Marine verlegt Schiffe für Einsatz in Straße von Hormus nach Djibouti
Noch vor einer formalen Vereinbarung zwischen den USA und Iran über ein Ende der Kampfhandlungen und einem internationalen Marineeinsatz in der Region wird die Deutsche Marine das Minenjagdboot Fulda und den Tender Mosel näher an die Straße von Hormus verlegen. Zusammen mit Verbündeten sollen sie, wenn der Angriffskrieg der USA gegen Iran beendet und die Meeresenge wieder frei befahrbar ist, die Freiheit der Schiffahrt sichern. Bislang warteten beide Schiffe im Mittelmeer auf einen möglichen Einsatz.
Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte am (heutigen) Dienstag bei einem Besuch des Objektschutzregiments der Luftwaffe auf dem Fliegerhorst Upjever an, Fulda und Mosel würden in den nächsten Tagen durch das Rote Meer zunächst nach Djibouti verlegt:
Das Minenjagdboot war Anfang Mai zu dem Einsatz Richtung Mittelmeer ausgelaufen, zeitgleich war der Tender aus der Mission in der Ägäis herausgelöst worden. Mit der Vorausstationierung wollte das Verteidigungsministerium nach einem Ende des Krieges gegen Iran einen möglichst raschen Einsatz sicherstellen.
Mehrere europäische Staaten planen bereits seit Wochen eine Marinemission in der Region für die Zeit nach den Kampfhandlungen. Das deutsche Verteidigungsministerium hatte angekündigt, zusätzlich zu Minenabwehr und – beseitigung auch bewaffnete Einheiten zum Schutz von Handelsschiffen bereitzustellen.
Bislang fehlen dafür noch grundlegende Voraussetzungen. So wird die Unterzeichnung des Abkommens zwischen den USA und Iran ebenso von Bedeutung sein wie ein Mandat des Bundestages für den deutschen Einsatz. Offen ist bislang auch, auf welches System kollektiver Sicherheit sich der deutschen Beschluss, wie vom Grundgesetz vorgegeben, stützen kann. Dass es eine Resolution des UN-Sicherheitsrats dazu geben wird, scheint bislang unwahrscheinlich.
War zu erwarten.
Von Djibourlti zum Einsatzort wären es dann noch ca. 2000 Seemeilen.
Dauer ca. 6 Tage. Die Minenräumboote sind ja nicht die Schnellsten ( müssen sie ja auch nicht ).
Da hat dann der Bundestag noch genügend Zeit um den scharfen Auslandseinsatz abzunicken…
gemäß Artikel 51-Brief des US-amerikanischen Botschafters bei den Vereinten Nationen hält der Krieg (internationaler bewaffneter Konflikt) der USA mit dem Iran seit Jahrzehnten an. Also wird er auch in absehbarer Zeit nicht beendet sein.
Die genannte Voraussetzung für einen Einsatz am Persischen Golf wird somit erst am Sankt Nimmerleinstag vorliegen.
@Ökonom:
Ende der Kampfhandlungen ist nicht gleich Frieden, soweit ich weis. Ich frag mich halt, was genau die Einheiten dort machen sollen. Werden die wirklich zum Minen räumen eingesetzt? Weis man heute mit modernen Minen nicht eigentlich immer, wo die gerade sind??
@Ökonom
Außer den USA hat das wohl niemand gewußt, am wenigsten der Iran selbst. Konflikt ja, aber Kriegszustand ? Nicht, daß Deutschland und Japan ggü. noch die Feindstaatenklausel gezogen wird.
Zum frühesten Zeitpunkt des Einsatzes der dt. Minenräum-Mission in der Strasse von Hormuz:
Im Audiostatement von Herrn Pistorius wie oben verlinkt ist die Rede von der Planung der Verlegung. Das war gestern.
Die beiden Schiffe befanden sich da wohl noch in der NATO-Basis auf Kreta.
Von dort nach Djibouti brauchen die ( das langsamere Schiff ist die Mosel mit 12 kt Marschgeschwindigkeit ) incl. Durchfahrt Suezkanal bestimmt 6 bis 7 Tage.
Von dort ins Einsatzgebiet nochmal 7 bis 8 Tage.
D.h. es dauert mindestens 2 Wochen bis man da ankommt.
Sollte aber nicht das Problem sein so langsam wie sich die Versprechungen von Herrn Trump schon hinziehen…
@Ökonom: Formaljuristische Spitzfindigkeiten interessieren bei dieser Mission doch genau so wenig, wie eine militärische Notwendigkeit … Wenn wirklich Frieden herrscht, muss auch nix „gesichert“ werden. Erst recht wenn dieser Frieden, wie jetzt wie kolportiert, mit einer profitablen neuen Gebührenordnung für eine Durchfahrt kombiniert wird.
In der Realität sind die Minenjäger ein Feigenblatt für The Donald – mögen sie die Zeit für ein paar Übungen nutzen. Interessant wird es erst wieder, wenn USA/Israel mal wieder locker-flockig spontan auf den Iran hauen und dieser sich dann erneut den Seewegen widmet.
Bemerkenswert, dass dieser Verband offenbar ohne eigene deutsche Air Defence bzw. eine Maritime Mobile Protection Unit (also ein verbandsflugabwehrfähiges Schiff) die Passage durch das Rote Meer, den Bab al-Mandab und den Golf von Oman wählt. Hatte doch der Verteidigungsminister im Oktober 2024 entschieden, die aus dem Indo Pacific Deployment zurückkehrende Fregatte Baden-Württemberg und den Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main auf dem Rückweg aus Indien wegen der Bedrohung durch die Houthi eben nicht durch das Rote Meer gehen zu lassen. So umrundeten die beiden Schiffe damals das Kap der Guten Hoffnung und fuhren einmal um Afrika herum. Und die Baden-Württemberg sollte damals mitnichten nach Hause zurückkehren, sondern war für den UNIFIL-Einsatz vorgesehen und verlegte nach der Afrika-Umrundung von Westen kommend via Gibraltar ins östliche Mittelmeer.
Der Grund für die Passage ums Kap war, dass die Fregatte nicht für die Abwehr von Raketen und Marschflugkörpern ausgerüstet sei. Das Minenjagdboot Fulda und der Tender Mosel sind es ja sicher auch nicht. Umso bemerkenswerter, dass die bevorstehende Passage so bereitwillig öffentlich angekündigt wird – auch das ist kein Beitrag zum Schutz der eingesetzten Kräfte.
Wenn die Einheiten diese Passage wirklich gehen werden, dann wird es jedenfalls in die Annalen der Marine eingeschrieben, dass die Fregatten aus Gründen der Bedrohungslage den langen Umweg ums Kap der Guten Hoffnung nehmen müssen, während die Mineure mittendurch geschickt werden. Ich wünsche den Besatzungen eine sichere Passage.
