Kampf im U-Bahn-Tunnel statt Staatsgast-Empfang: Das Wachbataillon übt den Krieg
Das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung kennt jeder Fernsehzuschauer – von seinen Auftritten für die militärischen Ehren eines jeden Staatsgastes in Berlin. Im Kriegs- und Krisenfall soll das größte Bataillon der Bundeswehr die Einrichtungen der Bundesregierung schützen. Und inzwischen wird das auch geübt. Mitten in Berlin.
Mit seiner Übung Bollwerk Bärlin III hat das Bataillon offenkundig einen Nerv getroffen. Bereits zuvor war das Interesse – aber auch die Kritik – an einer Übung der Bundeswehr mitten in der Hauptstadt nicht zu übersehen. Das mag damit zusammenhängen, dass die Vorläuferübungen Bollwerk Bärlin I und II vor den Toren der Großstadt und damit weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden. Vor allem aber: Bewaffnete Soldaten agierten nicht in dicht bewohnten Stadtteilen Berlins.
In dieser Woche aber war die Truppe nicht zu übersehen. Unter den realistischen Bedingungen der Großstadt, so erklärte die Bundeswehr in einem eigens gedruckten Flyer, würden Soldaten und Soldatinnen bewusst im öffentlichen Raum üben. Die ausdrücklichen Hinweise auf Scharfschützen am Berliner U-Bahnhof Jungfernheide hatten natürlich auch damit zu tun, dass die Streitkräfte um jeden Preis ein erneutes Desaster wie vor wenigen Wochen im bayerischen Erding vermeiden wollten. Anwohner sollten nicht im Glauben, es seien schwer bewaffnete Banden unterwegs, die Polizei rufen.
Von den Übungen bekamen die Anwohner vor allem die äußere Absicherung durch die erwähnten Scharfschützen und Absperrungen der Feldjäger mit, von den eigentlichen Abläufen allerdings vergleichsweise wenig. Denn außer im – ohnehin abgesperrten – Übungs-Stadtteil der Berliner Polizei in Ruhleben und einem ehemaligen Chemiewerk in Rüdersdorf außerhalb der Stadt fand ein wesentlicher Teil unter Tage statt: Im Übungstunnel der Berliner Verkehrsbetriebe, die am U-Bahnhof Jungfernheide einen stillgelegten Tunnel zur Übungsanlage ausgebaut hatten – vor allem für die Feuerwehr, die dort Brandbekämpfung unter den erschwerten Bedingungen einer unterirdischen Anlage trainieren kann.
Diesen Übungstunnel gibt es seit 2003 – und dass die Bundeswehr ihn in dieser Woche erstmals dafür benutzte, den Kampf in einem U-Bahn-Schacht zu trainieren, spricht für sich: Der Kampf in der Hauptstadt, die Bedingungen eines Krieges in Berlin zu üben, das war bis vor nicht langer Zeit offiziell kein Thema. Und vorsorglich umreißt das Wachbataillon für Bollwerk Berlin auch den rechtlichen Rahmen: Die Übung findet unter der Prämisse statt, dass der Bundestag den Spannungs- oder den Verteidigungsfall erklärt hat. Die Debatte über einen Bundeswehreinsatz im Inneren in Friedenszeiten, soll das heißen, hat mit diesem Training nichts zu tun.
Auch ohne Einschränkungen für die Truppe ist das Szenario für die Soldaten und Soldatinnen der 2. und 3. Kompanie des Wachbataillons fordernd genug: Ein U-Bahn-Zug mit zahlreichen Soldaten an Bord wurde vor einem U-Bahnhof mit Gewalt gestoppt. Die Täter, nach Bundeswehr-Einschätzung Irreguläre Kräfte, halten sich noch im Tunnel auf. Truppweise dringen die Soldaten in den Tunnel ein, finden Verwundete im Zug vor – und müssen sich eines gegnerischen Angriffs erwehren.
Die Herausforderung dabei, sagt Oberstleutnant Maik Teichgräber, der Bataillonskommandeur, sei eben die Infrastruktur als Kampfgebiet. Genau darauf müsse sich das Wachbataillon aber einstellen, denn unser Einsatzraum ist Berlin. Allerdings, auch das fügt der Kommandeur hinzu: Der Auftrag des Verbandes sei keineswegs, Berlin zu schützen – sondern die Bundesregierung.
