Personalstärke Februar 2026: Leichter Rückgang, Ministerium betont „saisonale Schwankungen“
Die Zahl der aktiven Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr ist im Februar im Vergleich zum Vormonat leicht zurückgegangen. Mit 186.221 liegt sie um rund 200 unter der Personalstärke im Januar, insbesondere wegen der geringeren Zahl der Kurzdiener bis zu 23 Monaten. Weiterhin liegt die Gesamtzahl ebenso wie die der Kurzdiener aber deutlich über der des Vorjahres. Das Verteidigungsministerium flankierte die Veröffentlichung der Statistik denn auch mit einer Pressemitteilung, in der die saisonale Schwankung hervorgehoben wurde – so habe es im Februar 20 Prozent mehr Bewerbungen als im Vorjahr gegeben.
Die Statistik für Februar 2026, am (heutigen) Dienstag wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht. Im Vergleich zur bisherigen Statistik gibt es kleinere Änderungen: Die Zahl der so genannten Kurzdiener, sechs bis 23 Monate Dienstzeit, wird nunmehr in Freiwillig Wehrdienstleistende (FWDL) mit bis zu zwölf Monaten sowie Soldatinnen und Soldaten auf Zeit kurz (SaZ kurz) mit bis zu 23 Monaten Dienstzeit aufgeteilt. Neu ist zudem die Übersicht über die Dienstgradgruppen, von den Mannschaften bis zur Generalität. Und außerdem eine Gesamtzahl für Ministerium und Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche, in der jeweils Soldaten und zivile Mitarbeiter zusammengerechnet werden (auf die Aufnahme dieser Zahlen verzichte ich hier der Übersichtlichkeit halber).
Die Zahlen des Ministeriums:
Insgesamt leisten 186.221 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung 1.078
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 3.921
Heer 64.607
Luftwaffe 28.765
Marine 15.989
Cyber- und Informationsraum 13.818
Unterstützungsbereich 47.603
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 1.093
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.927
Bereich Personal 7.420
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten
Berufssoldat*innen 60.220
Soldat*innen auf Zeit lang (ab 2 Jahren Dienstzeit) 112.615
Soldat*innen auf Zeit kurz (12 bis 23 Monate) 2.081Freiwillig Freiwillig Wehrdienstleistende (6 bis 11 Monate) 11.305
Dienstgradgruppen (gerundet)
Generale/Admirale 220
Stabsoffiziere 15.750
Offiziere 23.730
Unteroffiziere mit Portepee 61.840
Unteroffiziere ohne Portepee 28.880
Mannschaften 55.800
Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:
25.417 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; mehr als 13 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr
Verteidigungsministerium 70
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 461
Heer 5.065
Luftwaffe 3.021
Marine 1.798
Cyber- und Informationsraum 1.415
Unterstützungsbereich 11.770
Personal 1.550
Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen 136
Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung 131
Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 7.248
Unteroffizierinnen mit Portepee 9.007
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.394
Mannschaften 5.768
Status
Berufssoldatin 6.014
Zeitsoldatin lang 17.220
Zeitsoldatin kurz 377
Freiwilligen Wehrdienstleistende 1.806
Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten – analog zu den Soldat*innen nach Teilstreitkräften und Organisationsbereichen aufgeschlüsselt; zusätzlich werden Militärseelsorge und Rechtspflege ausgewiesen.
Beschäftigt sind 81.205 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bundesministerium der Verteidigung 1.846
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 1.608
Heer 2.501
Luftwaffe 4.774
Marine 1.820
Cyber- und Informationsraum 1.824
Unterstützungsbereich 11.288
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 32.720
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 11.641
Bereich Personal 10.604
Militärseelsorge 485
Rechtspflege 94
Der Anteil von Frauen am zivilen Personal wird nur nach Statusgruppen ausgewiesen:
Von den insgesamt 81.205 zivilen Beschäftigten sind 31.994 Frauen (rund 39 Prozent), die in allen Bereichen der Bundeswehr tätig sind.
Beamtinnen insgesamt 10.893
im höheren Dienst 2.261
im gehobenen Dienst 4.575
im mittleren Dienst 4.039
im einfachen Dienst 18
Arbeitnehmerinnen 19.122
im Vorbereitungsdienst, in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis 1.979
(Stand 28. Februar 2026)
Die frühere ausführliche Statistik der Personalstärke in den Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen wurde durch die Gesamtzahl nur in den Auslandseinsätzen ersetzt. Der Stand vom 9. März 2026:
Insgesamt sind 938 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.
