Kasdorf rechnet ab

Zwei Monate vor seinem Ruhestand hat Heeresinspekteur Bruno Kasdorf in einem Interview der Süddeutschen Zeitung , nun ja, abgerechnet. Zwar betonte der Generalleutnant, beim Personal steht das Heer ausgezeichnet da. Doch beim Material sehe es doch deutlich anders aus.

Das Interview ist – bislang – nicht online, sondern nur in der Ausgabe vom 21. Mai zu lesen (jetzt schon elektronisch und am Donnerstag gedruckt). Deshalb hier ein paar Kernaussagen:

• Angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage im Osten und den damit verbundenen veränderten Anforderungen an das Heer stellen wir nun fest, dass beim Material eine punktuelle Ausstattung nicht mehr ausreicht, dass wir bei der Modernisierung deutlich hinterher laufen und auch bei unseren Munitionsvorräten unbedingt zulegen müssen.

• Die Finanzausstattung ist heute nicht einmal im Ansatz ausreichend.

• Das Fehl zieht sich von den kleinen Ausrüstungsgegenständen wie einer zu geringen Anzahl an bestimmten Schutzwesten über stabilisierte, nachtsichtfähige Ferngläser, die Ausstattung unserer Infanteristen mit einer modernen Gefechtsausrüstung bis hin zu geschützten und ungeschützten Fahrzeugen und den dazugehörigen Anbaugeräten.

Es gäbe noch weitere Klagen des Inspekteurs, die hier hingehörten – von den Problemen mit der 80-Prozent-Ausstattung bei Großgerät bis zu durchhaltefähigen Munitionsvorräten in der derzeitigen sicherheitspolitischen Lage. Die SZ mag allerdings nicht, wenn man mehr als drei Sätze zitiert, deshalb muss hier erst mal Schluss sein – vielleicht lässt es sich später ja doch noch online nachlesen.

Auf jeden Fall relativiert das Kasdorfs wiederholte Aussage vom Weltklasseheer. Obwohl er das vermutlich in erster Linie aufs Personal bezogen wissen will. Das Material kann er nach diesen Worten nicht meinen – wobei das nicht wirklich eine Überraschung ist.

Nachtrag: Inzwischen ist zwar nicht das Interview im Wortlaut, aber eine umfangreiche Zusammenfassung online frei nachzulesen: „Der Investitionsbedarf ist riesig“

(Üblicherweise werden hier deutsche Verlagswebseiten nicht verlinkt; in diesem Fall ist eine Ausnahme gerechtfertigt.)

(Foto: Kasdorf am 10. März 2015 beim Panzergrenadierbataillon 371 in Marienberg)

100 Gedanken zu „Kasdorf rechnet ab

  1. Früher gab es die Institution des immediatvortrags (direkte Vorsprache) – ggf. auch ohne Anwesenheit des Vorgesetzten (hier wäre das z.B.: Insp TSK ohne GI).

  2. Hallo Hr. Klabautermann,
    @klabautermann | 21. Mai 2015 – 11:55

    Durchaus möglich, hatte zweimal das Vergnügen dort unten Ausbildung und Sicherheit
    zu produzieren.
    @all
    alles kommentierte kann ich mehr oder weniger mittragen, aber auch wenn siebzig Jahre nur ein Wimpernschlag im Zeitgefüge des Universums sind, ist es an der Zeit Loyalität und Gehorsam in den m. M. nach richtigen Kontext zu setzten.
    Furcht ist immer ein schlechter Ratgeber, ob ich vor siebzig Jahren direkt um mein oder das Leben meiner Angehörigen fürchten musste oder heute in wirtschaftlich bzw. monetärer Abhängigkeit um meine Existenz fürchten muss, wird nahezu gleich empfunden.
    Positive Fehlerkultur muss auf allen Seiten gepflegt werden, sei es beim Primat der Politik oder in den verantwortlichen Stellen der Streitkräfte, Mut ist dazu unabdingbar.

    Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen?
    AT Jeremia Kap 017 V 009

  3. @Wanderer

    Selbst wenn die Inspekteure direkt vortragen dürften/könnten/sollten, dann hat das keine wirkliche Entscheidungsrelevanz, denn in der GO und GGO der Regierung gibt es keinen Lagevortrag zur Entscheidung.
    Nun kommen wir mal zum GI und seiner angeblich „gestärkten Stellung“ gem. Dresdner Erlass gerade in Sachen Streitkräfteplanung, was völliger Mumpitz ist, denn: der GI darf zwar den BW-Plan aufstellen (lassen) und wunderebare Prioriserungskriterien festlegen (lassen) und er soll auch Auswahlentscheidungen treffen……..allerdings hat er keinerlei Einfluss auf die Vorbereitung/Erarbeitung dieser Pläne und Entscheidungen, denn die laufen am Ende ihres Entstehungsganges im nachgeordneten Bereich durch die Mitzeichnungsmühlen des BMVg und sind dann aufgrund ihrer komplexen Verdichtung in keinster Weise mehr verifizierbar/validierbar…..die fachliche Führungsspanne des GI ist eigentlich ziemlich nahe an unendlich…..das hat System. Der GI ist in seiner Rolle nicht gestärkt, sondern enteiert worden. Er ist der in ministerieller Geiselhaft gehaltene, uniformierte Frühstücksdirektor und institutionalisierte Watschenbaum, der mit seinen Unterschriften und letztendlich nur eine militärfachliche Alibifunktion darstellt (im Sinne von Darsteller/Schauspieler) für Entscheidungen,die letztendlich aufgrund vielfältiger „politischer“ Interessen in dieser black-box BMVg generiert worden sind……….

  4. @Wanderer

    Die Inspekteure haben angeblich die Situation und Entwicklung ihrer TSKs ausführlich im Verteidigungsausschuß dargelegt und ich bin mir sicher, dass die Ministerin informiert wurde.

    Das Problem ist weniger Kommunikation der die Situation der TSKs sondern deren Abstimmung.

    Auch ist die weitere Entwicklung der TSKs ohne gute Abstimmung was im Besonderen den Insp SKB, und querschnittliche Ausbildung und Mat (zB Luftfahrzeugtechnik) trifft.

  5. @STO:
    „…oder heute in wirtschaftlich bzw. monetärer Abhängigkeit um meine Existenz fürchten muss.“

    Und wer muss das auf B9 aufwärts?
    Oder auch schon ab B3?

    Ich habe es leider allzuoft erlebt wie diese Ja-Sager die Realitäten aktiv (!) verdrängt haben, weil eben alles super ist.

    Man will sich gar nicht ausmalen wie diese Leute agieren würden, wenn sie wirklich existentiell bedroht wären.

    Das Bedauerliche ist aber, dass der innere Widerspruch zwischen der Inneren Führung und der echten Führungskultur gar nicht mehr gesehen wird.

    Unsere Streitkräfte haben im Kern kein finanzielles Problem, sondern ein intellektuelles und charakterliches Problem.

    Aber wer kennt in der Bw schon den Begriff toxic leadership?

    Da ist der „Problem-Bär“ sicherlich ein Paradebeispiel.

  6. @Memoria

    Sie mögen mein „Gesülze“ ja gerne missverstehen, aber – für Sie – noch einmal: ich sehe die „Schuld“ weder bei Politik, Wirtschaft, Strukturen, Generalität/ Admiralität.oder Putin, sondern ich versuche ein System zu beschreiben, in dem Einzelne nur noch sehr begrenzt – falls überhaupt – in der Lage/Position sind den Gang der Entwicklungen zu beeinflussen.
    Mag daran liegen, dass Informationsentropie sich nicht identisch verhält wie thermodynamische Entropie ;-)

  7. @klabautermann:
    Genau diese These von den im System gefangenen und weitgehend hilflosen Akteuren halte ich eben für sehr fragwürdig.

    Muss der Insp H deswegen über Jahre behaupten es gebe kein Nachwuchsproblem?

    Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit.

    Ach ja und an den aktuellen Strukturen waren Offiziere massgeblich beteiligt.

    Wo ist denn der #aufschrei?
    Oder der Aufstand des Gewissens?