Die Aussagen von (und Fragen an) Teichgräber zum Nachhören:
Nachtrag: Eine Fotogalerie hier:
https://flic.kr/s/aHBqjCBxw2
(Fotos aus dem U-Bahnhof Jungfernheide in Berlin mit dem Übungstunnel der BVG vom 19. November 2025)




Es ist richtig, dass die Bundeswehr übt, wie sie in Berlin vorgehen müsste. So neu ist das nicht für die Berliner, die Westalliierten haben in Berlin seinerzeit regelmäßig sichtbar und in größerem Umfang geübt. In Wohnvierteln, entlang der Mauer, z.B. im Wedding, in Berlins Wäldern, Flußübergänge, Brückenverminungen oder Evakuierungen. Die Franzosen hatten sogar einen Stadtkampflehrgang Centre d’entraînement Commando N°10 de Berlin.
Eine Übung der Bundeswehr unter weitestgehend realistischen Bedingungen im Herzen der Bundeshauptstatt.
Diese Bilder vermitteln wahrscheinlich deutlich mehr den Ernst der Lage, als dies jede Ansprache leisten könnte.
Getreu dem Motto: Übe wo Du kämpfst.
Auch die Feinddarstellung „Irreguläre Kräfte“ deckt sich mit dem voraussichtlichen Szenario.
Bis motorisierte Schützenbataillone (RU) nach Berlin gelangen hätten sie einen langen Weg durch Polen vor sich. Folglich ist wohl eher anzunehmen, dass einzelne durchgesickerte Zellen oder Sabotagegruppen hier agieren werden, falls überhaupt.
Es bewegt sich mal was. Das stimmt zuversichtlich und sollte vielleicht auch die Dauernörgler eine Weile lang befrieden. Aber natürlich ist das wieder alles längst nicht genug, kommt viel zu spät usw. usf… Kennze, kennze.
Übrigens dauert diese Übung noch bis zum 21.11.2025, allerdings nicht weiter im ausgebauten U-Bahnhoftunnel Jungfernheide. Wie erwähnt soll – und geht – es weiter auf dem Gelände des ehemaligen Chemiewerks Rüdersdorf und in Ruhleben (Übungszentrum der Polizei). Interessant wäre m.E. in diesem Zusammenhang die jeweilige Reaktion der Berliner Bevölkerung einzufangen, schließlich ist durchaus mit örtlichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen.
@Metallkopf
Der Anschlag auf die Eisenbahnstrecke in POL ist ein Menetekel, ein Feuerzeichen an der Wand – und soll von Ukrainern verübt worden sein.
[Ehe sich hier eine merkwürdige Interpretation festsetzt: Die Information aus Polen war, es seien Ukrainer in russischem Auftrag gewesen. T.W.]
@CouchPotato mag sein. Für die Jüngeren hier war es in den letzten 5 Jahren schon etwas Neues, militärische Kolonnen auf der Autobahn zu sehen. Ich bin über 30 aber hatte lange Zeit keinen Kontakt dazu, außer über Familie die beim Militär ist. Das hat sich zwar schon verbessert, seitdem in Uniform Bahn gefahren wird, aber es ist doch nochmal eine andere Qualität, eine Übung mit bewaffneten Soldaten im öffentlichen Raum mitzubekommen. Versteht mich nicht falsch, ich finde das gut, insb auch bzgl Nachwuchsgewinnung. Ich denke auch, dass damit nochmal klarer wird, dass wir die Bundeswehr für die Verteidigung Deutschlands und unserer Demokratie benötigen, und nicht für Auslandseinsätze, bei denen es ja schon oft fragen gab, inwieweit das jetzt (noch) Verteidigung ist.
Ich hoffe, dass wir eine so gute Bundeswehr haben, dass diese nicht kämpfen muss. Und ich hoffe, dass die Strukturen so bleiben, dass das Militär zukünftig nicht (über Abschreckung und Bündnissfall hinaus) als Werkzeug der Außenpolitik eingesetzt wird.
Die Aussage des Kommandeurs, auch wenn technisch korrekt, ist ein Griff ins Klo.
So nach dem Motto, die einfachen Leute scheren uns einen Scheiß, dankeschön
„…dass die Streitkräfte um jeden Preis ein erneutes Desaster wie vor wenigen Wochen im bayerischen Erding vermeiden wollten…“
Damals hatte man sich bei der Absicherung der Übung nicht mit Ruhm bekleckert. Und hat offensichtlich daraus gelernt.
Ein nicht aktiver U-Bahn-Tunnel und ein weit ausserhalb befindliches Chemiewerk sind aber auch wirklich gut absperrbar im Gegensatz zum freien Feld bei Erding.
Was immer Aufsehen erregt sind heutzutage eben offen sichtbare Langwaffen.
Selbst Jäger müssen ihre Flinten ja im PKW in verschliessbare Behälter packen.
Sieht man also fast nie ausserhalb von Jagden.
Und bei normalen Polizeieinheiten ist bei Maschinenpistolen Schluss, meist aber schon bei der Dienstpistole.
