Seenotrettung im Mittelmeer: Schüsse auf die Helfer

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Am vergangenen Freitag stoppte die Deutsche Marine vor Libyen mit Warnschüssen ein verdächtiges Schlauchboot, das auf den Tender Werra zuraste – und jetzt wurde bekannt: Ebenfalls in der vergangenen Woche wurde ein Schiff der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen vor der libyschen Küste beschossen und vorübergehend geentert. Die Situation im Mittelmeer vor dem nordafrikanischen Land scheint zunehmend gefährlicher zu werden.

Von dem Überfall auf das Rettungsschiff Bourbon Argos von Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières, MSF) berichtete am (heutigen) Mittwoch erstmals das deutsche Redaktionsbüro Correctiv. Vor einer Woche hätten Unbekannte von einem Schnellboot aus die Brücke der Bourbon Argos unter Feuer genommen. Die Besatzung flüchtete in die Zitadelle, einen sicheren Raum im Rumpf. Drei Männer hätten das MSF-Schiff dann durchsucht und sich für Laptops und Wertsachen nicht interessiert; schließlich hätten sie die Bourbon Argos verlassen. weiterlesen

US-Armee legt Bericht zu Angriff auf Hospital in Kundus vor – Keine strafrechtlichen Folgen

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Die US-Streitkräfte haben am (heutigen) Freitag den offiziellen (und öffentlichen) Bericht zum Luftangriff eines US-Flugzeugs auf das Krankenhaus der Organisation Ärzte ohne Grenzen in Kundus in Nordafghanistan vorgelegt, bei dem am 3. Oktober vergangenen Jahres 42 Menschen starben. Der Bericht listet zwar Versäumnisse und Fehler des Militärs auf, über die bereits bekannt gewordenen internen Disziplinarmaßnahmen hinaus wird es aber keine strafrechtlichen Folgen geben:

The US military will seek no criminal charges against service members for a volley of airstrikes that killed 42 civilians in a hospital in northern Afghanistan in October.
While the military announced on Friday it has disciplined a dozen troops for one of the most infamous episodes of the longest-ever US war, the lack of criminal accountability defies a call from the nongovernmental group that ran the hospital in Kunduz, which has characterized the 3 October episode as a war crime. weiterlesen

US-Kommandeur in Afghanistan entschuldigt sich für Angriff auf MSF-Hospital

Der neue Kommandeur der NATO-Mission Resolute Support in Afghanistan und zugleich Chef der US-Truppen am Hindukusch hat sich bei einem Besuch in Kundus am (heutigen) Dienstag für die Bombardierung des Krankenhauses der Organisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières, MSF) entschuldigt. Bei dem fehlgeleiteten Luftangriff auf das Hospital waren am 3. Oktober mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. US-General John Nicholson traf mit Vertretern der Organisation und Angehörigen der Opfer zusammen, wie Resolute Support mitteilte:

Additionally, Nicholson met with representatives of Medecins Sans Frontieres (MSF), family members of victims, and leaders of the Kunduz community. During this meeting he expressed his condolences to members of the MSF staff as well as those affected by the hospital strike that occurred on October 3rd, 2015. weiterlesen

Nach Bombenangriff auf MSF-Klinik in Kundus: Disziplinarstrafen für US-Soldaten

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Als Folge des tödlichen Bombenangriffs auf ein Krankenhaus der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières, MSF) in der nordafghanischen Stadt Kundus wurden gegen ein Dutzend US-Soldaten Disziplinarstrafen verhängt. Strafrechtliche Folgen hatte der Angriff, bei dem mindestens 42 Menschen ums Leben kamen, für die Angehörigen der Streitkräfte nicht, berichtete am (heutigen) Mittwoch die Nachrichtenagentur AP. Von einem US-Flugzeug war das Hospital trotz zwischenzeitlicher Hinweise an die US-Streitkräfte und die NATO-Mission Resolute Support am 3. Oktober vergangenen Jahres wiederholt bombardiert worden. Die Hintergründe des Vorgehens sind weiterhin öffentlich nicht vollständig bekannt.

Die Disziplinarstrafen sind nach dem Bericht überwiegend verwaltungstechnischer Natur und betreffen nicht die Führungsebene, heißt es bei AP:

More than a dozen U.S. military personnel have been disciplined – but face no criminal charges – for mistakes that led to the bombing of a Doctors Without Borders hospital that killed 42 people in Afghanistan last year, U.S. defense officials say. weiterlesen

Angriff auf Hospital in Kundus: US-Militär spricht von ‚menschlichem Versagen‘ (Update: MSF)

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Der tödliche Luftangriff der USA auf ein Krankenhaus der Organisation Ärzte ohne Grenzen in Kundus in Nordafghanistan war nach Einschätzung des US-Militärs Folge menschlichen Versagens und wurde zudem von organisatorischen Mängeln begünstigt. Der Kommandeur der NATO-geführten Mission Resolute Support wie auch der US-Truppen in Afghanistan, US-General John Campbell, legte am (heutigen) Mittwoch in Kabul die wesentlichen Erkenntnisse der militär-internen Untersuchung des Zwischenfalls am 3. Oktober vor, bei dem mindestens 30 Menschen ums Leben kamen:

The report determined that the U.S. strike upon the MSF Trauma Center in Kunduz City, Afghanistan, was the direct result of human error, compounded by systems and procedural failures. The U.S. forces directly involved in this incident did not know the targeted compound was the MSF Trauma Center. The medical facility was misidentified as a target by U.S personnel who believed they were striking a different building several hundred meters away where there were reports of combatants. weiterlesen

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