Die damalige Berichterstattung des Hausherrn: https://augengeradeaus.net/2024/10/bedrohung-durch-huthi-bundeswehr-einsatzverband-umfaehrt-das-rote-meer/
[Der Einwand ist verständlich; allerdings ist absehbar, dass im Hinblick auf einen geplanten Hormus-Einsatz in einer internationalen Koalition vielleicht auch schon diese Passage durch Einheiten anderer Nationen gesichert wird… T.W.]
@Eat-sleep-MCM, die Frage ist ja auch wie sich die aktuelle Bedrohungslage darstellt.
Afair sind die Houthis verbandelt mit dem Iran. Gut möglich also das da im Hintergrund entsprechende Gespräche / Ansagen laufen die eine Durchfahrt ermöglichen.
Der Iran darf wohl selber Minen räumen:
https://www.spiegel.de/ausland/irankrieg-auf-diese-punkte-wollen-sich-die-usa-und-iran-offenbar-einigen
@T.W Originalquellen im Artikel verlinkt
Zunächst: es gibt Absichtserklärungen „memorandum of understanding (MoU)“und eine weiterhin volantile, gefährliche Lage, mit einer überaus hohen Wahrscheinlichkeit weiterer militärischer Auseinandersetzungen. „Memorandum of Understanding (MoU)“ is a formal, non-legally binding document (also rechtlich nicht Verbindlich, aber besser als nichts).
Aus US Amerikanischen Quellen bleibt der Annex zu diesem MoU, dass (in Zukunft, nach etwa 60 Tagen, im Rahmen der Fixierung einer hoffentlich verbindlichen Vereinbarung) sowohl der Iran – als auch der Oman das Recht zur Erhebung einer Maut – und Abgabepflicht gegenüber der internationalen Seeschifffahrt zugebilligt bekommen soll. Hierbei sollten die jeweiligen Passagen in dieser Meerenge etwas mehr in Richtung Festlandsockel (Küstenstreifen) delegiert werden. Dies bedingt freilich eine Begleitung durch LOTSEN (internationale Bedeutung: „PILOT“).
Lotsen sind Seemänner, die als lokale “Geleitsmänner” an Bord eines Schiffes kommen und auf der Kommandobrücke „helfen“ : deshalb handelt es sich aus der individuellen (durchaus kreativen) Sicht der beteiligten Akteure im Mittleren – und Nahen Osten nicht um eine „Maut“ im klassischen Sinn, sondern um einen qualifizierten Service. Aus den US Quellen konnte man die Formulierung einer „SERVICE FEE“ entnehmen. Und das hört sich doch schon viel sympathischer an, als eine „Maut.“
Herzlich Willkommen in der Welt des Mittleren – und Nahen Ostens. Rechtsseminare und „Philosophische Untersuchungen“ zum Thema Gerechtigkeit überlasse ich anderen.
Wenn dies jetzt auch nur etwas dazu beiträgt, die extrem volantile Situation vor Ort etwas zu entspannen, kann dies durchaus nützlich und sachdienlich sein. Die Reeder werden diese Kosten miteinpreisen und über die Speditionskosten umlegen.
Das Ganze hat darüber hinaus vielleicht auch einen strategischen, logistischen und nützlichen Effekt. Die Anrainer-Staaten auf der Arabischen Halbinsel haben gemerkt, dass eine Abhängigkeit von der Straße von Hormus durchaus sehr gefährlich sein kann und Plan B aktiviert:
Logistischer Ausbau der Straßen für den LKW-Fernverkehr, Ausbau von Eisenbahn-Infrastruktur und Erweiterung des Pipeline-Netzwerks. Wir dies konsquent weiter voran getrieben, vielleicht sogar mit Hilfe deutscher Wirtschafts- und Industrie-Unternehmen, dürfte sich die geostrategische Bedeutung der Straße von Hormus (zumindest etwas) relativieren und reduzieren lassen.
Natürlich ist der Marine auf ihrer Mission in die Straße von Hormus, wenn der Marschbefehl kommt, gutes Gelingen zu wünschen. Hilfeleistung kann nie schaden.
Sorry, da mien Spiegel Link ohne referrer nichts taugt, hier eine der Originalquellen:
https://english.alarabiya.net/News/middle-east/2026/06/16/al-arabiya-obtains-14point-draft-usiran-deal
@Sandro Valecchi
D.h. dann aber auch, daß wir mit unserem Einsatz erst beginnen wenn der Vertrag von allen Seiten unterschrieben ist, also „Frieden“ herrscht.
Und dann hoffen wir, daß sowohl die USA (Trump will ja schon wieder bomben) als auch Israel sich an die Vereinbarung halten, wobei Israel dann wohl auch im Libanon die Füße still halten und natürlich auch die HIZB mitmachen muß.
Was die Fregatte 2024 angeht so war damals 1. eine heiße Konfliktsituation mit den Huthis und fast täglicher Abwehr von Drohnen und Flugkörpern mit scharfem Schuß. Noch dazu waren auf der Baden-Württemberg und Frankfurt Offiziersanwärter eingeschifft. Man riskiert nicht einen gesamten Jahrgang des Offiziersnachwuchses ohne triftigen Grund.
Derzeit ist es im roten Meer viel ruhiger als Ende 2024. Die Huthis haben ein paar Raketen auf Israel geschossen, aber im Vergleich zu den konstanten Angriffen auf Handels- und Kriegsschiffe 2024 ist das da heute ruhig.
@Thomas Melber
… von allen Seiten unterschrieben isr, also „Frieden“ herrscht
Möglichlicherweise sind unsere Vorstellungen darüber, was unter ‚Frieden‘ zu verstehen ist nicht kongruent mit dem, was im Mittleren – und Nahen Osten unter dem Begriff oder Zustand „Frieden“ zu verstehen ist.
Wahrscheinlich ist schon eine Koexistenz im Mittleren – und Nahen Osten, ein Zustand ohne Waffengang, dort ein für deren Befindlichkeiten akzeptabler Zustand. Insoweit war es vielleicht etwas ’schief‘ in Europa gedacht und formuliert worden, unter welchen Rahmenbedingungen die Unterstützung erfolgen soll.
Aber: heute, 18.06.2026, soll der kleine Verband den Suez Kanal passiert habe haben und vielleicht bietet es sich die Möglichkeit Höhe Hurghada oder Marsa Alam ‚Maschinen Stopp‘ zu befehlen im Rahmen dringend gebotener Nautischer Manöver. Dann kann die Besatzung ‚Über Bord‘ gehen : Top Wetter und Top Bedingungen zum Schwimmen, Tauchen und Surfen. Die Besatzung wird einen riesen Spaß haben und das schweißt auch die Kameradschaft zusammen. Zudem Super Bilder für die Bundeswehr Nachwuchs – Werbung.
