Somalia: Black Hawk Down, Diplo Style?

Auch wenn Somalia nach wie vor ein von bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zerrissenes Land ist: Die internationale Gemeinschaft, so schien es in jüngster Zeit, war entschlossen, in dem seit Jahrzenten umkämpften failed state am Horn von Afrika mitzuhelfen, daraus wieder ein funktionierendes Staatsgebilde zu machen. Anfang April hatte auch der Bundestag beschlossen, die EU-Trainingsmission für die somalischen Streitkräfte wieder mit deutschen Soldaten zu unterstützen – mit Ausbildung in der somalischen Hauptstadt Mogadischu selbst.

Doch die anhaltende Auseinandersetzung mit den islamistischen Al-Shabaab-Milizen und vor allem zielgerichtete Anschläge auf UN-Mitarbeiter wie auf somalische Politiker und Journalisten in der vergangenen Tagen scheinen bei der internationalen Gemeinschaft zu einem Umdenken zu führen. So sehr, dass der ranghöchste UN-Vertreter in Somalia offen die Möglichkeit eines Abzugs der internationalen Diplomaten erörtert: weiterlesen

Geschichten aus Afghanistan

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Die Zahl deutscher Journalistinnen und Journalisten, die ständig in Afghanistan leben und von dort berichten, ist, nun, extrem überschaubar (insbesondere verglichen mit der Zahl der Reporter aus den USA und Großbritannien). Deshalb ist es um so bedauerlicher, dass Ronja von Wurmb-Seibel, eine frühere Zeit-Redakteurin, in diesem Blatt zwar bis vor kurzem schrieb – aber: Meine Kolumne aus Kabul erschien sechs Monate lang wöchentlich in der ZEIT. Nach dem Tod von drei Journalisten in Afghanistan wurde sie eingestellt, teilt die Autorin lapidar auf ihrer Webseite mit.

Das hindert Wurmb-Seibel aber nicht daran, ihre Geschichten mit dem scharfen Blick auf den afghanischen Alltag weiter zu erzählen. Auf eigene Rechnung, auf ihrer eigenen Plattform. Und mit dem Wunsch, dass den Lesern diese Geschichten auch etwas Wert sind – denn einen zahlenden Kunden für ihre regelmäßige Kolumne hat sie nicht mehr:

Ich lebe in Kabul und möchte die Geschichten weiterhin schreiben. Ab jetzt finden Sie hier jede Woche, freitags, eine neue Ausgabe meiner Kolumne – für je einen Euro. weiterlesen

RC N Watch: Und wieder Khilagay

Der Combat Outpost Khilagay, im Norden Afghanistans neben der großen Basis in Masar-i-Scharif der letzte verbliebene Stützpunkt mit deutschen Soldaten, ist am (heutigen) Dienstag erneut beschossen worden, wie die Bundeswehr mitteilte:

Am 15. April gegen 00.30 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (03.00 Uhr afghanischer Zeit) kam es zu einem Beschuss des ISAF-Stützpunktes Khilagay, circa 10 Kilometer südöstlich von Pol-i Khomri.
Das Geschoss unbekannter Art schlug im afghanischen Teil des Lagers ein. Es kam weder zu Personen- noch Materialschäden.
Stand: 14.34 Uhr

Ich wette ja fast auf die spätere Aktualisierung, dass es sich um eine 107mm-Rakete gehandelt hat. Wie in etlichen Fällen in der jüngeren Vergangenheit, die ich nach dem letzten Beschuss Khilagays vor zehn Tagen hier zusammengestellt hatte.

Von Besuchten und Intervenierten: Die Afghanistan-Debatte in Deutschland

Bevor wir alle (hoffentlich) in ein low ops Wochenende gehen, möchte ich den Lesern hier noch ein Buch fürs trübe Wochenendwetter vorschlagen: Es heißt ganz schlicht Deutschland in Afghanistan und ist eine vom Soziologen Michael Daxner herausgegebene Textsammlung, in der es vor allem um die deutsche Sicht auf und deutsche Debatte über den Afghanistan-Einsatz geht.

Manches ist einfach nur nett zu lesen, wie die Schilderung des Grünen-Bundestagsabgeordneten Tom Koenigs (Foto oben), der als Leiter der UN-Mission in Afghanistan zu den Besuchten am Hindukusch gehörte, als MdB aber auch die andere Seite kennt:

Feld- und Truppenbesuche deutscher Politiker sind zu einem wichtigen Bestandteil politischer Arbeit geworden. Früher waren es nur die ganz Harten. Seit deutsche Soldaten im Balkan, am Hindukusch, in Afrika kämpfen, gehören sie zum guten Ton. Dauert der Einsatz lange genug, kommt auch der letzte Hinterbänkler. (…) weiterlesen

RC N Watch: ISAF-Stützpunkt in Nordafghanistan angegriffen (Neufassung)

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Der Combat Outpost Khilagay in der nordafghanischen Provinz Baghlan, der letzte Stationierungsort deutscher Soldaten in Afghanistan außerhalb der Basis Masar-i-Scharif, ist am Samstag erneut von Aufständischen angegriffen worden. Deutsche Soldaten wurden nicht verwundet, als Aufständische zwei Mörsergranaten auf den Stützpunkt (oben ein Archivbild von 2010) abfeuerten, wie die Bundeswehr mitteilte:

Am 05.April gegen 13.55 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit (17.25 Uhr afghanischer Ortszeit), kam es zu einem Beschuss des ISAF-Stützpunktes Khilagay, circa 10 Kilometer südostwärts von Pol-i Khomri.
Es wurden zwei Mörsergranaten auf den Stützpunkt abgefeuert, wovon eine circa 100 Meter ostwärts des Lagers und eine Granate im deutschen Teil der Liegenschaft einschlug.
Es wurde kein deutscher Soldat verletzt. weiterlesen

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