    Die Sichtweise dies sei alles systemisch und damit individuell alternativlos halte ich für sehr gefährlich, da sie die bequeme Begründung für sehr viele Konformisten ist.

    Good people can overcome bad structures – but they shouldn’t.

  8. @FlaStOffz | 21. Mai 2015 – 11:31
    Ihre Ausführungen möchte ich unterstreichen. Der Aspektwinkel „fremdbetätigter Schleudersitz“ kam in der Diskussion entschieden zu kurz. Zudem gilt auch heute weitgehend unverändert der Grundsatz „Ein General hat keinen General zum Freund“. Heißt, dass der Nachfolger in der Führungsposition immer schon bereit steht. Ich erinnere hier an den General von Kirchbach, dem der Opportunist Kujat eiskalt in den Rücken gefallen ist.

  9. @Memoria

    Mich verwundert immer Ihre „Pauschalität“, man könnte auch sagen Kastendenken: Offiziere, Politiker, Beamte etc usw.
    Kommt mir ziemlich hinduistisch vor.;-)

    Jede Organisation/Gesellschaft hat eben Macher, Mutmacher, Mitmacher, Miesmacher und Nicht-Macher und wenn die Komplexität des Systems einen Grad überschreitet, in dem man ein ausgewogenes Verhältnis zwischen diesen Macher-Kategorien organisieren kann, dann ist die Effizenz und Effektivität dieser Organisation nur noch sehr begrenzt steuer- und regelbar…..so ist das nun mal. All diese Macher haben aber einen gemeinsamen Nenner: sie sind Individuen, die das Recht haben sich in ihrer Lebensplanung frei zu entfalten und somit auch ihre persönlichen Vorteile zu suchen, und das selbst „in dienender“ Funktion solange sie sich an die Regeln des Systems halten (FDGO oder so).

    ;-)

  10. Hallo Hr. @Memoria | 21. Mai 2015 – 12:44

    „Und wer muss das auf B9 aufwärts?
    Oder auch schon ab B3?“

    Nach der Scheidung und nach dem mich mein im Studium befindlicher Nachwuchs auf Unterhalt verklagt hat (Sauer darüber das, das Pferd weg ist und der Klavierunterricht gestrichen), das Haus, das Segelboot weg ist, die Kumpels aus dem Rotarier/Golfclub nicht mehr anrufen, der gerade gekaufte E 380 AMG abgeholt wird, stehen wir beide mit dem großen Selbstbehalt (+200€) bei Aldi an der Kasse und holen uns ein Fläschchen russischen Landwein.

    Die These vom perfiden System halte ich nicht für fragwürdig.
    Nur was ist zu tun?
    -Weiterlaufen im Hamsterrad
    -Anhalten und möglicherweise rausgeschleudert werden
    -Ein anderes Hamsterrad suchen
    -Warten auf Implosion des Systems
    oder das System ändern, with e little help of my friends

    Bueller, wer weiß es,wer weiß es ?

  11. @klabautermann:
    Da liegt ein grosses Missverständnis vor.
    Mir geht es eben nicht darum zu pauschalisieren, sondern in vielen Debatten daran zu erinnern, dass die Soldaten Mitgestalter sind und nicht reine Systemopfer.

    Ansonsten sind wir uns glaube ich einig:
    Egal welche Grossorganisation und Berufsgruppe:
    Idioten, Mitläufer und Leistungsträger sind fast immer normal verteilt.

  12. Hallo @Memoria | 21. Mai 2015 – 13:38

    ich wollte nur pointiert aufzeigen das es hinsichtlich der Besoldungsgruppe egal ist.
    Freunde ? soziale Kontakte? als Soldat der ständig versetzt wird oder Manöver/Einsatzbedingt ständig abwesend ist,
    das wird schwer!!

  13. Ich nehme jetzt nur mal die absoluten Zahlen: Wenn ich mir angucke, was für eine Armee die Israelis für ca 20 Mrd/a im Sinne des Wortes auf die Beine stellen, dann fehlt uns kein Geld, sondern zielorientierte Führung. Das erwarte ich von einem General und eigentlich von der ganzen Führung einer Armee.
    Das Problem merkt man auch der Diskussion hier im Blog an. Es geht zu 80% über Vorschriften, die einzuhalten sind. Die Fragen sind immer: „Was geht und was geht nicht?“ Dann wird noch ausführlich diskutiert und erklärt, warum es nicht geht.