Bei der innerstädtischen Übung im U-Bahntunnel wird man ausserhalb des An- und Abmarschs nur entsprechend gekennzeichnete Feldjäger und Polizei-Streifen sehen.
Für solche Fälle gibt es übr. auch sehr gut ausgebildete Polizei-Einheiten. Meines Wissens fehlt denen aber die „firepower“ wenn der böse Feind mit Kriegswaffen anrückt…
Als Berliner: aus meiner Sicht könnte das Wachbataillon noch deutlich öfter und sichtbarer in der Stadt üben. Es ist Aufgabe des Wachbataillons, Regierungsinstitutionen zu verteidigen. Und damit müsste es eigentlich die Einheit in der Bundeswehr sein, die den Standard für Urban Warfare setzt und immer ganz vorne dabei ist, auch technologisch. Diese Leisetreterei verstehe ich langsam nicht mehr. Man kann offen kommunizieren, was da geübt wird. Und Leute, die glauben, hier würde jetzt für den Einsatz im Innern (in Friedenszeiten) geübt, quasi für die Diktatur, denen kann man glaube ich auch nicht mehr helfen. Die wollen das glauben. Ich frage mich, ob es nicht eher ein Wachregiment sein sollte, angesichts der Größe und Komplexität der Aufgabe.
Die Bundesregierung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der obersten Bundesbehörden sowie parlamentarischen Einrichtungen werden im Spannungs- und V-Fall in Richtung Westen evakuiert.
Dessen ungeachtet ist es durchaus sinnvoll und erfolgreich, mit derartigen Übungen zu beginnen.
Die Äußerungen des Kommandeurs sind aber auch das Problem, wenn er ehrlich sagt, daß der Auftrag des Wachbataillons ist, die Bundesregierung zu schützen, aber nicht Berlin! Wer schützt dann Berlin & die Bevölkerung? Allein mit dem Heimatschutzregiment 6, welches nur über zwei Berliner Heimatschutzkompanien verfügt(nebst 4 Infanterie-Kompanien aus Brandenburg & Sachsen-Anhalt) , kann eine Millionenstadt nicht verteidigt werden. Diese Reservistenverbände müssten zudem erst mal einberufen werden, im Falle z.B. von terroristischen Angriffen oder russischen Sabotageangriffen auf die Hauptstadt. Hier rächt sich, daß die Bundeswehr seit Jahrzehnten die Möglichkeiten von Angriffen in oder auf die Hauptstadt oder eines russischen Angriffs über die Oder nie bedacht hat! Es wurden einfach über Jahrzehnte die Kampftruppen & Kampfunterstützer zusammengestrichen, ohne den Not- oder Kriegsfall zu bedenken(die Stäbe & Kommandos haben dagegen fast alle überlebt). Berlin hatte nie mehr zu seiner Verteidigung, als das Jägerbataillon 581(später in Jägerbataillon 1 „Berlin“ umbenannt). Aber es gab in Brandenburg wenigstens noch die Panzerbrigade 42, die Berlin hätte zu Hilfe rufen können, wenn Polizeikräfte nicht mehr ausreichen. Aber völlig Gedankenlos wurde nicht nur mit dem Jägerbataillon 1 „Berlin“ der einzige Kampfverband der Hauptstadt aufgelöst und kurz darauf auch die ganze Panzerbrigade 42 „Brandenburg“ zerschlagen. Damit gibt es auch keine Kampftruppen mehr zwischen der Oder und der Hauptstadt, falls der Russe über die Oder angreifen sollte. Aber auch wenn russische Schläfer, oder Terroristen mit Kriegswaffen angreifen sollten oder russische Luftlandetruppen Berlin angreifen sollten, ist die Hauptstadt faktisch schutzlos(davon ausgehende die Polizei ist zu leicht bewaffnet zur Niederschlagung). Die Kampftruppen zur Amtshilfe müssten erst aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen oder Thüringen erbeigeschafft werden. Bei der Dislozierung der Bundeswehr hat dieselbe die Gefahren für die Hauptstadt völlig übersehen oder ignoriert. Es wäre also sinnvoll, bei der kommenden Verstärkung der Bundeswehr das Jägerbataillon 581(Jägerbataillon 1 ist als Name nicht mehr möglich, weil mittlerweile ein Jägerbataillon 1 in Schwarzenborn existiert) wieder aufzustellen und entweder die Panzerbrigade 42 oder die Panzergrenadierbrigade 38 „Sachsen-Anhalt“ wieder aufzustellen, weil in Brandenburg & Sachsen-Anhalt keine Kampftruppen mehr existieren, die zum Schutz von Berlin herangezogen werden könnten.