Darüber hinaus gibt es noch die Anerkannten Missionen.
(Die diversen Anerkannten Missionen wie z.B. die NATO-Battlegroup oder auch die neue Panzerbrigade 45 Litauen sind eben damit nicht erfasst.)
Der Vollständigkeit halber die gesonderte Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums dazu:
Positiver Personaltrend der Bundeswehr hält im Jahresvergleich an – Gesamtpersonalbestand mit saisonalen Schwankungen
Die Bundeswehr verzeichnet auch im Februar 2026 eine positive Personalentwicklung und setzt ihr personelles Wachstum fort. Bis zum Ende des Monats haben sich rund 16.100 Menschen auf die Einstellung in eine militärische Laufbahn beworben – ein Plus von 20% im Vergleich zum Vorjahr. Diese Tendenz spiegelt sich auch in den Neueinstellungen wider: Mit mehr als 5.300 Einstellungen wurde 14% mehr Personal gewonnen als zur selben Zeit im Vorjahr.
Insbesondere bei Mannschaftssoldatinnen und -soldaten im Rahmen des Neuen Wehrdienstes ist es gelungen, den Personalbestand im Vergleich zum Vorjahr signifikant zu erhöhen. Derzeit sind rund 13.400 Personen als Freiwillig Wehrdienstleistende (6-11 Monate) und kurzdienende Zeitsoldaten („SaZ kurz“, 12-23 Monate) in der Bundeswehr tätig – ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die aktive Personalstärke der Bundeswehr beträgt aktuell rund 186.200 Soldatinnen und Soldaten, was einem Zuwachs von rund 3.600 Personen im Vergleich zum Februar 2025 entspricht. Die Gesamtpersonalstärke wird im Jahresverlauf weiterhin saisonalen Schwankungen unterliegen. Im Frühjahr scheiden erfahrungsgemäß überproportional viele Soldatinnen und Soldaten zu ihrem Dienstzeitende planmäßig aus, um den persönlichen Lebensweg im zivilen Arbeitsumfeld fortzusetzen und z.B. ein Studium oder eine Ausbildung im Sommerhalbjahr zu beginnen. Außerdem ist die Nachfrage nach Grund- und Basisausbildungen nicht so stark wie beispielsweise im April und der zweiten Jahreshälfte.
Das Interesse an einer Karriere bei der Bundeswehr ist zusammenfassend weiterhin sehr groß, die saisonalen Schwankungen im Bereich der Mannschaften fallen erwartungsgemäß aus.
Den Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen, gibt es auf einer gesonderten Übersichtsseite.
(Foto: A German service member poses for a photo in Setermoen, Norway, March 12, 2026. The service member was present during a capability demonstration between Norway, the United States, France, and Germany for exercise Cold Response 26 – U.S. Marine Corps photo by Cpl. Garrett Gillespie)
Zahlen Dezember 2025
Berufssoldaten 59.447
Soldaten auf Zeit 112.578
Freiwilligen Wehrdienst Leistende 12.169
Zahlen Februar 2026
Berufssoldat*innen 60.220 ( + 773 )
Soldat*innen auf Zeit lang (ab 2 Jahren Dienstzeit) 112.615 ( + 37 )
Soldat*innen auf Zeit kurz (12 bis 23 Monate) 2.081Freiwillig Freiwillig Wehrdienstleistende (6 bis 11 Monate) 11.305
FWDL + SaZ-kurz = 13386 ( + 1217 )
Kann man im Sinne der reinen Kopfzahl positiv sehen…
Aber auch so:
1) Der Weg in die Überalterung wird weiter beschritten… immer mehr BS…
2) weiter kein signifikanter Anstieg bei den SaZ-lang … der Mangel bleibt…
3) die Zahl FWDL+ SaZ-kurz ist weiter gestiegen, liegt aber immernoch deutlich unter der Soll-Zahl FWDL für 2025 von 15.000 (Ziel 2026 : 20.000 !)
Ist mir absolut schleierhaft wie man bis 2029 40+ weitere Btl alleine beim Heer aufstellen will.
Ohne vollumfängliche Reaktivierung der WehrPFLICHT nicht realisierbar.
