Trumps Kürzungen: Keine US-Mittelstreckenwaffen nach Wiesbaden (Nachtrag: Pistorius)
Zusammen mit der von US-Präsident Donald Trump angedrohten Reduzierung von US-Truppen in Deutschland wird voraussichtlich auch die geplante Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen abgesagt. Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf das Pentagon, auch die vor zwei Jahren vom damaligen US-Präsident Joe Biden und dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz vereinbarte zunächst phasenweise Stationierung weitreichender konventioneller US-Waffensysteme in Deutschland habe sich nun auch offiziell erledigt.
Über die geplanten Reduzierungen berichtete am (gestrigen) Freitagabend unter anderem Reuters:
The United States is withdrawing 5,000 troops from NATO ally Germany, the Pentagon announced on Friday, as a rift over the Iran war widens between President Donald Trump and Europe. (…)
As part of Trump’s withdrawal decision, a brigade combat team now in Germany will be pulled out of the country and a long-range fires battalion that the Biden administration had planned to begin deploying to Germany later this year will no longer deploy, the official said.
Die Planungen sind offensichtlich nicht Teil militärischer Erwägungen, sondern eine emotionale Reaktion des US-Präsidenten auf die Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz. Der CDU-Politiker hatte die USA wegen ihres Vorgehens im Angriffskrieg gegen Iran kritisiert.
Die angekündigte Truppenreduzierung um rund 5.000 Soldaten, eine rotierende Kampfbrigade, senkt die Zahl der US-Truppen in Deutschland auf die Zahl vor Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine 2022. Der damalige Präsident Biden hatte die amerikanische Präsenz in Europa als Reaktion auf den russischen Angriff verstärkt.
Interessanter, wenn auch bereits länger absehbar, ist dagegen ein Verzicht auf die Stationierung einer Multi-Domain Task Force der US-Streitkräfte in Deutschland, die mit ihren konventionellen Waffensystemen die weitreichenden Präzisionsschläge androhen können, die die Europäer bislang nicht mit eigenen Systemen leisten können. Als Teil der Abschreckung hatten die Regierungen in Washington und Berlin genau deshalb diese – zumindest zeitweise – Verlegung vereinbart. Als Stationierungsort war Mainz-Kastel bei Wiesbaden vorgesehen – in Wiesbaden-Erbenheim sitzt das Kommando der U.S. Army für Europa und Afrika, und in Mainz-Kastel wurde bereits 2021 das 56th Artillery Command reaktiviert, das für den Einsatz dieser Systeme zuständig wäre. Dabei hatte vor allem die Einbeziehung von Hyperschallwaffen schon damals zu heftiger Kritik Russlands geführt.
In der deutschen Innenpolitik hatte diese Vereinbarung ebenfalls für streitige Diskussionen gesorgt, unter anderem wurde sie als unnötige Aggression gegenüber Russland abgelehnt. In der gemeinsamen Erklärung beider Regierungen war allerdings genau die Abschreckungswirkung auch betont worden:
The United States will begin episodic deployments of the long-range fires capabilities of its Multi-Domain Task Force in Germany in 2026, as part of planning for enduring stationing of these capabilities in the future. When fully developed, these conventional long-range fires units will include SM-6, Tomahawk, and developmental hypersonic weapons, which have significantly longer range than current land-based fires in Europe. Exercising these advanced capabilities will demonstrate the United States’ commitment to NATO and its contributions to European integrated deterrence.
Parallel dazu hatten mehrere europäische Staaten mit der Entwicklung eigener weitreichender Präzisionsbewaffnung begonnen. Der European Long Range Strike Approach (ELSA) wird allerdings noch eine Weile brauchen. Deshalb planen mehrere Länder, auch Deutschland, als Übergangslösung die Beschaffung von Tomahawk-Marschflugkörpern der USA.
Die Multi-Domain Task Forces mit ihren Waffensystemen werden dagegen von den USA offensichtlich eher für Asien eingeplant. So gab es im vergangenen Jahr Übungen damit in Australien und Japan.
Nachtrag: Verteidigungsminister Boris Pistorius äußerte sich am (heutigen) Samstag zwar zu den Ankündigungen, nahm aber ausschließlich zu geplanten Truppenreduzierung Stellung und erwähnte die Absage der Multi-Domain Task Force nicht einmal. Der vollständige Wortlaut:
Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland ist in unserem Interesse und im Interesse der USA.
Mit den Amerikanern arbeiten wir eng zusammen, in Ramstein, in Grafenwöhr, in Frankfurt und anderswo, für Frieden und Sicherheit in Europa, für die Ukraine und zur gemeinsamen Abschreckung. Die USA bündeln hier aber auch andere militärische Funktionen, etwa für ihre sicherheitspolitischen Interessen in Afrika und im Mittleren Osten.
Dass die USA Truppen aus Europa und auch aus Deutschland abziehen würde, war absehbar. Derzeit ist von 5.000 US-Soldatinnen und Soldaten von insgesamt fast 40.000 die Rede, die aktuell in Deutschland stationiert sind.
Klar ist: Wir müssen innerhalb der NATO europäischer werden, um transatlantisch bleiben zu können. Anders ausgedrückt: Wir Europäer müssen mehr Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen. Deutschland ist auf einem guten Weg. Wir wachsen auf: Unsere Bundeswehr wird größer, wir beschaffen schneller mehr Material und setzen dabei auf Innovationen, und wir bauen mehr Infrastruktur.
Bei allen künftigen Aufgaben sprechen wir uns eng mit unseren Alliierten ab, zum Beispiel im Rahmen der Group of Five, also mit Großbritannien, Frankreich, Polen und Italien.
Darüber hinaus wollte das Ministerium nichts sagen: Für Detailfragen, die die US-Streitkräfte betreffen, verweise ich an die Pressestellen der US-Administration, sagte eine Sprecherin.
(Archivbild Juli 2025: Soldiers from the 3d Multi-Domain Task Force (3MDTF) conduct the first Typhon live-fire exercise outside of the continental United States, firing a Standard Missile-6 July 16, 2025, in the Northern Territory, Australia, during Exercise Talisman Sabre 25.