    Das ist falsch. Die Frage muss lauten: „Was muss passieren, damit es geht?“ Und dann muss das möglich gemacht werden.

    Kein Industriebetrieb würde mit einem „Vorstand“, wie er durch das BMV der Bundeswehr zugemutet wird, auch nur ein Jahr überleben.

  14. FlaStOffz: Auftrag sollte vor Auflage gehen, die RB glänzen mitnichten in jeder Situation/Frage. Das ist im Ausbildungsbetrieb sicher einfacher als im Einsatz, trotzdem braucht ein Vorgesetzter ganz sicher keine Aufsicht durch einen RB. Er badet es dann ja auch aus.

    O: Alles andere als Vollmer würde mich überraschen ;-)

  15. @ kvogeler

    Dazu müßte aber erstmal klar sein was „es“ eigentlich ist. Wofür ist die BW da? Aus der Beantwortung dieser Frage kann ein Militär dann Strukturen und benötigte Fähigkeiten ableiten, die wiederum einen Personal-, Material- und schlußenedlich einen Finanzbedarf ergeben. Hierzulande folgt dem politischen das institutionelle und intellektuelle Vakuum.

  16. @Ehem. Kdr:
    Auftrag vor Auflage ist auch zu kurz gesprungen. Denn in jedem Auftrag gibt’s Auflagen, sind damit Teil des Auftrags. Und bei weitem nicht jeder Vorgesetzte badet aus, was er befiehlt, da gibt’s sicher genug Beispiele. Ein guter Kommandeur lässt sich beraten, von Joint Fires, SpezKr etc, da gehört der RB nun mal auch dazu. Und ich hab da schon seeeehr gute Live erlebt.

  17. kvogeler | 21. Mai 2015 – 13:54
    „Kein Industriebetrieb würde mit einem “Vorstand”, wie er durch das BMV der Bundeswehr zugemutet wird, auch nur ein Jahr überleben.“

    nun ja, nach meiner Erfahrung dauert es auch in der Industrie mindestens 10 Jahre, um einen gesunden Laden durch falsche Führung zugrundezurichten. Gibt an der der Basis meist einfach zu viele tüchtige Leute, die den Laden am Leben halten. Erst wenn die gehen, ist wirklich Schluß.

    Immerhin weiß ein Unternehmen aber, was der Sinn seiner Existenz ist. Und genau dieser Sinn fehlt ganz offenkundig bei der BW. Alle Anekdoten der vergangenen Jahre lassen aus meiner Sicht nur einen Schluss zu: nämlich dass es der Politik vollkommen egal ist, was der „Output“ der BW ist. Zumindest, solange wie
    – die schwarze Null nicht gefährdet wird
    – es keine doofen Skandale um anrüchige Symbole, Sprüche usw. gibt
    – keine Standorte im Wahlkreis wichtiger Politiker geschlossen werden
    – man international nicht unangenehm auffällt (z.B. durch altertümliche Transportflieger)

    Man sieht bereits an den vielfältigen Formen der Verneinung in meiner Auflistung (nicht, keine…), dass im positiven Sinne von der BW im Grunde gar nichts erwartet wird. Außer eben, dass sie nicht unangenehm auffallen möge. Und hier sehe ich auch ein (wahrscheinliches) Motiv für das „ängstliche“ Verhalten des Führungspersonals. Denn dieses hat faktisch keine Möglichkeit, sich im positiven Sinne irgendwie auszuzeichnen. Wer auf seine Leistung zurecht stolz ist, kann auch mal was riskieren – und bei Bedarf achselzuckend einen Fehler wegstecken. Wer auf der Haben-Seite aber nichts vorweisen kann (wie denn auch?), bekommt zwangsläufig Panik vor jedem möglichen Fehler.