Auch wenn das bestimmt schon oft kommentiert wurde:
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Dienstgradgruppen (gerundet)
Generale/Admirale 220
Stabsoffiziere 15.750
Offiziere 23.730
Unteroffiziere mit Portepee 61.840
Unteroffiziere ohne Portepee 28.880
Mannschaften 55.800
*******************************************
Rechnet man das nach sind das unter 30% Mannschaftsdienstgrade.
Im kalten Krieg und auch noch Jahre danach in den 1990ern waren das gefühlt über 70%.
Oder täuscht da die Erinnerung ?
@Apollo11, nein, Ihre Erinnerung täuscht keineswegs.
Für die Marine kann ich vermelden, dass sie 1990 bei einer Personalstärke von ca. 30.000 Mann genau 33 Admirale hatte (einschl. 2 Admiralärzte) und die Flotte verfügte über ca. 200 seegehende Einheiten, 2 Tornadogeschwader sowie ein Seakinggeschwader und ein Geschwader Breguet Atlantic.
Aktuell hat die Marine nur noch ca. 17.000 Männer und Frauen sowie ca. 60 seegehende Einheiten und 1 Marinefliegergeschwader mit wenigen NH90 und P8.
Die Liste der aktiven Admirale weist aber aktuell sogar 34 Dienstposten aus.
Und da beklagt der Inspekteur der Marine in seiner Jahreslosung 2026 den Wasserkopf:
„Die heutige Struktur der Marine ist zu kopflastig, zu kompliziert und bietet
zu viele Möglichkeiten, sich der Verantwortung zu entziehen. Sie ist
zudem auf die alte Welt der Auslandseinsätze ausgerichtet. Diese Struktur
werden wir erneuern und effektiver machen – und die Verantwortung
jedes Einzelnen stärken.“
Seien wir doch mal gespannt wie viele Admirals-DP er denn tatsächlich streichen wird, oder ob das auch wieder nur heiße Luft ist!
Ich entnehme den Zahlen zunächst einmal Folgendes:
1. 20% mehr Bewerber als vor einem Jahr
2. 14% mehr Einstellungen als von einem Jahr
3. 2% mehr Soldaten als vor einem Jahr.
Den Aufwuchs von 2% in einem Jahr muss man ins Verhältnis setzen zu 0,5% Aufwuchs im Vergleichszeitraum 2024/2025 und gar -0.7% Schrumpfung im Vergleichszeitraum 2023/2024 ( an dieser Stellen vielen Dank an T.Wiegold für die exzellente Archivpflegen).
Was bedeutet dies? Ich interpretiere es so, dass die Bundeswehr langsam wieder anfängt zu wachsen. Bei dem gegenwärtigen Stand der Bewerbungen wären dann dauerhaft so ca. 15 % Aufwuchs möglich. Das heißt, dass es voran geht, dass aber natürlich noch mehr Tempo aufgenommen werden muss.
Grundsätzlich ist – wie bei allen anderen Organisationen auch – zu bedenken, wieviel „organisches“ Wachstum die Bundeswehr überhaupt sinnvoll stemmen kann. Ich persönlich glaube, dass man einen jährlichen Aufwuchs von 5% anstreben sollte. Dann hat man innerhalb von neun Jahren 50% Aufwuchs erreicht. Viel mehr scheint mir innerhalb dieses Zeitraums – außer es gibt eine Notlage – nicht sinnvoll umsetzbar. Aus meiner Sicht ist dies auch konsistent mit dem möglichen Aufwuchs beim Material und den Liegenschaften.
Was das Heer anbelangt, sehe ich konkret heute den Aufbau der Brigade Litauen und das „Nachfüllen“ der abgebenden Divisionen. Was bedeutet dies relativ für das Heer? 10 – 15% Aufwuchs in den kommenden 3-4 Jahren? Und der richtige Serienzulauf für die mittleren Kräfte (Schakal, RCH155, Skyranger 30, Patria Nemo, etc.)) beginnt erst nächstes Jahr und kommt meiner Einschätzung nach erst im Laufe von 2028 auf volle Touren.
Es ist doch völlig klar, dass ohne echte Wehrpflicht keine Wende beim Personal erreichbar ist.
-> Das war auch in Schweden nicht so, weshalb der Dienst dort seit Jahren absolut verpflichtend ist, wenn man nach Fragebogen und Musterung ausgewählt wird.