– U.S. Army photo by Sgt. Perla Alfaro)
Der seit Jahren gehörte Satz : „ Deutschland und Europa müssen sich selbst verteidigen können“ muss nun noch schneller Wirklichkeit werden. Auch bei eigenen Kernwaffen für die Verteidigung Deutschlands-das große Tabu in Deutschland .
Trump ist nicht unser Verbündeter, er scheint eher anzustreben Mitglied im Team aggressiver Autokraten zu werden.
Letzten Endes schützen die USA ohne diese Mittelstreckenwaffen vor allem ihre eigenen Truppen und Standorte in Europa nicht mehr bestmöglich. Es mag ein Vorbote eines strategisch angedachten, weiteren US-Abzugs sein oder ein „Denkzettel“ an uns im Sinne von verweigertem Upgrade. Bin mal gespannt, wie die USA ohne Stützpunkte in Spanien, Italien und Deutschland globale Operationen durchführen wollen. Diese Drohungen dürften für die USA sehr schnell nach hinten losgehen, wie bereits beim Iran-Konflikt sichtbar wird.
Man kann Deutschland für Vieles kritisieren, aber wir sind ein sehr loyaler Partner der USA. Mit Standorten, mit viel Bewegungsfreiheit, regionalen US-Hauptquartieren (Europa, Afrika) und mit eigenen, sehr großen finanziellen Beiträgen, siehe US-Militärkrankenhaus oder riesige Ukraine-Hilfe und deutsche Rüstungsbeschaffung in den USA. Die US-Kritik ist deshalb ungerecht und teilweise unverschämt. Das wiederholte Brechen bestehender, auch neu getroffener, Vereinbarungen (Zölle), ist eine Zumutung. Trotzdem wird es darum gehen, mit den gemäßigteren US-Kräften politisch weiter gut zusammenzuarbeiten und diesen täglichen Wahnsinn ohne Unterwürfigkeit auszuhalten und ohne die tatsächliche Partnerschaft dadurch erodieren zu lassen. Jede Eskalation spielt nur weiter den Russen in die Hände. Vermutlich müssen wir uns strategisch viel enger an den US Kongress halten.
Wenn Europa endlich wahr macht mit Einigkeit und zusammen stark sein…
muss uns der Kasper im Weißen Haus endlich egal sein.
Denn dann ist Europa stark genug um dem anderen Kasper im Kreml genug Stärke entgegensetzen zu können, ohne die USA.
Dieses ewige Anschleimen und Katzbuckel machen gegenüber den
USA muss einfach aufhören.
Wir können als Europa sehr wohl die benötigte Stärke entwickeln, bzw. haben sie schon. Denn anders als die UKR würde Europa nicht mit einer Hand auf dem Rücken kämpfen, sondern mit Allem was in den Arsenalen liegt… und das ist NICHT wenig… und wird Stück für Stück mehr.
Die Welt ist im Umbruch.
Das kann für Europa nur bedeuten sich
endlich der eigenen Stärke bewusst zu werden und Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Wenn unsere Regierung auch nur noch ein bisschen Rückgrat hätte, würde sie Donald nun klar aufzeigen, welche Standorte der Amerikaner sie umgehend geräumt haben möchte, um dort eigene Soldaten und das ganze bestellte neue Material dort zu stationieren.
Wie wäre es mit Ramstein?
Sorry, aber diesem „Verbündeten“ kann man weder sicherheitspolitsch oder militärisch noch wirtschaftlich (Zölle auf Autos!) länger über den Weg trauen.
Daher lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
@Couch Potato
Weshalb ist der Standort des AFRICOM in Deutschland ? Zum einen wegen der Synergien mit dem EUCOM. Zum anderen: die USA wollten das HQ schon länger nach Afrika verlegen, nur: dort wollte es kein Staat aufnehmen.
Honi soit qui mal y pense.
Trump bekommt seine Anweisungen von Putin! Kaum mit Putin telefoniert, schon verkündet er Truppenabzug aus Deutschland, Italien & Spanien. Jetzt auch keine weitreichende Raketenstationortung mehr in Deutschland. Putin kommt doch aus dem Feiern nicht mehr raus, wie sein „Agent“ Trump die NATO und die USA zerstört. Trump wird in keinem Fall einen Atomwaffeneinsatz gegen Putin erlauben. Deshalb sollten wir endlich die F 35 abbestellen, keine weiteren Poseidon Seeaufklärer kaufen, die Beschaffung der VLS Zellen für die neuen Fregatten stoppen und eine BW ohne US Waffen anstreben, auch wenn dies 10 Jahre dauert. Die USA halten ihre Waffenlieferungen nicht ein gegenüber Ukraine, Schweiz, Finnland usw. Warum sollten die USA und Waffen oder Munition liefern, wenn Trump s Freund Putin uns angreift?? Dänemark macht es richtig, indem es jetzt das Flugabwehrsystem von Frankreich & Italien kauft und nicht Patriot! Gestern hat Trump seinen eigenen Handelsvertrag mit EU gebrochen und will jetzt 25 % Zoll von uns! Dies bedeutet Handelskrieg! Dies hätte unsere Bundesregierung verhindern können, wenn man gleich gesagt hätte, solange die USA Strafzölle gegen uns verhängen kaufen wir keine neuen US Waffen! Gerade gelesen, dass die USA 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen wollen laut Kriegsminister! Unsere Regierung wird wieder kein Rückgrat zeigen. Richtig wäre es, das NATO Truppenstatut zu kündigen, denn dann beginnt das Fracksausen im Pentagon. Die US Truppen müssten innerhalb von 2 Jahren Deutschland verlassen. Das schaffen sie nicht, Ramstein oder ihre Kommandos zu verlegen so schnell, sie müssten klein laut bitten, bleiben zu dürfen!!
