Cyber-Kommandeur der Bundeswehr lehnt Software von Palantir ab
Die Software des umstrittenen US-Unternehmens Palantir soll nach Angaben des Bundeswehr-Vizeadmirals Thomas Daum in den deutschen Streitkräften nicht eingeführt werden. Der Inspekteur der jüngsten Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum sagte dem Handelsblatt, es sei unvorstellbar, dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern Zugriff auf den nationalen deutschen Datenbestand zu gewähren.
Nach dem Bericht der Zeitung vom (heutigen) Dienstag verwies Daum darauf, dass die Software Maven des US-Unternehmens zwar von der NATO bereits genutzt würde und Erkenntnisse daraus auch der Bundeswehr zur Verfügung stünden. Bei der Allianz würden jedoch Vertreter der Industrie, also der Firma Palantir, die Systeme mit der Software bedienen. So sehr wir an der Funktionalität interessiert sind für unseren eigenen Datenbestand, zitiert das Handelsblatt den Admiral, so sei der Zugriff der Palantir-Mitarbeiter auf deutsche Daten unvorstellbar.
Palantir stellt Software zur Verfügung, die große Datenbestände analysiert und unter anderem auch KI-gestützte Empfehlungen für die Ziele von Angriffen gibt. Das Unternehmen war durch die extreme Ausrichtung der Firmenspitze weltweit in die Kritik geraten, zuletzt durch ein so genanntes Manifest, dass teilweise extremistisches Gedankengut und den Vorrang bestimmter Kulturen vor anderen propagierte.
Während die Bundeswehr damit den Einsatz von Palantir-Software ablehnt und laut Handelsblatt auf eine europäische Lösung setzt, haben Innenministerien und Polizeien deutscher Bundesländer damit keine Probleme. In Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen wird die Software für die Innere Sicherheit genutzt.
Mein Respekt gilt dem Herrn Admiral. Meine ausdrücklich Verachtung demjenigen, der die Software zur Nutzung befiehlt, und das auch noch zum angeblichen Schutze eines demokratischen Rechtsstaat.
Dann bin ich mal gespannt, welche Europäische Lösung er meint. Weiß da jemand genaueres?
Wenn die Bundeswehr die Vergabeentscheidung mit „extremistischem Gedankengut“ begründen würde, hätte sie danach wohl ein erhebliches rechtliches Problem. Dass an anderer Meinung sein kann als Thiel, reicht für eine solche Begründung nicht aus. Es müssten rechtssicher extremistische Verbindungen oder konkrete Bestrebungen zur Beseitigung der FDGO nachgewiesen werden.
Das eigentliche Problem hier ist der amerikanische CLOUD Act, der es amerikanischen Behörden potenziell ermöglicht, auf die Daten der Nutzer von Palantir zuzugreifen, auch wenn diese auf Servern z.B. in Deutschland gespeichert sind. Angesichts der Tatsache, dass die amerikanische Regierungen mit militärischen Angriffen gegen andere NATO-Staaten gedroht hat, ergeben sich aus diesem Gesetz Risiken des Abflusses sensibler Informationen an potenzielle militärische Gegner, weshalb die Entscheidung der Bundeswehr richtig ist.
Zum Thema AI und insb. „Israeli Targeting in GAZA“ gibt es eine größere Anzahl von Quellen. Es ist erstaunlich – oder erschreckend – was möglich ist wenn man entsprechende Kollateralschäden in Kauf nimmt.
https://www.business-humanrights.org/en/latest-news/palantir-allegedly-enables-israels-ai-targeting-amid-israels-war-in-gaza-raising-concerns-over-war-crimes/
Gerade der dort erwähnte +972 Report hat es in sich:
https://www.972mag.com/mass-assassination-factory-israel-calculated-bombing-gaza/
Nota:
Die darin enthaltenen Informationen werden auch von den IDF nicht grundsätzlich in Frage gestellt.
Offensichtlich gibt es bereits den Begriff „AI warfare“:
https://en.wikipedia.org/wiki/AI-assisted_targeting_in_the_Gaza_Strip
Warum ich GAZA erwähne: für mich ist es der erste Konflikt in dem tatsächlich AI für INTEL und zur Zielauswahl verwendet wurde, wobei die Aktionen sich meist auf targeted killings beschränken. Eine konkrete Zielauswahl bzgl. gegnerischer Hardware gibt es ja ansatzweise im RUS-UKR Krieg ebenfalls.
