Bundeswehr: Neue Offensive für Frauen in den Streitkräften?

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Das sieht doch danach aus, dass die Bundeswehr einen neuen Anlauf, äh, eine neue Offensive für Frauen in den Streitkräften plant…

Obiges Bild wurde am (gestrigen) Dienstag auf dem Facebook-Account der Bundeswehr veröffentlicht. Die Auflösung dazu, so schrieb die Social Media-Redaktion, soll es nächste Woche geben.

Warten wir’s ab. Es gab ja schon mal frauenzentrierte Werbung der Streitkräfte, das lief nicht ganz so gut.

Nachtrag: Auf Snapchat hat die Bundeswehr-Redaktion das Geheimnis schon mal quasi gelüftet (danke für den Leserhinweis):

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Test bei den U.S. Marines: Kampftruppen mit Frauen weniger effektiv

U.S. Marine drill instructors with 4th Recruit Training Battalion, Recruit Training Regiment, Marine Corps Recruit Depot Parris Island stand at parade rest as they wait to give a demonstration of what recruits encounter during pick-up week, the first week of recruit training, during the 70th anniversary of women in the Marine Corps aboard Marine Corps Recruit Depot Parris Island, S.C., March 1, 2013. The celebration was in acknowledgement of the seventy years of continuous service by women in the Marine Corps. (U.S. Marine Corps photo by Cpl Aneshea S. Yee/Released)

Dem U.S. Marine Corps, der vierten, meist für Interventionen eingesetzten Teilstreitkraft der USA gehören seit mehr als 70 Jahren Frauen an – allerdings nicht in den Kampftruppen an vorderster Front. Ob sich daran etwas ändert, scheint nach einer am (heutigen) Donnerstag bekanntgewordenen Untersuchungsreihe der Marines fraglich: Gemischte Kampfeinheiten aus Männern und Frauen, so das Ergebnis der Untersuchung, sind weniger effektiv als rein männliche Einheiten.

Für diese Untersuchungsreihe hatten die Marines eigens eine Einheit zusammengestellt, in der beide Geschlechter vertreten sind. Die Studie wurde durch Berichte der Washington Post und des Christian Science Monitor bekannt. Aus der Zusammenfassung der Untersuchung:

Combat Effectiveness
• Overall: All-male squads, teams and crews demonstrated higher performance levels on 69% of tasks evaluated (93 of 134) as compared to gender-integrated squads, teams and crews. Gender-integrated teams performed better than their all-male counterparts on (2) events. weiterlesen

Soldaten (w) in Norwegen: Auswahlwehrpflicht und gemeinsame Stuben

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Über die Besonderheit der Wehrpflicht in Norwegen war hier bei Augen geradeaus! schon mehrfach was zu lesen (hier, hier und hier): Das skandinavische Land hat nicht nur, inzwischen in der NATO nicht mehr selbstverständlich, weiterhin eine Wehrpflicht. Sondern auch als einziges Land der Allianz eine für beide Geschlechter.

Das Gesetz dazu ist seit Jahresanfang in Kraft, und der Skandinavien-Korrespondent des Deutschlandfunks hat sich das mal näher angeschaut:

Frauen gibt es schon lange bei den norwegischen Streitkräften, bei allen Waffengattungen, in fast allen Funktionen – als Freiwillige. Doch seit Anfang des Jahres gilt in Norwegen auch für Frauen eine Wehrpflicht. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass nun alle Frauen zum Dienst an der Waffe herangezogen werden. weiterlesen

Frauenquote für die Bundeswehr? Steht schon im Gesetz.

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Die Aussagen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zur Förderung von Frauen in der Bundeswehr in einem Interview im aktuellen Spiegel werden kräftig debattiert (auch schon hier im Blog). Damit das ein bisschen an den Fakten orientiert bleibt, aber auch um dem Diskussionsbedarf entgegen zu kommen, hier ein paar Infos dazu. Unter anderem, was schon in Kommentaren angesprochen wurde: Die Bundeswehr hat schon seit zehn Jahren eine Frauenquote. Allerdings wird sie offensichtlich nicht umgesetzt.

Was hat die Ministerin nun konkret gesagt? Die Passage aus dem Spiegel-Interview:

Das Ziel ist ein Antel von Frauen von Führungspositionen, der dem in der Truppe angemessen ist. Bei den Sanitätern haben wir genauso viele junge Ärztinnen wie junge Ärzte. Trotzdem sehen wir in der Spitze fast keine Frauen. Wir haben dort eine Generalin, die einzige überhaupt in der Bundeswehr. Das ist ein lausiger Anteil. Deshalb müssen wir hier auch über Quoten mit klaren Zeitleisten nachdenken.

Das bezieht sich, so hat ein Sprecher des Ministeriums noch mal ausdrücklich klargestellt, auf den Sanitätsdienst. Wo es unter den General- und Admiralärzten eben nur eine Frau unter rund 20 Männern gibt.

Allerdings: Klare Zeitleiste vielleicht, aber über Quote nachdenken? Ein Blick ins Soldatinnen- und Soldatengleichstellungsgesetz, vor ziemlich genau zehn Jahren zum 1. Januar 2005 in Kraft getreten: weiterlesen

Werbepanne: Bundeswehr stoppt Kampagne für Frauen bei der Truppe

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Nur einen Tag nach dem Start hat die Bundeswehr eine neue Werbekampagne für Frauen in den Streitkräften gestoppt. Die Kampagne wurde hier im Blog wie auch in anderen Medien heftig kritisiert, aber das war nach Darstellung des Verteidigungsministeriums nicht der Auslöser: Grund für das abrupte Ende des Werbefeldzugs, zu dem Anzeigen in frauenaffinen Print- und Online-Medien und eine Webseite gehörten, sei eine fehlende Absprache zwischen dem zuständigen Personalamt  und Ministerium gewesen – und ein offenkundiger Programmierfehler: Seit dem Start der Webseite am (gestrigen) 1. Oktober bis zum (heutigen) Donnerstagvormittag war dort ein Vorschaubild gespeichert, das bei Weiterleitung des Links im sozialen Netzwerk Facebook angezeigt wurde. Das Motiv allerdings hatte wenig mit der Bundeswehr zu tun: es zeigte ‚wisch&weg‘-Haushaltstücher (Facebook-Screenshot oben).

Die offizielle Mitteilung des Verteidigungsministeriums vom Donnerstagabend dazu: weiterlesen

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