Letzlich spielt man auf Zeit (Infrastruktur und Organisation für Musterung etc. muss erst aufgebaut werden…) und verschiebt das Thema in die nächste Legislatur. Bei der SPD zwar verständlich (passt nicht zur Klientel), bei der CDU unverantwortlich. Die Union stellt den Kanzler und duckt sich trotzdem vor der Verantwortung weg, obwohl die Einschläge seitens Trump immer dichter kommen…
-> Aber: Außer bei Herrn Wiegold wird das Thema seitens der Presse nicht verfolgt (und schon gar nicht durchdrungen). Zu den o.g. Zahlen wusste heute z.B. das Info-Radio zu berichten, dass es bei der Bundeswehr jetzt mit dem Personal „super“ läuft.
-> Hauptsache der Spin stimmt…
(Dann macht man einfach noch mehr übergewichtige und eigentlich dienstunfähige Leute zu Berufssoldaten und schon stimmt die Statistik. Wir brauchen berstimmt noch irgendwo ein weiteres Amt!)
Also wenn man nur die Zahlen betrachtet steht 1 StOffz/Offz für 1,6 Uffz mP/oP und 1,4 Mannschaften zur Verfügung. Eigentlich ein sehr guter Kaderpersonalkörper der bei ausreichend Material „nur“ mit Mannschaften (Wehrpflichtigen) aufgefüllt werden muss. Bis man 1/3/5 erreicht, was etwa der Bundeswehrstruktur 1985 entspräche. Dann noch ein paar Uniformen, Ausrüstung und Behausung gekauft und schon ist die Verteidigungsfähigkeit wieder hergestellt.
Also ich bleibe skeptisch.
Der transatlantische Traum ist der facto ausgeräumt. Wir befinden uns seit vielen Monaten im Epochen – Wechsel.
Für den Aufwuchs der Streitkräfte in der Bundesrepublik Deutschland ist nunmehr die Wehrpflicht notwendiger denn je.
Solange es diese USA unter diesem Mister Trump gibt, erklärt sich das von selbst. Aber auch für die Zukunft ist der angerichtige Vertrauensschaden m. E. nach Irreparabel. Im historischen Kontext des Zeitgeschehen sind diese Veränderungen dauerhaft und unumkehrbar.
@Thelamon
‚Ausser bei Herrn Wiegold wird das Thema seitens der Presse nicht verfolgt‘
In der Fachpresse wird der Personalaufwuchs, Personalführung sowie Aufstellung der Streitkräfte unter Berücksichtigung des Themas Wehrpflicht zwar auch gesehen und behandelt. Bei TW bildet dieser Themenbereich in seiner wiederkehrenden Fortschreibung der Personalstatistik so eine Art ‚Reminder‘ und es lassen sich sowohl Veränderungen wie Stillstand in der Personalentwicklung als auch Stagnation feststellen.
Sie können aber ganz unbesorgt sein : Mister Trump und andere radikale Akteure sorgen mit Ihrem Verhalten bereits dafür, dass die Wehrpflicht wieder kommen wird. Auch in Deutschland.
Sehr geehrter Herr Valecchi, selbstverständlich wird und muss (!) der verpflichtende Wehrdienst wieder eingeführt werden.
-> Das Problem der Verdrängung, Verschiebung und Verharmlosung des Themas seitens der Politik („alles freiwillig“) bei gleichzeitiger Ignoranz/ Inkompetenz der Leitmedien wird aber dazu führen, dass die Bevölkerung nicht ehrlich „mitgenommen“und vorbereitet wird.
-> Wenn dann der Verpflichtende Wehrdienst kommt werden sich die jungen Wehrpflichtigen zurecht verarscht vorkommen und reihenweise verweigern.