Das schweizerische Verteidigungsdepartement hat zu PALANTIR/ GOTHAM einen negativen Bericht erstellt:
:https://subversivt.se/wp-content/uploads/2026/02/armeestaab-evaluation.pdf
sowie als Hintergrundinformation:
https://www.republik.ch/2025/12/08/wie-hartnaeckig-palantir-die-schweiz-umwarb
Ein mindestens autokratisch denkender Mensch besitzt ein Unternehmen, welches auf Datenauswertung spezialisiert ist.
Dieser CEO erklärt ganz öffentlich, dass Menschenwürde und die Gleichheit aller Menschen nicht seinem persönlichen Empfinden von dem entsprechen, wie einer Gesellschaft sein sollte.
Es sollte „Herrenmenschen“ geben für die andere Rechte gelten, weil diese besser sind.
Für die Entscheidung muss Vizeadmiral nicht für seine Entscheidung gelobt werden, diese sollte als selbstverständlich gelten.
Wie einige deutsche Innenministererien und Abgeordnete offenbar entschieden haben, muss jedoch medial und gesellschaftlich viel härter kritisiert werden.
@Thomas Melber
Im Fall von Habsora etc. scheint aber doch nicht die KI bzw. ihr Einsatz als solcher das Problem gewesen zu sein, sondern die äußerst hohe Toleranz von Kollateralschäden seitens der Anwender. Die KI-Systeme scheinen einwandfrei funktioniert und genau das getan zu haben, wofür sie geschaffen wurden.
Was Palantir angeht, so betreffen die meisten sachbezogenen Argumente (v.a. Datenschutz) aus meiner Sicht gegen alle amerikanischen Anbieter.
Palantir ist die Spitze der „Big Data“ – Verarbeitung.
Das funktioniert nur mit riesigsten Rechenzentren wie sie derzeit in den USA massenhaft entstehen.
Oft ist an den neuen Standorten die Energieversorgung der entscheidende Punkt. Technisch und kostenfaktormässig.
Da werden dann grosse Gasturbinen aufgestellt und / oder mit den neuen nuklearen SMR ( small modular reactor ) geplant.
Das ist in Deutschland völlig undenkbar, vor allem in der Grössenordnung.
Das Problem bei Big Data ist die Notwendigkeit einer gewissen Mindestgrösse für brauchbare Ergebnisse.
Da werden Deutschland und Europa wohl nie herankommen.
Das einzige Land das mir einfällt das mithalten könnte wäre China. Aus diesem Grund gibt es ja auch US-Export-Beschränkungen…
Ein Hauptproblem bei Palantir ist der Abfluss von Daten-Massen in die USA.
Zivil ( bspw. in der Polizeiarbeit ) hat man sich teils für Palantir entschieden.
Militärisch jetzt wohl nicht.
Das wäre evtl. anders wenn es die alte NATO-Einigkeit wie im kalten Krieg noch geben würde…
@all
Kommentare, in denen anderen Kommentatoren eine „NS-Relativierung“ vorgeworfen wird ob ihrer Bewertung der politischen (!) Aussagen von Palantir – auf diese Debatte steigen wir hier nicht ein.
@Alfred Maynard
„Für die Entscheidung muss Vizeadmiral nicht für seine Entscheidung gelobt werden, diese sollte als selbstverständlich gelten.“
Das kann man so sehen. Aber: Angesichts des Erstarkens der polit. extremen Ränder in D (derzeit vor allem die nach rechts) und den inzwischen leider weit verschobenen Linien in Bezug auf früher Unsag- oder Undenkbares verschieben sich die ehem. selbstverständlichen (demokratischen) Positionen heute durchaus selbst leicht(er) aus der polit. Mitte. Um dem zu widerstehen, braucht es einen soliden Wertekompass, um dennoch stabil zu bleiben und zu entscheiden. Von daher gebührt dem Bundeswehr-Vizeadmiral Thomas Daum aus meiner Perspektive durchaus Respekt und Achtung für seine Haltung und auch den strategischen Weitblick, was kritische Abhängigkeiten zu US-Konzernen angeht. Und natürlich wäre es wünschenswert, wenn Europa dem in Zukunft etwas eigenes entgegensetzen kann.
