Angeblich Entscheidung über neues Flugabwehrsystem gefallen – auf MEADS-Basis

MEADS launch 3

Und noch ein feiertäglicher Merkposten: Angeblich, so meldet der Kollege Christoph Hickmann von der Süddeutschen Zeitung (Link aus bekannten Gründen nicht), ist die Entscheidung über das künftige Flugabwehrsystem TLVS (Taktisches Luftverteidigungssystem) der Bundeswehr gefallen. Auf der Basis des gemeinsam von den USA, Deutschland und Italien entwickelten MEADS (Medium Extended Air Defense System), das nach Fertigentwicklung nicht beschafft wurde, soll das neue System unter anderem vom Lenkflugkörper-Systemhaus MBDA gebaut und für die deutschen Streitkräfte beschafft werden:

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll der Nachfolger für das Flugabwehrraketen-System Patriot von der Firma MBDA kommen, die das gemeinsam mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin entwickelte System Meads zur Serienreife bringen soll. weiterlesen

Kurz vor dem Ende meldet MEADS Erfolg

MEADS launch 3

Das gemeinsam von den USA, Deutschland und Italien entwickelte Luftverteidigungssystem MEADS (Medium Extended Air Defense System) wird zwar nie beschafft werden – aber kurz vor dem Ende der Entwicklungsphase haben die Hersteller einen Erfolg vermelden können: Das System konnte bei Testschüssen auf der White Sands Missile Range im US-Staat New Mexico am (heutigen) Mittwoch beweisen, dass es zwei Ziele gleichzeitig bekämpfen kann. Aus der Mitteilung des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin:

The Medium Extended Air Defense System (MEADS) intercepted and destroyed two simultaneous targets attacking from opposite directions during a stressing demonstration of its 360-degree air and missile defense (AMD) capabilities at White Sands Missile Range, N.M. The flight test achieved all criteria for success. weiterlesen

Dies und das vor Ostern: MEADS, Staatsanwälte, Bundeswehrverband

Ein paar Meldungssplitter an diesem Tag vor einem langen Osterwochenende:

In den USA ist das Geld für eine Weiter- bzw. die Fertigentwicklung des Flugabwehrsystems MEADS (Medium Extended Air Defense System) freigegeben worden. Die drei beteiligten Nationen – USA zu 58 Prozent, Deutschland zu 25 und Italien zu 17 Prozent – hatten sich schon lange darauf verständigt, dass die Entwicklung dieses Systems abgeschlossen werden soll, auch wenn es nicht beschafft wird. Deutschland hat daran ein besonderes Interesse, weil die gewonnenen Erkenntnisse und Entwicklungen für ein Nachfolgesystem für das Flugabwehrsystem Patriot genutzt werden sollen. Der Haushaltsstreit in den USA hatte allerdings zuletzt fraglich erscheinen lassen, ob der amerikanische Anteil für die Endentwicklung noch kommt. Aus der heutigen Mitteilung des Hersterller- bzw. Entwicklungsunternehmens MBDA: weiterlesen

MEADS droht Finanzierungsstopp in den USA

Da diese Geschichte offensichtlich noch nicht in den deutschen Medien aufgetaucht ist (und weil hier heute schon so viel steht…) nur der kurze Hinweis auf eine internationale Reuters-Meldung von gestern: In Deutschland  und Italien wächst die Sorge, dass die USA nicht wie vereinbart zumindest die Entwicklungsphase des Luftabwehrsystems MEADS (Medium Extended Air Defense System) mit-finanzieren:

German and Italian officials warned U.S. lawmakers on Wednesday that their plans to cut off funding for a ground-based NATO missile defense program built by Lockheed Martin Corp would endanger U.S. ties with their countries.
(…)
German legislator Ernst Reinhard Beck said in a series of e letters to U.S. lawmakers that withholding funding for the program “undermines the longstanding and trustful MEADS partnership” and would risk wasting hundreds of millions of euros already invested in the air missile system.

Kurz gefasst sah die Sachlage bislang so aus: Die drei beteiligten Nationen hatten sich darauf verständigt, das Abwehrsystem fertig zu entwickeln, auch wenn es keine Beschaffung geben soll. Schon im vergangenen Jahr hatte der deutsche Rüstungsdirektor Detlef Selhausen dringend an die USA appelliert, die Entwicklungsgelder nicht zu stoppen. Das scheint jetzt wieder zu drohen.

Deutschland bittet USA um zugesagte Gelder für MEADS

Man sollte wohl etwas öfter in die US-Wirtschaftsmedien schauen: Die Kollegen vom Washington Business Journal haben schon vor einer Woche einen Brief ausgegraben, den der deutsche Rüstungsdirektor im BMVg, Detlef Selhausen, an seinen Kollegen im Pentagon geschickt hat. Kernaussage: wenn ihr die weiteren Entwicklungsgelder für das Medium Extended Air Defense System (MEADS) stoppt, haben wir in Deutschland ein Problem.

(Den kompletten Brief in Englisch und Deutsch hat das WBJ hier zum download bereitgestellt.)

Nun wird MEADS als System nicht kommen, so viel ist klar – aber die Forschungsergebnisse sind für Deutschland eine mögliche Grundlage für eine mögliche (man muss das so vorsichtig formulieren) deutsche Beteiligung am geplanten Raketenabwehrschirm der NATO. Ein gemeinsamer Ausstieg der MEADS-Partnerländer – USA, Deutschland, Italien – ist deshalb aus deutscher Sicht keine Handlungsoption.

Für die USA hat gerade in Zeiten eines auch dort schrumpfenden Verteidigungshaushalts das System eine weitaus geringere Bedeutung. Der zuständige Ausschuss des Senats hatte bereits im Juni die entsprechenden Mittel für das US-Rüstungsunternehmen Lockheed Martin zur Streichung empfohlen.

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