Merz hätte, statt statt vor Schülern (!) auf dem Dorf im Sauerland unsere amerkanischen Verbündeten in naiver Weise zu kritisieren, sagen sollen: „Wir unterstützen die Bemühungen der USA iranische Atomwaffen zu verhindern, und diese sind auch im deutschen Interesse.“
Merz hat einmal mehr ein beängstigend schlechtes Urteilsvermögen bewiesen, und Deutschland so schwer geschadet. Ein komplette BCT (vermutlich 3rd Brigade Combat Team, 1st Cavalry Division) und das nun nicht stationierte Long-Range Fires Battalion hätten ein bträchtliche Kampfkraft gehabt. Das sind beides keine Logistiker oder Unterstützer, sondern Kampftruppe, die uns verteidigt hätten!
Wie lange würde die Bundeswehr wohl brauchen, um die so ohne Not verlorenen rd. 6000 Mann US Kampftruppe samt Ausrüstung in der Bundeswehr zu aquirieren und auf dem Stand auszurüsten? Und was würde das kosten? Ich schätze, wir sprechen hier von einigen Milliarden.
Ein unglaublich dämlicher, unprovozierter, folgenschwerer und nicht zu entschuldigender Fehler von Merz!
Dass der angekündigte Abzug bzw. Nicht-Einzug dieser beiden in der Abschreckungswirkung durchaus wichtigen Einheiten nun politischerseits als „absehbar“ und langfristig eingepreist verkauft wird, war mit den ersten Reaktionen Trumps auf Merz ebenso absehbar, und mag ja auch einen waren Kern haben (s.o.). Dass der Bundeskanzler aber dem Vorschub leistet, indem er meint in einer Schulaula seiner latenten Logorhoe freien Lauf lassen zu können, weil er nicht versteht, dass der sicherste Weg zur Nachrichtenverbreitung ist, vor 200 Pennälern mit 300 Händies und 1000 Social Media Accounts rumzutröten, ist so vielsagend wie peinlich; allzumal es bei den „long ranges fires“ um eine strategische Abschreckungslücke geht, die zu füllen sogar die SPD-geführte Vorgängerregierung mühsam, vor allem mit sich, gerungen hat.
Zitat aus diesem Artikel: „Die Planungen sind offensichtlich nicht Teil militärischer Erwägungen, sondern eine emotionale Reaktion des US-Präsidenten auf die Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz. Der CDU-Politiker hatte die USA wegen ihres Vorgehens im Angriffskrieg gegen Iran kritisiert.“
Ich halte diese Darstellung für nicht zutreffend, gleichwohl äußern sich andere Medien in diesem Gleichklang. Ich frage mich, wem diese Unterwürfigkeit durch Übernahme von Narrativen und Framing im Kampf um die Meinungshoheit dienen soll?
Die Ankündigung einer US-Truppenreduzierung steht schon länger im Raum. Solange sie nicht vollzogen war, diente sie als politisches Druckmittel mehrerer US-Administrationen. Dass BK Merz zuletzt durch klare und überfällige Äußerungen zum Vorgehen im Iran-Krieg bei Trump wenig Freude auslöste, hat mit den lange zurückliegenden US-Planungen nichts, aber auch gar nichts zu tun. Dass Trump und seine Loyalisten versuchen, dies im desinformativen Kulturkampf auszuschlachten, ist erratischem medialen Opportunismus geschuldet, aber keiner Kausalität. Bedauernswert ist, dass deutsche Medien da freudig mitmachen.
Solange eine Europa-unfreundliche US-Administration herrscht, sollte es niemanden beunruhigen, wenn hier oder andernorts weniger US-Soldaten stationiert sind. Wünschenswert wäre es, wenn ganze Standorte aufgegeben würden, die sogleich von der BW übernommen und modernisiert werden könnten.
Der US-Abzug ist kein Symbol von Stärke, ganz im Gegenteil. Es ist das offensichtlich werden von US-Schwachstellen, von struktureller Überdehnung, Mangel an finanziellen Mitteln, und einer militärisch stümperhaften und gefährlichen Trump-Administration. Europa hingegen – Einigkeit vorausgesetzt – hat alles, um es besser zu machen. Es ist die Chance in eine neue, bedeutungsvollere Rolle hinein zu wachsen, und die gilt es zu nutzen.
Das ist doch endlich mal eine gute Nachricht. Da kann man nur hoffen, dass Deutschland auch endlich das Geld ausgeht für die Kriegseinmischung in der Ukraine. Wenn Geldmangel zur Unterstützung von Friedensgesprächen führt, sollte man dafür sorgen, dass Deutschland mehr Geld anderweitig ausgibt: Rentenkasse, Gesundheitswesen, Bildung, Infrastruktur….
[Ja! Und das Russland endlich das Geld ausgeht, damit das Land seinen Angriffs- und Vernichtungskrieg gegen die Ukraine beendet! T.W.]
Pistorius macht eine ganz schlechte Figur gegenüber Trump! Anstatt den Abzug anzuprangern, gerade darauf hinzuweisen, dass es sehr verdächtig ist, nach Telefonat Trump mit Putin, dies zu verkünden, macht Pistorius den Bückling! Für die Öffentlichkeit war kein Abzug aus Deutschland, in dieser 2. Amtszeit, angekündigt(1. der 1. Amtszeit Trump schon Mal angedacht). Nur aus Polen & Osteuropa wurde Abzug einer Brigade längst verkündet. Der Abzug erhöht die Gefahr eines russischen Angriffs auf die Nato. Denn die USA hatten vor Angriff auf Ukraine nur noch zwei Kampfbrigaden in Europa. Eine in Italien und das 2. Kavallerieregiment in Bayern, welches Brigadestärke hat. Als Verstärkung kam eine Brigade nach Polen, die jetzt abgezogen wird. Falls das 2. Kavallerieregiment abgezogen würde, gäbe es keine US Kampftruppen mehr in Deutschland. Putin würde sich freuen! Pistorius sollte den Abzug verurteilen, die Zustimmung vom Kongreß fordern und anderenfalls Hilfsweise ankündigen, die BW um 5.000 Soldaten zusätzlich zu verstärken(wird nicht passieren, weil dazu bräuchte es Wehrpflicht oder Einziehung von Reservisten!)
Schade, dass hier (scheinbar) die Chance vertan wurde das als Faustpfand in einer Verhandlung mit z.B. Russland einzusetzen….