    Und weil dieser Riesen-Laden kein allgemein anerkanntes Ziel vor Augen hat (außer vielleicht mal Sandsäcke an der Oder schleppen oder Flüchtlinge im Mittelmeer aufzusammeln) eiert er mitsamt seinem Führungspersonal eben ziemlich haltlos herum. Und versucht, vor allem möglichst keine Fehler zu machen.

  18. klabautermann | 21. Mai 2015 – 14:52
    „….so isses….das ist eben das Schicksal einer “force-in-being” ;-(“

    ja, nur dass im konkreten Fall der BW auch noch der Zweck in Vergessenheit geriet, potentielle Gegner beeindrucken zu müssen. Da bleibt dann wirklich nicht mehr viel übrig, außer Griffekloppen am Flughafen etc.

  19. @f28
    so ähnlich hab ich mir das vorgestellt.

    Wenn es denn keine klaren Ziele gibt (und versteht mich richtig, das ist ein kapitaler Fehler, es sollte sie geben!!), dann kann man den Laden doch eigentlich ganz zu machen.

    @klabautermann
    Mit force-in being hat das nichts zu tun.
    Wenn es in einer Stadt 5 Jahre nicht brennt, muss die Feuerwehr trotzdem funktionieren.

  20. diba: ich sagte auch nicht Auftrag ohne Auflagen, sondern die Erfüllung sollte das Wichtigste sein. Und da habe ich genug Problem- anstelle von Lösungsfindern in der Beratung erlebt. Ansonsten völlig d’accord, es gibt auch gute (s. Memoria zur Verteilung von Idioten, Leistungsträgern etc.). Die Rolle von Beratung und Entscheidung ist allerdings das A und O; einige verstecken sich hinter all den Beratern und die dann gerne hinter ihrer “ ich habe es ja nur/gleich gesagt!“

  21. @kvogeler

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/hamburger-sv-elf-gruende-fuer-drohenden-bundesliga-abstieg-a-1034762.html

    Hier kann man die 11 Gründe nachlesen, warum der HSV wohl absteigen wird…..man kann diese 11 Gründe wunderbar auf die BW übertragen: deutsche Streitkräfte sind eben seit einiger Zeit realiter nicht so wirklich 1. Liga und ganz bestimmt nicht auf den oberen Championsleague-Plätzen….ob die BW noch für die Euro-League qualifiziert ist, halte ich auch für ein hypothetisches Thema, denn in der 2. Liga stellt sich die Frage nicht und der Verbleib am unteren Ende in der 1. Liga ist wie beim HSV zZt eine reine Glücksfrage ;-)

  22. Die Frage ist, ob Europa überhaupt militärisch eine 1. Liga hat – denn um die Streitkräfte ringsum sieht es insgesamt nicht so prall aus. Nur mal recherieren, wieviele Anläufe UK benötigt hat, um die Abfangjäger an der Bären zu bekommen … sind wir froh, dass das nicht bei uns passiert ist.

  23. Warum sich der Inspekteur H jetzt erst meldet, ist auch meine Frage. Verlieren konnte er außer „Macht“ ja nicht wirklich was. Selbst das Witwengeld für seine Frau wäre höher als meine derzeitigen Bezüge. Meine, am monetären kann es nicht gelegen haben.
    Vielleicht hat der Mann im versteckten versucht was zu bewegen- ohne Erfolg wie alle anderen I/GI vor ihm?
    Und nun, anders als z.B. Kujat, läßt er mal einen raus – die nächste Operation an Land (Libyen?) steht wohl bevor?
    Ich glaube, der nächste I einer anderen TSK wird wohl auch bald „öffentlich“ vortragen, denn die wird ebenfalls ab demnächst, (zwar nur für 1 Jahr, aber wielang das Jahr ist, bestimmt immer noch die Regierung und deren Justiziare), endgültig platt gefahren.
    Vielleicht steckt dahinter auch eine riesige Investstrategie- was rott ist -muss ersetzt werden? Über Personal denkt man aber eher nicht nach, denn das kommt ja derzeit aus der „Sonne“.
    Habt Vertrauen in die Führung, denn die wissen es zumindest besser!

  24. @ elster und zimdarsen

    Lesen Sie gegenseitig Ihre Beiträge und dann haben Sie´s:
    Es gibt immer solche und solche. Und manchmal macht derselbe es so oder so.

