Europäische Erkundungsmission – incl. Bundeswehr – auf Grönland eingetroffen (Ergänzungen)
Erkundungsteams mehrerer europäischer NATO-Staaten, die zur Unterstützung Dänemarks Übungen auf Grönland vorbereiten sollen, sind am (heutigen) Freitag in der Inselhauptstadt Nuuk eingetroffen. Die zivile Chartermaschine der polnischen Gesellschaft Enter Air landete um 14:50 Ortszeit (17:50 MEZ) auf dem Flughafen von Nuuk, wie das Transponderbild (oben) zeigte. An Bord ist unter anderen ein 15-köpfiges Erkundungsteam der Bundeswehr.
Dänemark, Deutschland und mehrere andere europäische Staaten wollen die Bedingungen für die von Dänemark geplante Mission Arctic Endurance erkunden, mit der die zum Königreich Dänemark gehörende Insel vor möglichen Bedrohungen insbesondere aus Russland gesichert werden soll. US-Präsident Donald Trump, der den Anspruch der USA auf Grönland durchsetzen will, hatte unter anderem eine solche Bedrohung als Grund für die Übernahme durch sein Land angeführt.
Ebenfalls am Freitag kündigte Trump an, er werde die Länder mit Strafzöllen belegen, die sich dem Wunsch der USA nach Annexion Grönlands entgegenstellten. Aus dem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press:
I may put a tariff on countries if they don’t go along with Greenland,” he said Friday, without providing details. “We need Greenland for national security.”
Ergänzung: Laut dem Kommandeur des für Grönland zuständigen dänischen Arktiskommandos, Generalmajor Søren Andersen, wurden für Übungen von NATO-Mitgliedsstaaten auf der Insel in diesem Jahr auch die US-Streitkräfte eingeladen. Bei einem Treffen ebenfalls am Freitag habe er die Einladung ausgesprochen, wisse aber noch nicht, ob die USA dem folgen würden, sagte Andersen in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.
Ergänzung 2: Zwei dänische Kampfflugzeuge des US-Typs F-35 und ein französisches Tankflugzeug zur Luftbetankung flogen unterdessen – offenkundig demonstrativ – von Europa aus eine Mission über Grönland, wie die dänischen Streitkräfte am Freitagabend mitteilten:
Dänische F-35 und französische MRTT-Tankflugzeuge trainieren in Südostgrönland
Heute haben zwei dänische F-35-Kampfflugzeuge und ein französisches MRTT-Tankflugzeug (Multi Role Tanker Transport) eine geplante Trainingsmission in Südostgrönland durchgeführt. Die Mission bestand darin, gemeinsame Operationen mit Luftbetankung, Langstreckenflügen und Sicherheit unter den rauen arktischen Bedingungen zu üben.
Die Route der Flugzeuge führte vom Fighter Wing Skrydstrup direkt in das Gebiet um Kulusuk an der grönländischen Ostküste. Das französische Tankflugzeug kam von seinem Stützpunkt in Südfrankreich, wohin es nach Abschluss des Trainings in Grönland zurückkehrte. Während des Trainings im Nordatlantik überflogen die Flugzeuge auch die Färöer-Inseln.
(übersetzt mit deepl.com)
(Grafik: Transponderbild der Landung des Flugs ENT566 in Nuuk – ADSB.com; Foto: Ein Airbus A330 MRTT Tankflugzeug der französischen Streitkräfte und zwei F-35 der dänischen Streitkräfte auf dem Weg zu einer Mission über Grönland – Rune Dyrholm / Forsvaret)

„Ebenfalls am Freitag kündigte Trump an, er werde die Länder mit Strafzöllen belegen, die sich dem Wunsch der USA nach Annexion Grönlands entgegenstellten!“
Oops…
Das ist eine neue Linie.
Man sollte aber semantisch korrekt bleiben. Annexion ist nicht das gleiche wie „controll“ im verlinkten Artikel.
