Entführte Dänen vom Waffen-Frachter in Somalia freigelassen

Eine der mysteriösesten Angriffe somalischer Piraten vor der Ostküste Afrikas scheint nach mehr als zwei Jahren ein glückliches Ende gefunden zu haben. Zwei dänische Seeleute, die im Januar 2011 nach Kaperung des dänischen Frachters Leopard als Geiseln genommen wurden, sind im April wieder auf freien Fuß gekommen, wie das dänische Außenministerium nach einem Bericht der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau* heute mitteilte. Bei der Kaperung gerieten auch vier Seeleute von den Philippinen in Piratenhand – die Meldung ist in dem Punkt nicht ganz eindeutig, legt aber nahe, dass auch sie freigelassen wurden. Nicht bestätigt wurden Angaben, dass für die Freilassung 30 bis 40 Millionen dänische Kronen (vier bis 5,4 Millionen Euro) gezahlt wurden.

Die Kaperung der Leopard war deswegen so mysteriös, weil die Piraten zwar die Mannschaft verschleppten, aber den Frachter mit seiner Ladung steuerlos zurückließen – und das, obwohl das Schiff Waffen und Munition geladen hatte. Auch der Ablauf des Piratenangriffes blieb unklar und ein bisschen bizarr: Angeblich hatten sich die Seeleute in den Schutzraum zurückgezogen und bereits Kontakt mit Seestreitkräften in der Region aufgenommen.

Vielleicht klärt sich das Drama um die Leopard, wenn die Dänen in der Heimat von der längsten Geiselhaft westlicher Seeleute in der Hand somalischer Piraten berichten.

(* Die verlinkte Quelle, Der Nordschleswiger, ist zwar eine deutschsprachige Zeitung, erscheint aber als Zeitung der deutschen Minderheit in Dänemark und damit nicht in einem deutschen Verlag.)

Nachtrag: Zwei interessante Hintergrundstücke dazu:

Somali Piracy during the Leopard case

Post MV LEOPARD: Financial Aspects of Somali Piracy Explained

(Foto: Das Heck der Leopard bei Auffinden durch NATO-Kriegschiffe – Foto: NATO)

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