… auch die vor zwei Jahren… vereinbarte phasenweise Stationierung…
Ist nichts wert, da ein weiterer Beweis dafür vorliegt, dass Vereinbarungen betreffend USA wertlos sind und offenbar nicht eine rechtlich bindende Grundlage zweier Staaten beinhalten, sondern von der Willkür und Tageslaune einer Person abhängig sind, welche das Amt des US Präsidenten gerade besetzt. Die USA befinden sich auf dem Weg in die Diktatur.
Aber offenbar gelingt unseren Parlamentariern nicht der Weg in die Debatte zur aktuellen Sicherheitslage. Damit bleibt das Sicherheitsvakuum. Deutschland hofft und erträumt sich eine Unterstützung durch diese US Administration und glaubt mit der Stationierung der US Truppen in Europa eine Art von Sicherheitsgarantie zu haben.
Ein möglicherweise tödlicher, verhängnisvoller Irrtum
„Staaten haben keine Freunde, nur Interessen“ hat Charles de Gaulle gesagt. Dieser Satz passt insbesondere zu den USA. Die in den letzten Jahrzehnten viel beschworene deutsch-amerikanische Freundschaft wurde überwiegend von deutscher Seite so gesehen. Als die CIA-Abhöraktion 2013 ans Licht kam, hat Angela Merkel gesagt: „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht“. Das unterstreicht de Gaulles oben genanntes Zitat und macht deutlich, dass die USA Interessen haben und durchsetzen, ohne Rücksicht auf ihre „Freunde“. Ich bin seit meiner „politischen Sozialisation“ grundsätzlich pro-Amerikanisch, pro transatlantisch und pro-NATO. Da kann auch ein Donald Trump nichts dran ändern. Aber vielleicht bricht ja jetzt – 35 Jahre nach Ende des Kalten Krieges und der deutschen Wiedervereinigung – (endlich) der Zeitpunkt an, an dem die Europäer und insbesondere die Deutschen lernen müssen und das notwendige Geld ausgeben müssen, um die Sicherheit und Verteidigung in Europa selbst bewerkstelligen zu können. Daher stelle ich mal die provokante Forderung in der Raum: „Liebe US-Regierung, zieht doch bitte bis 2030 jeden Soldaten aus Europa ab und schließt jeden US-Stützpunkt!“ Dann wäre der Druck auf Deutschland und Europa vielleicht endlich wirklich so groß, für die eigene Sicherheit und Verteidigung sorgen zu müssen. Aber der vollständige Abzug wird nicht erfolgen. Warum? „Staaten haben keine Freunde, nur Interessen“. Die USA haben Interessen insbesondere Richtung Naher Osten. Der Irankrieg ist das deutlichste Beispiel aus der jüngeren Zeit. Ohne Ramstein und die weiteren Luftwaffenstützpunkte in D und UK wären die Militärschläge nicht möglich gewesen. Und wo sollen die zentralen Großkommandos für die Durchsetzung US-amerikanischer Interessen in diesen Teilen der Welt inkl. ihren unterstellten Brigaden und Geschwadern etc. – nämlich die „United States Army Europe and Africa (USAREUR-AF)“ und die „United States Air Forces in Europe – Air Forces Africa (USAFE-AFAFRICA)“ – denn sonst mit Führung, Personal und Material untergebracht werden? In komplett neuer Infrastruktur in Afrika?! Dem ersten NATO-Generalsekretär, dem Briten Hastings Ismay, wird folgendes Zitat zugeschrieben, um die Berechtigung der neu gegründeten NATO zu untermauern: „To keep the Russians out, the Americans in and the Germans down”. Drei klare Interessen. Kein Gerede von Freundschaft. Wenn man aus heutiger Sicht „the Germans down“ mal ausklammert und das Zitat aus US-Sicht formuliert, kann man sagen: „To keep US in and the Russians out“. Ich denke, beide Punkte sind unverändert in US-amerikanischem Interesse, auch für Donald Trump. Dass Deutschland zurzeit 180 Millionen Euro und die USA sogar 1,2 Milliarden Dollar allein in die Liegenschaften in Grafenwöhr investieren (https://www.br.de/nachrichten/bayern/millionen-investition-der-bundeswehr-in-grafenwoehr,UsGMqxC), ist vermutlich auch für einen knallharten Kapitalisten wie Trump ein überzeugendes Argument.
Fazit: die USA werden bleiben, wenn auch mit reduzierter Stärke, einfach weil es in ihrem Interesse liegt.
Ich glaube nicht, daß die USA demnächst TLAMs an irgendwen liefern werden.
Die haben im Irankrieg (bisher) mehr davon verschossen als im 1. und 2. Golfkrieg und Operation Monika Lewinsky (Desert Fox) zusammen.
Die müssen erst mal die eigenen Bestände auffüllen.
Gut, dieser Abzug ist ein Schritt welchen ich begrüße. Als Folge daraus verbessert sich hoffentlich die europäische Integration – dazu müssen wir raus aus der amerikanischen Hegemonie bzw Imperium oder wie auch immer Sie das nennen wollen. In den letzten 25 Jahren sind die USA und ihre Streitkräfte vor allem als Hasardeure unterwegs gewesen, die Länder auf der ganzen Welt destabilisierten oder zum Kollaps brachten – auch schon vor Trump.
Was für ein Theater für die Galerie mit Merz als Schurken und Trump als auch Schurke. Als „Gute“ werden hierzulande die Euro-Zwerge aufgebaut, weil da soll ja die Macht hin (auf gar keinen Fall dürfen die Nationen gestärkt werden!)
Die USA wollen „die Europäer“, namentlich die Deutschen, als konventionelles Kanonenfutter. Merz & Pistorius und Co machen das dann auch brav. Hunderte Mrd. vor allem für obsolete US-Waffensysteme. Also können die USA ihre konventionellen Truppen dahin abziehen, wo sie sowieso hin sollen: Pivot nach Asien. Strategisch ändert sich gar nichts, denn die USA bleiben die unverzichtbare „Garantiemacht“ (wird jetzt sogar schon der AfD so gesagt, lol), sprich: Die USA entscheiden. Wir stellen die Grenadiere für den Schützengraben.