    Und manchmal weíß man das ein oder andere, ohne selbst immer dabei zu sein. Das gilt wohl für uns alle.

  25. f28: großartiger Kommentar, bin voll bei Ihnen! Zum Glück denkt man im Dienst nicht ständig daran. Ansonsten gilt für mich persönlich: solange noch ein paar Gute dabei sind (und die gibt es auf allen Ebenen, AUCH in der Generalität), lohnt das Weiterrudern! :-)

  26. @ f28 | 21. Mai 2015 – 14:48

    Zustimmung zu Ihrem schönen Kommentar.

    Das Gut „Sicherheit“ ist offenbar zu abstrakt, als dass es in der politischen Arena vermittelt werden kann. Etwas relativiert wird das durch Putin/die Ukraine-Krise, da plötzlich vor Augen geführt wird, wie unangenehm es werden kann, wenn Sicherheit eben plötzlich nicht mehr selbstverständlich ist.

    Die Frage nach Sinn und Zweck unserer Streitkräfte müsste dringend mal wieder gesellschaftlich diskutiert werden. Einen Sinn geben kann der Bundeswehr nur die Bevölkerung, für die sie da ist und auf die sie vereidigt wurde. Will eben diese Bevölkerung diesen Sinn nicht achten, verstehen und finanzieren, so wird es tatsächlich sinnlos.

    Nur leider muss dann befürchtet werden, dass dieser Diskurs von Personen wie Trittihn und Gysi dominiert wird und sich alle staatstragenden Kräfte in die Büsche schlagen, weil man sich ja bei diesem Thema die Finger verbrennen kann. Strukturell sind das Vorboten von Zerfall, da der Populismus die Oberhand gewinnt.

  27. Solange selbst innerhalb der Streitkräfte die Sinnfrage nach z.B. Artilleriesystemen oder Kampfpanzern, bzw. nach einer glaubwürdigen Abschreckungsfähigkeit allgemein, gestellt wird, braucht man nicht auf „die Politiker“ zu schauen. Da ist vieles hausgemacht, ich sage nur Abschaffung der HFlaTr oder die „Infanterieaufrüstung“ für die Einsätze von gestern.

  28. Die Herausforderung ist:
    in Bezug auf die äußere Sicherheit ist Deutschland nicht direkt herausgefordert.

    Daher wären zunächst einmal eigene vitale geostrategische (z.B. Versorgungssicherheit iwS) und unumgängliche (ggf.) robuste Bündnisverpflichtungen zu benennen.

    Die Verschmelzung innerer und äußerer Sicherheit bleibt baw. ein Tabu.

  29. Und Frau VdL hat nun laut Spiegel offiziell die Entwicklung des Leopard 3 ausgerufen, oder wie auch immer er dann heißen wird. Ob das wohl die richtige Reaktion auf die aktuelle Lage ist?

  30. @ JoHoMe

    Danke für den Link. Den sollte man wirklich lesen. Hier mal eines der Schmankerl … IdZ & Boxer.

    Als System kann die Infanterie nur dann funktionieren, wenn alle Infanteriebataillone in Ausbildung und Einsatz über die komplette erforderliche Ausstattung verfügen. Und neben modernen Gefechtsfahrzeugen bedarf es insbesondere der Anbindung jedes Soldaten an das System der Infanterie mit IdZ-ES. Dies ist derzeit nur für etwa sieben Prozent der Infanteriesoldaten möglich, da die erforderliche Ausrüstung nur in geringer Stückzahl – im Schwerpunkt für den Einsatz – beschafft wurde.

    Dazu fällt einem echt nix mehr ein.

  31. Neue Schlagzeile:

    -Nur sieben Prozent der Infanteriesoldaten der Bw sind voll einsatzbereit.-

    Ich dacht immer die Luftwaffe ist gegen die Wand geflogen, aber dass beim Heer die Teile der Karre vor der Wand am Boden liegen ist mir so deutlich nicht gewesen.