„Wie einige deutsche Innenministererien und Abgeordnete offenbar entschieden haben, muss jedoch medial und gesellschaftlich viel härter kritisiert werden.“
Diese Aussage von Ihnen unterschreibe ich sofort und ihr gebührt unbedingte Beachtung. Genau diese Debatte scheint derzeit noch viel zu wenig in größeren Kreisen (jenseits von Spezialisten oder IT-Fachleuten) geführt zu werden. Gerade für die Journalisten der großen Medienhäuser trifft das leider sehr oft zu.
Aber zum Glück gibt es auch die Gegenbeispiele, die einfach – wie ganz selbstverständlich – extrem couragierte & engagierte Arbeit leisten, wie Hausherr Herr Wiegold. Dazu kommen inzwischen immer mehr Journalistinnen, die eine bewundernswerte Arbeit leisten: Angefangen von Katrin Eigendorf, über Rebecca Barth, Ina Ruck und Julia Weigelt, um nur einige zu benennen. (Hoffe, das war nicht zuviel Offtopic.)
@Apollo 11
„Palantir ist die Spitze der „Big Data“ – Verarbeitung.
Das funktioniert nur mit riesigsten Rechenzentren wie sie derzeit in den USA massenhaft entstehen
…
Das Problem bei Big Data ist die Notwendigkeit einer gewissen Mindestgrösse für brauchbare Ergebnisse.
Da werden Deutschland und Europa wohl nie herankommen.
.“
Es ginge auch eine Spur Kleiner.
Mehr Daten heißt nur, man braucht mehr Rechenleistung. Hat man weniger, aber qualitativ höherwertige Daten, dann braucht man auch nur weniger Rechenleistung um diese automatisch zu analysieren und in Echtzeit auf neue Entwicklungen einzugehen (verdächtige Personen buchen gemeinsam einen Flug, hatten vorher kleine Mengen von Wasserstoffperoxid erworben, … -> alert, vielleicht ist da mehr)
Bei allen Terroranschlägen der letzten Jahre in Deutschland hätten die Behörden wohl jedenfalls genug Daten gehabt, um sie verhindern zu können, wären diese Daten richtig analysiert wurden.
Technische Lösungen bieten sich an und Palantir scheint hier technisch schon sehr gut zu sein, aber Vertrauen würde ich der Firma nicht. Insofern Respekt für dieses klare Nein und ich hoffe es bleibt dabei. Aber das hängt natürlich von den Alternativen ab, es gibt wohl welche, aber mir fallen gerade die Namen nicht mehr ein, also so groß und funktional ebenbürtig werden sie nicht sein – aber das kann man ändern, wenn man es mit Souveränität ernst meint. Softwareentwicklung geht auch in Deutschland. Aber Palantir macht sehr gezielt Lobbyismus. Und sie wissen sehr viel, das heißt sie könnten auch sehr gezielten Lobbyismus mit gezieltem Druck auf einzelne Emtscheidungsträger kombinieren. Das ist die Gefahr mit Palantir. Wie der Chef tickt, macht er ja öffentlich.
Es wäre also eine Frage an den SiPo Journalisten, die Sicherheitshalber Crew, da ggf nen bewanderten Gast einzuladen was die Frage nach den Alternativen angeht. Ich miene ein paar MItkommentatioren die sehr früh kaum ein gutes Haar an Palantir gelassen haben, haben auf Alternativen verwiesen.
Es ist ja nicht nur die zunehmende Variabilität der US- Administration, die keine Gewähr mehr bietet, dass internationale Partner sich zu 100% auf US- gestützte Informationen verlassen können- diese Gewissheit treibt die aktuelle Regierung DT den Europäern und Ukrainern erfolgreich aus und führt zu einer Ent- bindung.
Es sind auch die bewusst gecodeten, die Authentizität verschleiernden Anwendungen und Inhalte, die zu aller erst US- Interessen bedienen, aber Nicht- US Nutzer über Herkunft, Originalität, mögliche Manipulierung oder willkürlich vorenthaltene Inhalte im Unklaren lassen. US- Anbieter gewähren eben keine Datensouveränität.
Dass DEU und Europa sich für kompetente Alternativen entscheiden wollen stärkt Resilienz, autonome Entscheidungskompetenz und -fähigkeit.
Die Fähigkeiten zur Entwicklung von Intelligence Support Software ist in DEU vorhanden.
Die ganze Diskussion ist, Stand jetzt, an und für sich relativ sinnlos.
