Arctic Watch: Dänemark erhebt Anspruch auf den Nordpol

Nur als Merkposten, auch wenn das Thema Arktis hier eher ein Randthema ist: Dänemark hat am (heutigen) Montag, als drittes Land nach Russland und Kanada, Anspruch auf den Nordpol angemeldet:

Denmark has presented a claim to the UN, arguing that the area surrounding the North Pole is connected to the continental shelf of Greenland, a Danish autonomous territory. (…) Canada and Russia have already asserted their own sovereignty over the energy-rich Arctic territory. Arctic nations have agreed that a UN panel will settle the dispute. (…) Back in 2008, a US Geological Survey report estimated that as much as 22% of the world’s undiscovered and recoverable resources lay north of the Arctic Circle, but the North Pole itself is unlikely to have much oil or gas beneath its deep waters.

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Entführte Dänen vom Waffen-Frachter in Somalia freigelassen

Eine der mysteriösesten Angriffe somalischer Piraten vor der Ostküste Afrikas scheint nach mehr als zwei Jahren ein glückliches Ende gefunden zu haben. Zwei dänische Seeleute, die im Januar 2011 nach Kaperung des dänischen Frachters Leopard als Geiseln genommen wurden, sind im April wieder auf freien Fuß gekommen, wie das dänische Außenministerium nach einem Bericht der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau* heute mitteilte. Bei der Kaperung gerieten auch vier Seeleute von den Philippinen in Piratenhand – die Meldung ist in dem Punkt nicht ganz eindeutig, legt aber nahe, dass auch sie freigelassen wurden. Nicht bestätigt wurden Angaben, dass für die Freilassung 30 bis 40 Millionen dänische Kronen (vier bis 5,4 Millionen Euro) gezahlt wurden.

Die Kaperung der Leopard war deswegen so mysteriös, weil die Piraten zwar die Mannschaft verschleppten, aber den Frachter mit seiner Ladung steuerlos zurückließen – und das, obwohl das Schiff Waffen und Munition geladen hatte. Auch der Ablauf des Piratenangriffes blieb unklar und ein bisschen bizarr: Angeblich hatten sich die Seeleute in den Schutzraum zurückgezogen und bereits Kontakt mit Seestreitkräften in der Region aufgenommen.

Vielleicht klärt sich das Drama um die Leopard, wenn die Dänen in der Heimat von der längsten Geiselhaft westlicher Seeleute in der Hand somalischer Piraten berichten.

(* Die verlinkte Quelle, Der Nordschleswiger, ist zwar eine deutschsprachige Zeitung, erscheint aber als Zeitung der deutschen Minderheit in Dänemark und damit nicht in einem deutschen Verlag.)

Nachtrag: Zwei interessante Hintergrundstücke dazu:

Somali Piracy during the Leopard case

Post MV LEOPARD: Financial Aspects of Somali Piracy Explained

(Foto: Das Heck der Leopard bei Auffinden durch NATO-Kriegschiffe – Foto: NATO)

Business as usual – auch für die Dänen

Inzwischen reicht so etwas außerhalb des eigenen Landes schon nicht mal mehr für eine Meldung: Die Besatzung des dänischen Kriegsschiffes Absalon hat am Karfreitag 17 mutmaßliche Piraten in Somalia an Land gesetzt. Die Seeräuber waren am 27. Februar von den Dänen bei der gewaltsamen Befreiung eines gekaperten Piraten-Mutterschiffes festgesetzt worden – und seitdem knapp sieben Wochen im Bauch der Absalon über den Indischen Ozean chauffiert worden. Weil sich kein Land zur Strafverfolg bereit fand…

Übrigens: Die Debatte um eine Ausweitung der EU-Antipirateriemission Atalanta auf die Bekämpfung von Zielen an der somalischen Küste ist nicht nur in Deutschland schwierig – auch in den Niederlanden kommt die Diskussion langsam in Fahrt, wie der Kollege Hans de Vreij in seinem Blog meldet (Google-Übersetzung hier).

Jetzt auch die Dänen: Iraner aus Piratenhand befreit

Der Unterschied ist augenfällig: Das dänische Kriegsschiff Absalon hat am Horn von Afrika Fischer aus dem Iran aus der Hand somalischer Piraten befreit. Die Dänen, Teil der NATO-Antipirateriemission Ocean Shield, setzten ein Fischerboot mit Iranern und Pakistani an Bord fest, das die Piraten offensichtlich schon vor einiger Zeit in ihre Gewalt gebracht hatten. (Die Orignalmeldung der dänischen Marine hier.)

Die Aktion fand vor der Küste Somalias statt; eine genauere Angabe zum Ort gibt es in den bisherigen Berichten nicht. Auffällig ist, wie unterschiedlich die öffentliche Resonanz auf diesen Einsatz im Unterschied zur Aktion der U.S. Navy ist, bei der ebenfalls iranische Geiseln aus der Hand der Piraten befreit wurden.

Unterdessen haben somalische Piraten ein Schiff freigelassen, dass bereits im September 2010 gekapert worden war und damit ungewöhnlich lange festgehalten wurde: Nach Angaben des georgischen Außenministeriums kam der maltesische Frachter Olib G. frei. Für das Schiff sollen drei Millionen US-Dollar Lösegeld gezahlt worden sein.

Ente oder Versuchsballon: Deutsche Lufthoheit über Dänemark?

Wie fast alle Staaten müssen/wollen auch die Dänen im Verteidigungsetat sparen, und der dänische Verteidigungsminister Nick Hækkerup hat auch schon eine Idee: Der Luftraum über dem skandinavischen Land, so schlug er nach einem Bericht der Zeitung Politiken (hier die Gugel-Übersetzung) vor, könnte doch künftig von der deutschen Luftwaffe geschützt werden, zum Teil auch von den norwegischen Nachbarn – als Teil einer neuen Gesamtaufteilung der Luftverteidigung in der NATO. Der Generalsekretär der Allianz (und ehemalige dänische Ministerpräsident) Anders Fogh Rasmussen sei von diesem neuen Ansatz des Air Policing begeistert, berichtet das Blatt.

Nun planen die Dänen offensichtlich nicht, ihre eigene Luftwaffe abzuschaffen, auch wenn eine Reduzierung den geplanten Eisnparungen von zehn bis 15 Prozent entgegenkäme. Aber ganz geschickt hat Hækkerup einen wunden Punkt der Deutschen ausgemacht: Die Dänen, schlägt er vor, könnten ja künftig mehr Kampfjets in internationale NATO-Einsätze schicken, wenn dafür die ständige Aufgabe Luftraumüberwachung an den großen Nachbarn abgetreten würde (der ja, das sagt der Kopenhagener Minister so nicht, aber weiß es vermutlich, sich mit solchen internationalen Einsätzen eher schwer tut – wie das Beispiel der nur fotografierenden Recce-Tornados in Afghanistan gezeigt hat).

Schnell mal nach Dänemark? Deutsche Eurofighter im Air-to-Air-Einsatz (Foto: Bundeswehr/Bicker via flickr unter CC-Lizenz)

Und der Minister greift eine Praxis auf, die im Bündnis schon seit Jahren üblich ist: weiterlesen

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