Dokumentation: Bundeswehr-Interview mit Merkel

In diesen Wochen kurz vor der Bundestagswahl ist die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel eine gefragte Interviewpartnerin. Auch die Bundeswehr-Wochenzeitung Bundeswehr aktuell hat die Kanzlerin interviewt. Zur Dokumentation stelle ich das Interview hier ein, nach Angaben der Redaktion* wurde es schriftlich geführt – deshalb gibt es zu den Aussagen der Kanzlerin auch keine Nachfragen.

(Die Fragen sind kursiv, die Antworten Merkels in normaler Schrift):

Welche persönlichen Erfah­rungen haben Sie im Kontakt mit den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr bislang gemacht?

Es ist mir sehr wichtig, mit den Soldatinnen und Soldaten, aber auch zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sprechen. Aus den vergangenen Monaten sind mir Besuche bei Marine und Luftwaffe in bester Erinnerung. Besonders beeindrucken mich aber auch die Begegnungen im Ausland, wenn ich Bundeswehr-Angehörige bei ihren Einsätzen treffen und sprechen kann. Ich bin tief beeindruckt von dem, was da geleistet wird. Besonders wichtig sind mir auch die jährlichen Treffen mit Angehörigen von Einsatzkräften der Bundeswehr und der Polizei. Es ist großartig, mit wie viel Motivation und Leidenschaft, aber auch hoher Professionalität der oft schwierige Dienst geleistet wird. weiterlesen

Tod eines Offizieranwärters: Erstes Obduktionsergebnis & neue Einzelheiten

Nach dem Tod eines Offizieranwärters in Munster, der nach einem Marsch am 19. Juli zusammengebrochen war, gibt es ein erstes Obduktionsergebnis: Todesursache war letztlich eine Blutvergiftung (Sepsis), was allerdings die Frage offen lässt, was die Ursache für den Zusammenbruch und diese Blutvergiftung war. Darüber hinaus wurden am (heutigen) Donnerstag weitere Einzelheiten der Vorgänge im Juli bekannt – unter anderem, dass die Offizieranwärter köperlich stärker beansprucht wurden als bisher bekannt. Dabei ging es anscheinend auch um Strafmaßnahmen. weiterlesen

Bundeswehr-Tradition: Von Waterloo bis Isa Khel

Verteidigungsministerium und Bundeswehr haben am (heutigen) Donnerstag die Reihe der geplanten Workshops zur Überarbeitung des Traditionserlasses für die Streitkräfte begonnen. Dabei spannte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen einen weiten Rahmen von den Befreiungskriegen gegen Napoleon bis zum Einsatz in Afghanistan als traditionsstiftende Linien für die Bundeswehr. Am gleichen Tag wurden Vorwürfe gegen das Kommando Spezialkräfte (KSK) des Deutschen Heeres bekannt: Bei einer internen Feier sollen Kommandosoldaten Musik rechtsextremistischer Gruppen abgespielt und den Hitlergruß gezeigt haben.

Aus der Eröffnungsrede von der Leyens beim Workshop an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg:

Wenn Tradition Halt und Orientierung für die militärischen Aufgaben von heute und morgen geben soll, dann muss sie zugleich einen klaren Bezug zur erlebten und möglichen Einsatzrealität der Streitkräfte haben, einschließlich des Einsatzes im Kampf – und zu den soldatischen Pflichten:wie Tapferkeit, Kameradschaft, Wahrhaftigkeit, Fürsorge. Denn wir brauchen Vorbilder für die Herausforderungen von heute und morgen. weiterlesen

Abschlussbericht zu Hitzschlag-Kollaps von Offizieranwärtern bis Ende August

Für die Ursache des Zusammenbruchs von vier Offizieranwärtern bei einem Marsch in Munster, nach dem ein Soldat starb, gibt es nach Angaben von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen weiterhin keine heiße Spur. Die Ministerin bestätigte zwar, dass alle vier kollabierten Soldaten einen Hitzschlag erlitten haben. Gemeinsame Ursachen dafür seien aber noch nicht ermittelt worden, sagte die Ministerin am Rande eines Besuchs bei der Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf.

Bislang gibt es auch kein Ergebnis der Obduktion des gestorbenen Soldaten. Von der Leyen kündigte allerdings an, dass bis Ende August, also in zwei Wochen, ein Abschlussbericht zu dem Vorfall am 19. Juli vorliegen solle, der dann dem Bundestag zugehen werde.

Der O-Ton der Ministerin aus dem vom BMVg veröffentlichen Audio:

 

vdL_OA-Vorfall_Munster_16aug2017     

 

(Ich hatte das zunächst als Nachtrag in den vorgangangenen Eintrag zu diesem Thema gesetzt; als Merkposten für den genannten Termin aber noch mal gesondert.)

(Archivbild 2011: Abschluss der Grundausbildung beim Panzergrenadierbataillon 371 in Marienberg – Bundeswehr/Sebastian Wilke)

Militärische Personalstärke der Bundeswehr: Leichte Steigerung im Juli

Mit dem Beginn des zweiten Halbjahres 2017 hat sich die militärische Stärke der Bundeswehr leicht erhöht – und die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten lag Ende Juli knapp unter den – vorerst – angestrebten 170.000. Insgesamt hatten die deutschen Streitkräfte zum Ende des vergangenen Monats 178.823 aktive Soldatinnen und Soldaten, fast 1.000 mehr als im Juni. Die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten stieg von 168.446 auf 169.856, während die Zahl der Freiwillig Wehrdienst Leistenden (FWDL) von 9.454 im Juni auf 8.967 im vergangenen Monat fiel.

Das Verteidigungsministerium wertete die neuen Zahlen als Beleg dafür, dass die Trendwende Personal greife. So gebe es inzwischen mehr als 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten (mehr dazu unten).

Die Statistik, die die Bundeswehr am (heutigen) Dienstag – wie üblich unter dem immer gleichen Link – veröffentlichte:

178.823 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt: weiterlesen

weiter »