Auf absehbare Zeit (1 Jahrzehnt +) gibt es für die gesamte EU genau drei Optionen, wenn es um KI-Anwendungen und alle verwandten Bereiche geht:
1. Massive Abhängigkeit von den USA
2. Massive Abhängigkeit von China
3. Mittlere Abhängigkeit von den USA mit gleichzeitiger Abhängigkeit von Anbietern im Compute-Segment in der arabischen Welt.
Und das Argument „wir können auch selbst was auf die Beine stellen“ zieht hier nicht. Die Anwendung an sich – das kriegen wir durchaus auf die Reihe. Nur die Industrie, die dahinter steckt und ohne die der Betrieb nicht gesichert ist – diese ist in Europa nicht vorhanden.
Unser gesamter Kontinent ist in diesem Bereich nicht existent. Das wird auch von vielen in der „Branche“ so kommuniziert. „Europa spielt keine Rolle“ / „Europa hat hier keine Bedeutung“ usw.
Da kann man also seine moralischen Maßstäbe ansetzen, wie man will, mit mindestens einem „Schmuddelkind“ müssen wir spielen. Unser Sandkasten existiert nicht, wir sind daher dazu gezwungen andere Kinder zu fragen, ob wir bei denen im Sandkasten mitspielen dürfen.
Dies ist dem Vizeadmiral auch sicherlich klar. Aber wir träumen in Europa eben gerne. Hat man gesehen, als von Einigen vorgeschlagen wurde die CH-47 Order zu canceln, um weitere Abhängigkeit von einer Trump-geführten Administration zu vermeiden. Dass die Alternative, der europäische HTH, eine schicke Computergrafik von Eurocopter ist (und nun knapp 15 Jahre alt) und außer der Zeichnung absolut gar nichts existiert, hat man eben einfach nicht erwähnt.
@Datenmensch
Vielleicht sollte man sich einmal in Bezug auf tolerierte Kollateralschäden ehrlich machen. In den Übunghandbüchern/ Befehlen wird immer ein collateral damage = 0 (also CIV CAS) vorgegeben, was völlig unrealistisch ist.
Selbst die UKR wird das nicht ansetzen wenn Wohnbebauung/ zivile Infrastruktur beschossen („engaged“) werden muß.
@Patrick S.
Das Zauberwort ist: German ownership. ISR hat das bei der F-35 hinbekommen. Geschäftlich fiel bei mir ein Deal durch, da man als Erwerber/ Übernehmer eines Luftfahrzeug-Projektes selbst kein „airworthiness certificate“ ausstellen konnte, da die Rechte bei einem Dritten lagen.
Vielleicht sind Quellen und Informationen der Bundeswehr so übersichtlich, daß der Einsatz einer mächtigen Analysesoftware wie Palantir unverhältnismäßig und teuer wäre. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Wenn ich ausnahmsweise nach langer Zeit Mal wieder kommentieren darf, @Patrick S. ich finde hier wird Einiges vermengt was nicht zwingend zusammen gehört.
Das hier ist effektiv Big Data Analyse, die muss von der Bundeswehr selbst mit zugekaufter quelloffener Software gemacht werden können, Wo hier KI ins Spiel kommt müssen es gewichtsoffene Modelle sein, alles Andere ist Augenwischerei und gefährdet die Souveränität in diesem Moment.
Es gibt genügend gewichtsoffene Modelle welche extrem nahe an die Performance der besten US-Modelle herankommen. Von demher kann ich hier in keinster Weise mit Deinem Argument mitgehen.
Na dann freuen wir uns alle mal auf die europäische Lösung. Doch, doch, die gibt es ganz sicher. Wahrscheinlich sogar halal und klimafreundlich. Und möglicherweise Ende des Jahrhunderts in einer Beta-Version verfügbar.
Vielleicht lassen wir uns vom durchschlagenden Erfolg der D-LBO inspirieren – da haben wir den Amis wieder einmal gezeigt, welche Expertise unsere Verwaltung und Industrie in diesem Bereich besitzen. Da braucht es auch nicht die Mitwirkung der Franzosen (huch, Le Pen), der Polen (igitt, PiS), der Italiener (oups, Postfaschisten am Ruder) oder anderer potentiell unliebsam regierten Verbündeten …. wir können das selbst.
LOL
Ohne Sarkasmus: Man darf nicht auf das Desaster der europäischen LLM schauen und daraus schließen, daß Europa im Bereich der KI nichts kann. Das stimmt nicht, speziell bei KI -Anwendungen für die Industrie gibt es (noch, der europäische AI act ist nicht hilfreich) gute Anwendungen und Expertise.
