Beratung über weiteren Antipiraterieeinsatz vor Somalia: Bleiben die optimistischen Annahmen?

Am (morgigen) Mittwoch will sich der Verteidigungsausschuss des Bundestages mit der Verlängerung der deutschen Beteiligung an der seit bald zehn Jahren laufenden EU-Antipiraterimission Atalanta befassen – und droht ein wenig von den Ereignissen überholt zu werden. Denn das neue Mandat, das das Bundeskabinett am 22. März beschlossen hat, enthält noch eine sehr optimistische Annahme: Die Hoffnung, dass der EU-Einsatz weiter heruntergefahren, vielleicht im kommenden Jahr sogar beendet werden kann. Offensichtlich wurden die Vorarbeiten für das Mandat in den ersten Märzwochen gemacht, als die Pirateriesituation vor Somalia noch ganz beherrschbar aussah.

Das hat sich seitdem doch ein wenig gewandelt. Den jüngsten Angriff  gab es am vergangenen Wochenende, wie das Atalanta-Hauptquartier berichtet:

Late on Saturday evening during a European Union counter-piracy patrol close to the east coast of Somalia, EU NAVFOR’s Spanish flagship, ESPS Galicia, received a SOS distress call from the master of merchant ship, MT Costina, to say that his vessel was being attacked by a number of armed pirates in a fast-moving skiff. weiterlesen

Kampf gegen Piraterie vor Somalia: Drei mutmaßliche Piraten von China festgesetzt

Mit aller Vorsicht: Es scheint sich eine Rückkehr der Piraterie vor der Küste Somalias abzuzeichnen. Da ist interessant, was aktuell als – noch nicht so bekannte – Information rauskommt: Bei der Beendigung der Entführung des Frachters OS35 am vergangenen Wochenende sollen chinesische Soldaten drei Piraten festgesetzt haben.

Das teilte das Verteidigungsministerium den Bundestagsabgeordneten in der wöchtlichen Unterrichtung am (heutigen) Donnerstag mit:

Am 08.04.17 wurde der unter der Flagge von Tuvalu fahrende Massengutfrachter OS35 rund 350 km südwestlich von Salala (Oman) durch mutmaßliche Piraten gekapert. Das Schiff konnte bereits am 09.04.17 durch Kräfte der chinesischen Marine befreit werden. Dabei wurde die 19-köpfige syrische Besatzung nicht verletzt. Drei mutmaßliche Piraten wurden durch die chinesische Marine festgesetzt.

Bisher hatte es nur recht vage Angaben über die mögliche Festnahme von Piraten gegeben, zum Beispiel hier: weiterlesen

Indien und China beenden Piraten-Entführung im Golf von Aden

Seestreitkräfte aus Indien und China haben am Wochenende einen Angriff vermutlich somalischer Piraten auf ein Handelsschiff im Golf von Aden beendet. Kriegsschiffe und Hubschrauber der indischen Marine eilten dem Massengutfrachter OS35, der unter der Flagge von Tuvalu fährt, nach einem Piratenüberfall am (gestrigen) Samstag zu Hilfe.  Soldaten eines chinesischen Kriegsschiffs stellten anschließend sicher, dass sich keine Seeräuber mehr an Bord befanden. Der Vorfall ist nach Jahren der Inaktivität die vierte Aktion mutmaßlich somalischer Piraten innerhalb weniger Wochen.

Aus der Mitteilung des indischen Verteidigungsministeriums:

A distress call was received from a foreign merchant vessel MV OS 35 (Tuvalu registered vessel), which was attacked and boarded by pirates in the Gulf of Aden late night on 08 April. Indian Navy ships Mumbai, Tarkash, Trishul and Aditya proceeding on deployment to the Mediterranean and passing through the Gulf of Aden, responded to the call and rapidly closed the merchant vessel by the early hours of 09 April. The Indian warships established contact with the Captain of the merchant vessel, who along with the crew had locked themselves in a strong room on board (citadel), as per standard operating procedure. weiterlesen

Wiederaufleben der Piraten-Aktivität vor Somalia?

Ein Merkposten zum fast vergessenen Thema Piraten vor Somalia: Der Bundestag wird demnächst über die Verlängerung der deutschen Beteiligung an der EU-Antipirateriemission Atalanta vor der Küste Somalias entscheiden – und wie andere EU-Länder hofft Deutschland darauf, die seit 2008 laufende Mission im kommenden Jahr beenden zu können. Die NATO hatte ihre Operation Ocean Shield bereits im vergangenen Jahr eingestellt, weil die Aktivitäten somalischer Piraten in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen waren.

Doch inzwischen gibt es Meldungen, die darauf hindeuten, dass die Piraten aus dem ostafrikanischen Land wieder aktiv werden. Am (gestrigen) Montag bestätigte das Hauptquartier der European Naval Forces (EUNAVFOR) den vermutlich dritten Fall einer erfolgreichen Kaperung von Schiffen vor der Küste Somalias innerhalb weniger Wochen:

EU Naval Force can confirm that an Indian registered cargo dhow was seized by suspected pirates on 01 April  and is now in the vicinity of Hobyo, Somalia. An EU Naval Force maritime patrol aircraft has confirmed the exact location of the dhow and has attempted to establish radio communications but without success.

weiterlesen

Pirateriebekämpfung vor Somalia: Mandatsverlängerung mit Aussicht auf Ende der Mission

Die Bundeswehr soll sich noch ein weiteres Jahr an der EU-Mission Atalanta zur Bekämpfung der Piraterie vor Somalia beteiligen – allerdings mit dem Ziel, diese 2008 begonnene Mission dann bald auslaufen zu lassen. Das Bundeskabinett billigte am (heutigen) Mittwoch ein entsprechendes Mandat, mit dem die Deutsche Marine auch weiterhin bis zu 600 Soldaten in diesen Einsatz vor Ostafrika schicken kann. Derzeit ist die Bundeswehr mit rund 100 Soldaten in der EU-Mission präsent, vor allem, weil derzeit erneut ein Seefernaufklärer P-3C Orion im Einsatz ist; ein Schiff hat die Marine schon seit dem vergangenen Sommer nicht mehr dort. Über die Verlängerung muss jetzt der Bundestag entscheiden. weiterlesen

weiter »