Daß das Wachbataillon wieder mehr den Kampf übt, nicht nur Paraden abhält, ist zu begrüßen, aber den Schutz der Regierung zu betonen, statt den Schutz der Bevölkerung, kann nach hinten losgehen. Die Regierung hat kein gutes Ansehen und ich vermute, daß der Bevölkerung der eigene Schutz wichtiger ist. Berlin & Umgebung brauchen deutlich mehr (und aktive) Truppen, als nur ein Heimatschutzregiment, was für drei Bundesländer zuständig ist.
@Sandro Valecchi, und wohin nach Westen soll es gehen? Dienststelle Marienthal ist zurückgebaut und die Ministerien in Bonn dürften genauso (un)sicher wie die in Berlin.
@JCR
Ich finde Ihre Deutung der Aussage des Kommandeurs sehr übertrieben. Sie verengen quasi die Bundeswehr auf ein Bataillon. Wie soll denn ein Verband mit 1000 Personen eine ganze Großstadt mit 3,9 Millionen Einwohnern im V-Fall schützen? Völlig unrealistisch. Aber für die ganze Bundeswehr gilt: Wir. Dienen. Deutschland.
@Sandro Valecchi
Darf ich fragen, woher Sie diese Information haben? Natürlich kann man im V-Fall Personal von Berlin nach Bonn (oder sonst wohin) verlegen. Der Regierungsbunker im Ahrtal ist aber schon lange nicht mehr nutzbar. Und vor den Raketen der Russen schützen Sie die paar hundert Extrakilometer Entfernung heute auch nicht mehr.
@all
Bei soviel zivil-militärischer Zusammenarbeit (Nutzung der Liegenschaften, etc,) würde mich mal interessieren, wie intensiv das Landeskommando Berlin da mitgewirkt hat? Zumindest presseseitig begleiten sie das auf ihrer Homepage.
Die Berlin Brigade der US Armee hatte immer eine starke SOF Gruppe integriert. Die Alliierten SOF haben zu Mauerzeiten auch sehr speziell das Operieren in den U-Bahn Tunneln und der Kanalisation geübt um im Falle der Einnahme von Berlin-West noch wochenlang im Verborgenen zu operieren.
Ganz Berlin ist untertunnelt.
„Und bei normalen Polizeieinheiten ist bei Maschinenpistolen Schluss, meist aber schon bei der Dienstpistole.“
Die MP5 sieht man bei den in Berlin mittlerweile üblichen Drei-Mann Streifen (innerstädtisch) doch recht häufig. Leider läuft einem dann manchmal auch der Schauer über den Rücken wenn man sieht wo der/die Beamtin ihren Finger hat.
„Für solche Fälle gibt es übr. auch sehr gut ausgebildete Polizei-Einheiten. Meines Wissens fehlt denen aber die „firepower“ wenn der böse Feind mit Kriegswaffen anrückt…“
Meines Wissens nach werden auch Polizeieinheiten mittlerweile an Waffen mit Wirkdistanz > MP5 ausgebildet.
Ansonsten gab es hier mMn eher zurückhaltende Berichterstattung in den lokalen Tagesblättern.
@Apollo11
„Für solche Fälle gibt es übr. auch sehr gut ausgebildete Polizei-Einheiten. Meines Wissens fehlt denen aber die „firepower“ wenn der böse Feind mit Kriegswaffen anrückt…“
Es wurde bei der Polizei aufgerüstet und zumindest die Sondereinsatzkommandos verfügen inzwischen durchaus über Kriegswaffen.
https://www.polizeipraxis.de/startseite/news-detailseite/artikel/gewehre-fuer-den-polizeilichen-anti-terror-einsatz.html
Ich finde tatsächlich, dass man hier kostenneutral mehr leisten bekommen könnte.
WachBataillon als solches abschaffen. Das Spalier stehen ist einfach aus der Zeit gefallen.
Den Schutz der Bundesregierung übernehmen Polizeikräfte wie die mobilen Einsatzkräfte. Gerne überlappend mit speziellen Feldjäger Einheiten und Bundespolizei, damit mit die Verknüpfung zwischen Ländern/Bund Polizei und Bundeswehr geübt wird.
Statt des wachbatallions dann gerne ein Bataillon Jäger für den urbanen Kampf aufstellen. Allerdings grundsätzlich außerhalb Deutschlands.
Innerhalb hätte ich gerne Polizei mit entsprechender vertiefter Ausbildung und gesonderter Ausrüstung um gegen Saboteure vorgehen zu können.
@all
Ich darf für manche Kommentare den Realitätscheck empfehlen. Nein, es ist nicht die aktuelle Herausforderung, wie 1945 Berlin vor einem Angriff der Roten Armee zu schützen (was ja auch nicht funktioniert hat).