Mir fehlt nur die Phantasie, wie im Rahmen der europäischen Beschaffungsstrukturen, bei der Vielzahl der europäischen Armeen und den unterschiedlichen Einsatzgrundsätzen/Interessengebieten und den durchaus bestehenden Budgetzwängen (auch anderswo, da sogar noch viel stärker) irgend etwas herauskommen soll.
Nehmen wir FR …die werden eine Lösung brauchen, die gerne auch in der Subsahelzone unmittelbar einsetzbar ist. Gehen wir da mit??? Oder werden es allein schon deswegen proprietäre Länderanwendungen? Die wie und mit welchen Daten trainiert werden?
Das alles sehe ich noch nicht einmal, wenn wir das Geld dafür hätten. Wir werden gar nichts bekommen.
im Endeffekt haben wir ja sowas schon fast, sogar hier in Deutschland. man kann ja mal die Website der Firma Rola anschauen und sich überlegen, was eigentlich noch fehlt, wenn man die verschiedenen sw-produkte (unter lösungen) zusammenfährt. und die sind in dem Umfeld schon lange unterwegs.
Denn am Ende ist das ja eigentlich immer gleich. ETL (Extract, Transform, Load) Schnittstellen, um Datensilos aufzubrechen und in ein möglichst flexibles Datenmodell laden. Und da liegt aus meiner Sicht die Stärke palantirs. durch die enge Zusammenarbeit mit us Militär, geheimdiensten und nato ein anwendbares Datenmodell geschaffen zu haben und die entsprechenden Erfahrungen, Quelldatensilos zu erschließen. Letzteres ist auch gleichzeitig das eigentliche problem, nämlich der Zugriff bis in den Maschinenraum. was ist eigentlich da, was wird benötigt und wenn es nicht funktioniert oder Spontan was neues gebraucht wird, wieder mit Experten vor Ort benötigt zu werden und abhängigkeiten zu schaffen.
Danach ist die Frage nur ob es mehr (trainierte) Mustererkennung oder regelbasiertes (wie im thread angesprochen) Expertensystem ist (auch das ist per Definition ki). Am Ende ist die Frage, ob wir auf unsere Daten ein KI Modell hetzen wollen oder nicht. und wieviel externe Expertise wir dazu zulassen wollen /brauchen werden
@Träumer: https://www.rola.com/de/use-cases Dieda?
@Träumer
„Am Ende ist die Frage, ob wir auf unsere Daten ein KI Modell hetzen wollen oder nicht. “
Ich vermute stark, das wird so oder so passieren. Die Frage ist, wird es das beste Modell sein, was aber nicht unter unserer Kontrolle liegen wird, oder werden wir nicht das Beste nehmen, dafür eines, was unter unserer Kontrolle ist?
Wobei ja, wer sind „wir“ eigentlich?
Wir Deutsche? Wir Europäer? Wir ex NATO ohne USA (aber auch ohne Türkei), also EU plus Kanada?
Ich denke schon, dass es hier eine Interessens- und Wertegemeinschaft gibt, wo man auch gemeinsam entwickeln kann und dann trotzdem noch nicht alle Daten miteinander teilen muss. Vertraut man aber auf Palantir, würde ich darauf vertrauen, dass automatisch alles geteilt wird.
@Träumer
Ich schätze, dass bei den massiven und unstrukturierten Datenquellen eher ein ELT statt ETL Prozess eingesetzt wird (basierend auf einem Data Lake), plus Echtzeit-Stream mit Lageinformationen.
@AOR
ja, bzw das was die unter Lösungen darstellen. Dabei sind die bei weitem nicht die einzigen, die sich in dem Umfeld tummeln, die waren nur immer mal wieder prominent auch in Medien, u.a. früher zum polizeilichen informations und Austauschverbund vertreten.
Kann mir jemand erklären wofür eine Verteidigungsarmee wie die Bundeswehr KI-gestützte Empfehlungen für die Ziele von Angriffen braucht? Über welche Fähigkeit wird hier eigentlich debattiert? Gibt es irgendwelche belastbaren Erkenntnisse, dass dieses AI-Targeting überhaupt funktioniert (unter LV/BV-Umständen, wo stehen die Rechenzentren?) und wenn ja, ob diese Funktion überhaupt einen Nutzen darstellt? Munition ist doch ein knappes Gut und ihr Einsatz solle doch qualitative Maßstäben berücksichtigen, nicht nur quantitative. Worauf stützt sich die Annahme, dass KI-gestützte Empfehlungen zu besseren Ergebnissen kommen als ein klassischer Targeting-Loop, der mit den neuesten Aufklärungsdaten arbeitet. Was bringt die Auswertung von Datensilos mit Daten über irgendwas von irgendwann?
