Alpha-Scramble und Überschall: ‚Renegade‘ vor Stuttgart

Etliche Male im Jahr steigt eine Alarmrotte der Luftwaffe mit zwei Eurofightern auf, um ein verdächtiges Zivilflugzeug im deutschen Luftraum zu überprüfen, und meist bleiben diese Einsätze von der Öffentlichkeit unbemerkt. (Wenn es nicht zufällig ein Video davon gibt.) Meist haben die Airliner den Funkkontakt zur Flugsicherung verloren, weil die Funkfrequenz falsch eingestellt wurde, und die Situation klärt sich relativ schnell. Manchmal aber auch nicht, wie am (gestrigen) Samstagabend:

Weil der Funkkontakt zu einer koreanischen Boeing 777 abgebrochen ist, wurde das Flugzeug aufgefordert, am Landesflughafen in Stuttgart zu landen. Hierzu wurde das Flugzeug von zwei Abfangjägern der Bundeswehr begleitet. Da die beiden Düsenjäger mit Überschallgeschwindigkeit anflogen, erzeugten diese zwei lauten Knallgeräusche, was zu einem vermehrten Notrufaufkommen bei Polizei und Rettungsdiensten führte. weiterlesen

Österreich will Eurofighter aus Kostengründen ausmustern (Zusammenfassung)

Als erste Nutzernation des Kampfjets Eurofighter will Österreich seine Flugzeuge dieses Typs vorzeitig ausmustern. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil begründete das am (heutigen) Freitag in Wien mit den hohen Kosten der Maschinen für das österreichische Bundesheer, die zudem nicht alle Anforderungen für die Luftüberwachung erfüllten. An die Stelle der 15 Eurofighter und der ebenfalls noch genutzten veralteten Abfangjäger vom Typ Saab 105 OE soll bereits ab 2020 eine neue Flotte mit einem einheitlichen Jagdflugzeug treten.

Österreich nutzt den Eurofighter in der ersten Version, der Tranche 1. Allerdings wurden die im vergangenen Jahrzehnt über den Airbus-Vorgänger EADS beschafften Maschinen aus Kostengründen nicht so ausgestattet wie diese Version in anderen Nationen. Die deutsche Luftwaffe setzt ihre Flugzeuge der Tranche 1 zum Beispiel für die NATO-Luftraumüberwachung über dem Baltikum ein. Für Österreich würde eine entsprechende Nachrüstung und der weitere Betrieb der Flugzeuge in den nächsten 30 Jahren rund fünf Milliarden Euro kosten, argumentierte Doskozil. weiterlesen

Eurofighter im Alpha-Scramble: So sieht das von oben aus

Weil man’s ja nicht so oft zu sehen bekommt: So sieht das von oben (!) aus, wenn zwei Eurofighter der Luftwaffe ein verdächtiges Linienflugzeug begleiten. In diesem Fall nördlich von Köln eine Boeing 777 der indischen Fluggesellschaft Jet Airways, deren Piloten den Funkktontakt zur Flugsicherung verloren hatten – vermutlich durch einen Zahlendreher bei der Frequenzangabe, wie der Fachinformationsdienst Aviation Herald berichtete. weiterlesen

Flugzeugabschuss gegen „Terror“ – ARD-Themenabend

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Am (heutigen) Montagabend, wie hier schon im Bällebad erwähnt, widmet sich die ARD einem emotional brisanten Thema: Ein Flugzeug wurde entführt, 164 Menschen sind an Bord. Darf man sie opfern, um einen Anschlag auf ein Fußballstadion mit 70.000 Besuchern zu verhindern? Der Pilot des Eurofighters, der das Linienflugzeug abschoss, steht vor Gericht – und am Ende eines fiktiven Gerichtsprozesses sollen die Zuschauer entscheiden, ob er schuldig ist oder nicht.

Das Thema dürfte unter den Leserinnen und Lesern hier auf Interesse stoßen; deshalb dieser Thread als Begleit-Kommentierungsmöglichkeit zum Film nach dem Theaterstück von Ferdinand von Schirach, zur Zuschauerentscheidung und zur anschließenden Debatte in der Sendung Hart aber fair.

(Bei Hart aber fair sitzen unter anderem auf dem Talk-Podium: Thomas Wassmann vom Verband der Besatzungen strahlgetriebener Kampfflugzeuge quasi als Sprecher der Piloten. Und der frühere Verteidigungsminister Franz-Josef Jung, der mir in einem Interview 2007 gesagt hatte: Deshalb müsste ich im Notfall vom Recht des übergesetzlichen Notstands Gebrauch machen: Wenn es kein anderes Mittel gibt, würde ich den Abschussbefehl geben, um unsere Bürger zu schützen. Das ist nach meinem Verständnis eine wichtige Staatsaufgabe.) weiterlesen

Air Policing: ‚Blackjacks‘ über der Nordsee

On Thu 10 September, Royal Air Force Aerospace Battle Managers at RAF Control and Reporting Centre (CRC) Boulmer in Nothumberland alerted and scrambled RAF Quick Reaction Alert (QRA) Typhoon fighter aircraft from RAF Lossiemouth to intercept two Russian military ÔÕBlackjackÕ aircraft who were flying in international airspace.  The RAF Typhoon pilots visually identified the two Russian aircraft and escorted them whilst in the UK area of interest. Air to air refuelling (AAR) support was provided by an RAF Voyager aircraft from RAF Brize Norton.

Über der Nordsee haben britische Eurofighter-Abfangjäger am (gestrigen) Donnerstag zwei russische Tu-160-Überschallbomber im internationalen Luftraum identifiziert und begleitet. Die Maschinen, NATO-Codename Blackjack, befanden sich in der den Briten zugeteilten Luftraum-Identifizierungszone – nähere Angaben über den Ort und vor allem zu der Frage, ob die russischen Flugzeuge, wie über der Ostsee oft festgestellt, mit abgeschaltetem Transponder flogen, machte die Royal Air Force nicht:

On Thu 10 September, Royal Air Force Aerospace Battle Managers at RAF Control and Reporting Centre (CRC) Boulmer in Nothumberland alerted and scrambled RAF Quick Reaction Alert (QRA) Typhoon fighter aircraft from RAF Lossiemouth to intercept two Russian military ‚Blackjack‘ aircraft who were flying in international airspace.
The RAF Typhoon pilots visually identified the two Russian aircraft and escorted them whilst in the UK area of interest. Air to air refuelling (AAR) support was provided by an RAF Voyager aircraft from RAF Brize Norton.

So viele aktuelle Fotos der Blackjack gibt es nicht – nach Angaben des Bloggerkollegen vom Aviationist gibt es derzeit fünf einsatzklare Flugzeuge dieses Typs. Deshalb hier noch weitere Bilder von der RAF: weiterlesen

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