Weniger internationale Soldaten in Afghanistan: so viele zivile Opfer wie nie

UNAMA_CivDeaths_jul2014

Der Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan hat zwar dazu geführt, dass deutlich weniger afghanische Zivilisten unbeabsichtigte Opfer von Luftangriffen wurden – zugleich ist aber die Zahl der getöteten Afghanen auf einen neuen Höchststand gestiegen. Die UN-Mission in Afghanistan, UNAMA, legte am (heutigen) Mittwoch ihren Bericht vor, mit einem düsteren Ergebnis: Vor allem als Folge zunehmender Bodenkämpfe zwischen Anti-Regierungs-Kämpfern wie den Taliban und afghanischen Regierungstruppen in bevölkerten Gebieten ist die Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten im Vergleich zum Vorjahr fast um ein Viertel gestiegen:

In the first half of 2014, the armed conflict in Afghanistan took a dangerous new turn for civilians. For the first time since 2009 when UNAMA began systematically documenting civilian casualties in Afghanistan, more civilians were found to have been killed and injured in ground engagements and crossfire between Anti-Government Elements and Afghan national security forces than any other tactic. weiterlesen

Der ‘Tiger’ beendet den Afghanistan-Einsatz (neu: Bundeswehr-Nachtrag)

TigerFlyout_klein

Nach gut eineinhalb Jahren am Hindukusch ist der Einsatz der deutschen Tiger-Kampfhubschrauber in Afghanistan beendet. Im Camp Marmal in Masar-i-Scharif fand am (heutigen) Montagnachmittag der Appell statt, mit dem die Helikopter offiziell verabschiedet werden; für den Abend war eine Tiger Fly Out Party geplant (s. Foto oben).

Die vier Kampfhubschrauber waren Ende 2012 nach Afghanistan verlegt worden und hatten im Dezember jenen Jahres ihre ersten Probeflüge absolviert, einsatzbereit waren sie seit Februar 2013. Noch habe ich keine Statistik dieses Einsatzes; neben den Flügen und Flugstunden insgesamt ist ja insbesondere die Frage interessant, wie oft der Tiger scharf geschossen hat. Nach meiner Erinnerung war der bislang einzige bekannt gewordene scharfe Einsatz am 4. Mai 2013 bei dem Gefecht, in dem ein KSK-Soldat gefallen war.

Nachtrag: Die Bundeswehr hat jetzt was zum Ende des Tiger-Einsatzes veröffentlicht, inklusive einer kleinen Statistik: weiterlesen

Ungebrochene Wachstumstendenz: Opium aus Afghanistan

Afghanistan hält nach wie vor den weltweiten Rekord im Mohnanbau und der Opiumproduktion – und erzielt damit zehn bis 15 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts. Schlimmer scheint noch, dass das Wachstum ungebrochen ist: 2013 stieg am Hindukusch im dritten Jahr in Folge die Anbaufläche, wie aus dem jüngsten Bericht der UN-Organisation gegen Drogen und Kriminalität (UNDOC) hervorgeht. UNDOC-Chef Yury Fedotov nannte die Zahlen nüchtern in dem am (heutigen) Donnerstag in Wien vorgelegten Bericht:

The surge in opium production in Afghanistan represented a setback, said Mr. Fedotov, since the world’s largest opium-poppy grower had increased its area under cultivation by 36 per cent from 154,000 hectares in 2012 to 209,000 hectares in 2013.  With a crop yield of some 5,500 tons, Afghanistan accounted for up to 80 per cent of global opium production.

Dabei haben sich die Drogenschmuggler neue Märkte und Absatzrouten erschlossen, weiterlesen

Niederlande planen 100 Soldaten für ISAF-Folgemission

Die Planungen für eine Folgemission nach dem Auslaufen des ISAF-Einsatzes in Afghanistan ab dem kommenden Jahr nehmen zunehmend Gestalt an: Die niederländischen Streitkräfte wollen sich mit rund 100 Soldaten an der vorgesehenen Mission Resolute Support beteiligen und dafür die Infrastruktur der Bundeswehr in Masar-i-Scharif benutzen. Das berichtet der niederländische Volkskrant am (heutigen) Montag: Nieuwe Afghanistan-missie op til voor Nederland (eine englische Zusammenfassung hier). weiterlesen

Obama stellt Weichen für langfristigen Afghanistan-Abzug: 9.800 US-Soldaten im kommenden Jahr

Die Erklärung von US-Präsident Barack Obama kommt viel später als erwartet, aber seit dem (heutigen) Dienstag gibt es Klarheit: Die USA wollen nach dem Ende der ISAF-Mission in Afghanistan für eine Übergangszeit von zwei Jahren mit zunächst 9.800 Soldaten am Hindukusch präsent bleiben. Mit dieser Ankündigung Obamas, die allerdings an eine vorherige Unterzeichnung des Stationierungsabkommens zwischen Afghanistan und den USA gebunden ist, gibt es auch für die Verbündeten Klarheit, dass und in welcher Größe die geplante neue NATO-Mission Resolute Support zustande kommt. Deutschland hatte als erstes ISAF-Land bereits vor einem Jahr dafür 600 bis 800 Soldaten ebenfalls für zwei Jahre zugesagt.

Aus der Erklärung des US-Präsidenten:

At the beginning of 2015, we will have approximately 9,800 U.S. servicemembers in different parts of the country, together with our NATO allies and other partners. By the end of 2015, we will have reduced that presence by roughly half, and we will have consolidated our troops in Kabul and on Bagram Airfield.  One year later, by the end of 2016, our military will draw down to a normal embassy presence in Kabul, with a security assistance component, just as we’ve done in Iraq. weiterlesen

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