Ich hoffe, der Kommandant ist kein Spießer und könnt seiner Besatzung eine kurze Auszeit im wunderschönen Roten Meer.
Vielleicht sollte man erwähnen, daß ein Minenjagdboot kein Minenjagdboot ist. Vor Ort sollten mindestens zwei sein um Ausfallsicherheit bei einer Havarie zu haben und ganz allgemein Durchhaltefähigkeit.
Aber vielleicht kommt noch eines nach ?
Die Fachpolitiker der Regierungskoalition sind sich offenbar uneinig über eine Beteiligung der Bundeswehr an einer internationalen Marinemission in der Straße von Hormus.
CDU-Verteidigungspolitiker Bastian Ernst sieht die Gefahr, dass die Huthi ihre Kriegführung im Roten und Arabischen Meer zur Stützung der iranischen Position wieder aufnehmen.
(regionalHEUTE.de/Bayern)
In diesem Fall käme der EU Aspides-Mission neue Bedeutung zu, deren Erweiterung auf Minenräumung in der Straße von Hormus könnte die Mandatierung im Bundestag erleichtern? Der Anschluss an ein Bündnis internationaler Sicherheit jedenfalls läge dann vor.
Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetovic, hatte sich zuletzt, vor Trumps Versailler Unterschrift, ablehnend geäußert. Nach rascher Einigung sieht zzt gar nichts aus.
Laut Spiegel bestehe zwar ein Mandatsentwurf, erstellt im AA/BMVg, rechtliche Bedenken kommen aber offenbar aus der SPD Fraktion. Beide Minsterien wollen sich anscheinend auf eine am 11. März beschlossene UNO-Resolution zu stützen, die von Bahrain eingebracht wurde und die Sicherheit in der Straße von Hormus umfasst.
Viel Debattierzeit gibt es nicht. Noch vor der Sommerpause in der nächsten Woche sollte beschlossen werden können. Aussichten dazu sind überdeutlich angemahnt, niemand will das Parlament irgendwann im Sommer nach Berlin zurückrufen. Nicht zuletzt steht der Kanzler einigermaßen im Wort hinsichtlich deutscher Minenräumfähigkeit.
Was ich nicht verstehe: die Wasserstraße ist ja wohl befahrbar, Trump hat selbst gesagt, die USA hätten „heimlich“ sehr viele Schiffe durchgeschleust (stimmt das ?).
Und wie beteiligen sich die Anrainerstaaten ? Deutschland ist zwar auf Freedom of Navigation (FON) grundsätzlich angewiesen nutzt diese Wasserstraße aber nicht häufig – ich lasse mich da aber gerne belehren.
Alle Marineeinsätze der letzten 20 Jahre wurden vom BT „durchgewunken“. Active Endevour, UNIFIL, IRINI usw. usw.
Genauso wird auch dieser Einsatz noch vor der Sommerpause beschlossen werden. Schon allein weil niemand in Berlin die Koalition zerbrechen wird wegen einem Tender und einem Minenbock!
Ich wünsche den Kameraden viel Glück und vor allem, das die AOO so groß gewählt wird, das sie schon mit Eintritt ins Rote Meer AVZ erhalten und nicht für ATB monatelang zur See fahren, da bleibt im Portemonnaie nämlich nicht so viel hängen.
Ich verlinke mal das Tagesschau24-Interview mit dem Hausherrn von gestern zum Thema (https://www.youtube.com/watch?v=H1XbPvDk9NA , Titel: USA-Iran-Abkommen: So soll die Straße von Hormus nach dem Krieg wieder schiffbar gemacht werden; falls yt-Link nicht okay ist) Dort wird der Sachverhalt ausführlich beschrieben und @Thomas Melber, auf die Beteiligung der HMS Lyme Bay als zum zweiten Minenräumer umgerüsteten Schiff eingegangen. Laut Navylookout hat die Lyme Bay dazu Ausrüstung von der HMS Stirling Castle(M 01) übernommen.
Auch wenn es vielleicht leicht OT ist, aber hat einer eine Idee wo das Geld für den Wiederaufbau herkommen soll?
Ich sehe da aktuell keinen potenziellen Geldgeber.
Die Nachbarn werden eher weniger geneigt sein zu zahlen und nach den Reaktion in Washington dürften auch die USA kein eigenes Geld investieren werden.
Und das Amazon auf eigene Kosten da ein Rechenzentrum inkl Stromversorgung hinbaut und das als Teil dieses Fonds verkauft wird halte ich auch für unwahrscheinlich.
Auch in dem Punkt dürfte genug Streitpotenzial drin sein.
Einziger Vorteil, die Überlegung auf welcher Basis jetzt ein Mandat vom Bundestag erteilt werden könnte, erübrigen sich damit evtl ganz schnell.
@Thomas Melber
… die Wasserstraße ist wohl befahrbar…
Naja, lieber Thomas, Ja und Nein. SOLL waren in der Vergangenheit etwa 140 Vessel Bewegungen pro Tag. IST, jedenfalls nach Datenerfassung vom 17.06.2026: 13 Vessel haben die Meerenge passiert und weitere 13 Vessel haben die Ausfahrt gewählt und Richtung Golf von Oman gefahren. Sind 26 nennenswerte Schiffsbewegungen pro Tag. 4 Tanker sind ‚ausgebüxt‘, wahrscheinlich Transponder ausgeschaltet und kamen aus den Hoheitsgewässer des Iran.
… Trump hat selbst gesagt, die USA hätten heimlich sehr viele Schiffe durchgeschleust…
Weiß ich nicht, zumal ich nicht weiß, was ‚ganz ganz ganz viele Schiffe‘ bedeutet. Trump spart nicht mit Superlativen. Ein paar Schiffe dürften es durchaus wohl gewesen sein.
… die Anrainerstaaten…
Den geht es gut, lieber Thomas, zumindest ohne Beschuss durchaus besser. Engagement, lieber Thomas, solltest du das möglicherweise bei den Anrainerstaaten im Mittleren und Nahen Osten ernsthaft erwarten wollen : NEGATIV fällt die Antwort aus. Hilfe von Dritten wird immer gerne angenommen, insbesondere, wenn das nicht mit Kosten verbunden ist. Die Waffenruhe als Grundlage für die Koexistenz in dieser Region ist schon ein großer Schritt nach vorne und dort keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Zu unterschiedlich sind dort die Rivalitäten und die unterschiedlichen Interessen. Ein übereinstimmender Punkt dürfte dort sein, die Amerikaner loszuwerden.
