‘In Berlin werden wir wie eine Mätresse behandelt’ – KMW-Chef über Kooperation mit Nexter

Interessantes Interview mit dem Chef des deutschen Panzerherstellers Krauss-Maffei Wegmann, Frank Haun, zu dem geplanten Zusammengehen mit der französischen Firma Nexter. Mit einem Schuss Bitterkeit in Richtung deutscher Politik:

In Berlin werden wir wie die Mätresse der Politik behandelt: Jeder braucht, was wir zu bieten haben, aber niemand möchte mit uns in der Öffentlichkeit gesehen werden, und einige wünschen uns sogar den Tod, ohne dass man sie dafür verantwortlich machen kann. Paris hat eine entspannte Haltung zu Mätressen wie uns – wir würden dort mit offenen Armen empfangen.

Das gesamte Interview von Defense News hier.

(Foto: Kampfpanzer Leopard 2, links, und Panzerhaubitze 2000 bei der Informationslehrübung 2010 in Munster)

Merkel: “Wir brauchen keine neuen finanziellen Mittel” für die Bundeswehr

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Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht keine Notwendigkeit, den Verteidigungshaushalt zu erhöhen – und baut darauf, dass das Ende der ISAF-Mission in Afghanistan der Bundeswehr neue Freiräume und damit Handlungsmöglichkeiten schafft. Aus einem Interview des Inforadios des Rundfunks Berlin-Brandenburg mit der Kollegin Angela Ulrich am (heutigen) Dienstag:

Ulrich: “Sie haben den NATO-Gipfel angesprochen, da haben Sie auch eine schnelle Eingreiftruppe beschlossen. Das wird Geld kosten. Braucht Ursula von der Leyen jetzt mehr Geld im Verteidigungsetat, weil eben Deutschland auch mehr in Krisen gefragt ist?”
Merkel: “In diesem Zusammenhang brauchen wir jetzt keine neuen finanziellen Mittel, das können wir auch aus dem heraus machen, was die Bundeswehr an Möglichkeiten hat. weiterlesen

Schlagkräftigere NATO nach dem Gipfel? Ergebnisse im Februar

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Nach den Beschlüssen des NATO-Gipfels in der vergangenen Woche zu einer schnelleren Einsatzbereitschaft von Truppen der Allianz ist natürlich die Frage interessant, wie schnell das alles umgesetzt wird. Und wie rasch es die neue Speerspitze, die Very High Readiness Joint Task Force als Teil der NATO Response Force geben wird.

Die Antwort: Voraussichtlich im Februar kommenden Jahres. Jetzt soll erst mal ausgeplant und mit der Umsetzung angefangen werden. Im Februar 2015 werden dann die Ergebnisse einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister präsentiert. Die Aussagen dazu aus der Bundespressekonferenz am (heutigen) Montag, von Regierungssprecher Steffen Seibert und Jens Flosdorff, dem Sprecher des Verteidigungsministeriums:

 

 

(Übrigens: die Niederlande haben bereits eine Kompanie für die neue schnelle Eingreiftruppe zugesagt.)

(Archivbild Oktober 2013: Polnische Ehrengarde bei der Übung Steadfast Jazz der NATO Response Force – U.S. Army photo by Sgt. A.M. LaVey/173 ABN PAO)

 

U-Boote für Israel: Die ‘Tanin’ ist auf dem Weg (Videos)

In den vergangenen Tagen hat das U-Boot Tanin der israelischen Marine, gebaut in Deutschland, seinen Weg nach Israel angetreten. Das vierte deutsche U-Boot für Israel ist eines des modernsten nicht-nukleargetriebenen U-Boote mit Brennstoffzelle und war am 30. Juni offiziell von der Kieler HDW-Werft übergeben worden.

Zur Dokumentation und fürs Archiv die offiziellen Videos zur Übergabe: weiterlesen

Von der Leyen: Beratungen über Verteidigungshaushalt “mit Maß”

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Nach den Beschlüssen des NATO-Gipfels in Wales in der vergangenen Woche stellt sich für Deutschland die Frage, ob mögliche zusätzliche Aufgaben der und Erwartungen an die Bundeswehr nur mit einem höheren Wehretat gestemmt werden können. In ihrem (so weit ich gesehen habe) ersten Interview nach dem Gipfel hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen dazu im ARD-Bericht aus Berlin Stellung genommen. Eine Anhebung auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts sei nicht erwartbar, es komme auf einen Verteidigungshaushalt nach Maß an – einschließlich einer gewissen Erhöhung, obwohl der ausgeglichene Bundeshaushalt oberstes Ziel bleibe.

Die Aussagen der Ministerin dazu zum Nachlesen:

Frage: Wie soll das alles funktionieren: Schnelle Eingreiftruppe, mehr militärische Präsenz in Osteuropa, all die anderen internationalen Krisen, wo ja auch Deutschland immer wieder gefragt wird. Da sagen viele: Die Bundeswehr kann das gar nicht leisten, die Bundeswehr ist da gar nicht entsprechend ausgerüstet.

Antwort: Doch, die Bundeswehr ist gut aufgestellt. Sie ist einsatzbereit. Sie ist auch fähig, Landes- und Bündnisverteidigung wahrzunehmen. Gerade wenn wir in dem Beitrag gesehen haben: 1,3 Prozent des Bruttosozialprodukts investieren wir in Verteidigungsausgaben. Wir sind eine große, ökonomisch starke Nation, d.h. man muss immer fragen auch: Wieviel Prozent von was. weiterlesen

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