Heeresinspekteur rechnet mit zehn Jahren Aufbauarbeit

Allied Forces take part in Armed Forces and Public Unity Day in Lithuania

Angesichts der weltpolitischen Lage will das Deutsche Heer die Landes- und Bündnisverteidigung wieder in den Mittelpunkt seiner Fähigkeiten stellen – erwartet aber erst in einem Jahrzehnt, dass das nötige Gerät dafür auch vorhanden ist. Es dauere bestimmt zehn Jahre, um auf einen Stand zu kommen, der unserem Bedarf entspricht, sagte Heeresinspekteur Jörg Vollmer bei einem Gespräch mit Journalisten am (gestrigen) Donnerstagabend. Der Generalleutnant kündigte zugleich an, dass das Heer sich darauf einstelle, bei der geplanten rotierenden Bereitstellung eines Bataillons zur Unterstützung des NATO-Partners Litauen bis zur Hälfte der insgesamt 1.200 Soldaten zu entsenden. weiterlesen

Kasdorf rechnet ab

Zwei Monate vor seinem Ruhestand hat Heeresinspekteur Bruno Kasdorf in einem Interview der Süddeutschen Zeitung , nun ja, abgerechnet. Zwar betonte der Generalleutnant, beim Personal steht das Heer ausgezeichnet da. Doch beim Material sehe es doch deutlich anders aus.

Das Interview ist – bislang – nicht online, sondern nur in der Ausgabe vom 21. Mai zu lesen (jetzt schon elektronisch und am Donnerstag gedruckt). Deshalb hier ein paar Kernaussagen:

• Angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage im Osten und den damit verbundenen veränderten Anforderungen an das Heer stellen wir nun fest, dass beim Material eine punktuelle Ausstattung nicht mehr ausreicht, dass wir bei der Modernisierung deutlich hinterher laufen und auch bei unseren Munitionsvorräten unbedingt zulegen müssen. weiterlesen

„Bis heute ist die Personallage gut“

Es war schon klar, dass Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker die Meldung über den Brandbrief von Heeresinspekteur Werner Freers, der Truppe gehe der Nachwuchs aus, so nicht stehen lassen durfte. Also hat der GI auch am Samstagnachmittag reagiert.

Dabei fällt auf, wie der GI (beziehungsweise sein Sprecher im Presse-Info-Stab des Ministeriums) den Brief ein wenig, sagen wir mal, herunterzuspielen versuchen: Der Inspekteur des Heeres hat in seinem Brief an den Generalinspekteur lediglich auf mögliche Folgen hingewiesen, falls es nicht gelingt, genügend Nachwuchs zu werben – Hervorhebung im Original. Und auffällig ist auch der letzte Absatz: Die geplanten Verpflichtungsprämien und der höhere Wehrsold sollen möglicherweise bereits gezahlt werden, ehe sie im Wehrrechtsänderungsgesetz vom Bundestag beschlossen werden. Ich würde mal sagen: die Hütte brennt.

Die Erklärung des GI-Sprechers im Wortlaut:

Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat bereits mehrfach öffentlich die strategische Bedeutung der Nachwuchsgewinnung für die Bundeswehr betont.
Der Inspekteur des Heeres hat in seinem Brief an den Generalinspekteur lediglich auf mögliche Folgen hingewiesen, falls es nicht gelingt, genügend Nachwuchs zu werben. Auf dieses Ziel richten sich die Vorschläge des Insp des Heeres und eine Vielzahl weiterer derzeitig entwickelter Maßnahmen zur Verbesserung der Attraktivität des Dienstes in den Streitkräften. Diese Maßnahmen sind Teil der vom Verteidigungsminister eingeleiteten Reform zu einer noch einsatzorientierteren Bundeswehr der Zukunft.
Bis heute ist die Personallage in allen Bereichen gut – auch bei den Mannschaften im Heer. weiterlesen