Der Marine Verband wird demnächst den Golf von Oman entlang schippern. Das Einsatzgebiet liegt nördlich Musandam Inselchen Gruppe in Richtung Ras AL-Khaimah. Es wird aus Quellen der US NAVY vermutet, dass dort bis zu 12 Minen möglicherweise sein könnten. Allerdings gibt es bisher keine mir bekannte Quelle oder gesicherte Information, dass ein Seeschiff dort überhaupt jemals von einer Mine getroffen oder beschädigt worden ist. Auf den Seekarten gibt es eine optisch eingekreiste, gezirkelte ‚Hazard – Zone‘, welche man nicht unterschätzen sollte, weil das Seegebiet dort infolge der zerklüfteten Inseln und Felsen etwas unübersichtlich ist. Und der Oman offenbar auch nicht so genau weiß, was an der Haustür zu seinem Seegebiet verlegt und versteckt wurde.
Das ist dort aber so. Herzlich Willkommen im Mittleren und Nahen Osten
Im verlinkten Tagesschau-Interview weiter oben wurde die Situation der beiden BW-Boote ja sehr gut erklärt.
Die sind jetzt im roten Meer auf dem Weg nach Djibuti. Da gibts nen brauchbaren Industriehafen wo die wohl festmachen werden.
Die Besatzung kann dann Landausflüge machen. Vermutlich über Wochen.
Warum?
Wenn der Bundestag vor der Sommerpause eine Mission beschliesst ist ja noch nicht klar wie sich die weiteren Verhandlungen ( Stichwort 60 Tage ) entwickeln werden.
Und welche Situation dann an der Strasse von Hormuz gerade herrscht.
Widerspricht diese Situation den Vorgaben des Bundestages ist das dann ein no-go. Und eine Änderung schwierig da alle in Urlaub sind ( evtl. sogar auch am roten Meer ;-)
Die unterschiedlichen Einschätzungen der iranischen Führung und des Trump-Theaters könnten auch zu gar keiner endgültigen Einigung führen.
Immerhin sind Heizöl und Spritpreise dtl. gesunken…
Die Entsendung der beiden Schiffe ist trotzdem lobenswert, man zeigt Flagge und will helfen.
@Apollo 11
Als Abgeordneter würde ich mich entweder enthalten oder gegen den Einsatz stimmen. Warum ? Es fehlt einfach noch die Grundlage bzw. es fehlen die Rahmenbedingungen dazu.
Das „was“ ist klar, das „wie“ allerdings nicht.
https://www.deutschlandfunk.de/deutscher-hormus-einsatz-interview-christoph-schmid-spd-verteidigungsexperte-100.html
Mit diesem Beitrag aus der SPD Fraktion sind Voraussetzungen zur Bedingung gemacht, die unerfullbar sind.
Die Waffen müssen einen „gewissen“ Zeitraum schweigen,… Es geht um ein „gewisses“ Dokument, dass unterschrieben sein muss.
Ob es überhaupt eine deutsche Beteiligung zur Minenräumung braucht, steht in den Sternen. … usw.
Leute, lasst es sein, macht Euch ehrlich und sagt: „Wir in der SPD wollen gar nicht“.
Nachdem der Iran die Straße heute wieder für geschlossen erklärt hat, die USA das verneinen und die Lage sich gefühlt alle zwei Tage ändert, würde ich von meinem Abgeordneten auch hoffen, dass er mit Nein stimmt – das Ganze ist doch objektiv betrachtet in jeder Hinsicht unberechenbar. Das wird Krieg immer sein, aber ohne Not muss man sich ja nicht in so eine Situation begeben. Und so groß sollte unsere Not eigentlich noch nicht sein.
Höchst interessant wäre der Inhalt des abzustimmenden Mandatsentwurfs des Bundestags.
Was willste denn da genau reinschreiben… ?
@Apollo 11, am besten schreibt man den gar nicht.
sakrileg hat das schon gut erfasst. Wenn man da reingeht dann nur einmal wenn gesichert das
a) da überhaupt Minen liegen und
b) von allen Seiten gewollt ist das man die räumt.
So lange nicht gesichert ist das nicht der Fischer 2 Seemeilen hinter der Fulda wieder Minen schmeißt, sollten wir uns da schön raushalten.
Interview im Bericht aus Berlin ARD vom 21.Juni ( Gestern, Sonntag ) mit Boris Pistorius:
https://www.ardmediathek.de/video/bericht-aus-berlin/bericht-aus-berlin-vom-21-juni-2026/ard/Y3JpZDovL2FyZC5kZS9wbGFuQVJEX2I5NDkxZDY2LTZlZDItNDZjOS05OGZkLTc5ZDcwNTM1M2M3NV9nYW56ZVNlbmR1bmc
Ich leg mich fest. Soviele Stolpersteine, diese Mission wird sehr wahrscheinlich nicht stattfinden. ( Viele Landgänge in Djibouti, immerhin ;-)
Auch im Interview:
Verpflichtende Beorderung von 10% der Personalstellen zur Litauenbrigade sehr wahrscheinlich nötig.
Das wären dann um die 500.
Wenig ist das nicht. Und attraktiver macht das den Job für Neuzugänge der BW auch nicht…
Stichwort Wehrpflicht.
@TW
Gibt es Hinweise, dass die VAE-Minenjagdboote Ex-Frankenthal und Ex-Weiden zu den deutschen Booten stoßen könnten, um einen multinationalen Verband aufzustellen?
Das wäre für VAE eine Möglichkeit sich in der Region zu engagieren und Praxis zu sammeln.
[Ups, keine Ahnung, bislang jedenfalls nichts in die Richtung gesehen. T.W.]
@Pham Nuwen sagt: 17.06.2026 um 9:22 Uhr
„In der Realität sind die Minenjäger ein Feigenblatt für The Donald – mögen sie die Zeit für ein paar Übungen nutzen.“
In der Realitaet ist der rpt der Minenjaeger ein „Feigenblatt“ fuer die Bundesrepublik. Gutes Wetter machen mit Mr. Trump und dessen Argument, die Europaeer, speziell die Deutschen, haetten ihn nicht unterstuetzt, nachtraeglich zu entschaerfen. GGf US-Stationierung in DL nicht weiter zu reduzieren.
Wenn ueberhaupt: Das ist ein ziemlich grosses Seegebiet und die Bedrohiungslage wird unklar bleiben. Hier waere Klotzen angebracht, mindesten 3 raeumfaehige Einheiten, der Tender ist ungeeignet, und nicht ein einzelnes Kleckerchen. Einer, wie auch immer gearteten, „Multinational Task Force“, ist mehr Demo als Erfolg zuzutrauen.