Geht es insgeheim doch um orwellsche Terrorabwehrorgien?
Nach den Informationen, die ich aus einem Artikel von XPERT DIGITAL entnommen habe, werden die Hersteller Almato (Stuttgart), Orcrist (Berlin) und Chapsvision (Paris) als neue, mögliche Lösungspartner in die Ausschreibung aufgenommen (siehe https://xpert.digital/bundeswehr-verzichtet-auf-palantir/). Der Artikel analysiert die Stärken und Schwächen der einzelnen Unternehmen.
Was Palantir betrifft, bietet das Unternehmen ihre Software „as a service“ und als selbstbetriebene Software (mit eigenem Personal auf eigenen Rechnern) an. In letzterem Fall hat der Hersteller keinen Zugriff auf die Nutzerdatenbestände.
Soweit ich aus der Beschreibung des Palantir MSS entnehmen kann, besteht der wesentliche Mehrwert in den Ontologien, die – vereinfacht ausgedrückt – die Eigenschaften-Typen von Objekten (wie z.B. Personen, Einheiten, Gerät, Einrichtungen) und die Zusammenhänge zwischen Objekten darstellen. (z.,B. Zusammenhänge zwischen Waffen und Zielen). Diese werden zur Auswertung der Nutzerdatenbestände herangezogen.
Services für die Streitkräfte, wie Battlespce Management, wie sie Palantir im militärischen Bereich erstellen kann, sind beispielhaft in einem One-Pager zum Einsatz von Palantier’s MSS in den US-Streitkräften beschrieben. (siehe https://assets.ctfassets.net/xrfr7uokpv1b/25muZs93DY5XOUBtuh68yn/b40d9784f69917219f972890ceede986/Maven_One_Pager.pdf).
Die Services werden insbesondere aus zwei Gründen in Clouds (also Verbünden von Rechnern bzw. Rechenzentren) betrieben: wegen der benötigten Rechen- und Speicherleistung per se und wegen der Möglichkeiten, bei Ausfall von Ressourcen bzw. Rechenzentrumsstandorten die Services verzugslos /-arm von überlebenden Ressourcen (-standorten) aus weiterlaufen zu lassen. Aus diesem Grund nutzen zumindest die US.Streitkräfte für die meisten ihrer Services global agierende Cloud-Anbieter wie AWS.
Gerade dieser letzte Aspekt ist für die Bundeswehr und andere europäische Streitkräfte ohne eigene global agierende Anbieter gegenwärtig nicht darstellbar. Zumindest EU-weite Alternativen scheinen derzeit nicht zu existieren. Ich denke, wir haben hier – nicht nur bei der Etablierung von Palantir-Alternativen – EU-weit oder notfalls zumindest Deutschland-weit Handlungsbedarf. Ein Wölkchen aus zwei oder drei Bundeswehr-Rechenzentren ist sicher niedlich anzusehen, dürfte aber in der Praxis nicht reichen..
Ehrlicherweise kann ich die Entscheidung nicht nachvollziehen und Herr Admiral sollte nicht auf den Politikerzug der Amerikabasher aufspringen. Die BW verdient leistungsfähige Systeme. Ich habe allerdings eher die Hypothese, dass die Erfassung, Qualität und Speicherung der Daten unsere Achillesverse ist, da hilft dann auch kein Palantir mehr. Die Argumentation erschliesst sich mir an anderer Stelle auch nicht ganz, schließlich wird für den Betrieb ja auch Microsoft genutzt. Die IT der BW ist halt das Spiegelbild eines immer mehr dysfunktionalen Staatsapparates
@ Thyr 06.05.2026 um 8:52 Uhr
Erfahrungen aus der UKR mit Starlink, Palantir u.a.:
– Unterstützungsleistungen der USA variierten nicht nur zwischen der Biden- und Trumpadministration, sondern auch und v.a. unter Trump.