Trotzdem ist das natürlich eine unerhörte Frechheit. Schulhof-Schläger mit zusätzlichem Erpressungspotial, gab‘ s das schon mal auf westlicher Top-Polit-Bühne ?
Nachtrag ( aus einem langen Spiegel-Artikel):
.“…Die Republikanerin Murkowski sitzt für den US-Staat Alaska im Senat und ist bekannt für ihre Kritik an US-Präsident Trump. Sie hatte einen Gesetzentwurf mit auf den Weg gebracht, der den US-Präsidenten bremsen soll: Es wäre der Trump-Regierung dann verboten, das Gebiet eines Nato-Staats ohne Zustimmung des Bündnispartners zu annektieren, zu besetzen oder anderweitig zu kontrollieren…“
Bedeutet das denn das die Annektion derzeit legal wäre fragt man sich… ?
Es ist so unwürdig, wenn man sich als souveräner Staat so treiben lässt.
Zweifelsfrei ist Donald Trump verrückt, aber keineswegs irre. Im Weißen Haus wird man sich die Bäuche vor Lachen halten.
Ich finde das alles nicht gut. Aber ich kann Donald Trump verstehen.
Zitat:“I may put a tariff on countries if they don’t go along with Greenland,” he said Friday, without providing details. “We need Greenland for national security.”“
Es ist nicht nur unwürdig, wie Florian Staudte schreibt, es ist auch gelogen. Der Vertrag, den die USA mit Dänemark über die Nutzung von Grönland geschlossen hatten, erlaubt den USA so viele Truppen auf Grönland in so vielen Basen zu stationieren, wie die USA wollen. Während des kalten Krieges hatten die USA auch viele Basen auf Grönland aber nach dem Zerbrechen des Warschauer Pakts haben die USA die meisten Basen geschlossen. Wenn die USA eine zunehmende Zahl russischer und chinesischer Schiffe vor der grönländischen Küste als eine Bedrohung für ihre nationale Sicherheit betrachten, dann würde der existierende Vertrag es ihnen erlauben, die aufgegebenen Basen wieder in Betrieb zu nehmen.
Unter dem rapide schmelzenden Grönlandeis werden große Vorkommen wichtiger Rohstoffe vermutet. Das Grönland-Abkommen erlaubt US-amerikanischen Unternehmen auch die Ausbeutung solcher Vorkommen. Allerdings ist das Interesse US-amerikanischer Bergbaukonzerne an der Ausbeutung dieser Vorkommen genauso gering wie das Interesse US-amerikanischer Öl-Konzerne an der Ausbeutung venezolanischer Ölquellen.
DJT verhält sich nicht wie ein US-Präsident sondern wie ein Imperator. Er versteht „Make America great again“ auch im geografischen Sinn. Es ist ihm komplett egal, dass eine Realisierung dieser Pläne die NATO zerstören würde.
Die US-Amerikaner waren immer Stolz auf ihr System von „Checks and Ballances“. Aber dieses System versagt zunehmend. Egal ob es um die Festsetzung von Zöllen oder um militärische Angriffe auf andere Staaten geht, die Verfassung der Vereinigten Staaten fordert zwingend die Zustimmung des Kongress. Aber Donald Trump setzt sich darüber hinweg und die gewählten Parlamentarier leisten praktisch keinen Widerstand.
Ich schaue mir in letzter Zeit sehr viele Berichte und Kommentare aus den USA an. Das Entsetzen über die Entwicklung ist bei allen, die nicht gerade für Fox-News arbeiten, so groß wie die zum Ausdruck gebrachte Hilflosigkeit gegenüber den Zuständen. Ich fürchte, wir werden auch den Rest der Amtszeit von Donald Trump in interessanten Zeiten leben.