Dennoch empfehle ich dem deutschen Bundestag das Unternehmen nicht zu genehmigen. Zu viel Unwaegbarkeiten und wenig Gloire sind zu erwarten.
@Mike Molto
Wir machen das wie die Spartaner – die sind ihren Bündnisverpflichtungen auch immer nachgekommen und haben wenigstens einen der ihren geschickt.
Man kann ja in den Beschlussentwurf Bedingungen aufnehmen wie:
– mindestens 5 Tagewaffenruhe im Golf (definiert anhand von Koordinaten)
– Bestätigung aller Anrainer zzgl. US, daß auf die Schiffe nicht geschossen wird (Angabe von Rufzeichen, AIS- Nr.) und Vereinbarungen zur Konfliktvermeidung (Anruffrequenz, Anrufssprache) sowie Festlegngen zur Schiffsbewegung (Abstimmung von Tages-Wochenplänen), Zugang zu Hoheitsgewässern.
Wenn der Außenminister das Vorliegen der Bedingungen bestätigt und die Dokumente übergibt, kann der MarineInspekteur dann die Durchführung befehligen.
Hormus Strait – Authority incoming?
Artikel 5 des 14-Punkte-Memorandums zwischen den USA und dem Iran regelt die zukünftigen Transitgebühren und die Verwaltung der Straße von Hormus durch Dialog mit Golfanrainerstaaten. Zuvor sieht Artikel 4 eine 60-tägige Gebührenbefreiung für die Schifffahrt nach Aufhebung der US-Seeblockade vor. (KI)
Iran und der Oman sollen die Strait gemeinsam „verwalten“.
Was NICHT passieren darf ist, dass sich im Suez-Stil still und heimlich eine „Hormus Strait – Authority“ mit halbstaatlichem iranischem Eigenleben entwickelt.
Rubio wird ja ab heute seinen dreitägigen Good Will – Besuch bei den südlichen Golfanrainern hinter sich bringen. Er wird schon darum zu streiten haben den gewohnten U.S. Status als „raumfremde Hegemonialmacht“ wieder zu beleben. Obendrein kann die faktische Aussicht einer Teheraner Hormus Strait – Authority niemanden dort, deren Geschäftsmodell auf kostenfreie Nutzung des Seewegs für Öl/Gas-Transporte beruht, beruhigen .
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK)
Wieso meinen Sie, Rubio habe vor, den „U.S. Status als „raumfremde Hegemonialmacht“ wieder zu beleben“?
Warum sollte er eine andere Position vertreten als die in der US-Sicherheitsstrategie?
Und was meinen Sie damit, dass sich keine „„Hormus Strait – Authority“ im Suez-Stil entwickeln“ dürfe? Gegen eine Umlage der Vollkosten der Passage kann man doch im wirtschaftsliberalen Westen schwerlich etwas haben.
@Ökonom
Die Iranische Revolution, die 1979 zur Absetzung von Schah Mohammad Reza Pahlavi führte gefährdete nach U.S. Auffassung den jederzeitigen, ungehinderten Zugang zum Öl des Nahen/Mittleren Ostens.
Das bekannte US-Stützpunktsystem am Golf/der Arabischen Halbinsel nahm in heutiger Form vor allem ab 1990/91 im Zuge des Zweiten Golfkriegs und der „Operation Desert Shield“ Gestalt an.
Die USA etablierten sich als raumfremde Macht zur Sicherung ihrer ökonomisch- sicherheitspolitischen Interessen, denn, noch bis Ende 1980er hing Washington an dortigem Öl, in den 70ern zu 50% sogar.
Die dilettantische Trump’sche Strategie der Kriegsführung ab 28feb26 hat die anscheinend unantastbare U.S. Position erschüttert. Kuwait, die Emirate, das KSA haben nicht mehr das unerschütterliche Vertrauen, weder in das U.S. Militär (Flugabwehr) noch in die meandernde Politik eines DJT.
Nahe liegt daher ein Ansinnen, dass die Lockerung der U.S. Abhängigkeit betreibt und Peking Chance anbietet. Rubio ist u.a. dort unter dem Motto „wehret den Anfängen“. Eine andere Position als die U.S. Sicherheitsstrategie vertritt er keinesfalls. Washington kann auf den Golf etc nicht verzichten, ohne gleich Teheran das Feld in dessen Bestreben Regionalmacht zu werden, zu überlassen.
Die Straße von Hormus ist internationales Gewässer unter den Bedingungen der UN – Seerechtskonvention. Die Freiheit der Meere kennt keine Vollkosten. Eine „Hormus Strait – Authority“ unter Teherans Ägide darf nicht etabliert werden, ohne das Seerecht auszuhebeln.
Linke, rechte, nationalistische und islamistische Kräfte sehen aktuell ihre Chance gekommen, das schon viele Jahre betriebene Ansinnen des „Interventionsverbot für raumfremde Mächte“ über die UN umzusetzen. In wessen Hauptinteresse? Peking bzgl Taiwan und Südkorea, Moskau für NATO-Europa und eben Teheran am Golf und in Israel.
Die Krise am Golf ist also keineswegs ein Regionalkonflikt. Ihm wohnt die Möglichkeit der Ausweitung über gesamt Westasien und auch Südostasien inne.u
Hilfreich zum Gesamtverständnis ist die „Großraumtheorie“ von Karl Schmitt.
Wenn’s nicht so traurig wäre, könnte man schmunzeln.
@nicolange_
Chronologie der deutschen Mission in der Straße von Hormus:
– Wir machen da gar nichts und können auch nichts.
– Wir können vielleicht doch was, machen aber nichts.
– Wir machen da vielleicht doch was.
– Wir machen da auf jeden Fall was, entschlossen gemeinsam mit den Partnern!
– Wir machen da jetzt doch nur was, wenn der Iran zustimmt.
– …
– Und wenn wir da sind, machen wir nur Eigenschutz.
Zur letzten Aufzählung muss dann gefragt werden, womit?
Bekanntlich bin ich unbedingter Anhänger der Fraktion „Das Glas ist nie halb leer“.
Hinsichtlich unseres aktuellen außenpolitischen Fußabdrucks komme ich allerdings ins Straucheln.
@KPK: 3 von 4 US-Bürger lehnen den Irankreig ab. Wenn die restlichen 25% erfahren, dass dieUSA netto Öl- und Gasexporteur sind, passt sich die Quote weiter an. Trump wurde wegen dem Versprechen gewählt, keine Abenteure mehr loszutreten. War alles absehbar und so konnte der Iran seine Position stärken. Mal ganz abgesehen davon, dass Trump schon in der ersten Amtszeit das Vertrauen wichtiger US-Verbündeter mit Bezug zu Iran verpielt hatte.
