Alter Schwede! So geht Battlegroup-Kommunikation

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Die Öffentlichkeitsarbeit der Schweden für die Nordic Battlegroup der Europäischen Union im kommenden Jahr hatte ich hier schon mal lobend geschildert. Jetzt gehen sie noch einen Schritt weiter und veröffentlichen mal eben etwas detaillierter ihre Planungen, inklusive Kästchenkunde für die vorgesehenen Anteile der verschiedenen nordischen Länder an der EUBG15 – siehe order of battle in der Grafik oben.

Alter Schwede. Hierzulande scheint es ja so, dass jemand, der etwas detailliertere Planungen über vorgesehene deutsche Kräfte für eine EU-Battlegroup (oder die NATO Response Force) öffentlich mitteilt, schon fast vor dem Kriegsgericht steht mit dienstlichen Konsequenzen rechnen muss. Auf die öffentliche Kästchengrafik zum deutschen Anteil an der EU-Battlegroup im zweiten Halbjahr 2014 warte ich noch… Aber wahrscheinlich haben diese Skandinavier einfach keine Ahnung, was alles unter Verschluss gehalten werden muss.

Die ganze Powerpoint-Präsentation kann hier angeschaut werden.

(Grafik: www.forsvarsmakten.se)

Keiner mag die EU-Battlegroups? Die Schweden schon.

eubg15_instagram

Die EU-Battlegroups werden ja von den meisten europäischen Ländern nicht so wirklich geliebt. Eingesetzt wurden diese schnell bereitstehenden Einheiten noch nie, und wenn mal jemand wie der schwedische Außenminister Carl Bildt fordert, eine Battlegroup zum Beispiel in den Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik zu schicken (mit dem sich die EU ein bisschen schwer tut), lehnt Deutschland schnell ab. Vielleicht auch, weil für die belgisch geführten EU-Battlegroup im zweiten Halbjahr 2014 auch deutsche Hubschrauber, Feldjäger und Sanitäter gemeldet sind. Was wiederum in Deutschland nicht so richtig offensiv kommuniziert wird – da muss man ja die offiziellen Sprecher fast bedrängen, ehe sie rausrücken, wann die Bundeswehr in so einer Einheit dabei ist…

Da sind doch die Schweden ganz anders drauf. Ohnehin recht offensiv in ihrer Kommunikation, haben sie schon mal angefangen, für die  2015 bereit stehende Nordische Battlegroup die Werberommel zu rühren. weiterlesen

RC N Watch: Schweden verlegen Blackhawk-Helicopter für MedEvac nach Afghanistan

Schweden hat damit begonnen, die ersten Blackhawk-Hubschrauber für die Verwundetenrettung in den Norden Afghanistans zu verlegen. Zwei der Maschinen vom Typ UH-60M in der MedEvac-Ausführung seien bereits ins Camp Marmal bei Masar-i-Scharif geflogen worden, berichten Helikopter-Fachdienste. Die schwedischen Maschinen werden gebraucht – weil die USA in absehbarer Zeit die Zahl ihrer MedEvac-Hubschrauber in Nordafghanistan reduzieren werden.

Die Blackhawks des nordischen Königreichs sollen zum 1. April einsatzbereit sein. weiterlesen

Kampfjets, Journalismus und PR

Die Schweiz hat sich vor einigen Tagen für den schwedischen Gripen als neuen Kampfjet für ihre Streitkräfte entschieden, gegen die französische Rafale und gegen den – allerdings auch deutlich teureren – Eurofighter. Wie es zu der Entscheidung kam, beschreibt die taz hier.

Allerdings liegen die Kollegen mit ihrer Aussage Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat sich etwas einfallen lassen, um in Schweizer Tageszeitungen für sein Kampfflugzeug Gripen zu werben ein bisschen falsch, wenn sie das nur auf bezahlte Anzeigen beziehen. Bei den Journalisten in der Alpenrepublik gibt es seit ein paar Tagen eine gewisse Diskussion über eine offensichtlich recht enge Verzahnung von Journalismus und PR für den schwedischen Jet. Ausgelöst durch diesen Beitrag auf medienspiegel.ch: Wie ich Werbung für den Gripen machte

(Bestimmt kein Einzelfall. Aber als Beispiel sehr schön zu lesen.)

RC N Watch: Blackhawk-Hubschrauber für die Schweden

Trotz des teilweisen Abzuges von US-Truppen aus Afghanistan werden, so scheint es derzeit sicher, wichtige Unterstützungskräfte der Amerikaner vorerst im Norden Afghanistans bleiben. Vor allem die 15 MedEvac-Rettungshubschrauber, ohne die die Operationen der Verbündeten, nicht zuletzt Deutschlands, im Bereich des Regionalkommandos Nord massiv eingeschränkt werden müssten.

Aber noch weiß niemand, ob die USA diese Helikopter – neben MedEvac auch Transport- und Kampfhubschrauber – nicht doch im kommenden Jahr abziehen. Da trifft es sich doch gut, wenn andere große Verbündete die Lücke schließen. In diesem Fall die Schweden: Die haben 15 Blackhawk-Hubschrauber bestellt, die bis Herbst kommenden Jahres geliefert werden sollen. Und es ist ausdrücklich von einem Einsatz in Afghanistan die Rede, ausdrücklich auch von MedEvac, im Jahr 2013. (Hier die Originalmitteilung vom Hersteller Sikorsky – da wird präzisiert, dass im Frühjahr 2013 drei Blackhawk in Afghanistan im Einsatz sein sollen.)

Das ist ungefähr zeitgleich mit der geplanten Stationierung von zwei deutschen NH90 als Rettungshubschrauber am Hindukusch.

UH-60 Black Hawk Hubschrauber in Shindand (Foto: ISAFmedia via flickr unter CC-Lizenz)

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