@ Apollo 11 Ich war 2023 als Reservist Teilnehmer an der Übung AlpenTex23 in Füssen. Das war eine Antiterrorübung der bayrischen Polizei und der Bundeswehr. Wir haben da mitten zwischen den Bürgern geübt. Das hat die Sache nicht einfacher gemacht. Da war nämlich nicht viel abgesperrt und der Zivilverkehr lief weiter. So, wie im wahren Leben auch. Die Bevölkerung ist nämlich nicht plötzlich weg. Die Übung in Erding war meines Wissens nach angekündigt.
Das Wachbataillon hat den Auftrag, die Bundesregierung zu schützen. Dafür braucht es dann auch keinen Verteidigungsfall. Dass in diesem Zusammenhang ganz allgemein gesagt die unterirdischen Strukturen Berlins besondere Aufmerksamkeit verlangen, hatte man bei der Streitkräftebasis schon vor längerer Zeit erkannt und sich mit dem Thema befasst. Dass das nun auch in diesen Übungsaktivitäten mündet, freut mich.
@Küstengang01
Damals wohl auch da die S-Bahntunnel ein möglicher Angriffsvektor aus dem Osten war.
@lukan
Die MP5 ist – zumindest nach WaffG – eine Kriegswaffe.
@Alfred Maynard
In BERLIN gibt es ein Feldjägerdienstkommando, regelmäßig eingesetzt bei der Absicherung BMVg und Personenschutz.
@Closius
Die Sicherstellung der Handlungsfähigkeit der Regierungen (Bund, Land) und der Verwaltung gehört zur staatlichen Risikovorsorge und Resilienz.
@Mr. Diversity
Grundsätzlich kann das Notkabinett sicher auch „mobil“ oder aus einer Liegenschaft heraus arbeitsfähig sein, entsprechende Kommunikationsmittel vorausgesetzt. Das Internet wurde gerade aus diesem Grund entwickelt.
Daß mit einem überdimenionierten Infanteriabattalion (warum eigentlich nicht Regiment?) Groß-Berlin nicht zu verteidigen ist ist klar, aber die Idee daß wenn irreguläre Kräfte auftauchen, egal ob russisch, islamistisch oder was auch immer und, wie diese es gerne tun, Massaker an der Zivilbevölkerung anrichten, das Wachbattalion lieber das z.B. Bundesamt für offene Vermögensfragen sichert und die Bevölkerung auffordert, 110 zu wählen, ist doch kein schönes Bild.
@Thomas melber
Die Mp5 der Polizei kann meines Wissens nur EF. (das sollte für Polizeieinsätze aber ausreichen)
@JCR:
Danke schön, dass Sie so treffsicher genau das demonstrieren, was in unserem Land heute falsch läuft. „Ich. Ich. Ich. Was ist mit mir, mir, mir? Mimimi!?“
Ein Soldat hat zunächst einen konkreten Auftrag, den er zu erfüllen hat. Den hat er auch nicht von Gott durch himmlische Eingebung, sondern von der übergeordneten Führung, die idealerweise ein besseres und kompletteres Lagebild hat, als er selbst. Und die Realität eines Konflikts ist auch kein Computerspiel. Von einem Soldaten also zu erwarten, dass er sich bitteschön an seinen Auftrag hält, und nicht rechts und links anfängt, alle möglichen Sidequests zu sammeln, ist deshalb nichts ungewöhnliches.
Das bedeutet aber weder, dass dem Soldaten oder der übergeordneten Führung andere Menschen deshalb völlig egal seien, oder diese sie, um Ihre Worte zu nehmen „einen Scheiß scheren“. Es bedeutet lediglich, dass es vorkommen kann, dass andere Dinge gerade wichtiger sind, als Sie und andere sich möglicherweise selbst gerade nehmen.
„Der Mut, der sich gegen militärische Zweckmäßigkeiten richtet, ist Dummheit, oder wenn er von einem Kommandeur verlangt wird, Verantwortungslosigkeit.“ – Erwin Rommel.
@closius
Die Aufbaugeschwindigkeit des Heimatschutz ist leider ein allseits bekanntes und frustrierendes Problem. Es erinnert mich daran wie sich der vorstand eines Veteranenvereines darüber empörte, dass viele seiner bekannten sich freiwillig gemeldet hatten und trotz Vordienstzeit abgelehnt wurden, weil es keine freien Kompanien für sie gab.
(die Ansicht über die Abschaffung des WBtl teile ich unabhängig davon nicht)
Alfred Maynard sagt:
20.11.2025 um 9:10 Uhr
„Ich finde tatsächlich, dass man hier kostenneutral mehr leisten bekommen könnte.
WachBataillon als solches abschaffen. Das Spalier stehen ist einfach aus der Zeit gefallen.
Den Schutz der Bundesregierung übernehmen Polizeikräfte wie die mobilen Einsatzkräfte. Gerne überlappend mit speziellen Feldjäger Einheiten und Bundespolizei, damit mit die Verknüpfung zwischen Ländern/Bund Polizei und Bundeswehr geübt wird.