Der Deutsche Marine-Verband hat im Hafen von Djibouti festgemacht und ist klar für einen Einsatz in den Gewässern (Strasse Oman / Strasse Hormus).
Im möglichen Einsatzgebiet stellt sich die Lage weiterhin als wenig berechenbar und volantil dynamisch dar.
Am 22.06.2026 konnten (durften) 42 Vessel die Passage nutzen (anstellte von etwa 140 Schiffsbewegungen pro Tag). Am 23.06.2026 ging das sogar noch weiter runter auf lediglich 31 Schiffsbewegungen an diesem Tag. Aktuell sollen etwa 70 Schiffsbewegungen möglich sein.
Die Ausgangslage vor Ort bleibt, wie gehabt: der IRAN erwartet und verlangt von allen Schiffen, welche die Strasse von Hormus durchfahren wollen eine Registrierung mit einer Meldung per Funk. Damit ist für eine Durchfahrt durch diese Meerenge am Persischen Golf eine vorherige Zustimmung, also die EINWILLIGUNG, einzuholen (die Genehmigung reicht nicht).
Erwartungsgemäß hät der IRAN an einer zukünftigen Einführung einer Service Fee (See-Maut) fest und routet die Schifffahrt durch das Küstengewässer des IRAN. Sollte diese Service Fee nach der Karenzzeit von 60 Tagen etabliert werden und die Abstimmung mit dem OMAN erfolgen, haben einlaufende Schiffe in Zukunft die Küstengewässer des IRAN zu passieren.
Auslaufende Schiffe haben den Seeweg entlang der Küstenlinie des OMAN zu wählen bzw zu nutzen. So ist die Teilung der Service Fee zwischen IRAN und OMAN garantiert.
Die USA sichern derweil durch die US NAVY einen See-Korridor entlang der zerklüfteten Küste oder versuchen das zumindest. Sieht bildtechnisch aus wie eine umgedrehte (nach unten geöffnete) Parabel. Eine gefährliche Route mit erheblich längerer Strecke. Überdies hatte US Administration auch (ernsthaft) angeregt, ggfs selber (eigene) Gebühren im Rahmen einer Durchquerung dieser Meerenge erheben zu wollen oder zu können. Insbesondere für den Fall , dass keine endgültige Einigung mit IRAN erzielt werden könne. Nun, wir wissen es ja nicht, was nach Ablauf von gesetzten Frist von 60 Tagen passiert. Wir wissen es einfach nicht.
Eine Nachrichtenagenturen ignorieren das und kolportieren bereits, dass dieser US Präsident ggfs nach 59 Tagen die Fristen wieder verlängern könnte. Und nach Ablauf dieser Folgefristen wieder nach 59 Tagen eine Verlängerung in betracht ziehen könnte.
Jedenfalls vor dem Krieg war die Durchfahrt in der Strasse von Hormus kostenlos. Gewesen. Aber vielleicht wird ja wieder alles so wie früher. Wir wissen es einfach nicht.
Und weil die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) auch nicht mehr darauf spekulieren kann oder will, wie es vor Ort weiter geht, wird nunmehr eine Evakuierung von etwa 11.000 „gestrandeten Seeleuten“ in Erwägung gezogen.
Bedeutet: die Randbereiche der Straße von Hormus werden zu „Dauer-Parkplätzen“ der nunmehr auf Reede liegenden etwa 1.100 Seeschiffe. Wahrscheinlich (vermutlich) werden Not-Besatzungen zurückgelassen, um die „Selbstbedienung“ durch Dritte abzuwenden.
In dieser höchst volantilen Gemengelage soll die Marine im Folgenden Minien räumen. Es gibt Quellen, welche von etwa 80 Minien philosophieren (Vorschicht: Geschichten aus 1001 Nacht oder „Curveball“ – Quellen). Etwa ein dutzend vermutet indes die US NAVY.
Ist für die internationale Seeschifffahrt aber mehr oder weniger nicht weiter relevant, weil die Versicherungs-Policen zum Teil teurer sind als die Seeschiffe mit Ladung.
Die Situation ist und bleibt völlig festgefahren.
[Wäre schon nicht schlecht, bei der Vielzahl von Angaben auch mal ne Quelle zu nennen… T.W.]
Recht interessant ist die ursprüngliche Festlegung des ersten Fahrrinnengebiets in den 1960er Jahren:
9 km breit, die nördliche Durchfahrt 3 km in einer Richtung, die südliche 3 km in der anderen. Dazwischen 3 km Puffer. Das Ganze recht genau in der Mitte der Meerenge.
Funktionierte hervorragend, keine Untiefenprobleme und keine Küstenprobleme da mitten in den Gewässern der Strasse von Hormuz.
Heute gibt es zwei Routen: Eine weiter südlich nahe der Küste des Oman und eine nördliche Route an der iranischen Küste.
Nachteil: Bei der Masse der Durchfahrten unsicherer da viel näher an der Küste und Untiefen-Probleme gibt’s auch noch.
Riesen-Nachteil: Genau das wird der Trump-Regierung noch heftig auf die Füße fallen. Mit dieser neuen Verkehrstrennung könnte man prima den Vorkriegsdurchsatz erreichen, gleichzeitig aber immer auf iranischer Seite Maut kassieren, Mit der Regelung gegensätzlicher Fahrtrichtung auf diesen beiden Routen.
Fährt ein Schiff auf Omanischer Seite in falscher Richtung wird das ( vom Iran ) beschossen. Fährt ein Schiff durch die „alte“ Fahrrinne desgleichen.
Schiffe der Route am Iran zahlen in irgendeiner Form Maut, in einer Richtung zahlt dann jedes Schiff, egal was der Oman entscheidet.
Für den Iran Win/Win. Grosser Schiffsdurchsatz wie vorher, nur mit einer „Service“-Gebühr. Genau dies wird der teuflische, iranische Plan sein.
Mir fällt kein absehbar realistisches Szenario ein das dies verhindern könnte.
Darauf kann sich aber Trump als größter Dealmaker der Welt nicht einlassen.
Die Schiffsbesatzungen in Djibouti können also weiter Landgänge machen..
Apollo 11
‚Mir fällt kein absehbar realistisches Szenario ein…‘
Mir auch nicht. Und anderen offenbar auch nicht.
