Übung vor Nigeria: Deutsche Soldaten lehren Piraten-Bekämpfung

Die Piraterie vor der Küste Somalias ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen (auch wenn es in den vergangenen Tagen erneut Angriffsversuche gab) – nicht zuletzt eine Folge der massiven Marinepräsenz, an der sich seit 2008 auch die Deutsche Marine in der EU-Mission Antalanta beteiligt. Auf der anderen Seite des Kontinents, an der Westküste Afrikas, im Golf von Guinea, nehmen dagegen die Angriffe von Piraten zu. Eine ständige maritime Präsenz von EU, NATO und anderen Nationen (insbesondere der USA) ist für diese Region bislang nicht wahrscheinlich, auch wenn die Franzosen dort mit Kriegsschiffen verstärkt patrouillieren. Statt dessen setzen die USA, mehrere europäische Länder und auch südamerikanische Nationen wie Brasilien auf gemeinsames Training mit Streitkräften der betroffenen westafrikanischen Küstenländer.

Eine große Übung zu diesem Zweck hat am (heutigen) Mittwoch offiziell begonnen, und auch die Deutsche Marine ist bei Obangame Express 2014 dabei. weiterlesen

Deutscher Admiral führt Antipiraterie-Mission vor Somalia

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For the record: Der deutsche Flotillenadmiral Jürgen zur Mühlen (Foto oben links) hat am (heutigen) Sonntag das Kommando über die europäische Antipirateriemission Atalanta vor Somalia übernommen. Deutschland folgt auf Frankreich; die nächsten vier Monate wird zur Mühlen von Bord der Fregatte Brandenburg als Force Commander die Operation führen, der derzeit Schiffe aus Frankreich, Griechenland und Spanien unterstellt sind. Nach Angaben des Admirals werden auch die Niederlande erneut ein Schiff für Atalanta stellen, die Deutsche Marine hat zur Unterstützung zunächst den Tanker Rhön geschickt, der später vom Einsatzgruppenversorger Berlin abgelöst werden soll. Außerdem gehören mehrere Seefernaufklärer, darunter eine Orion P-3C, zu Atalanta. weiterlesen

German Navy releases video of Somali pirates hijacking German vessel in 2010

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Almost to the day four years ago, on April 5, 2010, Somali pirates hijacked the German MV Taipan in the Indian Ocean. A few hours later, Dutch marines boarded the container vessel, arresting ten pirates who in the end faced trial in a German court.

While the role of the Dutch boarding team had been higlighted in news reports (undoubtedly because the Dutch released video footage of the boarding rather soon; see below), the role of a German Maritime Reconnaissance and Patrol Aircraft (MRPA) Orion P-3C, call sign Jester, was rarely acknowledged. Four years after the hijacking, the German Navy has released video footage taken from the aircraft: weiterlesen

Die Kaperung der ‘Taipan’ 2010: Jesters Video

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Fast genau vier Jahre ist es her, dass somalische Piraten das deutsche Containerschiff Taipan angriffen und in ihre Gewalt brachten. Nur für ein paar Stunden an jenem Ostermontag, 5. April 2010 – dann stürmten Soldaten der niederländischen Fregatte Tromp das Schiff und nahmen zehn Piraten fest. Sie wurden im Oktober 2012 nach einem langwierigen Prozess vom Landgericht Hamburg zu Haftstrafen verurteilt.

Die Rolle der Niederländer bei der Befreiung der Taipan wurde immer wieder geschildert – vielleicht auch deshalb, weil die niederländische Marine sehr bald nach diesem Einsatz ein Video der Aktion veröffentlichte (siehe unten). Die Rolle der Deutschen Marine blieb dagegen in der öffentlichen Wahrnehmung immer im Hintergrund, obwohl ein Seefernaufklärer vom Typ Orion P-3C aus Nordholz, Funkrufname Jester, bei der Aktion eine entscheidende Rolle spielte: Die Besatzung des Flugzeugs beobachtete (und meldete) nicht nur den Piratenangriff in Echtzeit, sondern blieb bis zur Befreiungsaktion on station und lieferte so dem niederländischen Boardingteam wertvolle Informationen.

Das Videomaterial dieses Angriffs hat die Deutsche Marine nun, vier Jahre später, in einer nicht eingestuften Fassung veröffentlicht: weiterlesen

Fehlalarm: Angeblich gekapertes Schiff wurde von Sicherheitskräften Eritreas gestoppt

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Update Sonntag (19. Januar): Ein angeblich von Piraten gekapertes Schiff im Roten Meer wurde von Sicherheitskräften Eritreas gestoppt. Die NATO hatte am Samstag gemeldet, der Frachter Marzooqah sei von Seeräubern gestoppt und übernommen worden. Inzwischen scheint klar, dass das Schiff aus noch unbekannten Gründen in den Gewässern Eritreas von Sicherheitskräften des Landes festgesetzt wurde, wie Reuters berichtet:

Eritrean forces have boarded a merchant vessel that was in their territorial waters in an incident the crew initially reported as a pirate attack, maritime officials said on Sunday.
It was not immediately clear why the forces boarded the ship, the MV Marzooqah, and it was not immediately possible to contact authorities in Eritrea, one of Africa’s most isolated nations.
The container vessel had sent out a distress signal late on Saturday indicating that they were coming under attack by pirates.

Damit ist klar, dass es weiterhin in diesem Jahr keinen erfolgreichen Angriff von Piraten aus Somalia gab.

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