@Apollo 11,
ob eine Annektion nach US Recht aktuell legal wäre, muss ich passen. Wenn das Gesetz aber durchkommt, wäre eine Besetzung ein eindeutiger Verstoß gegen US Gesetze. Und auch wenn Donald und seine Getreuen aktuell Gesetze nur gut finden solange sie ihnen passen. Die Folgen dürften deutlich über ein „Du du, man entführt nicht Präsidenten anderer Staaten“ hinausgehen und je nach Umfang und Folgen durch die noch Partner (würde der Betrieb in Ramstein und Landstuhl ungestört weiterlaufen?) könnte ihn das dann ganz schnell die noch rettenden Stimmen in Kongress und Senat kosten.
Ich verstehe den Reflex nicht, eine Mission gegen eine Bedrohung von „Russland“ zu starten. Es geht doch um Trumps Drohungen, militärischer und wirtschaftlicher Art. Ich verstehe das eher so, dass es keinen Konsens gibt, eine rote Linie zu ziehen mit Konsequenzen (Sanktionen, Regulierung, Exportkontrollen). Gibt es denn überhaupt ernsthafte Anstrengungen, digital nicht mehr von U.S. Unternehmen abhängig zu sein (Zahlungsverkehr, Kommunikation und Infrastruktur, Regulierung von U.S. Unternehmen, die so tun als ob sie Multinational seien)?
@Alex 2.0
Damit spiegelt man nur die Argumentation Trumps um den Anschein zu wahren und zu suggerieren, dass man seine weitgehend unsinnige Argumentation ernst nimmt .
Natürlich weiß jeder, vmtl. auch der orangene Elefant im Raum, dass es um ihn geht,
Wenn man Donald Trump so hört, kommt man aus dem Staunen und Kopfschütteln nicht raus. Neulich habe ich erst die zentrale Rede Franklin D. Roosevelts vom 6. Januar 1941 mal wieder gelesen und beruflich verwendet, in welcher er die „Vier Freiheiten“ definiert (https://de.wikipedia.org/wiki/Four_Freedoms). Eine wirklich große Rede und ein wichtiger Schritt dazu, die USA als legitimen und guten Hegemon der freien Welt zu etablieren, der die Welt vor deutschen Nazis und japanischen Imperialisten rettet. Und dann vor den Sowjets. Der Vergleich mit Trump zum delisch-attischen Seebund um 460 v.Chr. drängt sich auf. Aus strahlenden Siegern und Beschützern der Schwachen und Kleinen vor dem Persischen Großreich, wurde erst ein bevormundender Hegemon und dann aggressiver Unterdrücker. Siehe Melier-Dialog… (https://de.wikipedia.org/wiki/Melierdialog). Athen hat dieser Weg erst in den Peloponnesischen Krieg geführt und dann in Niederlage, Tod und Bedeutungslosigkeit. Wiederholt sich die Geschichte? Offensichtlich haben Trump und seine Schergen in Geschichte zu oft geschwänzt…traurig. Lincoln, Roosevelt, Kennedy und Reagan drehen sich im Grabe um… Und sind dann die Chinesen als neues Sparta die Gewinner des neuen peloponnesischen Krieges? Weil die USA ihren Bund ruiniert haben?
Neuestes Zitat:
„… In Island herrscht nach einer angeblich scherzhaften Äußerung des designierten US-Botschafters Billy Long Entsetzen. Der ehemalige republikanische Kongressabgeordnete hatte gewitzelt, Island könne der 52. US-Bundesstaat werden – und er selbst dessen Gouverneur….“
Jetzt ist es also raus.
Die USA ( na ja, zumindest die Trump-Administration ) wollen die gesamte Inselkette die auch schon im 2. Weltkrieg so wichtig war:
Grönland, Island und die Faröer- Inseln.
( Das Kaufangebot für Faröer ist wohl nur noch eine Frage der Zeit… )
Damals im 2. Weltkrieg hatte sogar ein Hundeschlitten auf Grönland eine echte Rolle gespielt ( siehe Wikipedia – Grönland im zweiten Weltkrieg ).. Die komplexen politischen Irrungen & Wirrungen um Grönland waren damals fast so durchgeknallt wie jetzt wieder…
PS: Ähnlichkeiten mit Wichtigkeiten von „Inselketten“ im Pazifik ( Stichworte: China, Küstenwache ) sind wohl nicht rein zufällig.