Statt des wachbatallions dann gerne ein Bataillon Jäger für den urbanen Kampf aufstellen. Allerdings grundsätzlich außerhalb Deutschlands.“
Kostenneutral – schönes Wort, aber aus ihrem Post nicht ableitbar.
Was Sie hier fordern gibt gar keinen Sinn.
Das Wachbataillon führt sowohl den protokollarischen Dienst als auch den Schutz der Bundesregierung aus. Sie mögen das Spalier stehen aus der Zeit gefallen finden, andererseits ist es nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des diplomatischen Protokolls. Ob Sie das nun sinnvoll finden oder nicht.
Den Schutz der Bundesregierung möchten Sie dann an „mobilen Einsatzkräfte. Gerne überlappend mit speziellen Feldjäger Einheiten und Bundespolizei“ übergeben, Nur haben diese genannten Menschen ja schon einen Job. Das bedeutet Sie müssten zusätzliche Kapazitäten schaffen (wo ist hier die Kostenneutralität?).
Dann möchten Sie gerne anstatt des Wachbataillons ein Bataillon Jäger für den Kampf im urbanen Gelände aufstellen. Also genau für das was das Wachbataillon übt. Und wieso „grundsätzlich außerhalb Deutschlands“? Soll das dann in Warschau, Prag, Paris oder wo genau stationiert werden? Und warum grundsätzlich?
@Alfred Maynard
Das Wachbatallion besteht aus Jägern :) Es ist der unterste Dienstgrad dort, sie tragen ja auch grün, also Infantrie.
@ Closius Ein bisschen mehr Vertrauen in die Fähigkeiten der NATO hätte ich an Ihrer Stelle schon. Nehmen wir mal an, es bleibt konventionell, was machen die Russen Ihrer Meinung nach in Polen besser? Die haben sich schon an der Ukraine verhoben. 500 Millionen gegen 143 Millionen. Das sollte schaffbar sein. Die Polizei Berlin hat übrigens mehr als 27000 Beschäftigte. Das sind zwei Divisionen.
Sachen, die in anderen Ländern üblich sind, sorgen hier für Aufsehen. Gehen Sie mal durch Paris oder schauen sich die Ausbildung der Schweden an.
@JCR
Sonst hieße es ja: Wachregiment 😎
Im übrigen wurde in der letzten Umgliederung das Wachbataillon dem KdoFJgBw zugeschlagen.
@all
Oben im Nachtrag ein Link zur Bildergalerie.
@JCR, wo steht geschrieben das es einzig und allein das Wachbataillon ist das im V-Fall in Berlin aktiv wird? Das steht halt nur besonders im Fokus weil es aktiv ist und halt den besonderen Auftrag Schutz der Bundesregierung hat. Wenn die aber nach Helgoland umzieht, geht das Wachbataillon mit.
Wenn nächste Woche der 3. Zug einer Berliner Heimatschutzkompanie exakt das gleiche Szenario übt, dürfte das medial deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommen.
@Flo
@MrDiversity
Evakuierungs- und Notfallplan
Jede Behörde und parlamentarische Institution hat einen, ihren, Evakuierung und Notfallplan. Dieser dient der Gefahrenabwehr, dem Schutz von Leben und Gesundheit, aber natürlich auch der Funktionsfähig der Regierung, Behörden und Institutionen.
Der Evakuierung – und Notfallplan endet nicht mit dem Treffen auf dem nächsten Sammelplatz.
Dessen ungeachtet sind die Parlamentarier nur ihrem Gewissen unterworfen und können selbstverständlich einer Evakuierung widersprechen.
Welches Szenario für eine Evakuierung nach Westen den Ausschlag geben wird, dürfte einer Einzelfallbetrachtung und ad hoc Entscheidung vorbehalten sein. Sehr wahrscheinlich wird das der Fall sein, wenn mit zahlreichen bewaffneten Drohnen permanente Attacken auf Berlin erfolgen würden. Die damit verbundene chaotische Lage dürfte keine anderen Optionen mehr zulassen.
Die Stärke des Föderalismus liegt im V-Fall eben darin, dass es einen Angreifer schwerer Fallen wird, einen sogenannten Enthauptungsschlag gegen die Regierung und Parlament zu führen.
@Sandro Valecchi, mag ja sein das es solche Pläne gibt . Trotzdem bleibt die Frage wohin und warum? Warum sollte ein zentraler Ort im Westen sicherer sein bzw leichter zu sichern sein als Berlin oder ein Objekt im Umland? Hat die Ukraine doch vorgemacht, Container voller Drohnen über Land nahe ans Ziel bringen und dann los. Warum sollte da dann Bonn sicherer sein als Berlin? Wenn dürfte eher helfen sich räumlich zu verteilen auf Objekte die spontan gewählt werden und nicht verplant wurden.