@Apollo11 & ini: Das Verhältnis Mannschaften zu Unteroffizieren kann in einer modernen technisierten Armee nicht nur über den Dienstgrad bewertet werden. Spannend ist die Frage, welche UO / PUO eine „echte“ Führungsverwendung haben und welche in einer reinen Fachlaufbahn sind. Beispiel: Spätestens mit Aussetzung der Wehrpflicht mussten W12 mit abgeschlossener Kfz-Mechaniker Ausbildung und Gesellenprüfung durch SAZ mit Unteroffiziersrang (Fachunteroffiziere) ersetzt werden. In welchem statistischen Umfang dies geschah / geschieht kann ich nicht sagen, aber mir sind diese Fälle bekannt. In den späten 1960ern, als viele Uffz-Dienstposten nicht besetzt werden konnten, gab es zum Beispiel die Erkenntnis, dass in technischen Verwendungen mit hochqualifizierten Wehrpflichtigen die Lücken halbwegs geschlossen oder überbrückt werden konnten. Berühmte Beispiele die Fernmeldetechniker der deutschen Bundespost und die W15 Truppenärzte. Aber: Die Kampf- und Kampfunterstützungstruppen hatten dramatische Lücken, weil ein Gruppenführer Infanterie oder Geschützführer eben kaum durch zivile Qualifikationen und Berufserfahrungen etwas mitbringen kann.
Ich lese daraus, dass die Zahl dienender Frauen wichtiger scheint als die Zahl beorderter Reservisten die tatsächlich aktiv sind. Wie war das mit 200.000 Reservisten?
@Apollo 11: Vor der Einheit hatte die BW ca 250.000 Wehrpflichtige. Bei 495.000 Soldaten gab es einen Wehrpflichtigen auf einen Vorgesetzten. Bei 495.000 Soldaten war die Hälfte der Armee Wehrpflichtige. Wie viele Mannschaften als SaZ noch dazu kamen, weiss ich nicht. Da Marine & Luftwaffe mehr technisches Wissen erfordern als das Heer, war die Zahl der Wehrpflichtigen im Heer sicher höher als 50 % & höher als bei Luftwaffe und Marine. Ihre 70 % Wehrpflichtigen könnten fürs Heer stimmen. Für die BW 1994 nach der Einheit stehen die Zahlen im Weißbuch 1994. Die Truppenstärke Betrug damals 370.000 Soldaten. Aus dem Gedächtnis zitiert, waren dies 366 000 aktive Soldaten, 4.000 Reservistenstellen und 193.000 Mannschaftssoldaten. Davon 39.000 SaZ Mannschaften und 154.000 Wehrpflichtige. Ergibt 173.000 Vorgesetzte, davon 12.000 Stabsoffiziere. Die Truppenstärke wurde folglich vor allem durch weniger Wehrpflichtige erreicht, was das Verhältnis zwischen Mannschaften und Vorgesetzten verschlechtern musste. Erschreckend find ich die Verteilung zwischen SaZ kurz und FWDL, dass zwar 11.000 FWDL vorhanden sind, welche aber nur sich für 7 – 11 Monate verpflichtet haben, aber nur 2.000 SaZ kurz 12 – 23 Monate dienen. Ich kann keinen Vorteil erkennen, sich nur so kurz zu verpflichten?Auslandseinsätze gibt es kaum noch. Für die BW ist jeder SaZ kurz besser als nur FWDL. Bei so kurzer Verpflichtung im Durchschnitt, würde es sich für die BW lohnen, möglichst viele FWDL vom Wechsel zu SaZ kurz oder lang zu überzeugen. Interessant wäre es auch zu wissen, ob der höhere Sold zu weniger Abbrüchen führt in der Probezeit? Oder ob die Abbruchquote unverändert hoch ist?
Mit der jetzigen Personalentwicklung ist nicht absehbar, ob und wann die Bundeswehr die angestrebte Personalstärke erreicht. Fraglich ist, ob das Ziel von ca. 220.000 Tausend Soldaten +200.000 Reservisten selbst bei technologischem Fortschritt mit Drohnen etc. überhaupt ausreicht. Das wird von Russland und anderen aufmerksam beobachtet und in deren Risikoanalyse berücksichtigt.
Da Deutschland nicht im Zeitplan ist und der Vorsprung Russlands, was deren Angriffsfähigkeit betrifft wächst, stellt sich weniger die Frage, ob Russland die Nato angreift, sondern wann.
Da niemand sagen kann, dass das nicht vorhersehbar war, gehen wir sehenden Auges und mehr oder weniger unvorbereitet in einen europäischen Krieg, bzw. bleiben weiter erpressbar und werden dafür die Rechnung bezahlen. Die wird wahrscheinlich höher ausfallen, als sich so schnell wie möglich auf einen kriegerischen Konflikt vorzubereiten. Dazu bedarf es eines Neubeginns und nicht ein „weiter so“ mit erwiesenermaßen untauglichen Mitteln z.B. bei der Personalgewinnung und der Beschaffung, vom Zivilschutz ganz zu schweigen.