PPS: Auffällig beim Gehabe der USA in der letzten Zeit sind Bemerkungen aus hinteren Reihen ( „Ehefrau von…“ / Grönlandbild, „Zukünftiger Botschafter von…“ / Island-Witz ).
Man braucht langsam nen starken Cocktail beim Lesen der Nachrichten ;-)
@ Schlammstapfer Wo anders habe ich gelesen, als Trump auf den Abzug amerikanischer Truppen von Grönland angesprochen wurde, dies wieder Biden in die Schuhe schieben wollte. Der Typ hat einen Knall und handelt wie der Pate. Irgendjemand mit Eiern sollte dieser ganzen Truppe mal sagen, dass sie einen an der Waffel haben. Von denen können Pinocchio und Baron Münchhausen noch es lernen.
Mit Trumps darwinistischem Weltenverständnis des Universums ist Sicherheit mit früherer Anschauung eine Illusion, mit Sicherheit.
Das „Survival of the Fittest“ adressiert dabei nicht pure Stärke, sondern vielmehr die Stärke über intelligente Anpassungsfähigkeit.
Der „Alte Westen“, minus Trumps USA, macht auf diesem Weg Fortschritte. Setzen wir also auf Intelligenz.
@Alex 2.0
Sie legen den Finger auf den Punkt. Wenn Dänemark und Europa Grönland für sich sichern wollen (was sie sollten!), dann muss den USA signalisiert werden, dass die USA Europa verlieren, wenn sie Grönland nehmen. Das ganze Auftreten der Dänen und Europäer signalisiert aber Schwäche: Man quatscht Unsinn (Russen!), man nimmt einen Linienflieger, man schickt eine Handvoll zum Erkunden. Exakt das falsche Signal, wenn man für sich das bestmögliche Ergebnis erreichen will.
Auszahlungen:
1. USA Best case: Grönland und Europa
2. USA 2. bester Fall: Europa, nicht Grönland.
3. USA 3. bester Fall: Grönland, nicht Europa.
4. USA Wort case: Weder Grönland oder Europa
Die USA spielen auf 1. und werden, so wie es aussieht, das bekommen.
Europa sollte auf 2 spielen, wird aber wohl bei seinem worst case landen. Will man auf 2 spielen, muss man knallhart signalisieren: Wir sind dann der Feind der USA, mit allem was daran hängt, militärisch, wirtschaftlich, kulturell, wissenschaftlich. Die falsch gesetzten Signale (die Russen waren es!) bestärken die USA darin, dass sie 1 durchsetzen können. Da wäre gar nichts tun noch besser, dann bestünde wenigstens noch die Möglichkeit eines robusten Auftretens gegeben.
@ All
Es wird zu sehr auf die Person Trump fokussiert. Die USA haben ein klares Interesse, Grönland in Besitz zu nehmen (und denken dabei wohl an Alaska, ein zweifellos extrem gutes Geschäft für die USA). Mit dieser Interessenlage muss man umgehen. Und wenn unsere Abhängigkeit von den USA (Internetkonzerne, Militär, Flüssiggas…) so groß ist, dass wir den USA Option 2 nicht aufzwingen können / wollen, dann sollte man Grönland zum höchstmöglichen Preis verkaufen (begleitet wegen mir mit viel Gejammer und Gedöns für das heimische Publikum, wie diese komische Erkundungsmission). Mir scheint, das ist die Richtung, in die es geht.