Nach meiner bescheidenen Einschätzung ist das alles nur politische Show für das jeweils heimische Publikum. Im Gesamtbild läuft der große Krieg USA gegen CN/RU wie nach Uhrwerk.
Halten wir fest – eine BCT soll abgezogen werden und eine MDTF wird nicht in DEU stationiert. Nun wissem wir allerdings nicht, ob die BCT (in Europa) rotiert oder ob sie zurück in die USA verlegt; Gleiches gilt im Grunde für die weitreichende Artillerie. Ohne diese Information wäre es zu für mich früh, von einer Schwächung für Europa zu reden. Ja, für die betroffenen Landkreise bedeutet dieser Abzug sicherlich finanzielle Einbußen, mehr ist aber noch nicht passiert.
Ketzerische Frage: Hätten die USA bei den derzeitigen Krisen denn ihre MDTF tatsächlich zeitnah in Deutschland aufstellen können oder sind andere Bereiche nicht gerade eher im Fokus? ;-) Evtl. nutzt man auch gerade einen Vorwand geschickt aus, um eigene Probleme zu verschleiern.
Wäre es nicht sein Mundwerk gewesen, dann vielleicht die falsche Krawatte oder die abgelehnte Coke light. Als Trumpflüster kann man den Hals den lieben langen Tag wenden – wenn er Lust hat abzudrehen, dann tut der mächtigste Mann der Welt das eben. Konsequenzen egal.
Insofern nochmal ein fetter Marker die europäischen Hausaufgaben zu machen, im x-ten Jahr Ukrainekrieg, mit Trump II und Vance I vor der Brust.
Warum eigentlich nicht nur beim Kleinzeug von der Ukraine lernen? Die haben doch auch schon deep strike Kapazitäten mit serienreifen Tomahawk-ähnlichen Apparaten in nicht allzu ferner Zukunft.
Wenn ein „Verbündeter“ den anderen regelmässig brüskiert… Ja dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch das dem einen oder anderen führenden Politiker irgenwann was rausrutscht. In diesem Fall BK Merz.
Das Verhalten der USA ist mittlerweile nicht nur verbal, sondern auch sehr wahrscheinlich mit Taten untermauert.
Könnte zusätzlich bedeuten:
– Die derzeit nicht mehr auf dem Flughafen Büchel ( wg. Großumbau ) befindlichen B61-Atombomben der nuklearen Teilhabe kommen nicht zurück.
– Als weitere Eskalationsstufe könnten die USA dies auch öffentlich machen. Früher völlig undenkbar. Bisher ist ja alles geheim.
Solche Gedanken stehen über allem. Und sind auch der Grund seltsamer Zurückhaltung in der NATO. Denn dann ist davon auszugehen das de facto der Atomschutzschirm incl. Abschreckungswirkung der USA nicht mehr existiert. Und der böse Feind das auch einpreist.
Die Folgen für Deutschland:
Es würde verstärkt (noch mehr) darüber diskutiert ob man sich „die Finger schmutzig machen“ will…
Die weltweiten Folgen sind schon jetzt dergestalt das etliche Länder ( wohl auch arabische Verbündete der USA ) sich zumindest verstärkt Gedanken darüber machen gewisse Bomben-Entwicklungen anzuleiern…
Der Irankrieg mit der Intention der Verhinderung der Mullah-Bombe könnte im Endeffekt die Welt unsicherer machen…
Gelten die NATO Headline_goals eigentlich auch für U.S. Truppen(teile) ?
Wenn nicht, dann sollte die NATO die nun erkennbare Lücke durch neue Planungen schließen, was wohl für DEU die verpflichtende Wehrpflicht einschließen könnte…
Eine erprobte Kampfbrigade und LR_Fire braucht mindestens fünf Jahre zum Aufbau, wenn alles Material „auf dem Hof steht“.
Ich hätte unabhängig der Administration mit bis zu 10.000 weniger GIs gerechnet. Demnach … Gääähn!
Merz sollte Trump auf eine Partie Minigolf einladen und dann ein Gespräch auf Augenhöhe für.
Pistorius macht eine ganz schlechte Figur gegenüber Trump! Anstatt den Abzug anzuprangern, gerade darauf hinzuweisen, dass es sehr verdächtig ist, nach Telefonat Trump mit Putin, dies zu verkünden, macht Pistorius den Bückling! Für die Öffentlichkeit war kein Abzug aus Deutschland, in dieser 2. Amtszeit, angekündigt(1. der 1. Amtszeit Trump schon Mal angedacht). Nur aus Polen & Osteuropa wurde Abzug einer Brigade längst verkündet. Der Abzug erhöht die Gefahr eines russischen Angriffs auf die Nato. Denn die USA hatten vor Angriff auf Ukraine nur noch zwei Kampfbrigaden in Europa. Eine in Italien und das 2. Kavallerieregiment in Bayern, welches Brigadestärke hat. Als Verstärkung kam eine Brigade nach Polen, die jetzt abgezogen wird. Falls das 2. Kavallerieregiment abgezogen würde, gäbe es keine US Kampftruppen mehr in Deutschland. Putin würde sich freuen! Pistorius sollte den Abzug verurteilen, die Zustimmung vom Kongreß fordern und anderenfalls Hilfsweise ankündigen, die BW um 5.000 Soldaten zusätzlich zu verstärken(wird nicht passieren, weil dazu bräuchte es Wehrpflicht oder Einziehung von Reservisten!)
Humor ist wenn man trotzdem lacht und Lachen entspannt ja auch oft eine schwierige Situation und gesund ist es ebenfalls. Daher:
Trump Talks Troops with Merz
https://www.youtube.com/shorts/2oCgR7XtTVg
„Puppet regime“ am ende des Clips fehlt aber dieses Mal.