@Closius sagt:
19.03.2026 um 13:08 Uhr
„…11.000 FWDL vorhanden sind, welche aber nur sich für 7 – 11 Monate verpflichtet haben, (…).
Ich kann keinen Vorteil erkennen, sich nur so kurz zu verpflichten?
Ist doch Ideal um z.B. die Zeit bis zum Studium zu überbrücken, oder als Zeit um nebenbei einen guten Job im zivilen zu finden… anstatt Geld vom Amt zu beziehen…
Und dies für 2600 €/Brutto… ohne weitere Sozialabgaben… bei LStKl I also ca. 2.200 €/Netto…
Bei z.B. 8 Monaten bis zum Studium gut 17.000 €/Netto… bei deutlich überschaubaren Anforderungen durch den Dienstherrn…
Fragen Sie einmal die vielen Millionen Menschen im Niedriglohnsektor was sie von 2.200 €/Netto im Monat halten… Denn wer z.B. nur den aktuellen Mindestlohn bekommt… geht bei LStKl I nach Steuern und Sozialabgaben… bei selber Arbeitszeit wie der FWDL … nur mit ca. 1660 €/Netto nach Hause.
Gut 500 € weniger !
@ Felix2 sagt, 19.03.2026, 17:17 Uhr:
„… Ist doch Ideal um z.B. die Zeit bis zum Studium zu überbrücken, oder als Zeit um nebenbei einen guten Job im zivilen zu finden… anstatt Geld vom Amt zu beziehen…“
Genau das ist der springende Punkt. Die jungen Menschen -bleiben wir bei dem Beispiel 8 Monate- bekommen gut 17000 €, haben noch 4 Monate Zeit bis zum Studium und können sogar noch einen tollen Urlaub machen. In 8 Monaten schaffen Sie eine Grundausbildung, eine Dienstpostenausbildung, z.B. Sicherungssoldat, und haben zwei Rest-Monate zum Abbau von Überstunden, Urlaub, Auskleidung etc. Da bleibt das Prinzip Hoffnung, den jungen Menschen so neugierig gemacht zu haben, dass er in den Semesterferien, wenn möglich zur Übung kommt.
Ganz sicher aber hat es die Zahlen positiv beeinflußt und damit sieht der BM gut aus. Wenn der BM gut aussieht, hat das BMVg den Auftrag erfüllt, unabhängig ob die Zahlen operativ nützlich sind, oder nicht. Reform by Schilling/Sieger.
So. Geht. Karriere.
@ Christan Bühring Wenn 1,4 Millionen Soldaten und 500 Millionen Einwohner plus einer wesentlich stärkeren Wirtschaftsleistung der europäischen NATO-Staaten nicht reichen, dann weiß ich es auch nicht. Wie hoch sollen wir denn als Verteidiger überlegen sein? Reicht 4:1? Bezahlen wir für einen Papiertiger? Veilleicht sollten wir mal mehr in Kampftruppen statt in Ämter und Stäbe investieren. Der Russe hat sich schon in der Ukraine verhoben.
@ORR sagt:
19.03.2026 um 18:38 Uhr
„Wenn der BM gut aussieht, hat das BMVg den Auftrag erfüllt, unabhängig ob die Zahlen operativ nützlich sind,“
Da bin ich ganz bei Ihnen.
Wobei zu beachten ist … wie in der Präambel des WDmodG klar nachzulesen ist:
Die neue Möglichkeit des FWDL und SaZ-kurz soll primär (!) Reservisten in kurzer Zeit (bis 2029/30) generieren.
Nur als Nebeneffekt (!) hofft man natürlich, wie früher bei den GWDL, auch einen signifikanten Anteil an SaZ-lang aus diesem Pool zu gewinnen.
Nur …
+ dafür gibt es keine klaren neuen (!) Konzepte (nach „Trendwende Personal“ und „Task Force Personal“ sind die Ideen auch ausgereizt…)
+ es wird nach dem Prinzip Hoffnung verfahren
+ in der Verzweiflung greift man zu Mitteln die es „früher“ nicht gegeben hätte…
> z.B. stetige Vergrößerung des IST an Berufssoldaten ( 07/2025 – 02/2026 um 2.227 erhöht )
> z.B. plant man die deutliche Reduzierung von ZAW-Maßnahmen (eigentlich ein Attraktivitätsfaktor!)
