Kriegserklärung via Twitter? Die Israelis waren nicht die ersten

https://twitter.com/MajorEChirchir/status/131394603067777024 Meine Journalistenkollegen schreiben derzeit in allen Medien (und vermutlich voneinander ab?), dass die Tweets der israelischen Armee zu den Aktionen im Gaza-Streifen die erste Kriegserklärung, oder, wahlweise, die erste Ankündigung militärischer Aktionen via Twitter gewesen seien. Kollegen: Das stimmt nicht. Die vermutlich ersten waren die Kenianer beim Einmarsch in Somalia im November vergangenen Jahres. Siehe den Tweet oben und hier.

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Feuer auf europäische Kriegsschiffe vor Somalia? Nicht so schnell…

Ehe sich das festsetzt, schnell ein Hinweis: Bei n-tv (und vermutlich bald auch bei anderen) sehe ich eine (Agentur?)Story, dass von der somalischen Küste aus angeblich Kriegsschiffe der EU-Antipirateriemission Atalanta beschossen wurden. Auch wenn es nach etwas unseriösen Überschrift Miliz beschiesst Atalanta-Schiffe dann etwas vorsichtiger heißt, es sei unklar, auf welche Schiffe gefeuert wurde… Nun, da hilft ein Blick auf Medien, die eine Originalquelle fragen: Kenyan military spokesman Cyrus Oguna told VOA the warships opened fire after being attacked by[…]

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Noch ein Piraten-Prozess in Hamburg?

Seit fast einem Jahr läuft vor dem Hamburger Landgericht der Prozess gegen mutmaßliche Piraten aus Somalia, die den deutschen Frachter Taipan gekapert hatten – und jetzt könnte ein weiteres Verfahren hinzukommen. Nach einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks prüft die Hamburger Justiz, ob sie ein Verfahren gegen die mutmaßlichen Seeräuber eröffnet, die 2009 den Frachter Courier entführt hatten – und die neun Somalier aus Kenia nach Hamburg holt. Hintergrund ist die Entscheidung des Kölner Verwaltungsgerichts in der vergangenen Woche: Die Richter[…]

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Keine Piraten mehr nach Kenia, jedenfalls auf dem Rechtsweg

Was war die Europäische Union froh, als dieses Abkommen endlich ausgehandelt war. Im März 2009 akzeptierte Kenia, nicht zuletzt aufgrund diskreten Drucks des damaligen deutschen Botschafters Walter Lindner, ein Abkommen mit der EU: Piraten aus Somalia, die von Kriegsschiffen der EU-Antipirateriemission Atalanta festgesetzt worden waren, konnten an den ostafrikanischen Staat übergeben werden. Der sollte sie dann vor Gericht stellen – was in etlichen Fällen auch passierte. Die Deutschen waren auch die ersten, die von diesem Abkommen Gebrauch machten: Nachdem die[…]

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Von Eseln und Bomben

Von Major Emmanuel Chirchir, dem Sprecher der Streitkräfte Kenias, und seinen Warnungen vor Bombenangriffen im Nachbarland Somalia via Twitter hatte ich gestern schon kurz berichtet. (Als Nachtrag dazu: Die islamistische al-Shabaab-Miliz, so berichtet der SomaliaReport, hindere gerade nach diesen Warnungen die Bevölkerung an der Flucht. Um sie praktisch als lebende Schutzschilde zu benutzen. Unterdessen veröffentlichte Kenias Militär ein Video, dass angeblich ein versenktes Skiff der Islamisten zeigt.) Natürlich verfolge ich weiterhin, was der Major so twittert (und in der Tat,[…]

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Statt Sirenenalarm: Angriffswarnung via Twitter

Der Krieg, den Kenia gegen die islamistischen Milizen im Nachbarland Somalia führt, wird zwar in Europa kaum zur Kenntnis genommen (oder höchstens dann, wenn der Verdacht besteht, dass ein Flüchtlingslager unter Beschuss geraten ist). Auffallen dürfte aber auch hier, was ausgerechnet in Ostafrika, mit Kriegshandlungen in einem der ärmsten Staaten der Welt, ein Mittel zur Ankündigung von Luftangriffen ist: Der Kurznachrichtendienst Twitter. Major Emmanuel Chirchir, der Sprecher des kenianischen Militärs, sandte am 1. November folgende Warnung: Natürlich ist klar, dass[…]

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Sonstige Nachrichten: Afrika – Fortsetzung

Das nimmt jetzt Fahrt auf: Nach der Entführung von zwei spanischen Mitarbeiterinnen der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und den vorangegangenen Entführungen von Touristen aus Kenia geht jetzt offensichtlich die kenianische Armee gewaltsam gegen Kriminelle und/oder Milizen in Somalia vor. Eine neue Facette in dem scheinbart endlosen Konflikt in und um das Bürgerkriegsland am Horn von Afrika. (Interessant dabeI: die kenianische Regierung macht offensichtlich nicht kriminelle Banden, sondern in erster Linie die islamistische Al-Shabab-Miliz für die Entführungen verantwortlich.)   (Randbemerkung: Wer[…]

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Somalias Piraten kehren zurück an Land

Es klingt wie eine bittere Ironie. Die Piraten, die die Gewässer am Horn von Afrika bis weit in den Indischen Ozean hinein unsicher machen, haben auch an Land zugeschlagen: Inzwischen scheint sicher, dass kriminelle Banden, die mit den Seeräubern zusammenhängen, ein britisches Ehepaar in einer Touristenanlage in Kenia überfallen, den Mann getötet und die Frau entführt haben. Officials: English tourist kidnapped by Somali pirates, heißt es bei CNN. (Entsprechende Gerüchte hatte es in den vergangenen Tagen immer wieder gegeben, allerdings[…]

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Das Traumschiff liegt sicher in Mombasa

Für die optisch ausgerichteten Leser: Das Traumschiff, jetzt Spirit of Adventure, hat einen Piratenüberfall vor Sansibar überstanden und liegt jetzt in Mombasa, wie der kenianische Sender NTV Kenya berichtet: Und diese Karte von Arun Ganesh, National Institute of Design Bangalore in Indien, wollte ich auch endlich mal zeigen. Sehr schön sind da die Jahresringe der Ausweitung der Piraterie am Horn von Afrika zu sehen. http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Somalian_Piracy_Threat_Map_2010.png

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