Piraterie: Wo die EU und die Ukraine zusammenarbeiten

Hetman Sahaidachnyi ship side view

Die politischen Beziehungen zwischen der Ukraine und der Europäischen Union sind, sagen wir es mal vorsichtig, derzeit nicht ganz spannungsfrei. Um so interessanter ist, dass die Ukraine – wie bereits im vergangenen Jahr angekündigt – ihr Flaggschiff Hetman Sahaydachniy (Foto oben) planmäßig der  EU-Antipirateriemission Atalanta am Horn von Afrika unterstellt hat. Die Fregatte war in den vergangenen Monaten bereits in die Mission Ocean Shield der NATO mit dem gleichen Auftrag integriert. Am 3. Januar erfolgte der Wechsel zu Atalanta, bestätigte das Kommando der EU Naval Forces (EUNAVFOR) am (heutigen) Montag Augen geradeaus!.

Nach Angaben des Außenministeriums in Kiew soll die Fregatte bis zum 5. März die EU-Mission verstärken.

Die internationalen Seestreitkräfte sind am Horn von Afrika, vor der Küste Somalias, weiterhin massiv präsent; die Bedrohung durch Piraten aus Somalia hat dagegen in den vergangenen zwölf Monaten deutlich abgenommen. Nach den Daten des International Maritime Bureau wurden 2013 in der Region zwei kleinere Schiffe – ein Fischtrawler und eine Dhau – gekapert, keines der größeren Handelsschiffe – kein Vergleich mehr mit den Jahren zuvor. Die Deutsche Marine beteiligt sich derzeit mit der Fregatte Hessen und einem Orion P-3C-Seefernaufklärer an dem Einsatz.

(Foto: Stanislavovich via Wikimedia Commons unter CC-BY-SA-Lizenz)

Antipiraterie-Missionen vor Somalia unter neuer Führung. Und die Serben bei der EU mit im Boot

Der Einsatz internationaler Marineschiffe vor Somalia macht derzeit kaum Schlagzeilen – weil die Aktionen von Piraten am Horn von Afrika weiterhin sehr gering sind. Trotzdem sind natürlich unverändert Kriegsschiffe und Seeleute aus etlichen Nationen anden verschiedenen Antipirateriemissionen beteiligt, unter anderem seit Anfang Dezember die deutsche Fregatte Hessen. Deshalb ein kurzer Überblick:

Sowohl die EU-Mission Atalanta (CTF465) als auch die NATO-Mission Ocean Shield (CTF508) stehen seit diesem Wochenende unter neuem Kommando.

• Bei Atalanta übernahm Frankreich die Leitung des Einsatzes vor Ort von den Niederlanden (die aber, wie auch schon in der Vergangenheit, parallel in der NATO-Mission engagiert bleiben). An der EU-Mission beteiligen sich neben Frankreich mit dem LPD Siroco als Flaggschiff und der Hessen die Italiener mit der Fregatte Libeccio und die Spanier mit dem Hochsee-Patrouillenboot Tornado. weiterlesen

Piraterie vor Somalia: Follow the money

Mit der Entführung von gekaperten Handelsschiffen haben Piraten vor Somalia von 2005 bis 2012 um die 400 Millionen US-Dollar Lösegeld eingenommen – während die Weltwirtschaft durch Piraterie einen Schaden von jährlich 18 Milliarden US-Dollar durch zusätzliche Kosten zum Schutz vor den Seeräubern hinnehmen musste. Zu diesem Ergebnis kommt die Weltbank in dem aktuellen Bericht Pirate Trails, der zusammen mit der UN-Organisation für Drogen und organisierte Kriminalität (UNDOC) und Interpol erstellt wurde. Die gravierendsten Auswirkungen hatte (hat?) die Piraterie allerdings auf die Länder der Region, wo die Erlöse aus den Kaperungen für andere Formen der organisierten Kriminalität genutzt wurden – und nicht zuletzt für den (in etlichen Ländern legalen) Handel mit der Rauschdroge Khat. weiterlesen

Weniger Piratenangriffe vor Somalia – aber kein Grund zur Entspannung

Die Meldungen der vergangenen Monate zeigten den Trend, und die aktuellen Berichte bestätigen es: Am Horn von Afrika, vor der Küste Somalias, sind die Angriffe und damit auch die Erfolge der Piraten drastisch zurückgegangen. Von den 66 Piraterie-Vorfällen weltweit gingen im ersten Quartal dieses Jahres gerade mal fünf auf das Konto der Seeräuber aus Somalia, meldet das Piracy Reporting Centre in Kuala Lumpur am (heutigen) Montag in seinem regelmäßigen Quartalsbericht. Also Grund zur Freude, gar zur Entwarnung, und ein Anreiz, die (teure) Stationierung von Kriegsschiffen in der Region doch bitte herunterzufahren?

Nicht ganz, warnen die professionellen Piraten-Beobachter: weiterlesen

(Relative) Ruhe vor Mogadischu

Blick auf Mogadischu vom WFP-Frachter Caroline Scan (Foto: Bundeswehr)

Die Aktivitäten der Piraten vor der Küste Somalias, im Golf von Aden, in der Arabischen See und im Somali-Becken haben trotz des Abflauen des Monsuns nicht wieder zugenommen – eine im Vergleich zu den Vorjahren erstaunliche Entwicklung, und noch weiß niemand, ob sie von Dauer ist. Den vermutlich größten Anteil daran, das räumt auch die EU-Antipirateriemission Atalanta ein, dürfte die zunehmende Einschiffung (privater) bewaffneter Sicherheitsteams auf Handelsschiffen haben. Außerdem natürlich die anhaltende Präsenz internationaler Seestreitkräfte und die so genannten Best Management Practices, also die passiven Schutzmaßnahmen an Bord der Frachter und Tanker – da an erster Stelle die so genannte Zitadelle, der gesicherte Schutzraum, in den sich die Besatzung eines gekaperten Schiffes zurückziehen kann.

Der Rückgang hat auch dazu geführt, dass das deutsche Autonomous Vessel Protection Detachment (AVPD), das bewaffnete Schutzteam der Bundeswehr, seine bisherigen Touren auf dem Frachter Caroline Scan ohne Zwischenfälle absolviert hat. Das Schiff transportiert Lebensmittelhilfe des Welternährungsprogramms nach Somalia, und diese Touren führen den Frachter und damit auch das Bundeswehr-Team bis nach Mogadischu (siehe Foto oben). Seit Mitte Oktober sind die Schutzkräfte unterwegs, und zwar autonom, das heißt ohne ein Kriegsschiff in der Nähe – deshalb wurden die bewaffneten Kräfte auch um eine medizinische Notversorgung bis hin zu einem Behelfslazarett ergänzt.

Allerdings, und das wird angesichts der fast nicht mehr vorkommenden Meldungen über die somalischen Piraten meist vergessen: Selbst wenn die Seeräuber morgen ihre Aktivitäten vor der Küste und auf hoher See einstellen würden, viele Probleme bleiben: weiterlesen

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