> z.B. könnte es sein, dass es bei Umsetzung des OVG NRW-Urteils zu den Mindestzeiten zur Beförderung
zur Abschaffung der großen Bündelung F-SF kommen könnte (die auch als Attraktivitätsfaktor
eingeführt wurde…)
Wie ich hier schon X-mal geschrieben habe, die tausenden (!) benötigten zusätzlichen (!) SaZ-lang…
die ich ausschließlich freiwillig gewinnen kann… werden unter den aktuellen Bedingungen von
Demographie und Mindset der GenZ und GenA nicht zu generieren sein.
Die Ukraine spielt medial so gut wie keine Rolle mehr, die Jugend sieht sich in der Masse nicht
von Russland bedroht… das zeigen alle seriösen Umfragen. Dem zivilen Arbeitsmarkt gehen in den
nächsten Jahren gut 7 Millionen Beschäftigte durch Rente/Pension verloren… und demographisch
rücken nur ca. 5 Millionen nach… Auch wenn einzelne Bereiche der Wirtschaft aktuell schwächeln,
gesamtgesellschaftlich betrachtet wird der Arbeitsmarkt somit eine Arbeitnehmermarkt sein.
Vor diesen Hintergründen kann man erwarten das die reinen Kopfzahlen, ggf. mit einer Wehrpflicht light,
des § 91 Soldatengesetz erreicht werden… aber nicht die Soll-Zahlen an Uffz/Fw/Offz für die vielen neuen
Bataillone und Waffensysteme…
Die Ukraine zeigt, dass Russland meinte einen günstigen Moment erwischt zu haben, zu Recht oder zu Unrecht. Weiterhin nimmt Russland den Westen, die Nato, als schwach wahr und ein Angriff auf die baltischen Staaten könnte aus russischer Sicht eine „low hanging fruit“ sein. Da spielen die Zahlen, wie 4 zu 1 keine Rolle, da an der Nordostflanke diese Kräfteverhältnisse nicht schnell genug hergestellt sein können. Beim Zustand der Brücken in Deutschland ist schon fraglich, was da an Kriegsmaterial absehbar drüber gehen kann.
Die Schwächung der Nato durch die amerikanische Politik tut ihr Übriges. Es spielt Putin und China in die Hände und wird in deren Planungen berücksichtigt. Wir werden damit rechnen müssen, dass wenn es nicht in Europa woanders in Taiwan z.B. zum Krieg kommt.
Der Wirtschaftskolonialismus Chinas in Afrika, Südamerika und Europa wird auch dazu beitragen, dass Deutschland und seine Verbündeten durch weniger Zugriff auf sichere Lieferketten im Konfliktfall schneller ans Ende ihrer Fähigkeiten kommen wird.
Ja, die Bundeswehr ist im Augenblick und bis auf Weiteres nicht durchhaltefähig, auch die zivile Seite wie Krankenhäuser und kritische Infrastruktur ebenso.
Der Abbau der Stäbe zugunsten mehr „boots on the ground“ wird seit Jahren von Experten gefordert, getan hat sich nichts. Eher wächst die Überalterung und Kopflastigkeit der Bundeswehr. Vor 40 Jahren bekamen die Deutschen für weniger Geld, mehr äußere Sicherheit.
Ob die Aussage der Bundesregierung mit den 500 Mrd. wirklich zu mehr Sicherheit führt, ist fraglich. Zwei Wirtschaftsinstitute bezweifeln das und legen dazu beunruhigende Zahlen vor.
Anstatt zu reformieren scheint es als wird der Schlendrian staatlicher Ausgabenpolitik durch Geld verschleiert. Anstatt die Prozesse anzupassen, scheint es, als ob Geld genutzt wird , um Etatlöcher zu stopfen, um letztlich im alten Trott weiterzumachen.
Macht wird verwaltet. Eine Strategie für Deutschlands Zukunft fehlt und das gilt mehr oder weniger für die meisten Parteien. Machterhalt geht vor Fortschritt. Das wird nicht mehr lange gut gehen.