  32. Und die sieben Prozent kämpfen egal in welcher Vegetations- und Klimazone mit dem bewährten 3-FT-Tarndruck, dass wurde vergessen zu erwähnen ;-)

    Und sparen wir uns bei der Betrachtung jetzt einfach mal die (ach so kampfentscheidende) Fehlentwicklung „elektronischer Rücken“, die in dem Packkisten vergammelt…

    Oder eben HFla, oder, oder…

  33. @Zimdarsen | 22. Mai 2015 – 12:23

    Neue Schlagzeile:

    -Nur sieben Prozent der Infanteriesoldaten der Bw sind voll einsatzbereit.

    Können Sie den Kontext dazu mitteilen !

  34. Beim Personal steht das Heer ausgezeichnet da ? Echt ? Qualitativ vielleicht.Da ist die Truppe Meister im Improvisieren.Quantitativ ganz bestimmt nicht.Mit den paar Männeken hätte man im Kalten Krieg nicht mal Schleswig Holstein verteidigen können.

  35. @ dirigist | 22. Mai 2015 – 15:16

    „Mit den paar Männeken hätte man im Kalten Krieg nicht mal Schleswig Holstein verteidigen können.“

    Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Das waren damals ja auch ganz andere Zeiten mit anderen Kopfzahlen und einem sowjetischen Imperium bis an die Elbe. Die Westgruppe der Truppen (WGT) zählte dabei in Deutschland in den fünf neuen Ländern im Januar 1991 nach eigenen Angaben noch alleine 337.800 Soldaten in 24 Divisionen, verteilt auf fünf Landarmeen und eine Luftarmee. Nicht zu vergessen die Landstreitkräfte der NVA mit Sollstärke im Frieden von rund 105.000 Mann. Um die militärische Stärke auf dem 108.000 Quadratkilometern DDR zu verdeutlichen: 1989 standen etwa eine Millionen Mann der Sowjetarmee, der NVA, der Volkspolizei, des Geheimdienstes und der Kampfgruppen unter Waffen. Zum Vergleich das russische Heer (Stand 2006): ca. 395.000 Soldaten, darunter etwa 190.000 Wehrpflichtige, jetzt deutlich weiter im Osten, verteilt über die riesige Fläche der Russischen Föderation, von Kaliningrad an der Ostsee bis Wladiwostok am Pazifik.

  36. Man braucht sich doch nix mehr vorzumachen: Das deutsche Heer ist strukturell und ausrüstungstechnisch quasi eliminiert. Über die Ursachen und Hintergründe ist hier und in anderen Foren bereits (m.E.) alles geschrieben worden. Die eigentliche Tragik besteht doch darin, dass dieser „Zustand“ auf der politischen Ebene nicht realisiert wird. Da geht es um den Gefechtshelm und das Sturmgewehr. Was für eine Kleinkrämerei!

  37. @Alarich

    Auf die Startseite des Heeres zu verlinken, ist bisschen sinnlos – das sage ich immer wieder. Außerdem bitte möglichst wg. dieser irre langen URLs den Link-Verkürzer bw2.link verwenden…

  38. Das stimmt nur weiß ich nicht was ich Falsch gemacht habe
    Ich hatte da den Link Kopiert Sory

  39. @ Alarich | 25. Mai 2015 – 23:44

    Der Fehler ist, dass das System am Ende Ihrer Monster-URL die Zeichen !!/ nicht verlinkt hat. Ergänzt um diese kommt man auf folgenden Beitrag, den ich hier am Freitag bereits verlinkt hatte: https://bw2.link/HYvWP

  40. An der Basis ist man – aus der Sicht der Division und Brigade – weiterhin voll einsatzbereit:
    https://bw2.link/SrXNq

    Einfach Weltklasse das Heer.
    Was Kasdorf sagt ist ja eh schon irrelevant und der Nachfolger übt ja bereits schon das rosa malen – nach innen und nach außen.

    Da scheint mir ein kultureller Wandel gar nicht mehr möglich.

    Die Armee der Inneren Führung…

    Der Laden ist einfach nur noch peinlich.

  41. Ich mal sehr gespannt wie sich das Heer bei der im Herbst anstehenden (?) Runde zur Einsatzbereitschaft ggü. dem Bundestag darstellt.