Die Ausgangslage: 340 Millionen Barrel umfasst die Strategische Öl – Reserve der Vereinigten Staaten. Die Amerikaner verbrauchen täglich etwa 20 Millionen Barrel täglich. Würden nicht regelmäßig große Öl – Lieferungen diesen Bedarf abfedern, wären in einem Worst Case Scenario die USA in weniger als einem Monat ‚trocken‘
Das Nachrichtenportal CNN hat vor wenigen Tagen mit dem Topic ‚US Strategic Petroleum Reserves lowest level since 43 years‘ und die Öffentlichkeit in den USA damit aufmerksam gemacht. Infolge der Freigabe eines großen Teils dieser strategischen Öl – Reserve, um die explodieren Kosten in den Griff zu bekommen, haben zahlreiche Groß – Tanklager in den Vereinigten Staaten den Füllstand von 20% unterschritten.
Selbst dieser US Administration ist nunmehr durchaus bewusst, dass in Punkto Öl – Markt, Energie und Kraftstoff – Versorgung jetzt nichts mehr ‚passieren darf‘
Unter anderem die Quelle Wallstreet Journal berichtet, dass 162 Mega-Tanker, jeweils beladen, im Seengebiet der Strasse Hormus, auf Reede liegen und damit den globalen Lieferketten nicht zur Verfügung stehen.
Die Very Large Crude Carrier Tanker, welche auf dem Weltmarkt noch zum Chartern kurzfristig zur Verfügung stehen, kosten jetzt pro Tag bis zu 280.000,00 USD. Vor dem ‚Epic Fury‘ Zirkus wurden täglich unter 100.000,00 US-Dollar an Miete fällig. Und es gibt Staaten und Konsortien, die das tatsächlich zahlen bzw bezahlen können : allen voran CHINA.
Auch das führt wieder unweigerlich zu erheblichen Marktverwerfungen, weil schwächere Staaten hierbei nicht mehr mithalten können. Es kommt unweigerlich zu Verdrängungseffekten und weiteren globalen Krisen.
Wenn man jetzt ernsthaft diese gefährliche, globale Krise entschärfen möchte, welche Mittel stehen zur Verfügung und was könnte man den IRAN anbieten?
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem IRAN sind ja weiterhin im Gange, erste Bausteine bietet das sogenannte Memorandum of Understanding. Den sehr dynamischen, von Rückschlägen gekennzeichneten Verlauf kann jeder täglich aus den Medien mitverfolgen. Und dieser Verlauf ist ergebnisoffen.
Täglich verdichtet sich mehr und mehr das Bild, dass sowohl IRAN als auch der OMAN mit der Absicht der Einführung einer ‚Service Fee‘ (andere sprechen von einer See – Maut) sympathisieren. Und davon auch nicht mehr abrücken wollen oder werden. Wäre es nicht sinnvoller diesen Weg zu gehen und vom IRAN im Gegenzug die Einbindung in ernsthafte Verhandlungen zu einer tragfähigen, belastbaren Waffenruhe abzuverlangen?
Was nützen die 21 US Kriegsschiffe in der Strasse des OMAN zzgl weitere im Roten Meer, wenn diese Streitmacht nicht unterbinden kann, dass aktuell der Container Riese EVER LOVELY (EVER GREEN Group) von einem Speed Boot beschossen wurde? Der Vorfall verlief glimpflich mit minimalen Schäden, wie auf der Web-Seite Gov. Singapore bekannt gegeben wurde, zumal nur ein paar Scheiben auf der Brücke zerdeppert wurden. Es war nicht einmal eine Drohne in Aktion, wie zunächst unzutreffend vermutet wurde.
Es gibt in dieser Region zahlreiche, eigentlich unzählige kleine Boote, die niemand zuordnen oder ernsthaft kontrollieren kann. Schattenwirtschaft, insbesondere Schmuggel von Zigaretten etc, gehört dort seit Generationen zum Tagesgeschäft.
Wenn man in dieser Region des Mittleren und Nahen Osten den berüchtigten ‚Geist aus der Flasche‘ entweichen lässt, sollte man möglichst schnell, zeitnah und effektiv diesen wieder einfangen, bevor die nächsten NEGATIVEN globalen Auswirkungen wieder auftreten und alles in Mitleidenschaft gezogen wird. Diese Krise wird nicht spurlos an Europa vorbei gehen
@Apollo 11 @Sandro Valecchi
Oman hat wohl angekündigt für Überwachungsaufgaben eine Art Gebühr zu verlangen – FOCUS Online:
„Oman will Maut für Straße von Hormus – rechtlich geht das“ – die internationale Nachrichtenlage dazu ist allerdings widersprüchlich
Kann der Bedarf der USA nicht national gedeckt werden ? In der Vergangenheit haben sie allerdings auf Importe zurückgegriffen um ihre Reserven zu schonen, aber notwendig wäre das nicht gewesen, es kann allerdings an der Raffineriekapazität liegen.
@Sandro Valecchi:
Genau so isses ( leider ).
Möglicherweise hat der Iran auch nur verstanden das er die angepeilte Atomwaffenfähigkeit nicht mittelfristig erreichen kann.
Sehr wohl aber ( defacto schon jetzt ) die atomare Alternative „Kontrolle der Strasse von Hormuz“.
Und das ist ja sogar viel besser. Die ganze Welt in Geiselhaft. Schuldig ist die USA. Und es bringt Geld bei minimalem Aufwand. Ein paar Schnellboote und Drohungen reichen ja schon um Schiffs-Versicherungspolicen ins Uferlose schießen zu lassen. Und bei Bedarf ( der böse amerikanische Erzfeind mischt sich ein ) direkt die US-Partner am Golf ein bisschen angreifen und damit temporär ( mal wieder ) deren Geschäftsmodell einzustampfen. Auch dies mit minimalem Aufwand.
Und zum Thema Minenräumen u.a. durch die Bundesmarine:
Das wäre wohl nur sinnvoll in der seit den 1960er benutzten Durchfahrt.
Aus Sicht des Iran wird das niemals passieren.
Auch aus Sicht der dt. Bundesregierung viel zu gefährlich.
Die Gefechtshelme werden auf der Fulda so auch weiterhin nur für Übungen verwendet.. …
Holt die beiden Boote zurück.
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), rechnet nicht mit einem baldigen Beschluss für einen möglichen Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus (DLF und Die Zeit).
Die Waffenruhe muss nachweisbar halten, was nach den letzten zwei Tagen deutlich nicht der Fall ist. Ursächlich unklare Formulierungen der vor zwei Wochen vereinbarten Feuerpause zur Transitregelung in der SvH in Verantwortung Iran / Oman. Die Mullahs interpretieren es so, dass sie die alleinige Entscheidungsinstanz sind.
Es fehlt eine klare Rechtsgrundlage
Teheran muss zustimmen, was kaum je eintreten wird, es sei denn die U.S. Navy zöge sich komplett zurück.
Daher, holt die beiden Boote zurück. Der Verbleib in Djibouti erfüllt keinen Zweck. Die gegenseitigen Vergeltungsschläge sind alles andere als Deeskalation.