Wenn die Russen unbemerkt in ihre Ausgangsstellungen für einen Angriff auf das Baltikum gehen können, dann haben wir echt ein Problem. Aber Sorgen brauchen wir uns wohl erst machen, wenn der Krieg in der Ukraine wirklich zu Ende ist. Ich bin allerdings auch echt gespannt, wieviel höher die Schlagkraft der Bundeswehr ist, wenn das Sondervermögen ausgegeben ist.
@Windlicht:
Ein guter Punkt ist die teils extrem gute Vorausbildung von Wehrpflichtigen früher. Die man heute so nicht mit Mannschaften die 6 oder etwas mehr Monate dabei sind vergleichen kann.
Ich erinnere mich an unsere Werkstatt, pardon Instandsetzung. Da waren echt gute Kfz-Mechaniker im Dienst die man auch bei Problemen mit der privaten Karre fragen konnte.
Und die Spitze des Bildungs-Eisbergs war ein Klassenkamerad von mir der in West-Berlin Zahnmedizin studierte ( da gab es vor der Wende keine Wehrpflicht ).
Als das geändert wurde direkt als Wehrpfichtiger eingezogen.
Allerdings dann Dienstgrad Stabsarzt ( Hauptmann ). Wurde bei jedem Klassentreffen breitgetreten ;-)
@ Felix2 sagt, 20.03.2026, 7:51 Uhr:
„…Wobei zu beachten ist … wie in der Präambel des WDmodG klar nachzulesen ist:
Die neue Möglichkeit des FWDL und SaZ-kurz soll primär (!) Reservisten in kurzer Zeit (bis 2029/30) generieren. …“
Ich bin vollkommen bei Ihnen, das bedeutet aber auch, dass in den vier Jahren bis 2030 die neuen FWDL bzw. SaZ-kurz so überzeugt wurden, dass wurden, dass sie regelmäßig zu Übungen erscheinen, denn von einer einmaligen Ausbildung bleibt ohne Auffrischung nur wenig übrig. Ich lasse mich überraschen.
@ Christian Bühring, 20.03.2026, 9:38 Uhr.
„…Der Abbau der Stäbe zugunsten mehr „boots on the ground“ wird seit Jahren von Experten gefordert, getan hat sich nichts. Eher wächst die Überalterung und Kopflastigkeit der Bundeswehr. Vor 40 Jahren bekamen die Deutschen für weniger Geld, mehr äußere Sicherheit. …“
Da haben Sie vollkommen Recht. Noch viel schlimmer aber ist, dass es augenscheinlich NULL Ideen gibt, etwas dagegen zu tun.
Wir alle kennen das aus der Privatwirtschaft:
Wenn die Zahlen nicht stimmen werden sie stimmig gemacht!
Fakt ist:
Eine bis zur Unkenntlichkeit erstarrte SPD bremst eine JETZT unausweichlich absolut notwendige Wehrpflicht aus und befeuert damit die, seit nunmehr 11 Jahren anhaltende Lethargie der deutschen Sicherheitspolitik.
Außerdem ist es in dieser Situation – aus Sicht des Dienstherren – in keiner Weise nachvollziehbar, dass bestens ausgebildete Soldatinnen und Soldaten schon weit vor dem viel diskutierten „Renteneintritt“ der „Normalbevölkerung“ (zuweilen 72 (!) ) in Pension geschickt werden und somit -zumindest -als Ausbilder fehlen.
Schließlich ist die nicht nachvollziehbare Ignoranz gegenüber älteren Reservistendienstleistenden und das unfassbar sture Festhalten an der Altersgrenze von 65 Jahren (gerade bei Tätigkeiten in den Stäben (!) )
in Zusammenhang mit der desolaten Bündnis-Situation (Trump&Co) mehr als fragwürdig!
Es sollten jetzt -endlich- den vielen blumigen Wort(-hülsen(?) ), Taten folgen und zwar entschiedene, entschlossenen und maßgeblich beschleunigte!
[Ich weiß ja nicht wirklich, wo Sie arbeiten (auch wenn Sie mir Ihrer Mailadresse was behaupten), aber die Aussage
„Wir alle kennen das aus der Privatwirtschaft:
Wenn die Zahlen nicht stimmen werden sie stimmig gemacht!“
ist so diese dümmliche Stammtisch-Lügerei, die wir hier nicht machen. Und nein, augengeradeaus.net ist keineswegs Ihre Webseite, auch wenn Sie das so angeben. Mit anderen Worten: so ein Auftritt ist deutlich verbesserungswürdig. T.W.]