Insider-Angriff in Nordafghanistan: Keine Deutschen betroffen

Im Camp Shaheen bei Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans hat es am (heutigen) Samstag nach ersten Meldungen einen Angriff eines Mannes in afghanischer Uniform auf Soldaten der NATO-geführten Resolute Support Mission gegeben. Die näheren Umstände sind noch unklar; es gibt bislang nicht bestätigte Meldungen von Gefallenen.

Nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr sind von dem Vorfall nach dem bisherigen Stand keine deutschen Soldaten betroffen. Die Bundeswehr ist im Norden Afghanistans zur Beratung und zum Training afghanischer Sicherheitskräfte eingesetzt.

Ein erstes Statement von Resolute Support: weiterlesen

Fürs Archiv: Langenegger neuer Stabschef bei Resolute Support

Zum Mitplotten: Am 11. Juni hat der deutsche Generalleutnant Johann Langenegger die Position des Stabschefs bei der NATO-geführten Resolute Support Mission in Afghanistan übernommen. Langenegger, zuvor Kommandeur der 1. Panzerdivision in Oldenburg, löste Generalleutnant Jürgen Weigt ab.

(Foto: Langenegger, l., mit dem RS-Kommandeur, dem US-General John Nicholson, und Weigt – Resolute Support Media. Weitere Fotos hier.)

Anschlag nahe Diplomatenviertel in Kabul: Mindestens 80 Tote (Nachtrag)

Bei einem schweren Selbstmordanschlag mit einer Autobombe sind am (heutigen) Mittwoch in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestes 80 Menschen ums Leben gekommen; die Zahl könnte natürlich noch weiter steigen. Der Angriff ereignete sich nahe – aber wohl außerhalb – der schwer bewachten Zone, in der die meisten diplomatischen Vertretungen liegen.

Nach afghanischen Angaben detonierte der Sprengsatz nahe zum Eingang der deutschen Botschaft.

Update: Die deutsche Botschaft wurde (schwer?) beschädigt, ein afghanischer Wachmann getötet, mehrere Bedienstete der Botschaft verletzt, wie Außenminister Sigmar Gabriel in einer Erklärung mitteilte:

Bei dem Anschlag sind auch Bedienstete der deutschen Botschaft verletzt worden. Mittlerweile befinden sich alle Mitarbeiter in Sicherheit. Ein afghanischer Sicherheitsbediensteter, der zum Schutz des Botschaftsgeländes im Einsatz war, ist umgekommen. Seinen Angehörigen gilt unser ganzes Mitgefühl. Ich habe den Krisenstab im Auswärtigen Amt einberufen, der die Lage weiter aufklären wird.

Fotos des Gebäudes sehen nicht gut aus: weiterlesen

Afghanistan: Deutsche Entwicklungshelferin in Kabul getötet (Nachtrag)

Aus Afghanistan gibt es täglich neue Meldungen über Kämpfe, Anschläge, Auseinandersetzungen – heute wieder eine mit direktem Bezug zu Deutschland: Am (gestrigen) Samstagabend wurde in der afghanischen Hauptstadt Kabul das Gästehaus einerHilfsorganisation überfallen. Dabei wurden ein Wachmann und eine Deutsche getötet, eine Finnin vermutlich entführt. Die beiden Frauen arbeiteten für die schwedische Hilfsorganisation Operation Mercy, wie internationale Agenturen und die BBC unter Berufung auf das afghanische Innenministerium berichten:

Gunmen in the Afghan capital Kabul have attacked a guesthouse, killing a German woman and beheading an Afghan guard.
The attackers stormed a guesthouse run by a Swedish NGO, Operation Mercy, at about 23:30 (19:00 GMT) on Saturday, the Afghan interior ministry said. weiterlesen

Merkel an die NATO: „Keine konkreten Pläne'“ für mehr Soldaten in Afghanistan

Zur Vorbereitung des NATO-Gipfels am 25. Mai hat sich der Generalsekretär des Bündnisses, Jens Stoltenberg, am (heutigen) Donnerstag in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen. Zwei Punkte waren dabei aus deutscher Sicht von besonderem Interesse: Wird es eine Erhöhung der Truppenstärke in Afghanistan geben, also auch mehr deutsche Soldaten? Und: Wenn die NATO, wie von den USA gefordert, Teil der Anti-ISIS-Koalition wird – was bedeutet das für die Bundeswehr?

So richtig konkret wurde es in den öffentlichen Äußerungen Stoltenbergs und Merkels bei der gemeinsamen Pressekonferenz (Foto oben) nicht; aber zwei Aussagen der Kanzlerin stehen erst mal im Raum: Zum Thema Afghanistan die Aussage

Ich glaube nicht, dass wir sozusagen an erster Stelle stehen, wenn es darum geht, unsere Kapazitäten dort zu erhöhen. Vielmehr müssen wir dafür Sorge tragen, dass die Durchhaltefähigkeit oder die Stabilität im Norden weiter gegeben ist und auch eine berechenbare Operation daraus wird. Insofern sehe ich uns da nicht in der ersten Reihe und habe jetzt keine konkreten Pläne.

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