“Atalanta” verlängert. Und: 59 deutsche Reedereien heuern bewaffnete Wächter an

Der Bundestag hat am (heutigen) Donnerstag die deutsche Beteiligung am EU-Antipiraterieeinsatz Atalanta (Foto oben: die deutsche Fregatte Augsburg) um ein weiteres Jahr verlängert. Nach Angaben des Parlaments stimmten 310 Abgeordnete dafür, die Mission bis Ende Mai 2014 fortzuführen; 206 Parlamentarier stimmten dagegen, 61 enthielten sich (die Liste der namentlichen Abstimmung ist noch nicht online). Die Grünen hatten einen Antrag vorgelegt, die im vergangenen Jahr beschlossene Ausweitung des Atalanta-Mandats auf die Strandzone wieder zurückzunehmen, dieser Antrag fand jedoch keine Mehrheit. Allerdings haben die EU-Seestreitkräfte von dieser Möglichkeit, so weit bekannt, bisher nur ein Mal Gebrauch gemacht.

Zu diesem Beschluss passt doch gut die Meldung, die ich heute vom Bundesverband der Sicherheitswirtschaft bekam: weiterlesen

Somalischer Pirat in Deutschland festgenommen – beim Asylantrag

Diese Erfolgsmeldung der Pirateriebekämpfung ist ja mal was ganz anderes: Ein Somali, der an der Entführung eines Schiffes einer deutschen Reederei beteiligt gewesen sein soll, wurde in Deutschland festgenommen – als er Asyl beantragen wollte. Erkannt wurde der Mann anhand der Fingerabdrücke, wie das Landeskriminalamt Niedersachsen berichtet: weiterlesen

Seit einem Jahr kein erfolgreicher Piratenangriff vor Somalia

Seit ziemlich genau einem Jahr ist kein Schiff mehr vor Somalia von Piraten gekapert worden (obwohl es seitdem weitere Versuche gab, wenn auch deutlich weniger als zuvor).

Daran erinnert der Sender Al Jazeera mit einem Blick auf die aktuelle Situation:

(Ein bisschen beschämt muss ich zugeben, dass ich jetzt auf die Schnelle nicht mehr finde, welches Schiff als bislang letztes von den somalischen Piraten erfolgreich in ihre Gewalt gebracht wurde – das muss ich nachliefern.)

Als bislang letztes Schiff war der Tanker MV Smyrni gekapert worden, der fast ein Jahr später im Mai 2013 frei kam.

Piratenpatrouille: Mit dem Schlauchboot vor der Küste

Piratenpatrouillen vor der Küste Somalias gibt es nicht nur von den hochgerüsteten westlichen Nationen mit ihren Kriegsschiffen. Sondern auch von der Afrikanischen Union mit ihren deutlich bescheideneren Mitteln, wie CNN berichtet:

Im Vergleich dazu die High-Tech-Variante: weiterlesen

Entführte Dänen vom Waffen-Frachter in Somalia freigelassen

Eine der mysteriösesten Angriffe somalischer Piraten vor der Ostküste Afrikas scheint nach mehr als zwei Jahren ein glückliches Ende gefunden zu haben. Zwei dänische Seeleute, die im Januar 2011 nach Kaperung des dänischen Frachters Leopard als Geiseln genommen wurden, sind im April wieder auf freien Fuß gekommen, wie das dänische Außenministerium nach einem Bericht der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau* heute mitteilte. Bei der Kaperung gerieten auch vier Seeleute von den Philippinen in Piratenhand – die Meldung ist in dem Punkt nicht ganz eindeutig, legt aber nahe, dass auch sie freigelassen wurden. Nicht bestätigt wurden Angaben, dass für die Freilassung 30 bis 40 Millionen dänische Kronen (vier bis 5,4 Millionen Euro) gezahlt wurden.

Die Kaperung der Leopard war deswegen so mysteriös, weil die Piraten zwar die Mannschaft verschleppten, aber den Frachter mit seiner Ladung steuerlos zurückließen – und das, obwohl das Schiff Waffen und Munition geladen hatte. Auch der Ablauf des Piratenangriffes blieb unklar und ein bisschen bizarr: Angeblich hatten sich die Seeleute in den Schutzraum zurückgezogen und bereits Kontakt mit Seestreitkräften in der Region aufgenommen.

Vielleicht klärt sich das Drama um die Leopard, wenn die Dänen in der Heimat von der längsten Geiselhaft westlicher Seeleute in der Hand somalischer Piraten berichten.

(* Die verlinkte Quelle, Der Nordschleswiger, ist zwar eine deutschsprachige Zeitung, erscheint aber als Zeitung der deutschen Minderheit in Dänemark und damit nicht in einem deutschen Verlag.)

Nachtrag: Zwei interessante Hintergrundstücke dazu:

Somali Piracy during the Leopard case

Post MV LEOPARD: Financial Aspects of Somali Piracy Explained

(Foto: Das Heck der Leopard bei Auffinden durch NATO-Kriegschiffe – Foto: NATO)

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