– Augenfällig war, dass reduzierte Unterstützungsleistungen in zeitlichem Zusammenhang mit geplanten ukr. Offensivhandlungen standen und RUS dadurch „geschont“ wurde. Diese Phasen dauerten zwischen Tagen bis hin zu Monaten. Zieldaten i d Tiefe wurden tlw. gar nicht mehr bereitgestellt.
Eindeutig führten diese US- Eingriffe zu ukr. Nachteilen.
Wenn man heute mit höheren ukr. StOffz darüber spricht, ist die Enttäuschung und innere Abkehr von US- Daten und Nachrichten fast körperlich spürbar.
Daher wenden sich ukr. SK und Behörden deutschen Alternativen zu.
Eine davon wurde in einem vorherigen Kommentar von Cato genannt.
Diese Erkenntnisse führen dazu, dass sich deutsche Verantwortliche – betrifft alle Exekutivorgane auf allen Ebenen- von US- Lösungen abwenden. Das ist richtig, weil es keinen Verlass mehr darauf gibt, dass US- Unterstützungen nicht von einseitigen US- nationalen Entscheidungen und Wendemanövern getriggert werden.
Die USA entbinden sich nämlich gerade ihrer Bündnisverpflichtungen.
Nach welchen Kriterien? – Fragen Sie das Irrlicht im Weissen Haus!
cato sagt:
05.05.2026 um 14:31 Uhr
„Soweit ich aus der Beschreibung des Palantir MSS entnehmen kann, besteht der wesentliche Mehrwert in den Ontologien, die – vereinfacht ausgedrückt – die Eigenschaften-Typen von Objekten (wie z.B. Personen, Einheiten, Gerät, Einrichtungen) und die Zusammenhänge zwischen Objekten darstellen. (z.,B. Zusammenhänge zwischen Waffen und Zielen). Diese werden zur Auswertung der Nutzerdatenbestände herangezogen.“
So erklärt sich dann die Zielinflation ohne Wirkungsvorteil wie sie sehr gut mit den Angriffen auf den Iran zu beobachten ist. Zehntausende Sorties in wenigen Tagen und das halbe Freedom-Arsenal an Lenkmunition verschossen, allerdings ohne die kritischen Fähigkeiten des Gegners nennenswert zu beeinträchtigen (Schulen mal ausgenommen).
Das mag nett sein für einen Angreifer, dem aus geographischen Gründen eine Front niemals aufgezwungen werden wird und der seine Angriffskriege vornehmlich vom Schreibtisch aus auf lange Distanzen führt.
Für Europa ist das schon vom Ansatz her vollkommen ungeeignet, da von vorne und dann von noch weiter vorne geführt werden muss. Mit dem was man hat und bei unvollständiger Informationslage. Abstandswaffen sind für Europa viel wertvoller als für die USA mit ihren Feldzügen irgendwo weit weg von der unangreifbaren Heimat. Ein System, das im Grunde nichts anderes macht als die Zielliste viel viel länger zu machen, hilft uns überhaupt nicht. Was wir brauchen sind robuste Führungssysteme die vorne funktionieren und qualitativ hochwertige Aufklärungs- und Auswertungsmittel für Ziele in der Tiefe. Keine Hochglanz-App um aus viel zu vielen unnützen Daten noch irgendwie und vielleicht erfolgreich die wesentlichen herauszufiltern.
Re: Rechenzentren und Kapazität
Es ist etwas zum Schmunzeln, dass hier nun für Kapazitäten von US-Firmen geworben wird, während immer klarer wird, dass Oracle sich vollkommen und bis zum absehbaren Bankrott verhoben hat mit ihrem Stargate-Projekt und auch sonst die Kapazitäten der „Hyperscaler“ fast ausschließlich von OpenAI und Anthropic beansprucht werden. Wenn dort irgendwann das Geld zum Verbrennen oder die Lust auf den KI-Zirkus ausgeht (so wie bei Microsoft), muss die Rechenleistung irgendwie verkauft werden. Ganz ganz dringend. Aber: Nicht unser Problem!
Thyr sagt:
06.05.2026 um 8:52 Uhr
> schließlich wird für den Betrieb ja auch Microsoft genutzt
Bitte hier entlang: https://i.kym-cdn.com/photos/images/newsfeed/001/259/257/342.png
> Die BW verdient leistungsfähige Systeme.“
> Die IT der BW ist halt das Spiegelbild eines immer mehr dysfunktionalen Staatsapparates“
„Los gebt den US-Techbros das Geld, das mit dem Staat können die eh viel besser!“
Gähn.