@Flo
Wahrscheinlich ist es in einer Kleinstadt in der Provinz doch sicherer als in Berlin, wo es im Fall des Falles noch andere Bedrohungen geben könnte als Drohnen. Auch die Nutzung einer Bw-Liegenschaft mit Anbindung an das rote Netz wäre eine Option sofern nicht sowieso entsprechende mobile IT vorgehalten wird. Die normalen, jicht abgesicherten Mobiltelefone sollten natürlich vor einer Verlegung eingesammelt werden.
Es verlegt dann eben nur das Sicherheitskabinett mit den parl StS, die anderen StS dann quasi als GefStd Rück ? Vielleicht sollte man dies einmal üben.
@Thomas Melber, klar. Je nach Bedrohung hat jeder Ort seine Vor- und Nachteile. Gegen den klassischen Luftangriff dürfte alle an einem Ort besser sein weil nur ein hochwertiges Ziel, der Sabotagetrupp hat es dagegen auf dem flachen Land schwerer weil er eher als fremd erkannt wird und weniger potenzielle Verstecke vorhanden sind.
@Flo
…wohin und warum?
Im vorgenannten Beitrag geht es um um eine Übung der Bundeswehr. In der Sache geht es um die Evakuierung zwecks Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit der zentralen, wichtigen Institutionen von Parlament und Behörden. Die Frage nach dem Warum hat das WachBtl bereits beantwortet.
Zur Bewertung der Gefahrenlage verweise ich auf die Einschätzung von Julius v. Freytag Loringhoven (Naumann Stiftung) und die Lageeinschätzung der Staaten des Baltikums (Defent Baltic).
Verzeihung, ich war sehr undeutlich in meinem Text.
Die protokollarischen Tätigkeiten des Wachbatallion würde ich streichen und die infanteristischen Aufgaben durch spezialisierte Kräfte bei Landespolizei,Feldjägern und Bundespolizei platzieren. Inklusive Aufwuchs an Material und Personal.
Die Kosten die aktuell das Wachbatallion verursacht, also an diese drei Stellen umschichten. So kann ich sie bereits in Friedenszeiten bei großen Bedrohungslagen (Sabotage/Terror) einsetzen.
Davon unabhängig, wenn man trotzdem noch urbane Infanterie wie jetzt beim Wachbatallion möchte, dann zusätzlich neu ein solches spezielles Jägerbatallion aufstellen, aber nur für den Einsatz außerhalb der Bundesrepublik.
Hier hatte ich in meinem vorherigen Post mit dem Wort Stationierung eine völlig falsche Idee ausgelöst. Wo das Bataillon stationiert wäre ist egal. Mir ging es um den grundsätzlichen Einsatzort.
Ich bitte meine schlechte Kommunikation zuvor zu entschuldigen.
Wegen des Punkts, das gehört aber zum diplomatischen Protokoll. Protokoll ändern. Spart anschließend Geld und Zeit für alle.
@Sandro Valecchi
Wobei die BReg als Exekutive ja nur ein Teil der drei Gewalten darstellt. Genauso wichtig ist der Schutz der Judikative (BVerfG, BVG, u.a.) und des (Not-) Parlaments (BT/ BR) als Legislative, ggf. dann disloziert in der Fläche, wobei die Gerichte ja eh schon dezentral verortet sind.
„Nein, es ist nicht die aktuelle Herausforderung, wie 1945 Berlin vor einem Angriff der Roten Armee zu schützen (was ja auch nicht funktioniert hat).“
Für die Soldaten gibt es immer den finalen Grund nicht aufzugeben. Dieser Luxus bleibt jenen verwehrt, die in Kategorien wie „funktioniert nicht“, und „darf nicht“ und „will nicht“ denken und handeln können. Ein Luxus.
Doch täuschen Sie sich nicht.
Die Einschusslöcher in den Ufermauern der Spree von 1945 sehen nicht anders aus als die Einschusslöcher in ukrainischen Betonmauern aus 2025.
Schauen Sie gut hin beim nächsten Spaziergang.
Berlin-Mitte und Pokrovsk trennen am 22.11.2025 nur Raum und Kräfte sowie ggf. „europäische Kampfjets in Polen“ und ein Nichtangriffspakt mit Russland.
Alle, die das Ende der Nachkriegsordnung nicht wahr haben wollen, frage ich:
Wie viel wollen Sie darauf wetten, dass die blutrotgetränkte Armee der russischen Imperialisten es nicht wieder bis nach Berlin schafft? Sind die Koffer gepackt, die Route und das Restleben geplant?
