Cyber-Kommandeur der Bundeswehr lehnt Software von Palantir ab
Die Software des umstrittenen US-Unternehmens Palantir soll nach Angaben des Bundeswehr-Vizeadmirals Thomas Daum in den deutschen Streitkräften nicht eingeführt werden. Der Inspekteur der jüngsten Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum sagte dem Handelsblatt, es sei unvorstellbar, dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern Zugriff auf den nationalen deutschen Datenbestand zu gewähren.
Nach dem Bericht der Zeitung vom (heutigen) Dienstag verwies Daum darauf, dass die Software Maven des US-Unternehmens zwar von der NATO bereits genutzt würde und Erkenntnisse daraus auch der Bundeswehr zur Verfügung stünden. Bei der Allianz würden jedoch Vertreter der Industrie, also der Firma Palantir, die Systeme mit der Software bedienen. So sehr wir an der Funktionalität interessiert sind für unseren eigenen Datenbestand, zitiert das Handelsblatt den Admiral, so sei der Zugriff der Palantir-Mitarbeiter auf deutsche Daten unvorstellbar.
Palantir stellt Software zur Verfügung, die große Datenbestände analysiert und unter anderem auch KI-gestützte Empfehlungen für die Ziele von Angriffen gibt. Das Unternehmen war durch die extreme Ausrichtung der Firmenspitze weltweit in die Kritik geraten, zuletzt durch ein so genanntes Manifest, dass teilweise extremistisches Gedankengut und den Vorrang bestimmter Kulturen vor anderen propagierte.
Während die Bundeswehr damit den Einsatz von Palantir-Software ablehnt und laut Handelsblatt auf eine europäische Lösung setzt, haben Innenministerien und Polizeien deutscher Bundesländer damit keine Probleme. In Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen wird die Software für die Innere Sicherheit genutzt.
Mein Respekt gilt dem Herrn Admiral. Meine ausdrücklich Verachtung demjenigen, der die Software zur Nutzung befiehlt, und das auch noch zum angeblichen Schutze eines demokratischen Rechtsstaat.