerium den Abgeordneten des Bundestages.

Schon seit Jahren greift die Bundeswehr, wie auch andere NATO-Länder in der Resolute Support Mission, auf zivile Firmen zurück, die mit Hubschraubern meist russischer Bauart Material und eben auch Personal von einem Stützpunkt zum anderen transportieren. Deshalb ist es zunächst nicht gar so brisant, wenn das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) jetzt solche Transportdienstleistungen neu ausschreibt*: weiterlesen

Die Lage in Kunduz: Da gibt’s ein Delta

Verglichen mit anderen Regionen Afghanistans ist die Lage im Norden des Landes vergleichsweise ruhig, auch wenn es dort ebenso wie in anderen Landesteilen immer wieder Anschläge gibt und vor allem rund um die Provinzstadt Kundus anhaltende Auseinandersetzungen mit den Taliban.

Allerdings verblüfft mich derzeit ein wenig die doch sehr unterschiedliche Lagebeurteilung für Kundus von Seiten der Bundeswehr (und vermutlich auch der NATO-geführten Resolute Support Mission) und der zivilen Seite aus Bewohnern und Medien in dieser Region. weiterlesen

Afghanistan: Erneuter Anschlag in Kabul, mehr als 40 Tote

Es klingt hilflos und bitter, aber inzwischen lassen sich die Anschläge in Afghanistan und vor allem in der Hauptstadt Kabul nur noch fürs Archiv zählen: Am (heutigen) Donnerstag wurde ein schiitisches Kulturzentrum angegriffen, in dem Gebäude befand sich auch eine Nachrichtenredaktion. Mehr als 40 Menschen kamen ums Leben. Die Taliban distanzierten sich recht schnell von der Tat – und ISIS bekannte sich dazu.

Aus der Zusammenfassung der New York Times:

At least 41 people were killed and dozens more wounded on Thursday in a bombing at a Shiite cultural center in Kabul that also houses a news agency, Afghan officials said. The Islamic State has claimed responsibility for the attack. weiterlesen

Vertrag für Betrieb der Heron-Drohnen in Afghanistan und Mali verlängert

Fürs Protokoll: Die Bundeswehr hat den Vertrag mit Airbus zum Betrieb der Heron-Aufklärungsdrohnen in Afghanistan und Mali erneut verlängert. Die unbemannten Flugsysteme sind nur geleast – inzwischen eine teure Lösung, weil die Nutzung dieser Drohnen zunächst nur für eine Übergangszeit vorgesehen war, bis neuere Modelle kommen. Aber das zieht sich bekanntlich… und inzwischen fliegt die Heron seit mehr als sieben Jahren am Hindukusch.

Aus der Mitteilung des Bundesamtes für Ausrüstung, Information und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) vom (heutigen) Donnerstag:

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat am 19. Dezember in Koblenz die Verträge zum Einsatz des unbemannten Aufklärungsflugzeugs Heron 1 in Mali und Afghanistan mit der Firma Airbus Defence & Space Airborne Solutions verlängert. (…)
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Mehr Soldaten nach Afghanistan: Keine Einigkeit in der Bundesregierung (Nachträge)

Einen Tag nach Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist auch Außenminister Sigmar Gabriel nach Afghanistan gereist – und es zeigt sich bereits, dass die von der Ministerin dabei (erneut) ins Gespräch gebrachte Aufstockung der Bundeswehr am Hindukusch auch innerhalb der – geschäftsführenden – Bundesregierung noch lange nicht einvernehmlich gesehen wird. Wir beginnen jetzt eine Debatte, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Rainer Breul, am (heutigen) Mittwoch vor der Bundespressekonferenz. weiterlesen

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