Das Stück von 1945 hat lange nachgehallt, doch jetzt wird zweifellos neue Musik gemacht.
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Ohne strategisch bedeutsame sicherheitspolitische Erschütterungen zum Vorteil der Souveränität Europas, welche die amerikanischen und russischen Feinde von der neuerlichen Aufteilung des Kontinents abhalten, ist eine Neuverzierung Berliner Ufermauern nur eine Frage der Zeit.
Es ist nicht mehr Zeitenwende, sondern Countdown — für jeden und überall in Europa. Wer ihn stoppen will muss den Dirigenten vom Podest schubsen und selbst den Takt angeben.
„Leider läuft einem dann manchmal auch der Schauer über den Rücken wenn man sieht wo der/die Beamtin ihren Finger hat.“
Dann lade ich Sie gerne mal zum Strassburger Weihnachtsmarkt ein. Da begegnen Sie dann französischen Militärstreifen, 8-12 Mann stark, und alle den Finger am Abzug ihrer Sturmgewehre. Wir müssen uns alle mal langsam klar werden, dass wir nicht mehr im Friede-Freude-Eierkuchenland leben, sondern, dass die Gefahren real geworden sind und jeden Tag zunehmen. Das zu verdeutlichen, dazu kann diese Übung auch dienen, ganz unabhänigig wie militärischen sinnvoll das jetzt gerade ist.
@Alfred Maynard: Staatsgäste mit militärischen Ehren zu Empfangen ist ein Instrument der Diplomatie. Es ist effektive Soft Power, umso mehr als es auch ein subtiler Wink mit Hard Power ist. Darauf zu verzichten wäre ziemlich bescheuert. Und es macht auch Sinn, dass es Soldaten mit echtem Kampfauftrag sind, die da stehen. Wie bei den britischen Garderegimentern.
Und was die Verteidigung Berlins angeht. Also wenn den Russen hier eine Luftlandeoperation gelingt, gegen den Willen der versammelten Nato-Luftstreitkräfte, dann ist sowieso sehr viel schiefgelaufen. Deutsche Städte zu verteidigen ist jawohl Auftrag der gesamten Bundeswehr, oder? Von den „zwei Divisionen“ der Berliner Polizei würde ich da nicht zu viel militärisches erwarten, dafür sind die nicht ausgebildet und das ist nicht ihr Job. Die werden im Verteidigungsfall genug zu tun haben.
Das Wachbataillon (gerne in Zukunft Regiment) hat einen klaren Auftrag. Aber vielleicht kann es seine Expertise ja in gemeinsames Training mit anderen Verbänden einbringen.
@Felix
Da sind wir halt unterschiedlicher Meinung.
Für mich ist es nur rumstehen und keine Diplomatie und Staatsgäste aus USA, Indien oder China, wird das aus meiner Sicht nicht wirklich beeindrucken.
Außer „rumstehen“ bleibt dann noch üben.
Würde man das Geld in spezialisierte und entsprechend ausgerüstete Polizeikräfte stecken, könnten diese auch jetzt schon schützen und eingreifen und nicht nur im Verteidigungsminister bzw. Spannungsfall.
Zur Gefahrenlage. Abgesehen von 2018 bis 2022 gab es keine sichere Zeit in Deutschland. Da scheint die mediale über-Berichterstattung bei ihnen wohl zu verfangen. Studien und Polizeistatistiken zeichnen jedoch ein anderes Bild.
@Teetrinker
„Wie viel wollen Sie darauf wetten, dass die blutrotgetränkte Armee der russischen Imperialisten es nicht wieder bis nach Berlin schafft?“
Hm, das klingt bei mir schon arg nach Geschichtsrevisionismus. Meines Wissens gab es da ein Vorspiel eines deutschen Angiffs- und Vernichtungskrieges.
„Berlin-Mitte und Pokrovsk trennen am 22.11.2025 nur Raum und Kräfte sowie ggf. „europäische Kampfjets in Polen“ und ein Nichtangriffspakt mit Russland.“
Und das ist genauso absurd, oder war alles Satire? Die polnische Armee alleine hat inklusive Reservisten über die Hälfte der Manpower der Russischen Armee.
Thomas Melber sagt: „Das Internet wurde gerade aus diesem Grund entwickelt.“…Ist halt Neuland ;o))
oh, ganz überrascht das es ernsthaft deutsche Soldaten in Berlin gibt! Als alter West Berliner ist es seid 1990 das erste Mal das die Bundeswehr offiziell übt! Wie peinlich und zeigt wie schlecht die Truppe von Berlin als auch von der Bundesregierung seid dem behandelt wurde. Jetzt wo der Bär brennt plötzlich Lobhudelein und PR. Wertschätzung sieht Lichtjahre anders aus.