FriedFisch
„Dass der Bundeskanzler aber dem Vorschub leistet, indem er meint in einer Schulaula seiner latenten Logorhoe freien Lauf lassen zu können..:“
Das Merz Stellvertreter Klinkenbeil dann, nachdem bei Truthsocial offensichtlich wurde, dass Trump stinksauer ist, statt zurückzurudern, zu beschwichtigen und das Feuer so gut wie möglich auszutreten, wozu er durchaus die Möglichkeit gehabt hätte, stattdessen die USA öffentlich – also nicht wie Merz bloß vor Dorfschülern – frontal angreift und die Kritik an Trump dann als „deutsche Position“ so offiziell macht, und auf diese Weise auch zusätzlich noch reichlich antiamerikanisches Benzin in in das von Merz völlig ohne Not angefachte Feuer gießt, ist übrigens im gleichen Maße dumm wie das eitle und naive Gerede des Kanzlers vor den Kindern!
Die vornehmste Aufgabe des Stellvertreters ist die Fehler des Chefs auszubügeln, nicht diese nochmal erheblich zu verschlimmern.
Ein weiteres Argument bei Hanwha eine Erstbefähigung und Brückenlösung mit kurzer Lieferzeit zu bestellen. Argument: Sofortbedarf.
Ich seh das ähnlich wie: Pham Nuwen sagt: 02.05.2026 um 16:59 Uhr – könnte auch die Coke light gewesen sein / oder whatever. Unser BK und unsere Republik sollten auch etwas Selbstrespekt haben (und das hat er und/sie), selbst wenn der Netto-„Reapolitik“/Capability Verlust (wie Noclador/Theiner auf X ja hoch und runter dizzed) da ist. So ist das halt. For gods sake, wir sind GDP No.3/4. Genug ist genug. (Hardthöhe/Bendlerblock: Update der Pläne wenn nicht schon geschehen) Genug mit dem Brown-Nosing ggü dem Mad Dictator. Dann halt Sondervermögen 2.0, Wehrpflicht, echter Nuclear-Deal mit FR, (Sorry an den Hausherrn: Gefahr des Derailing i know…) – bei gleichzeitigem AFD-Verbot – „Iron Sky“ darf nicht Realität werden. Kudos to BK Merz (Aussen- + SiPo).
@AoR, 10000 US Soldaten könnten knapp werden je nach dem ob die nur aus Deutschland abgezogen werden sollen oder komplett aus Europa.
Die Truppenstärke der USA in Europa ist drüben gesetzlich fixiert. Da müsste dann wieder der Kongress befragt werden und auch aus Deutschland können nicht so ohne Truppen innerhalb Europas umverteilt werden. Das erfordert Flächen und Landstuhl ohne einen eigenen großen Flughafen in der Nähe dürfte auch nur begrenzt Sinn ergeben.
Die Älteren werden sich noch erinnern: bereits vor so bummelig zwölf Jahren hieß es seitens der US-Amerikaner „Pivot to Asia“.
Aber das kam ja nur vom drolligen Präsident Obama. Zur selben Zeit erschienen die grünen Männchen in ihrem Urlaub auf der Krim.
2026 steht die Bundesrepublik Deutschland im Wesentlichen immer noch dort, wo sie auch vor zwölf Jahren stand, allem Getöse zum Trotze. Das will aber keiner hören, da ist es doch verlockender, sich an Trump abzuarbeiten.
Europa muss sich endlich von den USA unabhängig machen. Wenn nach Trump wieder ein Republikaner an die Macht kommt wird es nicht besser. Europa muss eigene Waffensysteme entwickeln und bauen. Deutschland und auch die Niederlande müssen auf das Aegis System verzichten und selbst was entwickeln. Mit Aegis müssten wir ja auch US Radarsysteme kaufen. Alle F 35 abbestellen, wir können auch gute Flugzeuge bauen. Wenn Trump seine Drohung mit dem Abzug von 5000 Mann wahr macht sollte Deutschland mal die Benutzung von Ramstein für Kampfeinsätze verbieten. Ein einiges Europa kann Trump die Stirn bieten.
@all
Bei allem Verständnis für Empörung: Teilweise läuft es auf Kommentieren mit Schaum vor dem Mund hinaus, mit geradezu unterirdischer Wortwahl. Es wäre schön, wenn das zurückgefahren werden könnte. Einige Kommentare schalte ich deswegen gar nicht erst frei.
Darf ich kurz anmerken, dass Mainz-Kastel nicht „bei Wiesbaden“ liegt, sondern ein Stadtteil von Wiesbaden ist – der übrigens sehr nahe bei Erbenheim liegt. Den komischen Namen hat das vom älteren, römischen Imperium gegründete Kastel heute, weil es gegen den Willen der Bevölkerung und der Stadt Mainz auf Befehl des jüngeren, amerikanischen Imperiums von Mainz abgetrennt wurde.
@all
Trump und seine Blogger.
Kurzer Hinweis bzgl der Art und Weise der angeblichen Verärgerung von Trump. Dieser arbeitet, genauso wie sein Freund in Moskau, mit Bloggern. In einer Analyse hierzu in den USA wurde vor kurzem angefragt, wann Mister ‚TrueSocial‘ eigentlich schlafen geht, wenn er 24/7 ständig posted. Insoweit würde ich das ganze Theater in einem gewissen Rahmen einfach so belassen.
Als Deutscher, der ich nun einmal bin, missfällt mir allerdings die Art und Weise einiger (weniger) Kommentatoren, welche sich auf den BK und oder andere Mitglieder der Bundesregierung hier ‚einschließen‘
Auch einem Bundeskanzler steht die freie Meinungsäußerung ohne wenn und aber zu. Und völkerrechtswidrige Angriffe führt ganz sicher nicht der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Schön, dass es Loyalität gegenüber seinen Land gibt. Und das sind nicht die USA
Es gibt ein Sprichwort beim Schach: „Eine Drohung ist besser als ihre Ausführung“. Das sehe ich hier genauso. 5000 Soldaten weniger und keine Deep Strike Fähigkeit. Das können wir verschmerzen und es gibt uns Planungssicherheit. Und diese Drohung ist vom Tisch. Solange der Truppenabzug des US- Militärs nicht deutlich schneller erfolgt, als der Truppenzuwachs der Bundeswehr sehe ich eigentlich überhaupt kein Problem. Eine Zug um Zug Übergabe von Standorten an die Bundeswehr wäre doch eher wünschenswert.
Deutschland sollte Diskussionen über einen neuen Aufenthaltsvertrag der US-Streitkräfte beginnen. Die Weltlage hat sich seit 1990 geändert.