Als Bürger bin ich entsetzt darüber, daß unser Verteidigungsminister die dt. Bevölkerung angelogen hat, indem er behauptete, die BW-Soldaten seien nur zufällig in Grönland. Unsere Regierung ist ein Totalausfall iS Trump. Pistorius muss in einer Traumwelt leben, soweit er behauptet, die Gefahr einer amerikanischen Invasion in Grönland sei gesunken. Das Gespräch zwischen Dänemark/Grönland und Rubio und Vance ist ganz offensichtlich gescheitert, laut Weißem Haus soll die eingerichtete Arbeitsgruppe der Übernahme von Grönland durch die USA dienen, was eine offensichtliche Falschdarstellung ist, aber zeigt, daß die Trump Administration nicht an einem normalen, vernunftbegabten Umgang mit Verbündeten gelegen ist. Merz, Wadenphul & Pistorius übersehen, daß Trump und vor allem einer Reihe seiner Berater & Minister glücklich wären, wenn sie endlich die Nato zerstören könnten. Eine Invasion in Grönland würde also die USA vergrößern, Trump Möglichkeiten geben, sich an den Rohstoffen von Grönland – über seine Firmen – persönlich zu bereichern. Dass der Kongress in der Lage ist, vorher einen Beschluß gegen eine Übernahme von Grönland zu erlassen ist sehr zweifelhaft, bei Venezuela hat es nicht funktioniert, weil Trump republikanischen Senatoren gedroht hat, daß sie dann nicht mehr wiedergewählt würden und schon sind zwei Senatoren umgefallen. Zudem hält sich Trump regelmäßig nicht an Gesetze usw, so daß zu besorgen ist, daß er selbst einen entsprechenden Beschluß von Senat oder Kongress ignorieren würde(sein Veto-Recht nicht zu vergessen). Insbesondere kann Trump darauf hoffen, daß der Supreme Court, der oft vor Trump buckelt, ihm freie Hand für eine Invasion geben würde. Das System von „Checks and Ballance“ funktioniert nicht mehr( worauf schon @Schlammstapfer hingewiesen hat hier). Das System beruhte darauf, daß die Abgeordneten & Senatoren freier waren bei ihren Abstimmungen im Kongress, daß es keine starke Fraktionsdisziplin gab & der Kongreß auf seine Rechte geachtet sowie, einem Supreme Court, der versucht hat, die Verfassung und die USA funktionieren zu lassen. Der republikanisch beherrschte Kongreß hat seine Arbeit fast eingestellt, unterstützt blind alles was von Trump kommt, auch wenn es verfassungswidrig ist. Das Repräsentantenhaus wird einfach vertagt, um mögliche Abstimmungsniederlagen(Epstein Files) zu verhindern oder demokratische Nachrücker wochenlang nicht vereidigt, damit die republikanische Mehrheit nicht schrumpft im Repräsentantenhaus. Selbst von Trump ernannte Bundesrichter entscheiden häufig gegen Trump, aber meistens stoppt der Supreme Court mit seiner 6 : 3 Stimmenmehrheit der Konservativen Richter die Trump kritischen Bundesrichter. Damit findet Check & Ballance tatsächlich nicht mehr statt. Präzedenzfälle & das Machtgleichgewicht zwischen Präsident & Kongress oder US Bundesregierung zu Bundestaaten werden von der konservativen Richtermehrheit einfach meist ignoriert. Deshalb kann niemand in den USA Trump an einer militärischen Invasion in Grönland hindern. Und deshalb sind die europäischen Erkundungsmissionen in Grönland unzureichend. GB ist nur mit einem Soldaten dabei, Italien gar nicht bzw. die italienische Regierung spottet sogar über die Erkundungsmission. Trump versteht nur Stärke. Stärke wären sofortigen Stationierungen von Truppen, die Errichtung von Stützpunkten auf Grönland durch EU & europäische Nato-Partner. Und die neue Erpressung mit Zöllen durch Trump sollte endlich mit konkreten Drohungen beantwortet werden, wie daß Deutschland im Falle einer Invasion die F 35 Kampfflugzeuge & die Poseidon Seeaufklärer abbestellen würde & Zölle, mit dem Abstoßen von US Staatsanleihen beantworten würde! Man muss Trump dort treffen, wo er verwundbar ist!