    Oder bleibt es bei etwas Pressearbeit des alten Inspekteurs, der die nun angesprochenen Themen noch im Herbst letzten Jahres nicht thematisiert hat.

    Bin gespannt, ob Vollmer die Finger in die Wunden legt oder alles „optimistisch betrachtet“.

  42. @ Memoria | 27. Mai 2015 – 16:15 und @Memoria | 27. Mai 2015 – 16:29

    Lieber Herr Memoria, vielleicht sollten Sie unter https://bw2.link/1kxG1 nachlesen, wie sich der Inspekteur die Pressearbeit vorstellt:

    Anderthalb Stunden nahm sich der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Bruno Kasdorf, Zeit für „seine Informationsarbeiter“. In einer Tour d’Horizon gab der Inspekteur einen ausführlichen Überblick zur Entwicklung in den Themenfeldern Personal, Ausbildung, Multinationalität, Führung und materielle Einsatzbereitschaft. In den letzten Jahren sei viel erreicht worden. Das sei keine Phrase, sondern anhand realer Fortschritte objektiv belegbar. Trotz aller Defizite sei das Heer im internationalen Vergleich modern ausgestattet. Jedoch hätten die veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen in Verbindung mit den Beschlüssen von Wales die materiellen Defizite des Heeres insbesondere für die Landes- und Bündnisverteidigung deutlich hervortreten lassen. „Hier haben wir auf dem Weg zur Vollausstattung des Heeres noch einen schweren Weg vor uns“, gab der Inspekteur zu bedenken. „Ihre Informationsarbeit hat nicht nur taktische, sondern auch operative Bedeutung, um nach außen und nach innen die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Heeres zu vermitteln“, erläuterte General Kasdorf. Wichtig sei es, ein realistisches Bild vom Heer zu zeigen. „Es gibt viele Dinge, die sind Klasse, insbesondere unsere Menschen“, sagte Kasdorf und forderte: „Wir haben viele gute Geschichten im Heer und die müssen aktiv erzählt werden“.

    Lieber Herr Memoria, ich kann mir nicht vorstellen, dass es die vorrangige Aufgabe des Inspekteurs ist, das Heer in der Öffentlichkeit schlecht zu reden. Das erledigen schon Dritte für ihn, zum Beispiel Sie. Wie der Inspekteur nichtöffentlich agiert, zum Beispiel vor dem Verteidigungsausschuss, können weder Sie noch ich beurteilen, weil wir nicht dabei waren oder sind. Würde er dort so auftreten, wie Sie es erwarten und in der Art, wie Sie es artikulieren, würde er allerdings sofort rausfliegen. Darüber bin ich mir sehr sicher. Nichts für ungut ;-)

  43. @JoHoMe:
    Nichts für ungut, aber die Anteile des Heeres zur Einsatzbereitschaft für den VertA (!) sind ja bekannt.
    Dort hat man versäumt eine Brigade als System darzustellen.
    Was man früher zu recht getan hat. Dabei muss man dann auch das kleine Material betrachten.

    Aber ich rede es ja eh nur schlecht…

  44. Am kommenden Sonntag (11:05) ist General Wieker beim Interview der Woche.

    Bin mal gespannt ob die „Abrechnung“ von Kasdorf dort auch ein Thema ist ob man um die echten Themen (Personalmangel, Einsatzbereitschaft, etc) wieder mal herum redet.

  45. @Memoria
    Wetten das es weichgespültes, alternativloses, metaphysisches Baumwollwebengerede wird?
    Völlig überrascht von den neuen Herausforderungen (Armut und Hunger in Afrika, Ukraine,RUS Isolierung und die RUS Reaktion darauf, Vietnam kauft Kilo U-Boote, Beschaffungen dauern lange und sind teuer, Personalnot?) wird er dies Herausforderungen unter den Primaten der Politik angehen und ansonsten sehr wichtig aussehen. Guter Zeitpunkt für die Show, denn eine andere(Welke) hat Sommerpause.
    Würde mich dennoch mal freuen, wenn was „rüberkommt“- darf er aber wohl nicht, denn die wichtigen Dinge erledigt U. immer selbst, insbesondere Presse.

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