Schönes Krankenhaus, das sie da bauen. Wäre doch schade, …
@CurtisLM
Wenn es doch so einfach wäre sie Sie schreiben. Sondervermögen 2.0 wird aber nichts bringen wenn das Geld dann ebenso planlos vergeudet wird wie beim vorhandenen Sondervermögen, verlässlichen Schutz durch französische Nuklearwaffen wird es mit einer RN-Regierung nicht geben, und ein AfD-Verbot würde spätestens am Bundesverfassungsgericht scheitern.
Europa stehen jetzt erst einmal u.a. die nächste größere Wirtschaftskrise, potenziell Energiemangel im nächsten Winter, ein vorzeitiges Ende des großen Koalition in Deutschland mit unschönen Überraschungen bei ggf. anstehenden Neuwahlen und ein RN-Wahlsieg in Frankreich 2027 bevor. Das EU-Europa nach dem Krisenwinter 2027/2028 könnte auch sicherheitspolitisch ganz anders aussehen als heute, aber wohl eher nicht so, wie Sie es erwarten.
Zur Überschrift:
„Trumps Kürzungen: Keine US-Mittelstreckenwaffen nach Wiesbaden..“
Ich vermute jetzt mal das diese Wortwahl immer im übertragenen Sinne gemeint ist.
Es sei erneut darauf hingewiesen das in Mainz-Kastel ( das seit dem Ende des 2. Weltkrieges zu Wiesbaden gehört ) zwar das Führungskommando sitzt.
Die Flugkörper ( welcher Art auch immer ) würden aber sicher nicht im Herzen des Rhein-Main-Gebiets physisch stationiert werden. War früher im kalten Krieg ja auch nicht so…
Aber nach den neuesten Aussagen aus dem weissen Haus ist das heute ja irgendwie ein Streit um des Kaisers Bart ;-)
Niemand hat die Absicht Raketen zu stationieren…
@ Closius Trump erinnert mich an The Manchurian Candidate. Mich würde mal interessieren, was die Russen an Kompromat haben.
@ Ilka Haydam Das Prinzip „Ursache und Wirkung“ scheint Ihnen fremd zu sein. Wie sagte schon Lenin: „Schlimmer als Blindsein ist Sehen und nicht sehen wollen!“
@ Y-998201, 02.05.2026, 23:54 Uhr:
„…Mich würde mal interessieren, was die Russen an Kompromat haben….“
Achtung ironisch sarkastische Verschwörungstheorie!
Putin hat Trump versprochen ihn bei den US-Wahlen zu unterstützen, und sich bei den „imperialen US Abenteuern“ in Venezuela, Iran und was sonst noch so kommt herauszuhalten, dafür reduziert Trump Zug um Zug den US-Einfluß in Europa. Für Trump als „Dealmaker“ ein prima Geschäft.
Nun im Ernst: Auf der Unzuverlässigkeit der Vereinigten (Trump-) Staaten ist kein Haus zu bauen. Ein festes Fundament sieht anders aus. Europa ist also gut beraten, die eigenen Fähigkeiten in alle Richtungen zu erweitern.
Bei Trumps Aussagen sollte nicht immer sofort Schnappatmung einsetzen. Wenn auf einen Politiker Adenauers „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“ zutrifft dann auf den White-House-Clown Trump. In einem Beitrag der SVZ von heute tönt er ja schon wieder neu: „… US-Präsident Donald Trump hat den Abzug von US-Soldaten aus Deutschland bekräftigt. „Wir werden stark reduzieren, und zwar um weit mehr als 5.000 (Soldaten)“, sagte er auf dem Flughafen in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida auf eine Reporterfrage. Am Freitag hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Er solle in den nächsten sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein. …“
Mal sehen, was da wirklich passiert.
@ Christian B.
Völlig einverstanden! Aber reaktionstriggernd sind beim Alphatier Trump wohl nur Äußerungen anderer Alphas, Klingbeil kennt er vermutlich ohne Briefing nicht mal beim Namen.
@ Sandro Valecchi
So weit, eine schwarz-rot-goldene Wagenburg um den Bundeskanzler ziehen zu müssen sind wir ja wohl noch nicht! Bißchen befremdlich, für Kritik am Kanzler verklausuliert mangelnden Patriotismus vorgehalten zu bekommen. Sie dürfen Ihre Meinung haben und sagen, und ich hoffentlich auch. Auch der BK darf seine haben, einfach frei rausposaunen im Zweifel aber nicht. Er ist für eine Funktion in ein Amt gewählt, zufällig das wichtigste im Land (nach dem er lange gestrebt hat). Dieses Amt zu erfüllen verlangt, die Privatperson zurückzustellen, vor allem wenn man im Amt auftritt (und darüber hinaus, wie wir seit Gerhard Schröder wissen).
Wenn die Stationierungsfrage für Deutschland sehr sicherheitsrelevant wäre, gibt es innerhalb der Allianz die Möglichkeit, Artikel 4 Konsultationen zu verlangen. Das wäre mehr, als Dänemark im Rahmen der Allianz für Grönland tat. Unsere Nachbarn im Norden (und die westlich des Rheins) haben seinerzeit Fakten geschaffen, sicherheitspolitische Stolperdrähte ausgelegt. Mal schauen, was in Berlin noch geht
Closius sagt… „Pistorius sollte den Abzug verurteilen, die Zustimmung vom Kongreß fordern und anderenfalls Hilfsweise ankündigen, die BW um 5.000 Soldaten zusätzlich zu verstärken(wird nicht passieren, weil dazu bräuchte es Wehrpflicht oder Einziehung von Reservisten!)“
Schluss mit Niederknieen, anbidern, betteln und stattdessen selbstbewusst zur eigenen Verantwortung und Wahrheit stehen. Solche Verbündeten braucht keiner.