Einige hier scheinen gar nicht schnell genug eskalieren zu können.
In den USA regiert gerade eine autokratische Elite mit viel Geld und medialer Macht. Die Veränderung zu früher, da waren Wirtschaftsinteressen im Vordergrund. Jetzt wird der Klassenkampf noch um einen Kulturkampf ergänzt. Und plötzlich sind alle Staaten, die nicht autokratisch und libertär ausgerichtet der politische Feind.
Noch gibt es offenbar zu viel Unterstützung für die alten politischen Verbindungen. Wenn jedoch EU Staaten den USA offen drohen, dann wird es die Mafia Clique im weißen Haus als Rechtfertigung nutzen um ihren Plan gegen NATO und EU durchzusetzen. Aktuell nimmt man ihnen die Rechtfertigung und setzt gleichzeitig ein Zeichen.
Grönland wird nicht billig, überleg dir, ob es dir diesen Konflikt wert ist.
Im ersten Kommentar bei AG erst einmal Kompliment an TW zu den präzisen Informationen in (fast) Echtzeit über das Geschehen in und um Grönland. Zum Bericht (s.o.) über die DK/F F-35 Mission gibt es auch ein Video https://www.forsvaret.dk/da/nyheder/2026/danske-f-35-og-fransk-mrtt-tanker-traner-i-sydostgronland/.
Wenn man dort auch die Meldungen in Dänisch liest (Arktiskurs für lokale potentielle Reservisten, mobiles Pendant zur Siriuspatrouille) bin ich nicht so sicher, dass die Forsvaret das USMC ohne weiteres landen lassen wird.
@BS:
Können Sie mir bitte erklären, was Sie mit den 4 Optionen meinen?
Ich verstehe es nicht.
@ CRM-Moderator
Es sind keine Optionen, sondern der Nutzen, die „Auszahlung“ wenn bestimmte Zustände für die USA eintreten.
Best case: Die USA übernehmen Grönland wie Alaska und mit Dänemark, Deutschland und den anderen läuft alles weiter wie bisher (Marktzugang, Militär usw.). bzw. so, wie die USA es wollen.
2. bester Fall: Die USA behalten die Oberherrschaft über Europa (Marktzugang, militärische Abhängigkeit, USD-Dominanz etc. etc.), aber verzichten auf die Übernahme Grönlands.
3. bester Fall: Die USA besetzen Grönland und verlieren Europa (kein Marktzugang mehr, Stützpunkte werden geschlossen etc. etc.)
4. Worst Case: Die USA fliegen aus Europa raus und übernehmen nicht Grönland. Dieser Fall ist offensichtlich nur Theorie.
Aus dänisch-deutscher-europäischer Sicht:
– Eine Besetzung Grönlands kann man letztlich nicht verhindern, wenn die USA es erzwingen wollen.
– Aber man kann seitens Dk-D-Europa Fall 3 erzwingen. Erzwingt man Fall 3, dann ist Fall 1 unmöglich, ergo wird es für die USA rational Fall 2 anzustreben. Ergebnis: Alles bleibt so wie es ist.
Das hat noch ein paar Randbedingungen, aber die lasse ich hier mal weg.
1. Zug USA: Grönland besetzen oder nicht.
2. Zug Dk-D-Europäer: USA aus Europa rauswerfen oder nicht.
Der erste Zug erfolgt in Erwartung des zweiten Zuges. Wenn die USA gesichert erwarten, aus Europa rauszufliegen, wäre es irrational Grönland zu besetzen. Wenn die USA erwarten, dass. das nicht der Fall sein wird, ist es rational, Grönland in Besitz zu nehmen.
