Fürs Archiv: Antipiraterie-Einsatz verlängert, neuer Bundeswehreinsatz in Liberia

Der Bundestag hat am (gestrigen) Donnerstag den Einsatz der Deutschen Marine in der EU-Antipirateriemission Atalanta verlängert und erstmals die Beteiligung der Bundeswehr an der UN-Mission in Liberia (UNMIL) gebilligt. Die wesentlichen Details der beiden Mandate gab’s schon hier; die Abstimmungen:

Für die Verlängerung des Atalanta-Einsatzes vor Somalia sprachen sich in namentlicher Abstimmung 461 Abgeordnete aus, 72 stimmten dagegen  und 49 Parlamentarier, darunter fast alle Grünen-Abgeordneten, enthielten sich der Stimme.

Die neue Mission in Liberia billigten ebenfalls in namentlicher Abstimmung 522 Abgeordnete, die 59 Gegenstimmen kamen fast ausschließlich von der Linkspartei, und drei Parlamentarier enthielten sich.

Nachtrag: Mit der Billigung der deutschen Beteiligung an UNMIL kann Deutschland nun auch, wie vorgesehen, den Posten des stellvertretenden Missionskommandeurs (Deputy Force Commander) übernehmen. Dafür ist der deutsche Brigadegeneral (Temporary Rank) Dirk Faust vorgesehen, bisher Referatsleiter in der Abteilung Strategie und Einsatz des Verteidigungsministeriums. Sein Chef ist der nigerianische Generalmajor Salihu Zaway Uba. Ursprünglich hatte Faust seinen Posten bereits am 15. Mai antreten sollen – allerdings war die Bundesregierung davon ausgegangen, dass diese Mission im vereinfachten Verfahren ohne Abstimmung im Plenum des Bundestages gebilligt werden könnte. Auf Antrag der Linksfraktion musste darüber namentlich abgestimmt werden.

(Foto: SeaLynx im Anflug auf die Fregatte Bayern vor Somalia – Bundeswehr/Sascha Jonack)

Bundeswehr-Einsatz in Afrika: Neue Mission bei UNMIL, Antipiraterie-Mission fast unverändert verlängert

Die Bundesregierung hat am (heutigen) Mittwoch Pläne für das weitere Engagement der Bundeswehr in Afrika auf den Weg gebracht: Erstmals sollen sich deutsche Soldaten an der UN-Mission in Liberia in Westafrika beteiligen. Zugleich beschloss das Kabinett eine Verlängerung des deutschen Engagements in der Antipiraterie-Mission Atalanta der Europäischen Union vor Somalia. Beide Vorschläge gehen an den Bundestag zur endgültigen Entscheidung. weiterlesen

Marine-Einsatz gegen Piraterie: Jetzt wieder mit Hubschrauber

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Nach etwas längerer, nennen wir es Abstinenz, hat die Deutsche Marine wieder Hubschrauber in ihren Einsätzen zur Verfügung: Auf der Fregatte Bayern im Einsatz bei der EU-Antipirateriemission Atalanta vor Somalia wurden zwei SeaLynx-Helikopter eingeschifft, wie die Marine am (heutigen) Montag mitteilte. Habe es doch eine technisch bedingte Zwangspause gegeben.

Die Zwangspause war in der Tat technisch bedingt, der Begriff Desaster wäre allerdings passender: Im September vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die Marine alle ihre 22 SeaLynx am Boden halten musste, weil Risse im Heckausleger festgestellt worden waren. Erst im Januar dieses Jahres konnten die ersten Maschinen wieder starten –  unter Auflagen.

Nicht so ganz klar ist nach der Mitteilung der Marine, ob alle Auflagen erledigt sind. Oder ob es noch operationelle Einschränkungen gibt?

(Foto: Sea Lynx landet auf der Fregatte Bayern – Deutsche Marine)

 

 

Der NH90, neulich vor Somalia

Ohne weiteren Kommentar einen Tweet (samt Bild) des Kommandanten der niederländischen Johan de Witt im Antipiraterie-Einsatz vor Somalia:

Piraten vor Somalia: Erstmals seit Monaten wieder aktiv

Somalia_Piraten_20141016

Erstmals seit einem Dreivierteljahr sind die Piraten vor Somalia wieder aktiv geworden: Am Donnerstag wurde ein Handelsschiff angegriffen, das dicht vor der somalischen Ostküste vor Anker lag (siehe Karte oben). Der Angriff scheiterte jedoch; den Seeräuber gelang es nicht, über die Ankerkette das Schiff zu erklimmen, wie die NATO meldete:

While at anchor in a merchant vessel was reported to be approached by two skiffs with 15 POB who attempted to board the vessel climbind up the anchor chain without success. VESSEL IS SAFE

Es war der erste Versuch seit Januar dieses Jahres, ein Schiff zu kapern – und erst der zweite registrierte Angriff vor Somalia in diesem Jahr.. Allerdings war bereits am Vortag weiter nördlich, im Golf von Aden, verdächtige Aktvität eines möglichen Piratenbootes beobachtet worden.

(Karte: OpenStreetMap)

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