Schaum vor dem Mund mache ich mir ausdrücklich nicht zu eigen, aber ich denke unsere Regierung steckt in einer fast verzweifelten Lage und ist dieser nicht gewachsen! Dies sorgt für Ängste bei den Menschen, die den Ernst der Lage begreifen und kann zu Hoffnungslosigkeit führen in Sachen Sicherheitspolitik! Seit dem NATO Beitritt haben wir uns darauf verlassen, dass die USA und schützen und verteidigen würden. Darauf beruhte die Abschreckungswirkung des Kalten Krieges! Unter jedem demokratischen Präsidenten wäre dies weiter selbstverständlich bzw man würde die Verteidigungsanstrengungen in Europa loben. Aber unter Trump gilt die NATO nichts mehr & seine Regierung besteht nur aus MAGA Fans, die nicht bereit oder in der Lage sind, Trump zu mäßigen. Der Abzug von „nur“ 5.000 Soldaten gilt doch schon nicht mehr, Trump hat doch bereits verkündet, viel mehr Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen, ohne konkrete Zahl zu nennen. Der Beschwichtigungskurs unserer Regierung ist völlig gescheitert. Der Kanzler müsste dem Volk die Wahrheit sagen, ohne Panik auszulösen. Als Gegenmaßnahmen gibt es nur die unpopuläre Wehrpflicht & ein europäisches Atomwaffenprogramm. Und falls es nicht mit Frankreich geht WG RN/Le Pen, dann vielleicht mit GB, was nicht mehr sicher sein kann, seine Atomwaffen in Zukunft von USA zu bekommen. Denn jeder Truppenabzug erhöht die Wahrscheinlichkeit eines russischen Angriffs, weil es Zweifel sät, ob die USA noch zur Nato steht. Russische Militärblogger fordern doch schon, das Russland jetzt Europa überfallen soll, weil jetzt der beste Zeitpunkt wäre.
Wenn man die mit viel Beifall quittierte Rede Rubios zur MSC 26 (und hier meine ich die stehenden Ovationen eines Teils des Publikums) für „eine stabile und fundierte Allianz…“ noch vor Augen hat, muss man sich ob der so ambivalenten bundesdeutschen Aussen-/ und Sicherheitspolitik fragen lassen, warum es uns so schwer fällt, dem Bekenntnis, nicht nur zur USA, auch zu Israel, nicht ständig ein „Aber“ folgen zu lassen oder anders gefragt, warum wir es lieben in der Gefangenschaft eines fortwährenden Martyrium zwischen moralischen Anspruch und pragmatischen Interessen zu leben, so das die öffentliche Wahrnehmung über Geschlechterrollen, Identitäts- und sinnbefreite Debatten einer angeblichen Herrschaft des Patriarchats (s. Interview welt.de, Bundespräsident a. D. Joachim Gauck vom 02.05.26) die notwendigen, wesentlichen Konsequenzen der Sicherheit der Bundesrepublik und deren wirtschaftlichen Stärke überlagern. Der Ruf „Europa muss sich endlich von den USA unabhängig machen“ zeigt mMn in die falsche Richtung, es sei denn man will die USA ob ihrer historischen Rolle wirklich düpieren. Warum nur fällt einem in dieser Situation eine alte Fabel ein, in der der Übermut, die falsche Tapferkeit und die Konsequenzen von Selbstüberschätzung eines leicht alkoholisierten Hasen thematisiert werden?
[Die Debatte nach dem Muster „Das Gendern ist schuld!“ bitte woanders. T.W.]
Am Ende des Tages spielt das Motiv nur eine nachgelagerte Rolle, warum was abgezogen oder nicht kommen wird.
Es zeigt deutlich, dass wir nach wie vor zu langsam und viel zu ineffizient sind.
Ich bin kein Fan von diesen europäischen Gemeinschaftsproduktionen. Am ende immer teuer, der kleinste gemeinsame Nenner und viel zeit, die uns nicht zur Verfügung stellt.
Wenn es der Industrienation Deutschland seit Anfang 2022 nicht gelingt adäquat auf Kaliningrad zu wirken, dann stimmt etwas nicht.
Der ewig erzwungene politische (europäische) Konsens lässt uns nicht verteidigungsfähig werden.
ebensowenig der national Kompromiss zur Wehrpflicht, der eh kassiert werden muss um die Ziele zu erreichen.
verschenkte zeit
@Flo: Alles richtig, und die legislative Verankerung der Mindeststationierung EU war Folge der innenpolitischen Debatte in den USA, Geld zu sparen und der außenpoplitischen Debatte wo man militärische Schwerpunkte wie bildet ( Pivot to Asia usw…). Und da waren realistische wenig besorgnisserregende Zahlen dabei, dass durch Umverlegung und Abzug aus Germany sonstwohin (auch in der EU) bis nach hause bis zu 10.000 Soldaten abziehen könnten. Und das ist aus Sicht unserer Sicherheit völlig O.K.
Die Trump-Administration war zu keinem Zeitpunkt ein verlässlicher Partner. Weder in der NATO noch als Handelspartner. Es ist zwar traurig und bedauerlich zu sehen, dass ein stolzer demokratischer Staat so schnell in Richtung Bananen- bzw. Schurkenstaat abdriftet, aber das ist nun mal die Realität, mit der wir fertig werden müssen. So ein „Verbündeter“ kann im Ernstfall gefährlicher sein, als der Feind.
Der US-Kongress hatte 2025 beschlossen, dass die Gesamtzahl der Streitkräfte, die dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos sind, nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen darf. In diesem Zusammenhang wird genau zu beobachten sein, wohin die abgezogenen US-Streitkräfte verlegt werden, und zu welchem Zweck.
Es liegt nun an der NATO eine Neubewertung der Lage vorzunehmen, und neue Zielvorgaben für die Mitgliedsländer zu errechnen. Wir sollten unsere Energie nicht mehr damit verschwenden, auf Trump-Mitteilungen zu reagieren. Wir haben besseres und wichtigeres zu tun.
Man fragt sich, ob dem Bundeskanzler die möglichen Folgen seiner Äußerungen vorab nicht bekannt waren, oder ob er sich einfach keine Gedanken über solche Folgen macht.
Solange Deutschland nicht mit eigenen Mitteln für die eigene Sicherheit sorgen kann, muss die Bundesregierung wohl oder übel Rücksicht auf diejenigen nehmen, von denen sie hier abhängig ist. Alles andere ist unklug.