Entscheident ist also, wie glaubwürdig Dk-D-Europäer den Rauswurf der USA aus Europa signalisieren. Und da muss man sagen: Still, aber massivst in der Sache ist richtig. Kein Wort. Aber harte Taten. Z.B. Kartellverfahren gegen Google, Amazon & Co. einleiten. Heute. Nicht morgen. Straßensperren vor US-Stützpunkten weil man dringend eine Baustelle einrichten muss. Und auch: Signifikante Kräfte nach Grönland.
Die Taten müssen unmissverständlich klar machen: Ihr Amis fliegt raus. Komplett. Aber wie gesagt, alles in der Stille, damit man gesichtswahrend wieder vom Pferd runter kommt. Beide Seiten.
@ Y-998201
Zitat: „Der Typ hat einen Knall und handelt wie der Pate. Irgendjemand mit Eiern sollte dieser ganzen Truppe mal sagen, dass sie einen an der Waffel haben.“
Bei dem „Paten“ bin ich ganz bei Ihnen bei dem „Knall“ gehe ich nicht ganz mit. Es gibt Kommentatoren in den USA, die auf Trumps Schauspielerisches Talent hinweisen. Er versteht, mit Medien umzugehen. Ein Kommentator hat Trump mit einem Bühnemagier verglichen, der mit seiner Show die Aufmerksamkeit der Zuschauer ablenkt und so keiner mitbekommt, welche Ziele er wirklich verfolgt.
Journalisten im Fach Politik arbeiten als „Vermittler“ zwischen Politikern und Öffentlichkeit. Sie interpretieren die Aussagen von Politikern. Trump widerspricht sich selbst, lügt mit beispielloser Dreistigkeit und schafft einen Aufreger nach dem anderen. Damit hält er die Presse und die Öffentlichkeit so in Atem, dass nur die wenigsten mitbekommen, wie er die Staatskasse zu seinem persönlichen Vorteil und zum Vorteil seiner reichen Förderer plündert (Stichwort: „big beautiful bill“).
Die möglichen Folgen für die für USA sind ihm dabei völlig egal. Aktuell nähert sich der erste Jahrestag seiner zweiten Amtszeit und politische Beobachter vermuten, dass Trump nach einem Erfolg giert, den er dann in seiner Jahresbilanz ganz groß darstellen kann. Die Annektion Grönlands wäre so ein Erfolg. Vor allem deshalb, weil es mit dem Regimechange im Iran nicht geklappt hat und weil der Coup in Venezuela ebenfalls keinen Regimechange herbeigeführt hat.
@BS:
USA aus EU „rausschmeissen“?
Ein paar Klicks und die EU wird zum digitalen Totalausfall. Allen dann viel Glück.
@CRM-Moderator, ja digital sind wir sehr abhängig.
Auf der anderen Seite dürfte das wirtschaftlich deutlich Spuren in den USA hinterlassen. Der Rückgang in den Umsätzen und Gewinnen dürfte deutlich sein und die Reflexe der Wirtschaft und deren Reaktion ist berechenbar. Kursrückgang an der Börse, Entlassungen beim Personal, Kürzung von Investitionen.
Und das wird auch in den USA nicht folgenlos bleiben.
@CRM-Moderator
Genau. Es ist unwahrscheinlich, dass DK-D-Europäer in der Lage sind, das Notwendige zu tun. Deshalb ist zu erwarten, dass Grönland an die USA geht.
Die allermeisten von uns wissen natürlich nicht wirklich warum die BW nur zum Kurztripp in Grönland war, und sich selbst zu dieser nur öffentlichkeitswirksamen Kurzvisite nicht mit dem eigenen Aircraft getraut hat, und ja, auch ich kann problemloß unzählige „Erklärungen“ dafür erfinden und liefern.
Warten wir mal ab was uns die Bundesregierung und die BW erzählen will und wird.
Dennoch komme ich nicht umhin mir vorzustellen was Betroffene, sowohl Zivilisten als auch Mil-Angehörige, auch anderer Staaten, davon und von Germany und der BW halten.
