DroneWatch: Gerichtsbeschluss verzögert Drohnen-Beschaffung weiter (mehr Details)

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Die geplante Beschaffung der ersten Drohne der Bundeswehr mit möglicher Bewaffnung, des israelischen Modells Heron TP, dürfte sich noch weiter verzögern. Im Rechtsstreit um das unbemannte Flugsystem, angestrengt vom US-Hersteller des Konkurrenzmodells, hat das Oberlandesgericht Düsseldorf eine Beschwerde wegen beklagter Verletzung des Vergaberechts nicht nur angenommen, sondern ihr auch aufschiebende Wirkung zugebilligt: Vorerst darf das Verteidigungsministerium keinen Vertrag über die Beschaffung von Heron TP abschließen, entschied das Gericht am 13. September.

Der  Beschluss, über den zuerst tagesschau.de berichtete, enthält einige Aussagen, die den Juristen des Ministeriums  Sorge bereiten dürften. weiterlesen

Kleindrohnen für die Marine: Bundeswehr-Luftfahrtamt testet Phantom4

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Mitte Juli hatte ich berichtet, dass die Deutsche Marine – nach niederländischem Vorbild – handelsübliche Kleindrohnen zur Unterstützung ihrer Boardingteams beschaffen will. Inzwischen ist klar, dass für SAliRFA* (Sofortinitiative Seegestützte Aufklärung aus der Luft im Rahmen Friendly Approach) das Modell Phantom 4 des Herstellers DJI gekauft werden soll. Jetzt hat aber erst mal das Luftfahrtamt der Bundeswehr das Sagen, wie das Bundesamt für Ausrüstung, IT und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) auf Anfrage mitteilte:

Die Sofortinitiative Seegestützte Aufklärung aus der Luft im Rahmen Friendly Approach (SALiRFA ) wurde zwischenzeitlich auf der Basis des handelsüblichen Systems DJI Phantom IV gebilligt. Die Beschaffung als Kauflösung wird zur Zeit vorbereitet. Das Luftfahrtamt der Bundeswehr prüft das System auf sicheren Betrieb. Abhängig von den Ergebnissen der amtsseitigen Prüfung, ist innerhalb von 2-3 Monaten die anschließende Übergabe des Systems an den Nutzer geplant. Der Beginn der Nutzung im Einsatz wird durch die Deutsche Marine festgelegt.

Das behalten wir mal im Auge. Wer eine dieser Drohnen im Bundeswehr-Einsatz sieht, könnte kurz Bescheid sagen…

(* In der vorangegangenen Meldung hatte ich mich mit der Abkürzung vertan und SALiFRA statt SALiRFA geschrieben…)

(Foto: Screenshot aus dem DJI-Video https://youtu.be/dY8KIMQRTf0)

DroneWatch: Predator-Hersteller klagt gegen Drohnen-Entscheidung der Bundeswehr

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Keine zwei Wochen ist es her, da veröffentlichte das Verteidigungsministerium den Zeitplan für die ersten bewaffneten Drohnen der Bundeswehr: Ein Vertrag über die Beschaffung israelischer unbemannter Systeme vom Typ Heron TP, im Januar angekündigt, sollte Anfang kommenden Jahres abgeschlossen werden, 2019 sollten die Drohnen dann der Bundeswehr zur Verfügung stehen. Doch dieser Zeitplan, in einer Bundestags-Drucksache  angekündigt,  gerät jetzt ins Rutschen: Die US-Firma General Atomics, Hersteller des unbemannten Luftfahrzeugs Predator/Reaper und bei der Vergabe dem israelischen Konkurrenzprodukt unterlegen, klagt gegen die Entscheidung des Ministeriums vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. weiterlesen

DroneWatch: Bundeswehr soll bewaffnete Drohnen ab 2019 bekommen

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Die Bundeswehr soll ab Anfang 2019 über Drohnen des israelischen Typs Heron TP verfügen, die wenig später auch bewaffnet nutzbar sind. Diesen Zeitplan nannte das Verteidigungsministerium in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei zu den Drohnenplänen der Truppe. Die Antwort war bereits am vergangenen Wochenende im Wesentlichen bekannt geworden; inzwischen veröffentlichte der Abgeordnete Andrej Hunko den – vom Bundestag noch nicht publizierten – Antwort-Text auf seiner Webseite (zusammen natürlich mit seiner Positionierung dazu).

Überraschend ist nicht, dass die die Heron TP-Drohnen am Herstellungsort Israel auch stationiert werden sollen – das hatte das Verteidigungsministerium bereits im Januar bei der Entscheidung für dieses unbemannte Flugsystem angekündigt. Überraschender ist schon eher der Umgang mit der geplanten Bewaffnung:

Die Informationen zur Bewaffnung sind von israelischer Seite ohne Ausnahme als „GEHEIM“ eingestuft. Die Weitergabe jeglicher Informationen unterliegt den Geheimschutzregelungen und während der vorvertraglichen Klärungsphase den Freigabebeschränkungen des Staates Israel.

Nun ist gerade die Bewaffnungsfähigkeit der Drohnen ein in Deutschland sehr kontrovers diskutierter Punkt. weiterlesen

Marine plant Kauf von Klein-Drohnen fürs Boardingteam

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Die Beschaffung einer richtigen Drohne für die Deutsche Marine dauert vermutlich noch ein bisschen, aber der Kauf kleiner, handelsüblicher Drohnen aus dem Laden scheint auf einem guten Weg: Die Marine hat eine Sofortinitiative Einsatz (SiE) gestartet, um einige der vergleichsweise billigen ferngesteuerten Fluggeräte einfach im Laden zu kaufen. Das SALiFRA (Seegestützte Aufklärung aus der Luft im Rahmen ‘friendly approach’) genannte System soll bei Einsätzen wie der Operation Sophia im Mittelmeer (Foto oben) genutzt werden, um Boardingteams aus der Luft zu sichern und Bedrohungen rechtzeitig zu erkennen.

Auf Anfrage von Augen geradeaus! bestätigte die Deutsche Marine das Beschaffungsvorhaben für ein unbemanntes fliegendes System in der Gewichtsklasse unter 5 kg, welches unter dem Namen SALiFRA geführt wird. Das System sei zur optischen Aufklärung für den Einsatz im Nächstbereich der schwimmenden Einheit in Sichtweite des Bedieners vorgesehen. Laut Bundesamt für Ausrüstung, IT und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) wird die Sofortinitiative zur Zeit geprüft; eine Beschaffung der handelsüblichen Systeme könne erst nach Billigung begonnen werden. weiterlesen

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