@all: Bei Beck hab ich da mal eine m.E. recht treffende Einschätzung zu gefunden:
https://www.beck-aktuell.de/heute-im-recht/rechtsgeschehen/wegezoll-iran-strasse-von-hormus-schifffahrt-voelkerrecht-srue-2026-04-02
Mein Fazit: Es ist beim „Völkergewohnheitsrecht“ wie immer – am Ende obsiegt das „Recht des/der Stärkeren“ und wird damit zur „Macht des Faktischen“. So irgendwie oder ähnlich.
@Hans Schommer
Ja. –
Wenn das Völkerrecht nur zum Schutz vom Iran und seinrt Proxies herhalten muss, ist das dann ethische Verwahrlosung oder „nur“ moralische Dekadenz?
Also Problemfall Völkerrecht: Es umsorgt Diktatoren und die Tyrannen, die ihre Völker niedermetzeln – und die DEU Wertegemeinschaft jener, die „vom Völkerrecht kommen“ statt Interessen geleitete Außenpolitik zu betreiben.
Auszug aus dem völkerrechtlichen Kommenar des Web-Links weiter oben:
„… Iran nicht zu den Vertragsparteien des SRÜ zählt, ändert im Ergebnis nichts an der rechtlichen Einschätzung, dass Gebühren für die Passage verboten sind. Unmittelbar ist Iran an das Übereinkommen zwar nicht gebunden, die meisten Bestimmungen des SRÜ sind inzwischen aber zu parallel geltendem Völkergewohnheitsrecht erstarkt, das auch Nicht-Vertragsstaaten bindet…“
Das ist natürlich korrekt, man kann das aber auch anders sehen. Und das tut in der Tat eine kleine Minderheit der Experten. Teils natürlich für den Eigennutz gewisser Staaten.
Das Völkerrecht besitzt abseits der UNO ja keine funktionable Exekutive und diese ist in wichtigen Fragen durch VETO-Mächte regelmässig blockiert.
Was bleibt ist eben das Recht des Stärkeren, sei es bspw. die Venezula-Operation der USA, der Ukraine-Krieg Russlands oder die Operationen der chinesischen „Küstenwache“ in multiplen beanspruchten Seegebieten.
Und dagegen ist kein Kraut gewachsen, gerade auch da alle VETO-Mächte Atommächte sind ( das war zu Anfang noch nicht so ).
Maut für „Passagen“ kennt man ja noch aus dem Geschichtsunterricht. Innerhalb des heutigen deutschen Staatsgebiets gab es im Spätmittelalter hunderte (!) Mautstationen zwischen Füstentümern, Einflusszonen, Burgherren oder einfach so.
Die einzig legale Maut auf die man sich heute international geeinigt hat sind Passagen durch gegrabene Kanäle wie bspw. Suez- oder Panama-Kanal.
Auch um die weltweite Verbreitung von illegaler Maut zu verhindern ist der Irankrieg ein Präzendenz-Fall.
Das könnte noch lange dauern.
Und damit auch der „Urlaub“ der deutschen Boote in Djibouti…
@Apollo 11
Die Maut wird aber anderes verargumentiert werden, z.B. mit für eine sichere Passage erforderlichen Dienstleistungen, ähnlich Kanalgebühren.
@Apollo 11: Ich stelle mal diese These auf:
Auf Grund der Nähe zur jeweiligen Küstenlinie führen sowohl der Iran als auch der Oman eine Lotsenpflicht ein – Begründung: Gewährleistung der Schiffssicherheit in stark befahrenen Revieren (deswegen ja auch die Einführung eines Verkehrstrennungsgebietes). Physische Präsenz eines Lotsen an Bord sowie radarbegleitete Unterstützung von Land aus. Um das Ganze zusätzlich noch abzusichern, legen Iran und Oman jeweils zwei bis drei große Ankerziehschlepper in Bereitschaft und pönen SAR auf den Bug. Wie in allen anderen Revieren üblich, orientiert sich die Lotsgebühr an der Größe des Schiffes. Fällt hier halt etwas höher aus als bei uns oder in Rotterdam oder Antwerpen. Da man parallel noch größere Oil Spill Kits vorhalten muss, bekommen Tanker einen Zuschlag auferlegt.
Möchte mal wissen, wer gegen so eine Argumentation ein echtes Gegenargument aufbauen vermag.
Flying-Tiger sagt am 29.06.2026 um 13:05 Uhr:
„ … Möchte mal wissen, wer gegen so eine Argumentation ein echtes Gegenargument aufbauen vermag.“
Ich – jedenfalls was den Teil Iran betrifft. Der hat nämlich gegenüber Nutzern der Südroute rein gar nix zu melden oder gar zu fordern – egal wie viele Schlepper bei ihm auf der Lauer liegen. Die Tiefwasserroute liegt ausschließlich und tief in Omanischen Hoheitsgewässern. Wenn der Oman dann dort den Schiffsverkehr regelt – so wie die Ägypter das im Suez-Kanal machen – soll er von mir aus auch dafür kassieren (denn da kann es ja dann auch eng werden). Die Schifffahrt sollte aber die Wahl haben, wem sie „die Dublonen“ gibt. Und die Hisbollah-Unterstützer, die Russen und die Chinesen können dann doch oben rum fahren – wenn sie das wollen. Und der Iran kann ja nach Lust und Laune seinen Teil sperren.
Ach so, wenn der Iran weiterhin „den wilden Mann macht“ und zivile Schiffe außerhalb seiner Hoheitsgewässer angreift: Zusammenbomben – aber so, dass es wirklich mal weh tut.
Das Problem mit „zusammenbomben“ ist, daß die Amis und Israelis risikoavers sind. Das US-Militär will diesen Krieg nicht, er lenkt von China ab, und mit der Prämisse, Verluste um jeden Preis zu vermeiden läßt sich der Iran nicht „zusammenbomben“. Ich denke Trump hat diesem eher erniedrigenden „Deal“ zugestimmt, weil alle Optionen, die ihm die Joint Chiefs of Staff vorgelegt haben, mit einem Preisschild an Blutzoll kamen, den er nicht bereit war zu zahlen.
Meine persönliche Verschwörungstheorie ist halt die, daß das US-Militär das absichtlich übertrieben hat, weil sie diesen Krieg schlichtweg für überflüssig halten im Vergleich zu China und Ukraine.
Trump wurde dieser Krieg aufgeschwätzt von Netanjahu über seine fast verwandschaftlichen Beziehungen über Kuschner, aber nachdem der versprochene billige Sieg ausblieb, hatte er die Wahl zwischen „all in“ und deal. Für jemanden der angetreten ist mit dem Versprechen „forever wars“ zu beenden, gab es da ein Dilemma