Aber, ist ja kein Problem, ist ja alles nur eine Frage WIE und mit welchem WORDING man (diesen Kotau) dem gläubigen Observer vermittelt – gell?
Engelbert
Dank an den Hausherrn für die vielen Infos. Der schnelle (und wohl geplante?) Rückflug ist, seitens der Presseabteilung des Ministeriums, wirklich grottenschlecht begleitet :-(
Ein kurzes offizielles Statement ob die anderen Erkunder aus Frankreich, Schweden, usw. auch zurückfliegen und schon würde es keine Sau mehr interessieren.
Aber: Mister Super Demenz in Washington schäumt sofort über vor Wut und zeigt seine wahren Interessen: Well done NATO, mission accomplished.
Miller lobt immer wieder „the art of the deal“ seines Chefs. Wenn Immobilienhaie Politik machen. Hat man im Bundeskanzleramt sich mal Expertise aus der Immobilienbranche geholt? So wie der Adenauer-Berater der sagte „man müsse die Amerikaner grün anmalen“ damit jedem ersichtlich sei, dass sie nicht einfach Europäer von jenseits des Atlantik seien. Europe – stay united!
@CRM-Moderator
Ein paar Klicks und die USA fliegen aus SWIFT.
Keine neuen Maschinen und Support von ASML, mehr an/für US Konzerne.
Abschliessend:
Wenn bei diversen Gesprächen mit Freunden / Bekannten / ( ausländischen ) Geschäftspartnern das Thema „Bundeswehr in Grönland“ gestreift wurde war die Meinung im Grunde einhellig:
.
Das ging von Kopfschütteln bis zu Unverständnis. Vor allem die Kombination Pressearbeit, Dauer der Mission („Kurzurlaub“) und die seltsamen Bilder beim Ausstieg aus ziviler Passagiermaschine waren da nicht hilfreich.
Es kam sogar die Frage auf ob die Soldaten denn bewaffnet waren ( bspw. Pistole ), Felduniform hatten sie ja an und nicht die Büroversion…
Ein Punkt den ich so nicht auf dem Schirm hatte. Aber berechtigte Frage…
Bemerkenswert, wie viele Medienprofis sich hier offenbar tummeln. Klar, um festzustellen, dass etwas Sch…e schmeckt, muss man natürlich auch kein Koch sein, aber die deutsche Tendenz zur hyperkritischen Nabelschau in allen Angelegenheiten, die eigene Streitkräfte betreffen, ist doch wirklich bemerkenswert.
Ich rede jetzt nicht von echten Entgleisungen, wie dem pietätlosen Posieren mit Totenschädeln in Afghanistan oder anderem, tatsächlichem Fehlverhalten. Aber da fliegt ein Erkundungsteam zum Erkunden, erkundet und fliegt nach dem Erkunden wieder zurück. Und hier kreischt und gackert es, als wäre der Fuchs im Hühnerstall.
Wirklich bemerkenswert.
Nachtrag: Wäre eine Maschine der Flugbereitschaft eigens dafür abgestellt worden, wäre vermutlich gegackert worden, dass es kein A400M war. Oder der falsche Flugzeugtyp (A321 statt der neueren A350!) oder die fehlende Auslastung der Maschine durch die paar Soldaten des Erkundungskommandos, oder oder… *kreischflatter*
Meine Kameraden auf dem Flur (die je nach Laune auch mal statt Dienstanzug den Feldanzug tragen) und auf internationalen Dienstreisen, insbesondere in „befreundete“ Regionen, haben eigentlich nie eine Dienstwaffe am Mann… ;-)
@Metallkopf
In der aktuellen Lage muß aber auch die Außenwirkung, insbesondere auf Verbündete und ggü. dem „Störer“ (hier: die USA) betrachtet werden. Im Prinzip war der besuch nur ein touchdown, Man hätte vor Ort sicher einiges mehr machen können, z.B. sich auch landeskundlich informieren.